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etablissements in allen größeren Provinzial- Städten. Die Aus­fuhr von fertigen Kleidern nach den Kolonien ist nicht minder bedeutend. Das eigenthümlichste bei der ganzen Sache ist, daß gerade das Kleinbürgerthum, welches von den großen Kapita. listen direkt ruinirt wird, die Hauptkundschaft der Kleider- Fa­brikanten ausmacht. In demselben Maaße, wie sich die großen Kapitalisten der kleinbürgerlichen Geschäfte bemächtigen, sind die Kleinbürger selbst genöthigt, ihre Waaren zu kaufen. Der

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Kammgarnspinnerei, in welcher er seit seinem ungefähr zwan zigjährigen Besißstand sich ein unschäßbares Vermögen von dem Ertrag der zu gering bezahlten Arbeit seiner Lohnsklaven und Lohnsklavinnen erworben hat. Den dort beschäftigten Arbeitsmädchen, ungefähr 60 an der Zahl, wird pro Stunde fünf Pfennige Lohn bezahlt, so daß sie einen Wochenlohn von Wochenlohn von höchstens 1 Thlr. 6-10 Gr. allsonnabend lich ausgezahlt erhielten. Hierbei kann sich nun jeder ver erbieter 1 nun nünftige Mensch denken, daß unter den jeßigen Verhältnissen No. diese Mädchen nicht im Stande sind, sich auch nur das Ge ringste zu erübrigen, ja daß die meisten sogar gezwungen sind, die nothwendigsten Lebensbedürfnisse zu borgen und dann Sonntags nach erhaltenem Lohn zu bezahlen, wo dann der Borg auf's Neue wieder beginnt. Dabei ist es nun ſelbſt uſtre verständlich, daß dieselben, um in ein besseres Lohnverhältniß zu gelangen, bald Diese, bald Jene, die Arbeit verlassen. Um nun dem vorzubeugen, geschah von diesem Fabrikherrn das Unerhörte: ohne seinen Arbeitern, männlichen sowie weiblichen, die gerinste Kenntniß im Voraus zu geben, die gerinste Kenntniß im Voraus zu geben, damit sie sich ja nicht im Voraus etwas darauf einrichten könnten hielt er ihnen vor acht Tagen den ganzen Wochenlohn inne, damit, wie er sagte, sie nicht die Arbeit sofort verlassen könnten. So müssen nun diese Sklaven auch noch ihrem Brodherrn stets einen Wochenlohn borgen, damit sie desto mehr können gepeinigt werden, vielleicht auch einmal bei irgend einem Fehler, den sie begehen könnten, den ganzen Lohn als Strafe oder Abzug einbüßen müssen. Bergebens wurden die bittersten Thränen vergossen, vergebens waren die dringendsten Bitten, doch nur wenigstens so viel auszuzahlen, daß sie ihre Brod schulden bezahlen könnten, indem sie sonst auf die ganze nächste Woche kein Brod mehr würden geborgt bekommen, und sie wollten sich gern dieser Anordnung fügen, nur möge man den ganzen Lohn nicht auf einmal wegziehen, sondern vielleicht jede Woche einen Tag, bis ein ganzes Wochenlohn zusammen sei, weil ihnen ja dadurch der ganze Credit abge schnitten würde", bei diesem versteinerten Herzen blieb Alles erfolglos. Daß die Arbeiterinnen schon gebunden sind, wenn ihnen auch nur ein kleiner Theil ihres Lohnes inne behalten wird, ist leicht erklärlich. und ich finde daher für eine solche Barbarei keinen Ausdruck hart genug."

felbe Kleinbürger, der vor zwanzig Jahren 4-5 Bfd. Sterl. für einen Rod bezahlen konnte, muß heute, in Folge seines reduzirten Einkommens, seinen Rock vielleicht für 2 Pfd. Sterl. im Laden kaufen und dadurch den Geschäftsbetrieb seiner eigenen Klasse ruiniren. Der Schneiderspieß bürger, der noch vor wenigen Jahren selbstgefällig seinen Bart strich, wenn er von dem Ruin anderer Geschäfte hörte, und in dem glücklichen Wahn der Unantastbarkeit seiner Kunst sagte: der Schneiderei sollen sie nichts anhaben," wird heute mit Schrecken gewahr, daß seine kleinbürgerliche Kunst bereits so gefnebelt ist, daß sie sich kaum noch rühren kann. Er berechnete weder, daß der große Kapitalist eine an­dere Betriebsweise einführen und bedeutend wohlfeiler produ ziren könne, noch, daß jede Verbesserung der Maschinen, jede Substituirung von Weibern und Kindern an die Stelle von Männern in den Fabriken, sowie jede Handelskrise den Ge­schäften, welche der Maschine noch nicht verfallen sind, eine Masse Arbeitskräfte zuführen muß, die unter allen Umständen einen verderblichen Einfluß ausüben. Je mehr die Arbeit von Männern in den Fabriken unnöthig wird, desto mehr werden Eltern gezwungen, ihre Söhne Geschäfte wie Schneiderei und Schuhmacherei erlernen zu lassen. In Zeiten der Han delskrisen werden regelmäßig eine Masse Kinder und junge Leute aus den Fabriken in die öffentlichen Arbeitshäuser gebracht, die ebenfalls zur Erlernung von dergleichen Geschäften angewandt werden. Die moderne große Agrikultur braucht immer weniger Handarbeit und liefert ebenfalls ein bedeuten des Kontingent. Ferner herrscht in fleinen Städten noch immer die Meinung, daß sich Schneider und Schuhmacher ohne Ka­pital zu selbstständigen Meistern empor arbeiten können, wo­durch diese Geschäfte immer bevorzugt werden. Sobald die jungen Sprößlinge ihre Lehrzeit beendigt haben, kommen sie, theils aus Mangel an Arbeit, theils um ihr Glück zu machen, in die großen Städte. Auf diese Weise kam es, daß die Anzahl der Schneiderarbeiter in London bis auf 35,000 anwachsen konnte, von welchen im Jahre 1848 3 fortwährend, 1/3 gelegentlich beschäftigt und 13 gänzlich arbeitslos war. Dazu kommt noch, daß in demselben Maaße, wie der Verdienst der Männer ab. nimmt, die Weiber und Töchter der Arbeiter und Kleinbürger gezwungen sind, Beschäftigung bei den Schneidern zu suchen, und die Zahl derer, die mit Westenmachen und als Gehülfinnen der Arbeiter gegenwärtig ihr Bettlerdasein fristen, ist nicht gering.

Aus dem obigen geht hervor, daß das Kleinbürgerthum verloren ist, wo immer die große Industrie eindringt, trotzdem, daß es sich bis auf eine gewisse Stufe mit derselben emporschwingt. ( Fortseßung folgt.)

Weiße Sklaven.

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(.Ihr seid ein Volk und Ihr meint?" rief im Anfang dieses Jahrhunderts Frau von Staël, ein französisches Weib den über die Fremdherrschaft jammernden deutschen Männern zu. Ihr seid das Volk und Ihr weint? rufen wir den Ar beitern zu. Der Mensch ist seines Schicksals Schmied. Ihr habt Euer Loos in der Hand. Tretet zu Gewerks- Genossens schaften zusammen! Organisirt Euch! Ohne Organisation ſeid Ihr Nichts. Mit Organisation Alles! Zersplittert seid Ihr Sklaven. Geeinigt werdet Ihr freie Männer. nicht mehr nicht mehr handelt! Die Red. d. ,, Dem. Wochenblatts".)

Man schreibt uns: Einen Akt der brutalsten Gewalt des Kapitals über die Arbeit muß ich Ihnen hiermit melden aus der Dietel'schen Fabrit in Gunersdorf bei Kirchberg. Dieser Herr Dietel befißt eine bedeutende Berantwortlicher Redacteur : W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11.

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Der Bildungsverein für Arbeiter zu Ham burg" begeht am 6. Februar sein 24. Stiftungsfest! An alle Brudervereine ergeht die freundliche Aufforderung, das Fest, das wir in gewohnter würdiger Weise in den Räumen des ..Conventgartens zu Hamburg " begehen, durch Beschickung von Deputationen zu verschönern. Daß wir Euch nicht vergeblich eingeladen haben, ist der Wunsch

Hamburg , Januar 1869. des Stiftungsfest- Comité's. Im Auftrag desselben: Martin Meyer. Druck und Verlag: 6. w. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18.

Leipzig.{

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