-
-
-
414
-
in den größten Wassertiefen die kleinen Baumeister eines großen Theils der Erdrinde der Kalk- und Kreideformation noch heute emsig an der Schöpfung der Welt fortarbeiten. In einer Tiefe, die man bisher für lebenslos gehalten hat 650 Klafter fand man reges Leben, eine manichfaltige und zahlreiche Thierwelt, die das zu ihrer Schale erforderliche Kalium und Kohlenstoffgas aus dem Seewasser auszieht und der Nachwelt als Kalk- urd Kreidefelsen hinterläßt. Aber man hat sich keineswegs mit dem, was 650 Klafter tief auf dem Meeresboden vorgeht, begnügt, man ist bis zu einer Tiefe von 2,400 Klafter( beinah die Höhe des Montblanc ) gedrungen, und in dieser Tiefe, wo die Temperatur des Waffers fast po= larisch ist, findet sich noch eine beträchtliche Manichfaltigkeit von thierischem Leben. Diese Sondirungen haben gleichzeitig bestätigt, daß die Temperatur des Wassers mit zunehmender Tiefe fällt und daß durch die Aequatorial und Polar- Strömungen ein beständiger Wechsei unterhalten wird. Die obere, von der heißen Zone ausströmende Wasserschichte dringt bis zu einer Tiefe von 7-800 Klafter. Die Analyse( Untersuchung) der untern, der Polarschichte, ergibt ein großes Verhältniß von kohlenfauren Gasen und allgemeine Verbreitung von or= ganischen Substanzen.
-
=
In dem Jahresbericht wird gesagt, daß die SekundärSchulen Bürger Schulen weit hinter den Forderungen der Zeit zurückstehen, und daß die Naturwissenschaften, so wohl als Mittel den Verstand zu diszipliniren als zur Aneignung von Kenntniffen für das Leben, von der höchsten Wichtigkeit für die Jugend sind, und daß gesetzlich verfügt werden sollte, sie nicht hintanzusetzen.
=
Ueber das Schulwesen entspann sich eine hitzige Debatte. Kanonikus Girdlestone, den ich schon früher erwähnt als einen Pfarrer, der sich sehr viel um das Loos der Ackerbauarbeiter bemüht, verlangte Schulzwang und eine Schulsteuer auf das Land. Ein anderes Mitglied der Gesellschaft verlangte technischen Unterricht für die Ackerbauarbeiter. Ein Rektor von Exeter war gegen Schulzwang und Schulsteuer, und wurde von einem Lord und einem Unterhaus- Mitglied unterstützt. Letzterer behauptete, das Volk sei ,, noch nicht reif" für den Schulzwang, worauf ein Advokat antwortete, das Land sollte die Kosten der Schulbildung der darauf wohnenden Arbeiter tragen. Die Redensart, das Volk sei nicht reif, werde bei jeder Gelegenheit vorgebracht, aber trotzdem fänden bestän= dige Neuerungen statt. Die Schulbildung müsse auf das Volt ausgedehnt werden. Bisher habe man sie auf die höchsten Klassen beschränkt, es sei Zeit, von unten anzufangen, um die Schande auszumerzen, daß die Engländer das ungebildetste Volk von Europa seien. Es gäbe immer Leute, die Reformen zu hintertreiben versuchten, man solle sich nicht um sie fümmern und vorwärts gehen, so erreiche man sicher das Ziel. Profeffor Rogers verlangte nationale, pfaffenfreie und zwangsmäßige Schulbildung auf Kosten des Staats.
Ein Zweck der ,, brittischen Assoziation" ist, unbemittelte Gelehrte zuweilen durch Geldbewilligungen in den Stand zu setzen, kostspielige Experimente auszuführen. Im Ganzen wurden in 37 Jahren auf diese Weise 29,312 Pf. St. verausgabt. Welch eine bescheidene Summe verglichen mit dem Gewinn der schlauen Käuze, die sich in die Früchte der wissen schaftlichen Arbeiten theilen. Ein halbes Dutzend EisenbahnDirektoren steckt in einem Jahr mehr in die Tasche und, wie sich in der letzten Zeit ergeben hat, häufig dafür, daß sie die Aktionäre um ihre Dividenden bringen.
In den letzten Tagen ist wieder ein Riesen schwindel ans Tageslicht gekommen. Eine der größten Lebens= Versicherungsgesellschaften, die seit dreißig Jahren bestanden hat, ist bankerott. Ihre Verbindlichkeiten belaufen sich auf 8,000,000 Bf. St.( über 50 Millionen Thlr.); wie viel zur Deckung vorhanden, ist gegenwärtig noch ein Geheimniß. Die jährlichen Einnahmen wurden auf 300,000 Pf. St. angeschlagen. Die große Gesellschaft hatte in neuerer Zeit mehrere fleine Gesellschaften in sich aufgenommen und es stellt sich heraus, daß dieses
Geschäft ein sehr einträgliches für die Verwalter und Direktoren der annektirten Gesellschaften war, die proMann 5-10,000 Pf. St. erhalten haben, um sich nicht zu widersetzen. Daß dieses nur eine Manier war, die Aktionäre sowohl als die Versicherten zu beschwindeln, versteht sich von selbst. Es ist statistisch erwiesen, daß kaum ein Zehntel der bestehenden Versicherungs- Gesellschaften für die Dauer den Verpflichtungen, die sie übernommen haben, nachkommen können. Man verlangt, daß der Staat einschreiten und das Parlament ein Gesetz erlassen soll, welches jede Gesellschaft verpflichtet, ihre Jahresrechnungen zu veröffentlichen. Aber das Parlament hat keine Lust einzuschreiten, es macht nur Gefeße gegen die kleinen Diebe, die nicht im Barlament sind.
Erklärung.
=
Die Nr. 96 des Social Demokrat" enthält einen zur Charakterisirung das Herrn Yord" überschriebenen Artikel, auf welchen ich Folgendes zur allgemeinen Kenntnißnahme mitzutheilen für geboten erachte.
Der Unterzeichner jenes Artikels, hier unter dem Namen Polster bekannt, ist nicht wegen seiner Thätigkeit für den allgemeinen deutschen Arbeiter- Verein oder für die Arbeiter- Jutereffen überhaupt von der hiesigen Kammfabrit entlassen; der selbe hat hier sowohl als auch anderwärts sich höchstens durch sehr confuse Redensarten ein zweifelhaftes Verdienst um die Arbeiterbewegung erworben.
Ursache seiner Entlassung ist folgender Vorfall:
Eine allabendlich riesigere Dimensionen annehmende Massenschlägerei zwischen Arbeitern der Kammfabrik und der Gummifabrik veranlaßte einen der Miteigenthümer der ersteren, die Arbeiter im Maschinensaale zu versammeln und ihnen mitzutheilen, daß Jeder, der fernerhin an diesen Zusammenläufen und Schlägereien sich betheiligen würde, entlassen werden müßte.
Herr Löb- Polster, später eingetreten und nur die letzten Worte hörend, erklärte hierauf, daß er sich das nicht gefallen lasse, den Versammlungen und dem Verein nicht fern bleiben würde u. s. w., während weder von einem Verbot des Vereins noch unserer Versammlungen die Rede war, und er bot dann seine Entlassung an, die später denn auch erfolgte, und von Herrn Löb- Polster als ungerechte Maßregelung ausgenutzt wurde.
Jedenfalls hatte ich Recht zu sagen, er sollte lieber das Maul gehalten haben, als uns durch seine Faseleien Verlegen heiten zu bereiten.
Herr Löb- Polster war also nun Märtyrer seiner Zunge und empfing nicht nur von dem Braunschweiger MaschinenArbeiter Theodor Eppers, dessen Namen Herr Löb= Polster, weil derselbe zur Zeit in Hamburg , wohlweislich verschweigt, sondern auch von mir und Anderen namhafte Unterstützung. Später ging derselbe auch in die Hamburger Mitglieder- Versammlung, die stets zu geben bereit ist, und erhielt dort gleichfalls 6-8 Thlr.
Nach Löb- Polster's Entfernung von hier sandte ferner noch der damalige Bevollmächtigte A. Perl 6 Thlr. für denselben an mich, die deshalb nicht übermittelt werden konnten, weil Herr Löb- Polster mir seine Adresse nicht angezeigt hatte.
-
Durch die Provocation des Hrn. Löb- Polster wurde damals ( Winter 1864-65) der Arbeiter L. Spierling gleichfalls von der Fabrik entlassen, und da nach meinem Verständniß der Sache dieser der Unterstützung eher bedürftig war als Herr Löb- Polster, abgesehen davon, daß uns dessen Adresse fehlte so gab ich von diesem für Unterstützung bewilligten Gelde die Hälfte, also 3 Thlr. Hin. Spierling, und die übrigen 3 Thlr. er ſtattete ich dem Bevollmächtigten Hrn. A. Perl zurück. weiß Hr. Löb- Polster nunmehr 3 Jahre durch den„ Braunschweiger Maschinen- Arbeiter." Diese niederträchtige Verleumdung, sowie die frühere Polemik des Hrn. Löb- Polster ist also nur ein Ausfluß des Aergers, daß er nicht auch noch diese 6 Thlr. ,, Märtyrerlohn" erhalten hat.
Dies
f
b
b
6
f
2
h
a
δ