teuer.

Er wies darauf hin, daß während des Maurerfireits von den Arbeitgebern vielfach geäußert worden sei, daß den Bimmers leuten eher als den Maurern ein Stundenlohn von 50 Pf. bewilligt werden könne. Die Forderung des 9stündigen Ar­beitstages betreffend legte, er dar, daß Verkürzung der Arbeits­zeit in dem Maße, in welchem durch die Vervolls tommnung des Maschinenwesens menschliche Arbeit über­flüffig gemacht werde, herbeigeführt werden müffe und daß die Verkürzung der Arbeitszeit des Haupt­mittel sei, die Lage der Arbeiter zu verbessern. Am Schlusse wies er darauf hin, daß auch die Forderung des 9stündigen Arbeitstages leicht durchzusehen sein werde, wenn die Kollegen in ihrer Mehrheit dem Verbande deutscher Zimmerleute bei­treten und zu dem Generalfonds beisteuern. In der Diskussion traten die Herren Elsholz, Klemm, Langner, Darge, Blöt, Krause und Loß mit Entschiedenheit für die beiden von dem Referenten begründeten Forderungen ein. Herr Meißner sprach sich auch für die 9stündige Arbeitszeit aus; in Betreff des Lohnes aber schlug er vor, daß man nicht 50, sondern nur 45 Pfennig pro Stunde als Minimum fordern möge. Die Herren Unversehrt, Beschmann, Hinge, Gruse, Sembis, Kliem und Liebig erklärten fich gegen die Forderung des 9stündigen Ar beitstages, weil gegenwärtig in den Provinzen noch eine Ar beitszeit von 11-12 Stunden üblich sei und piaidirten für zehnftündige Arbeitszeit und einen Stundenlohn von 50 f. Das Ergebniß der Verhandlung war, daß mit allen gegen 10 Stimmen die folgende Resolution angenommen wurde: Die Versammelten erklären sich mit den Ausführungen des Refe renten einverstanden und find gewillt, im nächsten Frühjahr für den 9stündigen Arbeitstag mit einem Minimallohn von 50 Pfennig pro Stunde einzutreten; und fte beauftragen die Cohnkommission, den Arbeitgebern diesen Beschluß mitzutheilen." Nachdem der Vorfißende noch darauf hingewiesen, daß nach Annahme der Resolution es für jeden Kollegen Pflicht sei, zu dem Generalfonds beizusteuern und dem Verbande der deut sammlung. schen Zimmerleute beizutreten, erfolgte der Schluß der Ver.

e, wie bis zur Durchführung erstreben werde.( Lebhafter Beifall.) ererheb Dann zur Miethssteuerfrage übergehend, verurtheilte Redner Stufe, die Miethssteuer mit scharfen aber gerechten Worten. Durch den gleichen Prozentsag von 6% wirte die Steuer nach unten Arbeitsl progreffto und belaste auf's Schwerste gerade den kleinen Libera Mann. So lange fich die Miethssteuer noch nicht wurde, radikal beseitigen lasse, fordere er die Befreiung 00 m. der Ileinen Wohnungen Don derselben und Die nverstand Belegung der mittleren Wohnungen mit fleineren, der größeren rlottenbu Wohnungen aber mit höherem Prozentsaze.( Bravo.) Bei der adtväter nächsten Etatberathung würden die Arbeitervertreter ihre dies­ethetasen bezüglichen Forderungen wiederholen. In ausführlicher Ab­n, wähn handlung fam Referent dann auf die Verwaltung öffentlicher ten, al Anlagen, Einrichtungen zc. zu sprechen und trat bei dieser Ge­gewerbli legenheit lebhaft für das Prinzip ein, nach welchem jede Pri­forität vatverwaltung zu verwerfen und im Gesammtinteresse nur die für den Verwaltung durch die Stadt zu akzeptiren sei.( Lebhaftes die Kla Bravo.) Alles für die Gesammtheit, alles durch die Gesammt Der wüt heit", dieser Spruch diene den Arbeitervertretern in allen ihren er einge Handlungen stets zur Richtschnur.( Beifall.) Durch die von der Kommu Partei projeftirten Gewerbeschiedsgerichte, welche der Vor­ntragende nun des Näheren erläuterte, sollen in den einzelnen 8 dem Bewerben sachverständige Entscheidungen bei Konflikten zwi tverordn schen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herbeigeführt werden. Stadtv.( Bravo.) Die von der konservativen Bürgerpartei geplante Die Liber Biersteuer verwarf Herr Singer als indirekte Steuer ganz ent­Munde schieden. Man solle nicht durch Einführung solcher indirekten Steuer der glücklich beseitigten Mahl- und Schlachtsteuer die anft mit Wiederkehr ermöglichen. Die Biersteuer sei leine Lurussteuer, Sen. Dwie es überhaupt falsch sei, stets dem Arbeiter gegenüber von tehren, Lurus zu reden, da nach seiner Meinung diejenigen Völler, und G Kulturstufe, ständen. Jede indirekte Steuer, das müſſe er die höhere Bedürfnisse hätten, auch auf einer bedeutend höheren wiederholen, müsse ein Jeder, welcher prinzipientreu handeln wolle, entschieden verwerfen.( Beifall.) Bon besonderem lokalen Intereffe waren die Aeußerungen, welche verr Singer mit Be­zug auf die Dammmühlen- Vorlage des Magistrats that. Er äußerte fich etwa wie folgt: Ich bin vollständig damit einver standen, daß der Osten mit dem Westen Berlins eine beffere Echert he Verbindung erhalten soll, aber deshalb allein ist diese Magi­Der Arbe stratsvorlage noch nicht für uns annehmbar. Der Fiskus, dem ftimmig bis zum Jahre 1873 verschiedene Grundstücke gehörten, hat die ge felben in Privatbesis übergehen laffen. Wir Arbeitervertreter perfamm meinen nun, daß es durchaus nicht angebracht war, diese girls er Grundstücke zu verkaufen und daß dieselben hätten dem Fiskus standen oder dem Staate belassen werden müssen, wenn man eine Ver Iwahlen theuerung der Grundstüde vermeiden wollte. Außerdem find ndidates mehrere sehr erschwerend in's Gewicht fallende Befizrechte und reten."

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Herr Gustav Rödel, in seine. Eigenschaft als ,, Vertreter der Kommission Berliner Tischler", fordert von uns wieder einmal die Aufnahme eine seiner bekannten Berichtigungen" Nach dieser Berichtigung" ist natürlich Alles, was von den Tischlern Berlins über Herrn Rödel und seine Aufführung ge sagt wird, einfach unwahr. Wir laffen hier zu Nuz und Frommen aller Derjenigen, welche an der Rödel'schen Affaire überhaupt ein Intereffe haben, zunächst die Berichtigung" wortgetreu folgen. Herr Rödel schreibt: Berichtigung. In Nr. 233 des Berliner Volksblatt" ist ein Artikel enthalten, beginnend mit den Worten: Eine öffentliche Versammlung. sammtlicher Tischler", welcher eine Anzahl Unrichtigkeiten ents hält. Es heißt darin: Ein mysteriöses Dunkel umhülle aber das Markensystem, deffen Verwaltung allein in Rödels Hand lag". Dies ist unwahr, weder das Marlensystem, noch die Ver waltung desselben lag allein in meiner Hand, zur Bere waltung des Markensystems" waren und find noch heute ein Hauptlasfirer, ein Markenkassirer und 8 Hilfskassirer von der Kommission der Berliner Tischler angestellt. Es ist ferner une wahr, daß, wie in dem Artikel behauptet, der Hamburger Fa britant bei jeder erfolgten Sendung Marken, je einen Gratis bogen, 400 Marken enthaltend, beigelegt haf; bei einzelnen Sendungen ist nicht einmal die volle Zahl der bestellten Marken eingetroffen, ferner ist die Zahl der in einem Bogen. enthaltenen Matten nicht immer 400. Eine weitere Unwahr heit enthält der nächste Sat: die 3600 Marken, welche als Ersapmaterial dienen sollten, seien vollwerthig verwendet wor den. 3600 Marken find weder als Ersagmaterial eingegangen, noch vollwerthig verwendet worden. Es ist ferner unwahr, wenn es weiter heißt: die Verwaltungskosten beliefen fich auf 30 bis 35 pet. Laut Abrechnung des vorigen Jahres betrugen die Verwaltungslosten ca. 5 pCt., laut diesjähriger Abrechnung ca. 7 pet. Unwahr ist weiter die nächste Behauptung: Rödel ift verurtheilt, weil er die 30 Mart unterschlagen hat." Weder bin ich verurtheilt, noch habe ich 30 Mart unterschlagen, da seitens der königlichen Staatsanwaltschaft meine Freisprechung beantragt wurde und von Seiten des föniglichen Schöffen gerichts ohne jebe Vorberathung die sofortige Freisprechung erfolgte. Weiter ist unwahr, daß Niemand weiß, wie viel Billets für die Matinee in der Philharmie angefertigt worden find." Jedes Kommissionsmitglied und auch die Revisoren haben vor der Ausgabe der Billets diese gesehen, somit, da die Billets fortlaufend vom Buchdrucker numerirt waren, auch gewußt, welche Bahl gedruckt worden ist. Unrichtig ist ferner, wenn behauptet wurde von Herrn Bubeil, er( Bubeil) habe ge beten, von dem Ueberschusse der Matinee auch der Wittwe Goldacker etwas zukommen zu lassen; der Kommission als Veran stalterin der Matinée ist davon nichts bekannt. Gustav Rödel, Neue Königstraße 13, Vertreter der Kommission der Berliner Tischler." Soweit Herr Rödel. Die Berichtigungen" des Herrn Rödel beschränken fich hauptsächlich, wie unsere Leser wohl wissen werden, auf Wortlaubereien. Namentlich. ist die Sache mit seiner Freisprechung wegen der 30 Mart doch wohl nicht so ganz flar, wie es Herr Rödel gern dar stellen möchte. Die Anklage ist von der Staatsanwaltschaft fallen gelassen worden, weil eine direkt geschädigte Person nicht nachzuweisen war. Es ist aber sehr leicht möglich, daß eine

hr. Die öffentliche Versammlung der Tapezirer, welche am Sonnabend, Niederwallstr. 11, unter Vorsiz des Herrn Wildberger stattfand, hat der Lohnbewegung, die vor etwa vier Wochen zu dem 3wed eingeleitet wurde, einen Minimallohn tarif, einen Minimallohn von 22,50 Mart wöchentlich und einen 9 ftündigen Arbeitstag durchzuseßen, einen vorläufigen Abschluß gegeben. Herr Sander äußerte sich dahin, daß zwar nicht viel erreicht sei, daß er aber mit dem, was erreicht ist, zufrieden sei. Nachdem er die Werkstätten verlesen, in welchen die Forderungen bis jest bewilligt find, wur Verhältnisse mehrerer Werkstätten gemacht, behufs Feststellung, den aus der Mitte der Versammlung Mittheilungen über die ob den Forderungen Genüge geleistet und ob da, wo die Arbeit eingestellt worden, dies mit Recht geschehen sei. Herr Sander konnte den Vorwurf, der ihm und der Lohntom­mission von mehreren Rednern gemacht wurde, daß sie nicht mit der nöthigen Konsequenz für die Forderungen eingetreten seien und daß fie die in den öffentlichen Versammlungen gefaßten Beschlüsse garnicht oder nicht genügend ausgeführt haben, nicht widerlegen; er führte zu seiner Entschuldigung an, daß in der Bragis eine tonfequente Durchsegung der gestellten Forderungen fich ihm bald als unmöglich erwiesen und daß es ihm an Beit gefehlt habe. Als Herr Seydel ihm nun den Vorwurf machte, daß er die Lohnbewegung in den Roth gezogen habe, wurde er ihm das Wort zu entziehen. Der Vorsitzende erklärte, daß auch so leidenschaftlich erregt, daß der Vorfigende fich veranlaßt fand, er der Ansicht sei, daß Herr Sander, nachdem er zu der Ueber­zeugung von der Undurchführbarkeit der Forderungen gekommen, sein Amt hätte niederlegen müssen; wer die Beschlüsse der Generalversammlung ignorire, stehe nicht auf demokratischem Boden und sei in der Lohnbewegung nicht zu gebrauchen.

Baubeschränkungen vom Fistus auf die jetzigen Brivatbefizer oder Aktiengesellschaften übertragen worden und betragen die Koften weit über zwei Millionen Mart. Fallen die ange deuteten Beschränkungen, so wird sich ja über das ganze Projekt reden laffen, im gegenwärtigen Stadium ist es für uns unannehnibar." Unter stets steigendem Beifall fam Herr Singer dann unter Anderem auch noch auf die weitere Bor lage des Magiftrats, betreffend die Ausdehnung der Kanali fation auf Charlottenburg , zu sprechen und präzifirte den Standpunkt der Arbeitervertreter dahin, daß so lange von einem Anschluß der Nachbargemeinde keine Rede sein könne, als bis sämmtliche Straßen Berlins mit der Kanalisation vers sehen seien. Leider habe die Majorität der Stadtverordneten uns beim gegentheiligen Sinne beschlossen. Redner streifte dann noch die Maurerstreitangelegenheit und zeichnete mit Bezug hierauf ein treffendes Bild der in dieser Sache deutlich an den Tag getretenen Arbeitgeberfreundlichkeit des Magistrats. Der Schluß Ser anderthalbstündigen Rede war folgender: Wo es fich da­rum handelt, die Interessen der Arbeiter zu vertreten, stehen wir Arbeitervertreter beiden gegnerischen Parteien, der konser vativen wie der liberalen Partei, schroff gegenüber, da keine dieser Parteien gewillt ist, dem Arbeiter ernstlich zu helfen. Darum möchte ich Sie, meine Herren, dringend ersuchen, recht rege in die Wahlagitation einzutreten, damit der heute von Ihnen zu nominirende Kandidat auch gewählt wird. Be­Denken Sie, daß auf den Schultern der Arbeiter das Gesammtwohl des Volkes ruht. Dieses so erhebende Be wußtsein muß Sie im bevorstehenden Wahlkampfe stählen, in diesem Bewußtsein und der daraus für jeden denkenden Ar­beiter refultirenden moralischen Verpflichtung, das Seinige zur Vergrößerung der Partei der Arbeiter beitragen zu müssen, werden und müssen Sie einen glänzenden Sieg erringen. ( Stürmischer Beifall.) Der Vorsitzende der Versammlung, Herr Robert Schulze, fonstatirt nun, daß der bisherige Ver­treter des Bezirkes, Herr Wallich, nicht erschienen ist. In der Diskussion sprach zuuächst Herr Maler Nikolai und streifte die Punkte, welche der Referent bereits ausführlich erörtert hatte. Dann sprach Herr Stiller über die an der Peripherie Berlins zun. Theil noch sehr mangelhafte Beleuchtung und trat warm für das Gewerbeschiedsgerichtsprojekt ein. Herr Maurer Weise tam auf das Submissionsunwesen", wie er fich treffend aus drückte, zu sprechen und bob dabei mit ganz besonderem Nach­bruce hervor, wie niedrig die Löhne an der nahen neuen Danfestirche gewesen wären.( hört, hört!)- Herr Stadt verordneter Singer Inüpfte in seinem Schlußworte an die legte Aeußerung des legten Redners an und führte aus, daß alle städtischen Arbeiten nur dann in Submission vergeben werden sollten, wenn den Arbeitern vorher ein auskömmlicher Lohn gesichert werde. Meine Herren, so beendete Herr Singer sein zu Herzen gehendes Referat, gehen Sie Schulter an gte je Schulter, Mann für Mann vereint in den Kampf; agitiren began Sie in jeder Werkstatt, an jeder Hobelbank, damit Sie nach n zu la pollbrachter segensreicher Arbeit mit gerechtem Stolz und Freude m Flug lagen fönnen: Der Norden Berlins ist rehabilirt, die vor zwei beraren erhaltene Niederlage hat der Bezirk in diesem Jahre

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wieder gut gemacht. Die Arbeiterschaft von ganz Berlin er wartet dieses Mal besonders Ihren Sieg! Darum thun Sie mit allem Mutbe, aller Energie Ihre Schuldigkeit, damit es am Abend des Wahltages in aller Munde heißt: Im Norden egann ist wieder Licht geworden, im Norden ist der wirklichen Frei­heit ein unvergängliches Denkmal gefest worden.( Lang 8 verg anhaltender Beifall.)- Es findet nunmehr die Aufstellung des Kandidaten statt und wurde einem Vorschlage aus der Mitte der Versammlung gemäß Herr Schuhmacher­meister Wonack einstimmig gewählt und demgemäß als Kandidat Der Arbeiterpartei des Bezirts proflamirt. Herr Woyad, der übrigens allseitig den besten Eindruck machte, erklärte fich dankend bereit, die Kandidatur annehmen zu wollen. In furzer örmige aber recht guter Rede betonte er besonders, stets treu und fest nach den Grundsäßen der Arbeiterpartei handeln zu wollen. Er fönne nur überzeugungsvoll und voll und ganz das unter­

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hr. Die Zimmerleute Berlins und der Umgegend waren am Sonntag, wohl über 1200 Mann stark, im Buggen hagen'schen Saale versammelt, um r Betreff der im lommen den Frühjahre zu stellenden Lohnforderung Beschluß zu faffen. Herr Seis wurde zum Vorsigerder gewählt. Herr Lebmann begründete die Forderung eines Minimallohnes von 50 Pf. pro Stunde und eines Marimalarbeitstages von 9 Stunden.

solche noch aufgefunden werden kann, und dann dürfte die Sache wohl nicht so glatt ablaufen. Aus der Don uns veröffentlichten Gerichtsverhandlung gerade über diesen Gegenstand der Rödel'schen Berichtigung" ging übrigens deutlich hervor, daß die Anklage behörde durchaus nicht mit der Art und Weise der Verwendung anvertrauter Gelder einverstanden war, wie fie von Herrn Rödel beliebt wurde. Es gewinnt immer mehr den Anschein, als ob Herr Rödel den nicht mehr ungewöhnlichen Weg der Berichtigungen wählt, um überhaupt noch von sich reden zu machen. Das ist der Anfang vom Ende.

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Zu dem Bericht über die Arbeiterinnen- Versamm lung in Nr. 235 unseres Blattes wird uns mitgetheilt, daß fich daselbst einige Ungenauigkeiten eingeschlichen haben. Ge muß daselbst Beile 26 heißen: Maler Nicolai: Es sei er== freulich, daß die Versammlung zahlreich besucht sei und noch erfreulicher wäre es, wenn die nächste Versammlung noch bes deutend zahlreicher besucht würde."- Beile 32 folgendermaßen: Der arbeitende Mann heirathe deshalb nicht, um aus der Frau eine Fabritarbeiterin zu machen."- Beile 46: Schriffteller Baate: Das Arbeiterschußgefeß beffere nichts, sondern die jeßigen Zustände würden dadurch nur verlängert. Er war gegen die Beschränkung der Frauenarbeit und sagte, die Frauen tönnten in der Industrie nicht entbehrt werden, die Frau müffe arbeiten um vor dem Manne ökonomisch frei dazustehen. Dadurch ent spann sich eine lebhafte Debatte zwischen dem Schriftsteller Baate einerseits und dem Schriftseger Kunkel und Maler Nikolai andererseits. Kunkel und Nicolai traten für Be schränkung der Frauenarbeit und für das Arbeiterschutzgesetz sehr lebhaft ein.

hfs. Zur Drechslerlohnbewegung fand am Sonntag in den Gratweil'schen Bierhallen eine zahlreich besuchte Drechs Ierversammlung statt, in welcher Herr Sündermann über die feitherigen Erfolge in der Drechslerbewegung sprach. Der Red­ner wies unter Anderem auf die in jüngster Zeit ausgebroche­nen Arbeitseinstellungen bei Schwarze, Walter und Hose hin, von denen die in der legtgenanten Werkstätte mit Aussicht auf vollständigen Erfolg noch fortdauert, während die in den bei den erstgenannten mit einem Lohnaufschlag von 15 pбt. beige­legt werden konnten. In Folge des Versammlungsbeschlusses vom 7. b. M. sei am 8. d. M. in den meisten hiesigen Werk stätten mit der Minimallohnforderung von 18 Mit. bei 10 ftün­diger Marimalarbeitszeit, sowie mit der Forderung der Ein­führung der einem Minimalwochenverdienst vom 18 Mt. für den sogenannten schwachen Arbeiter" entsprechenden Minimal Stüdlohntarife für Bau- und Tischlerarbeit vorgegangen wor den und auch bereits am Sonnabend in vielen Werkstätten die Bewilligungen der Forderungen erfolgt, in anderen Werkstätten jedoch die Entscheidung bis zum Montag, den 12. d. M., ver tagt. Schließlich empfahl Referent, in allen Werkstätten am Mon­tag mit allem Nachdrucke die Forderungen geltend zu machen und im Falle der Nichtbewilligung die Arbeit niederzulegen. Da sich für die Galanteriewaarenbranche, wegen der großen Anzahl der vorkommenden verschiedenen Stüdarbeiten ein geeigneter Normal Minimaltarif in so furzer Zeit nicht habe aufstellen laffen, mögen die betreffenden Werkstätten entweder nur mit der Minimallohnforderung von 18 M. oder mit dementsprechend von ihnen selbst zu entwerfenden Stücklohn- Minimaltarifen werkstättenweise vorgehen. bieran schloß sich eine lebhafte Disfuffion. Herr Grunow empfahl, den Streit bis zum nächsten Frühjahr zu vertagen, damit sich die Meister bei der sogenannten Musterzeit hinsichtlich ihrer Waarenpreise darauf einrichten fönnten, fand aber damit nirgends Anklang. Herr Rinneberg machte darauf aufmerkſam, daß man in manchen Werkstätten, woselbst einzelne Stüdarbeiten schon jetzt beffer bezahlt würden, als es nach den aufgestellten Minimal tarifen zu geschehen, anstatt mit den Minimaltarifen mit einer prozentualen Lohnaufschlags. Forderung

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geben müsse. So werden z. B. in der Pfaff'schen Möbelfabrik 25 pCt. Lokalzuschlag verlangt. Ein Drechslermeister aus Rig dorf theilte mit, daß fich dort Meister und Gesellen über den Tarif geeinigt und die Tischlermeister, an die man herangetreten fei, mit wenigen Ausnahmen den Tarif bewilligt hätten. Im Anschluß hieran forderte der Redner die hiesigen Drechsler­meister auf, von den betreffenden Rirdorfer Tischlermeistern, die nicht nach dem Tarif bezahlen, keine Arbeiten zu übernehmen. Herr Schrader beantragte, daß alle Werkstätten ihre Tarife so schnell als möglich an die Lohntommiffion einsenden und einen Werkstätten Delegirten wählen. Beide Anträge wurden ein. ftimmig angenommen. Schließlich nahm die Versammlung einstimmig einstimmig zwet fast zwei fast gleichlautende Resolutionen an, von denen erstere lautet: Die heutige Versammlung der Drechsler erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verpflichtet sich, voll und ganz für die Re­solution vom 3. Oktober einzutreten und am Montag, den 12. b. Mts. in allen Werkstätten die Arbeit einzustellen, wo­selbst die Forderung von 18 Mt. Minimallohn bei einer Marimalarbeitszeit von 10 Stunden für den sogenannten schwachen Arbeiter nicht bewilligt wird. Die nicht die Arbeit einstellenden Kollegen verpflichten fich, die Streitenden mit allen Kräften zu unterstügen." Mitgetheilt wurde u. A., daß die Lohntommission vom Montag, den 12. b. Mts., an bis auf Weiteres in Permanenz tritt und Mitglieder derselben täglich von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr in der Aleranderstraße 25 ( bei Leut) anwesend find, um alle auf die Bewegung bezüg lichen Mittheilungen entgegen zu nehmen, sowie daß die erste Kontrolversammlung der Streifenden am Dienstag, den 13. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, bei Gratweil( Kommandanten straße) stattfindet.

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An die Drechsler und Berufsgenossen Berlins . Das Bureau der Lohnkommission befindet sich Alexanderstraße 25­bei Mönch; sämmtliche Meldungen werden dorthin erbeten, auch von den Werkstätten, wo die Forderung bewilligt worden ist. Die Versammlung findet am Dienstag, den 13. Dktober, Vormittags 9 Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstraße 77-79, statt. Tagesordnung: Bekanntmachung des Resultats und Kontrole der Streikenden.

Große Kommunalwähler- Versammlung Mittwoch, den 14. Oftober, Abends 81, Uhr, in Vettin's Salon, Brunnen ftraße 34. Tagesordnung Die bevorstehenden Kommunal wahlent. Referent: Stadto. Tugauer. Diskussion. Aufstellung des Kandidaten für den 34. Kommunal- Wahlbezirk.

Berichtigung. Der in unserer lesten Sonntagsnummer enthaltene Bericht über die am 9. d. M. stattgehabte Versamm lung des Vereins Berliner Droschlenkutscher" enthält durch Auslaffung einer Beile, einen finnentstellenden Fehler. Es muß Beile 19 heißen: Er( der Syndikus des Vereins) empfahl, beim Polizei- Präsidium betr. Umänderung des§ 21 des Fahr reglements vorstellig zu werden und zwar dahingehend, die Entziehung des Fahrscheins eintreten zu laffen nach erfolgter einmaliger Bestrafung mit Gefängniß, doch erst nach mehrmaliger Verurtheilung zu Geldstrafen."

Briefkasten der Redaktion.

R. R., Chauffeeftr. Bu Ihrer Beruhigung sei Ihnen mitgetheilt, daß die Sachen bereits am Sonnabend zum Drud gegeben waren und nur zufällig zurückgeblieben sind. Im Uebrigen muß der Redaktion die Entscheidung überlassen blei ben, ob eine Sache dringend ist oder ob dieselbe einen Tag: zurückgestellt werden kann.

Ab. Gr. Frankfurterftr. 1) Jedes durch 4 ohne Rest theilbare Jahr ist ein Schaltjahr von 366 Tagen, diejenigen Säkularjahre ausgenommen, welche nicht durch 400 ohne Rest getheilt werden fönnen. So find die Jahre 1700, 1800, 1900, 2100, 2200 2c. gemeine Jahre von 365 Tagen, dagegen die Jahre 1600, 2000, 2400, 2800, 3200 2c. Schaltjahre von 366 Tagen. 2. Jm 19. Jahr hundert hatte der Februar nur in den Jahren 1824, 1852 und 1880 fünf Sonntage.

. T. In nächster Nummer. W. L. Lausitzerstr. Wenn auch nicht gerade strafbar, so doch höchst unmoralisch.

H. W., Oppelnerstr. 21. Sie fragen, wie viel Häuser in Berlin stehen, die über hundert Jahre alt find. Wir wissen das nicht, und fönnen, nur um Ihre Neugierde zu befriedigen, in dieser Richtung auch keine Recherchen anstellen. Die Re daktion einer Beitung ist nicht allwissend, im Uebrigen beant worten wir auch nur Fragen, die von allgemeinem Intereffe. find.