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Br. 61. 14. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 13. März 1897.

Literarische Rundschau.

Die Diskussion über die materialistische Geschichts­Auffaffung in der Neuen Zeit".

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ihren neuesten Leistungen diesen Standpunkt eingenommen. Den I am besten verdeutlichen, wirkt die Dekonomie nicht als eine zwe d großen Einfluß der Dekonomie auf diese Lebensgebiete erfenne er fegende, sondern als eine blos prädisponirende Bea willig an, nur dürfe man über diesem Einfluß" nicht die Wirkung dingung. Nur unter der Voraussetzung gewiffer Denfweisen und In der legten Nummer der Neuen Zeit" vom 6. März ist die all der mannigfaltigen seelischen Anlagen, die aus des Dekonomie Traditionen, die selbst nicht unmittelbar aus der Dekonomie ab fehr anregende Bolemit der Genossen Kautsky und Bax über die nicht ableitbar sind, übersehen. Alles stehe in wechselseitiger Ab- geleitet werden können, vermag fie die ihr zugeschriebene, über materialistische Geschichtsauffassung zum Abschluß gekommen. Die hängigkeit. den Kreis ökonomischer Interesjirtheit hinausgehende Wirkung aus." Diskussion begann im Herbste vorigen Jahres mit der Kritik, die Das, wogegen Bar als die" extreme" Richtung des historischen zuüben. In solchen Fällen fann aber wegen der Bedeutung und Kom­Kautsky gegen einen in der Wiener Zeit" veröffentlichten Artikel Materialismus ankämpft, ist offenbar nicht nur eine" extreme", sondern plizirtheit der andern mitwirkenden Faktoren, die Dekonomie als oon Bay richtete, und zog sich dann mit Unterbrechungen durch eine widerfinnige, in dogmatische Hirngespinste verlaufene Richtung. causa sufficiens, als genügender Erklärungsgrund sechs Hefte hindurch. Eine große Reihe einzelner, auch historischer Kautsky weist diese Art von Materialismus" mit Recht weit von nicht mehr bezeichnet werden. Diese Folgerungen, durch welche die Fragen ist in höchst anregender Weise berührt worden. sich. Die materialistische Geschichtsauffassung habe es gar nicht mit Wirkungsweise der Dekonomie einmal als Be ft immungsgrund, Wenn wir hier auf den Gang der sicher auch für weitere einer Erklärung der menschlichen Natur und ihrer ursprünglichen das andere Mal als Bedingung näher charakterisirt wird, Parteitreise intereffanten Erörterungen einen Rückblick werfen, Anlagen zu thun. Sie setzte vielmehr diese menschliche, ebenso wie die scheinen sich mir unmittelbar aus der Kautsky'schen Unterscheidung so geschieht das, um aus dem Reichthum des Stoffes einige der äußere Natur bei ihren Betrachtungen als einen gegebenen zu ergeben; sie dürften bei einer genaueren Formulirung der mate­wichtigsten Gesichtspunkte herauszugreifen, durch welche Kautsky , Faftor voraus, und beschränke sich darauf, die Veränderungen, rialistischen Geschichtsauffassung jedenfalls nicht übergangen werden. der in der Diskussion weitaus Ueberlegene, das Wesen des historischen welche die Bethätigung der ursprünglichen Anlagen im Laufe der Der falsche Schein, als ob nach dem historischen Materialismus Materialismus bestimmter verdeutlicht. Geschichte aufweist, zu begreifen. Die Veränderungen aber fönnten alles Handeln der Menschen in gleichmäßiger Abhängigkeit Man wird die Bedeutung der allgemeinen Frage, um natürlich nicht durch den Hinweis auf die konstanten, von der Dekonomie stehe, und damit viele mißverständlichen Ein­welche hier mit sehr ungleichen Kräften gefämpft wird, am leichtesten bleibenden, sondern nur durch den Hinweis auf die veränder- wendungen würden so von vornherein fortfallen. Auch Bax würde verstehen, wenn man sich an das bekannte Bild erinnert, lichen Faktoren des geschichtlichen Prozesses erklärt werden. gegen eine solche Formulirung, welche auf die inneren Grad- und Art­durch welches Mary das Verhältniß der Dekonomie gegenüber den Was sich ändert, das ist aber nicht das menschliche Wesen unterschiede jeder ökonomischen Erklärung von vornherein aufmerksam anderen Lebenssphären und Thätigkeitsformen der Gesellschaft an- und die Außenwelt, sondern die Gesellschaft, das heißt, in legter macht, nichts einwenden können." Psychologie" und" Wechselwirkung" schaulich macht. Die Dekonomie, sagt er, sei die Grundlage", Linie die ökonomischen Verhältnisse". In ihnen also sei der Grund finden dabei innerhalb der gebotenen Grenzen volle Berücksichtigung. Politit, Recht, Religion, Wissenschaft und Kunst dagegen der Ueber dafür zu suchen, daß die ursprünglichen Anlagen selbst sich in den ver- Wie falsch es ist, der Marxistischen Geschichtsauffassung vor bau"; der ökonomische materielle Lebensprozeß als Grundlage be- schiedenen historischen Epochen verschieden bethätigen. zuwerfen, fie unterschätze den menschlichen Geist, der, wie gesagt, dinge und bestimme den gesammten Lebensprozeß der Gesellschaft. Man kann diesen Gedanken auch so fassen: Die Margiften be fogar als Grundlage und treibendes Element der ganzen historischen Diese allgemeine Formulirung ist vortrefflich, indem fie markant und trachten die geschichtliche Entwickelung in Uebereinstimmung mit den Entwickelung aufgefaßt werden kann, setzt Kautsky , auch hier die plastisch mit der Schärfe des Schlagwortes den Gegensah des Vertretern anderer geschichtsphilosophischer Richtungen als eine Wirkungsweise der Dekonomie näher analysirend, in einem späteren neuen historischen Standpunktes gegenüber dem alten hervorhebt. Entfaltung der menschlichen Natur, die durch ihre eigenen Werke Artikel auseinander:" Der Geist bewegt die Gesellschaft, aber nicht Aber wie jede epigrammatisch kurze Ausprägung eines Gedankens zu immer neuer, die Gesellschaft umgestaltender Bethätigung ge- als der Herr der ökonomischen Berhältnisse, sondern als ihr nothwendig mit einer gewiffen Einseitigkeit behaftet ist, weil Kürze drängt wird. Sie unterscheiden sich von den anderen Richtungen Diener. Sie sind es, die ihm die Aufgaben stellen, welche er und Anschaulichkeit nur durch Unterdrückung der komplizirenden hingegen dadurch, daß sie von allen Erzeugnissen der Gesellschaft jeweilig zu lösen hat; fie sind es, die ihm die Mittel zu ihrer Nüancen erreicht werden können, so auch die Mary'sche Formel. die Organisation des ökonomischen Lebens als dasjenige Moment Lösung geben. Und daher sind sie es auch, welche die Resultate Hier war für eine äußerliche, an Worte fich haltende hervorheben, welches auf das schaffende Handeln und Verhalten der bestimmen, die er unter gegebenen historischen Bedingungen erzielen Bolemit der Boden trefflich geebnet. Wie kann die Dekonomie, so Menschen innerhalb der Gesellschaft den am meisten bestimmenden Ein- tann und muß." Jeder Schritt nach vorwärts erzeugt neue un wird fuperflug eingeworfen, im Unterſchied von den übrigen gesellschaft fluß ausübt. Wenn also Werth darauf gelegt wird, können die Ver- vorhergesehene Verhältnisse und damit neue weiter drängende lichen Lebensprozeffen als Grundlage" bezeichnet werden? Ist treter der materialistischen Geschichtsauffassung ohne weiteres zu Aufgaben und Mittel. In dieser Bewegung aber spielt natürlich nicht jede Grundlage", richtig aufgefaßt, etwas selbständig be- geben, daß in letter Linie die menschliche Natur als die Grund- auch das einzelne Individuum eine bedeutende Rolle, die der stehendes, das, selbst unabhängig vom Ueberbau", auf die Ge- lage aller sozialen Gestaltungen anzusehen sei. Die wechselseitige Marxismus , hier auf eine der Grenzen ökonomischer Erklärungs­staltung dieses bestimmend einwirkt? In Wirklichkeit kommt aber Bedingtheit aller sozialen Gestaltungen weist schließlich auf die weise stoßend, durchaus nicht verkennt." Das Individuum der Defonomie eine selbständige Existenz offenbar nicht zu, die wechselseitig einander bedingenden Anlagen, Triebe und Bedürfnisse fann feine neuen Probleme für die Gesellschaft erfinden... Defonomie ist eine Thätigkeit der Gesellschaft, die ohne andere der menschlichen Natur als gemeinsamen Hintergrund und einigendes ist auch in bezug auf die Lösung dieser Probleme an die Mittel Thätigkeiten derfelben, ohne Familienorganisation, ohne politische Band zurück. Wenn Mary die Dekonomie als Grundlage", die gebunden, die seine Zeit ihm liefert. Dagegen ist die Wahl der Zusammenfassung, ohne Recht, ohne erfindendes Denken und anderen Lebensgebiete als Ueberbau" bezeichnet, ist es also unmöglich Probleme, denen es sich widmet, die des Standpunktes, von dem Wissenschaft gar nicht bestehen kann. Und wie sehr auch die Dekonomie feine Absicht, etwa zu bestreiten, daß man in dem oben entwickelten aus es an deren Lösung herantritt, die Richtung, in der es diese auf alle diefe Lebenssphären einwirkt, haben andererseits diese Sinne sehr wohl auch die menschliche Natur als Grund- sucht, und endlich die Kraft, mit der es sie verficht, nicht ohne gegenüber der Dekonomie doch eine relative Selbständigkeit. Die lage und alle gesellschaftlichen Lebenssphären als wechselseitig Re st auf ökonomische Bedingungen allein mannigfachen Anlagen der menschlichen Natur leben sich, das ist einander bedingende Erscheinungen dieser Grundlage auffaffen zurückzuführen." Hier kommt noch außerdem die besondere das Gemeinſame, in den verschiedensten Gebieten, aus, diese Anlagen könne. Das Eigenthümliche der materialistischen Geschichts- individuelle Eigenart, die Begabung und die Entwickelung derselben selbst aber find offenbar aus den wirthschaftlichen Verhältniffen auffassung ist es, nicht die psychologischen Vorbedingungen des in betracht; und dadurch können einzelne Individuen, als Denter, allein nicht abzuleiten. Die Defonomie, darauf würde diese Argu- historischen Geschehens oder die Wechselwirkung der gesellschaftlichen Künstler, Organisatoren, Tattifer, ja auch als Feldherren, ihrer mentation mithin hinauslaufen, dürfe nicht als Grundlage" bezeichnet Lebenssphären zu leugnen; vielmehr akzeptirt sie, richtig aufgefaßt, Beit viel, sehr viel geben". Die Klagen über den Personenfultus". werden, da sie mit den anderen Lebenssphären, die aus der Dekonomie diesen Gedanken, aber sie ftrebt über die triviale Allgemeinheit auch innerhalb der sozialistischen Partei, sind danach auf ihr rich­allein nicht abgeleitet und begriffen werden können, in dem Verhält- desselben hinaus, indem sie, auf ihm fußend, weitere Fragen stellt, tiges Maß zu reduziren. niß wechselseitiger Abhängigkeit stehe; ebenso wie die vor allem: Welche dieser verschiedenen in sich zusammenhängenden Eben dieses bedeutsame, aus ökonomischen Verhältnissen allein Defonomie, das Handeln der Menschen anregend, auf die übrigen Lebenssphären stellt sich einer ins Innere dringenden Geschichte nicht genügend verständliche Eingreifen einzelner Individuen in den Lebenssphären einwirte, ebenso wirkten diese auf die Dekonomie betrachtung als die wesentlichste und wirksamste dar? Un dann im Entwickelungsgang der Gesellschaft weist uns nach Kautsky auf das zurück. Die Dekonomie set nicht die Grundlage und nicht das be- Anschluß hieran: Wie wird ferner die menschliche Natur durch die eigentliche Gebiet der materialistischen Methode hin. Die stimmende und bedingende Moment der gesellschaftlichen Ent- Gestaltungen dieser( der ökonomischen) Lebenssphäre in ihrem ganzen unendlich verschlungenen, vielfach individuell bedingten Be wickelung, fie fei nur ein bestimmender Faktor unter anderen. So Berhalten bestimmt? Der Unterschied zwischen den Bekämpfern und fonderheiten der wirklichen Geschichte vermag fte ohne aber stelle fich als wirkliche Form, in der das historische Leben den Anhängern des Marxismus ist schließlich der, daß Reft nicht aufzulösen. Aber sie liefert die Grundlagen, von verläuft, die allgemeine Wechselwirkung dar, und diese fun- die Geschichtsphilosophie jener da stehen bleibt, wo die denen aus diese bunte Wtannigfaltigkeit des Wirklichen erst recht ver­damentale Wahrheit werde von der materialistischen Geschichts- Geschichtsphilosophie dieser erst anfängt. Die Fragen, auf welche fändlich wird, indem sie die verschiedenen Entwicklungsstufen der auffaffung, welche die Dekonomie, als das Bestimmende", den anderen die materialistische Geschichtsauffassung antworten will, find Defonomie fondert, ordnet, vergleicht und so den Kern von Ge Lebenssphären, als dem Bestimmtwerdenden", einseitig gegenüberstelle, unabweislich. Je flarer, ausführlicher und bestimmter die Be- sellschaftsformen und Ideen, der bei allen äußerlichen Abweichungen prinzipiell verfannt. antwortung derselben formulirt wird, umsomehr muß jeder Schein ben Völkern einer gewiffen ökonomischen Entwicklungsstufe ge= von Einseitigkeit, der einem epigrammatisch furzen Ausdruck des neuen meinsam ist, herauszuschälen sucht. Sind diese allgemeinen Bu­Standpunktes etwa noch anhaftet, verschwinden. sammenhänge erst erkannt, so lassen sich die Gründe der im Rahmen des Gemeinsamen auftretenden Mannigfaltigkeit dann leicht erkennen. Dieses hier von Kautsky als Hauptaufgabe der Mary'schen Geschichts. theorie bezeichnete Verfahren erinnert an die Methode der theore tischen Nationalökonomie, welche ja auch die Besonderheiten der Preisbildung im einzelnen Falle nicht erschöpfend angeben tann, die aber die allgemeinen Zusammenhänge der Preisbildung und damit die Grundlage, den Rahmen und die Grenzen, in denen die besondere Preisbildung sich bewegt, untersucht. Auch hier sind die Besonderheiten nur zu verstehen, wenn erst die allgemeine Regel, das Richtmaaß, von welchen die Besonderheiten mehr oder weniger aba weichen, gefunden worden ist.

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Das etwa ist in allgemeinen Zügen der Gedankengang, welcher der Polemik gegen den historischen Materialismus zu grunde liegt. Wie unfruchtbar und leer diese Kritik auch erscheint, die sich an den Doch tehren wir zu Rautsty's Polemit, die mancherlei zur Auf­engen Wortlaut einer Formel flammert, um daraus zu deduziren, hellung jener Grundfragen beiträgt, zurück. Sehr wichtig eben im Sinne daß Mary förmlich blind für die bekannten, im Leben schärferer Bestimmtheit ist seine prinzipielle Sonderung zweier von Bay überall herüber und hinüberspielenden Wechselbeziehungen zusammengeworfener Momente: von ökonomischen Interessen, gewesen sei, so hat sie doch wie alles in der Welt auch ihre guten welche die bewußten Motive des Handelns einzelner Personen bilden", Seiten: Sie treibt die Anhänger der materialistischen Geschichts- und von materiellen Bedingungen, die einer bestimmten Ge­auffaffung nothwendig zu Versuchen, ihre wirklichen Ansichten in sellschaft und damit auch dem Denken und Fühlen der Mitglieder ausführlicherer und mehr nuancirter Formulirung darzustellen, in einer Formulirung, die von vornherein alle folche billigen Ein­wendungen abschneidet. So treibt sie damit zu immer neuem schärferen Durchdenken des historischen Materialismus selbst.

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dieser zu grunde liegen." So lasse sich z. B., erläutert er, aus den materiellen Bedingungen der römischen Kaiserzeit die Abkehr vom Jrdischen, die Todessehnsucht des Christenthums seiner Meinung nach wohl erklären. Aber es wäre doch ungeheuerlich, hinter der Was Bay ausführt, läuft gleichfalls im wesentlichen auf den Todesfehnsucht ein materielles Intereffe zu suchen!" Diese scharfe Zum Schluß spricht Kautsky von dem Unterschiede polemischer oben angedeuteten Gedankengang hinaus, er glaubt aber, wie es Gegenüberstellung führt über den allgemeinen Gedanken, daß und fyftematischer Behandlung eines Gegenstandes. Unseres Gr­Er scheint, felber nicht, durch derlei Erwägungen die materialistische die ökonomischen Verhältnisse be stimmend auf das menschliche achtens liegt die Bedeutung dieser Polemik gerade in der Vorarbeit, Geschichtsauffassung als solche, sondern nur eine extreme Handeln einwirken, bereits hinaus, indem auf das Wie" der die sie im Verein mit Mary- Engels'schen und Neumarxistischen" Auslegung dieser Lehre, den Neumarxismus" der Kautsky, Einwirkung näher eingegangen und eine zwie fa che Wirkungs- Schriften für eine systematisch genaue" Darstellung des Mehring und Plechanow treffen zu fönnen. Die ganze Unfinnig weise der Dekonomie unterschieden wird. historischen Materialismus liefert. Die mannigfaltigen hier bes teit, die sonst der Mary'schen, wird hier beweislos der Neu- Der Hinweis auf die Dekonomie als den Erklärung 3- rührten Gesichtspunkte( Rolle der menschlichen Natur in der Ge marxistischen" Geschichtsphilosophie in die Schuhe geschoben. Ju grund historischer Erscheinungen hat offenbar in beiden Fällen schichte; Unterschied von ökonomisch intereffirtem und ökonomisch be ihrer schärfften Form genommen, erklärt Bay, befagt die einen ganz verschiedenen Sinn; im ersten Falle, wenn dingtem Handeln; Bedeutung und Grenzen individueller Thätigkeit; materialistische Geschichtsauffaffung nichts weniger, als daß Sitte, nämlich die ökonomischen Verhältnisse den einzelnen bestimmen, Unterschied der allgemeinen Grundzüge und der besondern Aus Religion und Kunst durch die ökonomischen Bedingungen nicht indem sie seiner Interesfirtheit, seinem Streben nach Wohlleben ein gestaltung eines Gesellschaftszustandes) sind für die Einsicht in die etwa nur beeinflußt werden, sondern daß sieganz gewiffes Verhalten als das unter den gegebenen Umständen allein Marristische Geschichtsauffaffung so wesentlich, daß sie in eine allein dem Gedankenrefler eben jener Be zweckmäßige vorschreiben( man denke an die Regeln, denen Käufer systematische, über die epigrammatische Form hinausgehende Formu dingungen im sozialen Bewußtsein entspringen." und Verkäufer, Kapitalisten und Arbeiter bei freier Konkurrenz lirung derselben nothwendig hereingearbeitet werden müßten. Erst Religion, Moral, Kunst seien danach zufällige Erscheinungs- wirthschaft auf dem Markte folgen), erscheint die Dekonomie an- so kann die neue Lehre eine völlig festbestimmte, gegen alle voreiligen formen, deren Aeußerungen sich direkt oder indirekt aufnähernd als ausreichender und awingender Er- Einwürfe wohl gesicherte äußere Gestalt erhalten. ötonomische Ursachen aurüdführen lassen." Nicht tlärungsgrund für das menschliche Handeln; im zweiten Mary, wohl aber die Plechanow , Mehring, Rautsky hätten in Fall aber, das Kautsky 'sche Beispiel des Christenthums tann das

Soziale Rechtspflege.

C. S.

eigniß. Der Beklagte, ein wahrer Hüne, wollte durch die Klägerin dings Gefahren als Betriebsgefahren angesehen werden könnten, die " furchtbar" gereizt worden sein; er berief sich auf das Recht aus dem Zusammenarbeiten vieler Arbeiter an einer Betriebsstätte Der Mühlbursche Wehner machte sich eines Morgens bei au Züchtigungen des Gesindes, das in der Gesinde- Ordnung gegeben hervorgingen. In jedem einzelnen Falle sei indessen von dem ganz einer Zurbine der Mühle zu schaffen, in der er arbeitete. Er stürzte ift. Die Klägerin machte demgegenüber geltend, daß sie vorwiegend bestimmten Gesichtspunkte auszugehen, daß die Gefahr aus dem hinein und es wurde ihm der Arm zermalmt. Seinen Anspruch auf im Restaurationsbetriebe thätig gewesen sei, also als Gewerbe- Betriebe felbft erwachsen müsse. Das sei hier nicht anzunehmen, Unfallrente wies Berufsgenossenschaft und Schiedsgericht ab. Beide gehilfin und nicht als Gefinde" betrachtet werden müsse. Ferner Sätte der betreffende Arbeiter zu dem Windschuß statt eines Brot. Instanzen nahmen an, W. hätte an der Turbine nichts zu thun gab sie ihrer Verwunderung darüber Ausdruck, daß die riesige Hand fügelchens ein Eisentheilchen aus den Vorräthen des Betriebes be= gehabt. Der Returs des Klägers gegen das Schiedsgerichtsurtheil des Beklagten sie nicht gleich getödtet habe. Das Gewerbegericht nußt, dann wäre die Entscheidung anders ausgefallen. blieb ohne Erfolg. Das Reichs- Versicherungsamt hatte verurtheilte den Restaurateur, nachdem die Klägerin ihre Forderung nochmal Beweis erhoben und festgestellt, daß Wehner sich Male aus ermäßigt hatte, nach dem Klageantrag. Der Gerichtshof war der legung des§ 67 c des Kranken- Versicherungsgefeßes hat der III. Sena Eine den Berufsgenossenschaften sehr unangenehme Aust der Zurbine holen wollte, die sich darinnen gefangen hatten. Es Meinung, daß unter den obwaltenden Umständen der Klage des Ober- Berwaltungsgerichts getroffen. Auf dem ge= führte aus, dies fei keine Betriebshandlung gewesen und so habe W. begründung zuzuftimmen sei. nannten Paragraphen beruht die Berechtigung der Berufsgenossen= abgewiesen werden müssen. Durch einen muthwilligen Streich eines Kollegen wurde schaften, in Erkrankungsfällen, die durch Unfall herbeigeführt werden, Der gereizte Restaurateur. Das Dienstmädchen D. verlangte der Werkzeugmacher Fränkel in seiner Erwerbsfähigkeit beschränkt. das Heilverfahren auf ihre Rosten zu übernehmen. Bom Tage der von dem Restaurateur Fischer in der Röpnickerstraße eine Lohn- Während er in der Besperpause sich mit Arbeitsgenossen am offenen Uebernahme an bis zur Beendigung des Heilverfahrens oder bis zum entschädigung von 45 M., obwohl sie selbst ihre Stellung bei Fenster unterhielt, schoß der erwähnte Kollege aus dem gegenüber Ablauf der 13. Woche des Krankengeldbezuges geht der Anspruch Fischer aufgegeben hatte. Sie begründete ihre Forderung vor den liegenden Fabrikflügel vermittelst eines Rohres ein Brotfügelchen des Erkrankten auf Krankengeld auf die Berufsgenossenschaft über, Gewerbegericht damit, daß Fischer sie gezwungen habe, die nach ihm und traf ihn damit ins Auge. Das Rohr war ein bei die von jenem Rechte Gebrauch macht. Stellung vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit zu verlassen. Dem Seite geworfener, nicht verwendeter Theil eines Werkzeugs. Die Berliner Sektion der Brauerei und Mälzerei Berufs sehr nervösen Fischer hätte sie es nie recht machen können, und als Fränkel brachte seine Verlegung mit dem Betriebe in Verbindung genossenschaft glaubte nun in einem solchen Falle außer dem durch fie gar am fritischen Tage ein Glas zerbrochen habe, da sei er in und verlangte von der zuständigen Berufsgenossenschaft eine den Ünfallzuschlag erhöhten Krankengelde auch noch das gewährte furchtbarer Erregung auf sie losgefahren und habe sie so derbe Unfallrente. Die Genossenschaft und auch das Schiedsgericht lehnten Angehörigen Krankengeld erstattet verlangen zu können. Sie geohrfeigt, daß ihr fünstliches Gebiß in die Brüche gegangen fei. jedoch den Anspruch mit der Begründung ab, daß ein Unfall beim hatte nämlich den Verletzten in einer Unfallstation behandeln Dann habe er ihr, als sie flüchtete, das Glas nachgeworfen, fodaß Betriebe" im Sinne des Gefezes nicht vorliege. Das Reich 3- lassen und somit auch der von der Kasse ja mitübernommenen Ver die Splitter in der Thüre steden geblieben wären. Einige Zeugen Versicherungsamt hat jest ebenfalls zu ungunften des Klägers pflichtung, den Angehörigen des Mannes Krantengeld zu zahlen, bestätigten im wesentlichen die Angaben der Klägerin über das Er- entschieden. Zur Begründung führte der Vorsitzende aus, daß aller- nachtommen müssen. Den betreffenden Mehranspruch erklärte indeffen

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