Arbeitswagen so gegen die Wand gedrückt, daß er eine Quetschung am Schenkel erlitt und nach dem St. Hedwigs Krankenhause gebracht werden mußte. Im Laufe des Vormittags wurde die Leiche einer etwa 20-24 Jahre alten Frauensperson aus dem Wasser des Nordhafens gezogen und nach dem Leichenschauhause gebracht. Gegen Mittag fiel in der Markusstraße der obdachlose Arbeiter Kallinat von einem Arbeitswagen während der Fahrt auf das Straßenpflaster herab und erlitt dadurch eine nicht unbedenkliche Verlegung am Kopf, so daß er mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden mußte. Am Nachmittage war in der Hollmannstraße ein Knabe unbefugter Weise auf einen dort haltenden Wagen geklettert, fiel von demselben herab und erlitt durch den Fall auf das Pflaster eine Gehirnerschütterung. Als gegen Abend eine Verkäuferin in einem Fleischerstand der Markthalle in der Lindenstraße eine Gasätherlampe füllen wollte, entzündete sich ein Theil des vergossenen Aethers, wodurch sie einige Brandwunden an der linken Hand erlitt.
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Gerichts- Zeitung.
Die Rädelsführer des Spremberger Krawalls vor dem Schwurgericht.
Cottbus , den 18. November 1886. Erster Tag der Verhandlung.( Schluß.) Der ehemalige Polizeisergeant Schilling wiederholt im Wesentlichen seine früher gemachten Bekundungen.
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Verth. R. A. Hammerschmidt: Worauf begründet der Zeuge seine Bemerkung:„ Wenn Hubrich die Sache eingefädelt hat, dann fann er auch sehen, wie er mit den Leuten fertig wird?" Beuge: Ich erinnere mich nicht, eine solche Bekundung gethan zu haben. Ich habe dem Hubrich nach Kräften geholfen, ich weigerte mich nur, meinen Säbel zu ziehen. Ich hatte einmal die Vorgänge in Frankfurt a. M. im Auge und andererseits sagt unsere Instruktion: wir sollen nur den Säbel ziehen, wenn wir thätlich angegriffen werden. Allein weder Hubrich noch ich wurden thätlich angegriffen. Wenn ich dem Hubrich Folge geleistet hätte, dann hätte man gewiß zu mir gesagt: Sie alter Sergeant, der Sie vielleicht mehr Jahre Polizeisergeant find, als Hubrich Monate, Sie haben dem Hubrich Folge geleistet, anstatt ihn von ungefeßlichen Handlungen abzuhalten!
Vertheidiger R.-A. Schulz: Ist dem Zeugen bekannt, daß Hubrich im Schießhause die Gestellungspflichtigen mit Affe" und Laufejunge" angeredet hat? Beuge: Ich habe es nicht gehört, der Polizeisergeant Richter hat es mir jedoch gesagt.
Dr. med. Schichold: Ich habe gesehen, wie der Angeklagte Weder einen Stock in die Höhe hob, in die Menge hineinging und rief: Folgt mir, die Reichen leben von unserem Schweiße"; diese Aeßerung amüfirte mich, da es mir gar nicht so schien, als ob Weder schon einmal geschwist hatte. Ob Hubrich bei diesem Menschenfnäuel stand, kann ich nicht sagen. Schilling stand mit gekreuzten Händen da und als ich ihm fagte, er folle doch mit eingreifen, da sagte er: Wenn Hubrich sich die Sache eingebrockt hat, dann mag er sehen, wie er mit den Leuten wieder fertig wird.
Weder: Er habe wohl eine Redensart, wie sie der Beuge befundet, gehört, er habe sie aber nicht gethan.
Auch Schilling bestreitet wiederholt, dem Hubrich nicht geholfen, oder eine Aeußerung, wie die bekundete, gethan zu haben.
Kaufmann Merle bemerkt auf Befragen des Rechtsanwalts Hammerschmidt: Auf ihn habe die ganze Sache nicht den Eindruck einer Zusammenrottung, sondern den eines Auflaufs von dummen Jungen gemacht.
Krankenwärter Fellisch: Er sei von Hubrich zur Hilfeleistung aufgefordert worden; als er nun einen der Erzedenten arretiren wollte, habe Jemand aus der Menge gerufen:" Springt doch dem Kerl auf den Rücken." Wer dieser Rufer gewesen, wisse er nicht.
Vertheidiger Rechtsanstalt Hammerschmidt: Hat der Vorgang auf den Zeugen den Eindruck gemacht, als wenn es sich um eine sozialdemokratische Demonstration handelte?- Beuge: Das nicht, dazu schienen mir die Leute auch noch viel zu jung, ich glaube, die ganze Sache galt lediglich dem Hubrich. Fleischergeselle Harmuth: Er sei dem Krankenwärter Fellisch, als dieser von der Menge angegriffen wurde, zu Hilfe geeilt. Der Auflauf sei deshalb so groß geworden, da zu jener Zeit die Arbeiter gerade aus den Fabriken kamen. Die Ansammlung sei gerade an der sogenannten scharfen Ede gewesen; es stoßen dort fünf Straßen zusammen, deshalb seien dort Mittags stets eine Anzahl Menschen versammelt. Polizeisergeant Schilling habe zu einer Anzahl Leute gesagt: Seid vernünftig, Leute, und folgt mir", daraufhin seien die Leute anstandslos mit ihm gegangen.
Einige weitere Zeugen bekunden nichts Neues. Gegen 3 Uhr Nachmittags wird die Sigung auf morgen( Freitag) Vormittag 9 Uhr vertagt.
einer schwerbeschlagenen Thüre, die einer Festung genügt hätte. Er wies darauf hin:
,, Dort liegt mein Kindesglück begraben-im Waisenhaus. Sie wissen nicht, was das heißt im Waisenhaus", wenn man Mutterliebe gekannt. Es giebt einen bitteren Nachgeschmack für's ganze Leben, dies Alleinsein zu einer Zeit, wo der werdende Mensch am meisten Liebe braucht.
Mitleid für Liebe ein harter Tausch!
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Behn Jahre mußte ich ausharren in dem grauen Anzug mit der schwarzen Kappe. Und dann war der Jugendübermuth dahin mitsammt den rothen Wangen . Ein Berwandter meiner Mutter nahm mich damals auf, ein alter, schrullenhafter Mann, der in den Bureaux des Theaters beschäftigt war, und er führte mich in die Welt, aus der ich stammte, zurück, auf die Bretter. Fünfzehn Jahre alt, voll guten Willens, gewandt wie eine Kaze und begeistert für Sie Kunstman konnte mich brauchen als Negerknaben, als Pagen, als Gamin, als Löwen und als Bären. wie viel zauberhafte Stunden liegen mir begraben in dem alten Musentempel mit den Sandsteinfiguren im Giebelfeld und dem lächelnden Apollo am Vorhang. Bald hatte ich den Beruf lieb gewonnen und oblag ihm mit großem Eifer. 3u Hause studirte ich fleißig und wußte mit etlichen zwanzig Jahren so als hätte ich bessere Schulen hinter mir, als Als
Zweiter Tag der Verhandlung. Präsident Landgerichtsdirektor Krause eröffnet gegen 9 Uhr Vormittags wiederum die Sigung.
Der zunächst vernommene Polizei- Wachtmeister Sommer befundet auf Befragen des Präsidenten: Ich bin nicht der Meinung, daß der Krawall am 30. April ein geplanter gewesen ist. Als ich zu dem Krawall hinzufam, da forderte ich mehrfach auf, auseinanderzugehen. Da fich aber Niemand entfernte, so ergriff ich den Angeklagten Horn, der sich aber wieder losriß. Unter den Erzedenten, die fich nicht entfernten, befand sich auch der Angeklagte Henschke! Präs. Haben Sie bei dem Krawall singen gehört?- Beuge: Nein.
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Beuge: Jawohl,
Präs. Kennen Sie dies rothe Buch? das ist das sozialdemokratische Liederbuch, das ich einmal bei einer Haussuchung fand.
Präs. Bei wem fand diese Haussuchung statt?- Beuge: Bei einem gewissen Biber.
Präs. Wissen Sie, ob die gegenwärtigen Angeklagten Sozialdemokraten sind? Beuge: Ja.
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Präs. Woraus schließen Sie das? Beuge: Ich habe die Leute mehrfach in sozialdemokratischen Versammlungen gesehen.
Präs. Es fanden also in Spremberg oftmals sozialdemofratische Versammlungen statt? Beuge: In diesem Jahre nicht, aber im vergangenen.
Präs. Wer sprach denn in diesen Versammlungen?- Zeuge: Das weiß ich nicht mehr; in einer sprach Hasenclever, diese Versammlung wurde aufgelöst.
Präs.: Wen von den Angeklagten haben Sie in dieser Versammlung gesehen?- Beuge: Säbischka und Horn.
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Präs. Von den übrigen Angeklagten Niemanden? Beuge: Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber Anhänger der sozialdemokratischen Partei werden fie wohl sein.
Präs. Woraus entnehmen Sie das?- Beuge: Man nimmt das doch an, die Arbeiter in Spremberg sind ja fast alle Sozialdemokraten.
Präs. Sie find also der Meinung, da die Angeklagten Fabrikarbeiter sind, so werden es Sozialdemokraten sein? Beuge: Jawohl, fie waren ja auch bei Allem dabei. Präs. Wo waren sie dabei? Zeuge: Bei all' den Kra
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wallen. Präs. Und Sie sind der Meinung, daß Alle, die sich an den Krawallen betheiligt haben, Sozialdemokraten waren?- Zeuge Jawohl.
Präs.: Wird denn von der Polizei in Spremberg eine Liste über diejenigen Personen geführt, die sich zu den Sozialdemo fraten halten? Beuge: Jawohl, wenigstens sind diejenigen Personen verzeichnet, die zu dem Tuchmacher- Fachverein gehören.
er.
Vertheidiger Rechtsanwalt Hammerschmidt: Der Angeflagte Säbischka behauptet, daß er niemals einer sozialdemokra tischen Versammlung beigewohnt hat, ich frage deshalb den Zeugen, ob den Säbischka persönlich in der Hasenclever'schen Versammlung gesehen hat? Beuge: Ob Säbischka gerade in dieser Versammlung war, kann ich nicht sagen, in anderen Versammlungen habe ich ihn aber gesehen.
Verth. R.-A. Schulz: Auch der Angeklagte Korn behauptet, daß er niemals einer sozialdemokratischen Versammlung beigewohnt hat, ich frage deshalb den Zeugen, ob er den Korn in sozialdemokratischen Versammlungen gesehen hat? Zeuge: Ja.
Präs.: Wissen Sie genau, daß das sozialdemokratische Versammlungen waren? Beuge: Ich nahm es an.
Präs. Ja wir müssen Thatsachen wissen, Ihre bloße Annahme genügt uns nicht. Beuge: So genau weiß ich das ja auch nicht.
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Präs. Waren denn das Volksversammlungen, die Sie im Auge haben? Zeuge: Ja.
Präs. Wer sprach denn in diesen Versammlungen. Zeuge: Das weiß ich nicht mehr genau, in einer sprach der Abgeordnete Kayser.
Staatsanwalt: Herr Wachtmeister, Sie haben doch eine sehr laute Stimme, die Menge hat danach wohl Ihre Aufforderung, auseinander zu gehen, deutlich gehört? Herr Staatsanwalt, ich habe so laut geschrien, daß die Fenster gezittert haben.
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Zeuge:
Katasterkontroleur Borchardt, Maurermeister Mittag und Stadtsekretär Klir bekunden bereits bekannte Thatsachen.
Magistratskanzlist Ernst Just: Er sei von dem Polizeisergeanten Hubrich zur Hilfeleistung aufgefordert worden. Von denen, die auf Hubrich eingedrängt seien, habe er die Angeflagten Korn, Franke, Gustav Hoffmann, Wonneberger und Just erkannt. Legteren habe er verhaften wollen, dieser habe sich jedoch mit Hilfe des Gustav Hoffmann wieder losgerissen. Richard Hoffmann habe gerufen: Gebt doch dem Justens Ernst eins in die Freffe."- Die Angeklagten bestreiten die Bekundungen dieses Zeugen.
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Magistratsbote Noack: Als die Gendarmen erschienen, habe der Angeklagte Müller gerufen:" Die Pickelhauben bes kommen auch ihre Dresche." Korn, Dubrau und Müller haben
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der Aufforderung des Landraths, sich zu entfernen, nicht Folge. geleistet.
Angeklagter Maltusch: Der Zeuge ist dabei gewesen, als ich am Sonntag, den 2. Mai, von dem Polizeisergeant Hubrich bei dem polizeilichen Verhör geschlagen wurde. Beuge: Das habe - ich nicht gesehen.
Landrath Hoffmann: Als ich hinzukam, hieb Hubrich mit dem Säbel auf die Menge ein, da er sehr bedrängt war. Von denen, die Hubrich bedrängten, kann ich die Angeklagten Just und Korn bezeichnen. Ich sagte zu dem Herrn Bürgermeister: Ich habe die Gendarmen schon bestellt, wenn diese nichts ausrichten, dann müssen wir die Feuerwehr requiriren.
Präs. Die Gendarmen genügten aber? 3euge: Jawohl, vollständig, zumal in demselben Augenblick auch noch Polizei wachtmeister Sommer hinzufan.
Präs. Als die Gendarmen hinzukamen, ging die Menge schließlich auseinander? Beuge: Jawohl, als ich hinzufam, da sagten mir die Leute: Hubrich hat angefangen; ich bemerkte: Das wird sich ja finden, macht Euch aber nicht unglücklich und geht jegt auseinander.
Präs. Herr Landrath, haben Sie sozialdemokratische Lieder fingen gehört?- 3euge: Nein.
Präs. Wenn es lediglich darauf abgesehen war, dem Hubrich etwas auszuwischen, da hätte man es doch am Abend thun tönnen. Der Krawall ist aber Mittags am hellen Tage in so umfangreicher Weise passirt, sind Sie der Meinung, daß die Leute durch die sozialdemokratische Partei aufgeftachelt waren
Zeuge: Das kann ich nicht direkt behaupten. Ich muß jedoch bemerken, daß in Spremberg eine sehr wohlorganisirte sozialdemokratische Partei besteht, und daß diese eine sehr lebhafte Agitation entfaltet hat. Von dem Restaurateur Klein, bei dem sich gewissermaßen das sozialdemokratische Heerlager Sprembergs befindet, find die Arbeiter geradezu aufgehegt worden. Klein soll zu jener Zeit zu einigen Arbeitern gesagt haben: Die Arbeiter müssen es in Deutschland ebenso machen, wie in Belgien , es muß endlich einmal anders werden." Ein Arbeiter erwiderte jedoch:" Ich bin Soldat und werde meinen Eid nicht brechen."
Präs. Haben denn zu jener Zeit irgend welche Vorgänge auf die Arbeiterbevölkerung aufregend gewirkt? Zeuge: Es ist wohl möglich, daß die belgischen Unruhen, die Streiks u. s. w. aufregend gewirkt haben, auch glaube ich, daß die Zeitungen, wie Volfsstimme"," Sozialdemokrat", die bei Klein zu lesen waren, aufregend gewirkt haben.
Präs. Haben auch Versammlungen stattgefunden? Zeuge: Jawohl; außerdem sind von den Sozialdemokraten Sprembergs Wahlproteste erlassen worden, da verschiedene Wählerversammlungen verboten worden sind; es ist wohl mög lich, daß diese Vorgänge auch aufregend gewirkt haben.
Bräs. Jedenfalls ist das Vorhandensein einer sozialdemo kratischen Partei in Spremberg nicht zu verkennen? Beuge: Die Partei ist sogar sehr groß.
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Präs. Die Partei entfaltet eine sehr lebhafte Agitation, ist bemüht, Anhänger zu werben und es ist möglich, daß durch ihren Einfluß die jungen Leute zur Begehung von Gewaltthätigkeiten sich haben hinreißen lassen?- Beuge: Jawohl.
Staatsanwalt: Herr Landrath, ich habe Sie bereits in der vorigen Verhandlung gefragt, ob Ihnen bekannt sei, daß in der Nähe von Spremberg im Freien, sogar auch im Walde, sozialdemokratische Versammlungen stattgefunden haben. Sie haben damals bejahend geantwortet, ich muß jedoch noch erwähnen, daß bei dem Staatsanwalt in Hildesheim sich ein Mann ges meldet, der unter Verschweigung seines Namens befundet hat: Es existire in Spremberg eine wohlorganisirte sozialdemokratische Bartei mit leitenden Vertrauensmännern u. f. w. Es gelangen nach Spremberg , in großen Packeten verpackt, viele verbotene Druckschriften, ganz besonders der Züricher Sozialdemokrat" Auf Grund dieser Thatsache, die Ihnen amtlich mitgetheilt wurde, haben Sie eine Anzahl Haussuchungen vornehmen lassen? -Beuge: Jawohl, auf Grund dieser Mittheilung wurden bei etwa 7 oder 8 Personen Haussuchungen abgehalten, es wurden eine große Anzahl verbotener sozialdemokratischer Schriften vor gefunden.
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Präs.: Können Sie uns sagen, ob die gegenwärtigen An geklagten zur sozialdemokratischen Partei gehören? Beuge: Nein.
Präs. Haben die gegenwärtigen Angeklagten bei Klein verkehrt?- Beuge: Das weiß ich nicht, ich habe nur in Beis tungen gelesen, daß Säbischka und mehrere andere Gestellungs pflichtige am Morgen des 30. April zusammen gewesen sind.
Verth. R.-A. Dedolph: Ist dem Herrn Zeugen bekannt, aus welchem Anlaß Säbischka und andere Gestellungspflichtige zu Klein gegangen und was sie dort gemacht haben? Beuge: Ich habe bereits gesagt, daß ich von diesem Vorgange nur aus Beitungen Kenntniß habe.
Auf Befragen des Präsidenten erklären Säbischka, Just, Brosig, Wonneberger und Müller, daß sie am Morgen des 30. April bei Klein gewesen sind.
Verth. R.-U. Dedolph: Da die Stimmabgabe bei der Reichs tagswahl doch der beste Maßstab für die Stärke einer Partei ist,
weiter nach. Ich wurde warm, zog sie teck in den Arm her erst lieb. Sie ging still ihre Wege und unser kleiner dort an der Ecke, wo sich die Gäßchen kreuzen, bekam ich Haushalt war musterhaft geführt. Dann kam wieder das den ersten Kuß. Damals brannte noch keine Laterne da. Elend; ich wurde frant, verlor meine Stimme und mit ihr Ist das kein Grab? Ein doppeltes! Für ein Glück und meine Stelle. Man versuchte es noch einmal mit mir; es für ein Weh! Das Weh kam nachher, unfehlbar wie am Schlusse im Alphabet. Wir waren uns gut, drei volle ging nicht; die Leute lachten mich unbarmherzig aus; und Jahre. Ich arbeitete zu Hause auch ein bischen für die Da das an einem Tage, wo mir das Herz auch ohnedies schon Preffe; meine kleinen Essays nahmen sie gern an. Das machte begrub ich unter jenen Brettern auch noch meinen Berufmir Muth, ich wollte etwas Größeres wagen, etwas, was uns Beiden helfen sollte mit einem Schlag denn mit unseren benn mit unseren Dann ging's so fort mit dem Begraben. Meine Frau fleinen Gagen konnten wir doch nicht heirathen. Wenn ein Schauspieler schreibt, was soll er dann schreiben als ein Schauspiel ich schrieb eins, es war eine richtige Apotheose der Liebe. Mary hoffte, träumte mit mir von meinen Erfolgen. Es war eine föstliche Beit- ihr Grab liegt, wie unser geträumtes Glück in der Luft, denn meine Manfarde lag um einen Stock höher, als das Dach jenes Palastes reicht.
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Man nahm mein Stück an, man führte es auf. Reine Hand rührte sich nach dem ersten Att, nach dem zweiten lachten sie, nach dem dritten scharrten sie mit den Füßen, nach dem letzten zischten sie mich aus. Sie hatten recht, ich
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todt. Nun war ich allein mit meinem Rinde, dazu in Noth um's Brot, unsäglich hilflos in der ver
ödeten Wohnung.
einst, wie damals, als meine Mutter mit mir in Elend lebte. Und ich hatte das kleine Ding so lieb! zu adoptiren. Ich fämpfte Da boten mir reiche, finderlose Leute an, mein Töchterchen und gab es doch fort, als nicht hungern wegen meiner dummen Liebe!" meine Ersparnisse aufgezehrt waren. Das arme Wesen follte
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Der alte Mann war weich geworden. Er fuhr fort: " In jenem Gasthof war es, die Leute bewohnten das Edzimmer über der Karyatide.
Ich trug das Kleine hin
sah es selbst ein, daß Alles verfehlt war und daß ich jenes auf. Es jubelte in der warmen, schönen Stube und ftrede Dieses Bailenbauſes. Ms mein alter Beſchüßer starb, weh. Nicht nur mein Stola war zertreten, auch meine off ich es nach und momote mich schnell ab. Die Feat.
bezog ich meine eigene Stube, den Sternen ziemlich nahe; das Haus ist abgerissen- jener Börsenpalast steht an seiner Stelle. Es waren herrliche Jahre ein VorwärtsGrenzen.
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ſtreben, bas nicht erfolglos war, eine Freiheit ohne
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Es verstand sich von selbst, daß ich mich in eine Kollegin verliebte. Eine niedliche Blondine mit großen, blauen Märchenaugen, die unter dunklen Wimpern herausträumten, so berückend lieb. Auch sie war mir gut, ich wußte es lang. Wenn wir Komödie gespielt hatten, führte ich sie vom Theater nach Hause. Hier gingen wir über den Markt, er ist jetzt noch ganz so wie damals. Zwischen den Bretterhäuschen war's hübsch dunkel, wenn der Mond nicht allzu hoch stand. Und da gingen wir wieder einmal; wir hatten Liebe gespielt auf der Bühne und dachten der Sache nun so
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namenlos
nung. Ach, unter den alten, staubigen Brettern lag nun auch ein Grab für mich. Nach dem Theater ging ich mit
auf den Tisch wandte
Dann legie
eine schöne, blasse Dame, sah, was ich litt und weinte leife. Der Mann, dessen Haar schon ergraute, stand an dem Tisch Mary nach Hause wie sonst. Sie weinte und blieb stumm. und glitt mit der Hand über die gelben Haare meines Mäd
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von
bewohnte sie den ersten Stock in jenem gelben Hause. Sie hatte Kleider, Equipage, ihre eigene 3ofe, Alles Alles, Alles, was schöne Weiber so billig haben können auf dieser Welt. Ach, mein Freund, in jenem ersten Stock liegt ein gut Stück Dinge begraben. Wir mußten noch oft zusammen spielen;
Er sah nicht nach mir hin und es war, als ob er den Vater verachtete, der sein Fleisch und Blut preisgab. Dann that ich es selber. Mir war, als hätte ich in jenem meiner Ehre begraben. Aber es war ein falsches Gefühlvon meinem Glauben an Menschenwürde und andere schöne ich hatte doch Recht gethan, denn ich konnte nicht hoffen, daß es mir gut gehen würde.
Meine
Tochter weiß
wir füßten uns und sagten uns schöne Dinge. Draußen faum von mir; sie ist jetzt eine glückliche Frau und lange
fannten wir uns nicht mehr. Später heirathete sie einen Bauquier; ich blieb bei der Bühne, und schuf mir nach und
schon Mutter.
nach ein bescheidenes Wohlleben. Die Zeit verging. Spät mehr; ich hatte gelernt zu entbehren. Und je mehr ich mir
nahm ich ein Weib, ohne Roman, wir gewannen uns nach
aus meiner Bedürfnißlosigkeit ein wahres System machte