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housi2 and an starten Tauen hinaufgezogen, unternehmen also eine Luftfahrt, wie fie aufregender faum im Birkus zu sehen ist. Jeder Balfen wird auf diese Weise hinaufbefördert. Es handelt sich um eine Auffrischung der Farbe des Eisenwerkes, da die alte ftarten Rost angefeßt hatte. Bur Sicherheit des Publikums find die Stellen, an denen gerade gearbeitet wird, mit Negen und Schußvorrichtungen versehen, welche das Herabfallen irgend eines Gegenstandes unmöglich machen sollen. Es ist natürlich, daß das intereffante Schauspiel stets viele Buschauer heranzieht, welche die Kühnheit und Kaltblütigkeit der Arbeitenden be wundern.
Das Befinden der beiden Opfer der Katastrophe in der Potsdamerstraße 117, der Frau Schlößner und thres Neffen, ist leider lein erfreuliches; namentlich giebt der Bustand des Knaben zu ernfien Besorgnissen Anlaß. In einer fehr üblen Laae befindet sich auch der Portier des Hauses, der Schuhmacher Pflanz, dessen gesammte Habe bei der Katastrophe vernichtet ist. Pflanz ist bei der Union gegen Feuerschaden verfichert, die Gesellschaft will jedoch die Katastrophe nicht ohne weiteres als Feuer anerkennen. Die behördliche Feststellung des Thatbestandes wird erst am Donnerstag Nachmittag statt finden. Zur Zeit hat auf dem Hofe des Grundstüds zwischen den Trümmern ein Glaser seine Werkstatt aufgeschlagen, um die 150 zertrümmerten Scheiben durch neue zu erseßen. Allein der Glasschaden beläuft sich auf 600 Marl. Die Zeit der Explofton ist inzwischen durch einen besonderen Umstand genau festgesetzt worden. Unter den Trümmern hat man u. a. eine Uhr gefunden, deren allein intaft gebliebenes Bifferblatt genau fechs Minuten vor 8 Uhr zeigt. Wie gewaltig übrigens die Erolofton gewesen, dafür seien noch einige Beispiele angeführt. Ein 14 Pfund schweres Stüd der Asphalt- Bedeckung des Hofes ist in ein Berliner Zimmer des zweiten Stockes geschleudert worden. Andere Stücke haben in die Dachrinnen des vierflödigen Gebäudes Löcher geschlagen. Ein Stüd Mauerwerk bat im zw iten Stod ein Fensterkreuz vollständig zersplittert. In der Decke der Küche der Portierwohnung flieht man noch jegt eine Kaffeemühle stecken, deren Schale völlig intakt ge blieben ist.
Die„ Berl. Zig." theilt mit, daß der seit dem 13. d. M. verschwunden gewesene Standesbeamte v. Erichsen wieder zu den Seinen zurüd gelehrt sei, er habe lediglich infolge eines Schwermuthsanfalles seine Wohnung verlassen.
Sinnlos schnelles Fahren ist vorgestern Abend einem Schlächter selbst verhängnißvoll geworden. Gegen 8 Uhr rafte ein mit einem Pferde bespannter Schlächterwagen über den Schloßplag. Ein Steinfuhrwert, welches in derselben Richtung fuhr, schien dem Lenker des Fleischwagens unbequem, so daß er fein Pferd zu noch größerer Eile antrieb, um im Bogen an dem fahrenden Wagen vorüberzubiegen. Bei dieser zu furzen Wendung stürzte aber das Schlächterpferd und zwar so in nächster Nähe des Steinwagens, daß ihm ein Rad deffelben über den linten Borderfuß wegging und denselben nahezu vom Bein abtrennte. Eine große Menschenmenge sammelte fich um das ge fallene Thier, bei welchem der Schlächtergeselle nunmehr recht fleinlaut verharrte. Das verunglückte werthvolle Pferd mußte der Abdeckerei überwiesen werden. Dem Gesellen dürfte tein angenehmer Empfang bei seinem Meister gewors den sein.
Eine neue Börse, auf welcher entschieden am stärksten gehandelt" wird, ist vor einigen Wochen in der Kastanienallee gegründet worden und erfreut sich trog ihres furzen Bestehens bereits eines recht starken" Besuches. Die Umsäge, die daselbst gemacht werden, belaufen fich auf Hunderte von Pfunden", und die bedeutendsten Börsenmatadore find diejenigen Besucher, welche am besten brüden" fönnen. In der That find unfere ftarten Männer" zu einer Börsenvereinigung zusammengetreten, de mehrere Male in der Woche in einem Restaurant der Kastanienallee stattfindet. Es handelt sich für die profeffionellen
3wei Bentne männer" darum, zur Saison Ergagement zu finden, welches ihnen durch Agenten nach der Proving vermittelt wird. Handwerkszeug, wie Hanteln, Stangen und Gewichte von Eisen befinden sich auf einem leinen Podium in der Ecke des Saales, woselbst gleichzeitig Kraftproben abgehalten werden. Natürlich richtet sich der Preis des Engagements- Honorars nach den Zentnern, welche der Betreffende zu heben vermag, während beim Ringtampf die Bahl der zu machenden Gänge" ent fcheidet.
Bur Wetterlage wird aus Hamburg, 25. September, ge schrieben: Die freundlichen Herbsttage find froß der zeitweisen Bernichtung des Gebildes hohen Luftdruces noch nicht vorüber; benn abermals entwidelt sich im Süden der westwärts wandern ben nordischen Depression hoher Barometerstand. Während der beiteren, rubigen Tage zogen vielfach Birruswollen aus nordötlicher, östlicher und hernach ostsüdöstlicher Richtung. Mit der Ausbreitung des Depressionsgebietes bis zur mittleren Ostsee binab erschienen am Montag Nachmittag auch Biriuswollen aus Weft. Der Barometer war 10 Millimeter gefunten, zeigte aber noch über normal und stieg beute, am Dinstag, bei wolligem Better wieder bedeutend. Ein neues Gebiet hohen Drudes bringt von Schottland nordwestwärts vor. Die von diesem Drudgebilde ausgehenden nördlichen Winde veranlaffen gerade 1st niedrige Nachttemperatur, um so mehr, als im Norden falte Binde geweht haben und in Finnland die Morgentemperatur bis unter Null hinabgegangen ist.
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Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheits- Amts find in der Zeit vom 9. bis 15. Sep tember cr. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahres burchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 21,9, in Breslau 26,2, in Königsberg 33,3, in Köln 26,3, in Frant M. 14,3, in Wiesbaden 26,8, in Hannover 23,2, in Raffel 20,9, in Magdeburg 26,2, in Stettin 24,1, in Altona 16,7, in Straßburg 19,3, in Met in München in Augsburg 26,7, 23,3, Dresden 20,5, in Leipzig 17,8, in Stuttgart 14,1, in Karlss tube 19,4, in Braunschweig 23,0, in Hamburg 21,9, in Wien 17,5, in Amsterdam 19,6, in Brüffel 25,8, in Paris 19,7, in in London 16,2, in Glasgow 16,8, in Liverpool 19,9, in Dublin 19,4, in Edinburg 13,9, in Kopenhagen 21,0, in Stodholm 15,5, in Christiania 19,9, in St. Petersburg 23,6, in Warschau 35,1, in Odessa 23,3, in Rom 27,0, in Turin Dom 19. bis 26. Auguft cr. in New York 26,4, in Phila bo in Venedig 18,7, in Alexandria 49,6. Ferner in der Zeit
Basel
25,4, in Madras 28,4.
ni ndo de 19 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin 119, in Mün chen 133 Kinder unter 1 Jahr. Akute Entzündungen der Athmungsorgane tamen allgemein etwas feltener als Todes urfachen zur Meldung. Von den Infektionskrankheiten wur ben an Masern, Scharlach und Diphtherie weniger, an typhösen Fiebern, Keuchhusten und Pocken mehr Todesfälle zur Anzeige gebracht als in der Vorwoche. Sterbefälle an Masern haben in Berlin, Hamburg, Paris, St. Petersburg abgenommen, in London blieb die Bahl derselben fast die gleiche; auch Erfran fungen famen aus den meisten Orten, aus denen Berichte vor Itegen, in geringerer, nur aus Berlin und Breslau in gesteigerter Bahl zur Meldung. Das Scharlachfieber hat in Danzia, Mün chen, Mannheim, St. Petersburg nur wenig, in Wien, Warschau, London etwas mehr Todesfälle hervorgerufen. Erkrankungen waren jedoch in Berlin, Breslau, Wien, Petersburg zahlreicher, in Hamburg und Kopenhagen ein wenig feltener als in der Vorwoche. woche. Die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup hat in Berlin, Breslau, München, Braunschweig, Kaffel, Prag, Pest, Kopenhagen, Paris, St. Petersburg und Christiania abge nommen; fte war dagegen in Dresden, Hamburg, London, Wien, Warschau, Odessa gesteigert. Erkrankungen wurden vielfach in größerer, aus Berlin, Hamburg und aus dem Regierungsbezirk Schleswig in geringerer Zahl mitgetheilt. Todesfälle an Unterleibstyphus waren in Berlin und Hamburg felten, in Königsberg. London, St. Petersburg häufiger, in Paris in gleich hoher Bahl wie in der Vorwoche. An Fleck typbus tamen aus St. Petersburg und aus dem Regierungs bezirk Marienwerder je 1 Erkrankung zur Mittheilung.- Rosenartige Entzündungen des Bellgewebes der Haut famen meist in geringer Bahl zur Anzeige. Der Keuchbuften bat in Berlin weniger, in London, Liverpool fast die gleiche Bahl von Kindern wie in der Vorwoche weggerafft. Erkrankungen haben in Hamburg und Kopenhagen abgenommen.- Vereinzelte Todesfälle an Pocken wurden aus Wien und seinen Vororten, ferner aus Lemberg, Paris, Lyon, St. Petersburg mitgetheilt, mehrfache aus Prag( 3), aus Warschau( 4). Ekrankungen E frankungen famen aus Breslau und aus dem Regierungsbezirk Stettin je 1, aus Berlin 3, aus dem Regierungsbezirk Königsberg 10 zur Anzeige.
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Die fanitären Verhältniffe in Berlin waren auch in dieser Berichtswoche günstige und die Sterblichkeit eine geringere als in der Vorwoche. Doch blieb das Vorkommen von Darms fatarrhen und Brechdurchfällen der Kinder noch immer ein häufiges, wenn auch die Bahl der Opfer an diesen Krankheitsformen eine etwas fleinere als in der Vorwoche wurde. Die Betheili gung des Säuglingsalters an der Sterblichkeit blieb eine größere. Eimas feltener als in der Vorwoche famen afute Entzündungen der Athmungsorgane zur Beobachtung, der Verlauf war auch in dieser Woche ein überwiegend günstiger. Dagegen gelangten etwas mehr Erkrankungen an infettiöfen Krankheiten zur An zeige, und zwar haben Masern( besonders in Moabit) und Scharlach( im Stralauer Viertel) die meiste Ausdehnung gewonnen, Erkrankungen an Diphtherie dagegen etwas abgenommen. Erfrantungen an Unterleibstyphus und im Wochenbett wurden aleichfalls etwas mehr als in der Vorwoche gemeldet, sowie drei Erkrankungen an Boden. Roſenartige Entzündungen des Bell gewebes der Haut tamen etwas häufiger zum Vorschein, während Erkrankungen und Todesfälle an Keuchhusten seltener wurden. Rheumatische Beschwerden aller Art wiesen im Vergleich zur Vorwoche keine wesentliche Veränderung in ihrem Vorkom men auf.
Polizeibericht. Am 25. d. M. Vormittags wurde in der Strelißerstraße ein Mann frant auf dem Bürgersteige liegend vorgefunden und mittelst Droschke nach der Charitee gebracht. -Nachmittags wurde in der Bülowstraße ein 7 Jahre alter Knabe durch eine Equipage überfahren und am Kopf und an der Schulter verlegt. Gegen Abend wurde ein Kaufmann in feiner Wohnung in der Meßerstraße erhängt vorgefunden. Um dieselbe Zeit wurde im Flur des Hauses Chausseestraße 5 ein etwa 10 Monate altes Kind ausgesezt vorgefunden. Bu gleicher Beit wurde in der Blumenstraße ein 78 Jahre alter Schneider durch einen von dem Kutscher Georg geführten Wagen erfaßt und niedergestoßen. Er erlitt einen Bruch des linken Unterarms. Abends feuerte ein obdachloser Handelsmann in
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allad s ad Ind dry tasid ni tim da do | Böhmer, Baurath Krause, Prof. Dietrich, Prof. Koch, Dau inspektor Klattmann, Regierungs- Baumeister Koenen, Bauunter nehmer Schulz, Maurermeister Menzel, Maurermeister Betge und Bimmermeister Naßt. Der Hospital- Neubau umfaßt viele Gebäude auf einem Terrain von 200 Meter Breite und 160 Meter Tiefe. Das Siechenhaus besteht aus einem Haupt- und zwei Flügelbauten, von denen das nördliche mit seiner Nordfront nach der Prenzlauer Chauffee zu liegt. Diese Nordfront ist durch dret Nisalite, eins in der Mitte, zwei an den Flanken, unterbrochen, die beiden Zwischenstücke der Fagade find etwa 20 Meter lang und an dem rechtsseitigen, nach der Stadt au gelegenen Zwischenstüc ereignete fich an dem genannten Tage das furchtbare Unglüd. Es wurde zu jener Zeit das Dach der Neubauten mit einem Terrakotta- Sims um geben. Auf dem an der Prenzlauer Allee gelegenen Neubau welcher ein sogenannter Hospital- Pavillon werden soll, war eine An zahl Maurer unter Leitung des Architekten Dahn und des Maurerpoliers Porst auf einen abgesteiften Gerüft beschäftigt, um das Hauptgefims, mit deffen Herstellung man an dem rechts seitigen Risalite begonnen hatte, an dem gedachten Gebäudetheil fortzuseßen; es besteht unten aus Rundbogen mit dazwischen liegenden farbigen Rosetten, Konsolen, der Platte und einem Rinnleisten mit Afroterien. Die Gefimstheile, die in Längen von etwa 25 cm. und eben solchen Höhen aus gebranntem Thon angefertigt find, haben nur dünne Wandungen und wers den mit einander und mit dem Mauer- und Holzwerf verantert. Das etwa 1 m 75 cm hohe Geftma hat einen Anhaltspunkt an dem bereits fertig ge stellten Dachstuhl( Drempel), besonders an den Stielen deffelben; der Hauptstüßpunkt aber liegt auf dem fertigen Mauerwerk. Am 22. Auguft hatte man nun den Aufbau dieses Gefimfes bis zu der Blatte" fertig gestellt und auch schon die Kaltkasten auf das oberste Gerüft, auf den Dachsparren, zur weiteren Auf führung geschafft, als plöglich ein 15 Meter langes Terrakotta stüd sich vom Dach loslöste, mit lautem Krachen auf das Gerüft herabstürzte und das lettere zusammenbrechen machte. Ein furchtbarer abermaliger Krach und herzzerreißendes Webgeschrei zeigte an, daß es sich um eine furchtbare Katastrophe handelte. Den zur Hilfe herbeleilenden Menschen bot fich ein entseglicher An blid bar: aus einem wüsten Chaos von zusammengebrochenen Balfen und herabgestürzten Mauersteinen lagerten zuckende Kö: per und die herabgestürzten neun Personen konnten nur nach Ueber windung der größten Schwierigkeiten aus den Trümmern her vorgezogen werden. Sechs der Verunglückten waren sofort todt, einer starb auf dem Transport nach dem Krankenhause, einer am nächsten Tage und nur der Architekt Dalm ist trop der ers littenen schweren Verlegungen wiederhergestellt worden. Nach ben angestellten Ermittelungen ist das Unglück dadurch ents standen, daß das als Haupt- Stüßpunkt dienende Mauerwart, welches 38 Bentimeter start projektirt war, nur in einer Stärke von 25 Zentimeter ausgeführt worden war. Es fehlte nämlich auf dem Bauplaz an Verblendsteinen, die oberen Schichten des Mauerwerks waren daher noch nicht verblendet und bildeten aus diesem Grunde nur eine ungenügende Grundlage für das Beftms, welches infolge deffen nach vorn überkippte. Ein weiterer Grund wird darin gesehen, daß eine Verankerung mit dem Holzwerk des Drempels noch nicht stattgefunden hatte, die G fimsstüde also, nur unter sich verankert, frei in der Luft standen und daß schließlich das unten noch nicht verblendete Mauermert noch durch die Netriegel der herausgesteckten Rüstung geschwächt war. Zu der Größe des Unglücs foll auch der Umstand beige tragen haben, daß das Gerüst gefedert hat. Für die Katastrophe werden nun die beiden Angeklagten verantwortlich gemacht. Der Angeklagte Siber hatte die Erd und Mauerarbeiten im Wege der Submission von der Stadt übertragen erhalten, die Lieferung des Materials erfolgte aber Materials erfolgte aber durch die städtische Bauverwaltung. Oberleiter des Baues war der Angeklagte Hiller. Siber bestreitet, daß die Verantwortung für das Unglück ihm aufgebürdet werden könne. Er betont, daß er bei dem großen Umfang des Baues unmöglich überall persönlich die Aufsicht führen konnte, sondern durch zwei Architekten darin unterstüßt wurde. Gs habe start an Verblendmaterial gefehlt. Nach der ihm gewordenen Anweisung sollten Drempelwand und Brandmauer nun hochgemauert werden und es wurde ihm ge fagt, daß inzwischen wohl Verblender angefarrt werden würden. Die von Kunheim am 11. August erwarteten Steine feien aber erst am 13. Auguſt angefarrt worden, die Wand war jedoch an diesem Tage schon fertig. Er habe vor Aufführung des Geftmses Gelegenheit genommen, dem Bau meister Hiller Vorstellungen zu machen, ob nicht eine andere Konstruktion der Drempelwand vorzuziehen sei, er habe aber die Antwort erhalten, daß es genau berechnet set und balten müffe". Er habe sich infolge deffen der höheren technischen Kenntniß des Baumeisters gefügt und tros des Fehlens der Verblendschichten das Mauerwerk aufgeführt. Ein nachträgliches Einfügen der am 13. Auguft auf der Baustelle eingetroffenen Verblendsteine sei unmöglich gewesen, da das Mauerwerk an der Unglücksstelle schon am 13. August vollendet war und bis zum 20. Auguft Die Arbeiten an anderen Stellen des umfangreichen Baues fort geführt worden waren. Der Angeklagte Hiller bestreitet seiner seits, daß es seine Aufgabe gewesen set, auf die Thätig feit der Bauausführenden selbst und die allgemeine Sicherheit der Arbeiten zu achten. Er habe in erster Reihe darauf au sehen gehabt, daß die Rechte des Bauherrn gewahrt und die Verträge erfüllt, daß die Materialien richtig abgeliefert wür den c. Wenn er irgend welche Maßnahmen gesehen haben würde, welche ihm gefährlich erschienen, hätte er aus Humani tätsrücüchten selbstverständlich darauf anfmerksam gemacht. Er behauptet, daß für die einzelnen Bauausführungen und die Sicherheitsmaßregeln allein der Unternehmer verantwortlich sei. Er bestreitet, daß er dem Mitangeklagten in der von diesem dargestellten Weise Instruktion zum Aufmauern ohne Verblendfteine ertheilt habe. Dies beweise schon der Umstand, daß er an anderen Stellen des Baues die Anweisung Die theilt habe, fehlenden Verblender interimistisch durch Hintermauerung Don Biegelsteinen Au ersetzen. Er geftebe ein, daß er das Fehlen der Verblendsteine an der Unglücksstelle nicht bemerkt habe, was fich vielleicht Daraus erkläre, daß das Gerüst die Stelle verdunkelte. Er habe aber als selbstverständlich angenommen, daß die Arbeiten nach dem vorliegenden Projekt ausgeführt wurden. In der Dars stellung der dem Unglüdstage vorangegangenen technischen Maß regeln geben die beiden Angeklagten weit auseinander; speziell behauptet Siber, daß Baumeister Hiller die interimiſtiſche stell mauerung gar nicht angeordnet habe, diese Maßregel vielmehr von dem Bolier wahrscheinlich auf eigene Fauft angeordnet set. Siber bleibt im übrigen dabei, daß er seinerseits, gestüßt auf die Autorität des Mitangeklagten, die Aufmauerung ohne Verblender burchaus nicht für gefährlich erachtet habe. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er fich denn nicht für verpflichtet gehalten habe, einmal an der fraglichen Stelle vom Gerüst aus den Stand der Bauarbeiten zu kontroliren, antwortet der Angeklagte biller, daß er nicht sagen fönne, ob er einmal oben war, jedenfalls sei er der Anficht gewesen, daß die Aufmauerung unter Beobachtung der üblichen und gebotenen Vorsichtsmaßregeln geschehe.- Hierauf beginnt die Beweisaufnahme. Dieselbe erstrect fich vorwiegend auf technische Einzelheiten und Feststellung derjenigen Fehler, die etwa in den Dispofitionen bei der Bauausführung gemacht sein tönnen. Der Techniker Thomas, welcher bei dem Angeklagten Siber beschäftigt war, schildert den Mangel an Material auf dem Bauplatz als einzig in seiner Art. Nach seiner Darstellung härte der Baumeister Hiller in dem Augenblick, als das Verblend material zu Ende ging, angeordnet, daß mit den noch vorhan benen Steinen zwei Schichten unterhalb des Gefimfes ausgestreckt werden sollten, sonst sollte aber ohne Ver blendung gemauert werden. Der Architekt Dalm welchem von Hiller die Materialienverwaltung und die über Aufsicht Die beiden Pavillonbauten übertragen
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der Nähe der Kreuzung der Siegesallee und der Charlottenburger Chauffee aus einem Terzerol einen Schuß auf sich ab. Da er die Waffe jedoch nur mit Pulver geladen hatte, wurde er nicht verlegt, sondern verbrannte sich blos die Kleider. Offenbar wollte er nur das Mitleid Vorübergehender erregen. Um diefelbe Zeit sprang an der Oberbaumbrücke ein 18 Jahre altes Mädchen in selbstmörderischer Abficht ins Waffer, wurde aber auf sein Hilferufen durch einen Schiffer wieder herausgezogen. An demselben Tage brannte Frankfurter Allee 95 Ruß im Schornstein Schornstein- und Madaistraße 8 Dede und Dach über einer im Bodenraum belegenen Waschlüche.
Gerichts- Zeitung.
* Mit einer Strengen Strafe ahndete die 89. Abtheilung des Schöffengerichts die Rohheit, welche der Schneider Emil Heinze in der Nacht vom 8. Juni verübte. Der Stein bruder Renno ging in dieser Nacht mit zwei seiner Kollegen durch die Wallstraße, wo sie einen Trupp junger Leute be mertten, welche fich mit allerhand Unfug die Beit vertrieben. Schließlich vergnügten fie fich mit dem Herablaffen der Mar quisen vor den Schaufenstern, was den Renno zu einer ab fälligen Bemerkung veranlaßte. Als ein Wächter fichtbar wurde, machte Renno diesem von dem Treiben der Gesellschaft Mit theilung, worauf die Rubestörer, welche den Vorgang beobachtet batten, unsichtbar wurden. Während nun einer der Kollegen fich verabschiedete, setzten Renno und der andere Kollege ihren Weg durch die Wallstraße fort. An der Splittgerbergaffe tauchten plößlich die bezeichneten Burschen wieder vor ihnen auf und zwei davon stürzten mit dem Rufe: Da ist ja der Hund! auf Renno zu und schlugen ihn mit ihren schweren Drahtftöcken mehrmals über Arm und Kopf, daß das Blut sofort herabströmte und der Verlegte eine große Kopfwunde davontrug. Der Beschlagene hatte glücklicherweise Geistesgegenwart genug, den Hauptschläger festzuhalten und nach Hilfe zu rufen, die thm auch durch den hinzueilenden Wächter zu Theil wurde. Der bei der That ertappte Heinze will fich den schweren Stod nur beschafft haben, weil er schon öfters auf dem Nachhausewege von Strolchen angefallen sei; das sei ihm auch in der betreffenden Nacht so ergangen und deshalb habe er fich mit dem Instrument hauptung vollständig widerlegt und der Staatsanwalt beantragte Privatvergnügen geleiftet habe, eine Gefängnißstrafe von vier Monaten. Der Gerichtshof hielt zwar das Vergehen für ein recht brutales, erachtete aber eine Gefänisstrafe von 2 Monaten
Die Sterblich leit hat auch in dieser Berichtswoche in den meisten Großstädten Europas etwas abgenommen. Insbesondere angesichts der Hohheit, welche der Angeklagte sich rein zu seinem melden von den deutschen Diten die mittel, nord- und west deutschen meift Ileinere, die süddeutschen vielfach größere Sterb lichkeitsziffern. Sehr gering( bis 15,0 pro Mille und Jahr be tenet) war die Sterblichkeit in Frankfurt a. M., Stuttgart für ausreichend und sprach die Einziehung des Stodes aus. und Edinburg; günstig( bis, 0 pro Mille und Jahr) in Altona, Leipzig, Barmen, Elberfeld, Bremen, Karlsruhe, Straßburg, Amfterdam, Kratau, Paris, London und den größeren englischen der Prenzlauer Allee ereignete und ein entsegliches Kapitel Städten, Stockholm, Chriftiania, Venedig u. a. D., auch in Berlin, Dresden, Kaffel, Darmstadt, Wien, Prag, Kopenhagen war die Sterblichkeit eine mäßig hohe( etwas über 20,0 pro Mille). Hohe Sterblichkeitsziffern( über 35,0 pro Mille) werden von deutschen Städten nur aus Chemniß gemeldet. Obwohl Wilhelm Hiller als verantwortliche Leiter der betr. Bauarbeiten. Darmtatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder fehr erheblich ab fälle noch immer eine große, namentlich in Berlin, Breslau, wider die anerkannten Regeln der Baukunft in der Weise gefehlt genommen haben, war die Zahl der durch fie bedingten Sterbes Menschen verursacht und bei der Ausführung eines Bauwerks amburg, München, Leipzig, Köln, Königsberg, Danzig, Straß zu haben, daß dadurch Gefahren für andere entstanden. Den burg, Nurnberg, Düffeldorf, Elberfeld, Stettin, Wien, Pest, Lon
Der schwere Unglücksfall, welcher sich am Vormittage des 22. August v. J. auf dem städtischen Hospital Neubau an in der Berliner Baugeschichte bildet, unterlag gestern der Prüfung ber 111. Straffammer hiesigen Landgerichts I in einer umfangreichen Verhandlung. Auf der Antlagebant nahmen Platz: der Maurermeister Hermann Siber und der Regierungsbaumeister Sie werden beschuldigt, durch Fahrlässigkeit den Tod von acht
Vorfte des Gerichtshofes führt Landrichter Friedrich, die An die Vertheidis
bon, Paris, Brüffel, St. Petersburg, Warschau, Odeffa u. a., in einigen flagebehörde vertritt Staatsanwalt Rigel, fogar etwas größer als in der Vorwoche. Die Theilnahme des Säug lingsalters an der Sterblichkeit war im allgemeinen eine etwas ver minderte, in Berlin eine nur wenig gesteigerte. Von je 10 000
gung ruht bei den Rechtsanwalten Dr. Friedmann und Samter. Nicht weniger als 11 Sachverständige find zur Stelle und zwar: Baurath Sönderop, Regierungsbaumeister
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