ver=

altes Privilegium, das Kaiser Karolus den Bäckergesellen ver­liehen, beriefen. Bei der Belagerung Wiens durch die Türken hatten nämlich Bäckergesellen, welche des Nachts arbeiteten, gehört, wie sich der Feind nahte und deshalb Alarm gemacht. Zum Danke dafür wurde ihnen der Degen verliehen. In dem Feftzuge, welcher durch verschiedene Straßen Potsdams ging und von einer großen Menschenmenge begleitet wurde, wurden drei Fahnen darunter die Feldbäderfahne, welche die Feld­züge von 1806 und 1813/15 mitgemacht hat, voran schiedene frischgebackene Riesenbregeln und Napfkuchen als Embleme mitgeführt. Vor der Herberge machte der Zug fchließ­lich Halt. Der Altgeselle Schuster bestieg eine hohe an das Haus gelehnte Leiter und hing das neue Schild in die dazu angebrachte Eisenstange. Nach altem Zunftgebrauch ließ er sich ein Glas Wein zum Fenster herausreichen und hielt von der Leiter herab eine Ansprache, bei welcher Hochs auf den Kaiser, den Oberbürgermeister, dem Polizeipräsidenten, der so gnädig war, den Festzug zu geftatten, den Obermeister und die Meister­schaft und schließlich auf die Brüderschaft ausbrachte. Bei jedem Hoch trant er ein Glas Wein aus, eine Leistung, die auf so schwankender Höhe alle Anerkennung verdient. Sodann nahm der Altgeselle die Weinfleische selber zur Hand, sprach den Segen über das Bäckergewert und zerschlug die Flasche an dem neuen Schild. Auch das Weinglas zerschellte er unter Segenswünschen für die Herberge, den Herbergsvater, die Her­bergsmutter und die Herbergstante. Nachdem somit dem alten Zunftgebrauch Genüge gethan, marschirten die Gesellen, denen die Meister dreißig Mart zum Bier gespendet hatten, nach der Mühlenberggrotte, wo ein Tanzkränzchen stattfand."- Möge ihnen das Fest gut bekommen sein.

Ein Kampf auf Deck". In der neunten Abendstunde des vorgestrigen Tages erlebte die Leipzigerstraße ein gar mert­würdiges Schauspiel. Auf dem Verded eines Omnibus der Linie Schönhauser Thor- Hallesches Thor waren an der Mark­grafenstraße zwei Männer in Kampf gerathen. Der eine be hauptete, fein Nachbar habe ihm auf die Füße getreten, und gleichfam, als ob diese Füße dem bekannten Mechaniker ge­hörten, der oben auf dem Omnibus Ladstiefel anhat, so heftig ergrimmte der Betretene", und ohne die Entschuldigung des Thäters anzuhören, begann er sofort auf ihn einzuhauen. Die anderen Passagiere wollten die Streitenden auseinanderbringen, wurden jedoch mit in die Schlägerei verwickelt, so daß das ganze Deck fich in einer Aufregung befand, die zu beschwichtigen der Schaffner völlig außer Stande war. Erft hatte der Beamte den Wagen halten laffen, aber als er sah, daß in dem all­gemeinen Kampfgetöse seine zur Ruhe mahnende Stimme machtlos verhallte, befahl er dem Kutscher, so schnell als mög­lich nach dem Dönhoffsplay zu fahren, woselbst ja Schußleute ftationirt find. Diese Maßregel des Schaffners erwies fich als eine überaus richtige. Am genannten Plaz erstieg das Verded ein Polizist, dem sich noch ein Kontroleur anschloß und for derte die Kämpfer auf, von ihrer stolzen Höhe herabzusteigen und ihm zur Wache zu folgen. Die andern thaten das auch willig, nur das Karnickel, das angefangen hatte, sezte Wider­ftand entgegen und mußte mit Gewalt heruntergeholt werden. Als er unten wieder festen Boden fühlte, machte er noch einen Fluchtversuch, der aber von dem an den Omnibus herange­rittenen Schußmann sogleich im Reime erstickt wurde. Mit blankgefegtem Deck denn alle, die oben gesessen hatten, maren theils als Genossen, theils als Zeugen auf das Revier fiftirt worden, sezte darauf der Omnibus seine so stürmisch unterbrochene Fahrt fort.

-

Selbstmord durch Sturz aus der vierten Etage. Ein furchtbarer, durchdringender Schrei und das gleich darauf folgende dumpfe Aufschlagen eines menschlichen Körpers auf den Steinfliesen im Hofe des Hauses Neue Friedrichstr. 21a alarmirte heute Vormittag gegen 12 Uhr die Bewohner des lezteren. Dort fanden dieselben einen anständig gekleideten, etwa 30jährigen Mann in einer Blutlache liegend, der bereits todt war. Die sofort herbeigerufene Polizei stellte nun fest, daß der Selbstmörder der ehemalige Raffirer G. eines Ab­zahlungsgeschäfts in der Veteranenstraße sei. G. war schon feit einiger Zeit ftellungslos und darauf in tiefste Noth gerathen, so daß er alles irgendwie Entbehrliche, wie bei ihm vorgefun­dene Pfandscheine ausweisen, bereits versezt hatte; nun ver­suchte es G. mit dem Betteln, doch scheint der Unglückliche hierbei wenig Erfolg gehabt zu haben. Denn als derselbe gestern Mittag in obengenanntem Hause in der vierten Etage bei einem dort wohnenden Raufmann ansprach und das Dienstmädchen den Bettler abwies, brach der eindringlich Bittende in ein lautes Schluchzen aus, eilte dann plößlich nach dem offen ftehenden Flurfenster und sprang, ohne sich zu befinnen, in die graufige Tiefe hinab, um auf der Stelle todt liegen zu bleiben. Die Leiche des G. wurde sofort nach der Morgue überführt.

Polizeibericht. Am 4. d. Mts., Vormittags, fiel die 5jährige Gertrud Freund in der Küche der Wittwe Heffe, Landsbergerstraße 135, in einem auf dem Fußboden stehenden, mit fochendem Wasser gefüllten Waschkessel und verbrühte sich dabei derartig, daß sie am darauffolgenden Tage Nachmittags verstarb. Am 6. d. Mts. Morgens wurde im Thiergarten, nahe der Löwenbrücke, ein etwa 25 Jahre alter unbekannter Mann mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe noch lebend aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Vor­mittags wurde an der Ecke der Strelißer und Bernauerstraße ein Arbeitsbursche, als er ein in schneller Gangart die Streligerstraße entlang kommendes führerloses Schlächterfuhrwert aufzuhalten versuchte, überfahren. Er er­litt so bedeutende Quetschungen des rechten Unterschenkels und des linken Knies, daß er nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte. Nachmittags wurde eine Frau vor dem Hause Linienstraße Nr. 41 beim Ueberschreiten des Fahr­dammes von einem eilig daherkommenden Manne unmittelbar vor den Pferden einer Equipage zu Boden gestoßen und durch Huftritte am Unterarm und im Gesicht ziemlich schwer verletzt. Sie wurde nach der Charitee gebracht. Als zu derselben Zeit Als zu derselben Zeit auf dem Stettiner Güterbahnhofe von der großen Berliner Pferde- Eisenbahn- Gesellschaft Eisenbahnschienen verladen wur­den, fiel eine solche vom Wagen und verlegte die dabei be= schäftigten Arbeiter Keiber, Hoffmann, Gußmann und Wimmer theils schwer, theils leicht. In der Nacht zum 7. d. M. ent­stand vor dem Hause Königsstraße Nr. 20 eine Schlägerei zwischen einem Schuhmacher und einem Kaufmann, wobei Ersterer eine flaffende Wunde an der Stirn davontrug.

*

*

Vergnügungs- Chronik.

Projektirtes Repertoire der königlichen Schau­piele vom 8. bis 16. September 1889. Im Opernhause. Sonntag, den 8.: Der Trompeter von Säckingen; Montag, den 9. Der fliegende Holländer; Dienstag, den 10.: Sarda­napal; Mittwoch, den 11.: Hans Heiling; Donnerstag, den 12.: Der fliegende Holländer; Freitag, den 13.: Der Waffen­schmied; Sonnabend, den 14.; Die luftigen Weiber von Windsor: Sonntag, den 15.: Lohengrin ; Montag, den 16. un­

Gerichts- Beitung.

Ein unangenehmer Miether scheint der Kanzleige­hilfe Gustav Adolf Adler zu sein, welcher gestern unter der Anklage der versuchten Nöthigung vor der zweiten Ferienftraf fammer des Landgerichts I stand. Der Angeklagte batte von dem Eigenthümer Röhr einen fleinen Laden, eine Wohnstube

werde.

-

G

Den Aus

noch im Sta man in jed Berbefferung

nahe. Sie fuchen. Er Herrn Winte auf deffen! des Berline mancher Bez ihm die G Jene, weld außen habe liner Volfsb es abbestellt, gut

Dies tofte zu viel Geld und wäre nicht nothwendig. würde bei niedrigerem Breise mehr, boppelt gelesen und fo der entstandene Ausfall leicht gebedt werben. Die bevorstehende blatt müffe Wahl könne die Genoffen nicht abhalten, gerechte Rritif aus Er führt aus üben und werde auf alle Fälle diese impofante Verſammlung wohl im Stande sein, einen Einfluß auszuüben. führungen folgte lebhafter Beifall. Die an den Vortrag fi anschließende Diskussion war fehr animirt, zum Theil erregt, doch streng in den parlamentarischen Grenzen fich haltend. Herr Zuschneider Stopmann eröffnet diefelbe. Er fchlieft fich der Kritik des Referenten in Bezug auf mehreres an. Herr Wilsch ke führt aus, von vielen Seiten geschehe gegen eine Agitation, die direkte Anhänger einer gegnerischen, den Arbeitern feindlichen überlegen, daß andere Blätter fich mehr herausneh Bartei feien. Man solle billig denken und urtheilen und dürften als das ehrlich oppofitionelle. Redner giebt zu, daß und wieder ein Epezialberichterstatter in wichtigeren Verfamm lungen anwesend sein könnte, überall fönne dies nicht der Fall sein, da auch der Zeitungsmensch nicht von der Luft leben fönne. Man habe viele Abonnenten, die auf das Lotteriespid erpicht seien. Der Abonnementspreis fei allerdings für Viele eine schwere Leistung. Doch solle man die Genoffen zum Abonne ( Rufe: Andere Redakteure! Runert! Friederici!") Man solle vor der Wahl einig sein.( Anhaltender Beifall.) Herr Menzel entgegnet bem Borrebner

und einen Keller gemiethet. Da er nicht pünktlich zahlte, strengte lekterer die Ermissionsflage gegen ihn an. Aus Nache machte der Beschuldigte bei der Polizei die Anzeige, daß in dem Hause feines bisherigen Wirths Wohnungen in Gebrauch genommen würden, welche den polizeilichen Vorschriften nicht genügten. Diese Anzeige hatte auch Erfolg, wie der Zeuge Röhr im Termine erklärte, hat er mehrere Wohnungen räumen lassen müssen und ist ihm dadurch ein Schaden von über 600 Mart erwachsen. Aber nicht genug hiermit, richtete der Angeklagte noch an den Wirth ein Schreiben, in welchem er ihm an­zeigte daß er ihn wegen Urfundenfälschung denunziren Der so Bedrohte wie auch die Staatsanwalt­schaft waren der Ansicht, daß Adler durch dies Schreiben den Adressaten von einem weiteren Vorgehen gegen ihn in der Ermissionsklage abhalten wollte. Die Art und Weise, wie der Angeklagte feine Behauptung, daß der Zeuge eine Urkundenfälschung begangen, begründete, nöthigte dem Gerichtshofe ein Lächeln ab. Da in dem Miethskontrakte, der der Ermissionstlage ais Beweismaterial beigefügt worden war, auch eine Küche als zu den Räumen des Miethers ge­hörig aufgeführt war und der Angeklagte thatsächlich eine solche nicht inne gehabt, so sollte nach der Ansicht des Letteren darin eine Urkundenfälschung gefunden werden, daß das Wort Küche" in dem Formular des Miethskontraktes nicht ausge­strichen war. Ebenso geistreich begründete der Angeklagte eine zweite Urkundenfälschung", die er darin finden wollte, daß der Wirth nachträglich in dem Kontrakte dem Mieths­preise die Worte: infl. Nebenabgaben" zugefügt habe. Der Zeuge erklärte, daß er dies auf Veranlassung des

Magistrats gethan, um im Intereffe des Miethers deffen Miethssteuer feststellen lassen zu können. Hatte der Beschuldigte, wie der Staatsanwalt ausführte, in dieser Beziehung höchst mangelhafte Rechtskenntnisse an den Tag gelegt, so hatte der­selbe bei Abfaffung des der Anklage zu Grunde liegenden Briefes doch so viel Vorsicht angewandt, daß ihm nicht beizu­tommen war. Der Nachweis, daß der Angeklagte durch die Drohung für sich einen Vortheil habe erzielen wollen, sei nicht zu erbringen. Der Staatsanwalt mußte deshalb die Frei­sprechung beantragen und der Gerichtshof dementsprechend er fennen.

Soziale Uebersicht.

Die Adressen einiger Vertrauenslente der Maurer Berlins sind in der vorgestrigen Nummer nicht ganz richtig angegeben worden. Wir berichtigen die Fehler hiermit, wie folgt: 2. H. Manejewsky, W., Steinmegstr. 24. 3. W. Bangenz, Bülowftr. 51, bei Pankow . 9. H. Röhling, Hochstr. 32.

10. H. Schigolsti, Belforterstr. 3, Seitenflügel, 3. Tr.,

bei Zimmermann.

11. Aug. Fritsche, Kl. August r. 11, bei Werbelow.

Versammlungen.

das

"

werde doch kein infonfequentes Blatt lesen. Wenn das Blatt

"

zum Beispiel von der Heydrich'schen Versammlung

( Rufe:

nu

Bis

Gehört nicht her!") Menzel eine Refolution brachte, die zu Gunsten des Berliner Volfsblatt" a dann war dies Berechnung." Wenn ein Blatt langweilige Auffäße bringe, dann habe man das Recht zu sagen: hierher und nicht weiter!" denn die Arbeiterschaft sei majoren Die Redakteure verschanzten fich hinter den erften Sozial Thäten sie dies nicht, ftünde trauriger mit ihnen als mit den Nationalliberalen. Gr zichtige die Redaktion eines Servilismus erster Klasse,

demokraten der Welt".

er molle

aber kein Bauchrutscher werden. Herr Kürschner faft fa das Resumé feiner Ausführungen in die Worte zusammen: Die Redakteure meg damit?" Es kommt folgende Re folution zur Verlejung: " Die heutige Versammlung erklärt sich mit dem ferenten einverstanden und beauftragt das heut

-

Abonnementspreis des Berl. Volksblatt" auf monatlic Bureau dahin zu wirken, vom 1. Oftober cr. ab de 1 Mark zu stellen. Ferner beschließt die Versammlung

was

für die genügende Zahl von Abonnenten einzutreten Herr Pirch nimmt in warmen Worten das geschmähte Berl. Voltsblatt" in Schuß. Es jedem Recht zu machen, habe noch Niemand vermocht. Die gegnerischen Blätter fchrieben nur schärfer, wenn es gelte, die Interessen der Bourgeoisie vertreten. Auch andere Zeitungen brächten umgekehrt bas, früher im Berl. Voltsblatt" geftanden um Tage später. Lokalnotizen seien für die Arbeiterfrauen berechnet, damit die selben den Männern das Organ nicht verleiden und ihn zut Halten eines andern bestimmen. Ihm fämen derartige Klard geschichten in 14 Tagen noch immer zu früh. Es liege at

Die

ben

machen antragte Bre man mehr 2 teure bittet es ihm fer Bahrscheinli tommt also über die

Eingehenden die Leistun ment er l Caffen Si

bebenten Si Schulze obe wir wieder wir jetzt gen

dorf führt völlig ihrem ausdrücklich, berufen wor bringen. Annahme:

Berl

halter

vereir

deffel

Blatt

für n

Zur A

hardt ein das Vertrau

ift." Herr

hörend und glorifizirend,

Mit ein

Sozialdemo Wir h

Berichterstat Intereffe un

der gegneris

boch betone

Arbeitern, daß die Berichte nicht immer gut feien. Auch hier das Korrigiren der Vereinsberichte einen besonderen Literaten Sielten, iene

anstellen.

Redner wendet sich gegen Bauchrutscherei, der den

den Vorwurf d

Redakteuren gemacht worden. Auch das Wasch faß" hätten die Berliner Parteigenoffen felbfi gefüllt, nicht die Redaktion. Remedur möge wohl gefchaffe werden, doch werde man den Redakteuren des Berliner Boll blatt" ein großes Mißtrauensvotum nicht ausstellen fönnes Es kommt folgende Resolution

( Stürmisches Bravo.)

-

zur Verlesung und, wie gleich im vorhinein bemerkt fein mag Die Versammlung fordert den Verleger des Be liner Volksblatt" auf, die Redakteure desselben fofort entlassen, da dieselben nicht die Fähigkeit befizen, solches Blatt zu leiten." ( Rufe: Aber Runert!")

fpäter mit überwältigender Mehrheit zur Ablehnung:

Große Volksversammlung im Elysium", Lands­berger Allee 39-41. Tagesordnung: Wie stellen sich die Arbeiter Berlins zu der Redaktion und dem Verlag des Berliner Volksblatts?" Dis= tussion. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Herren 3 ubeil, Krause und Kolhardt. Der Vor­figende ermahnt zunächst die zu einem halben Dußend anwesenden Herren Berichterstatter, namentlich einen von ihnen, sich der Ob­feftivität zu befleißigen. Noch vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt Herr Hartmann das Wort. Er ersucht, den ganzen ersten Punkt der Tagesordnung fammt der daran zu knüpfen­den Diskussion fallen zu lassen und zum zweiten Punkt über­zugehen. Es sei dieser Punkt ganz dazu geeignet, den Sozial- Resolution kurz zur Tagesordnung überzugehen. Was set bemokraten vor ihren schadenfrohen Gegnern, vor allen andern Parteien eine Blöße zu geben. Man habe auch andere Mittel,

бет

Herr Wilhelm Werner nimmt das Wort. Er führt aus, daß jezt erst des Pudels Kern zu Tage getreten, die Personenfrage. Er weist an Beispiel der Maurer den Vorwurf zurück, daß beim Berlin

"

Bolfsblatt" die redaktionelle Erwähnung von der Größe der bezahlten Annonce abhänge. Er beantragt, über die geb

denn

bedauere

Bolls

eventuell auf das Berl. Volksblatt" einen Drud auszuüben Tribüne" Progaganda machen. Er erinnert an die Rommunal

und brauche dies nicht vor der schreienden Deffentlichkeit zu ge schehen.

der

sei.

Die Abstimmung über diesen Antrag ergiebt dessen Ableh­mung und der Referent Herr Otto Heindorf nimmt das Wort. Das Referat sei ihm, führte er im Eingange aus, von verschiedenen Genossen angetragen worden und er habe das­selbe übernommen. Man folle von Anfang an nicht erwarten, daß er etwas zur Geltung bringen werde, was nicht mit allgemeinen Humanität in Einklang zu bringen Aber, das würden wohl Alle zugeben müssen, am Blake fei es endlich einmal, die Verhältnisse des Berliner Volksblatts" zu besprechen. Redner kommt auf die in der Ber­ liner Arbeiterbewegung zu Tage tretenden beiden Gegensäge zu sprechen. Die Emen rufen in jeder öffentlichen oder Gewerk­schafts- Versammlung: Lieft das Volksblatt!" Die Anderen, unter denen sich Vorgeschrittene befinden, betonen: Wir lesen das Volksblait nicht!" Woran dies liege, wolle er nun von richtiger Seite aus betrachten. Die Einen fagten: Das Blatt ist mir zu theuer". Referent will sich mit diesen Leuten zu­nächst nicht befaffen. Sie möchten erst reif werden. Andere tadeln den Inhalt und dies sei die Generalfrage.( Rufe aus der Versammlung: Geschmacksachen!") Das Boltsblatt" habe unbestritten in lezter Beit ganz geschmacklose Artikel ge­bracht, die sich mit den Tendenzen eines Organs der Sozialdemokratie in der ersten Stadt Deutschlands nicht in Einklang bringen ließen. Dies sei namentlich während der Leidenszeit der Zeitungslefer insgesammt, der be­rüchtigten fauren Gurte" geschehen. Es hätten Auffäße darin

heute gegen die Redakteure, deren Abwesenheit er vorgebracht worden? Man werde auch gegen die wahlen vor zwei Jahren. Jemand, der, wie er selbst angegeben das Blatt nicht mehr halte, habe kein Recht mehr, auf die

daß

Redakteure zu schimpfen. Man solle das Blatt halten, nicht untergehe. Die ersten Kämpfer Deutschlands arbeiteten

demselben.( Rufe: Baate!").( Donnernder, langanhaltend

Beifall.) Bu fofortiger Abstimmung und unter lebhaftem 3u fall zu einstimmiger Annahme gelangt hierauf folgender

Antrag:

Da bem Inhaber des Elysiums", nachdem ibm e die Tanzkonzession bis 11 Uhr Abends beschränkt worden dieselbe jezt ganz entzogen worden; wird die Verfamm lung Sorge dafür tragen, daß der Inhaber reichliche Ersatz dafür in dem Umstande findet, daß Jeder der Versammlung das Lokal durch seinen Besuch reichli unterſtüßt und in seinen Bekanntenfreifen für den Befud Die Herren Joft und Winter find wenig mit ba Agitation der Versammlung einverstanden. Lekterer führt aus man finde nicht alle Tage tüchtige Redakteure.( Ruf: Runert! Bei Kunert hätten wir in einem halben Jahre denfelben Standal. Wer nicht den Posten des Rorrettors ausfüllen

fann"

desselben agitirt."

Herr Heitmann findet das Abbestellen Berliner Volksblatt" undemokratisch.

-

will das Blatt hochgehalten, aber auch kritisirt wissen.

bes

Dies

Herr Liefländer werde das Richtige fein. Herr Wiemer macht darauf aufmerksam, daß noch nach jeder Rücksprache mit den Rebal

teuren in jeder Sache sofort Remedur geschaffen worden Deshalb sei die heutige Versammlung nicht nöthig gewefen.

fei

geftanden, in Bezug auf welche man habe von vornherein sagen Herr Krause behauptet dagegen, daß wer zu ihnen fomme

müssen Sie gehören nicht in die Arbeiterpreffe, die andere und ernste Verpflichtungen uns gegenüber hat." Referent will auf einzelne Artikel des Näheren nicht eingehen und nimmt an,

veran

von den Redakteuren nichtachtend behandelt werde. Selbst die Scheere sei denselben in der Hand zu schwer. Die Nedalte hätten alle die gegen sie jetzt sich wendende Gehässigkeit machen.( Ruf: Unfinn!")

daß dieselben genugsam bekannt sind. Lokalnotizen würden im laßt. Der Redakteur dürfe zu einem Bericht teine Bemerkungen

"

Voltsblatt" ein, auch zwei Tage später gebracht, als man sie in anderen Tagesblättern lese. Dies geschehe, weil die Herren Redakteure eine Krankhafte Neigung für ihre Busenfreundin Scheere" hätten, weil der liebliche Kleiftertopf oft das Wer je große und fleine Gehirn bei ihnen darstelle. in der Redaktion gewesen, fönne fich alsdann davon fich alsdann davon überzeugen. Redner bemängelt ferner das Erscheinen der Lotterieliſten im Berliner Volksblatt". Dies tauge ebenso wenig

-

- Die Herren Schmiz, Weber

und Lindenheim wenden sich im wesentlichen gegen Schlüter für das Berl. Voltsbl.".

Herr

freie V Beneral- Mitgli 10% Uhr, in Die ölonomif Bericht der nommen. Um Große 3

3

ben 8. Septem Friedrichstraße Gegenwart.

tuffion. Sehrkur Blumefällen te Jatobftr. Bieldfucht.

baben Zutritt. Versamm

Bimmerleute) bends 8 Uhr Große

Roffen am Infelftr. 10. Forberungen. Fachvers

8 Uhr, Alte I fuifion über: Referent Herr Bereinsange

Das Stiftunge

Versamm Abends 8% b Die Bertür Derr Frig Kr Bichtigteit ber Bersammlung willkommen. Fachvers

Herrn Duse dann Hintergrunde boshafte

Dic

kommt die Agitation gegen das Organ der Arbeiter fo Dor

als hätten im

Gegner

Sache angezettelt', um eine Stimmenzersplitterung

bewirken.

und Brot gebracht haben.

-Herr Tubauer will Niemand aus Lohn

Indessen könne

eine

ge

Man

Wallenstein's Tod; Montag, den 9.: Die zärtlichen Ver- für ein Arbeiterblatt, das bestrebt sein müsse, die Gewinnsucht rechte Kritik das Parteiorgan nur stärken. Vieles hätte

wandten; Dienstag, den 10.: Die Frau vom Meere; Mittwoch, den 11. Die Rangau; Donnerstag, den 12.: Die Quizom's; Freitag, den 13.: Auf der Brautfahrt; Sonnabend, den 14.,

der Massen zu bekämpfen. Berichte über gewerkschaftliche Be­wegungen gelangten nicht in allgemein befriedigender Weise zum Abdruck.

namentlich in letzter Zeit, unterdrückt werden müssen. kritisire das Blatt, um es hoch zu bringen und nicht be

es

Es seien Alles in Allem Verhältniffe einge- todt zu machen. Herr Meyer betont, daß ohne alle Neben neu einstudirt: Romeo und Julia; Sonntag, den 15.: Der freten, die nicht mehr schön seien". Hier müsse unbedingt rücklichten die Bersammlung lediglich im Intereffe der Arbeiter

Bibliothekar; Montag, den 16.: Die Quizom's.

Das Kaiser- Panorama in der Passage bringt in diefer Woche neben dem dritten Zyklus der Pariser Welt Ausstellung die erste Reise durch Spanien und im Ausstellungspark eine Reise am schönen Rhein zur Aus­stellung. Die optischen Reisen erfreuen sich eines außerordent­lichen Zuspruchs von Jung und Alt, Hoch und Niedrig, in den Nachmittagsflunden reichen die Pläße nicht aus.

Remedur geschaffen werden. Wenn man bedenke, daß ein großer Theil der Gewerkschaftsnotizen dem Verleger gratis ge­liefert, daß andere Artifel mit Hilfe des Kleisters in die Spalten gelangen, dann müsse die Konsequenz gezogen werden, daß der Abonnementspreis ein wesentlich billigerer werde. Dazu trete der Umstand, daß neben ihm noch ein wissenschaftliches fozial­

bes

fchaft einberufen fei. Folgende Resolution wird verlefen Die pp. Versammlung spricht den Redakteuren Berliner Volfsblatt" ihren Tadel aus, da deren Be halten nicht mit den Prinzipien der Sozialdemokratie

vereinbar gewesen."

Herr Zubeil betont, er stehe heute noch wie früher!

ин

demokratisches Wochenblatt cristire, das die Genoffen gleich sei fein Gegner des Blattes. Man folle ein mit schweren Opfern unter Umständen lesen müßter. begründetes Arbeiterblatt nicht ruiniren. Man sei auch heute

falls lesen möchten,

Schäftigten

bends 8% 116

Allen Fr

Rachricht, amt 4. Sept

Tod fand.

tag, den 8.

der Leichen

Brit ftatt. 231

en

gros

J.

Atlass

Guirlanden

Bränge.

Kleine Rep

neuer

1190]

72

1.

2.

A. Bo

empfiehlt f

elegan

Beftügt a

ich in der

Lager

Bufchnei

Res

Die bil

itrage 13