Dic

Von Napolcon III. zu Paul- Boncour De Lausanner Sozialisten

Im Figaro" finden wir folgenden Aufsatz über das Ge­spräch mit Berlin ":

Das deutsch - französische Tete- a- Tete, das man uns als große Neuigkeit und als leßte Garantie für den Frieden empfiehlt, ist nichts anderes als ein alter Irrtum, der das diisiko des Krieges in fich birgt, wenn wir ihn erneut Es ist der alte Fehler Napoleons 3., des Vorläufers von Briand , dessen Nachfolger nun Boncour zu werden droht. Der Zusammenkunft in Biarrik 1865, wo Napoleon auf Grund bager Versprechungen Bismard' das Feld überlassen hat. 1866, nach Sadowa, als Napoleon die Einlösung der Ber­sprechungen forderte, amüsierte sich Bismard über diese Wirtshausrechnung".

Unsere neue Diplomatie zeichnet sich besonders durch zvet Dinge aus: sie ist weder neu noch diplomatisch, denn sie ft vollkommen abhängig von der Innenpolitik, also der parla­mentarischen Demokratie, die einen papierenen Frieden fordert, einen Frieden ohne Kraft, der nichts wert ist. der nichts fosten soll und deshalb Frieden um jeden Preis, also Krieg bedeutet.

Wir hatten ein zweites Biarris in Thoiry mit Briand und Stresemann . Damals nahm Stresemann die Zusage der Rheinlandräumung ohne Gegenleistung mit nach Haut e. Das Verbrechen gegen die Nation", wie es och" annte. Wir erlebten auch den Besuch Lavals in Berlin . Seute haben wir als das Ergebnis unseres Entgegenkommens de demokratische Deutschland " Hitlers . Die Zusammenkunft, die man uns preist, ist nichts anderes als die weitere Avs­nüßung der öffentlichen Leichtgläubigkeit, die bisher im Stult don Genf, in den Verträgen von Thoiry, Locarno und dem Stelloggpatt ihren Ausdruck fanden. Nach dem Zusammen­bruch all dieser Unternehmungen wird das System unter neuem Firmenichild fortgesetzt.

Alle diese Versuche sind nichts anderes als Seifenblasen, die vor der Wirklichkeit zerplaßen und die in ihrem kurzem Aufschillern die Zukunft im Lichte der Vergangenheit spiegeln.

Das neue Bic ris mird das von 1865 noch übertrumpfen.

Damals versprach der Verhandlungspartner Napoleon 3 . neue

Eroberungen, wenn Frankreich ihm die Freunde überließ, die nicht unsere Verbündete waren. Heute will der Reichs= fanzler uns unsere Rechte auf Elsaß und Lothringen zu= gestehen während er es durch seine Propaganda auf­wühlen läßt unter Sor Redinoune. daß wir uns von unferen Verbündeten lösen. Das bedeutete einen Jagdschein für Mitteleuropa , eine Blankovollmacht für die Gründung des dritten Reiches", das zu einer Universalherrschaft aus­wüchse, von der aus Frankreich nicht ausgeschlossen bliebe. Teutschland will uns zu einem außergewöhnlich hohen Preis eine Sache verkaufen, die ihm nicht gehört, auf die es schon im Friedensvertrag verzichtet hat ebenso wie in Locarno . Das letztere war fein Diftat, es sei denn ein Diktat von Berlin , denn nach Locarno hatte es die Befreiung der Rhein­lande durchgefekt.

Ist schon der Gegenstand dieser Unterhaltung unangenehm, so sind es die Begleitumstände noch mehr. Selbst wenn es fich um eine andere Angelegenheit handelte, so brauchten wir unfererseits ondere Norhandlunasvartner. Nur eine starke Reaieruna. oeftüht auf einen neuen Geist im Volfe, fönnte in diesem Tete- a- Tete aewinnen. Das Frankreich von heute ist schwach und seine Führer erstreben als Ideal ein be= aremes Reben. Demaegenüber steht ein fanatisiertes Deutsch­ land . dessen Ideal es fei, aefährlich zu leben. Gefährlich für fich selbst, mehr aber noch für die anderen. Endlich steht dem deutschen Reichsfanaler, der sich auf die.( angebliche) Einig= feit seines Volfes stützt. Paul- Boncour aeaenüber, der durch ein Wahlmanöver am Quai d'Orsay bestimmt wurde. Das ist gleichzusehen mit einer nationalen Abdanfung in Berlin .

England und Frankrcidi

,, Le Temps":

Die Haltung Englands

Die Engländer erkennen heute, nach reiflicher Ueber­legung, daß der Völkerbund die einzige praktische Möglich­keit bietet, erfolgreich auf internationalem Gebiet zu han­deln; sie wissen, daß es mit Schwierigkeiten und sogar Ge­fahren verbunden wäre, sich allein auf die Großmächte zu verlassen, die den Viererpakt unterzeichnet haben. Daher kommt der Umschwung in der öffentlichen Meinung in Eng­land zugunsten der internationalen Einrichtung in Genf , von dem in ihren letzten Artikeln Organe wie ,, News Chro­nicle"," Daily Herald" und ,, Manchester Guardian" zeugen, die sonst für die deutschen Forderungen häufig Wohlwollen

bewiesen.

Die gestrige Rede von Stanley Baldwin , des Lordpräsiden­ten des Geheimen Rats, im Unterhaus verstärkt diesen Ein­druck. Jeder Umschwung der Engländer zugunsten des Völ­kerbundes führt notwendigerweise auch zu einem Um­schwung zugunsten einer vertrauenvolleren Zusammenarbeit mit Frankreich , denn die französische Politik bleibt dem Grundsay der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen von Genf treu. Die jüngste Rede Sir John Simons war vor allem für Berlin bestimmt; die des Stanley Baldwin scheint in erster Linie in der Absicht gehalten worden zu sein, in Paris Gehör zu finden. Es ist unnötig, die widersprechenden Aeußerungen eines konservativen Abgeordneten O'Connor zu diskutieren, der gleichzeitig behauptet, Frankreich sei schon zu lange Zeit von militärischem Geist beseelt eine Lüge der deutschen Propaganda, die hundertmal wider­legt worden ist und dennoch feststellt, daß die Macht der französischen Armee das einzige Bollwerk gegen einen Krieg darstellt. O'Connor hält zudem die Abrüstungs konferenz für vollkommen belan los und setzt seine Hoff­nungen auf diplomatische Verhandlungen, die, wenn man ihm glauben soll, eine Revision der Verträge begünstigen werden, die ,, allein geeignet sind, den europäischen Horizont aufzuhellen". Diejenigen. welche die wahre Lage in Mittel­und Osteuropa kennen, haben Gründe zu fürchten, daß die Revision der Verträge nur die Wirkung hätte, den Krieg zu beschleunigen, den man verhindern will.

Die Erklärungen Stanley Baldwins sind in anderem Tone gehalten und haben einen anderen Inhalt. Mit Rücksicht auf die schwierige Lage, die durch Deutschlands Verlassen der Abrüstungskonferenz und des Völkerbunds geschaffen wurde, hat der Lordpräsident des Geheimen Rates, welcher der Führer der konservativen Partei ist, anerkannt, daß man theoretisch drei Lösungen ins Auge fassen kann: die Abrüstung aller Nationen auf das Niveau Deutschlands ; die Rüstungsbeschränkung, welche die schweren, sogenannten Offensivwaffen verbietet, was einer Herabsegung der Rüstungen bestimmter Großmächte und einer Vermehrung der Rüstung des Reichs gleichkäme; und endlich der Wie­derbeginn des Wettrüstens, eine Möglichkeit, die unbedingt verhütet werden müsse. Baldwin hat auf Frankreich , der friedlichsten Nation der Welt", eine Lobrede gehalten, die uns nur zu Herzen gehen kann. Deutschland braucht den Frieden, aber man muß sich vergewissern, daß es ihn auf­

Auf der Abrüstungskonferenz

Marianne:

Die allgemeine Kommission, die bis zum 3. Dezember vertagt worden war, ist jetzt nochmal bis zum 22. Januar weitervertagt worden.

Briand sagte seiner Zeit, im Völkerbund gäbe es drei Arten von Sigungen:

Oeffentliche Sigung: Alle Welt wußte, was vorging. Geschlossene Sigung: Man war zehn Minuten nach der Sigung auf dem laufenden.

Geheime Sigung: Man war zehn Minuten vor der Sitzung if dem laufenden.

Heute gibt es drei Arten von Tagungen des Völkerbundes: Stille Tagung: Die Komitees beraten. Bewegte Tagung: Man verliest eine Erklärung. Große Tagung: Man vertagt...

Die Sowjet- Delegation hielt mit ihrer Ironie nicht zurück. Mangels Abrüstung hat man wenigstens eine wesentliche. begrenzte und gleiche Vertagung für alle", sagte Herr Dowgalewski.

untermauern ihren Sieg

Das ungerechte Majoritäts- Wahlsystem, das von allen 24 Kantonen der Schweiz einzig noch der Kanton Waadtland bewahrt hat, macht für Kommunalwahlen zwei Wahlen mit je zwei Wahlgängen erforderlich. Die erste Wahl gilt den Gemeindeverordneten, die zweite denjenigen Kandidaten ( genannt, ardinäle"), die bei Demissionen oder Todes­fällen in das Gemeindeparlament als Ersaylente aufrücken. Scheidet etwa ein Gemeindeverordneter einer Partei aus, die keinen Kardinal" durchbringen konnte, so wird der Icere Platz mit dem gewählten Ersatzmann einer anderen Partei besetzt. Auf dieses unerhörte System hatten die Parteien des Bürgerblocks von Lausanne ihre leyte Hoff­nung gesetzt, den Sozialisten ihre neu eroberte Mehrheit in Stadtparlament und Stadtverwaltung doch wieder ent­reißen zu können. Erfahrungsgemäß ist das Interesse der Wähler bei der Wahl der 15 Ersableute gering. So präsen tierten die Ordnungsparteien" troß ihrer vernichtenden Riederlage eine komplette Liste von 15,, Kardinälen", Wären diese am letzten Sonntag auch nur mit einer Stimme Mehr­heit über die einzige Gegenliste von 10 Sozialisten gewählt worden, dann hätten die Sozialisten vier Jahre lang macht­los zusehen müssen, wie ieder ihrer ausscheidenden Ge­meindeverordneten durch einen Ordnungsfaschisten ersetzt worden wäre. Mit der berüchtigten Erpatriierung von Arbeitern, Versetzung von Beamten, Boykottierung von fleinen Kaufleuten der sozialistischen Stadtverordneten= fraktion hätten die Bourgeois rasch genügend Lücken ge­schaffen und mit deren Ausfüllung durch eigene Ersaßlente die verlorene Mehrheit wieder zurückgeholt.

Durch diesen faschistischen Plan haben die Lausanner Wähler am Sonntag einen dicken Strich gemacht. Mit einer Refordwahlbeteiligung für solche Erfazwahl gaben sie den Sozialisten erneut die absolute Mehrheit und ließen alle 10 aufgestellten sozialistischen Kardinäfe paffieren. Damit haben die erfolgreichen Lausanner Ge­nossen sich ihre Mehrheitsherrschaft im Nathans auf vier Jahre unerschütterlich gesichert. Und zum zweiten Wahl­gang für die Ersaßlente müssen die Ganz- und Halb­faschisten des Bürgerblods ganz unter sich" antreten.

richtig will. Frankreich , Großbritannien und Italien werden Palast der Illusionen

sich mit Deutschland direkt in Verbindung setzen, um zu sehen, wie man vorgehen kann; aber ,, was man auch er­reicht", fügt Stanley Baldwin hinzu ,,, ich sehe keinen Grund, warum nicht vor einer endgültigen Einigung die Verhand­lungen wieder im Rahmen des Völkerbunds geführt werden sollen." Das entspricht durchaus unserer Auffassung von den wechselseitigen Verhandlungen, die wir für die Wiederauf. nahme der Arbeiten in Genf vorbereiten wollen.

Der Lordpräsident des Geheimen Rates schloß mit einer glänzenden Lobrede auf die französisch- englische Freund­schaft und Zusammenarbeit. Er stellte Frankreich und Eng­land als die Erben einer großen und alten Kultur dar und erklärte, daß es sich nicht mehr verlohne zu leben, wenn das, was diese beiden Nationen der Welt gebracht und be­wahrt hätten, verloren ginge. Unsere Interessen sind eng miteinander verbunden," sagte Baldwin ,,, unsere Freund­schaft ist erprobt und gefestigt; ich hoffe, daß Frankreich mit uns Seite an Seite stehen kann in diesem Kampf für den Frieden, den die Franzosen ebenso sehnlich erwünschen wie jeder Engländer." Das ist eine edle Sprache und der Ton geht zu Herzen. Man muß ihn nur in die Tat des Kabinetts Macdonald übertragen, damit die französisch- englische Zu­sammenarbeit zu einer dauernden und fruchtbaren Wirk­lichkeit werde. An uns läge es nicht, wenn es jemals an die­sem Willen fehlte.

Konservative Freundschaft für Frankreich ,, Le Temps":

In einer langen Studie, die der ,, Erpressungspolitik" ge­verfolgt, erklärt die ,, National Review" das traditionstreueste Organ der konservativen Partei, daß nur eine enge Zusam­menarbeit zwischen England und Frankreich die Pläne der deutschen Politik vereiteln kann:

Nicht das Aufdecken, sondern das Verschleiern der Wahrheit bedroht den Frieden. Hoffen wir, daß das Gut­achten, das am 26. Februar 1927 von der internationalen Kontrollkommission abgegeben wurde, ohne Verzug ver­öffentlicht wird. Bei der unklaren und verworrenen Lage, in der wir uns befinden, muß man mehr und mehr auf der Hut sein.

Die ,, Nationa' Review" schließt, nachdem sie sich über die schlappe Haltung der Regierungen und in erster Linie des englischen Auswärtigen Amtes beklagt hat, angesichts der ,, vollkommen eindeutigen Absichten, die Stresemann, Schlei­cher, Göring und Hitler seit dem Ende des Krieges mit ver­schiedenen Mitteln verfolgen":

Auf der einen Seite gibt es Nationen, die den Frieden und die Achtung vor den Verträgen wollen, auf der an­deren solche, die die Verträge zu zerstören wünschen, und sei es durch einen Krieg. Das ist die Wahrheit. Würden doch die Engländer der Kräfte eingedenk, die in der Vergangenheit entfaltet wurden, um ihr großes Vater­

--

Im richtigen Augenblick...

Eine gute Nachricht. Der Monumentalpalast des Völker­bundes ist fertig. Die ,, Illustration" veröffentlicht bei dieser Gelegenheit ein Bild dieses internationalen Gebäudes, in dem nur noch die Inneneinrichtung zu vollenden bleibt. Man be­eile sich nicht! Der Palast hat seinen Daseinszweck verloren, bevor er ihm noch gedient hat. Von jetzt ab ist er eine leere Hülle. Wir kennen die diplomatischen Sitten zu gut, um an ein offizielles Aufgehen zu glauben. Es wird in diesem traum­haften Bau immer ein Generalstab mit ausgesuchten Büro­damen versorgt, gut untergebracht sein: Die einzige Reali­tät, die je dort Schutz finden wird.

Man könnte besseres tun, um diesen Tempel der Illusio­nen nutzbar zu machen, indem man ihn in Trümmer fallen ließe. Der Palast von Minos wäre daneben nur ein Bahn­wärterhäuschen. Man bedenke, was in einigen Jahren dieses Ganze, das noch ausgedehnter und viel geschickter angeordnet ist als das Versailler Schloß, ergeben würde! Man hört im Geiste schon die Erklärung des Führers. Welche unvorher­gesehene Vision würden nicht 12 000 Kubikmeter Beton her­ohne Eisen, wie es sich für ein Friedenswerk gehört! aufbeschwören. Man könnte einen lehrreichen Vergleich mit 46 000 cbm Eisenbeton, der ebenfalls. verwendet ist, anstellen. Was würde aus den 6000 Tonnen Stahl werden, die auch zum Material aufgezählt sind? Würde die Schweiz eine Batterie von Dicken Berthas" daraus machen, um damit ihre Neutralität zu verteidigen?

-

Ruinen haben ihren Reiz. Sie haben sogar noch mehr, wenn sie verschwunden sind: etiam periere ruinae, sagt Virgel als höchstes Lob Trojas. In Delphi ist nichts vom Palast des Amphictyons , dem Völkerbund jener Zeit, übrig geblieben, das erlaubt uns ihn uns schöner vorzustellen als das Parthe­ non . Der Turm zu Babel ist nie fertig geworden, er ist deshalb nur noch berühmter. Die Erbauer, die aufgehört hatten sich zu verstehen, haben alles im Stich gelassen. Das war am einfachsten und sparsamsten; in jenen Zeiten war man noch praktisch.

Dieser Verwirrung der Sprache haben wir die Verwirrung der Geister hinzugefügt. Die gewandtesten Dolmetscher haben nicht mehr versucht, die unklaren Gedanken derjeni­gen, die nichts zu sagen hatten, oder die widersprechenden Gedanken der anderen, die nichts sagen wollten, in eine klare Sprache zu übersetzen. Das Stück ist gespielt: es wird viel­leicht wiederholt werden, um die Eigenliebe der Truppe zu retten, aber was man auch immer versuchen mag, es wird keine Einnahmen mehr machen. Man wird das Lokal nicht offiziell seiner eigentlichen Bestimmung entziehen wollen, aber es wird immer mehr zu einem Invalidenhaus werden, ohne daß man einen einzigen alten Helden hätte, der unter­zubringen wäre.

land zu schaffen die neue notwendige Anstrengung Gruß und Hut machen, um Frankreich zu helfen, den europäischen Frie­den zu wahren! Es geht um das Wohl Englands.

Aus Neuyork:

In einer Rede vor der Neuyorker Gruppe der amerika­nischen Legion hat Henry Morgenthau , der ehemalige Bot­schafter der Vereinigten Staaten in der Türkei , erklärt: Der Wunsch Deutschlands , seine frühere Macht wieder­zugewinnen und die Furcht der Nachbarstaaten, daß das Reich dieses Ziel erreichen würde, könnten viel früher, als die Welt glaube, einen neuen europäischen Konflikt herauf. beschwören.

Frankreich ist es bewußt, so sagte er, daß es von neuem bedroht ist, wenn es Deutschland gestattet, aufzurüsten. Frankreich weiß, daß sich die Welt möglicherweise nicht an seine Seite stellt, und es hat deshalb die Absicht, Deutsch­ land keineswegs aufrüsten zu lassen. Deutschland stellt Munition aller Art her: aber es ist noch nicht gerüstet. Ein Verständigungsversuch zwischen Frankreich und Deutsch­ land 1st wünschenswert: aber es gibt genügend Menschen in Deutschland , die nicht den Frieden wollen. Sie wollen das zurückerhalten, was sie verloren haben.

Man weiß, daß die hutlose Mode in Deutschland noch ver. breiteter ist als in Frankreich . Sie strebt sogar danach, sich auch im Winter durchzusetzen. Eine Berliner Zeitung hat soeben ihre Leser über dieses Thema befragt.

Ein Doktor antwortet, daß es gefährlich sei, barhäuptig spazieren zu gehen, wegen des Staubes, den man in der Stadt auffängt und der den Haarboden schädigt. Eine Frau beurteilt Männer im Ueberzieher und ohne Hut als grotesk. Aber ist die entscheidende Antwort nicht die des National­sozialisten? Seiner Meinung nach dient der Hut niemals da­zu, den Kopf zu schützen: Man friert nicht auf dem Kopfe, nur an den Ohren, die der Hut nicht wärmt. Der Hut ist nur zum Grüßen da: man trägt einen Hut, um ihn abnehmen zu können. Aber heute grüßen die Deutschen nicht mehr, indem sie den Hut ziehen, sondern durch Heben des Armes: folglich haben sie den Hut nicht mehr nötig.

Die Begründung ist unwiderlegbar, wenn man die Vor­bedingungen gelten läßt. Sie kann sich auch auf die Autori­tät des Führers stützen; nicht aber auf Göring , der sein Haupt mit herrlichen Mützen schmückt. Hitler sieht man fast immer barhäuptig auf der Straße und bei öffentlichen Kund­gebungen: unbedeckten Kopfes. wenn er im Freien spricht und wenn er im Auto steht, um die Huldigungen der Menge entgegenzunehmen. Niemand kann mehr tun als er, um die Mode der Hutlosen zu begünstigen,