Die Rassenschande

Der Bru­

Der Judenschreck

Der größte Lump im ganzen Land ' der des Ministers Die bespitzelten Ausflugs- und die Wirklichkeit der Zahlen lokale

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Der Gauobmann des Nationalsozialistischen Deutschen Juristenbundes Gau Kurhessen , Rechtsanwalt Dr. Oswald Freisler, der Bruder des Staatssekretärs, veröffentlicht in der nationalsozialistischen Hessischen Volkswa ch t" einen Aufruf, in dem es u. a. heißt:

Es ist leider wiederholt festgestellt worden, daß arische Prozeßparteien sich iüdischer Prozeßvertreter bedienen, ja daß deutsche Prozeßparteien sogar nach der Zeitenwende der nationalen Erhebung jüdische Anwälte mit der Führung ihrer Prozeßangelegenheiten beauftragt haben. Das bedeutet zweifelsfrei ein Verhalten, das mit den Grundsäßen und Richtlinien der völkischen Wiederaufbauarbeit unverein­bar ist.

Ein solches Verhalten ist auch dem heute überwiegenden Volksempfinden unverständlich. Der Nationalsozialistische Deutsche Juristenbund wird mit allen Mitteln darauf hin­zuwirken bestrebt sein, daß derartige Fälle in Zukunft ver­schwinden.

Die nationale Presse wird im Einver­nehmen mit dem Juristenbund derartige Vor­tommnisse fortlaufend veröffentlichen. Es darf daher erwartet werden, daß alsdann die wenigen prozeß­führenden Parteien, die den Sinn der nationalen Erhebung heute noch nicht verstanden haben, indem sie sich artfremder Parteivertreter bedienen, in Zukunft erkennen werden, daß die Wahrung ihrer Rechtsbelange durch deutsche Anwälte und Parteivertreter geboten ist."

In mehrfachen Veröffentlichungen teilt die Hessische Volkswacht" mit, daß in zahlreichen Fällen nich tii difche Mädchen mit Juden in Ausflugslokalen, Wochenend­pensionen und Hotels betroffen worden seien, worauf eine Zwangsgestellung der betreffenden Personen durch SA. oder SS. erfolgte. Das Blatt veröffentlicht Namen und Anschrift der betreffenden Personen und fündigt die fortlaufende Veröffentlichung solcher Fälle an.

Jüdischer Geschäftsmann klagt

Und das Gericht weist ihn ab

Berlin , 11, Aug. Ein jüdischer Geschäftsmann, dessen Unter­nehmen durch nationalsozialistische Abteilungen unter still­schweigender Duldung der am Schauplak anwesenden Polizei völlig zerstört worden war, hatte eine Klage gegen den preu­

Biſchen Staat auf Schadenersas eingeleitet. Diese Klage

wurde gestern vom Landgericht Berlin fostenpflichtig abge­wiesen. Das Urteil sagt, daß die Schadenersatz- Ansprüche jü­

discher Unternehmer unbegründet seien; wenn ein jüdischer

Unternehmer in Deutschland ein Geschäft gründe oder be= treibe, dann müsse er sich darüber klar sein, daß dies eine außerordentliche Provokation gegenüber der überwäl­tigenden Mehrheit des deutschen Boltes bedeute. Er müſſe daher von vornherein mit der Möglichkeit einer 8erstörung seines Geschäftes rechnen; diese Gefahr sei ein Teil des Unternehmer- Risikos, das jeder Jude in Deutschland zu tragen habe.

Eine christliche Stimme Leider nur aus der Schweiz

Die Horchwacht, das christlich fogiate Tageblatt ber Schweiz , schreibt in ihrer Nummer 176 über ,, Freiheit und Vaterland":

" In Freiheit, nicht in Zwang, nicht in Gleichschaltung wollen wir unser Vaterhaus bestellen. Wir müssen es an: ders bestellen, das ist sicher! Aber wir branchen dazu feinen Stalin, keinen Benito, keinen Adolf ! Wir machen es selbst, wir machen es in alter Freiheit, in alter Volks: freiheit, die teinen Tyrannen fennt, feinen allmächtigen

Jüngst führte der Völkische Beobachter" sich selber ad ab­surdum. Er hatte eine ganze Seite mit Zahlen bedeckt, um nachzuweisen, wie erschröcklich sich vor Adolf Hitlers segens reichem Regierungsantritt die Juden in Deutschland ver­mehrt hätten. Und was ergab sich?- Daß im Lande Preußen( nicht im Reiche, für das seit Jahrzehnten eine prozentuale Abnahme der Juden festzustellen ist) sich in einem Jahrzehnt die Juden eine Winzigfeit stärker ver­mehrt hätten als die übrige Bevölkerung, nämlich um 10 Prozent gegen 9,1 Prozent Zunahme der übrigen. Der ganze Judenschrecken lief aber darauf hinaus, daß die zirka 800 000 preußischen Juden sich in einem Jahrzehnt um 30.000 statt vorschriftsmäßig" um nur 27 300 Häupter vermehrt hatten. Dieses Zuviel von 2700 Juden in zehn Jahren oder 270 pro Jahr auf eine Bevölkerung von rund 40 Millionen Köpfen in der Tat, eine entsetzliche Gefahr!

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Als genau so lächerlich entpuppt sich jetzt das ungeheure Geschrei, das die Nazis seit Jahren wegen der Massenein­bürgerung von Ostiuden" erhoben haben. Zunächst muß der Verzerrung entgegengetreten werden, als ob alle Ostjuden" Schnarrer, Taschendiebe und Betrüger wären. Gewiß standen ste zum großen Teil entsprechend der Kultur der Länder, aus denen sie herfamen hinter der mitteleuropäischen Kul­tur, wie sie vor Hitler in Deutschland bestanden hat, zurück. Aber es stammen auch aus den Ostiuden jene Cha= luzen, die in Palästina durch jahrelange Arbeit aus mörde­rischen Fiebersümpfen Gartenland und Orangenhaine ge= schaffen haben.

Aber davon ganz abgesehen: wieviel dieser Ostiuden" sind nun eigentlich in Deutschland eingebürgert worden? Ein Artikel im Reichsverwaltungsblatt" von der Hand eines leibhaftigen Ministerialdirigenten der jetzigen Regierung, gewiß also eine unverdächtige Quelle, gibt uns Auskunft. Um das neue Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen

sogenannter unerwünschter Elemente" zu begründen, er­örtert dieser Geheime Regierungsrat Hering die Gin­bürgerung von Ostjuden und stellt wörtlich fest:

Allein in Preußen wurden in den Jahren 1922 bis 1988 rund 10 300 Ostinden eingebürgert.

Zehntausendunddreihundert in einem Zeitraum von reich­lich elf Jahren, pro Jahr also noch keine tausend einge­bürgerte Ostjuden! Das ist die von den Nationalsozialisten selbst angegebene Zahl. Das macht bei einer Bevölkerung von rund 40 Millionen Preußen( Resultat der letzten Volks­zählung) pro Jahr auf je 40.000 Preußen knapp einen ein­gebürgerten Ostiuden. Nimmt man das Gesamtresultat der elf Jahre, so find zu je 40 000 Preußen der Einwohner­schaft einer Mittelstadt 10( zehn) ganze Ostiuden hinzut­schaft einer Mittelstadt gekommen. Dabei ist noch anzumerken, daß nur Personen eingebürgert wurden, die mindestens zehn Jahre in Deutsch einbürgerung von Ostjuden! land bereits ansässig waren! Das ist die erschröckliche Massen­

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Die Abhandlung des Ministerialdirigenten Hering enthält außer diesen interessanten Ziffern noch ein Säßlein, an dem man nicht achtlos vorbeigehen soll. Es heißt nämlich darin über die Gründe, aus denen Ausländer sich gern in Deutsch­ land naturalisieren ließen:

V.

Der gute Ausdan der öffentliche Fürsorge und der sozialen * Einrichtungen für Minderbemittelte( in Deutschland ) wirkte anziehend auf Personen in ungesicherter wirts schaftlicher Grundlage.

Danach scheint es doch im marristisch verseuchten" Deutsch­ land nicht gar so übel gewesen zu sein? Herr Ministerial­dirigent, uns ist bange um ihre Freiheit... Soviel Auf­richtigkeit endet im heutigen Deutschland hinter Stachel­draht!

25 bis 40 Pfennig pro Tag

Blitzlichter auf die deutsche Arbeitsschlacht Ostpreußen Königsberg

, 14. Aug. Die in Ostpreußen zwangsweise zur Arbeit auf dem Lande gezwungenen Arbeitslosen haben ihre Arbeitstätikeit unter den furchtbarsten äußeren Bedin­gungen durchzuführen. Ein Teil dieser mit Arbeit be schenkten" Arbeitslosen muß bei den Landwirten zu einem Hundelohn Erntearbeiten leisten. Schlimmer aber noch sind die Arbeiter dran, die zu Meliorisations- und Bodenkultur­arbeiten herangezogen werden. Die sind mit schlechter klei­dung und schlechten Schuhen in alten, gegen die Witterungs­unbill nicht geschützten Baraden untergebracht, die voll von

Ungeziefer sind. Die Zahl der Kranken nimmt täglich zu.. Der Lohn für diese Arbeiter beträgt neben einer jehr färg­lichen Verpflegung 25 bis 40 Pf. pro Tag

Die Befreiung. Ostpreußens von der Arbeitslosigkeit und die Beschaffung von Arbeit für die ostpreußischen Arbeits­Ipsen wird, in der gleichgeschalteten Presse als großer Sieg gefeiert. Nirgendwo besser als bei diesen ostpreußischen Arbeitern ist festzustellen, daß in Hitlers drittem Reich" Arbeiter unter Sklavenbedingungen arbeiten müssen und wie Sklaven behandelt werden.

Herrscher, dem nur gekrümmte Rüden und versiegelte zun- Das teuere Fleisch as

gen angenehm find!

Man muß solche Sätze in einer ausländischen Zeitung Tesen, um zu empfinden, wie tief in Deutschland die Gleich­geschalteten gesunken sind, die sich auch einmal christlich­fozial nannten.

Schrumpfung

Der Pfandbriefmarkt im Juni

Der Umlauf an Pfandbriefen und Kommunalobligationen hat, wie der neue Ausweis der Bodenkredit- Institute zeigt, im Laufe des Juni eine weitere Schrumpfung erfahren. Der Pfandbriefumlauf sant, soweit es sich um den inländischen Märkt handelt, um 5,77 Millionen RM. gegenüber 18,36 Mil­lionen RM. im Vormonat, der Auslandsumlauf um 21,19

Brief vom Mittelrhein

Weniger Wohlfahrtsunterstützung Naziführer Fahrräder gestohlen geraubt

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Der Reichskommissar für Preisbewachung gibt Kenntnis von zahlreichen Beschwerden über die hohen Fleischpreise. Er sieht als den einzigen Weg zur Beruhigung der Be­völkerung" die Veranstaltung von Probeschlachtungen unter behördlicher Prüfung. Deren Ergebnisse würden geeignet

Millionen RM. gegenüber 5,89 Millionen NM. im Mai. Der höhere Abgang an ins Ausland gegebenen Pfandbriefen geht duf eine außerordentliche Tilgung von Amerikabonds der

sein, die heutigen Spannungen und Gegensätze zu vers mindern".

Sieh an! Es gibt also auch im dritten Reich" Spannun­gen und Gegensäze".

Wer nicht zur Versammlung kommt...

Der Verbandskreisleiter des faschistischen Bauarbeiter­verbandes ladet in Bremen zu einer am 5. August abgehal­tenen ersten Mitgliederversammlung ein. In der gebrudten Einladung heißt es: Wer nicht als Feind des deutschen Bau­arbeiters gebrandmarkt werden will, und nicht als Saboteur am Wirtschaftsleben behandelt werden will, tommt zu diefer

Versammlung. Es wird festgestellt, wer anwesend ist. Im

eigenen Interesse muß jeder deutsche Arbeiter jetzt seinen eigenen Berufsverband vertreten." Angehängt ist dieser Ein­ladung ein Kontrollzettel, den der Besucher der Versamm lung ausgefüllt mit seinem Namen im Versammlungslotal abgeben muß und mit dessen Hilfe festgestellt wird, wer die Versammlung nicht besucht hat und dann als Feind" und " Saboteur" behandelt wird.

Weniger Münchener Bier

Die Industrie- und Handelskammer München teilt mit, daß nur im April( dem Monat der nationalsozialistischen Siegesfeiern) der Bierkonsum gestiegen ist, im Mai und Juni weit unter die Zahl des Vorjahres fiel und daß vor allem feine Spur des erwarteten Exportes nach den Vereinigten Staaten realisiert werden konnte.

Mill. RM., insgesamt also um 4,97 Mill. RM. gegenüber 6,41 Mill. RM. im Mai.

Rentenbank- Kreditanstalt im Betrage von 14,95 Mild. R. Dafür: Konzentrationslager

zurück. Insgesamt schrumpfte der Pfandbriefumlauf um 26,96 Mill. RM. zusammen gegenüber 24,25 Mill. RM. im Mai. Auf dem Markt der Kommunalobligationen fant der In­landsumsaz um 3,71 Mill. RM., der Auslandsumjazz um 1,26

die Nationalsozialisten Waffen tragen darf. Selbst die Jugendlichen, die im freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt oder in der Hitler- Jugend sind und ein Alter meist unter 20 Jahren haben, tragen dolchartige Seitengewehre, die vor­Sparkonten schriftsmäßig mit der Devise Blut und Ehre" geziert sind.

Krimineller

Bei der Auszahlung der Wohlfahrtsunterstützung mußten die im elterlichen Haushalt wohnenden ledigen Erwerbs­losen zu ihrem Schrecken feststellen, daß ihre farge Wohl­fahrtsunterstützung erheblich gekürzt worden war. Während sie bisher wöchentlich 5,- RM. erhielten, werden ihnen in Butunft nur noch wöchentlich 3,70 RM. ausbezahlt. Davon sollen sie nun ihren Unterhalt ermöglichen. Besonders em­pörend ist, daß weder eine Anfündigung noch eine Recht­fertigung dieser Maßnahme erfolgte, noch daß nicht bekannt geworden ist, ob und welche städtische Körperschaft einen solchen Beschluß gefaßt hat. Die Tageszeitungen erwähnen diese Maßnahme mit feinem Wort, so daß ein großer Teil der Bürgerschaft garnichts davon erfährt. Proteste sind nicht gestattet. Trotzdem machte sich die Empörung in lauten Drohungen Luft. Die Rädelsführer wurden jedoch schon am folgenden Tag zur geheimen Staatspolizei gebracht.

Der Führer der Koblenzer nationalsozialistischen Schuh Staffel( SS .) Emil Faust, ist von der Polizei in Häft ge­nommen worden. Faust hat in einem Tanzlokal in Koblenz Neuendorf Streit gesucht und dann die Anwesenden mit seiner Dienstpistole bedroht. Bei der darauf folgenden Schlä gerei gab er einige Schüsse ab, so daß die Anwesenden aus Türen und Fenstern flüchten mußten. Er wütete in dem Lokal, bis ihn die Polizei überwältigte. Die Einwohner­schaft sagt sich mit Recht, daß sie vollkommen schußlos solchen triminellen Elementen preisgegeben ist, das niemand als

Emil Faust ist ein stadtbekannter Krimineller, den die Sittenpolizei schon seit Jahren fennt. Im Jahre 1931 war er in der Kastorgasse schon Urheber einer gefährlichen Schießerei. Er entzog sich den Folgen durch die Flucht, wurde jedoch nach einem halben Jahre in seinem Kleider­schrank verhaftet. Die neuerliche Berhaftung wird von den Zeitungen und von der Polizei verheimlicht.

Wie wir weiter erfahren, sind im hiesigen Gefängnis etwa 20 SA.- Leute in Haft, die sich zum Teil ähnlicher Vergehen wie Faust schuldig gemacht haben. Zum andern Teil sind es Leute, die, empört über die Zustände in der Hitler - Partei, aus ihrem Herzen keine Mördergrube machten oder die sich der Miesmacherei" schuldig machten. Das Mißtrauen unter den eigenen Kameraden hat in der letzten Zeit schon zu einigen ernsten Schlägereien untereinander geführt, wobei einige des Marxismus verdächtige Kameraden" elend ver­hauen wurden.

Die hiesigen in Schußhaft befindlichen Marristen müssen nun schon seit Monaten für die Nationalsozialisten arbeiten. Bisher wurden von ihnen ein SA.- und ein SS.- Heim in der Nähe des Schlosses hergerichtet. Am SA.- Heim hing ein auf Pappe gemaltes Knochengerippe, das in der einen Hand eine Brandfackel, in der andern eine rote Fahne hatte. Um den Hals- hing eine der den Kommunisten gestohlenen Schalmeten. Die Schußhäftlinge mußten unter diesem schmachtvollen Atrappe arbeiten. Da die Leitung der SA. den Wachleuten, die die politischen Gefangenen bei der Arbeit zu beaufsichtigen und sie auf dem Wege zur Arbeit begleiten müssen, nicht mehr traut, hat sie diese Leute, die

Gießen , 14. Aug.( Inpreß.) Die Staatspolizeistelle Gießen meldet die Einlieferung eines Juden ins Konzentrations­lager, der sich hinsichtlich der Beziehungen zu christlichen Mädchen abfällig geäußert haben soll".

zumeist Koblenzer SA.- Männer waren, durch Bauernjungen ersetzt. Die Entlassenen haben zum großen Teil offen mit den Häftlingen sympathisiert, ihnen heimlich Urlaub gegeben und ihnen kleine Besorgungen gemacht. Den Bauernjungen ist aber dieser Tage einer der Häftlinge, der auf der Start­Hause arbeitete, schon entwischt.

Nachdem im Neuwieder Becken die marristische Agitation wieder eingesezt hat, versuchen die Nazis im Bund mit den Behörden sie mit allen Mitteln zu unterdrücken. Dabei ist man nicht im geringsten wählerisch und verschmäht nicht die unmoralischsten Mittel. So hat man in unserem Landkreis allen kommunistischen Arbeitern Fahr und Motor= räder gegen Aushändigung einer Quittung abgenommen. Dieser Diebstahl wird damit motiviert, daß der Transport illegaler Schriften und Zeitungen verhindert werden soll. Unter den Geschädigten finden sich zahlreiche Arbeiter und Angestellte, die ihr Fahrrad dringend zur täglichen Erreichung ihrer Arbeitsstelle benötigen und die nur unter den größten Opfern imstande waren, sich ein Fahrrad anzuschaffen. Wie wir erfahren, ist diese Maßnahme auch im Koblenzer Bezirk durchgeführt worden.

Im Verfolg der nationalsozialistischen Maßnahmen gegen die Konsumvereine sind die Sparkonten vieler marristischer Funktionäre gesperrt und be­schlagnahmt worden. Man verlangt von den Ge­schädigten den genau belegten Nachweis, daß ihr Konto feine Gelder marristischer Organisationen enthält. Wo dies nicht einwandfrei festzustellen ist, werden die Konten nicht wieder freigegeben. Aus Rache gegen besonders rührige Marristen hat man eine Untersuchung gar nicht vorgenom men, sondern die wenigen sauer ersparten Notgroschen furzerhand beschlagnahmt. Doch auch die Besizer nicht ge= sperrter Konten können über ihre Gelder nicht verfügen, da nur lächerlich kleine Teilbeträge abgehoben werden können.