Selbst

flärt hatten, auch die, en gearbell Versprechu Daß die D Ben Schmi

Beilage zum Berliner Boltsblatt.

at, daß wit. 244.

Lokales.

benn o Beschluß fte baran i l benutzen, eroor zu g tet auf unin Gine neue Verbindung des Oftens mit dem gen Brand It, die den der Stadt ist in der der Neuen Berliner Pferde­ngesellschaft gehörigen Linie vom Schlesischen Bahnhof nach chen schon Aderstraße( Gartenplay) erstanden. Nachdem der Bau och verweer Linie vor furzem beendet wurde, bat die behördliche Ab­fere Rolle me der Anlage gestern stattgefunden und wird der Betrieb ihnen derfelben am heutigen Tage eröffnet werden. Ihren Lauf r aufgamt die genannte Linie vom Schlesischen Bahnhof durch die n ermahneslauer, Andreas, Große Frankfurter, Kleine Frankfurters, man uns bsbernerfiraße über den Alexanderplatz durch die Alexanders, d, damit in, Weinmeiste, Rosenthaler, Brunnen, Invaliden und Bwed noftrake bis fura vor dem Uebergange der Stettiner Eisen Altonal bn dafelbst. Die Wagen folgen in Zwischenräumen von ndungen Minuten ab Schleftschen Bahnhof von Morgens 6 Uhr 50 richten. inuten bis Abends 11 Uhr 2 Minuten und ab Ackerstraße

uifent

splak

arter play) von Morgens 6 Uhr 30 Minuten bis Abends Uhr. Die des Abends später und zwar von 11 Uhr 8 Min. 11 Uhr 50 Minuten vom Schlefifchen Bahnhof und von 11br 6 Min. bis 11 Uhr 54 Min. von der Ackerstraße Sartenplay) abgehenden Wagen beenden ihre Fahrt vor dem r Gesellschaft gehörigen Bahnhof in der Kleinen Frankfurter aße 1. Die Dauer der ganzen Fahrt ist auf 40 Minuten be hnet. Der Fahrpreis für die ganze Tour beträgt hierbei Bf. Signal und Licht der Wagen ist Gelb und Roth. Abonnements für Erwachsene und Schullinder lommen auf neuen Linie nach den hierfür festgesezten Preisen der alten nten zur Ausgabe. Die Abonnementsbedingungen fönnen auf m Bureau der Gesellschaft eingesehen werden.

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Zu den Seltsamkeiten des Stadtbahntarifes, deren ir schon so manche aufzudecken Gelegenheit nahmen, gehört ch die Bemeffung des Fahrpreises amischen Grunewald einer­16, Charlottenburg , Boologischer Garten und Thiergarten

4,50ererfeits. Bon jeder der letztgenannten drei Stationen loftet ber

5,25 5,50

Fahrt nach Grunewald und zurück dritter Klasse 30 f. auf eine am 3oologischen Garten gelöste Nüdfahrtstarte rf man nicht bis nach Thiergarten, auf eine in Charlotten g gelöste nicht bis nach Boologischer Garten oder Thi.rgarten rückfahren. Wollte oder müßte man dies dennoch, so bat an in Charlottenburg bez. Boologischer Garten ein gewöhn ficht von hes Billet bis Thiergarten für 10 Bf. zu lösen, so dak also mn die Fahrt, die nur einen Theil der ganzen Strede Thier aten- Grunewald und zurück beansprucht, mehr loftet, als die ahrt über die ganze Strecke. Das ist unzweifelhaft ein Wider­an und fann auch nicht in den Abfichten der Stadtbahnver altung liegen. Um dan Misstand zu beseitigen, genügte es, Farbe efelbe Art von Rückbillets für alle drei in Frage kommenden Stationen: Tgiergarten, Boologischer Garten und Charlotten­urg, auszugeben. Auf den Billets fönnten die Chiffern der ret Stationen enthalten sein, um beim Entwerthen gleich die Bezeichnung derjenigen Station zu ermöglichen, an welcher te Fahrt angetreten wurde.

länzend,

ig. Das hlossen. if meine

hre nur sendung n Nach­Pfund

ter,

0.44. No. 60

Die Birkus- Direktoren reichen, wie bereits mitgetheilt fourbe, eine Petition beim Reichstage ein, um in der Aufführung on Ballets und Pantomimen nicht behindert zu sein. Die Er ubniß dazu war ihnen wiederholt und zuletzt noch in Leipzig Tweigert worden. Jest theilt die Revue", das Organ der ternationalen Artisten. Genoffenschaft, mit, daß in Leipzig die reigabe des Ballets für den Birkus Corty Althoff erfolgt set, och hat dieselbe einen sehr drastischen Grund: Es wurde immlich Frau Direktorin Corty Althoff seiner Beit vom Rath der brung von theatralischen und Ballet- Borstellungen im Birkus Leipzig verboten sei, und daß Frau Dir. Althoff deswegen nachit den Nachweis erbringen soll, daß fie nach den§§ 32 r, D 40 der Reichsgewerbe Dronung Erlaubniß als Schauspiels kerbrüchternehmerin erlangt habe, und ist ihr Gewerbeschein deshalb Reiterei ausgedehnt worden. Frau Althoff machte tre.aufhin mehrere Eingaben an den Rath der Stadt Leipzig b bemerkte ausdrüdlich in denselben, daß es ihr in einer so tsen Beit nicht möglich wäre, diese Erlaubniß beitreiben zu ennen, da verschiedene Kreis- Ausschuß- Sigungen hierüber ab balten werden müßten. Sie wandte fich nun dieserhalb an lönigliche Regierung in Roblenz und bekam von dort den escheid, daß diefelbe Bedenken trüge, die Erlaubniß zum Ges erbe als Schauspiel Unternehmerin in Gemäßheit des§ 32 Reichsgewerbeordnung zu ertheilen, da Frau Althoff weder dortigen Regierungsbezirk ortsangehörig, noch das Gewerbe rt betreibe. Frau Althoff wandte fich nun ferner wegen dieser daubniß an die fönigliche Regierung in Düsseldorf , da dies ufes erfreut be feit ca. 20 Jahren ihren Wander Gewerbeschein immer n dort bezieht, und bekam auch vor einigen Tagen die Be einigung zugestellt, daß fie nach den§§ 32 und 40 der ichsgewerbeordnung Erlaubniß als Schauspiel Unternehmerin angt habe. Sie ging nun mit dieser Erlaubniß zu dem

-Magadt Leipzig nach Mürnberg die Mitteilung, daß die Auf

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No.

forderungen

Beit öffen adtrathe der Stadt Leipzig und legte ihm dieselbe vor. Dieser

Möbe

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Bau

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auf

r natürlich über dieselbe sehr erstaunt und sagte thr, ste Bge nach der Kreishauptmannschaft geben und den Gewerbe­ein auf Grund dieser Erlaubniß für Ballet und Bantomimen sdebnen laffen, was auch sofort geschehen ist, und nun kann au Direktor Althoff Ballet und Bantomimen ungestört auf bren und gelangte am 9. b. M. bereits die Pantomime Regitanische Striegs Episode" mit Ballet zur Aufführung.­er Rath der Stadt Leipzig ist also nicht zur befferen Einsicht lommen, wie wir annahmen, sondern hat der jetzigen Theater reltorin, Frau Corty- Althoff, erlauben müffen, was er der rfusdirektorin verbot. Damit ist die ganze Angelegenheit in ' ne andere Babn geleitet. Wenn auch die Betition beim eichstag eingereicht werden soll, so ist es bei der Art und Beise, wie solche Betitionen aufgenommen und durchberathen erben, rathsam, mittlerweile dem Beispiele der Frau Direktorin folgen und die Schauspiellonzeffion zu erwerben; abgeschlagen an fte nun ja Niemandem werden.

An dem Pferdebahnverkehr der Stadt Berlin find ach ben angestellten Erhebungen die einzelnen Wochentage sehr aleichmäßig betheiligt. Bei allen drei Gesellschaften ist der

Winter- Sonntag der verkehrreichste, nach ihm der Montag. Der ge

nafte Verkehr findet bei allen dreien am Freitag statt, dem sten Tage der Lohnwoche. Die übrigen Tage scheinen auf den ebnen der drei Gesellschaften eine verschiedene Folge zu haben. kostenper Sonnabend ist bei der Großen Berliner Pferdebahn nach er Stä: le des Vertebrs der britte, bei den andern beiden Stärke abnen der sechste Tag. Umaelebrt hat der Dienstag bei der Morgent Broken Berliner Pferdebahn Gesellschaft die sechste Stelle, bei aufs fit ping bie bitte. Bei der Neuen Berliner Bieterbo lelt der Donnerstag eine Hauptrolle wegen der Donnerstags­enfo prom ergnügungen bei Sterneder. Die bei der Berliner Pferdebahn rvortretende Folge der Tage ist gerade die entgegengesette, ie bei der vorzüglich den inneren Stadtverkehr vermittelnden roßen Berliner Pferdebahn.

r.

Zitronensaft gegen Diphtheritis. Der Kalifornische rat Dr. Gartonsli macht im Lancet" bekannt, daß er seit strass ngerer Beit selbst in den verzweifeltsten Fällen von Diph

ahnhofe

Mittwoch den 17. Oktober 1888.

theritis den Genuß von möglichst frischen Zitronen oder doch deren Saft in jeder beliebigen, vom Kranten vertragenen Form verordnet und damit fast immer bis jetzt die besten Erfolge er zielt hat. In China ist der Zitronensaft ein sehr verbreitetes Volls Heilmittel, welchem bort bei innerer Anwendung bedeu tende Heilt äfte zugeschrieben werden. Ganz besonders benutzen die Chinesen auch in Diphtherie Epidemien den frischen Zitronen. saft entweder in Form von Limonade, oder fie lassen die frischen Früchte nach Art der Drangen in beliebig großen Mengen ver zebren, und zwar auch als Vorbeugungsmittel gegen diese bös artige Krankheit sowohl, als auch als Heilmittel derselben und meiftentheils mit beftem Erfolge. Die Versuche und Erfolge des oben genannten Arztes, welcher China bereiste und dabei die bezeichnete Wirkung dieses Mittels fennen lernte, haben das felbe Resultat bislang ergeben, weshalb derselbe dieses Mittel auch zur allgemeinsten Anwendung empflebit. Da nun dieses Mittel so höchst einfach und in feiner Weise gefahrbringend, also ein Hausmittel im wahrsten Sinne des Wortes ist, so ver bient es sehr wohl eine allgemeine Beachtung bei dieser gefürch teten Krankheit. Es ist dadurch ein Mittel gegeben, welches in vorkommenden Fällen ohne Bedenten angewendet werden kann, wenigstens so lange, his der Arzt zur Stelle ist.

Aufgepakt! Erfahrungsmäßig wird im Sommer der außer Dienst gestellte Ofen als Aufbewahrungsstelle oder Ver­fted verschiedener werthvoller Gegenstände benugt, bei Beginn der Heizperiode aber eine gründliche Revision des Ofens ver­säumt, so daß leicht unberechenbarer Schaden entsteht. So hatte ein hiesiger Reisender auf die Platte des Ofens einen Blechtasten mit weithoollen Dokumenten gestellt, ohne seine Familie davon in Renntniß zu seßen; nur durch Zufall murde derselbe recht zeitig von den Angehörigen des abwesenden Herrn furz vor dem ersten Heizen entdeckt und dadurch vor dem Verderben gerettet.

Beim Tapeziren von Wohn- und Geschäfts­räumen wird vielfach das Verfahren beobachtet, die neue Tapete aufzukleben, ohne daß die alte von der Wand entfernt worden ist. Ein hiesiger Baumeister, der während der letztver gangenen Gerichtsferien die Arbeitsräume eines Gerichtsgebäudes in der Nähe von Berlin zu restauriren hatte, erzählt, daß er in einem der tapezirten Bimmer nicht weniger als acht Lagen verschiedener Tapete über einander geklebt fand, die zwar sehr intereffante Stubien über den Wechsel des Geschmacks bei der Bekleidung der Wände ermöglichten, aber doch vom gesundheits lichen Standpuntte aus sehr bedenklich erscheinen müssen. Es ist ja bekannt, welche Sorfalt die Aerzte der gründlichen Des infizirung der Wohnräume widmen, in allen Fällen, wo Er franfungen übertragbaren Charakters auftreten. In allen Wohn räumen und besonders in den von zahlreichen Personen besuchten Amtsräumen öffentlicher Gebäude empfiehlt sich die gänzliche Entfernung aller Tapeten.

Desinfektion der Wände durch Abreiben mit Brot. Es ist eine längst bekannte Thatsache, daß sich um Säubern der Zimmerwände von Schmuß und Staub frisches Brot beson ders gut eignet. Sparsame Hauswirthe tennen dies Mittel schon lange und schäßen es als äußerst probat, weil es auch stark verräucherte Tapeten nahezu im alten Glanze erscheinen läßt, und fte ziehen daffelbe einem malerischen Ueberstreichen der Tapete mittelst ihrer Grundfarbe, das jedes Muster vertilat, be. deutend vor, Neuerdings nun hat Dr. E. Eemarch in Berlin , gelegentlich vorgenommener Untersuchungen über den Gehalt Der Wände an Bilzleimen und die Mittel zur Desinfektion derselben, darauf hingewiesen, daß diese Reinigungsmethode auch vom hygienischen Standpunite sehr empfehlenswerth und allen anderen vorzuziehen sei, da mittelst des Abreibens mit auch gänzlich von infektiösen Bilsteimen gereinigt werden. Die Brot die Wände nicht nur von allen losen Stäubchen, sondern sofort wieder beziehbar sind, was bei der Anwendung anderer Methode hat außerdem das für sich, daß die gereinigten Räume wirksamer Desinfektionsmittel, wie z. B. Quedfilbersublimat, nicht der Fall ist, sie bat aber, unserer Ansicht nach, auch den Nack theil, daß man mittelst derselben nicht im Stande ist, alle im Bimmer, wo der mit einer ansteckenden Krankheit Behaftete gelegen hat, befindlichen Gegenstände gleichmäßig zu desinfiziren; legteres erreicht man jedoch mit allen den Desinfektionsmitteln, welche man in Dampfform verwendet, und man wird zuges stehen müssen, daß in Gardinen, Portieren, Decken, Teppichen 2c. nicht die wenigsten Ansiedungsfioffe fich ansammeln werden. Alfo da, wo es fich nur um die Desinfektion der Bimmerwände handelt handelt z. B. bei Wehnungen, die von dem franken Miether verlaffen worden find wird das Desinfiziren durch Brot sehr zu empfehlen sein. Die Kosten für die Reinigung eines mittelgroßen Bimmers von ca. 100 Rubikmeter Rauminhalt werden auf 3 bis 4 Mart angegeben.

Ueber die Zahl der geborenen Berliner , welche in buch Ermittelungen angestellt, welche fich über die Jahre 1880 Berlin meilen, hat auch das jüngst erschienene Statistische Jabr bis 1885 erstrecken. Darrach stellte sich die Zahl der geborenen Berliner beim männlichen Geschlecht für den Jahresabschluß 1880 auf 232 777. für den Ja resabschluß 1885 auf 266 433; beim weiblichen Geschlicht auf 356 262 beam. 293 124. Die geborenen Berliner waren also 42,89 bezm. 42,17 pCt. bes männlichen, die geborenen Berlinerinnen 44,11 beam. 42,89 pCt. des weiblichen Geschlechts.

Im Runstgewerbemuseum tritt am nächsten Sonn abend zum ersten Male die neue Einrichtung in Kraft, wonach an jedem Sonnabend in der Beit von 1-3 Uhr ein Direkto rialbeamter in einer Abtheilung des Museums den Besuchern Die betr. Sammlungen erläutern wird. Am nächsten Sonn abend werden die Gold- und Silberarbeiten behandelt werden, am ben darauf folgenden Sonnabenden bis zum 15. Dezember Fayence und Steingut, italienische Majolita, Glas. Möbel der sollen dann Email und Schmud, Bronze, Eisen, Porzellan, Gothit, sowie Möbel der Renaissance und des Barockstils an die Reihe tommen.

Eine seltsame Enthüllung bringt, wie ein hiesiger Be Dem mailändischen Blatte zufolge wären die rothen Bettel, richterstatter mittheilt, die gemäßigt demokratische Lombardia". welche dem Kaiser von den Frridensten zugeworfen wurden, nicht in Frankreich , sondern in einer römischen Offizin gedruckt, und dort habe die Polizei auch 6000 Exemplare bes schlagnahmt. Um die Epur auf Frankreich abzulenten, habe fte eigens ein Badet davon nach Ventamiglia gefandt, wo es, um Die Behauptung, die Bettel wären aus Marseille eingeführt den wahren Sachverhalt zu verbergen, mit Beschlag belegt wurde. worten, bezeichnet das Blatt als ein geschicktes Polizei- Manöver und erbietet sich, den Beweis dafür anzutreten.

Perfonen, welche täglich nach diesem Stadttheil ihre Schritte Von den Bewohnern Moabits und den zahlreichen Bustand, in welchem fich die Pferdebahn Haltestelle Werft­zu lenken haben, wird lebhaft Klage geführt über den traurigen Straße" befindet. Sobald das Wetter feucht ist, hält der Pferdebahnwagen wahrscheinlich infolge schechten Pflasters­an dieser Stelle gewöhnlich in fleinen Seen und die den Wagen verlaffenden Passagiere müffen entweder ein salto mortale magen, oder fich gefallen lassen, über und über be

5. Jahrg.

schmußt zu werden. Bei dem täglichen großen Verkehr, deffen fich gerade die Moabiter Linie erfreut, und bei der Wichtigkeit, welche diese Haltestelle für die vielen Hunderte von Personen hat, die täglich auf dem Kriminalgerichte zu erscheinen haben, ist der Wunsch wohl berechtigt, daß für einen besseren Pflasterzustand an dieser Stelle gesorgt werde.

Jufolge der großen Anzahl derjenigen, welche nicht alle werden", erweisen fich mitunter die abgenutteften Gauner Iniffe mehr als erfolgreich. Beweis nachstehende Meldung: Am 12. b. M. ließ fich ein Mann, der fich als Ingenieur Schmidt bezeichnete, in dem Bigarrengeschäft von M. in der Andreasftraße mehrere Proben vorlegen und beauftragte den Geschäftsinhaber, tausend Stück der ausgewählten Sorte nach seiner im Hause Andreasstraße 36 belegenen Wohnuna zu schicken. Als der mit dem Abtragen der Bigarren beauftragte Dienstmann in der genannten Wohnung erschien, nahm der angebliche Ingenieur das Packet in Empfang und verschwand mit den Bigarren unter dem Vorgeben, diefelben seinem angeblich nebenan wohnenden Freunde zu zeigen. In der erst kurz vorher ge mietheten Stube hatte der Schwindler einen ziemlich neuen Leinwandkoffer, in welchem fich außer einigen alten Kleidungs­ftüden drei Mauersteine befanden, und seinen alten braunen But zurückgelaffen. Er ist etwa sechsundzwanzig bis achtund­zwanzig Jahre alt, circa 1,70 Meter groß. hat blonde Haare, fleinen röthlichen Schnurrbart, gesunde Gefichtsfarbe, schlanke Gestalt und war mit schwarzblauem Winterüberzieher und blau­grauer, grünlich farrirter Hose bekleidet. Wir hatten vor einigen Tagen einen ähnlichen Fall mitgetheilt. Wahrscheinlich ist das derselbe Gauner.

Ein Habicht- Pärchen, welches fich in der Thurmspite der neuen Heiligen Kreuz Kirche am Plan Ufer einlogirt hat, ruft seit mehreren Tagen unter den Tauben- Liebhabern diefer Gegend außerordentliche Beunruhigung hervor. So manches Täubchen ist den Krallen des raublustigen Baares bereits zum Opfer gefallen. Vom Dach eines Hauses der Blücherstraße ver­fuchte ein Polizeilieutenant unlängst, die beiden Habichte herab aufchießen. Dieser Verfuch mißlang jedoch und die Befizer von Taubenslägen in der Umgegend der heiligen Kreuz- Kirche find noch immer vor den gefährlichen Nachbarn auf der Hut. Aus der Synagoge in der Kaiserstraße gestohlen wurden in der Nacht vom 15. zum 16. b. Mts. mittelst Eins bruchs folgende Gegenstände: 2 Baar filberne Leuchter, 3 filberne Vorhänge aur Torah( in einem die Inschrift: Geschent von S. Jakob) 3 Paar filberne Kronen. 2 filberne Stäbe mit je einer Sand, 1 filberner Becher, 1 filberne Gewürzbüchse, 1 filberne Ranne, 1 filberne Schüffel, oval, 2 filberne Lichisparer, 1 filbernes Altarfchild. Auf faft sämmtlichen Gegenständen find jüdische Inschriften angebracht.

Die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts wurde am 16. d. Mts., Morgens gegen 7 Uhr vor dem Hause Greifswalderstraße 31 a im Chauffeegraben aufge funden. Das Kind ist anscheinend durch Schläge auf den Kopf getödtet worden.

Einen Selbstmordversuch durch Alkoholvergiftung verübte am Sonnabend Abend die Frau des in der Ackerstraße wohnenden Kaufmanns Hede. Als der Ehemann gegen 7 Uhr feine in der zweiten Etage belegene Wohnung betreten wollte, fand er die Thüre derselben verfchloffen. Ein dumpfes Stöhnen brang aus der Stube und, ängstlich gemacht. sprengte Herr Hecke die Thüre mit Hilfe seines Nachbarn. Im Simmer fand man nun die etwa 25jährige Frau ohne ein Zeichen von Bes wußtsein auf dem Fußboden liegend vor, und ein sofort aus der nabebelegenen Sanitätswache herbeigeholter Arzt fonstatirte, daß die Selbstmordkandidatin eine höchst sonderbare Todes art gewählt habe. Dieselbe hatte, wie die auf dem Tisch stehenden innerhalb weniger Stunden getrunken und zwar so lange, bis Flaschen bewiesen, ungeheure Quantitäten des stärksten Nums fte befinnungslos zu Boden fiel. Nur mit der größten Mühe gelang es, die Frau wieder ins Leben zurückzurufen und deren Ueberführung nach einem nahegelegenen Krankenhause zu veran laffen, woselbst die Patientin schwer trant darniederliegt. Der Grund zu diesem seltsamen Selbstmordversuch ist in dem Um stande zu suchen, daß zwei Brüder der Frau an Delirium tremens vor einigen Dioraten resp. einem Jahr gestorben find und daß seit dieser Beit Frau H. in Schwermuth verfiel und wiederholt zu Nachbarn geäußert hatte, daß ste langen Qualen einen sicheren Tod vorziehen werde.

Ein düsteres Familiendrama, deffen letzte Szene, wie in den meisten Fällen, mit dem freiwilligen Tode der Heldin 8ionstirchstraße 48 belegenen Hauses in nicht geringe Auf des Stückes endete, setzte gestern die Bewohner des in der regung. Dortselbst hatte sich im vorigen Jahre die Hand lungsfrau R. im Kellergeschoß mit einem Kolonialmaarengeschäft etablirt, das jedoch infolge seines schlechten( Sanges einen immerwährenden 8wist zwischen ihr und dem Gatten hervor rief. In legter Beit waren jene häuslichen Szenen mehr denn je an der Tagesordnung, was sich schließlich die unglüdliche Frau so zu Herzen nahm, daß sie beschloß, all den unerträge lichen Verhältniffen durch einen freiwilligen Tod zu entgehen. An dem genannten Tage war sie frühzeitiger denn je aufge standen, um noch verschiedene Familienangelegenheiten zu ordnen, hatte zur bestimmten Zeit den Laden geöffnet und einige frühe Kunden abgefertigt. Bur Frühstücszeit harrten Mann und Kinder vergebens auf den gewohnten, von Frau R. selbst bes retteten Morgenimbig und als die achtzehnjährige Tochter nach dem Grunde der Verzögerung forschte, fand sie ihre Mutter im Laden am Fensterhalen erhängt.

Schlächtergeselle Franz N. Als er sich auf seinem Lager hin Einen unruhigen Schlaf hatte in letter Nacht der und herwälzte, fiel er plöglich aus dem Bett und zog sich einen Bruch des rechten Schlüffelbeines zu.

Ein Todtschlag ist gestern Abend in dem Hause Stettinerft. 39 auf dem Gesundbrunnen an einem penfionirten Schußmann, jeßigen Kolporteur Meyer verübt worden. Der Thatbestand ist folgender: In dem obengenannten Hause mohnt Kolporteur angestellt und als solcher seit einiger Beit thätig war. in der ersten Etage der Buchhändler Vok, bei welchem M. als Gestern Abend nun kam es zwischen beiden Männern gering Buchhändler, ein jähzorniger Mann, den M. um den Leib fante fügiger Ursachen wegen zu Differenzen, im Verlaufe deffen der und thn über das Treppengeländer hinunterwarf. Der Gestürzte, deffen Schädel total zerschmettert ist, blieb be wußtlos im Parterregeschoß des Hauses liegen, woselbst ihn Hausbewohner, welche durch den Lärm herbeigelockt waren, im Blute schwimmend vorfanden. Es wurde nun sofort die Polizei requirirt, welche den nur noch schwache Lebenszeichen von fich Gebenden mittelst Krantenwagen nach dem Lazaruss frankenhause schaffen ließ. Auf dem Transport dorthin gab jedoch der schwer Verlegte seinen Geist auf; derselbe war vers heirathet und hinterläßt Frau und zwei Kinder in den bes drängtesten Verhältniffen. Voß, der übrigens den Ruf eines anständigen achtbaren, aber jähzornigen Mannes genießt, leugnet die That, doch wird dieselbe von Augenzeugen be stätigt.