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mindestens zugegen sein. Die in hiesiger Gegend vorhandenen Parteien waren sämmtlich vertreten, Herrn v. Schweizer's An hänger von Chemniz, Limbach und dem hiesigen Ort, die Haßfeldter von Chemnitz   und Umgegend, unsere Leute von Lunzenau   und der Nachbarschaft. Herr Hupfer von Lun­ zenau   eröffnete die Versammlung und forderte zur Wahl eines Vorsißenden auf. Stiegler( Schweißerianer), Große( Haz­feldter) und Hupfer von unserer Seite wurden vorgeschla gen. Die ersten beiden erhielten nur eine kleine Minorität, Hupfer die Majorität, dieser war somit gewählt. Herr Bebel bielt nun einen anderthalbstündigen Vortrag unter gespannte. ster Aufmerksamkeit der Versammlung. Näher auf diesen Vor­trag einzugehen, mangelt mir die Zeit. Er erhielt am Schlusse

chen. Er gab nun eine Schilderung des Auftretens des r v. Schweißer vom Frankfurter   Schüßenfest bis auf den heut gen Tag, die für Hrn. v. Schweizer   vernichtend ausfiel u rauschenden Beifall in der Versammlung hervorrief. He Stiegler suchte den Compromiß Schweizers bei der Elberfeld  und Düsseldorfer   Wahl zu entschuldigen, gab sich aber sold Blößen, daß es Herrn Bebel kinderleicht wurde, ihn aus de Felde zu schlagen. Herr Stiegler hatte unter andern auch sagt, daß Herr Bebel früher ein Anhänger der Fortschrittl gewesen sei, die Lassalle alte Weiber" genannt habe. Heru Bebel antwortete darauf," das sei er allerdings gewesen un mit ihm wahrscheinlich mehr als die Hälfte aller heutigen zial- Demokraten. Herr v. Schweißer sei dies aber nicht

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einen wahren Sturm von Beifall. Herr Nebel( Haßfeldter) früher gewesen, sondern sei es jetzt noch, wie er( Bebel) aut ab aus Chemnitz   erhielt zunächst das Wort. Er erklärte, er sei einer Stelle seiner Rede in der Militärdebatte( die er vorlade mit dem Vortrag des Herrn Bebel vollständig einverstanden, beweisen könne; auch habe Herr v. Schweißer im Sozial- D derselbe habe die Arbeiterfrage so klar geschildert, daß man sie mokrat häufig betont, daß er in politischen Frage besser nicht schildern könne. Nur mit den Gewerksgenossen stets mit der Fortschrittspartei gestimmt habe, folg schaften sei er nicht einverstanden, dadurch entstände eine Zer- lich zu denen gehöre, die nach der eignen Ansicht Herrn lich zu denen gehöre, die nach der eignen Ansicht Herrn Stieg th splitterung der Arbeiter, keine Einigung. Herr Neukirchner lers ,, alte Weiber" seien. Nach vierstündiger Dauer der Schweißerianer) erklärte sich auch mit Herrn Bebels Vortrag sammlung waren die Gegner so schachmatt, daß keiner me einverstanden: es sei zu bedauern, daß die Arbeiter bei aller antworten konnte. Herr Hupfer ließ deshalb darüber abstim Uebereinstimmung in den Prinzipien nicht einig seien, das men, ob man mit Herrn Bebels Ausführungen einverstanden läge aber wohl an den Führern, die die Spaltung aufrecht sei oder nicht. Jubelnd flogen mindestens drei Viertel erhielten. Redner kritisirte dann die sächsischen Zustände, na- der Hände aller Anwesenden für Herrn Bebel in die Höh mentlich das neue Wahlgefeß, daß den Arbeiterstand vom der Sieg war vollständig. Seit zwei Tagen ist das Tagesge Wahlrecht ausschließe. Herr Bebel antwortete auf die vor- spräch in der ganzen Gegend die Sonntagsversammlung, hergegangenen Redner. Herrn Nebel machte er klar, was die einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Nächsten Sonntag

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Gewerksgenossenschaften bezweckten und wies nach, daß es fein hier ein Arbeiterverein gegründet werden, der ohne Zweifel ge

besseres Mittel geben könne, alle Arbeiter in die social- politi sche Bewegung hereinzuziehen und sie zum gemeinsamen Han­

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sehr zahlreiche Anhänger findet. Rühmend hervorheben wir noch die Ruhe und Ordnung, die während der ganze Versammlung vorhanden war, troßdem die Geister scharf auf u

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deln zu bewegen. Herrn Neukirchner gegenüber bemerkte er, daß er mit ihm gleicher Ansicht sei in Bezug auf die Spal einanderplatten. Wer bis jetzt noch kein klares Bild von tung der Arbeiter. Die Führer" trügen allerdings wesentlich Arbeiterbewegung hatte, der hat es am Sonntag ficher die Schuld. Er für seine Person sei bereit seine sogenannte kommen; gründlicher nach allen Seiten fonnte die Frage schwer

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Führerschaft sofort niederzulegen und glaube das auch im Na­men seines Freundes Liebknecht) versichern zu können, wenn Hr. Neukirchner und Genossen Hrn. v. Schweißer, und Hr. Nebel und Genossen Herrn Försterling und Herrn Mende zu dem gleichen

lich beleuchtet werden.

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Leipzig, den 24. Januar 1869. Nachdem das, in einet

früheren Bersammlung der hiesigen Buchbinder gewählte

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Schritte bewegten. Dann möchten alle drei Fraktionen der Arbeiter Vormittag die hiesigen Collegen und gründeten einen allge mité seine Vorarbeiten beendigt hatte, versammelten sich heut

partei zusammentreten und sich neue Führer wählen, vorausgesetzt, daß sie es überhaupt für nothwenig hielten, sich Führer" zu nehmen. Im Laufe der Debatte sprachen außer den schon bis jezt genannten Rednern die Herren Vogel( Anhänger

nächter und

meinen deutschen   Buchbinderverein," dessen Zweck die Organisation der Reise- und Krankenunterstügung,

Schweißers), Kröhner und Schneider( Haßfeldtianer). Mitglieder, sowie der Frauenzimmer, welche im Fache arbeiten,

Herr Stiegler aus Chemniß warf zuerst die Personenfrage in die Debatte, er griff Herrn Bebel an, weil er ebenfalls Ge­

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der Unterstüßung arbeitsloser und arbeitsunfähiger Berufsge noffen sein soll. Die beantragte Aufnahme der Frauen wurde der Entscheidung des einzuberufenden Congresses, cher wahrscheinlich zu Ostern hier tagen wird, anheimgegeben werksgenossenschaften gründe, und sang ein Loblied auf Herrn dagegen die ebenfalls beantragte Verbindung mit verwandten v. Schweizer  . Herr Bebel habe den wahren Grund der Spal Gewerfen, den Sattlern, Riemern, Täschnern, Handschuhmachern den Arbeitern in Papier  - und Spielfartenfabriken abgelehnt In die ausgelegten Listen zeichneten sich sofort 45 Gollegen

tung nicht angegeben, dieser wurzele in seinem Haß gegen Schweizer  . Herr Bebel antwortete in einer längeren Rede. Er habe absichtlich die Persönlichkeiten aus dem Spiele ge lassen, weil das der erste Anlaß zu Scenen sei, wie sie kürzlich in Dresden  , Chemnitz   und vor 8 Tagen in Berlin   vorgekom. men seien. Solche Scenen seien eine Schmach für den deutschen   Arbeiterstand. Nachdem aber Herr Stiegler die Personenfrage hereingeworfen, sei für ihn kein

als Mitglieder ein.

Erklärung.

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Ich bemerke erst jeßt, daß Hr. von Schweiger in Nr. 11 des, Sozialdemokrat" perfid insinuirt, ich stehe in Beziehun gen zur österreichischen Regierung". Er spricht damit wiffent Grund mehr vorhanden, persönlichen Erörterungen auszuwei lich eine infame Lüge aus. Es ist das großpreußische Sitte

*) Gewiß! W. Liebknecht.

Wie der Herr so die Knechte. Den 4. Febr. 1869.

W. Liebknecht.

Unsere Filialerpeditionen ersuchen wir hiermit dringend, alle noch bei ihnen liegenden Nr. 1 des ,, Demo kratischen Wochenblatts" sofort gef. an uns einzusenden, da wir diese Nummer höchst nothwendig brauchen.

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Verantwortlicher Redacteur  : W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11.

Leipzig.{

Die Expedition. Druck und Verlag: G. W. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18.

Hierzu eine Beilage.