erade im Gaftwirthsgewerbe entfittlichender wirkt als in anderen Gewerben. Der Großbetrieb im Gastwirthsgewerbe wird anders enden, als die vereinigten leinen Gastwirthe wünschen und glauben. Im Großbetriebe fönnen nun einmal die Speisen am vortheilhafteften hergestellt werden, vortheilhafter als von ben kleinen Restaurateuren und vortheilhafter als von den Priaten; darum wird es gegen die Zunahme des Großbetriebs wohl kein Sträuben geben. Man tann mit den Personen, welche die Entwicklung bier! wie überall zu zermalmen droht, mifühlen; in der Sache läßt sich die Entwickelung nicht aufhalten.
Aber selbst das persönliche Mitgefühl wird vermindert, wenn man sieht, welche Sonderung die Gastwirthe des tonangebenden Schlages ihrerseits im Publikum vornehmen. Wir wollen ein Beispiel erzählen. Es zeigt sich dabei, daß von gewiffen Gaftwirthen nicht bloß ein Theil des Publikums mehr geachtet wird als der andere, sondern daß auch ein Theil des Publikums für den anderen mitbezahlt; und zwar zahlt nicht, wie es wohl vernünftig schiene, ber geachtetere" Theil für ben minder geachteten mit, sondern gerade umgekehrt. Die Referveoffiziere eines benachbarten Kreises veranstalteten türlich in einem Berliner Reſtaurant mittleren Ranges, beffen Inhaber ein bekannter Rufer im Streit ist, einen ftury" bendschmaus. Das Gebed foftete 1,50 M. Der Abendtisch,
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und Leidenschaften Zwang anzuthun und die gewohnt ist, einzig und allein ihren Willen herrschen zu sehen über sich und Andere. Mit erschreckender Gewalt irat diese wilde Leidenschaftlichkeit im zweiten Alte Goneril gegenüber zu Tage. Wie ein vom Sturme aufgewühltes Meer, das seine schäumenden Wogen mit gewaltigem Anprall dumpf grollend gegen den Strand schleudert, fo ergoß fich fein Zorn über Goneril. Eine Steigerung war nicht bentbar. Und so erschien uns auch Lear's Entrüftung Regan gegen über matt und farblos gegenüber diesem elementaren Ausbruch. Auch in der nächtlichen Szene auf der Haide, wo die Elemente fich verschworen zu haben scheinen mit den herzlofen Töchtern; wo Lear, vom Sturme gepeitscht, hilflos und elend den ent< feffelten Elementen preisgegeben, dem Wahnsinn nahe, umberirrt: war Barnay nicht auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit, die er erst in der erschütternden, grotesten Gerichtsszene wieder erreichte. Dann aber ging es aufwärts in gewaltiger Steige rung. Die mächtige Szene am Strande von Dover , wo der wahnsinnige König dem blinden Glofter begegnet, war geradezu überwältigend. Ein bewunderungswürdiger Naturalismus der Darstellung vereinte sich hier mit dem feinfühlighten Verständniß des philosophischen Gehaltes diefer Szene, in melche Shakespeare, der Einzige, so viel Weisheit und tiefe Menschenfenntniß gelegt.
Polizei- Bericht. Am 16. b. M. Vormittags wurde der Maurerpolier Gerl in der Portierloge des im Neubau befindlichen Hauses Friedrichstraße Nr. 236 bewußtlos mit fia: t ver branntem linken Arm aufgefunden und nach der Charitee ges bracht. Gerl hafte fich etwa Stunden vorher zur Erledigung schriftlicher Arbeiten in diesen Raum begeben und daselbst zur Erwärmung einen Topf mit glühenden Holzkohlen aufgestellt. Durch den Dunft betäubt, scheint er vom Stuhle auf die Kohlen gefallen zu fein, so daß er am Arm bedeutende Brandwunden erlitt. An demfelben Tage Abends fuhr ein schwerer Bierwagen mit einem Handwagen vor dem Hause Rosenthalerstraße Nr. 21 derartig zusammen, daß die Scheer bäume des Handwagens, zwischen welchen sich der Führer des selben befand, mit solcher Gewalt gegen seine Brust schlugen, daß er sofort befinnungslos niederftürzte und nach kurzer Zeit ftarb. In der Nacht zum 17. d. M. brach in der Mälzerei der Aktienbrauerei Moabit ( früher Arend) auf dem Berliner Lagerhofe ein größerer Brand aus, durch welchen welchen der Dachstuhl zerstört wurde. Die Feuerwehr löschte bas Feuer nach Verlauf von zwei Stunden. Am 17. d. M. Vormittag wurde das Pferd einer vor dem Hause Louisenstraße 17 stehenden Droschte icheu und lief nach dem Neuen Thor zu. Als ein Mann dem Pferde in die Zügel zu fallen versuchte, wurde er von demselben zu Boden geriffen und überfahren, so daß er eine schwere Quetschung des Oberschenfels erlitt. Abends schlug der Maurer Hoppe auf dem Hofe des Grundstücks Müllerstr. 130 einem Stellmacher, mit welchem er vorher in der Schankwirthschaft von Thielsch, Müllerstraße 53 A, in Streit gerathen war, mit einem Beil auf den Kopf und brachte demselben dadurch eine bedeutende Ver legung bei. In der Nacht zum 18. d. M. wurde ein obdachLofer Arbeiter vor dem Grundstück Schönhauser Allee 115 mit mehreren Mefferstichen in der Schulter aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Seinen Angaben aufolge ist er von mehreren Bersonen überfallen und mit dem Meffer geftochen worden. Zu derfelben Zeit fanden in der Wienerstr. 21 und Leipzigerstr. 13 B fleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden.
aus einer ganzen Anzahl von Gängen bestehend, kostet aber dem Wirth bedeutend mehr. Auch die Getränke, echtes Bier unb Weine, brachten die Mehrausgabe nicht ein. Die Zahl der theilnehmenden Personen betrug 84 und der Wuth nahm im Ganzen, die Gebede eingerechnet, noch nicht 300 M. ein. Das wuste der Wirth auch vorher. Aber die Ehre, die Herren Reserveoffiziere bei fich zu haben, war's ihm werth und ben Ausfall muß das Tagespublikum beden. Und in anderer Form tommt's öfter so vor.
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Ganz mit Sympathie und Unterstüßung, her den gesell haftlich vortheilhaften Betrieb! Noch auf eine Kleinigkeit tommt's aber dabei an: nicht nur die Einrichtung muß die ge= fellschaftlich vortheilhaftefte sein, sondern der Gesellschaft muß auch der Vortheil des Betriebes zu Gute fommen. Groß- Feuer. Ein intensiver Feuerschein und gewaltige Rauchwolfen, welche sich in der Nacht zum Sonntag über den Norden Berlins ausbreiteten, verkündeten verspäteten Baffanten in der zweiten Stunde den Ausbruch einer heftigen Feuersbrunft und bald raffelten auch auf die sämmtlichen Depots ertheilte Meldung Groß Feuer" fast alle disponiblen Sprizen x. Dritte Aufführung der„ Freien Bühne". Diesen aus allen Richtungen der Brandstätte am Berliner Lagerhof Sonntag erschienen Gelvenster, aber nicht die Josen'schen, auf ( alter Bichhof) in der Brunnenstraße zu. Das ungeheure der Freien Bühne". Die" Henriette Maréschal" der beiden Terrain, welches von dem Humboldthain, der Brunnen, Brüder Goncourt ward aus wohlverdientem Todtenschlafe lebom, Huffitenstraße begrenzt wird, ist von der Lagerhof- wieder an's Tageslicht heraufbeschmoren. Jedes Bemühen, fellschaft an einige Hundert Geschäftsleute und Industrielle einen Lebensfunken in diesem abgeftorbenen Körper zu ent bermiethet, ebenso befinden sich dort zahlreiche große Pferde- zünden, blieb vergeblich. Wie leichenblas nahmen fich alle die Stallungen. Auch die Moabiter Brauerei hat daselbst ein nach Theaterpuppen aus, wenn man sie mit den lebensvollen Geftalten Ibsen's und Hauptmann's verglich, die mir an den ersten beiden Schauspieltagen auf eben dieser Bühne
Brunnenstraße zu belegenes fünfftödiges ehemaliges Ma
Theater.
mengebäude pachtweise erworben und in demselber eine Mälzerei errichtet, die sich in den unteren Räumen befindet, halten sprechen und handeln schen!" während im dritten bis fünften Stockwerk die Malzlager ge legen find; in der nächsten Nähe diefer Mälzerei, etwa 20 bis
deutendes Schmalz- und Butterlager, fowie große Holz- und Rohlenhöfe. Das Feuer, dessen Entstehungs- Ursache bis jetzt nist ermittelt werden konnte, war erst sehr spät durch einen Bächter des Lagerhofes entoedt worden, und als auf die fofort auf ber Polizeiwache am Gartenplag erfolgte Feuermeldung bie ften Löjdzüge anlangten, hatte fich der rapid um fich greifende Brand, welcher reichliche Nahrung in den Korn- Vorräthen fand, bereits über das ganze vierte und fünfte Stockwert verbreitet and fich durch den Lichtschacht bereits nach der dritten Etage burchgefressen. Die mächtigen, zum Dach hinausschlagenden euersäulen verursachten gefahrtrohendes Flugfeuer", welches or Allem unsere Löschmannschaften zum Schuße der umliegenden Gebäude veranlaßte. Der Angriff gegen die bren nende Mälzerei geschah nunmehr von allen Seiten und bald fprigen ihre Strahlen in das entfeffelte Element, wodurch es nach 21stündiger angestrengter Thätigkeit gelang, den Brand auf seinen eigentlichen Heerd zu beschränken. Die vollständige Unterdrückung des Brandes zog sich bis gegen 18 Uhr Sonn tags Morgen hin, während die Aufräumungsarbeiten noch im
Gefellichaften.
Nachmittag
Die Brüder Goncourt, bie fich als Väter der unglücklichen Henriette Maréfchai" bekennen, erfreuen sich im übrigen eines durchaus guten Rufes. Ja, fie gelten in engeren Kreifen sogar als die ersten und energifchsten Vorkämpfer des Realismus, und selbst Bola führte fie seiner Zeit als die Meister der modernen literarischen Schule an. Ihr berühmtefter Roman Germinie Lacerteur behandelt die traurige Liebesgeschichte eines armen Dienstmädchens und zeugt von großem Wahrheitsfinn, tief eindringender Beobachtung und energischer Darstellungsfraft, furz von all den guten Eigenschaften, welche ihrer„ Henriette
Mareschal" so völlig abgehen.
Auch die Wiedererkennungsszene mit Cordelia war ein Glanzpunkt der Darstellung. Die Hilflosigkeit des Kranken, seine Weichheit und Unsicherheit, die Schüchternheit, mit welcher der nicht so Selbstgem.fse seiner Umgebung begegnet; die ganze Liebenswürdigkeit dieser Natur, welche nun, da das Unglüd seinen unzähmbaren Sinn gebändigt, fo rührend hervortritt: nichts fehlte dieser ehrwürdigen, gebrochenen Gestalt um deren Haupt der Glorienschein des Dulders schwebt.
Ludwig Barnay aber fann auf diese Leistung ftols fein. Es giebt zur Zeit in Berlin feinen zweiten Schauspieler, der den Lear so spielen könnte. Der Einzige, der dies vermöchte, Josef Kainz ist zu jung, als daß er noch auf Jahre hinaus fich an diese Aufgabe wagen fönnte.
Sehr gut war der Kent Kraußned's, frisch und warm herzig. Den Narren spielte Herr Stahl, meiner Meinung nach zu gefühlvoll. Das Gefühl sollte bei ihm widerwillig fogar bei seinen teden Worten und Liedern durchbrechen, nicht fich in vollster Absichtlichkeit geben.
Herr Drach als Edmund und Frl. Baumgart als Goneril wurden mit ihren undankbaren Rollen sehr gut fertig.
Die Cordelia des Fel. Hod war viel zu meinerlich. Weffen Empfinden so teusch ist, daß es sich durch Worte zu entweiher fürchtet, der weiß auch seinen Schmerz mit mehr Würde zu tragen. Ganz unmöglich war Frl. Stöhr als Regan. J. 3.
Gerichts- Beitung.
Man sollte glauben, es handelte fich um einen hoch wichtigen Sensationsprozeß, so sehr drängte fich das Publikum in den Zuhörerraum der 94. Abtheilung des Schöffengerichts, als gestern daselbst die Sache, Schulze" aufgerufen wurde und dann der Angeklagte nebst seinem Vertheidiger und einer statt lichen Anzahl Beugen im Gefolge den Saal betat. Es dreh: e fich aber dabei um eine ganz all ägliche Hofgeschichte. Der Angeklagte, der Handelsmann Schulze, sollte die Bizewirthin, Frau Gliese, mit dem Verbrechen des Todtschlags bedroht haben. Es wurde in stundenlanger Verhandlung folgender Thatbestand festgestellt: Schulze hieb eines Sonntags Morgens auf dem Hofe Holz. Die Vizewirthin untersagte ihm dies unter Hinweis auf die vom gestrengen Herin Eigenthümer erlaffene Hausordnung. Schulze erklärte, die Bizewirthin habe ihm nichts zu sagen, er hieb weiter. Als es eine Pause machte, um ein neues Stück Holz auf den Bloď zu legen, kam die Bize wirthin ihm zuvor, fie fegte sich selbst mit außerordentlicher Ge schwindigkeit auf ben Blod, ben Sig total bed dend. So fagte fie triumphirend, nun hauen Sie mal au!" Schulze mas bie vor ihm Sigende mit grimmen Bliden. Gehen Sie weg, oder ich haue zu!" rief er wobei e tus Deif in der Frau erhobenen Rechten schwang. Bliefe Auf die blieb Denunziation der Frau Gliese hin, murde gegen Schulze Anflage wegen Bedrohung erhoben. Nachdem in diefer Sache zehn Eide geleistet worden waren, der Staatsanwalt für Schuldig und der Bertheidiger für Nichtschuldig plaidirt hatte, erfannte der Gerichtshof unter athemlofer Spannung der Zu Da hörerschaft dahin, daß Herr Schulze freizusprechen set. Frau Gliese ruhig auf dem Block higen gebliebed sei, so habe fie sich vor der Drohung, die überhaupt nicht ernst gemeint gewesen, auch nicht gefürchtet.
Von dem Anfang des ersten Artes abgesehen, der in einigen tecken Bügen das Rokotientreiben eines großen Bariser Maskenballes ohne Schminke darstellt, leidet alles Uebrige an unglaublichster unwahrheit. Nirgends dringt ein erfrischender Hauch wirklichen Lebens in diese sentimental- frivole Theaterwelt herein, die wie ein Sput an uns vorüberzieht. Die Gefellwelche sich in dieser Welt bewegt, ist die gewöhnliche der franzöfifchen Romödie. Natürlich fehlt auch nicht die unverstandene große Dame, die sich an der Seite ihres angetrauten Herrn Gemahls zum Sterben langweilt, der Abwechselung wegen einen Liebhaber wünscht und findet. Das Unglüd will aber, daß fich ihre Tochter Henriette, nach welcher das Stück getauft ist, in denselben unausstehlichen jungen Menschen verliebt. Mitten in ihrem gemohnheitsmäßigen Ehebruch erfährt Frau Maréschal von dieser Neigung und nun gnädige Frau mit leichter Mühe über das Herz gebracht, aber ber Verliebtheit der Fräulein Tochter im Wege zu stehen, nein das wäre zu araufam! Frau Maréchal die Gemahlin brach die Ehe, Frau Maréschal die Mutter sagt sich vom Ehebruch los; in liebenswürdiger Rüdsichtnahme auf das Rührungsbedürfniß des Theaterpublifums verzichtet sie. Der junge Mensch, auf ben verzichtet werden soll, ist aber damit erklärlicher Weise
faffungsmauern; der angerichtete Schaden ist ein ganz bedeus tender und partipiziren an demselben mehrere Versicherungs- beginnt die Apotheose. Ihren Mann zu betrügen, das hat die
Richter
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Ein Schrecklicher Unglüdto fall ereignete fich vorgeftern in der Rosenthaler- Straße Der Hausbiener Augustin, ein Familienvater, fuhr mit einem Handwagen die Rofenthaler- Straße entlang, als plöglich ein von dem Kutscher geführter Bierwagen an ihm vorbeifuhr. Der Bierwagen wurde bei Seite geschleudert und Augustin erhielt einen fold wuchtigen Schlag gegen Bruft und Leib, daß er zusammen höchft unzufrieden. Sobald er die Absage erhalten, bringt er brach und augenblidlich verschied. Der Kutscher Richter, welchem man die Schuld an dem Unglüd beimißt, wurde gestern leidenschaftlicher und großer Worte, bittet und beschwört, bis
früh ber fönigl. Staatsanwaltschaft vorgeführt. Der verstorbene A. zeiate feinerlei äußere Verlegungen.
Wieder ein Defraudant. In dem Wienftruck'schen
weniger als
Jollen die Höhe von 22 000 Mart erreichen. Hartwig, ein junger Mann Ende der Zwanziger, hat auf großem Fuße ges lebt; der Aufwand, den er trieb, ftand mit feinem Gehalt von 4000 M. in feinem Verhältniß. Beispiesweise hatte er nicht
in das Bimmer feiner Geliebten, spricht eine große Reihe sehr
es auf einmal an der Thüre pocht. Das ist natürlich Herr Mareschal, der als richtiger Theatergatte die Mission hat, zu guterlegt die Frau Gemahlin bei einem Et dich ein zu überraschen, und der zur Erhöhung des Effeftes gleich eine geladene Pistole mitb: ingt. Fräulein Henriette,
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Buitergeschäft find fürzlich sehr umfangreiche Unterschlagungen entbedt word: n, die der ungetreue Raffirer Hartwig feit längerer Zeit sich hat zu Schulden kommen lassen. Dieselben welche, wie schon erwähnt, den Liebhaber ihrer Mutter gleich- nächsten Jahre in eine Bewegung behufs Berkürzung der
21 Anzüge. Besonders intereffirte er sich für
Schloß und Riegel.
falls liebte, fommt aus einem Nebenraume bereingestürzt, begreift die Situation, verbirgt den jungen Menschen und löscht bie Lampen aus. Da weicht endlich das Schloß, an dem Herr Mareschal so lange gezerrt hat, er hält in der Dunkelheit Henriette für seine ehebrecherische Frau und erschießt das arme Mädchen mit seiner Theaterpistole. Tas einzige Glück dabei Edmond de Gor court prophezeite 1879 dem Theater als einer Kunststätte den Untergang. In " In fünfzig Jahdie Bühne spätestens wird einer groben
ausgegeben haben. Der Defraudant befindet sich bereits hinter ist, daß nun wenigstens der Vorhang fallen muß.
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Eine Fahrt auf Tod und Leben machte in der Nacht Dom Sonnabend zum Sonntag der in der Freienwalderstraße wohnende Droichtenkutscher R. R. hatte Nachtbroschte gefahren Beluftigung geworden sein und wird nichts mehr gemein haben
zu
Soziale Uebersicht.
Aufruf an alle in Buchbindereien, Album-, Kartonund Lederwaa enfabriken, sowie verwandten Betrieben be schäftigten Arbeiter. Arbetter! Kollegen! Wie Ihr mißt, ift in einer öffentlichen Versammlung beschlossen worden, im
Arbeitszeit auf 9 Stunden einzutreten, um durch eine fürzere Arbeitszeit eine materielle und geistige Besserstellung der Ar beiter unferes Gewerks zu erzielen. Zu diesem Zwecke wurde eine Kommission, bestehend aus 15 Arbeitern der verschiedenen Branchen des Gemerts, gewählt. In Erwägung, daß vor allen Dingen eine gefüllte Raffe vorhanden fein muß, um zu unserem Ziele zu gelangen, hat die Rommission Quittungsfarten und Marken drucken lassen zwecks Sammlung eines Fonds. Es ist jeder Arbeiter unferes Gewerks moralisch verpflichtet, die folche Rate zu haben und darin einzu
und befand sich gegen 2 Uhr Morgens auf dem Nachhausemege mit der Literatur, dem Stil, dem Sinne für das Schöne; fie Marten find in allen Versammlungen der vier bestehenden
der Nähe der Rügenerstraße wurde das vor die Droschte ge nach seiner Wohnung, dabei die Brunnenstraße paffirend. In fpannte Pferd plöglich scheu und rafte in wildem Galopp genannte Straße entlang, das Fuhrwert nach rechts und links Schleudernd und nur mit Mühe vermochte R., der jede Herrihaft über das Pferd verloren, sich auf dem Fuhrwerk zu balten. Tas Pferd durchrafte nun die menschenleere Bad- und Stettiner ftraße, bis in der Bellermannstraße das Gefährt gegen fiel und besinnungslos auf dem Fahrdamm liegen blieb. eine Borbschwelle geschleudert wurde, wodurch R. vom Bed Wenige Minuten später hielt die führerlose Droschke vor der Behausung des R. in der Freienwalderstraße und da mehrere Bewohner des Hauses, vor der Thür stehend, das Herannahen der Droschte ohne R. gewahrten, vermuthete man mit Recht, daß dem Kutscher ein Unfall paffirt sei. Sofort wurden nun bie baranstoßenden Straßen abgesucht und man fand in der That den K., noch immer bewußtlos und stark blutend an der oben erwähnten Ede der Stettiner und Bellermannstraße liegend. Der Verwundete wurde zu einem in der Nähe wohnenden Arzt geschafft, welcher jofort einen Nothverband an legte und die Ueberführung des R. nach seiner Wohnung ver
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anlaßte.
Mittheilung zu, daß der Restaurateur Troll, Rnesebed. Von der Lokalkommission in Rixdorf geht uns die traße, sein Lokal zu Versammlungen verweigert. Herrn Troll war eine Bedentfrist bis vorigen Donnerstag, die schließ Herr Troll aber fein Lebenszeichen von fich gab, so ist anzu nehmen, daß er auf den Besuch der Arbeiter verzichtet.
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wird ihren Plag einnehmen zwischen der Vorführung gelehrter Hunde und der Ausstellung von sprechenden Puppen." Haben die Herren mit ihrem Theaterstücke dieser Entwicklung vielleicht vorarbeiten wollen? Man könnte fast auf den Gedanken vers fallen. Und hat die Freie Bühne" durch diese Aufführung vielleicht auf die Gefahr einer solchen Entwicklung aufmerksam machen wollen? Hoffentlich geht Goncourt's Prophezeihung, wie die meisten andern, nicht in Erfüllung, hoffentlich tann uns die Freie Bühne noch marches ehrlich solide, tüchtig wahrhaftige Bild des Lebens auf ihren Brettern zeigen.
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Die Aufführung von Shakespeare's König Lear " mit Ludwig Barray in der Titelrolle hatte am Sonnabend das Berliner Theater" bis auf den legten Blaz gefüllt. Es war bas erste Mal, daß Barnaŋ uns in der Rolle des Lear gegenüberstand, in diefer Rolle, welche die höchsten Anforderungen an den Schauspieler stellt, aber auch eine derjenigen ist, die unser Herz in seinen tiefsten Tiefen aufwühlen und so den höchsten Triumph der Schauspielkunft bedeuten.
Es giebt nichts Tragischeres als das Schicksal Lear's. Ein mächtiger Herrscher, jähzornig, launenhaft, bespotisch, wie es nur immer ein vom Glück verwöhntes Menschenfind sein kann, tritt er uns entgegen, um dann vor unseren Augen den bitteren Kelch des Unglücks bis auf die Neige zu leeren.
lich bis Sonntag ausgedehnt wurde, geftattet worden. Da ausbruch bei den Worten Cordelia's nichts von ihrer Größe
Barnay war in der Schenkungsszene des ersten Attes eine wahrhaft fönigliche Erscheinung, der auch der wilde Zornes
nahm. Es war eben die Empörung einer leidenschaftlichen, gewaltthätigen Natur, welche niemals gelernt hat, ihren Wünschen
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Branchenvereine, in deren Arbeitsnachweisen und bei den nach ftehenden Kommiffions- Mitgliedern zu haben; ebenso find doit Bons à 10 Př. zum Vertriebe bei anderen Gemertschaften zu entnehmen. Die Kommissions. Mitglieder find: M. Marwit. Naunynftr. 25; F. Feldmann, Sophienstr. 26/27, b. Leufchner; W. Tilgner, Bärwaldstr. 49; H. Wilter, Köpnickerstr. 157, bet West; A. Schubert, Brandenburgftr. 21, Hof part.; Schnabe Oppelnerftr. 20, Quergeb. 2 Tr.; R. Hahn, Wendenstr. 4, 4 Tr.; R. Wunscheck, Elifabeth- Ufer 42, Hof 3 Tr.; Kiffe, Schönhaufer Allee 78; C. Röhlte, Urbanstr. 52; G. Kamann, Gräfestr. 82; Ahner, Dresdenerstr. 124; R. Busse, Branden burgstr. 21, bei Schmolte; H. Greiffenberg, Dieffenbachftr. 28, 3 Tr.; W. Wach, Röpnickerstr. 157, 4 Tr., bei West. Für die Rommission: Der Schriftführer. NB. Die Kommission bittet um recht rege Betheiligung an der Statistit des Fachvereins der Buchbinder, da ihr dieselbe als Material dienen soll.
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