frage näber zu unterfuchen, wollen wir nur darauf hinweisen, bay in feiner deutschen Stadt, Wien nicht ausgenommen, fo viel Gelegenheit zur Pflege des Gefangel geboten if, als in Berlin . Es best ben in Berlin nämlich, verbürgten Biblungen radh, mindestens zweihundert Gesangvereine, und dabei find bie vielen wilden" Gesangvereine richt einbegriffen. Mytho logie und Fora ft b geplündert, um nur die vielen Namen für die einzelnen Vereine abgeben zu lönnen. Da findet man Die Bezeichnungen Opbeus, Euterpe, Apollo. Erato, Philomele, Lohengrin , Fliegender Holländer, Sirene, Waltüre, Sänger gruß, Sängerfrets, Widesluft, Nordstern, Harmonie Fides, Jugendluft, Maiglödchen. Schneeglödden, Eintracht, Harmonta, Deutscher Gefang, Funle, Salde: öllein, Liederschat, el cual, Modeftia, Lorbeer, Vineta, Hoffnung, Glodentiang, Gesangfreunde, Fidelitas, Alpen glüben, Frobfinn, Bufriedenbett, Hoffnung, Alfordia, Weiße Schleife, Treue, Brüderl chleit, Ramerab, Eichenfrans, Friedrichshain , Fob und Frei, Sorgenbrecher, Bruderbund, Steinnelle, Weften, Toni, Friede und Eintracht, Glid zu, Ronftantia, Lätitia, Lderhalle, Lerche u. f. w., u. f. w. Dieser Reichthum an Vereinigungen, die mit Jabrunft den Chor und Quarteltgefang pflegen, bat anscheinend etwas Er schreckend Unteimliches. Doch bei Lchte besehen, ist die Sache nicht so schlimm. hat doch jebes Städtchen mit viertausend Einwohnern mindestens seinen Gesangverein, und wenn man bie fünf Viettelmillioren Berlins durch weihundert theilt, so ift die Alage über die Gesangvereins Meierei in Berlin noch immer nicht gerechtfertigt. Allerdings wäre es biffer, wenn frogbem auf dem Boden des Gesanges in Berlin nicht bic große Berspitterung berrichte, wie fte thatsächlich herrscht. Bielleicht schwänge fich Berlin au der ihm von Rechtswegen gebührenden Stellung in der Pflege des Runfigefanges auf, ftatt day, wie bisher, die überwiegende Mehrzahl der Gesang vereine lediglich dem Geselligkeitsbedürfnisse beschränkter Kreise bient, doch ist dies eine alte Klage, die wir hier nicht des Breiteren wieder aufwärmen wollen.

-

Ein junges Walroß Trichechus rosmarus- it im Berliner quartum eingetroffen. Der Zoterbänoler Haaen. bed in Hambu g erhielt es aus Tromsoe, wobin es Waflich­fänger aus Spizbergen gebracht haben. Dieser interesante, nunmehr zum zweiten Male ausgestellte Vertreter der floffen. füßigen Säugetbiere befindet sich im fünften oder jechften Monat feines Lebens. Die Bäbne find noch nicht zum Durch bruch gelangt, wesbalb seine Nahrung zunächst aus Milch be fteht, wovon er täglich 8 Liter trinti. Aukerdem erhält er das feingefchabie Fleisch eines Scheftiches. In seinem Verhalten aleicht das Walrog bem früber gezeigten auffallend. Dem Wärter folgt es auf Schritt und Tritt und wahrscheinlich wird es bald wie ines Proben seiner Intelligens durch Vorführung einiger Runfiftüdchen ablegen tönnen. Unter den übrigen Nu erwerbungen des quariums verdient die in vielfacher Richtung intereffante Brüdenechfe( Hatteria punctata) bervorgehoben zu werden. Der noch im jugenoitchen alter befindliche, grau ge färbte Saurier bat die Länge von einem halben Meter, der Leib ist gedrungen, Kopf oierieitig, Gliederbau trärtig, der Schwans seitlich aufammengediüdt; an den fünf 8 ben der Border und hinter fuge befinden fib turze scharfe Rrallen. Charakteristisch ist der im Naden und längs des Rüdens laufende, aus weißen spisen Dornen gebildete Ramm, welcher an die fabelhaften Bebedungen von Drachen und Bafilislen erinnert. In Betreff des inneren Baues haben die Forschungen feftgestellt, daß diese Edse ein Kriechibier ist, welches im Großen und Ganzen zu den Edechsen gehört, in einigen wichtigen Bildungsmertmalen jedoch auf der Stufe der Lurche stehen geblieben ist und ebenso andere Anpaffungsmerkmale nach Art und Weise der Solodile und Schlangen ausgebildet bai". Die Srimath der Hatteria it Neuseeland , bort lebt fie in Höhlen oder auf fandigen Hügeln an der Käfte und ist jetzt sehr felten, da fie wegen ihres Fetiches von den Eingeborenen lebhaft verfolgt wird. Soon 1867 sprach ein Risenber die B: fürchtung aus, die Brüden echie werbe wahrscheinlich binnen Rurzem zu den ausgefto benen Ehteren su sablen sein. Das Exemplar des Berliner zäblen Aquariums ift ein gutartiges Geschöpf, das willig alle Unter fuchungen an fich vornehmen läßt.

"

Die unentgeltliche Vertheilung des Theatersettels fordert die Nat. Btg." Mit Recht nennt fte diese Fo derung innerlich und äußerlich begründet. So wenig wie man im Restaurant die Spetiefarten extra bezahlt, wenn man fich aur table d'hôte nieberfest, bat es einen Sinn, extra für den Führer Durch die giftigen Genüffe zu bezahlen, bie im Theater ge boten werden. Daß in der Bioris bas E fteben eines Theater gettels an der Thür des Eingangs zum Jnnenraum fich febr läftig macht, weiß jeder Theater befucher aus Erfahruna. Ja der rechten Hand die Theater billets, in der linken bas Open glas für fich und die Gitlin, über dem Arm ein leichtes Luch für das Hinausgehen während der Boischenalte, von Nachkom

hebren lönnten. Ist, wo ihnen durch den in allen größeren hebren lönnten. Jst, wo ihnen durch den in allen größeren Theatern eingeführten Garderobenswang eine neue Einnahme quelle erfchloff n ift, darf man es um fo mehr fordern, als die befellung der 3- tiel die Theater nichis loftet, sondern ihnen Dieselben von den Unternehmen, welche Anzeigen für fie fammeln, unentgeltlich geliefert werden. Wir haben n'chts gegen das Aufgeld am Vormittag, richts gegen das Garderoben gelo, gönnen den Theatern die Einnahmen aus den Tunnel pervachtungen Dervachtungen- da find überall Leistungen und Gegen leiftungen. Aber der Theaterzettel dürfte nicht gtra besteuert sein. Er ist es auch nicht in E gland, Frankreich , Amerita. Es ist aus nicht das Programm in unseren Konsertfälen be fteueit, auch die Programme nicht, weiche ganze Z glaußzüge zu den aufgefüh ten Ruft'p ecen enibalten. Die Bühne, welche mit der angeregten Neuerung voranginge, würde fich ein Ber dienft erwerben, das vom Putlum hoch angeschlagen werden würde.

Billards waren im Jahre 1786 in folgenden Berliner Raffeebäufern aufgeftellt: bet Arnoldi in der Kronen ft. oße, bet Böhn in der Königstraße, bei der Wittwe Többert auf der Stechbahn, bet Fehr in der Königstraße( im englischen Kaffeebaufe), bei Graumann in der Behrenstraße( im foaia lichen R.ffeebaufe), bei Mierde in der Tauben firaße, bei Beschle Unter den Linden( Stapt Rom), bei Schmidt neben der Bost und im jidischen Raff ebause von Philips Fald in der Span dauerstraße. Sernac scheint el, tote der Ba" schreibt, daß die Billards in Berlin eine ziemlich frühe Verbreitung gefun ben baben; fiüber jedenfalls Der Ausdehnung nach als am Roets, of wohl dort die Berührung mit Frankreich , bem Baterlande der seit dem sechszehnten Jagrhundert auftretenden Billards, im Allgemeinen eine engere ift.

-

" 1

-

Das Urbild des Berliners" festzubalten, hat sich ein Verein zur Aufgabe gefest, ber so ben in der Bildung begriffen so.ben ift. Es läßt ft nicht leugnen: auf den erßen Blid eisch int Die Ankündigung etwas verfänglich, es fteigt etwas von dem Dunft der Weißbierstube und vom Geift bes Pbilisterthums herauf, man lönnte auch glauben, baß das id" und" wat" und bet" zu Ebren gebracht werden foll. Nach den uns ge gebenen glaubwürdigen Verficherungen soll der neue B- rein fich indefen die Aufgabe gestellt baben, in der schnellathen­den Belt denjenigen, was in dem Ucbiilinerthum gut und be rechtigt war, eine Insel zu bereiten, auf die es fich retten tann. Die Beitritts bestimmungen follen fo getroffen werden, daß Gründe der Empfindlichkeit den Anschluß nicht verhindern

würden.

Ein Gönner der Kunft. Die Bewohner des Südoftens und aus moal in anderen Stadtteilen fennen sehr wohl den alten Holmuflanten", der mit seiner 8 ebbarmonila und in Begleitung eines etwa vierzehnjährigen täsmens auf den Ber liner Höten fetne Runft vetübie. Er fang als Ror tursent der wieder erftandenen Karrende me ft geiftliche, liebliche Lieder und er hatte bier vor dem genannten mebiftimmigen Jugendoor entschieden das Do: aus, daß die über mindestens diei öfe hinweg önende überlaute Singfiimme feiner jugendlichen Be hinweg önende überlaute Singfiimme seiner jugerblichen Be gleiterin die allgemeine Aufmerfiamteit, wenn auch nicht gerade Bewunderung, auf sich sog. Nun wohnt da im Südosten der Stadt ein altes Ebepaar; er ist ein früherer Bädameister, der, wie er gern felbft erzählt, einige Laurend Thaler zusammen gebacken hat. Beide Alten find ein wenig sowerhörig, woraus es fich erflären mag, daß fie an dem lauten Gefange der jungen Begleiterin des Hofmufitanten besonderes Woblgefallen fanden. Ste batten schon öfter bnoon geip oben, bas junge Madden ins Haus zu nehmen; schon damit das schöne Alavier in der guten Stube boch nicht ganz unbenust verftaube, sollte fte dann Muft unterricht erhalten, auch Gefanguntersicht; wir weiß, ob nicht eine beimliche Lucca in dem armen Wesen steckte, welche die wohlthätigen Bädersleute zu entdeden urb ausbilden zu laffen berufen waren. Freilich müßte das Mädchen, so meinten die beiden Alten, die Funktion der Dienfimaab über nehmen und fi auf diese Weise nüßlich machen. Bald nach dem dies im Familienrath befaloffen war, batte der Bäder meifter a. D. mit Louise- so beißt Die laute Sängerin- eine gelegentliche Unterredung auf dem Hofe und seit dem 2 Oft., Abende, ift fte im Hause des Rentiers, der an diesem Zage feine Dienstmagd entlief. Seit iner Beit erfch int auch all­wöchentlich zwei Mal der Mufillehrer und Louise säubert dann schnell in der ve die Finger von den Spuren des Rartoffele schälens oder des Rochirpfes und versucht, dem Pianino Töne au entloden. Wer fest iner Beit die Rentiersleute besucht, wird nicht umbin lönner, Lieschens Lite Rose" auf dem Klaster zu bewundern, und wenn er ein guter Bekannter der Familie it, dann fagt der Alte mit einem unbeschreiblich wichtigen fichtsausdruce: Lieschen finge mal" nnd alsbald

während des Bergnügens die Herren Ihrer Rauchlußt nach Pelieben fröhnen burrten" und der Bräutigam der verunglüdten Dame in seiner Ungenirth it" deren Rield in ad geftedi. Ein Vorwurf ist weder dem Vorstand noch den Zeilnehmern des Rauchens halber au machen, da es wohl bet allen B gnügungen fämmtlicher Arbeiter sowie der böberen Riaffen" jum guten& fchmad" gebört, fich dem Genuß des Rauchens in mäßiger Weise hinzugeben, fel ft im flaffichen Stongert saal der Boilharmonie. Daß bei beffiren Ronjeitauffüprungen bas Rauchen unterbleibt, weiß der Vorstand ebenso gut als bes Berichte flatter und feine Gewäbrsmänner, bie Bedier steten ber, Philharmonie". Nach Aussage mehrerer Beugen hat die Dame thr Unglüd einsig und allein ibrem, in threr Nähe gefeffenen Bräutigam zuzuschreiben, der sich aber, anftati fid für die erwiesenen Hilfeleistungen banfbar zu zeigen, in book ungiemender und gerausfordernder Weise benahm, indem er nicht nur eine Entschä loung verlangte, fondern die bilfe leiftenden Berfonen mit G.obbetten regalitte. Der Borland würde, intem er der Dame fein tiefftes Bedauern auspricht, gern bereit gewefen fin, eine Entschädigung zu leiften, muf aber ang fibis der Nebenumfiände darauf verzichten, foaie jebe Berantwortlichkeit zurüdweisen, da ein derartiger U igluds fall in jedem Lolal unter denselben Umständen entfteben fan Die geehrten Redaktionen der übrigen 8 itungen bitten wir um Abdruck dieser Entgegnung. Der Vorstand der Berliner Berwaltungsstelle der Krankenkasse der Buchbinder( E.§.).

-

Thell

Von einem dreiften Betruge erzählt das Berl. Tabl folgende Geschichte: Herr Referendar 5. aus Hambur nicht wahr?" Mit diesen Worten wandte ein elegant gefle beter Herr fit an dem Portal des Beugbauses an einen jungen Mann, der darob verwundert den Fragenden anbitdie. dienen!" gab der Hert Referen bat aur Antwort. Und m mem babe ich das Vergnügen? Ich bin der Archit Wilhelmi," erwiderte der elegante Herr. Können Sie nicht mehr unserer gemeinsamen Fabat nach lantenese e nern" Der Herr Referendar bedauerte aufrichtig, teñen nicht mehr enifinnen zu lönnen. Da der Frembe jedoch offenbar zu lennen schien und auch gar teinen so übles Einsiud machte, fo batte er durchaus nichis bigegen, als bes Architett eine gemeinsame Befitigung des Beugbaufes schlug. Dabet zeigte fich der Architelt to unterrichtet und wußte auch von Hamburg so viel zu erzählen, daß der Refe renbar den ferneren Vorschlag, au des Tages übrigen beisammen zu verleben, mit größtem Bergnügen anneh Nachdem man gemeinsam in einem vornehmeren R- ftauran gefp ift, machte man eine Wanderung durch Beiling Bi paläfte, und da es beren jegt eine flattliche Babl gib so war es nicht zu verwundern, daß der Ardit eft etwas spät den neuen Freund in seinem Hotel lieferte." Denn von den verschiedenen Eindrüden des La war der Hanseate gans berauscht", so daß er sich beim wachen am nächsten Morgen nur so viel erinnern tonnie, b Der Architekt um 10 Uhr wieder bet ihm sein wollte lange batte er noch auf das Erscheinen des Freundes warten? Darüber fonnte ihm Niemand beffer als feine U Aufschluß geben. Aber wo war diese? En jäber Gedank durchbaudi ihn. Er greift nach feinen Unausfprechlichen, wühlt und framt in deren Taschen, aber er vermag nur d Thai fache zu fonftatiren, daß auch das Portemonnaie seinem ganzen reichen Inbait verschwunden war. Daß einem Eragauner in die Hände gefallen war, das war nun wohl tiar. Bober batte der Betrüger aber so gen feinen Namen, Stand und Domizil gewußt? Durch die fachste Weise von der Welt. 6. batte fich mit einer fein B.sitenkarten im Bäbeler eine Site martirt. Is er nun Beugbaus in dem Hellebandbuch blätterte, war die Ra aur Eide und damit in die Hände jenes Menschen gefalle der aus dieser Vifttenlarte so treffliches Sapital für A schlagen wußte.

m

be

Unglücksfall durch Erblosion. In dem Lagerkeller Destillation von Brültom, W: angelfir. 59, war der Hausdien Lindemann vorgeftein Nachmittag in der fünften Stunde mi Dem Unfüllen von Epirits beschäftigt, welcher bor felbft i einer Anzahl großer Gebinde lagerte; er bediente fich dabei i unverantwortlichem Lechistan, ftatt der vorgeschriebenen Sid beitslaterne, eines offenen Lichts, an deffen Flamme fich freigewordenen Spiritusdämpfe( gplofton artig ent ündeten in weite er Folge den gesammten Jobalt des Faffes aut

bl

Gy

plofton brachten. Der bebauenswerthe Mensch wurde von b entflammten Flüfftsleit förmlich überschüttet und trug Bra berlegungen so bedenklicher Natur davon, daß er auf inor

bal

wird die Leste Rose" in allen Etegen des Hauses geböct. Wiederauftommen des Unglüdl den foll nur wenig Soffnu

Der Anwesende muß bann natürlich sein Kunsturtheil abgeben, und als neulich Jemand meinte, Lieschen finge mehr laut als

nung des fofort herbeigerufenen Arates unverzüglich in Krantenbaus Bethanien gefefft werden mußte. F vorhanden sein. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr hatten b

menden gedrängt, von Voraufgehenden behindert, im Isten deutlich, erwiderte der Bädermeifter, der die Neußerung wohl deren Inhalt, unter Besprengung der Bebinde, fich als feuri

Moment in die Tasche faffen, um nach dem Nickel zu suchen, das ist ganz baju angethan, den rubigen Gleichmuth au ser hören, mit dem man das but betreten sollte. Bislang bat man auf das Aufgeben der Bregis nicht gedrungen, weil man meinte, daß die Thraler de Einnahmen nicht gut ent

nicht genau verstanden hate: Jang recht, laut un deutlich, det is die Hauptsache vor ene froße Gingerta!

Budbinder in der Philharmonie gebt uns das folgende, be richtigende Schreiben zu: Die Behauptung ist unwahr, daß

bis dahin macht er mir die andern und auch den Korb unfauber. Ich halte nichts, was weglaufen will."

Lobe auf dem Fußboden verbreitet hatte. 8 vei Sprigen mufi erft längere Beit von der Straße aus du ch bie Rollerfen Zu dem Unfall bei dem Stiftungsfeft der E. H. der ihre Strahlen in den Brandberd ergießen, bevor ein Einbri gen in denselben überhaupt möglich war. Ueber den Rell raum ift das Feuer nicht binausgelommen, und in etwas e Ah!" fiel die Kleine ohne jebe Berlegenheit ein, Rohlfopf- Atmosphäre, die sich um mich verbreitete, burd die Nase in mein Hirn zog und dort meine Traumbevolle rung alarmirte, so daß fie in verworrenen Haufen aus ba Aber," sage ich mit einem legten Versuch, meine Nervenzellen hervorstürzten. Ich sah die schelmische Kirch gängerin übermüthig auf einer Weltfugel herumtanje Ihre Augen forderten mich förmlich heraus, fie um Nun", entgegnete die Kleine mit einem unnachahmlichen üfte zu faffen und den grünen Kranz auf ihren Loda Namen der Colleginnen überreicht und so roth wird, als unser Zusammentreffen." Und fort war fie, in das Ge- auf dem steilen Meridian aus und falle halb zerquet zu erhaschen. Aber während sie fortwirbelt, gleite i

schon einmal büßen soll für meine ganze nichtige Vergan genheit, als Lückenbüßer diene ich Jonen nicht. D! Da giebt es ganz Andere, de sich ein Vergnügen daraus machen, für mich zu schwärmen; vor Allem eine vollbesegte Mädchen­Schule, de ich in die Geheimnisse der deutschen Literatur und der Männeranbetung einweihe. Da ist der unaus­stehliche Badfisch, die Nosa mit dem krausschwarzen Locken­topf, welche mir stets am Geburtstage ein Bouquet im

hätte sie ein schlimmes Verbrechen begangen. Dieser R.fa, welche heuer ihre höhere Mädchenbildung vollendet, brauchte ich nur zu sagen, fie folle mit mir auch den Liebes-, Braut­und Ehe- Curfus durchmachen, meine Gedichte und vermischten Auffäße zuerst lesen, und sie wäre glech dabei. Nein, so

nichts vom Wochenmarkte.

Würde zu sammeln, dann hat ja der Kohlkopf seine Be­stimmung verfehlt."

Rnigen, dann bewahren sie ihn auf zur Erinnerung an dränge der Vorübergehenden hineingezogen. Ich aber ftand völlig verdußt da, den Rohlkopf in der Hand.

in die Spalte zwifchen zwei Rohlblättern

hinein.

bit

auf

jetzt entbedte ich erft, es war ein riesiger Robltopf ich, matt an allen Gliedern. Mit seinem Küchengartengeruch schien sich ein leichter, bem ihr beflügelter Schritt herumkreiste. Endlich erwa

unsagbarer seelischer Duft vermählt zu haben, der einen grausamen Ent chluß besiegte, das Symbol meiner Nieber­

ungestraft spielt man mit mir nicht, Du schlanker Tauge lage auf das Pflaster zu werfen. Ich nahm das Taschen. Ende haben. Wie ich die ganze Stadt durchwanderte Die Geschichte wurde mir zu toll und fie mußte i tuch und streifte säuberlich ben Staub der Kirchenschwelle herumspähte, wie ich endlich die Störerin meines Geel von dem stattlichen Rohlkopf ab. Dann tug ich ihn in friedens entdeckte und mit dem mumienartig znfammenge

Troßdem weiß ich nicht, wie es fam, daß ich mit dem leichtsinnigen Weltfind im allerliebsten Sommerkleidchen zu gleich die Kirchenschwelle überschritt. Einige Sperlinge

nach Hause. Freilich hatte ich nicht geringe Angst, daß mich mußte, daß die Botanik nicht mein Fach fei.

ba ber

jagten sich vor der Pforte herum, die wachsende Glühhige eine meiner Schülerinnen dabei ertappen würde, die wissen magische Bauber, welchen das neben dem Weihwafferteffe

genirte fie sehr wenig. Wahrscheinlich erschreckten diese ge­flügelten Gaffenbuben die Kleine, denn sie strauchelte ein wenig, daß übervolle Rörbchen neigte sich zur Seite und ein

In diesem Robltopfe fteďte ein rechter Ro­bold. Den ersten Tag hatte ich das fonderbare Ges

Rohltopf hüpfte aus dem unfreiwilligen Gefängniß. Run, ſchen auf bie Bücher und ba muß man doch galant sein. Ich bückte mich, hob den

beren malerische Unordnung einer Ergänzung bedarftig war.

Leben begann, das ist der reine Abenteurerroman.

ergab sich ohne Widerstreben.

So bin ich Ehemann geworden, bei meinen höheres Schriften hinaufgelegt, Töchterschülerinnen aber etwas in Miskredit gerathen. Un jetzt schreibe ich in den freien Stunden, in welchen ich night geben. Nun zeigte sich wirklich ein schmaler rother Streifen feine Madonna gewählt hätte. Und der feine Seelenduft zeug", worin ich haarscharf beweise, daß die Welt noch fet lag, und wollte denselben der unvorsichtigen Wärterin über zuleuchten, welche ein frommer Kirchenmaler schwerlich für sehr interessanten Abhandlung über Frauenauge und Grin

lange genect.

"

Darf ich den grünen Eremiten wieder in feine Belle

jährigen Musterpädagogen.

frömte noch immer hervor und ließ den

wächses vergessen. Am zweiten Tag, als sich schon eine

uns

aber

Fl

hineinstecken?" frage ich mit der Besonnenheit eines mehr Art Verwefungsgeruch ankündigte, wollte ich ben aufdrings Grünz ug. Und da es heute selbst der Cigarre nicht gelingt

Sie sah mich mit ihren verteufelten Augen groß an, lachte dann herzlich auf und erwiderte:" Dante, auf einen Rohlkopf mehr oder weniger kommt es nicht an und das Exemplar ist mir zu schmußig geworden."

H

Man tann ihn doch waschen," bemerkte ich als er

fahrener Mann.

und verbannte ihn nun in meine Schlaffammer.

lichen Rohlkopf zum Fenster hinauswerfen, allein nach den abgerissenen Gedankenfaden wieder in den leichten Raud einiger Ueberlegung fand ich, daß das nicht schicklich sei wöllchen zu erhaschen, so lege ich bas narkotische Kra Merkwürdig oft ging ich dann in mein Junggesellen Rüchenduft hereinziehen. Meine Frau hat ein fimmung volles Gemüth; auf dem Heerde brodelt in fanftgefchmoljen

Heiligthum hinüber; es war mir ftets, als ob ich etwas vergessen hätte.

Und in der Nacht wurde ich förmlich betäubt in ber

Butter Grünkohl.

Bin ich nicht ein glücklicher Mensch?

11210