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Ur. 278.
Freitag, den 27. November 1885.
II. Jahrg.
Berliner Volksblatt.
Organ für die Interessen
Das Berliner Volksblatt
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heint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Pf. Boßabonnement 4 M. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 f. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.)
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der
der Arbeiter.
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genossenschaften beziehen sich doch nur auf die innere Organisation und Verwaltung der durch sie getragenen Inftitute. Die wichtigste Frage, die Aufbringung der Mittel für eine genügende Alters- und Invalidenver sorgung, wird durch die Berufsgenossenschaften gar nicht bes rührt. Und doch ist es von der größten Wichtigkeit, diese Frage bei Beiten eingehend zu diskutiren. Offenbar ist sich die Regierung bis jetzt noch nicht klar geworden, woher die Mittel kommen sollen; daher wird die ganze Angelegenheit einstweilen vertagt und man begnügt sich das mit, die Wirkungen der Unfallversicherung zu beob achten.
Das aber steht fest: wenn die Alters- und Invalidens versorgung auf denselben Grundlagen wie die Unfallvers
die Arbeiter bei öffentlichen Einrichtungen, die ihre eigensten Interessen berühren, nicht ihre volle Selbstständigkeit gewahrt erhalten.
Das einzusehen sollte nicht so schwer sein. Allein unsere Industriellen und großen Unternehmer fassen ihre Stellung falsch auf. Sie glauben, daß derjenige, der ihnen Lohn arbeit leistet, auch in allen sonstigen Verhältnissen von ihnen abhängig sein müsse; fie glauben auch, seine politische Anschauung, seine Lebensweise, seine ganze Art der Auffaffung nach ihrem Belieben beeinflussen zu können und sie find deshalb auch der Meinung, daß sie die innere Ordnung ber verschiedenen Versicherungsformen besser zu verwalten im Stande seien als die Arbeiter selbst. Leider haben die Industriellen und großen Unternehmer es verstanden, diese
beträgt für Berlin pro Monat 1 Mart 35 Pf., pro Woche ficherung eingerichtet werden soll, so ist ihr von vornherein ihre Anschauungen und Vorurtheile auch Anderen beizu
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Nochmals die Sozialreform.
bas Schicksal gesichert, bei den Arbeitern un populär zu sein. Man weiß, daß die Berufsgenossenschaften in ihrer gegenwärtigen Form eine sehr einseitige Organisation sind. Sie weisen dem Arbeitgeber eine Reihe von Befugnissen zu, die der Arbeiter nicht hat. Eine jede selbstständige Stellung bes Arbeiters ist auf der Grundlage der Berufsgenossenschaften ausgeschloffen. Was den Arbeitern an Vertretung" und an Befugnissen bei der Unfallversicherung verblieben ist, erscheint so unbedeutend, daß es gar nicht in Betracht kommen kann.
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Herr von Bötticher ließ zwar durchblicken, daß Wir haben unlängß im Verein mit anderen Blättern Anschauung Ausdruck gegeben, daß die„ Sozial- von anderer Seite eine andere Inangriffnahme die schwierireform der Regierung in ein Stadium des Still. gen Materie der Alters- und Invalidenversorgung in Ausandes eingetreten sei. Direkt gegen diese Anschauung, ficht genommen sei. Er sagte indessen weder welcher Art eine sehr verbreitete ist, richteten sich die Erklärungen die andere Anschauung ist, noch von wem sie ausgeht. Desbes Herrn Staatssekretärs von Bötticher in ber halb ist darauf auch fein Gewicht zu legen. Reichstagsfizung vom 21. November, welche befagten, die Re Wir müssen heute nochmals betonen, daß es eine ver gierung wolle erst abwarten, ob die auf Grund des Unfall- altete Anschauung ist, wenn man annimmt, die Arbeiter versicherungs. Gefeßes neugeschaffene Organisation sich bes tönnten ihre eigenen Interessen nicht selbst wahrnehmen und währen werde. Erst dann würde man daran gehen können, tönnten die zu ihren Gunsten zu schaffenden Organisationen uf derselben Grundlage, d. h. auf der berufsgenossenschaft nicht selbst verwalten. Sie fönnen das so gut wie alle lichen Organisation, auch eine Alters- und In anderen Klassen der Gesellschaft, dafür giebt es Belege dalibenversorgung zu errichten. genug; allein trotzdem hat man ihnen bei der Kranken- und Unfallversicherung feine Selbstverwaltung gewährt. Man sollte fich über unsere öffentlichen Zustände doch nicht täuschen. Seit etwa hundert, vielleicht seit
daß ein Stillstand eingetreten ist.
Mit dieser Erklärung ist also doch zugegeben, Man will abs bagegen aller
warten.
läßt
bringen, so daß Kranken- und Unfallversicherung ihren Wünschen entsprechend eingerichtet worden sind.
Wenn, was nicht zu bezweifeln ist, zur Alters- und In validenversorgung Retch 3- oder Staatszuschüsse zu leisten find, so werden die entsprechenden Summen nach ben heute gebräuchlichen Steuerformen erhoben und dann fällt immer wieder der Hauptantheil davon auf die Arbeiter. Da wäre es denn doch nicht mehr als billig, wenn man ihnen auch freie Verwaltung gewährte für die zu ihren Gunsten ins Leben gerufenen Institutionen, deren Kosten sie faft sämmtlich selbst tragen. Wo diese freie Verwaltung fehlt, da erscheinen jene Inftitutionen nicht gerade so, als ob sie zu Gunsten der Arbeiter geschaffen wären.
Nach alledem hat man sonach keinen Grund, an die fünftige Alters- und Invalidenversorgung irgend welche hochgespannten Erwartungen zu knüpfen.
Politische Uebersicht.
Der Verein der Spiritusfabrikanten läßt durch seinen Vorstand folgenden Aufruf veröffentlichen:
Die Noth, in welcher sich unser landwirthschaftliches Ges werbe durch den Niedergang der Spirituspreise befindet, ist der Hauptsache nach verursacht durch die in der Gesetzgebung der fonlurrirenden Staaten liegenden hohen Exportprämien. Gegen diese Prämien tann in Deutschland der Kampf nur im Wege der Gesetzgebung mit Erfolg aufgenommen werden. Es ist Konkurrenzfähigkeit des deutschen Spiritus auf dem Weltmarkt
bings nichts oder nicht viel einwenden. Man wird unserer noch mehr Jahren ist eine große foziale Umge- deshalb eine sofort eintretende Steuerreform, welche die Meinung nach bald genug zu dem Resultat kommen, daß staltung im Gange, die man am besten als die Demos Berufsgenossenschaften sich nicht bewähren. Und ohne hat es, wenn die Alters- und Invalidenversorgung auf elben Grundlage aufgebaut werden soll, wie die Unfallficherung, gar keine besondere Eile damit.
ratifirung ber Gesellschaft bezeichnet. Früher regelte sich das öffentliche Leben nach Vorrechten und Vor urtheilen, die eingebürgert und verhärtet waren; heute haben wir einen allgemeinen Kampf der Klasseninteressen und Nies Das hätte allerdings die Regierung nicht hindern können, mand, der gleiches Recht für Alle gelten laffen will, fann Anschauungen und ihre Pläne in Bezug auf die den Arbeitern das Recht streitig machen, ihr Klasseninteresse Alters- und Invalidenversorgung darzulegen. Die Berufs- zu wahren. Deshalb wird es immer ein Fehler sein, wenn
thre
391
nerboten.]
Feuilleton.
Die Hand der Nemesis.
Roman
Don
Ewald Auguft König.
( Fortsetzung.)
Run, man kann ja darüber verschiedener Ansicht sein!
Bas willst Du nun thun?"
bann dem Oberst seinen Antheil zur Verfügung stellen."
" Mich nach einer anderen Wohnung umsehen und so
Fürchtest Du nicht, dadurch Dich neuen Demüthigungen auszusetzen" fragte Rabe ironisch.
Bewahre! Ich persönlich werde mi ihm nicht mehr
Ja, ich habe ihn gebeten, die Sache ruhen zu laffen."
Und was bewog Dich zu dieser Bitte?" fragte Rabe mit einem lauernden Blick auf die schöne Frau. Einen besonderen Grund hatte ich dazu nicht."
"
"
So hättest Du sie auch nicht aussprechen dürfen, Adelaide , die Akten mußten ohnebies geschlossen werden, der Assessor fand ja keine Spur, bie er verfolgen fonnte." Er war über diesen Punkt anderer Ansicht," erwiderte die Generalin ernst. Sprach er auch keinen bestimmten Verdacht aus, so fonnte ich doch aus seinen Aeußerungen entnehmen, daß ein solcher Verdacht in seiner Seele rubte. Und deshalb bat ich ihn, die Sache ruhen zu lassen, man fann ja nie voraus wissen, wie eine Untersuchung endet, wenn überzeugende Beweise fehlen."
wieder herstellt, ohne eine vermehrte Produktion hervorzurufen, nothwendig. Wenn diese Reform nicht eine gleichzeitige Er
höhung der Staatseinnahmen bezweat, so sehen wir einer wei
feren Reform, azu dem Zwecke, die Staatseinnahmen aus dem Branntwein wesentlich zu erhöhen, doch mit Vertrauen und Rube entgegen, sofern durch dieselbe:
1. Die Exportfähigkeit des deutschen Spiritus gefördert wird,
worden ist, wirst Du zugeben; es ist ja vorauszusehen, daß die Verzichtleistung des Obersten die Kluft eher erweitert, als überbrückt. Deshalb wäre es Thorheit, die Bemühuns gen des Assessors noch länger protegiren zu wollen, man schafft dadurch nur Unfrieden. Herr von Barnekow hat vor einiger Beit mich gebeten, ihn meiner Familie vorzus stellen; er stammt aus einer sehr angesehenen Familie, und gegen eine Verbindung mit ihm wäre meines Erachtens tein Einwurf zu erheben."
" Herr von Barnekow?" wiederholte die Generalin sins nend, ich erinnere mich nicht, diesen Namen jemals vernommen zu haben."
Kann sein, Adelaide ," Adelaide ," erwiderte Rabe achsels zuckend, ich kenne den Herrn schon seit längerer Zeit, Ara
bella
"
in Berührung kommen; das Gericht mag fortan die Ver Dienstpersonal ist durch fie Stoff zu Vermuthungen geboten wors Frau von Stuckmann ihn, mag fie ihre Wahl nach ihrem mittlung übernehmen, ihm gegenüber wird er alsdann auch den, es wird nicht unterlassen, diese willkommene Gelegenheit Ermessen treffen, ich darf ja die Ueberzeugung hegen,
feine endgiltige Erklärung abgeben müssen."
,, Und wenn diese Erklärung wieberum eine Verzicht
leitung ift?"
3h glaube das nicht."
Rennst Du den eigensinnigen Trotz Deines liebens würbigen Schwagers noch immer nicht?" spottete Rabe. Er wird auch jest konsequent bleiben."
wahrzunehmen."
,, Und was fann uns das fümmern? Wir können Niemanden Schweigen gebieten, und aus der Luft gegriffene Vermuthungen-"
Du kennst die Tragweite solcher Vermuthungen nicht, Adelaide ! Die Behauptung des alten Schwachtopfes, daß Joseph ihm die Papiere gestohlen habe, hat böses Blut man hätte dieser Auflage fräftiger aber in die Entlassung des entgegentreten müssen, aber in die Entlassung des Gärtners wolltest Du ja nicht einwilligen. Jezt tommt die Reue zu spät und die Folgen müssen wir leider tragen."
Erbe verfügen," sagte die Generalin mit entschlossener Nuhe, " Thut er's, so mag das Gericht über dieses genug gemacht, ich habe dann meine Pflicht gethan, und fein Vorwurf
fann mich treffen." Willibald Rabe schüttelte mißbilligend den Kopf. felbft fich auferlegen zu müssen glaubt, auch zu weit gehen," Man fann in der Erfüllung einer Pflicht, die man erwiderte er mit scharfer Betonung. Haft Du es nicht
"
Die Generalin blickte ihren Bruder mit würdevollem Ernst an.
Ich für meine Person habe diese Folgen nicht zu
auch als Deine Pflicht betrachtet, ben Selbstmord Georgs gericht fürchten," erwiderte fie, beshalb fann ich über Deine Be lich unterfuchen zu laffen? Die Folgen dieser Untersuchung sorgniß ruhig hinweg gehen."
werben uns höchst unangenehm fein"
Bella wird dasselbe sagen, und doch hat sie uns die
Generalin ihn, die Untersuchung wird nicht weiter
Die Aften find bereits geschlossen," unterbrach die Suppe eingebrodt Apropos, ich erinnere mich da an
geführt."
" Hat der Affeffor Dir das gesagt?"
daß sie nur nach ernstlicher, reiflicher Ueberlegung fie treffen wird."
,, So mag eine Bürgersfrau denken, aber eine Ges neralin von Studmann muß die Anschauungen ihres Standes vertreten. Und in Deinen Kreisen ist es Sitte, daß nicht die Kinder, sondern die Eltern die Wahl treffen."
Muß ich, wenn eine Thorheit zur Sitte geworden ist, dieser Thorheit mich fügen?"
" Ich kann das nicht Thorheit nennen. Blicke auf Deine eigene Vergangenheit zurück. Du warst jung, schön und lebenslustig, aus eigener Neigung würdest Du dem alten General Deine Hand nicht gegeben haben, und wenn unser Vater damals Dir die Wahl freige stellt hätte, so wäre ein Anderer Dein Gatte ge worden. Der Vater befahl und Du. gehorchtest, und Du bankst ihm noch heute dafür, daß er diese glänzende 3ukunft Dir verschafft hat."
Die Generalin blickte schweigend vor sich hin, ein here ber, schmerzlicher Bug umzuckte ihre Mundwinkel, der Bes hauptnrg ihres Bruders schien fie doch nicht so ganz bei
etwas, worüber ich mit Dir reben wollte. Daß die Er füllung Deines Wunsches in Bezug auf die Zukunft Deiner Tochter durch die Auffindung des Testaments unmöglich gespflichten zu können.