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Dern.

zu der Schlußfolgerung, das Wahlergebnis werde Salisbury nicht die Pflicht des Rüdtritts auferlegen; er werde sich viel mehr entschließen müffen, entweder mit den gemäßigten Libe talen oder den Barnelliten zu looperiren; sollte ihm durch eine etwaige Roalition der Liberalen und Barnelliten eine Nieder lage zugefügt werden, so dürfte er nicht refigniren, sondern zur Auflösung schreiten.

Schweden und Norwegen . Chriftiania, 28. November. Die Wahlen zum Storthing find beendet. Die Linke hat 82, die Rechte nur 32 Size ge wonnen. Die Rechte ist also um einen Mann stärker als früber.

Parlamentarisches.

- Es darf als zweifellos gelten, daß der Reichstag dem Antrage auf Einführung der Berufung im Strafprozeß zu stimmen wird, und zwar ist dem Antrage eine ziemlich große Mehrheit gesichert. Indessen wird dieser Beschluß nicht zu greifbaren Ergebnissen führen, denn im Bundesrathe hat der felbe laum Aussicht auf Annahme, obschon eine An­zahl Regierungen, namentlich aus Süddeutschland , sehr ge­neigt find, darauf einzugehen. Preußen ist bekanntlich da

gegen. Ein Antrag auf Einführung der Diäten wird von der sozialdemokratischen Frattion borbereitet und soll noch in dieser Woche eingebracht werden.

Kommunales.

W. Neues Hospital. Zur Vorberathung des Antrages des Magistrats wegen Erbauung eines Hospitals für 500 ge­funde und 250 fleche Männer auf dem zwischen der Prenzlauer Allee und der Straße 25 a belegenen städtischen Grundstüd bat die Stadtverordneten Versammlung durch Beschluß vom 8. Juni cr. einen Ausschuß niedergesezt. Derselbe hat nun am Dienstag unter Vorsitz des Stadtverordneten Dr. Langer­bans einstimmig beschlossen, der Versammlung die Annahme des Magistratsantrages zu empfehlen. Bum Berichterstatter ist der Stadtverordnete Haß ernannt worden.

W. Der Haupthinderungsgrund gegen den Bau der pielbesprochenen Pferdebahn Gesundbrunnen - Moabit , welcher in dem auszuführenden Umbau der Fennstraßen- Brücke lag, ift jezt gehoben, da dem Magiftrat nunmehr vom fgl. Polizei­Präsidium die polizeiliche Genehmigung zum Umbau der Fenn­fraßenbrüde, sowie zum Neubau einer Fußgänger. Brüde über den Louisenstädtischen Ranal im Buge der Melchiorstraße er­theilt worden ist, nachdem bereits vorher die strompolizeiliche tefp. stromfistalische Genehmigung seitens der kgl. Ministerial­Bautommiffion ausgesprochen worden war.

Vereine und Versammlungen.

An die Stellmacher Deutschlands . Kollegen! Die Be wegung, welche seit geraumer Zeit auf allen Gebieten des ge werblichen Lebens sich bemerkbar macht, hat sich auch in unserer Branche Geltung verschafft, indem der Beschluß des am 24. und

arbeiten sollten, der mit den hiesigen Verhältnissen nicht im arbeiten sollten, der mit den hiesigen Verhältnissen nicht im Einklange steht. Es handelte sich um eine Arbeit, für welche genannter Herr nur 3 Mart zahlen wollte, während die Ar­beiter mit Recht 4 M. 50 Pf. refp. 5 M. verlangen, denn bei dem gebotenen Preise würde ein geschickter Arbeiter nur 2 M. pro Tag verdienen. Nach längerer Debatte wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen, daß die Streikenden unter den von Herrn Vanelli gestellten Bedingungen die Arbeit nicht aufnehmen und der Zuzug von der Fabrik streng fern zu halten sei. Außerdem wurde beschloffen, jedem Streifenden eine wöchentliche Unterstügung von 15 Mart zu zahlen. Einem Kollegen, welcher schon längere Zeit arbeitslos ist, wurde eine einmalige Unterstützung von 20 Mart bewilligt. Da die Streis fenden Fachvereinsmitglieder find, wird der Fachverein die Lohnregelung in die Hand nehmen. Um die Vereinskasse nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen, wird jeder hier arbeitende Kollege pro Woche 50 Pf. ertra zahlen.

vernünftige Glaube an Auferstehung, der in der Einsicht bes stehe, daß der Stoff unvergänglich sei und immer wieder neue Lebensformen annehme, schon bei den Indianern, aber noch nicht bei den Chriften zu finden sei, erklärte der überwachende Polizeibeamte auf Grund des§ 9 des Sozialistengesezes die Versammlung für aufgelöst.

-

der

Ferchesar ( Provinz Brandenburg ), den 30. November. Seit fünf Jahren batten wir gestern hier die erste öffentliche Versammlung, in welcher Herr Ferdinand Ewald aus Branden­ burg einen Vortrag über ,, Unsere wirthschaftliche und politische Lage" hielt. Was der Versammlung einen besonderen Reiz verlieh, war, daß sich zu derselben außer dem überwachenden Ortsvorsteher und Gendarmen auch noch der Amtsvorsteher, Prediger, Küster, sämmtliche Bauern sowie Biegeleibefizer, deren es hier sehr viele giebt, eingefunden hatten. Man sah auf den ersten Blick, daß hier etwas Großes geplant wurde, und so war es auch, es galt die Vernichtung der Arbeiterpartei am biefigen Orte; man wollte der Agitation Ewald's im hiesigen Kreise ein Biel segen, man hielt es für unerhört, daß die Brandenburger ihre Agitation auf die Dörfer des Kreises er­strecken, seitdem man Ewald in Brandenburg nicht mehr fprechen läßt. Die Gegner merken endlich, daß es bei der nächsten Reichstagswahl doch schief gehen könnte und daß da durch, weil sie Ewald in Brandenburg nicht sprechen lassen, nur für uns agitirt wird. Ewald besprach in Versammlung die wirthschaftliche Lage im Allgemeinen und ging dann auf unsere örtlichen Verhältniffe ein, erläuterte, daß hier wie er aus ihm übergebenen Lohnlisten ersehen habe die Arbeiter nicht mehr als 9-10 M. wöchent lich verdienen, worauf ihm aus der Versammlung zugerufen wurde: sehr oft auch nur 5-6 M. Ferner besprach Redner bie auf unsere ländlichen Verhältnisse passenden Punkte des Arbeiterschuß Gesezentwurfs. Er ging dann zur Besprechung der politischen Lage über und führte aus, daß unsere Gegner nur vor den Wahlen arbeiterfreundlich seien. Er kritisirte das Verhalten derselben im Reichstage allen arbeiterfreundlichen Anträgen gegenüber, wobei er den Konservativen und Deutsch­freifinnigen scharf zu Leibe ging, und schloß seinen Vortrag mit der Aufforderung, bei der nächsten Reichstagswahl nur dem von der Arbeiterpartei aufgestellten Kandidaten die Stimme zu geben. Reicher Beifall belohnte seine Ausführungen. Als erster Redner meldete sich der Herr Prediger Dieß gegen Ewald. Er führte aus, daß es auch vorgekommen sei, daß ein Arbeiter 24 m. verdient habe; ferner erflärte er sich mit der Forderung der Sonntagsruhe einverstanden, wenn auch aus anderen, als vom Referenten angeführten Gründen. Auch mit der Einführung des Marimalarbeitstages sei er einverstanden, nur müffe es dem Arbeiter gestattet sein, auf seinen Wunsch länger zu arbeiten. Ferner hob er hervor, wie segensreich für den Arbeiter die deutsch konservative Partei im Reichstage, so­wie auch der Hofprediger Stöder in Berlin gewirkt hätten. Vom Referenten wurde Herrn Prediger Dieß nachgewiesen, daß er in Betreff des ersten Punttes nicht genau informirt fei, es sei vorgekommen, daß ein Arbeiter 24 m. verdient habe; derselbe habe aber von Morgens 5 bis Abends 9 Uhr gear­beitet und sei von seiner Frau und seinen zwei Söhnen bei der Arbeit geholfen worden, so daß also vier Personen zusam men nur 24. verdient hätten, was durch den Arbeiter selbst bewiesen werden kann, da derselbe anwesend sei. Daß Herr Diet als Deutsch - Konservativer fich vollständig auf einen man chesterlichen Standpunkt stelle, sei flar, wenn er sagt, er fei mit der Einführung des Marimal- Arbeitstages einverstanden, es müsse jedoch dem Einzelnen auf seinen Wunsch gestaltet sein, länger zu arbeiten, dann brauche tein hierauf bezügliches Gesetz geschaffen werden, dann sei nach wie vor der Ausbeu­tung des wirthschaftlich Stärtern Thür und Thor geöffnet. Ewald bemerkte ferner, daß Herr Dieß mit seinen Ausführun gen seiner Partei feinen Gefallen erwiesen habe. Ueber die fegensreiche Wirksamkeit der Konservativen wurde dem Herrn Prediger vom Referenten in längeren Ausführungen klar ge­macht, was die Arbeiter von dieser Wirksamkeit betreffs der Adermann'schen Anträge( Innungen, Arbeitsbücher u. s. w.) halten. Herrn Hofprediger Stöder betreffend, führte Referent aus, daß es um das Christenthum besser bestellt wäre, wenn die Geistlichen nicht vergessen würden, was ihres Amtes ift, nämlich Die Nächstenliebe ชิน predigen, anstatt Haß und Zwletracht zu fäen. Diese Ausführungen wurden mit donnerndem Beifall begrüßt, so daß den übrigen lampfluftigen Herren der Muth vergangen war, fich noch weiter mit dem Referenten zu meffen. Sie mochten wohl ein­sehen, daß es mit der Vernichtung der Arbeiterpartei wieder einmal nichts war, und sie mehr für, als gegen uns gewirkt hatten. An der Diskussion betheiligte sich noch der Bigarren­macher. Neudeck, welcher den Gegnern begreiflich machte, was fie für den Arbeiter bisher gethan haben. Nach einem furzen Schlußwort und Annahme einer Resolution zu Gunsten der Ausführungen des Referenten, welche mit allen gegen 7 Stimmen angenommen wurde, schloß der Vorsitzende die von 150 bis 200 Personen besuchte Versammlung, in welcher die Arbeiterpartei einen Erfolg errungen hat, wie er nicht schöner sein tann.

hr. Mit polizeilicher Auflösung endete die öffentliche Arbeiterinnenversammlung, welche am Dienstag im Salon Bum deutschen Kaiser", Lothringerstr. 37, unter dem Vorfize der Frau Pötting stattfand. Der Umstand, daß der Saal und die Nebenräume überfüllt waren, und die Herren, die wohl ein Drittel der Versammlung ausmachten, zum größten Theile dicht gedrängt stehen mußten, dürfte viel dazu beiges tragen haben, daß die nöthige Ruhe während des Vortrages, welchen Herr Dr. Stahn über das Thema: Die Geschichte des Menschen" hielt, zu wiederlten Malen durch minutenlange Störungen unterbrochen wurde. Manche von den störenden Zwischenrufen dürften von solchen Herren ausges gangen sein, die auf ihren Plägen den mitunter sehr leise fprechenden Vortragenden nicht haben verstehen können; aber einige junge Herren hatten offenbar mehr Interesse daran, Ult zu treiben, als daran, den streng wissenschaftlichen Vortrag zu hören und zu verstehen. Die Vorsitzende mußte die volle ihr zu Gebote stehende Energie aufbieten, um die nöthige Ruhe immer wieder herzustellen. Der Vortragende brgann mit dem Hinweise auf das Verdienst, welches Darwin sich mit seiner Abstammungslehre" auf dem Gebiete der Naturwissens schaften erworben. Nachdem er dann die Vorstellungen von der Schöpfung der Welt und des Menschen, wie sie bei den Indiern und bei den Berfern geherrscht haben und noch herrschen, dargelegt und nachgewiesen, daß diese Vorstellungen, insbesondere dargelegt und nachgewiesen, daß diese Vorstellungen, insbesondere die Vorstellung, daß die Welt aus Nichts geschaffen sei, vor der auf Erfahrung und Vernunft beruhenden Wissenschaft nicht bes fteben tönnen, unterzog er die bei Juden, Muhamedanern und Christen bis heute herrschend gebliebene Lehre, daß Gott den ersten Menschen aus Thon und das erste Weib aus Kalt ( aus einer Rippe) gemacht habe," einer gründlichen Kritik. Der feierliche Ernst, mit welchem er betonte, daß im mensch lichen Organismus Thon gar nicht enthalten sei, und daß aus Kalt allein einen menschlichen Organismus herzustellen un möglich sei, und der Umstand, daß er die Abbildung eines vollständigen menschlichen Gerippes bei den Versammelten in Birkulation sette, damit, fie sehen möchten, wie ein nur aus Kalt bestehender Mensch aussehe und wie ein solcher Mensch unmöglich leisten fönne, was ein wirklicher Mensch leisten soll," fonnten selbstverständlich nicht verfehlen, große Heiterkeit her. vorzurufen. Der Vortragende legte dann in Kürze dar, wie man auf dem Standpunkte der modernen Wissenschaft nach Darwin die Entstehung der Erde und die allmälige Entwid lung der Lebewesen zu immer höherer Vollkommenheit, zuerst der Pflanzen, dann der Thiere und zuleßt der Menschen fich vorzustellen habe. Die Besprechung der fünf Menschenrassen führte ihn dazu, Deutschland als den Theil der Erdoberfläche zu preisen, der geeignet sei, das Gehirn und damit das wahre Menschenwesen zur höchsten Entwicklung zu bringen. In Bes treff der Zukunft der Erde pflichtete er der Annahme bei, daß die Erde sich mehr und mehr der Sonne wieder nähere und daß in Folge der dadurch bedingten Bunahme der Wärme gulegt alles Wasser auf der Erde verdunfte und damit alles Leben aufhören werde. Der Wunsch, mit dem er schloß, daß die An wesenden fich des Lebens noch lange freuen und dasselbe mit Vernunft, Weisheit und Mäßigkeit genießen möchten, wurde von den anwesenden Freunden des Ülts als Anlaß dazu be nugt, einen forzirten Beifallslärm zu inszeniren. Herr Kunkel nahm das Wort, um seinem Unwillen darüber Ausdruck zu geben, daß immer noch in die öffentlichen Versammlungen der Arbeiterinnen solche Herren lommen, die nur Unfug treiben und das ernste Streben der Arbeiterinnen in der Deffentlichkeit lächerlich machen wollen. In Bezug auf die Ansicht, welche der Referent ausgesprochen hatte, daß die Deutschen vorzugs weise Grund hätten, ihr Heimathsland werth zu schäßen, wies er darauf hin, daß Referent erst dann Recht haben werde, wenn es den Arbeitern und den Arbeiterinnen gelungen sein werde, fich aus dem Elende, in welchem sie zur Zeit noch leben, zu einer besseren sozialen Existenz emporzuarbeiten. Herr Kerlin sprach seine Zustimmung zu den Lehren Darwin's aus. Als er dann weiter von einem ,, bekannten alten Buche" sprach, in welchem haarsträubende, die Sittlichkeit gefährdende Ge schichten enthalten seien und welches troßdem den Schulkindern in die Hände gegeben werde, und darauf hinwies, daß der

25. Mai zu Magdeburg stattgehabten Kongreffes verwirklicht

"

worden ist. Am 5. Oktober cr. ist die Vereinigung der deuts schen Stellmacher" ins Leben getreten, mit der Aufgabe, die geiftigen und materiellen Intereffen seiner Mitglieder zu för­bern und zu wahren. Kollegen! Jezt ist es an Euch, dieses Fundament zu einem festen zu machen. Vor Allem ist es unsere Pflicht, die arbeitslosen Kollegen, welche in Folge der planlosen Produktionsweise, ohne ihr Verschulden, auf die Land­ftraße geworfen find, zu unterstüßen. Da sich der Lohn stets nach Angebot und Nachfrage regelt, ist es vor allen Dingen nöthig, die Bahl der Arbeitslosen zu verringern durch Regelung Der Arbeitszeit. Die Kollegen, welche arbeitslos auf der Land­frage liegen, find leider oft gezwungen, um jeden Preis zu arbeiten, weil sie leben müssen, und von Wind und Luft nicht att werden. Der dadurch entstehenden geradezu unnatürlichen Ronkurrenz ein Halt zu gebieten, ist eines jeden Kollegen Pflicht. Da die Mißstände unseres Gewerks aber nur in der Gesammt.

beit

und durch die Gesammtheit beseitigt werden können, muß jeder Kollege verpflichtet halten, fich der Bentralisation an Buschließen. Das Gedeiben unserer Korporation wird allein er möglicht durch festes Busammenhalten aller Kollegen zur Wah­tung ihrer moralischen und materiellen Intereffen. Darum auf ur Organisation, denn Ginigleit macht start. Mit kollegia lischem Gruße: Der Vorstand der Vereinigung der deutschen Stellmacher." Wegen Auskunft wende man fich an den Vor figenden Fr. Vogel, Hobestraße Nr. 41, 3. Etage, Hamburg , Marmorarbeiter Berlins hielten am 29. b. Mts.,

St. Georg

Die

Alte Jakobstraße 48 a, eine öffentliche Versammlung ab mit der Tagesordnung: Die Arbeitseinstellung bei Vanelli u. Co." Die Arbeiter genannter Fabrik brachten die dortigen Verhält niffe den Anwesenden zur Kenntniß und wiesen die Zumuthung des Herrn Vanelli zurück, daß die Arbeiter für einen Lohn

ich finde feine Gründe, die nur in etwas ein Fundament für diese Vermuthung bieten könnten."

Gründe?" fagte der Oberst achselzuckend. Sie wür den gefunden werden, wenn man sich ernstlich mit der An gelegenheit beschäftigen wollte.

schehen müssen, aber der derzeitige Untersuchungsrichter war ein alter Herr, der die Bequemlichkeit und ein gutes Glas Wein liebte. Und der Bruder der Generalin wird wahr­scheinlich diese Schwäche gekannt und benutzt haben. Meine Sache ist es nicht, dem Thäter eines Verbrechens nachzu spüren, und ich fürchte, daß die Rücksicht auf die Damen Dir bereits die Hände gebunden hat."

Und wer hat Dir das gesagt?" fragte Siegfried überrascht.

Herr von Woltersdorff."

" Saft Du über das Testament gesprochen?" Reine Silbe."

" Ich ebenfalls nicht. Woher also kann Herr von Wol­tersdorff Renntniß davon erhalten haben?"

"

Das weiß ich nicht," sagte der Oberft.

Du hast ihn auch nicht darum befragt?" Ich dachte nicht baran."

Siegfried schwieg, sein Blick ruhte erwartungsvoll auf dem alten Herrn, der jetzt mit großen Schritten auf und nieber wanderte, um seiner Erregung Herr zu werden.

Ich glaube jest auch, daß Nabe das Gerücht ers funden," nahm der Oberst nach einer langen Pause wieder das Wort, der 3wed liegt ja wirklich offen zu Tage. Wäre das Testament gleich nach dem Tobe meines Bruders gefunden worden, so würde die Generalin die Bestimmungen desselben sofort ausgeführt haben; diesem Glauben kann ich mich nicht verschließen, seitdem die Dame mir gegenüber gestanden hat. mir gegenüber gestanden hat. Ein Testament, welches man nicht anerkennen, nicht ausführen will, vernichtet man, es wäre zu thöricht, zu gefährlich, ein solches Dokument auf­

" Die Generalin wird keinesfalls einem Andern Mit theilung gemacht haben," erwiderte Siegfried finnend; nach nur die geringste Spur fände, ich würde sie verfolgen, ohne Aber ihr Bruder war heute Nachmittag in der Stadt, ich zubewahren." Diese Besorgniß ist unbegründet, Papa! Wenn ich dem Besuche bei Dir befahl sie dem Kutscher, heimzufahren. Rücksicht auf die Person des Verbrechers." allerdings Deine Pflicht, aber-"

"

Das wäre banbelt, ba werde ich niemals einem Wenn oder Aber eine " Wo es sich um die Erfüllung meiner Amtspflicht Berechtigung zugestehen," sagte Siegfried mit gemessenem das nicht wohl glauben." Ernst. Und ich glaube, die Generalin wäre die Lette, die

"

mir einen Vorwurf daraus machen würde, sie denkt in

läßt sich nicht bestechen."

begegnete ihm gleich nach Tisch, und ich irre wohl nicht, wenn ich vermuthe, daß er dieses Gerücht verbreitet hat." Ein Gerücht, welches auf die Ehre seiner Schwester einen Matel wirft?" fragte der Oberst zweifelnd. Ich kann Und was liegt diesem Manne an der Ehre seiner Er will durch dieses Gerücht Dich nur noch mehr gegen machen, und es sollte mich nicht wundern, wenn er dabei selbst auf das Erbe spekulirte. Beharrft Du bei Deiner Verzichtleistung, so fällt Dein Antheil an der Hinterlassen­

"

mich von der Erfüllung meiner Pflicht zurückhalten oder Schwester, wenn feine eigene Existenz in Frage kommt? troh ihrer bürgerlichen Herkunft volle Hochachtung eingeflößt diefer Beziehung wie Du, Papa, und ihr Gerechtigkeitsfinn die Generalin erbittern, will jede Versöhnung unmöglich mit ihrem Bruder vollständig und für immer zu brechen,

Wenn es sich um das Geschick des eigenen Bruders,

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Auch diese Rücksicht würde keinen bestimmenden Eins

fluß auf fie üben. Ich fann eben an die Schulb Nabe's ralin wird ebenfalls verzichten, und thut sie das zu Gunsten nicht glauben, so lange jeber Beweis fehlt."

bem Präfentirteller angeboten werden, wird wohl die Wahr Wenn Du warten willst, bis die Beweise Dir auf wenden."

ihres Bruders, so kann Niemand dagegen etwas ein­Der Oberst stampfte zornig mit dem Fuß auf den

"

Wenn das geschähe, ich wüßte nicht, was ich thäte!"

heit an den Tag kommen. Weißt Du, was man heute Boden, jäh blißte der Haß, den er gegen Rabe hegte, in Abenb mir im Klub erzählte? Das Teftament meines seinen Augen auf. Brubers sei gleich nach dem Tobe des Generals gefunden, aber zurüdgehalten und unterschlagen worden. Nun solle fagte er. burd baffelbe eine Versöhnung zwischen mir und ber Generalin angebahnt werden, die Generalin wünsche die Berbindung ihrer Tochter mit Dir, die Abtretung des Grund­

und dergleichen mehr."

" Du könntest nichts weiter thun, als die Thatsache ans erkennen!"

,, Unser altes Familiengut im Befit dieses Burschen? mir unerträglich."

Bur Unterschlagung und Vernichtung eines solchen Dokuments würde die Generalin von Studmann niemals ihre Zustimmung gegeben haben," schaltete Siegfried ein. Das kann ich auch nicht glauben. Ist also das Testa ment schon früher aufgefunden worden, so hat Rabe selbst es gefunden. Ich bekenne offen, daß die Generalin mir hat," fuhr der Oberst fort, und könnte sie sich entschließen, fo würde ich vielleicht in die dargebotene Hand ein­schlagen." Freudig überrascht blickte Siegfried auf; war sein Vater wirklich geneigt, so rasch nachzugeben?

" Ich werde den Besuch der Generalin morgen erwidern," nahm der alte Herr noch einmal das Wort, die Pflicht der Höflichkeit gebietet mir das, man soll mir den Vorwurf nicht machen können, daß ich diese Pflicht verlegt habe." Und welche Antwort willst Du ihr bringen?" " Rann ich ihr eine andere geben, als diejenige, die ich ihr bereits gegeben habe?"

Beharrft Du bei dieser Entscheidung, so wird der Niß nur noch breiter werden," sagte Siegfried in warnendem

Tone.

befizes follte mir eine günstige Meinung über fie einflößen Schon der Gedanke an die Möglichkeit dieser Thatsache ist schöne Antlik seines Sohnes.

Der Oberst heftete ben Blid fest auf das männlich ( Fortsetzung folgt.)