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20 m. verurtheilt werden. Das ist zwar ganz ,,, torreft", wir Au zur in let wollen aber doch die Aufsichtsbehörde auf diese„ forrette" Geschäftshandlung des Herrn Liermann aufmerksam machen.
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a. Die Tröblerin, verwittwete G. in der Friedrichsgracht 25, welche daselbst einen Laden mit daranstoßender Wohnung hat, wurde in der Nacht vom 30. v. Mts. zum 1. d. Ms. um 1% Uhr durch das klirrende Berspringen ihrer Schaufensterscheibe aus dem Schlaf gewedt. Sie sah einen Dieb, welcher von der Straße aus die nicht angeschraubt ge wefene Rolljalousie ihres Schaufensters in die Höhe gerollt Die go und die Schaufensterscheibe zertrümmert hatte und gerade im te bina Begriffe war, fich mehrere ühren, die innerhalb des SchauNatura fensters hingen, anzueignen. Frau G. stürzte in den Laden, Runde frie laut um Hilfe, und der Dieb ergriff mit awei Uhren, Befch einer Albernen Bylinder- Uhr und einer Remontoir- Uhr die fonit Flucht, durch welche er auch enttam. Die Bestohlene batte eltener mehrere Tage vorher fortgesezt einen jungen Mann gesehen, welcher stets von der Straße aus in auffälliger Weise ihren gens for Laden beobachtet hatte. Auf diesen richtete fte ihren Verdacht, daß er den Diebstahl ausgeführt habe, und als der Verdächtige gestern Abend nach 10 Uhr wieder die Friedrichsgracht entlang ging und in der Laden der Trödlerin hineinfah, wurde er auch von dieser bemerkt und erkannt. Frau G. lief ellig heraus nach der Straße und sie veranlaßte seine Festnahme. Shre Bermuthung hatte fte auch nicht irre geführt, denn der Fest genommene, ein bisher noch unbescholtener Arbeiter D., hatte, wie er einräumte, in Wirklichkeit den Diebstahl ausgeführt, und er befand sich noch im Befit der beiden gestohlenen Uhren, die der Frau G. wieder zurückgegeben wurden. D. ist beute zur Haft gebracht worden.
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N. Schlafftellendieb. Der Sattlergeselle Zimmer, welcher in der Alten Jalobstraße 15 mit mehreren Anderen ein Bimmer theilte, vollführte, als er gestern in später Stunde nach Hause tam, einen äußerst frechen Diebstahl. Nachdem er sich von dem festen Schlafe feiner Schlafgenossen überzeugt hatte, durchsuchte er deren Kleider und eignete fich nachstehende Sachen an: eine goldene Uhr und Kette, eine filberne Uhr und Broche, Lettere bildete bei dem augenblicklichen Befizer selbst ein Fundobjekt, daß polizeilich gemeldet war. Ferner nahm der Dieb einen vollständigen Anzug nebst Sommerüberzieher zu fich. An baarem Gelde stahl er 27 M. 2 Pf. Gleich nach seinem Fort gange erwachte einer der Bestohlenen und entdeckte den Diebs Denn auch in der Wohnung seiner Schwester in der Forst frage 53 antraf, wo derselbe verhaftet und dem zuständigen Bolizeibuneau zugeführt wurde.
tommen und in den Dienst eines Seifenfabrikanten in der Landsbergerstraße getreten, wo fie in der Nacht zum 23. März Dieses Jahres einen Knaben gebar, der lebend zur Welt fam. Sie drückte dem Rinde mit beiden Händen die Kehle und den Hals zu und erdrosselte es in dieser Weise. Nachdem sie sodann in der angedeuteten Weise mit ihren Händen die einzelnen Körpertheile der Leiche auseinandergeriffen hatte, um die Stücke leichter verbergen zu können, band fie diese in ein Tuch und versteckte fie so in ihrem Korb, mit welchem fie am 10. v. M. zu T. zog.
Verunglückter Schaffner. Als am Freitag der von Friedrichshagen tommende Borort Bug um 11 Uhr 52 Minuten Abends auf dem Schlesischen Bahnhofe einlief, wurde der Schaffner Liepold in einem Rupee II. Slaffe mit zerschmettertem Kopf todt aufgefunden. Liepold hat jedenfalls während Der Fahrt fich zu weit aus dem Kupeefenster hinausgelegt und ift ihm dabei ber Kopf an einem Brückenpfeiler zerschmettert worden.
N. Vergiftet. Der in der Badstraße 28 parterre_wohn hafte Kaufmann Eichelmann erhielt am vergangenen Freitag aus Charlottenburg folgenden inhaltsschweren Brief: Wenn Du diesen Brief empfängst, bitte ich Dich, meine Fabrik zu schließen, da ich alsdann mit meiner Frau nicht mehr unter den Lebenden weile. Lebe wohl! Dein Freund St." Sofort nach Empfang des Briefes in Charlottenburg angestellte Recherchen ergaben, daß der Absender seine unheimliche Drohung ausge führt hatte. Beide Gatten hatten ihrem Leben durch Gift ein Ende gemacht. Schwere geschäftliche Kalamitäten und Nahrung sorgen hatten den früher vermögenden Mann, Befizer einer in der Schwebterstraße belegenen Lad- und Firnißfabrik zu der unseligen That getrieben.
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Polizei.Bericht. Am 30. v. M. fiel in der Schönfärberei von Cabanis, Köpniderstr. 21, beschäftigte Arbeiter Tesmar in eine mit fiebender Flüffigkeit gefüllte Farbetufe und wurde dabei derartig verbrüht, daß er nach Bethanien gebracht werden mußte, wo er am 2. d. M. verftarb. Am 1. b. M. Vor mittags machte eine Frau in ihrer in der Kielerstraße belegenen Wohnung den Versuch, fich zu vergiften. Dieselbe wurde durch ihren Ehemann nach der Charité gebracht. Am 2. d. M. Abends wurde eine anscheinend dem Arbeiterstande angehörige, etwa 30 Jahre alte unbekannte Frauensperson in Krämpfen und bewußtlos auf dem Flur des Hauses Elisabeth Ufer 51 aufgefunden und nach der Charité gebracht. Zu derselben Beit entstand in einer Wohnung des Hauses Alte Jatobftr. 87 dadurch Feuer, daß beim Ausblasen einer Petroleum Lampe das Del im Baffin explodirte und die Flamme fich den Gardinen, Betten, sowie einem Korbe mit Wäsche mittheilte. Das Feuer wurde durch die Wohnungs- Inhaber gelöscht. An demselben Tage Vormittags fiel ein Theil des vor dem Hause Friedrichstraße Nr. 95 aufgestellten Bodgerüftes beim Aufstellen einer schweren Leiter um. In Folge deffen stürzte ein auf dem Gerüst beschäftigter Klempnerlehrling von demselben herab und erlitt einen Bruch des linten Schienbeins, so daß er nach der tönigl. Klinit in der Ziegelstraße gebracht werden mußte. Um dieselbe Beit wurde in der Französischen straße das Pferd eines Handelsmannes scheu, rannte vor dem Hause Französischestraße Nr. 33a gegen einen dafelbft stehenden schweren Arbeitswagen und wurden durch den Anprall beide Infaffen des Wagens, ein 69 Jahre alter Mann und deffen Ehefrau, auf das Straßenpflaster hinabgeschleudert. Ersterer erlitt dabei leichte Hautabschürfungen im Geficht, lettere am Kopf und rechten Oberschenkel so erhebliche Verlegungen, daß fte zur Anlegung eines Verbandes nach der fönigl. Klinik in der Biegelstraße gefahren werden müßten. In der Nacht In der Nacht zum 3. d. M. erschoß fich ein Mann in seiner in der Holl. mannstraße belegenen Wohnung mittelst Revolvers. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshaufe gebracht. Am 3. b. M., Nachmittags, fiel der Tapestrerlehrling Herrmann in der Leip:
a. Schwindler. Ein ca. 50 Jahre alter Mann präsentirt bei hiesigen Einwohnern, welche Angehörige auf dem St. Jo. bannis Kirchhofe( und wohl auch auf anderen Kirchhöfen) tuben haben und an die Kirchhofs. Verwaltung jährlich einen beftimmten Betrag für die Pflege und das Begießen der Brabhügel zahlen, seit einiger Beit Quittungen, welche scheinbar unterzeichnet sind, über die pro 1885 zu entrichtenden Gießgelder. Um jeden Zweifel über seine Berechtigung zur Einfaffirung der Beträge zu vermeiden, tritt er in die Wohnung oder das Geschäftslotal des Bahlungspflichtigen mit einem Stoß Quittungen in der Hand und sucht aus denselben die betr. Quittung erst hervor. Den Verdacht, daß er ein Bes trüger und Fälscher sei, erregte er bei einem Kaufmann R. in Der Magdeburgerstraße dadurch, daß er diesem eine Quittung batte.. machte demzufolge der Begräbniß VerwaltungsKommission davon Anzeige, welche, wie sich nun herausstellte, noch gar nicht mit der Einkassirung der Gießgelder begonnen und auch noch Niemanden dazu beauftragt hatte. Der bisher noch nicht ermittelte Schwindler scheint in bisher noch nicht aufgeklärter Weise Einsicht in die Bücher über die Gießgelders Bahlungspflichtigen erlangt oder von einem Dritten daraus Notizen erlangt zu haben. Derselbe ist von etwas kleiner Statur, hatte dunkle Haare, hohe Stirn, spärlichen Backenbart, längliches und fables Geficht und sprach den sächsischen Dialett. Bekleidet war er mit dunkler Müße und dunklem Jaquet und einem schwarzen Tuch um den Halstragen.
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Wegen eines in unbeschreiblich brutaler Weise ausgeführten Kindesmordes ist am Sonnabend das bei dem Reftaurateur E. in der Belle Alliancestraße angestellte Dienst mädchen Wilhelmine 3. in Untersuchungshaft gebracht worden. Aus dem Korbe der 8., in welchem sie ihre Kleider und sonftigen Habfeligkeiten verwahrt hielt, brang seit dem 10. v. M., dem Tage, an welchem die 3. in den Dienst bei dem Restaus tateur T. getreten war, ein abscheulicher Geruch, welcher einem Mitdienstmädchen auffiel. Da dieser Geruch von Tag zu Tag tarter wurde, so machte dieses Dienstmätchen ihrer Herrschaft Davon Anzeige und der Dienstherr veranlaßte die Deffnung des Rorbes. In demselben wurden die in einer nicht wiederzugebenden roben, ganz unmenschlichen Weise auseinander geriffenen Rörpertheile der Leiche eines neugeborenen Rindes gefunden. Die 3. wurde sofort festgenommen. Dieselbe war, Buftande aus ihrer Heimath in Ostpreußen nach Berlin ge
uweilen erfüllt das Waffer sogar die große Höhle der desengrotte, auf welche wir zureiten; jezt wird diese troden sein, so daß wir darin Feuer anzünden und aus.
ruben tönnen."
Buß höber, an dem Felsen empor. Blöglich fladerte ein rother Schein, ungefähr hundert Er erleuchtete das dunkle Grün der Tannen und gligerte in dem mit Schnee überzogenen Gewinde der Brombeergewächse.
haben die Here!" " Ha!" rief Habicht mit unterdrückter Stimme. Wir
bicht neben einander. Dem Doktor pochte das Herz. Er und Habicht ritten Der Hund stieß ein bumpfes
flüßternd.
Anurren hervor. Rann fie uns nicht entschlüpfen?" fragte Fritz
Nein, sie ist gefangen wie eine Ratte in ber Falle! Jene Höhle hat feinen andern Ausweg, als diesen, und rund umber ragen die Felfen bis zu einer Höhe von zwei
hundert Fuß empor."
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Er stieg vom Pferde in das eifige Waffer und gab Fritz die Zügel feines Pferdes zu halten. Dann hörte Friz durch die Stille das klirren des Rarabiners, ben Habicht von der Schulter nahm. Ein Schauer ergriff ihn. " Habicht! " rief er ,,, was willst Du thun?" " Fürchte nichts, ich will fie nur erschrecken."
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aigerstraße beim Verlassen eines Omnibus so unglücklich zur Erde, daß er besinnungslos liegen blieb und nach seiner Woh nung gebracht werden mußte, wo der hinzugerufene Arzt eine Gehirnerschütterung feststellte. An demselben Tage Abends gerieth ein 18 Jahre alter Schüler auf der Spree oberhalb der Jannowigbrücke mit seinem Boote in den Wellenschlag eines Spreedampfers, wobei das Boot umschlug und er ins Waffer fiel. Er wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, von den Beamten des Polizei- Dampfers, der sich gerade in der Nähe befand, aus dem Wasser gezogen. Um dieselbe Zeit wurde ein Mann durch eine führerlose Droschke auf dem Bür gersteige in der Linienstraße überfahren und erlitt dabei solche Verlegungen am linken Oberschenkel, daß er nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden mußte.
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Gerichts- Zeitung.
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Wegen wiederholt versnchter und vollendeter Erpreffung hatte fich gestern der Buchbinder Dito Wilhelm Max Sichter vor der dritten Straffammer des hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Der Angeklagte verbüßte bis zum 27. Nov. vorigen Jahres eine einjährige Gefängnißftrafe im Unter suchungsgefängnisse zu Moabit und wurde u. A. auch mit der
bort!"
Halt!" rief er mit geheimnißvoller Stimme.„ Sieh
Am Ende des Ganges , der hier schnurgerade in den Stein eingehauen, in die hochgewölbte Höhle führte, sahen fie auf dem Boden derselben ein belles Feuer angezündet, welches seine röthlichen Rauchwolfen emportrieb, und vor
biefem in sigender Stellung einen Mann, den Friß zu er tennen glaubte. War das eine neue Sinnestäuschung oder war es in Wirklichkeit der Baronet D'Brian?
Er saß, den Kopf in der Hand gestüßt, unbeweglich und schien nachzufinnen. Hinter ihm lag eine schwarze Geftalt auf dem Boden hingestreckt, und weiter halb im Schatten verborgen, an der Seite der Höhle stand sein Bferb, welches mit gefpitten Ohren und weit aufgesperrten Pferd, welches mit gespitzten Dhren und weit aufgesperrten Nüftern die Kommenden anblidte.
Fritz war im höchsten Grade überrascht und wußte nicht, was er davon benten follte.
Wie kam der Baronet D'Brian um diese Stunde in diese Wildniß? Was hatte er hier zu thun? Hatte er fich verirrt, oder war auch er der Spur jener Frau gefolgt? Stand er mit ihr in irgend welcher Beziehung?
Die Erzählung Segal's fiel ihm ein, nach welcher der Baronet schon zweimal die Spur der Alten verfolgt zu haben schien. Die widersprechendsten Bermuthungen freuzten fich in dem Gehirn des Doktors, obne daß er zu einem
Das will ich gelten laffen, aber fein Blut! Erinnere laren Gedanken fam. Dich bessen, was ich Dir gesagt habe: Die Kugel, welche die Here trifft, tödtet zu gleicher Zeit den Grafen."
Beruhige Dich!"
Habicht ging fort, ohne weiter auf seinen Gefährten
feine Schritte verursachten.
Aalt fich wie ein schwarzer Schatten vom dunkelblauen
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Da plöglich begann das Pferd des Baronets zu wiehern. Bei diesem Tone erhob der am Feuer sigende junge Mann den Ropf. Was haft Du, mein braves Thier?" fragte er jegt. Da er den Beiden sein Gesicht zuwandte, erkannten sie ber Baronet D'Brian.
Anfertigung von Papeterien beschäftigt. Zwei Gefangenen Aufseher hatten von der Direktion die Erlaubniß erhalten, von Dem Angeklagten einige Arbeiten anfertigen lassen zu dürfen. Da fie selbstredend ein Interesse daran hatten, daß diese Arbeiten recht gut hergestellt würden, gaben fie dem Angeklagten nach dieser Richtung hin manches gute Wort und versesten dadurch denselben in den Glauben, daß die Aufseher ihn in unerlaubter Weise beschäftigt hätten. Gleich nach seiner Ent laffung trat der Angeklagte an die beiden Aufseher mit der Forderung von je 100 Mart heran und drohte im Nicht zahlungsfalle mit der Anzeige. Der eine Aufseher ließ sich auch herbei, 30 Mart herzugeben, um der Unannehmlichkeit einer Untersuchung aus dem Wege zu geben; später erstatteten beide Beamte Anzeige. Der Angeklagte war sofort geständig und entschuldigt sein Verbalten nur mit großer Noth, in der er sich befunden hat. Der Gerichtshoff belegte denselben mit achtzehn Monaten Gefängniß und zwei Jahren Ehrs perluft.
Die Zahnärzte find ebenso wie die Mediziner an die alte Medizinaltare vom Jahre 1815 gebunden, wenn vor der Konsultation nicht ein bestimmtes Honorar zwischen den Bar teien verabredet wird. So entschied gestern das Amtsgericht I auf Bahlung von 227 Mart angestrengi hatte. Rechtsanwalt in einem Prozesse, den ein Bahnarzt gegen seinen Klienten Arnold, der den Beklagten vertrat, proponirte dem Kläger den Betrag von 89 Mart, der Richter erhöhte die zu zahlende Summe auf 92 Mart und motivirte dieses Urtheil in der Eins gangs erwähnten Weise.
Die Frage, ob ein Inftrumentenmacher, welcher ca. 18 Gehilfen beschäftigt und die Pianinos fast ausschließlich auf Bestellung anfertigt, als Kaufmann anzusehen, oder verpflichtet ift, ordnungsmäßige Handlungsbücher zu führen und alljährlich Die Bilanzen seines Vermögens zu ziehen, beschäftigte gestern Die erste Straftammer hiesigen Landgerichts 1. Angeklagt waren wegen einfachen Bankeroits die Instrumentenmacher Paul Krause und Heinhold Hoerning. Dieselben betrieben und be treiben heute noch, nachdem der über ihr Vermögen eröffnet gewesene Konkurs durch Afford beendet worden ist, eine Pianofabrik und arbeiteten fast ausschließlich auf Bestellung. Ihre Buchführung war eine nicht übersichtliche und Bilanzen baben fte gar nicht gezogen. Der Gerichtshof bejahte die Eins gangs berührte Frage und verurtheilte die Angeklagten zu je Dret Wochen Gefängniß.
Beim Einlaufen des um 10 Uhr 30 Minuten auf dem hiesigen Stettiner Bahnhof eintreffenden Stargardter Personenzuges am 12. Dezember v. J. wurden eine Anzahl Baffagiere und einige Fahrbeamte dadurch etwas un fanft berührt, daß der Bug nicht rechtzeitig zum Stehen ge bracht werden konnte und mit Vehemenz gegen den Prellbock auflief. Die Schuld daran ist sowohl von der Eisenbahnbe hörde, als von der Staatsanwaltschaft dem Führer der Lokomo tive jenes Buges dem geprüften Heizer Hermann Ritter aus Stargardt zur Laft gelegt, und hatte sich derselbe gestern auf die Anklage der fahrlässigen Gefährdung eines Eisenbahatranspierten ports von der Straflammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. In Der Anklage ist angenommen worden, daß Ritter bei regnerischem Wetter und den dadurch schlüpfrig gewordenen Schienen das Brems fignal zu spät resp. das Signal Bremser los" zu früh gegeben hat. Der Angeklagte wies aber nach, daß er diese Signale rechtzeitig gegeben und dabei die Witterungsverhält nisse seiner Erfahrung gemäß genügend berücksichtigt habe. Seiner Meinung nach liege die Schuld daran, daß die Bremsvor richtungen nicht in Ordnung waren und auch das dadurch her. vorgerufene ordnungswidrige Lösen der Brems n den Bug in eine schnellere Gangart gebracht worden war. Dies habe er aber unmöglich voraussehen können. Da die vernommenen
Sachverständigen die Richtigkeit der Annahme als wahrschein
lich erachteten, erkannte der Gerichtshof auf Freisprechung des Angeklagten.
-y. Eine treffende Illustration zu der bekannten Thatsache, daß des Aberglaube auch unter den ,, gebildeten" Ständen seine Anhänger findet, lieferte eine Verhandlung, welche gestern vor der 87. Abtheilung des Schöffengerichts flattfand Auf der Anklagebant befand sich der Schneider Ludwig Heinrich Beschepnic, welcher sich dadurch des grobes Unfugs und des Betruges schuldig gemacht haben sollte, daß er gegen Entgelt Wahrsagerei betrieben hatte. Der Geschädigte war ein Greis von 71 Jahren, der Polizeihauptmann a. D. H., welcher durch seine Auslaffungen als Beuge in ein tragikomisch s Licht gestellt wurde. Derselbe deponirte etwa folgendes: In Den legten Jahren habe er zu einer gewissen Anna Rutttowsty in einem Liebesverhältniß gestanden, dasselbe aber fürglich gelöst, ba er die betrübende Entdeckung gemacht habe, daß ihre Bu neigung nicht seiner Person, sondern seinem Geltbeutel galt. Vor Der Trennung und besonders im Anfange d. J. habe seine Liebste ihm unter Hinweis auf sein Alter arg zugefest, er möge doch ein Testament machen und in demselben besonders thre: gedenken. Als er sich hiergegen sträubte, habe fte ihren ganzen Einfluß aufgeboten, ihn zu bewegen, einer Wahrsagerin den Besuch zu machen, um von dieser seine Lebensdauer zu erfahren.
" Ich, mein Herr," antwortete Habicht näher tretend. " Ich bins, Habicht, der Oberjäger des Grafen M'Donuil."
Wie ein Blitz zudte es über das Antlig des Baronets, aber feine Fiber zitterte. Er stand auf und warf mit leichter Bewegung sein Plaid über die Schulter.
Fritz zog die Pferde und den Hund an sich. Ajar hatte schon, feit er jene Erscheinung in der Höhle gesehen, eine faum zu bändigenbe, wüthende Ungebulb gezeigt. Jest brach er in ein lautes Geheul aus.
Schritte von einander entfernt. Ersterer stand unbeweglich Habicht und D'Brian waren noch ungefähr fünfzig in der Mitte des Ganges , die Flinte im Arm, der Baronet auf der äußeren Seite der Höhle. Mit zurückgeworfenem Ropfe maß er ihn und seinen Begleiter, den er bis bahin noch nicht erkannte mit ftolzem Blide.
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Was wollen Sie?!" rief er mit erhobener Stimme. Wir juchen ein alte Frau," antwortete der alte Dberjägermeister, eine Frau, die jedes Jahr zu einer bestimmten Beit um das Schloß M'Donuil herumschleicht; und wir haben Befehl sie zu ergreifen."
Hat fie gestohlen" Das nicht!"
Hat fie gemorbet?"
,, Auch das nicht, Herr Baronet!"
Nun, was wollen Sie denn von ihr? Mit welchem Rechte verfolgen Sie die Frau"
zu hören. Dieser hörte das Plätschern des Wassers, welches ihn deutlich in dem Schein des Feuers. Es war wirklich Wiffen Sie nicht, daß wir hier auf dem Grund und Boden
Hintergrunde abzeichnen. Dort stand er etwa fünf Minuten ftanden, offenbar nicht erkannt. Er schaute nach der Rich
ihm entfernt war.
Auch er hatte sie erblickt, da sie aber im Dunklen tung, in welcher er die beiden Schatten fah mit weit ge
Leise näherte sich ihm Friß, aufmerksam umherblickend. öffneten Augen. Habicht gewahrte ihn erft, als er faum drei Schritte von
Zone.
Wer ist da!?" rief der junge Mann in trogigem
Habicht richtete sich hoch auf, und blickte ben Baron scharf an. Und Sie, mit welchem Rechte vertheidigen Sie die selbe?" fragte er mit höhnischem Lächeln. Die Gesuchte ift bort, ich sehe sie im Hintergrunde der Höhle. Mit wel chem Recht mischen Sie sich in unsere Angelegenheiten? des Grafen M'Donuil stehen, und zur Ausübung der hohen und niedern Justiz das Recht haben?"
Tone:
Der junge Mann erbleichte und erwiderte mit rauhem Ich bin Ihnen keine Rechtfertigung schuldig." ( Fortsetzung folgt.)