Schmiedewerkstätten, als Wollager, zu Komptoirstuben, zur Aufbewahrung der in den Theatern gebrauchten Gegenstände u. drgl. Die vermietheten Bahnhofsräume find eingerichtet zu Abfertigungsstellen der Packetfahrt Aktiengesellschaft, zum Obst­handel, Bigarrengeschäften, Restaurationen, für Postzwecke, als Wechselstuben, für Markthallenzwecke, als Mägdeherbergen. Einzelne werden von dem Personal der Bahnhofswirthschaften bewohnt, andere find vom Buchhandel in Benugung genommen. Bezüglich der Rentabilität der Stadtbahn sagt der Artikel: Schäßt man die Ausgaben der Stadtbahn annäherungsweise auf etwa 85 pCt. der Einnahmen, d. h. rund 2 800 000 Mart im Jahre 1886 87, so würde zur Verzinsung des nach S. 11 auf rund 68 Millionen Mark berechneten Anlagekapitals eine Summe von rund 500 000 M. übrig geblieben sein, d. h. etwa 7/10 pCt. des Anlagefapitals." Das sind die Ergebnisse der Stadtbahn in ihrem jezigen begrenzten und engen Betriebe in der einen Richtung von Ost nach West. Diese Ergebnisse sind durchaus nicht abschreckend, sondern ermuthigen viel eher zu einer Ausdehnung des Nezes. Denn die Zweigtracen werden, nach dem jetzt schon erfolgten Anschluß fast aller anderen Bahnen, nur zweigeleifig, also viel billiger herzustellen sein und der Ver­kehr wird sich dann erst, wenn er sich über ganz Berlin erstreckt, zu ungewohnter Höhe entwickeln. Für die Privatspekulation mag darin noch nicht ein genügender Anreiz liegen, aber der Staat, der die Hauptbahn gebaut hat, wird diese materiell sehr heben können, wenn er sie in ein ganzes Netz einfügt.

Die Eisernte, die gegenwärtig wieder auf allen größeren Gewässern stattfindet, wird vielfach in einer Weise betrieben, die aller schuldigen Rücksicht gegen Menschenleben und Gesund­heit Hohn spricht. Zahlreich sieht man die Arbeiter auf der glatten Eisfläche beschäftigt, unter ihnen nicht wenige, die müßig auf der Straße standen und nur dürftig gekleidet und noch dürftiger gesättigt sind. Etwaige Unfälle bei dieser Arbeit fommen nicht zur öffentlichen Kenntniß, denn sie ereignen sich nicht im Polizeibezirk unserer Stadt und der amtliche Polizei­bericht hat deshalb nicht nöthig, von ihnen Notiz zu nehmen. Sicherheitsvorkehrungen bei der Eisernte scheinen, so dringend nöthig fie auch sind, überhaupt nicht angwendet zu werden; da ist weder ein Kahn, noch eine Rettungsleine bei der Hand, wenn ein Mensch von der glatten Eisscholle ins Waffer gleitet. Die Arbeit wird gewöhnlich mit großer Haft und Kraftanstrengung betrieben, denn man fann nicht wissen, ob nicht ein plöß­licher Umschlag des Wetters die ganze Eisernte zu Wasser macht. Bei beginnender Dunkelheit ist die Arbeit auf dem Eise aber ganz besonders gefährlich, weil man das feste Eis von der offenen, abgeeisten Wasserfläche nicht unterscheiden kann und die Ermüdung infolge der Ueberanstrengung regt die Auf­merksamkeit auch gerade nicht an. Gegenüber den fräftigen Arbeitern aus unseren Brauereien, denen das Bier einen gegen Kälte und Unwetter widerstandsfähigeren Körper giebt, stehen die schnell auf den Straßen zusammengerufenen Arbeiter natür­lich auch in der Leistungsfähigkeit weit zurück. Zum Glück hat das Reichsversicherungsamt aus Anlaß eines im vorigen Jahre vorgekommenen Unfalls bei der Eisernte entschieden, daß auch die hier beschäftigten Arbeiter als Angehörige des Brauereibe­triebes der Unfallversicherung unterstehen. Das sollte aber die Unternehmer nun erst veranlassen, für die nöthigen Vorkehrungen zur Verhütung von Unfällen bei dieser Arbeit zu sorgen. Bis jezt bleibt in dieser Hinsicht Alles zu wünschen übrig.

Ueber den Vergleich der öffentlichen Fuhrwerke in Berlin und London , den Profeffor Dietrich- Berlin kürz lich 30g, haben wir in einigen Beilen bereits berichtet. Profeffor zog, Dietrich tritt, wie bekannt, gegen die Straßenbahnen für den gesteigerten und wohlfeileren Omnibusverkehr nach Londoner Weise ein. Die Erkenntniß der Richtigkeit dieser Auffassung, meint Professor Dietrich, wird sich erst allmälig Bahn brechen; vorläufig ist man aller Orten von den Straßenbahnen innerhalb der Städte so entzückt, daß es vorerst eine vergebliche Mühe sein würde, dagegen anzufämpfen. Man hört zuweilen sagen, durch die Straßenbahnen würde der ganze Wagenverkehr der Straßen geregelt!" Bedauerlich ist es, wenn auch Beamte, welchen die Regelung des städtischen Verkehrs obliegt oder mit obliegt, solche Worte im Munde haben. Bedeutet es eine Regelung des Verkehrs in solchen Strasen, welche tagtäglich von Behntausenden von Fuhrwerken befahren werden, den ganzen mittleren Streifen der Fahr­bahn für die Straßenbahnwagen freizuhalten und alles Uebrige, Personen- und Lastfuhrwerk, indem man ihm das Be fahren der Geleise untersagt, auf die seitlichen Streifen des Straßendammes zu drängen? Da kommt es dann sogar vor, daß die Straßenbahngesellschaft zur Schonung ihrer Pferde besseres Pflaster zwischen die Geleise legt, während das alte Pflaster daneben liegen bleibt; erlaubt sich dann anderes Fuhr­werk, auf dem besseren Pflaster zu fahren, so wird es auf das schlechte Pflaster daneben verwiesen und mit Strafe belegt. So selbstverständlich es ist, daß alles andere Fuhrwert den Wagen der Straßenbahn auszuweichen hat, so unbillig ist es, das an= dere Fuhrwerk von dem besten Theile der Fahrbahn zu ver­drängen. Ist der sonstige Wagenverkehr erheblich, dann be­deutet solches Verfahren nicht eine Regelung", sondern eine " Hemmung" des öffentlichen Fuhrwesens. In dieser Beziehung mag das Studium ähnlicher Verhältnisse in anderen Großstädten empfohlen werden, und es ist eine Rechtsfrage, ob die der Po­

"

Gut. Ich bin bereit, Ihnen die gewünschte Genug­thuung zu verschaffen. Ich nehme Ihren Antrag an." Sie willigen ein?"

" Ich willige ein, Ihr Weib zu werden."

,, Und so kann ich mich schlagen?!"

" Ich werde stolz sein, wenn Sie sich für die Ehre eines Namens tödten lassen, der auch der meine wird."

Sie sind ein wunderbares Weib, Mawd," sagte er. Was thut man nicht um seines Nächsten willen," sagte sie, bescheiden jedes Lob ablehnend. Es giebt doch noch herrliche Weiber auf der Welt!

Als eine Viertelstunde später ihr Vater in's 3immer

trat, war James schon fort. ,, Uebermorgen heirathe ich, Vater. Ich hielt es für meine Pflicht, Dir dies mitzu­theilen."

Und damit

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,, Hm, so? übermorgen? und wen?" " James Rodgers von der Posaune"." " James Rodgers? Hm, wußtest Du keinen Besseren?" " Nein, ich war es ihm schuldig. Er rechnete auf mich." 3wei war die Sache abgethan. Als Beugen fungirten Tage später war die Hochzeit. Colonel Archibald Doodle und Kapitän O'Brien. Zehn Minuten später waren sie schon bei Fred Ridgers. Mein Herr," sagte Colonel Doodle, die Partie ist gleich. Ich überbringe Ihnen hiermit den Trauschein Mr. James Rodgers' mit der Jungfrau Mawd Plumpers. Die Hoch­zeit hat, wie Sie sich überzeugen können, vor einer Viertel­stunde in unserem Beisein stattgefunden. sagte Fred, indem er den Trauschein dem Colonel mit einer

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Es

lizei nach der Gewerbeordnung zustehende Befugniß, den Ver­kehr auf öffentlichen Straßen zu regeln, soweit ausgedehnt werden darf, den Haupttheil einer Straße dem gesammten sonstigen Fahrwesen dauernd zu entziehen. Prof. Dietrich geht nun weiter und meint, daß in unseren deutschen Großstädten, selbst in Berlin , der Verkehr auch an den lebendigsten Stellen noch nicht so angewachsen sei, um nicht zur Noth eine Regelung gestatten zu können. Wie lange wird das beispielsweise in Berlin noch dauern? Es giebt schließlich eine Dichtigkeit des großstädtischen Wagenverkehrs, bei welcher die Einführung oder Belaffung von Straßenbahnen zur Unmöglich­feit wird, bei welchem man nur zum Omnibus greifen oder zurückgreifen kann. Ein Beispiel solchen Verkehrs bietet London in seinen gesammten inneren Stadttheilen. In der ganzen City und im Westend von London , also in der gesammten verkehrsreichen Innenstadt, liegt fein Straßenbahngeleise. Auf Berliner Verhältnisse übertragen, entspricht die Größe dieser von Straßenbahngeleisen freigehaltenen Stadttheile dem Stadtgebiete, welches vom Thiergarten, Hamburger und Stettiner Bahnhofe, dem Friedrichshaine, Schlesischen Bahnhofe, der Hasenhaide, dem Kreuzberge und Potsdamer Bahnhof umschlossen wird, das ist also die ganze Innenstadt Berlin . Außerhalb dieser inneren Stadttheile strahlen die Straßenbahnen London's nach allen Richtungen hin aus und vermitteln, durch die Außenstadt­theile fahrend, den Verkehr zwischen der Innenstadt und den Vor­städten. Dabei bewegt sich fast der ganze Wagenverkehr in einer gleichmäßigen und sehr schnellen Gangart( etwa im Tempo der Berliner Droschfen I. Klasse und Equipagen), die Omnibus laufen ebenso schnell mit und auch die Frachtwagen schließen fich, soweit fie Trab fahren können, dieser Gangart an. wäre nicht möglich, alles Fuhrwerk in gleicher Zeit durch die Straßen zu bringen, wenn jeder Kutscher nach Belieben schneller oder langsamer fahren wollte. Das Anhalten eines Straßen bahnwagens inmitten dieses Wagenkorso würde sofort eine weit nach rückwärts wirkende Stauung erzeugen. Man möchte wirk­lich wünschen, daß die Entscheidung über die Regelung des öffentlichen Fuhrwesens in unseren Straßen nur in die Hände solcher Beamten gelegt werde, welche die bedeutendsten Groß­städte, namentlich London und auch Paris , besucht und die dor tigen Verkehrsverhältnisse eingehend studirt haben. Dann würde beispielsweise nicht der Fall eintreten, daß man sich der Er­weiterung des Omnibusbetriebes entgegenstellt, weil die Straßen angeblich zu sehr belastet sind, wohlverstanden des Omnibusbetriebes der doch stets entlastend auf den Gesammtverkehr der Straßen wirken muß. Anstatt die Zahl der Droschken durch Begünstigung des Omnibusbetriebes zu ver­mindern, läßt man sie zur Regelung des Verkehrs" auf der bis­herigen Höhe und sorgt nicht einmal, daß wenigstens alles öffentliche Fuhrwerk, Droschken, Straßenbahn und Omnibus, ein einheitliches Fahrtempo einhalten. So wird beispielsweise und faum glaublich die Durchführung neuer Omnibuslinien durch den zwischen der Kochstraße und dem Belle- Allianceplatz liegen­den Theil der Friedrichstraße in Berlin , also durch einen nach Londoner Verhältnissen als leblos zu bezeichnenden Straßentheil, aus Verkehrsrücksichten für unzulässig erachtet. Man sehe sich doch zunächst einmal London an, was großstädtischer" Wagen­verkehr heißt und überlasse es dem Droschken, Omnibus und Straßenbahnen benutzenden Publikum, das für die verschiedenen Zwecke des Transportes geeignete Fuhrwert zu wählen. Welche Art von Fuhrwerk dabei ihre Rechnung nicht findet, diese wird sich dann von selbst zurückziehen, das wäre die beste Art der Regelung des öffentlichen Fuhrwesens."

Ueber den Ernährungswerth der Thymusdrüse ( Bries, Kalbsmilch), der Lunge und der Leber find im Münchener phyfiologischen Institut an Hunden Versuche angestellt worden, deren Ergebnisse die Zeitschrift für Biologie mittheilt. Hiernach verdient die Thymusdrüse den guten Ruf, deffen sie sich als leicht verdauliches und stärkendes Nahrungsmittel für Krante und Wiedergenesende erfreut, vollständig. Der Versuchshund blieb während der drei Tage, wo er mit je 700 Gramm der­selben gefüttert wurde, vollkommen im förperlichen Gleichgewicht; er sezte kein Fleisch an, büßte aber auch nichts ein, da nicht mehr Stickstoff ausgeschieden wurde, als aufgenommen worden war. Weitere Untersuchungen ergaben neben einem hohen Wassergehalt der Thymusdrüse einen außerordentlich hohen Gehalt an Aschebestandtheilen, namentlich an Phosphorsäure und an Extraktivstoffen. Der Waffergehalt beträgt 80 pCt.; die Thymusdrüse liefert also nur ein Fünftel thres Gewichtes an fester Substanz. Zum Vergleiche sei be­merkt,

daß man auf mageres Rindfleisch 75 pCt. Waffer rechnet. Was den Gehalt an Asche oder anorganischen Bestandtheilen angeht, so überragt die Thymusdrüse alle übrigen Organe mit einziger Ausnahme der Knochen und etwa 60 pCt. der Asche besteht aus Phosforsäure, was besagen will, daß die Thymusdrüse fast doppelt so viel Phosphorsäure ent­hält, als selbst das an Phosphot so reiche Gehirn. An Stick­stoff kommt die Thymusdrüse dem Rindfleisch ungefähr gleich, im feuchten, frischen Zustande enthält fie den Bestand des für den gesammten menschlichen Körper gefundenen Mittelwerths an Stickstoffgehalt. Die Ertraktivstoffe endlich machen beinahe ein Viertel der trockenen Thymussubstanz aus, und diesem Um­stand ist ohne Zweifel der Wohlgeschmack und die anregende Wirkung der Kalbsmilch zuzuschreiben, da die Ertraktivstoffe be­

heischt es nun, mich als Vater dem Kinde zu erhalten. Wenn Herr Rodgers stirbt, so läßt er nur eine Wittwe zurück, ich aber, meine Herren, auch eine Waise, und das barf ein gewissenhafter Mensch nicht thun. Das ist mein Standpunkt." Die beiden Herren theilten diesen Standpunkt vollkommen.

fanntlich zu den Genußmitteln gehören, die auf das Nerven system wirken. Zu dem Ausnügungsversuche mit Lunge wurde eine Kalbslunge fein zerhackt und von Bruftfell, Bronchien und Blutgefäßen sorgfälsig befreit. Auch hier blieb das förperliche Gleichgewicht bei täglich 800 Gramm Lunge ungestört. Im Wassergehalt stand die Lunge noch etwas höher als die Thymusdrüse, da sie 81,7 pct. auswies: im Stickstoff- und Aschegehalt kam sie dem gewöhn lichen Fleische gleich. Der Fütterungsversuch mit Leber hatte verhältnißmäßig die ungünstigsten Ergebnisse. 800 Gramm Kalbsleber reichten nicht ganz hin, den Körperbestand des Ver suchsthieres zu erhalten; erst am dritten Tage stand die Stick stoffausscheidung der Einnahme gleich. Die Leber ist bekannt lich ein fettreiches und deshalb wafferarmes Organ, der Waffer gehalt belief sich nur auf etwa 70 pCt. Mit dem Fettreichthum steht denn auch ein geringerer Stickstoffgehalt in Zusammenhang. Während man den Stickstoff bei magerem Fleisch auf 14 pCt. ansett, beträgt er bei der Leber nur 11,5 pet. An unorgani schen Bestandtheilen dagegen steht die Leber dem Fleische gleich. Schließlich bleibt noch die Frage über die Ausnußung im Darme zu entscheiden. Darüber giebt der Stickstoffverlust im Kothe Aufschluß. Es besteht kein erheblicher Unterschied gegen ges mästetes Fleisch, so daß Lunge und Leber keineswegs als schwer verdaulich anzusehen sind, wie man insgemein glaubt. An Nahrungswerth stehen diese inneren Organe Lunge und Leber, wozu wir auch das Herz rechnen dürfen, dem Fleische ungefähr gleich, und das ist dem billigeren Preise gegenüber sehr be achtenswerth.

Die Kälte der letzten Tage' hatte sich, wie ein Be richterstatter mittheilt, im Moabiter Justizpalast in recht empfind licher Weise fühlbar gemacht. Die zahllosen Räume des Ge bäudes waren gar nicht zu erheizen. Die Heizung wird durch Dampf bewirkt. Es sind zu diesem Zweck zwei Anlagen vor handen, von denen jede drei große Dampffefsel enthält. Db wohl nun alle sechs Kessel täglich von 3 Uhr Morgens bis 5 Uhr Nachmittags geheizt wurden, war es doch nicht möglich, den erforderlichen Wärmegrad zu erreichen. In den meisten Zimmern schwankte die Temperatur zwischen 10 und 12 Grad, was für die stille Thätigkeit in den Kanzleien und Sizungs sälen zu wenig ist. Nur einige besonders geschüßt gelegene oder mit ausnahmsweise großen Oefen versehene Räume gelangter bis zu einer Temperatur von 14 Grad. Besonders aber hatt das Publikum zu leiden, das sich mangels ausreichender Beugen zimmer auf den zugigen Korridoren aufhalten muß, in denen die Temperatur noch viel niedriger war. Die Ursachen dieser Unzu träglichkeit sind zum Theil darin zu suchen, daß als Brennmaterial für die Kessel statt der gewöhnlichen Steinkohle Anthracit ver wandt wird, das bei allen sonstigen Vorzügen doch den Mange befigt, eine schnelle Steigerung der Gluth und damit der Dampf entwickelung nicht zuzulaffen. Hauptsächlich aber trägt die überaus starke, natürliche, aber im Bauplan nicht vorgesehene Ventilation die Schuld. Sämmtliche Doppelfenster des Ge bäudes schließen nämlich so wenig dicht, daß in ihrer Nähe ein geradezu unerträglicher Zug herrscht, welcher nahezu ebenso vie Wärme verschlingt, als den Räumen zugeführt werden kann Die Bureaubeamten und Kanzlisten rücken so weit wie möglic von den Fenstern ab, wenn sie auch dadurch an dem nöthigen Tageslicht verlieren, nur um sich der erstarrenden Wirkung des Zuges nicht auszufezen. In den Sigungssälen sind vor allen Fenstern, die dem Richtertische zunächst liegen, von dem Fuß boden bis zur Höhe der ersten Scheibe reichende grüne wollene Decken angebracht, um der Zugluft zu wehren. Die Präsidenten beider Landgerichte haben Erhebungen über die Temperatur verhältnisse im Gerichtsgebäude angeordnet. An bestimmten Tagen in der Woche und zu bestimmten Stunden müssen die Kastellane von Bimmer zu Zimmer gehen und die Höhe der Temperatur tabellarisch feststellen.

Die Möven, welche auch diesmal wie in jedem Winter einträchtiglich mit den Schwänen in der Spree an der Frie drichsbrücke hausen und von den Passanten gefüttert werde hatten geſtern Mittag einen Strauß mit zwei Thurmfall auszufechten. auszufechten. Die Raubvögel, welche wahrscheinlich auf Thurm der Marienkirche nisten, hatten einige Möven angegriff und bald zeigten umherfliegende Federn, daß die Räuber ein Opfer gefunden. Flügellahm und mühsam flatternd fant eine Möve herunter und fiel auf das Verdeck eines dort anfernden Obitkahns hernieder. Aber auch einer der Thurmfallen war, in blinder Wuth seinem Opfer folgend, herniedergestoßen und heftig gleichfalls auf den Kahn herabgefallen, daß es dem au dem Fahrzeug anwesenden Schiffer gelang, den Räuber fasen. Die verwundete Möve starb bald nachher, während da Falk in einen Käfig gesperrt wurde und in einem Vogelhändle einen Käufer fand. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte von der Friedrichsbrücke aus diese kleine Szene aus dem Thierleben beobachtet.

Die Möckernstraße hat eine ganz besondere Sehen würdigkeit; man sieht dort nämlich drei häuser, welche nicht da find". Auf Nr. 96 folgt unmittelbar Nr. 100! Wand a Wand stehen die beiden Gebäude, welche der Zählung na durch drei ihres Gleichen getrennt sind. Das Berliner Adre buch meldet mit lafonischer Kürze: 97-99 eristiren nicht Haben sie je bestanden oder wie erklärt sich sonst das eigen thümliche Fehlen der drei Hausnummern?

Nein," sagte Fred unerschütterlich. ,, Hätten Sie mi ausreden lassen, so wüßten Sie bereits, daß ich bereit bi alle Konsequenzen meiner Handlungsweise als Mann und Gentleman auch zu tragen, daß ich aber niemals ein willigen werde, zwei Waisen, zwei unversorgte Waife meine Herren, meiner trostlosen Wittwe zu hinterlassen, er den Bescheid sei denn, die Partie sei gleich und mein Gegner in dem selben Falle." ,, Das ist Ihr Standpunkt?" meinte Kapitän O'Brie ,, Allerdings, das ist mein Standpunkt."

Teufel," rief Mr. Rodgers, als vernahm ,,, wie lange kann's dauern, ehe ich ein Kind habe!"

,, Nun, immerhin ein paar Tage," meinte Kapitän O'Brien, der in derlei Dingen nicht sehr bewandert war.

"

Monate, Mensch, Monate, vielleicht auch Jahre! Und so lange soll das ungerächt bleiben?!"

Doch was will man thun? Man mußte sich in die Sache fügen. Und schließlich, auch die 3eit vergeht. Und so sehen wir eines schönen Tages den Colonel Doodle und Kapitän O'Brien wieder bei Fred Ridgers. Mein Herr," sagte der Colonel, sehen Sie sich dieses an," und dabei reichte er Fred einen Bogen hin.

Was soll das sein?"

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las.

" 1

Belieben Sie, es zu lesen."

Bitte, mit Vergnügen." Er entfaltete den Bogen und Nun wohl, was soll's damit?"

" Sie haben also zwei Kinder, Mr. Rodgers?" fragt Colonel Doodle mit einem mißbilligenden Blick auf de

Kapitän.

3wei. Vor drei Tagen hat mich meine Frau einem gesunden Mädchen beschenkt."

mil

" Das ist ja empörend," rief James entrüstet aus

als er die Kunde vernahm.

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" Das dauert ja wieder ganzes Jahr, und am Ende kommt er mir wieder vor Was ist da zu machen?!" Ja, da war freilich wenig zu machen, wenig Anderes wenigstens, als zu warten. Und er wartete. Er wartete geduldig, und endlich fam die Zeit, wo auch er nun einen Schreihals mehr im Hauf hatte. Die natürliche Folge davon war, daß Colonel Doodle und Kapitän O'Brien sich sofort auf den Weg machten, zu Fred Ridgers zu gehen. Sofort, denn sonst tomm uns Frau Ridgers zuvor und schenkt ihrem Gatten in alle Mrs. Mawd Rodgers, geborene Eile ein drittes Kind," sagte O'Brien, der Furcht hatt ,, und dem Duell steht nun nichts mehr im Wege," nahm die Herren auf das Zuvorkommendste auf. das schöne Duell nicht mehr erleben zu können. Fred Ridger platte Kapitän O'Brien heraus, dem die Sache schon zu Herren," sagte er, ich kann mir denken, weshalb Sie lange währte. men. Ich brauche Sie wohl nicht erst zu versichern,

Wie Sie sehen, ist das der Geburtsschein des Mr. John Rodgers, Sohn des Mr. James Rodgers und dessen gefeßlicher Ehegattin Plumpers. Die Partie ist somit gleich ,, Vortrefflich," Plumpers.

höflichen Verbeugung zurückgab, und ich bin auch noch wie vor entschlossen, die Konsequenzen meiner Handlungs­weise..."-In jeder Hinsicht als Mann und Gentle­man zu tragen," ergänzte Kapitän O'Brien zuvorkommend. ,, Allerdings als Mann und Gentleman zu tragen," wiederholte Fred mit verbindlichem Lächeln, allein, die

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,, Da irren sich die Herren," sagte Fred. zwar, wie Sie wohl wissen. Bereit 2c. 2c.

Ich bin

Mein

Ich bin ich bereit bin, die Konsequenzen meiner Handlungsweise tragen, wie es einem Manne und Gentleman zukommt Das kennen wir schon," unterbrach Kapitän O'Brien spuckte aus, was Fred Ridgers veranlaßte ,, Es fragt sich ihm auf das Zuvorkommendste einen Spucknapf zuzufchiebe Partie steht leider nicht gleich. Ich habe nämlich den Herren also nur: Ist wieder ein Hindernißgrund da, haben Sie Darauf fuhr er fort: Ich kann wohl annehmen, daß Mr.

die freudige Mittheilung zu machen, daß meine Frau gestern eines gesunden Knäbleins genesen ist. Meine Pflicht er­

Kapitän O'Brien den Sprecher ungeduldig.

wieder einen ,, Standpunkt", oder wie Sie das nennen, oder sind Sie bereit, sich zu schlagen?"

Rodgers die Bedingung

ein zweites Kind sein eigen nennt, sonst wär erfüllt hat und gleich mit