" elbin

Dr. Friedrich: 2012 Der Parteistaat

bul

Hobul BRI BRIEFKASTEN 21.

Vom Junkerstaat zum Konzentrationslager

Hitler hat den Parteienst a at vernichtet und den Parteistaat an seine Stelle gesetzt. Urkund dessen hat er verordnet wie folgt:

Gesetz gegen die Neubildung von Parteien. Vom 14. Juli 1933.

§ 1.

das sind alles Dinge, die der alten Herrenkaste arg wider den Strich gehen, und alles Zeichen dafür, daß selbst die brutalste und dümmste Reaktion auf gewisse scheindemo­kratische und scheinsozialistische Allüren nicht mehr ver­zichten kann.

Die Welt hat sich in den letzten hundert Jahren ganz Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, gewaltig geändert, und es wird bestimmt keine weiteren das hiermit verkündet wird: hundert Jahre dauern, bis sie sich abermals gründlich än­dern wird. Der Weg der Revolution, 1848 begonnen, 1918 fortgesetzt, ist noch nicht beendet. Er führt über die Trüm­mer des despotischen Parteistaates, des letzten Herren­staates der Junker und Kapitalisten, zum freien Volksstaat!

In Deutschland besteht als einzige politische Partei die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei .

§ 2.

Wer es unternimmt, den organisatorischen Zusammen­halt einer anderen politischen Partei aufrechtzuerhalten

oder eine neue politische Partei zu bilden, wird, sofern

nicht die Tat nach anderen Vorschriften mit einer höheren Strafe bedroht ist, mit Zuchthaus bis zu drei Jahren oder mit Gefängnis von sechs Monaten bis drei Jahren bestraft.

Berlin , den 14. Juli 1933.

Der Reichskanzler: Adolf Hitler . Der Reichsminister des Innern: Frid. Der Reichsminister der Justiz: Dr. Gürtner. Mit diesem staunenswerten Dokument naiver Unver schämtheit schließt sich bis auf weiteres der Kreis einer hundertjährigen Entwicklung.

Vor hundert Jahren gab es in Deutschland noch keine Parteien, ihre Bildung war streng verboten. Jn Preußen 3. B. war jeder Versuch einer politischen Parteibildung mit Zuchthausstrafe bedroht. Es herrschte unumschränkt, durch keine öffentliche Kritik gestört, der König mit seinen Generälen, Bürokraten und Junkern. Diese Herren­klasse bildete in Wirklichkeit eine Partei, sie hatte

es nur nicht nötig, sich so zu nennen, weil ja andere Bar teien neben ihr nicht existieren konnten. Kaum hatte die Revolution das Eis gebrochen und die Bildung auch an­derer Parteien möglich gemacht, da konstituierte sich die alte Herrenkaste auch schon als Konservative Partei".

Die Konservative Partei war nun freilich nicht mehr allein. Sie mußte mit anderen Parteien, bürgerlichen und später auch proletarischen, um die Macht kämpfen. Das hat ihr niemals gepaßt, und innerlich hat sie den Anspruch auf Alleinherrschaft auch niemals preisgegeben. Das Ges schimpfe auf den Parteienstaat", das allen Spießbürgern so angenehm in den Ohren klang, war nichts als der Aus­druck der Sehnsucht: zurück zur guten alten Zeit". Reine Parteien mehr, sondern nur eine privilegierte Herren­partei! Fort mit dem liberalen Parteienstaat, her mit dem reaktionären Parteistaat!

Dieses Ziel ist jetzt erreicht. Der Kreis hat sich an­scheinend wieder geschlossen. Aber zwischen dem Partei­staat von 1833 und dem von 1933 liegt eine stür­mische ökonomische und politische Entwicklung, liegen Klassenkämpfe, Revolutionen, Putsche, Staatsstreiche und Kriege. Die soziale Struktur sowohl der herrschenden Klassen wie die der beherrschten änderte sich gründlich. Und darum ist auch der Parteistaat von 1933 anders als der Parteistaat von 1833.

Die alte Herrenkaste sitzt wieder im Sattel, sie genießt mit vollen Zügen ihren Triumph. Aber neben ihr sizt das Geldsackbürgertum und manche Figur, die ihr noch weniger behagt. Da muß man eben mit den Wölfen heulen, und so ist man heute auch nicht mehr ,, konservativ", sondern nationalsozialistisch". In der neuen Führer­schicht wimmelt es von Prinzen, Fürsten , Grafen , Baronen und ordinären Landjunkern auf einen bürgerlichen Regierungspräsidenten kommen schon wieder neun Adlige

aber man ist doch sehr fürs Volk", und statt vor einer Majestät von Gottesgnaden in Ehrfurcht zu ersterben, tut man das vor einem Anstreichergesellen, den die Vorsehung zum neuen Heiland, Führer und Retter Deutschlands bestellt hat.

Der konservative Parteistaat von 1833 war ein organisch gewachsenes Gebilde von unbegrenzter Borniertheit, aber auch von vollkommener innerer Geschlossenheit. Der nationalsozialistische Parteistaat von 1933 ist vulkani­sches Produkt, entstanden aus einem geglückten Staatsstreich, den man fälchlich Revolution nennt, und voll innerer Widersprüche. Er ist nicht mehr nur Herren­staat, er ist auch Karikatur eines Volksstaates, wobei der zum Alleinherrscher emporgestiegene Schwätzer Adolf Hitler eine Karikatur des Aufstiegs der Arbeiterklasse Sarstellt die hohnvollste, die man sich ungefähr vor­stellen kann! Und an die Stelle einer einheitlichen kon­servativen Weltanschauung ist eine gärende Mischung kon­servativer Jdeen, faulender demokratischer oder sozialisti­scher Gedankenreste und konfuser Rassentheorien getreten, deren Geruch Bewußtseinsstörungen und Erbrechen her­vorruft. Läßt sich auf solches Gedankengut ein neuer Staat gründen?

Oft schon ist gesagt worden, daß das Sozialistengesetz im Verhältnis zu den heutigen Verfolgungsmethoden das reine Kinderspiel gewesen ist. So war es in der Tat. An Adolf Hitler gemessen war Bismarck ein Liberaler. Bis­ marck hat das allgemeine Wahlrecht eingeführt, das Hitler jetzt wieder beseitigt hat. Bismarck hat den Deutschen Reichstag geschaffen, der 66 Jahre lang- 51 in der Monarchie, 15 in der Republik bestand, bis Hitler ihn zerstörte. Bismarck regierte abwechselnd mit Konser vativen, Zentrum und Liberalen. Hitler gedenkt nur mit einer Partei zu regieren, der Hitlerpartei.

Besieht man die Dinge recht, so ist der nationalsozia listische Parteistaat ein Nebeneinander von alt und neu. Zum einen Teil ist er, wie schon gesagt, Wiederkehr des alten vormärzlichen konservativen Parteistaates, soweit er aber etwas von jenem Abweichendes, Neues darstellt, ist es eine Fehlgeburt der demokratischen Ent­wicklung. Er mag sich noch so sehr bemühen, alle Spuren des Märzverbrechens" von 1848 und des Novemberverbrechens" von 1918 zu vertilgen, einige von ihnen haften ihm selber unauslöschlich an.

Der Anstreichergeselle an der Spige des Staates, die ewigen Berufungen auf einen angeblichen Auftrag des deutschen Volkes, die pseudosozialistische Demagogie

-

Das nächste Fest, bitte!

Die Staatsräte mit Krone und Schweif

Essen , 5. Sept. Nach der Nationalzeitung" ist die Eröffnungssigung des Preußischen Staatsrates auf den 15. September festgesetzt, die zu einem Staatsaft größten Aus­maßes ausgestaltet werden soll.

Die Staatsräte werden sich im preußischen Staatsmini fterium versammeln, um von dort in feierlichem Zuge zur nenen Reichskanzlei zu marschieren, wo der Reichskanzler und die Reichsstatthalter eingeholt werden. Der Festzug geht dann weiter zum preußischen Ehrenmal Unter den Linden . Dort werden Reichskanzler Adolf Hitler und Ministerprä= niederlegen. Die eigentliche Eröffnungssigung wird im Bei­fident Göring Kränze für die toten Helden des Weltkrieges sein des Reichskanzlers und sämtlicher Reichsstatthalter in der Neuen Aula der Berliner Universität am Kaiser- Franz­Joseph- Play stattfinden.

Was ist Wahrheit?

Die abgeschossenen litauischen Flieger

( Inpreß.) Die litauische Presse hat in den letzten Tagen wiederum eine scharfe Kampagne für die Einsetzung einer neuen Untersuchungsfommission zur Auf­klärung des Falles des vor einiger Zeit abgestürzten ameri­fanisch- litauischen Flugzeuges entfaltet. Wie wir bereits früher meldeten, ist das Flugzeug vom deutschen Ueber­wachungsdienst abgeschossen worden. Die Erregung in Litauen war so groß, daß der deutsche Gesandte, Dr. Zechlin, bei der Regierung erneut intervenierte.

Ungarischer Csárda

Auberge Hongroise 76, Rue Mazarine, Paris Métro Odéon Wiener, Ungarische Küche Französische Spezialitäten Prix fix Menü 8.- francs einschl. Getränk. Auch a la Carte

Ungarische Weine Musik jeden Abend

Man spricht deutsch

to be a t t be a zart pun Susan manouyen by

7'67'11 TL

(

,,

a)-

Wo speist man gut und billig

in Brüssel

Restaurant à la Fourchette 22, rue St. Michel, 22. 1. Querstraße rechts vom Platz Brouckère. Diners u. Soupers à 6,00, 8,00 u. 10,00 Frs. Flüchtlinge aus Deutschland erhalten 5% Rabatt auf alle Speisen. Geöffnet von 12 Uhr morgens bis 12 Uhr nachts.

Kapitalkräftiger Fachmann sucht

Beteiligung

in der Fleischwaren- oder Viehbranche evtl. auch an Neugründung

Angebote unter 149 an die Geschäfts stelle der ,, Deutschen Freiheit" Saar­ brücken , Schützenstraße 5

Pharmazeutischer Chemiker Flüchtling Jude mit großen Erfahr ungen, sucht neuen Wirkungskreis. Angebote unter 132 an die Deutsche Freiheit"

Komplett eingerichtete

Wäschefabrik

in deutschsprachigem Auslandsgebiet, günstig an kurzentschlossenen Interessent zu verkau ten. Es werden Nähmaschinen usw. auch teilweise abgegeben.

Offerte unter 121 an die ,, Deutsche Freiheit"

Drei Damen der Berliner Gesellschaft bieten Ihnen anre­genden Aufenth. bei

KLUKVA

Deutsche

Spezialitäten Speisen Weine Biere

119-20 billige Preise

Bar Restaurant

en vogue

Paris XVII,

42, Boulevard gouvion saint- cyr,

Die erste Auflage des Braunbuches ist seit acht Tagen vergriffen. Die bei uns bestellten Exemplare werden von der zweiten Auflage in etwa fünf bis acht Tagen erledigt.

Erbauliches aus der Arbeitsfront. Ihr Beitrag ist für uns nicht geeignet. Er würde eher für ein Gewerkschaftsblatt passen.

Bayonne . In Ihrer Stadt ist der General Camille Levi mit hohen Ehren beigesetzt worden. Es ehrt die französische Armee, daß ein Nichtarier und noch dazu mit solchem Namen General werden konnte. Vergessen wir aber nicht, daß vor kaum drei Jahrzehnten auch im französischen Heere antisemitische Tendenzen noch stark waren. Geben wir die Hoffnung nicht auf, daß auch die Deutschen von ihrem Rassenwahn noch geheilt werden.

H. R., Kopenhagen . In Ihren Berichten fehlen die Namen und die Nummern der zitierten Zeitungen.

Barcelona . Sie schreiben uns: Ein Bekannter von mir, ein Jude fragte neulich hier auf dem deutschen Konsulat, wenn er jetzt nach Deutschland fahre und dann wieder hierhin zu seiner Arbeit zurückreisen wolle, ob er dann den Sichtvermerk für die Ausreise bekommen werde. Die Antwort auf dem Konsulat war eine Frage. Der Jude wurde nämlich gefragt, wann die neue deutsche Reichs­regierung ihr Amt angetreten habe. Als er den Monat Januar, aber nicht den genauen Tag nennen konnte, wurde ihm der Sicht vermerk verweigert mit den Worten: Holen Sie sich den Sicht vermerk bei den zuständigen Behörden in Deutschland , wenn Sie ein reines Gewissen haben." Sie fragen nun, ob das Konsulat das dürfe? Ja, lieber Freund, ein Beamter des dritten Reichs" darf gegen Juden, Marristen und andere Untermenschen alles. Sie scheinen sich noch immer in ganz veralteten liberalistischen Rechts­begriffen zu bewegen. Kommen Sie nach Deutschland , und man wird Ihnen Ihren Rechtsfimmel schon austreiben, wenn Sie es überleben.

Madrid . Wir nehmen davon Kenntnis, daß Sie sowohl in Madrid wie in Barcelona feststellen konnten, daß das Interesse für die " Deutsche Freiheit" wächst. Es wird alles geschehen, um unser Blatt noch weiter auszubauen. Gerade die Auslandsdeutschen sollen möglichst lückenlos über Deutschland unterrichtet werden, das ihnen und uns bleiben wird.

Moskau . Der Austausch klappt. Das Material wird gelegentlich verwertet, auch auf die Gefahr hin, daß Ihr Saarbrücker Partei­blatt wieder einen Wutkoller bekommt. Sie sollten sich das Blatt ab und zu kommen lassen, damit Sie einen Begriff bekommen, was sich hier Politik" nennt.

Frau Dr. S., Basel . Der saarländische Sozialistenführer Max Braun ist nicht Jude, sondern, soweit wir die Rassenkunde zu bes urteilen vermögen, Arier. Sein Name ist keine auf fünftige Gleich schaltung berechnete Tarnung, sondern ausweislich der Kirchen­bücher und Standesämter echt. Die Rundfunkrede ist sehr begreif­lich, da die Nazis bei ihrer Geistesverfassung jeden intelligenten und kultivierten Menschen für einen Juden zu halten geneigt sind. Glücklicherweise gibt es aber auch in Deutschland noch einige geistige Menschen, die nicht der jüdischen Rasse angehören.

Verantwortlich: für die Redaktion Joh. Piz; Inserate Otto Kuhn , beide in Saarbrücken . Druck und Verlag: ..Volksstimme" G. m. b S.. Saarbrücken , Schüßenstraße 5.

SCHWEIZ

Der Abonnementsbetrag für die Deutsche Freiheit beträgt

1 Monat.

3 Monate

6 Monate

13

3,20 sfr.

9,60 sfr.

... 19,20 sfr. 12 Monate.... 38,40 sfr. einschließlich Zustellgebühr

Wir bitten unsere Abonnenten, dafür Sorge zu tragen, daß der fällige Abonnementsbetrag bis spätestens zum 6. eines jeden Monats auf Postscheck Konto VIII 8713 Zürich ( Deutsche Freiheit) zur Einzahlung gelangt, um auch unsere Verpflichtungen prompt erfüllen zu können.

Die

Deutsche Freifieit"

te'éph étoile 06-03 muß man regelmäßig fesen

Teilhaber

mit ca. 50 000 Fr. gesucht zwecks Ausbeutung guter französischer Ver tretungen f. Inner­Frank eich und deutschsprachiges Grenzgebiet Suchender hat be­

reits franz

erstklassige Textilvers

tretung. beherrscht die Sprache und besitztAufenthalts­

erlaubnis

Nur seriöse Eilan gebote unter 140 an die., Deutsche Freiheit".

Existenz­möglichkeit

finden Herren mit Kapital in einem konkurrenzfreien saarländischen Unternehmen für notwend Bedarts­artikel. Angebote unter Nr 139 an die ,, Deutsche Freiheit".

Abonnieren Sie sofort!

Besteffschein:

Ich ersuche um regelmäßige Zusendung der ,, Deutsche Freiheit"

Genaue Adresse:

Unterschrift:

Die einzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands

99

Verlag der Deutschien Greifieit" Saarbrücken 3, Schützenstraße 5. Postschließfach