ß t„Kleptomanie" nennt eine getviffe P reffe et, wenn ein reicher Mann„unbegreiflicher Weise"„Kleinigkeiten" entwendet. Stiehlt aber ein armer Kerl und giedt an, er wisse nicht, wie er dazu gekommen sei, er habe unter einem unerklärlichen Zwange gestanden, als er die That verübt habe, so lacht man ihn auf. In der Nacht vom 28. Februar zum 1. März d. I. wurde in dem Hause Lindenstr. 47 ein Einbruchidiebstahl ver- übt und ein Bleirohr im Werthe von 1,60 M. entwendet. Als Thäter denunzirte sich am nächsten Tage selber der Klcmper K-, da er, wie er angab, verhindern wollte, daß irgend ein anderer Arbeiter in Verdacht geriethe. Auch bei der Verhandlung war er vollkommen geständig und entschuldigte seine That damit, daß es ihm selber unbegreiflich sei, wie er den Diebstahl habe de« gehen können. Er sei nicht gerade in Roth , auch nicht de- trunken gewesen, es sei wie ein unwiderstehlicher Drang über ihn gekommen und er habe den Verlockungen dieser Lust nach« geben müssen.— Dem reumüthtgen Geständniß trug der Ge> richtShof bei Abmeffung der Strafe Rechnung. Trotzdem K. bereits dreimal wegen Dievstahl» vorbestraft ist, wurde auf daS gesetzlich niedrigste Strafmaß, 1 Jahr Gefängniß, von dem 1 Monat durch die Untersuchungshaft als verbüßt betrachtet wurde und 2 Jahre Ehrverlust, gegen ihn erkannt. vereine mh Versammlungen« t Christlich -soziale bürgerparteiliche Versammlung. Die„vereinigten" Konservativen des Norden, Nordosten und des Zentrums von Berlin hatten sich gestern auf ein vielver« sprechendes Programm hin in dem„Böhmischen Brauhause", Landsderger Allee, versammelt, um die Reden dreier kon« servativer Grazien, des Hospredigers, de? JunkerS und des Mannes«mit den billigen Wohnungen" zu genießen. ES war angekündigt, daß Stöcker über den„Reichstag und das deutsche Voll" Rechtsanwalt Hoffmann über die„Sozialdemokratie in der Stadtverordnetenversammlung" sprechen, und daß Herr v. Hammerstein durch ein„Schlußwort" dem Ganzen die echte, christlich, nationale Weihe geben werde. Die Vereinigung solcher Kräfte hätte eigentlich ein volleres HauS erzielen müffen. Der große Saal war aber nur iu'/> gefüllt und unter den Anwesenden be> enden sich überdies etwa hundert Sozialdemokraten. Was auf den Plakaten versprochen war, wurde aber nicht ge« halten. Zunächst war Herr Stöcker nicht bei Stimme. Seine matten Ausführungen bewegten stch in den ausgetretenen Bahnen der Juden und Sozialistenhetze. Er sagte absolut nichts Neues. Die alten, uraUen Witze, die aber trotzdem noch immer„ziehen", die abgedroschenen Pbrasen und Schlagwörter von ehemals, es ist AlleS dasselbe geblieben, nur wird es nicht mehr mit der alten Wucht vorgebracht. ES ist augenscheinlich, daß der Mann seit Jahrcsstist furchtbar abgenommen hat. Die Todten reiten schnelle: der Stöckerzauber tcht seinem Ende entgegen.— Dann war auch Herr von »ammerstein nicht am Platze; er war geschäftlich verhindert zu erscheinen und an seiner Stelle sprach einer jener strebsamen Gymnafiallehrer, die in der konservativen Bewegung so zahl- reich vorhanden find, Herr Dr. Hentig. Der Herr verrieth sein Handwerk: er giebt Geschichtsunterricht in den unteren Klassen und verwendete nun sein Wissen zu zahllosen mythologischen Vergleichen, die wohl sehr belehrend, aber weniger unterhaltend waren. So verglich er Bismarck mit einem modernen Antäus, der„fortwährend aus den Wurzeln Kraft schöpfe, die er in den Herzen deS Volkes geschlagen habe!" Solche Phrasen bildeten die ganze Rede deS GymnastallehrerS; wohl machte er von Zeit zu Zeit krampfhafte Versuche, populär zu sprechen, schesterte aber meistens damit. Die ganze Versammlung wäre somit sehr nichtssagend gewesen und wäre von uns auch gar nicht erwähnt worden, wenn nicht der Stadtverordnete Hoff- mann II in seiner Rede über die Sozialdemokratie in ver Stadtverordnetenversammlung ein paar kolossale Dummheiten begangen hätte, die selbst für einen Konservativen auffällig find. Dieser Herr, der allgemach zu einer humoristischen Figur in der Stadtvirordnetenversammlung geworden ist, versuchte fich nämlich von dem Vorwurf zu reinigen, öffentlich eine Un« Wahrheit gesagt zu haben, als er sagte in Berlin seien gesunde Ardeiterwohnungen für 100 bis 120 Mark zu haben. Er stellte es nun sehr ungeschickt an. Statt etnzu sehen, daß eine Thatsache, die aus den stenographischen Berichten sofort bewiesen werden kann, fich nicht ableugnen läßt, versuchte er dennoch das Unmögliche und wagte es direkt abzuleugnen, eine solche Aeußerung jemals ge- than zu haben. Er unternahm es, seinen Worten einen voll» kommen anderen Sinn unterzulegen und wollte nur folgendes gesagt haben: ES sei schwer» einem Arbeiter eine Wohnung für 200 M. zu vermiethen, wenn man ihm nicht Asterver» miethung gestatte. Dann stelle stch für den Arbeiter der Pret« der Wohnung aus 100—120 M.(!) Man kann nur Mitleid über die ThorheU de» Rechtsanwalts empfinden, fich durch solche Verdrehungen auS der Schlinge heraus,»winden. Herr Hoffmann scheint auch die Schwäche seiner Pofition empfunden zu haben, denn er suchte fie durch ganz unflätige Schimpfereien und Verdächtigungen auf die Arbetter zu ver- decken. So leistete er fich folgende Ausdrücke:„Die Penn« brüder, welche sozialdemokratische Versammlungen besuchen, wollen über mich richten!"—„Die Tellersammlungen, die für sozialdemokratische Führer in den Versammlungen unternommen werden, kosten dem Arbetter viel mehr, als die angebliche Ver« theuerung der Lebensmittel durch die neue WirthschaftS« politik."—„Wenn man von ernsten Dingen in der Stadtverordneten- Versammlung) spricht, da lacht die Bande"(die Arbeitervertreter find gemeint)!— Dies« Proben dürften genügen I Daß die hochgebildete Versammlung durch solche— Worte in einen wahren Begeiflerungstaumel versetzt wurde, ist aber so selbstverständlich, wie daß der eine Arbeiter, der das Wort zur Wieverlegung nahm, niedergebrüllt wurde. — Die Aibetter verlieren wirklich nichts, wenn fie diesen Ver sammlunaen überhaupt fernbleiben. bfa. Die öffentliche Generalversammlung der Berliner Maurer, welche am Sonntag in„Sanssouci " unter Vorfitz deS Herrn Lehrend stattfand, um über die geeignetsten Mittel zur Erreichung deS Stundenlohnes von 50 Pf. zu beschließen, war sehr zahlreich besucht. Als Referent sprach Herr Bock. Treffend charakiertfirte der Redner die„Taktik", welche die Meister und BaugeschästSinhaber befolgten, indem fie die in Ausficht gestellten Verhandlungen mit der Vertretung der Ge« sellenschaft so lange hinauSzuschteben suchten, biS nach erfolgtem Eintreffen der di» jetzt noch durch den Eisgang in den Kanälen zurückgehaltenen Schiffsladungen mit Sieinen und anderem Baumaterial der Beginn der eigentlichen Bausaison eingetteten wäre und dann der Zuzug billiger Arbeitskräfte auS den Pro- vinzen begonnen hätte und seinen unheilvollen Einfluß auf den hiesigen Bau-ArdeitSmarkt gellend machen würde. In der Vorausficht, daß in diesem Jahre vor Ende des nächsten MonatS kaum Arbeit von nur einigem Belang hier zu haben sein werde, müßten die auswärtigen Kameraden auf's Nachdrücklichste davor gewarnt weiden, j-tzt hierher zu kommen. Noch sei die Lage eine traurige, denn viele der kaum erst begonnenen Baue hätten wegen Mangel an Steinen zum Thell oder vollständig wieder eingestellt werden müssen. Dagegen lasse fich freilich nichts thun, als abwarten und fich in immer weiterem Umfange dem Verein zur Wahrung der In,«reffen der Berliner Maurer an schließen; denn unter der Voraussetzung, daß die große Mw Imitat der hiefigen Maurer der Drganisation angehörr, wäre ja jeder Streik von vornherein unnöthig und würden die be- rechtigten Fordemngen der Gesellen keinem Widerstande be- «egnen. Referent empfiehlt daher schließlich die Aufrechterhal- mg der am 17. Juni v. I. gefaßten Resolution. Herr Behrend verbreitete fich besonders Über die Nothwendigkeit der Beseitigung der verderblichen Akkordarbeit. UV or allem wäre der Magistrat verpflichtet, dafür zu sorgen, daß dieselbe bei den städtischen Bauarbeiten vermieden und den bei diesen Bauten beschäftigten Maurern der Stundenlohn von 50 Pf. gezahlt wird. Dazu müßte aber auch daS jetzige grundver- Verbliche SubmisstonSverfahrm anf solide BafiS gestellt werden. Pflicht deS Magistrats wäre ei ferner, dafür Sorge zu tragen, daß die Steuereinschätzungskommiifion jeden Maurer nur nach der Höhe desjenigen Lohnes zur Steuer ver« anlagt, den er in Wirklichkett erhält. Auch theille der Redner mit, daß in Folge der Betheiligung am jüngsten Kongreß bereits sechs hiefige Maurer von ihren Meistern entlassen wur« den. Herr Lehmann hebt hervor, daß es eine ganze Anzahl solider Meister hier gebe, welche die Schädlichkeit der Akkord- arbeit erkannt hätten und mit ihrer Abschaffung einverstanden seien. Herr Weise betont unter Hinweis auf da» Vertrags« widrige Verhalten der Meister und Baugeschästsinhaber beim Streik im Jahre 1872, daß fich die Gcsellenschaft niemals auf die Zusagen der Meister, sondern einzig und allein nur auf fich selbst verlassen könne. Herr Born, welcher der von den Meistern nach dem Klubhaus« einberufenen kombinirten Ver- sammlung(von Meistern und Gesellen) beigewohnt hat, findet es sehr wunderbar, daß die Meister, welche doch der größeren Mehrzahl nach auch einmal Gesellen gewesen seien, an die Gesellen die Anforderung stellten, ihnen Mittel und Wege an- zugeben, wie den Mißständen und der Noch der Arbeiter ad- geholftn werden könne. Herr Schmidt empfiehlt den Berliner Meistern daS Verhalten der Maurermeister von KottbuS zm Nachahmung. In KottbuS hätten fich Meister und Gesellm über die Lohn- und Arbeitsbedingungen rasch verständigt und seien jetzt vollständig einig. Herr Scheel und Herr Wille empfehlen eindringlich den ausnahmslosen Beitritt zum Verein und begründet letzterer die nachstehende von ihm eingebrachte Resoluiion:„1. Die heutige Generalversammlung der Berliner Maurer rc. erklärt fich mit den Ausführungen deS Referenten einverstanden."„2. Sämmtliche Anwesende verpflichten fich, dem Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer auf allen Bauten ihatkrästtg beizusteuern und die am 17. Juni v. I. ge« faßte Resolution zu Gunsten eines Stundenlohns von 50 Pf. und einer zehnstündigen täglichen Arbeitszeit voll und ganz zum AuSirag zu dringen. Herr Bock machte in seinem Schluß- wort darauf aufmerksam, daß da» Verhalten der nur von etwa einem Drittel der Gesammthett aller Ardettgeber eingesetzten Meister- Lohnkommisfion nicht maßgebend für daS Verhalten der übrigen Arbeitgeber sei, während die Gesellen- Lohnkom« misston thatsächlich von der Gesammtheit der Gesellensckaft gewählt worden sei. Bei der alSdann vorgenommenen Abstim- mung wurde die Wilke'sche Resolution einstimmig zum Be- schluß erhoben. Hieran reihte fich noch eine längere Diikusfion über„Verschiedenes", wobei Herr Scheel selbstbewußtes Auf« treten gegenüber solchen Polirern oder Meistern anempfahl, welche das Einsammeln von Beiträgen zum Generalfonds auf ihren Bauten verhindern wollen. Herr Krieg theilte mit, daß der Maurermeister Zoche erklärt habe, fich lieber nur Gesellen aus der Provinz einzustellen, als einem seiner Maurer einen Stundenlohn von 50 Pfennigen zu bezahlen. Herr Schulz machte den überwachenden Beamten auf einen Bauge« schästSinhaber Otto und seinen Polier R-x aufmerksam, welche, wie Redner behauptete, vielfach die Baupolizeioorschristen aufs 8 löblichste zu verletzen gewohnt seien und Leben und Gesund« eit der Arbetter gefährdeten. Herr Schmidt verliest ein Schreiben aus Braunschweig , wonach dortselbst Arbeitskräfte auS Berlin sofort Beschäftigung finden könnten. Redner spricht seine Bedenken gegen das Schreiben aus, da doch an Maurern daselbst kein Mangel vorhanden sei. Ein Unterstützungsgesuch eineS seit längerer Zeit kranken Kameraden wurde der Kom« mtsfion überwiesen. Schließlich wurde noch ein Antrag ein« stimmig angenommen, behufs besserer Information der Lohn« kommisfion auf allen Bauten statistische Fragebogen über die ArbeitSverbSttniffe(Lohn, Arbeitszeit rc.) verbreiten zu lassen. tb. Mit polizeilicher Auflösung endete die Versamm« lung der Arbeiterinnen im Norden Berlin », welche am 12. d. M. im Weddingpark, Müllerstraße, unter Vorfitz der Frau CantiuS abgehalten wurde- Die Diskusfion ließ an Lebhastig« keit nichts zu wünschen übrig und veranlasste gar seltsame Enthüllungen. Frau Cantius referitte über da» Thema:„Zwecke und Ziele der Ardeiterinnendewegung". Sie legte den Ar- beiterinnen dringend ans Herz, mit dem bisherigen Personen« kultuS zu brechen, mit den Führerinncn schärfer ins Gericht zu gehen und denen mehr Gerechtigkeit widerfahren zu laffen, die in Wahrheit daS Wohl der Ardeiterinnen im Auge haben. Sie stelle sich nicht als„Führerin" hin, sondern als Dienerin der Allgemeinheit: fie bitte nicht um Vertrauen, sondem werde warten, biS man in richtiger Erkenntniß ihr Vertrauen werde entgegen dringen. Nicht die 50 Mark, die Erau Büge, nicht die 100 MI., die Frau Kranckemann von ertn Stöcker erhalten— auch Frau Vötting und Frau Wal- ter hätten demselben nicht ferngestanden und wäre dieser Um« gang voraussichtlich nicht unbelohnt geblieben— seien ausschlaggebend für die Arbeiterinnenbewegung, sondern nur eine feste Organisation. Die Arbeiterinnen müßten fich selber Helsen , die Führerinnen nicht unter falscher Flagge segeln, sondem stch offen zu einer Partei bekennen. In den Händen der Arbeite« rinnen liege eS, die Verhältnisse zu bessern, indem fie stch Orga- nisationen anschließen und voll und ganz fich den Bestrebungen der Arbeiterinnen- Bewegung anschließen. Sie sollten fich durch die Vorkommnisse nicht abschrecken laffen, sondem nun erst recht für die gute Sache einireten. Grade im Norden sei eine Organisation, eine Bewegung unter den Arbeiterinnen sehr nothwendig. Wenn der„Nordverein" nicht zu neuem Leben erweckt werden könne, müsse ein neuer Verein gegründet werden. Herr Kunkel sprach fich in demselben Sinne aui. Frau Schröder kam sodann auf die Kaffenverwaliung deS „NordvereinS" zu sprechen und schilderte, in welcher Weise die Vereint lasse von den Vorstandidamm..angepumpt" worden sei. Frau CantiuS räumte ein, auch 80 M. geborgt zu haben, zu wohlihätigen Zwecken für Herm Kunkel, davon seien 18 M. zurückgezahlt. Sie werde die» nie wieder thun, eher zu 10 Juden borgen gehen. Frau Walter habe übrigens bedeutend mehr„gezogen"! Herr Kranckemann erklärte sodann unter großer Unruhe der Versammlung, Frau Büge und seine Frau hätten auS der Bewegung ein Geschäft gemacht, in Folge dessen habe er fich von seiner Frau getrennt. Hunderie von Mark hätten dieselben bekommen. Durch eine Karte sei er zu Herm Stöcker beschieden worden. Derselbe habe ihn gefragt, ob er fortan in konservativem Fahrwasser segeln wollte? —„Jawohl!" habe er geantwortet! darauf habe ihm Herr Stöcker 50 Mark gegeben, die er anständig durchgebracht habe.—«Wir unsererseits wollen hier gleich lonstatirm, daß wir mit diesem Benebmen deS Herrn Kranckemann keineswegs einverstanoen find. Wir ersparen uns abstchtlich die richtige Bezeichnung für eine derartige Handlungsweise, und möchten vorläufig nur hoffen, daß der Berichterstatter Herrn Krancke- mann mrßverstanden hat. Im andern Falle dürfte eine mergische Antwort der gesammten Berliner Aibeiterschast nicht ausbleiben. Im Uebrigcn aber zeitigt die Ardetterinnen-Be- wegung in letz er Zeit so sonderbare Früchte, daß wir e» uns vorbehalten müssen, auf dieselbe in besonderm Betrachtungen zurückzukommen. Red. d.„Berk. VolkSbl.")- Im weiteren Verlauf der Ausführungen des Herrn Kranckemann erfolgte die Auflösung der Versammlung auf Grund deS§ 9 des Sozialisten- M-Ito 8.«.WM« I.««! IM» rnw«« iSüi 1. lange nicht in der nöthigen Weise vorhanden sei. Der Arbeiter hoffe stet», stch einmal m eine bessere Lage zu bringen un> doch gelänge dieS von 1000 kaum Einem, die andern 999 müßten fich mit dem Sprichwort:„Hoffen und Harren macht manchen zum Narren", vertraut machen. Es läge dies in der ganzen heutigen Produktionsweise; in allen Gewerbebetriebetr werde die Maschine und mit dieser die jugendlichen Arbeits« kräfte immer mehr und mehr angewandt. DaS ganze ProduktionS« system gehe darauf auS, die qualifizitte Arbeit unnöthig zu machen- Bald werde daS Handwerk ganz verschwinden und man wird fich um die Lehrlingsfrage nicht mehr zu streiten haben, et wird, wie e» heute schon vielfach der Fall sei, jedes Grwerbl ohne lange Lehrzeit auszuüben sein. DaS Angebot von Hände« wird fich stetig mehren und die Löhne, obwohl heut schon un« auskömmlich, werden noch mehr finken, wenn diesem Syst«« nicht ein energisches Halt geboten werde, was momentan nur nur durch erne straffe Organisation»u erreichen ist. Redner betont, daß heute oft Leute, die 10—15 Jahre an einer Stelle arbeiteten, und fich deshalb für versorgt hielten und glaubten- fie brauchten fich um nicht? zu kümmern, plötzlich arbeitSlot auf den Damm gesetzt würden. Darum müsse die Erkenntnis fich endlich Bahn brechen, daß ein Einzelner Nichts, die ge« schloffene Masse aber alles sei. Die Kollegen müffen zunächst allen kleinlichen Hader fallen lassen und nur daS eine großr Ziel der Organisation in's Auge faffen, nur dann werde mlNi Erfolge erzielen. In der Diskusfion sprach fich Herr Schulz i« ähnlichem Sinne au». Nach der hierauf erstatteten Abrechnung vo« V-rgnügen am 20. März ist dabei ein U-berschuß vo« 49,60 Ä. erzielt worden. AlSdann wurde die Frage dedattirt- ob eS räihlicher fei, einen Aklordtarif oder einen Minimallob«« tarif aufzustellen? Die Meinung sämmtlicher Redner ging dahi«- daß bei der großen Verschiedenheit der ArdeUSmittel und du Eintheilung in der Armaturenbrarchc das letztere das alle!« Mögliche sei. Die Fachlommisston wird fich in nächster Zeil näher mit dieser Frage zu beschäftigen baden. Die nächst' Versammlung findet am Sonnabend, den 8. Mai, beiGratwe« statt. Die Zahl- und Aufnahmestellen deS Vereins befinde« sich bei den Mitgliedern Ritter , Skalitzerstt. 117; Kraus« Solmstraße 49; Arndt, Zedenickerstraße 7a; Wrede», Weißenburgerstr. 69, und E. Müller, Landwchrstr. 9; W Arbeitsnachweis bei W. Eggert, Scklegelstr. 30. * BezirkSverei« des werkthätigcn Volkes der Schö«« hauser Vorstadt. Heute Abend 8'/, Uhr im Lokale vci Herrn Jakoby, Landsbergerstraße 82, General aersammluiw TageSoidnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines RcailolS 3. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über:„Daß Verhält«» deS JudenthumS zum Antisemitismus". 4. Verschieden� 5. Fragekasten._ Letzte Nachrichten. Das neueste von der Pforte in Betreff der EntwaffnuA Griechenlands an die Mächte gerichtete RundschreidiJ hebt hervor, daß nunmehr, wo die bulgarische Angelegei-H«' durch die Zustimmung deS Fürsten Alexander zu dem Konferc«» beschlusse erledigt sei, Mittel gesucht werden müßten, um de« Stande der Dinge an der griechischen Grenze ein Endels machen, da die kriegerische Haltung Griechenlands die Pfo? nöthige, dauernd bedeutende Ausgaben zu machen, um P Armee auf dem KriegSsuße zu erhalten. Dem„Standard" zufolge würde G l a d st o n e im II# Hause wichtige Abänderungen seiner Homerulevorlagen% kündigen; die irischen Mitglieder sollen im Reichsparlamo» belassen, das Vetorecht der Regierung ungemein verstärkt � der finanzielle Theil sehr starl mod fizirt werden. Au« Rußland kommen Nachrichten über die Entdeck«? der Vorbereitungen für ein Attentat auf den Czart» Kaiser Alexander wollte auf seiner Reise nach Südrußla� von Livadia aus auch Nowotscherkaffk im Lande d-r D? kosaken besuchen. Diese Absicht ist plötzlich aufgegeben,% zwar, wie man der„Voss. Ztg." schreibt, weil die Polizei? Nowotscherkaffk etwa 3 biS 4 Stunden von genannter 6% auf einem Vorwerk nameni Aluta ein großes Qua««? Dynamit und Bomben entdeckt hat. Wettere Recherche«? gaben, daß der Eigenthümer dieser Sprengmaterialien, die einem Brunnen versteckt waren, der Sohn eines Koso? osfiziers ist. Er wurde denn auch verhaftet und aus«J graphische Weisung von dort auch sein in Petersburg siudü; der Bruder. Eine Nachricht desselben Inhalts hat auck' „Times" erhalten. Am Montag früh baden in Stettin der„N. Stet Zeitung" zufolge im Ganzen 120 Schmiede, in der Med Schiffsschmiede, ihre Arbeit im„Vulkan" niedergelegt. dreser Arbeiter kehlten jedoch bald wieder zur Aide zurück.. Der„Monitcur de Rome" erörtert die Eventualität,% in Folge der finanziellen Verlegenheiten der bayrischen ßob% lasse der König von Bayern abdanken würde; für%% Fall hofft das vatikanische Blatt auf die Ernennung des Ä Herrn v. Franckenstein zum bayrischen Ministerpräsidenten. M wird am Ende HerrWindthorstVertreter Bayerns im Bunvesr««?, Am Sonntag, den 11. April, dem Geburtstage Lassalli, hatte, die Polizei in verschiedenen rheinisch- westfälische«, ,Z dustriestadten Mühe, rothe Fahnen von schwer zugängl� Punkten, Telegraphenstangen, Telephonleitungen, hohen B# wipfeln u. s. w. zu entfemen., j Am 10, hat in Dresden eine starkbesuchte Versaw««� von Baumeistern und Bauunternehmern statta<fundrfl<i welcher die Gründung eines Verbandes gegen die% bewegungen der Maurer beschlossen und vre Grund, üae*5 ® rSÄ �L�etzt wurden. Man einigte sich dahin, L „rücksichtsloser Ent,chiedenbeit jeder Wühlerei" entgegen»� - So meldet die„Voss. Ztg." Man steht, wie die zusammenhalten, mehr als vielfach die Arbetter. Kleine Wittheilungen.. j °uf den hiefigen Thonwerlen. wo zirka 120 Mann bes� sind, eine Revolte zu veranstalten und drangen in die %%%& zrar ü Jp�nwürfe. Auch dar Revolver wurde gebraucht', der Aiberter wurde durch einen Schuß so schwer verletz'', WMWMMH � waschen und schießen nicht auf ihre Brüder-� ätJ MMsM-s Genossin, welche wegen eines speziellen Falleö S wonung gezogen wurde, verralhen.
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