theil dieser Behauptung. Ich schließe in der zuversichtlichen Hoffnung, daß es der Kommiffion gelingen möge, die schwierige Sache zu einem gedeihlichen Abschlusse zu bringen.

Abg. Schrader: Meine Kritit war ficher in eine mil­dere Form gekleidet, als die der Herren von rechts, die eigent­lich nichts mehr von dem Geseze übrig gelaffen haben, als den ersten Paragraphen. Sie( rechts) find die Hauptopponenten geworden, well fie die Ueberzeugung gewonnen haben, daß es mit dem genossenschaftlichen Brinzip nichts ist, und darum wollen Sie jetzt dem Staate die Laften der Verwaltung über tragen, indem Sie für einen Zuschlag zur Grundsteuer plaidiren. An diesem Punkte werden Sie nicht stehen bleiben tönnen. Bald wird auch die Industrie mit der Bitte kommen, daß auch für fie der Staat die Lasten übernehmen möge. Das ist das Ende Ihrer Sozialreform, und das haben wir von vornherein vorausgesagt.( Beifall links.)

ürde schon 3 M. pro Kopf erheben und in Ansat bringen zu müssen, Die gesamwell fe der Meinung gewesen find, daß so hoch die Verwal e, ohne ditungstoften fich stellen werden. Daß dieser Sas tein absolut einen ausprigtiger ift, teiner, der nothwendigerweise erschöpft zu werden nangehörtabraucht, das ergiebt sich beispielsweise daraus, daß mir von Ohne einer Berufsgenossenschaft bekannt ist das ist die Knapp be mit 7 hafts: Berufsgenossenschaft, die für die Verwaltungstoften in Beruhur 50 P. pro Repf in Anias gebracht bat und daß, wie die e Hauptsa berwalter dieser Berufsgenossenschaft bestätigen, fie der Mei daß der hung ist, mit diesem Sage durchaus auskommen zu fönnen. sondern eine Herren, nach der früheren Vorlage war auf die Kranken­acht zu ſehebersicherung feine Rüdficht genommen, es ist nur in der Vor­ande, den lage gesagt, daß die Gemeinden gehalten sein sollen, für die m Befet den 13 Wochen die freie Aranet und ärztliche Behandlung werden fie u besablen, als eine ihnen verbleibende Laft. Wir haben jept ben auch mit Hüdficht auf die Verhandlungen, die im vorigen Jahre in men, im Rommiffion gepflogen worden find, gewiffe Normatio orauf es teftimmungen dem Geseze angefügt, welche bestimmt find, chältnißmar Anwendung zu tommen für den Fall, daß durch die andwirth andesgefeßgebung die Ausdehnung der Krankenversicherung lägt die auf die land- und Forstwirthschaftlichen Arbeiter befchloffen nschaften werden sollte. Der Herr Abg. Freiherr v. Frandenstein hat äfte, die gemeint, es liege das Bedürfniß, eine so fomplisirte Organisation, n und antic fie der Entwurf enthält, für die landwirthschaftliche Unfallver benso Staherung aufzubauen, um deswillen nicht vor, weil für die Befriedi­das heißt ung des Bedürfnisses, also für die Uebernahme der Geschäfte der Verwaltung Unfallverficherung für die land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter ene Banter bereits anderweitige Drganisationen vorhanden wären. Ja, ten; der Seine Herren, Drganisationen, die ausschließlich diesem Zwede bienen tönnten, die in ihrer gegenwärtigen Verfassung ohne bernahme weiteres die Sache übernehmen können, find mir roenigstens nicht ir fleben überall im Reiche bekannt. Ich fann mir sehr wohl denken, d der Nadaß in erster Instanz Geschäfte überwiesen worden, wie auch das Quan der vorhin von mir zitirte§ 24 im Auge hat, an Organe der Selbstverwaltung. Aber auch diese Organ: der Selbstverwaltung fteuer beklagt fich ene Rran onnen nicht in den bisherigen Rahmen threr Geschäfte die andes Gade übernehmen. Ich habe schon vorhin darauf hingewiesen,

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daß es nothwendig sein wird, eine ganz gesonderte Verwaltungs. führung einzurichten, wenigstens die Kosten dieser Verwaltung = Lande ausschließlich zu buchen auf das Konto der Interessenten, der ländlichen Bevölkerung. Noch weniger aber, wie dies ohne jebe Modifikation in der ersten Instanz möglich ist, wird dies in den höheren Instanzen möglich sein. Der Hair Abgeordnete Freiherr von und zu Frandenstein hat das Gesetz genannt un patiſch

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Abg. Bod erklärt, daß die Sozialdemokratie ihre Agita tion nicht eher einstellen werde, bis den Arbeitern der Ge nuß einer wirklichen sozialen Gesetzgebung zu Theil ge­worden sei.

Nachdem sich noch Abg. von belldorff gegen einige Mißverständnisse des Abg. Schrader verwahrt, wird die Dis­fuffion geschloffen und der Gesezentwurf an eine Rommis

fion verwiefen.

Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. ( 8 weite Berathung des Gesezes, betr. Die Un. fallversicherung der Reichsbeamten.

Abgeordnetenhaus.

12. Bigung vom 3. Februar, 12 Uhr. Am Ministertische v. Scholz, Friedberg und Rom miffarien. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Berathung des Etats der diretten Steuern. Beim Titel: Grund­

Abg. Krah darüber, daß das Grundsteuerentschädigungs­verfahren in der Proving Schleswig einen so langsamen Fort­gang nehme.

Geh. Nath Fuifting verspricht möglichste Beschleuni gung der Sache.

Bei den Titeln Einkommen und Klassensteuer bringt Abg. Wolff die Rapitalrentensteuer zur Sprache, deren Erwähnung er in der ihm wegen der versprochenen Ueberweisungen aus den projektirten neuen Reichseinnahmen sehr spampathischen Rede des Finanzminifters vermist hat. Gefeges über die Reform der direkten Steuern für Dringend

Abg. v. Meyer( Arnswalde ) hält die Vorlegung eines erforderlich. Nur so könne man das Defizit aus der Welt schaffen, das durch die Steuererlaffe bei den wachsenden Aus­gaben zu einem permanenten geworden sei. Eine Kapitalren

fur auf unsere Verhältniffe hin im Norden und im Often zuge­fanitten. Ich fann mir Denten, daß es eine einfachere Organi fation giebt, ich kann mir denken, daß es ein einfacheres Ver­sdehnu fahren giebt, um die Entschädigung festzusetzen, um die Bets träge zu erheben, und ich bin, wie gesagt, sehr gern bereit, in mich also, das von den belden Herren Vorednern in Aussicht iesigen Beit, wo die Rentiers durch die Binsreduktionen er die Lage gestellt ist, das Gefes der kommissarischen Berathung unterziehen zu wollen, und indem ich nochmals meinerseits die Geneigt­heit ausspreche, in die Berathung jedes Vorschlages einzus uns nitreten, der darauf gerichtet ist, eine Verbesserung unseres das Unfa Entwurfes herbeiguführen, fann ich nur wünschen, daß die

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wird. Ich bin der Meinung, daß wir alle Ursache haben, und Daß gerade die Landwirthe unter uns alle Ursache haben, zu wünschen, daß recht bald eine Gleichstellung der landwirth. icha il chen Arbeitern mit den industriellen Arbeitern auf diesem Gebiete herbeigeführt werde, und ich empfehle Ihrer gründ lidhen und sorgfältigen Berathung den vorliegenden Entwurf. Gerrn Staatssekretär ausgesprochenen Gedanken, daß es unbe

Dingt

Abg. Frhr. v. Malzahn( tons.): Ich kann dem vom

geboten sei, die Unfallversicherung auf die land- und

.

heblichen Schaden erlitten hätten.( Beifall lints.)

Abg. Ridert: Der Abg. Wolff bielt es für nöthig, auch bei dieser Gelegenheit uns garz unnöthiger Weise einen Hieb zu versezen. Mit solchen Gemeinplägen fann man doch Steuerreformen nicht machen. Eigenthümlich ifts doch,

finnigen in der Bolenfrage hingewiesen. Sie müffen fich wirklich beffere Objekte suchen, als solche Kleinigkeiten. Mehrere Mit glieder haben nicht unterschrieben, weil fie nicht anwesend waren. Eine fachliche Differens existirte überhaupt nicht. Alle waren mit dem Inhalt einverstanden. Der Abg. Richter war nur der Meinung, daß es nach der Rede des Fürsten Bismard nicht opportun wäre, die Resolution einzubringen, weil fie leicht Mißverständnissen ausgesezt sein könnte. Wir sollen für die gegenwärtigen Finanzzustände mit verantwortlich sein? Seit wann bürdet man der Minorität eine solche Vera antwortung auf? Die Steuererlaffe haben wir bewilligt, well wir es für Pflicht hielten gegenüber den ärmsten Klaffen, feier liche Versprechungen der Regierung einzulösen. Die Regierung und die ihr willige Majorität trägt die volle Verantwortung für unsere jezige Finanzpolitit.( Beifall links.)

Minister v. Scholz: Diese Darstellung der Verhält niffe, diese Schilderung des Finanzministers, der durch sein Verhalten die Mitschuld an Zuständen trage, die geartet seien, um fich die Haare auszuraufen( heiterfeit rechts), muß ich immer und immer wieder bekämpfen. Es macht jedoch immer Eindruck im Lande, wenn es in den Zeitungsberichten heißt: Der Minister saß nach dieser berühmten Rede vernichtet da" ( beiterkeit), und das kann ich nicht zulaffen. Die Lebhaftigkeit, der Aerger, so zu sagen, mit welchem gegen die Stellungnahme der Regierung zu den wichtigsten Fragen der Gegenwart Ios gegangen wird, erklärt sich wohl dadurch, daß die Herren, die früher in thren Programmen dem Volle ein Paradies auf Erden versprachen,( Widerspruch links), fich dadurch genirt fühlen, daß die Regierung ihre alte Taltit, von der Hand in den Mund zu leben, nicht mehr beibehält, sondern auch ein­mal sagt, welches Bild sie sich von der zukünftigen Umge­staltung der Bustände macht.

Abg. v. Minnigerode( zur Geschäftsordnung): Meine politischen Freunde haben an der voraufaegangenen Debatte fich nicht betheiligt, weil sie eine große Generaldiskussion bei diesen Titeln nicht wünschten.

Abg. Cremer( Teltow ): Alles Herumdottern an den direkten Steuern wird uns nicht über die jetzige Kalamität hinweghelfen. Wir find dasjenige Land, das verhältnißmäßig Die meisten direkten Steuern aufzubringen hat, während das indirette Steuersystem lange nicht genügend nußbar gemacht ift. Herr Rickert war einmal ein berühmter Führer der Ma forität, während er jegt taum noch ein unberühmter Führer der Minorität ist.( Große Heiterkeit rechts.) Früher hieß es, man tomme nicht vom Fled, weil die Regierung fein Brogramm habe; jetzt hat fie eins, und nun taugt's wieder nichts! ( Heiterleit.) Die Fortschrittspartei hat ihrem Namen so weit Ehre gemacht, als fie stets unentwegt auf ihrem Standpunkt stillgen anden hat.( Heiterfeit.)

Abg. Sattler: Mit der Majorität dieses Hauses und mit Herrn v. Benda werden wir einer weiteren Abbröckelung der Klaffensteuer nicht zustimmen; dagegen die weitere Heran ziehung der größeren, die weitere Enilastung der kleineren Einkommen, eine beffere Einschätzung und die Erzielung höherer Erträge aus dem fundirten Einkommen erstreben.

Abg. Ridert: Für uns ist's schwer, uns an der Debatte zu betbeiligen. Sind wir von den verschiedensten

daß man in den Barlamenten jest teine größeren Aufgaben Seiten angegriffen, dann macht die Majorität, wie por­

tennt, als die Regierung zu neuen Steuern zu veranlaffen. Charakteristisch ist es, daß Sie jest, nachdem das neue Gesez einige Monate erst in Kraft ist, schon wieder nach einer höheren Steuer rufen.

Minister v. Scholz: Als vor drei Jahren die Reichs­fteuerreform einen Augenblid stillstand, ersuchte dieses Haus, nicht nur die Freunde des Herrn Rickert, sondern auch Mit glieder der konservativen und der nationalliberalen Partei mit überwältigender Mehrheit in einer Resolution die Re. Ser direkten Steuern vorzulegen. Ich bin damals dieser Resolution auch mit dem Argument entgegentreten, eine folche Resolution faffen, ist nicht schwer, wenn aber die Regierung Ihnen demnächst eine Vorlage machen wird, dann werden Sie erst sehen, wie ausfichtelos das Unter nehmen ist. Wir haben diesmal die Kapitalrentensteuer nur unter der Voraussetzung vorgelegt, daß neben unserer Ein tommensteuer noch die Ertragssteuer von Grund und Boden, von Häusern beibehalten werden sollte.

for ftwirthschaftlichen Arbeiter auszubehnen, nur in vollftem gierung, dem Hause sehr bald einen G. E. zur Reform Sinne beiftimmen, und habe Namens meiner politischen Freunde u erflären, Daß mir aus allen Kräf en bestrebt sein werden, Geset in dieser Seiffon zur Berabschiedung zu bringen. Die Einwürfe wegen zu großer Kostspieligkeit und Schwer fälligkeit der für die Industrie geschaffenen Organisation find

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ohne Bedenken in ihrer Anwendbarkeit auf land- und forstwirthschaftliche Betriebe. Die Borlage ertennt gewiffermaßen auch selbst an, da fte die land. räumlich wirthschaftlichen Berufs Genossenschaften ab­Industrie und Landwirthschaft find resent ich verschieden, als daß die für jene passenden Einrich fungen schlechthin auf diese übertragbar sein sollten. An dieser nur noch unsere Zustimmung, daß die Vorlage an die von dem Herrn Abg. Schrader empfohlene Kommission verwiesen( Heiterfeit.) Die Bachirente ist doch schon mit der Grundsteuer Echerung werde.

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bg. Bubl( nat. lib.) erklärt, daß seine Bartei gern mit­

arbeiten werde an der Fortführung der Kranken- und Unfall­Deicherung auf die landwirthschaftlichen Arbeiter, daß fie aber

Abg. Wolff: Ein Zwiespalt in unserer Partei eriflirt nicht, so sehnlich ihn auch Herr Ridert herbeiwünscht. Es tam mir nur darauf an, programmatisch meinen Standpunkt zu be tonen. Herr Ridert wirft mir Gemeinpläge vor, er, deffen so

belastet. Ich halte das Treiben der fleinen Bankiers, wie es vielfach in der Höhe der Gründerperiode gewesen ist, für ein verderbliches.

Abg. Dr. Wehr( Dt. Krone): Die tonservative Partei Reichssteuerrreform in höherem Maße vor fich gehen würde, als es der Fall gewesen. Wir Freilonservativen waren nicht so

Bn den vorliegenden Entwurf doch ernstliche Bedenken habe, hat für den Steuererlaß geftimmt in dem Vertrauen, daß die Su beseitigen Aufgabe der Kommission sein werde. Dieselbe in Erwägung zu ziehen haben, ob nicht der Gemeinde,

werben

in weder der Arbeiter beschäftigt wird, das Recht zuerkannt gläubig, wie unsere Freunde zur Rechten, und haben gegen den

muß, die Verpflegung fremder Arbeiter selbst zu über­

Abänderung

nehmen; und es würde vielleicht angezeigt sein, einer derartigen Bedner fliegt mit der Versicherung, daß die nationalliberale Bartei Alles aufbieten werde, um das Gesez zu Stande zu

Rückwirkung auf die bestehenden Stassen zu geben.

bringen.

Abg. Graf Behr( auf der Tribüne fast unverständlich) betont, daß feine Partei auf dem Boden der sozialen Gesetz Bebung fiebe und darum gern bereit sei, ihre Kraft für die Ver abschiedung des vorliegenden Gesezes einzuseßen. Doch wird es nöthig sein, daß die Vorlage in der Kommiffion einige Ab

anderungen erfährt.

Erlaß geftimmt, Herr Ridert aber dafür, obgleich das Defizit bereits vorhanden war. Wenn er uns vorwirft, wir hätten gegen die Selbfteinschäßung gestimmt, so bemerte ich, daß in Der Kommission ein Theil seiner Freunde dafür, ein Theil da gegen geftimmt hat.

Abg. Meyer( Breslau ): Der Finanzminifier hat aus­einandergefest, daß die Regierung eine Kapitalrentensteuer als eine selbstständige Steuer für ungerechtfertigt halte.

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bat damit einen Grundsatz zur Geltung gebracht, den wir ˇ damals schon Der Kommission vertreten haben. Die Börsensteuer hat diejenigen Erträge nicht abge­

worfen, die man erwartet hatte und viele fleine Bantiers

frage in Bezug auf die land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter Abg. Frohme( Sozialdemokrat) erkennt die Bedürfniß­an, betont aber die Nothwendigkeit einer völligen Trennung der Unfall von der Krankenversicherung . Wenn man bei der früheren Unfallgesetzgebung beides miteinander verknüpft habe, fo fei es doch inzwischen flar geworden, zu wie großen Unge( Beifall links.) techtigteiten namentlich den Gemeinden gegenüber dies geführt habe. Deshalb sollte man nicht in dieser Vorlage von neuem

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hin nach der Rede des Finanzministers, Schluß der Debatte. Auf die Wiße des Herrn Cremer einzugehen, erlaffe ich mir, ich gönne den verschiedenen Herren, welche daran, wie ich gesehen, eine Freude baben, dieses Ver­gnügen. Der Minister hat weder nachgewiesen, wie die 300 Millionen herauslommen sollen, noch die positiven Aus­führungsvorschläge genannt. Das sind Versprechungen, die er nicht halten fann; bei dieser Ueberzeugung muß ich bleiben. ( Beifall links.)

Minister v. Scholz: Es ist mir nicht eingefallen, über die Grenzen des parlamentarisch Erlaubten ein Wort zu vers Iteren; es ist aber ein großer Unterschied zwischen diesem und demjenigen, was ein bestimmt angegriffener Minister persön lich als die Grenze empfindet, die ihm gegenüber einzu­halten wäre.

Abg. Meyer( Breslau ): Herr v. Scholz wünscht also nicht, lebhaft angeariffen zu werden.( Gelächter rechts.) Wir bedauern, diesem Wunsche nicht entsprechen zu fönnen.

Die Einnahmen werden bewilligt; die Ausgaben rufen eine erhebliche Debatte hervor.

Schluß 34 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr. ( Verschiedene Uebersichten und Berichte, Etat.)

Vereine und Versammlungen.

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be. Jm Arbeiter- Bezirksverein für den Often fand am Dienstag, den 2. d., in Kellers Salon eine ungemein zahl reich besuchte Versammlung statt. Vor Eintritt in die Tages ordnung theilte der Vorfißende mit, daß der Vorstand bes schloffen habe, das unter dem Namen Gürtler Mahlow" ver zeichnete Mitglied aus dem Verein auszuschließen. Es hatte fich nämlich herausgestellt, daß dieser Herr nicht Mahlow , sons dern Shring beiße und nicht Gürtler, sondern, wie behauptet wurde. Mitglied der politischen Polizei sei. Die Versammlung genehmigte einstimmig den Beschluß des Vorstandes. Hierauf hielt der Reichstags- bg. Singer einen Vortrag über Sozial reform und das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahlrecht." Die Angriffe gegen das allgemeine gleiche, dirette und geheime Wahlrecht, so begann Redner, legen uns die Verpflichtung auf, das einzige Palladium der Freiheit, welches uns noch geblieben ift, festzubalten. Mit diesem Wahlrecht steht die Sozialreform in innigfter Verbindung. Wir haben erst vor einigen Tagen Gelegenheit gehabt, auf diese lettere im Reichstage des Näheren einzugehen und zwar gelegentlich des Antrages Adermann. Diesem gemäß soll die Innung das Recht haken, nur die

geschädigt. Die Landwirthe flagen darüber, daß ihnen diejenigen Handwerker in ihren Kreis aufzunehmen, welche die vermittelnden Hände fehlten, welche thren Weizen nach Eng. land schaffen. Ihr Versuch uns für die Folgen der heutigen Finanzpolitik und für das Scheitern jenes Entwurfs vor dem Lande verantwortlich zu machen, ist vollstandig mißglückt. Minister v. Scholz: Die Ausführung des Vorrebners, ich hätte heute intereffante Aufschlüsse über Swed und Be

fo ungerecht fein, den Gemeinden die Zahlung der Kranten deutung der Rapitalrentensteuervorlage gegeben, beweist wieder unterfügung für die ersten 13 Wochen aufzubürden. Die einmal, wie furz im Allgemeinen das öffentliche Gedächtniß

Aufgabe der Kommision sein.

Borlage an diesem Bualte zu verbessern, werde in erster Linie ift; meine heutigen Bemerkungen find lediglich Wiederholungen Reichskanzlers zu nehmen, besonders das Unfallversicherungse

ganze Organisation Don

deffen, was in der Verhandlung über die Resolution meiner­leits und in den Motiven zu der Vorlage selbst bemerkt

worden ist.

Abg. v. Helldorff ist mit der Tendenz der Vorlage tinverhanden, hat aber im Einzelnen verschiedenes an der felben zu bemängeln. Namentlich sei eine größere Dezen tralisation nothwendig; die och länget her Bablstelle aus zu übersehen und in ihrer Wirksamkeit zu Lontroliren, as gehe woh! an bei der Industrie mit ihren führe. bia 6 Millionen Betrieben. Gegen den mehrfach erhobenen 186 000 Betrieben, nicht aber bei der Landwirthschaft mit 5 Borwurf, als ob die tonservativen Parteien der Ausdehnung : Sozialreform auf die Land- und Forstwirthschaft wider.

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( Beifall rechts.)

Abg. Stephanus( Linden) befürwortet den Uebergang zur Selbsteinschätzung, um den schweren Härten und Ungleich beiten abzuhelfen, die das heutige Einschätzungssystem mit fich Abg. von der Red führt auß, daß man aus den De fizits nicht eher herauskommen werde, als bis man ju den ge­funden Brinzipien des Ronservativismus zurückkehre, die Re gierung und Landtag in Steuerfragen leider verlassen haben; Erhöhung der oberen Stufen. Durch die Erlaffe sei ein tiefer Ministerialdirektor Bosse: Der Vorschlag des Abg. Rig in die Steuerverhältniffe, namentlich die lommunalen, ge macht, der nur durch Rüdgängigmachung der Erlasse geheilt werden könne. Ebenso tief set der Riß in die Verfaffung; fahre man auf diesem Wege fort, so tomme man bald in äußerster Konsequenz nach links bei dem allgemeinen vor dem er doch einen gewiffen gleichen Wahlrecht an, Horror habe.

Berechtigung dazu durch ein Examen, durch einen Befähigungs nachweis dargethan haben. Wir aber find der Ansicht, daß bas Handwerk doch von der Großindustrie aufgesaugt werde. Selbst die tonferativen Schriftsteller geben zu, daß ihre Ver fuche zur Neubelebung des Handwerts erfolglos fein müssen. Wenn es ein Mittel giebt, den Untergang des Handwerks zu beschleunigen, so ist es dieser Antrag Adermann. Da wir aber teine Politik der Bosheit treiben, so müssen wir diesem Antrag unsere Bustimmung versagen. Ernster find die Pläne des gefeß. Es ist eines von denjenigen, denen wir im Prinzip zustimmen. Nevner geht nun auf einzelne Punkte des Arbeiter schutzgesetzes ein und bespricht besonders die Sonntagsrube, den Marimalarbeitstag, den Minimallohn und die Organisation Der Arbeitsfammern und Arbeitsämter 2c. Von dieser fagte er, daß mit thr Der lepteren Forderung ganze Entwurf stehe und falle. Die Erfüllung Dieser Forderungen," sei nur auf dem Wege des unbeschränkten, allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts möglich. Die sozialdemokratische Fraktion arbeite darum auch gegen wärtig an Anträgen, die auf eine Abänderung des jeßigen für die wirkliche Geheimhaltung der Abstimmung, sowie das aktive und passive Wahlrecht für jeden Staatsbürger vom Diese Anträge würden jedoch dasselbe 21. Lebensjahr an. Schicksal erfahren, wie überhaupt alle Anträge der Arbeiter partei. Wir müssen darum darnach streben, daß sich in immer weiteren Kreisen die Ueberzeugung Bahn breche, daß es nur durch die Bestrebungen unserer Partei möglich ist, beffere Bustände herbeizuführen. Wir, die Frattion, müssen uns verlassen auf Ihre Unterſtügung und Sie werden durch unsere Thätig feit im Reichstage erreichen, daß die Morgenröthe einer besseren Beit endlich anbricht.( Stürmischer Bei all.)

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frebten, müffe er auf's Entschiedenste Verwahrung einlegen. nicht Aufhebung, sondern Ermäßigung der unteren, dagegen Reichswahlgef Bes abzielen. Besonders fordert fie Garantien

Frohme, daß den Arbeitern allein die Kosten der Krankenver ficherung aufgebürdet werden sollen, mag den Wünschen der Sozialdemokratie entsprechen, aber für wahre Arbeiterfreunde ift er unannehmbar. Ueber die Vereinfachung der Organisation wird fich in der Kommission reden lassen. Ganz ohne Be benten scheinen mir die in diefer Beziehung gemachten Vor fchläge nicht. Aber es giebt letne fichere Grenze zwischen Groß und Kleinbetrieb in der Landwirthschaft. Es ist auch unrichtig, daß die Zahl der Unfälle in den fleineren Betrieben

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Abg. Rickert: Die Freude des Herrn Wolff, daß ich bereit bin, mit ihm in Steuerfragen zusammenzuarbeiten, fann ich nach seinen heutigen Ausführungen nicht erfüllen helfen.

geringer wäre, denn die Statistik ergiebt das direkte Gegen Herr Dr. Wehr hat wiederum über den Zwiespalt unter den Frei- der Diskusston sprachen die Herren Baake, Löschte, Sattelberg.

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