Katholiken und Juden gemartert

Der Mahnruf eines Deutschen

In der sozialdemokratischen Berner Tagwacht"( Nr. 9) Iejen wir:

Wir erhalten von einer hochangesehenen bürgerlichen Persönlichkeit in Deutschland den nachstehenden Gewissens­ruf. Der Verfasser muß aus naheliegenden Gründen seinen Namen verschweigen. Hiesige Bürger verbürgten sich für ihn bei unserer Redaktion. Auf ihren Wunsch hin und auf Wunsch des Verfassers ersuchen wir bürgerliche und sozia­listische Blätter um Nachdruck des Appells. Der Verfasser will nichts weniger als Greuelmeldung- Propaganda, aber sein Gewiffen läßt ihn nicht schweigen angesichts der furcht­baren Zustände, die im Konzentrationslager Dachau herr­schen und unter denen speziell Ju den und Katho­Iiten leiben. So erfolge denn der Mahnruf an die Welt! Red.

Während die deutsche Regierung die humane Behand. Tung ber in Konzentrationslagern Gefangenen immer wieder zu beteuern und zu demonstrieren versucht, liegen doch die evidenten Beweise dafür vor, daß in einzelnen dieser Lager noch furchtbare Verhältnisse andauern. Es war unmittelbar nach dem Umsturz vielleicht zu verstehen, daß dort schwere Mißhandlungen und Tötungen vorge kommen sind; aber jetzt, wo das Regime gefestigt ist, ist es unbegreiflich, daß immer noch Vorkommnisse sich ereignen, die den elementassten Begriffen von Moral und Kultur ins Gesicht schlagen. Wir stehen dabei nicht an anzu erkennen, daß in einigen dieser Konzentrationslager erträgliche Zustände herrschen. Hingegen ist Dachau immer noch eine Hölle, wo in nächster Nähe von München , dem häufigen Aufenthaltsort des deutschen Reichskanzlers, Verbrechen begangen werden, wie sie seit Jahrhunderten in Mitteleuropa nicht mehr erlebt wurden. Wir sind uns bewußt, was wir hiermit aussprechen und haben einwand­freies Material in Händen, um diese Angaben aufs Genaueste zu belegen. Es ist jedoch nicht unsere vor­nehmste Aufgabe, heute schon Geschichte über das Dritte Reich zu dokumentieren. Dieser an und für sich begreif liche Wunsch hat zu verstummen gegenüber der elemen­taren Pflicht der Menschlichkeit. Wir verzichten daher zu­nächst bewußt, schauerliche Fragen der Vergangenheit aufzurollen, sondern wir möchten im Namen der Menschlichkeit der deutschen Regierung die Frage und Bitte vorlegen, den Mißhandlungen der Dunkelhaft und den entwürdigenden Behandlungen jetzt ein Ende zu segen. Es ist nicht nur für jeden gläubigen Christen ob Protestant oder Katholik, sondern für jeden Menschen, ber irgend eine Ordnung in der Kulturwelt aufrecht­erhalten sehen will, unerträglich, daß Katholiken als gläubige Katholiken Furchtbares zu erdulden haben. Die Verantwortlichen für Dachau täuschen sich aber auch darin, daß die Mißhandlungen der Juden in Dachau deshalb dem Weltgewissen nicht kund werden, weil anläßlich der letzten Entlassung im Gegen­satz zu dem einigermaßen gerechten Vorgehen bei den Entlassungen aus anderen Konzentrationslagern aus Dachau kein einziger der gequälten Juden enthaftet wurde. Es gibt und gab vielmehr unter den Christen in Dachau selbstverständlich zahlreiche, die tatsächlich wahres Christentum in sich tragen und zu den furchtbaren Leiden andersgläubiger Menschenbrüder nicht schweigen und selbst ihr Leben dafür zu opfern bereit sind, um die Wahrheit, die graufige Wahrheit der Kulturwelt kundzutun.

Wir wiederholen, wir wollen mit Material zurückhalten, weil es heute nicht unsere erste Pflicht ist, Dokumente zu veröffentlichen. Es handelt sich für uns heute in erster Linie darum, der deutschen Regierung zuzurufen, daß sie noch viel zu verlieren hat. Das deutsche Volk ist das Bolk von Schiller und Kant, von Lessing und Klopstock , und der Herr Reichskanzler, der so oft in München weilt, soll in Dachau durchgreifen. Wir halten es für durchaus mög lich und sogar für höchst wahrscheinlich, daß dem Reichs kanzler bis heute nicht bekannt geworden ist, welche Zu­stände in Dachau herrschen und in welch bestialischer Weise daselbst Gefangene, besonders Katholiken und Juden, gemartert und gemordet werden. Es ist auch nicht anzunehmen, daß diejenigen, welche durch ihre Schandtaten dem deutschen Namen einen ewigen Makel anhaften, dem Reichskanzler wahrheitsgemäß über Dachau Bericht erstatten. Bon jetzt an weiß der Reichs hanzler aber, daß in Dachau grauenhafte Dinge vor­kommen, schlimmer als sie das Mittelalter gesehen hat. und wir sind überzeugt, daß er, als Hüter alten deutschen Geistes, endlich Einhalt gebieten und die­jenigen, welche ihre Aemter in Dachau mißbraucht haben, zur Rechenschaft ziehen wird. Sollten wir uns jedoch in bieser Hinsicht im Reichskanzler geirrt haben, so darf die Auslandspresse nicht länger Schweigen.

Wir wissen, die deutsche Regierung kann ausländische Blätter wieder verbieten, aber materieller Schaden darf uns bei dem Wunsch auf Abstellung einer Kulturschande nicht abschrecken. Nicht durch Spekulieren auf einen erbärmlichen Krämerstandpunkt, sondern nur durch eine entschlossene Rückkehr zu den Grundsätzen der Mensch­lichkeit kann die Stimme des Weltgewissens wieder be ruhigt werden.

Dem Wunsche unserer Freunde in Bern entsprechend bringen wir diesen Mahnruf. Aber nur, um ihn über viele Länder zu verbreiten, nicht weil wir glauben, daß er irgend welchen Eindruck auf den haßerfüllten Fanatiker machen fönnte, der Deutschland regiert.

Seitdem im Reiche etwas von der Wahrheit durchfickert. ist es ein beliebter Trick der Nazis geworden, soweit sie etwas auf bürgerliche Reputation und Kirchenmoral halten, den Reichskanzler von den braunen Folterknechten zu distan­ateren. Er selber möchte das wohl, feitbem er vor der Welt sintliftert auftreten muß.

Wahrheit aber ist und bleibt, daß der Reichskanzler genau weiß, wieviele schändliche Verbrechen an wehrlos gemachten Gegnern verübt werden und diese Schindereien billigt. Beweis: er hat nie ein Wort des Bedauerns zu den zehntausendfachen

Schandtaten gefunden. Die feigen Folterungen und Mezze­leien erwachsen aus Hitlers rohem Geist, wie er sich in seinem

brutalen Schandbuch Mein Kampf und in zahllosen Haß­und Schimpfreden immer wieder offenbart hat.

Dieser Reichskanzler ist der Hauptschuldige und mit ihm haben die Göring , Göbbels , Frid, Heß, Streicher, Ley, und wie diese Sadisten alle heißen, die Verantwortung zu tragen. Ueber sie komme das Blut der Gefolterten und der Getöteten. Deutschland würde nie wieder sauber, wenn es nicht einmal die Kraft fände, die Schuldigen auszutilgen.

Englischer Politiker

über Konzentrationslager

Hilfsaktion der Quäker abgelehnt

Der englische Pazifist und Arbeiterparteiler Rennie Smith hat einen Besuch im Konzentrationslager Dachau gemacht. Smith ist nicht der erste Beste. Er war eine Reihe von Jahren Mitglied des englischen Parlaments und unter der ersten Arbeiterregierung hatte er einen wichtigen Posten im Auswärtigen Amt . Rennie Smith ist ein guter Kenner Deutschlands . Er war als Kriegsgefangener in Deutschland und hat später noch oft Deutschland bereist und sich für die deutsche sozialistische Bewegung betätigt. Seine vollkommene Beherrschung der deutschen Sprache erleichtert ihm die Urteilsbildung. Smith gehört auch zu den führenden Mitgliedern der Interparlamentarischen Union , auf deren Kongressen er oft das Wort genommen hat. Er hat nun das Konzentrationslager Dachau besucht, nicht zuletzt, um zu erfahren, ob eine Hilfsaktion der Quäker für die Gefangenen möglich ist. Die Ergebnisse seiner Reise schildert er in einer Zuschrift an den ,, Man­chester Guardian":

Ich zweifle nicht daran, daß der Bericht Ihres Sonder­forrespondenten in Ihrer Zeitung vom 1. Januar über die unmenschliche Behandlung der Gefangenen im Konzentra tionslager in Dachau im wesentlichen richtig ist. Vielleicht darf ich seine Beschreibung durch Aufzeichnungen der Ein­drücke ergänzen, die ich bei einem persönlichen Besuch an einem Samstagnachmittag vor wenigen Monaten erhielt.

Es waren dort ungefähr 2000 Gefangene, 75 Prozent Kom­munisten und 25 Prozent Sozialdemokraten. Während des dreistündigen Besuches ließ mich der offizielle Führer zwei­mal allein und ich geriet zwischen den Baracken unter die Gefangenen. Ich sprach deutsch , französisch und englisch mit ihnen; sie schlugen auch esperanto, italienisch und eine oder zwei andere Sprachen vor. In dieser freien Zeit sagte man mir, ich sollte bitten, daß man mir die Rücken der Patienten" im Lazarett zeige. Dann zeigte man mir die Tuberkulose- Abteilung, wo mehr als dreißig Kranke in einem kleinen Raum in übereinanderstehenden Betten unter­gebracht waren, und wo ein jüdischer Arzt, selbst ein Ge­fangener, sie betreute; schließlich ließen mich mehrere Ge­fanaene ihren Rücken sehen, auf denen verharichte Striemen zu sehen waren, und ich hörte viel persönliches Klagen. Vor allem aber beschwor man mich, mir die Gefangenen im Arrest" zeigen zu lassen.

Als ich ein wenig später um die Besichtigung der Arrest­zellen" bat, erklärte man mir, das könne nur auf besondere Erlaubnis geschehen. Zwei der in Arrest befindlichen Ge­fangenen, sagte man, feien einer bolichemistischen Ver­schwörung in Verbindung mit Moskau verdächtig. Der Kom­mandant des Konzentrationslagers erwartete, daß diese zwei bald erhängt würden.

Der Lagerführer gab zu, daß unter seinem Vorgänger be­züglich des Prügelns manche Härte vorgekommen sei. Es sei, so erklärt er. wenn er es auch nicht gerade rechtfertige, nach einem vierzehnjährigen revolutionären Kampf bei einer Manenbewegung unvermeidlich. daß im ersten Siegesrausch Graufamfeiten und auch persönliche Racheafte vorfämen. Er leuanete jedoch, daß seit seinem Dortſein, d. h. feit Juni 1938, folche Bestrafungen verhängt worden seien. Ihm läge, so erklärte er, nicht daran, zu bestrafen", sondern die ver­gifteten Seelen zu heilen".

Dann beschrieb er die Seil"-Methode, zu der die Unter bringung von Svibeln in die Baraden gehörte, die die Ge­finnung" der Gefangenen feststellen sollten.

Die Ergebnisse dieser Beobachtungsmethoden waren un gefähr folgenbe:

1. Fünfundzwanzig Prozent waren nur verführt; leicht heilbar und zu guten Deutschen zu machen.

2. Fünfundzwanzig Prozent waren angefault; aber es besteht Hoffnung auf eine schnelle Besserung.

3. Fünfundzwanzig Prozent brauchten eine eingehende Behandlung, ehe man mit einer Gesundung rechnen könne. 4. Zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent waren in solchem Grade von kommunistischen und pazifistischen Lehren ver­giftet, daß fie als dauernd unheilbar zu betrachten waren Ich zweifle nicht daran, daß zu der letzten Gruppe ein großer Teil derjenigen Männer gehört, die in der Kommu nistischen und Sozialdemokratischen Partei und in der Friedensbewegung eine überragende Rolle gespielt haben, und daß ein großer Prozentsatz von diesen auf der Flucht erschossen" wird. Zu dieser letzten Gruppe, das muß gefant werden, gehören im wesentlichen die Menschen mit starkem Willen, Mut und Glauben und einer hohen Integrität des Charakters.

Die Gefangenen wurden zu ihrer Heilung" einer drei­monatlichen Behandlung unterzogen. Ich unterbreitete dem Lagerfommandanten im Auftrage einer englischen religiösen Sefte folgende Vorschläge:

a) jedem Gefangenen wöchentlich einmal eine besondere Mahlzeit oder eine besondere Diät zu verschaffen;

b) für die Tuberkulose- Kranfen eine besondere Nahrung zu besorgen;

c) eine Bücherei anzuschaffen( es gab im ganzen Lager nicht ein Buch), die Auswahl der Bücher könne die Ge­fanaenenleitung oder eine höhere deutsche Stelle bestimmen. Man versprach mir, daß die Vorschläge von den zustän­digen Stellen in Erwägung gezogen würden. Ich warte noch auf eine Antwort.

Während des Weltkrieges war ich in Deutschland ( Ruh­Teben) in Zivilgefangenschaft und hatte das größte Interesse daran, die beiden Erfahrungen zu vergleichen. Ich zögere nicht, zu erklären, daß sogar zur Zeit des wildesten preußischen Chauvinismus in den ersten Kriegsmonaten die Menschlichkeit der deutschen Gefangenenwärter zu den eng­lifchen Rivilgefangenen 1914 ganz unvergleichlich größer war als bei der Behandlung Deutscher durch Deutsche im Konzen trationslager im Jahre 1983.

Die Nationalsozialisten rühmen sich ihrer hohen Kultur und behaupten sogar, eine neue Religion geschaffen zu haben. Sie entschuldigen die Grausamfeiten der Konzentrations­lager damit, daß sie den Bolichewismus bekämpfen müssen. Das mag wahr sein, und gewiß ist das ein Einwand, den fein Student der Gesellschaftslehre unberücksichtigt laffen wird. Aber es ist nicht die ganze Wahrheit. Noch ist es wahr, daß das beste Mittel gegen die Barbarei eines profeta­rischen" Bolichemismus eine ähnliche Barbarei desmittel­

ständischen" Bolichemismus ift.

Als ich das Konzentrationslager verließ. fehrte ich mich um und sah die 2000 Gefangenen vor den Baracken wie bei einer stummen Maßenversammlung. Die stille Qual und der stumme Ruf dieser Mence schrie gegen den blauen Simme! dieses sonninen Tages. Was ich am furchtbarsten fand bei diefer Entwürdiauna des Menschen war nicht so sehr die einzelne graufame Handlung wie die verruchte Tatsache, daß eine Gruppe Deutscher sich das Recht anmaßt, auf diese Art und Weise eine andere Gruppe Deutscher zu heilen". Wenn man die innere Traaweite diefer Roraänge ermißt. fo ist zu bezweifeln, ob bei irgend einem Negerstamm in Afrifa ic= mals ein so furchtbarer Abstieg von der menschlichen Würde erfolate, wie ihn die Nationaliozialisten in diefen Konzen­trationslagern in Deutschland der Welt gezeigt haben.

An die verlorenen Söhne

O brollate no

self

Göring scheidet die Emigranten in Lämmer und Wölfe Wer über seine Folterungen und Verfolgungen nicht schweigt, wird amtlich bestohlen

Berlin , 16. Jan. Ministerpräsident Göring hat als Chef der Geheimen Staatspolizei zu der Frage der Rückwande­rung deutscher Emigranten aus dem Auslande an die Ober­präsidenten, Regierungspräsidenten und sämtliche Staats­polizeistellen einen Erlaß gerichtet, in dem u. a. gesagt wird, daß sich infolge der allmählichen Verschlechterung der wirt­schaftlichen Lage der Mehrzahl der Emigranten schon jetzt schaftlichen Lage der Mehrzahl der Emigranten schon jetzt eine zunächst noch langsame Rückwanderung nach Deutsch land bemerkbar macht. Zur Gewährleistung einer einheit lichen Behandlung dieser zurückkehrenden Emigranten er­sucht der preußische Ministerpräsident um sorgfältige Be­achtung besonderer Richtlinien, die er hierfür aufgestellt hat. In den Richtlinien werden die Emigranten in ver schiedene Klaffen eingeteilt und entsprechend einer unterschiedlichen Behandlung anempfohlen. Danach besteht, wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, an der Rückkehr krimineller Glemente", deren Zahl die der wirt­lichen politischen Flüchtlinge bei weitem übertreffen soll, feinerlei Interesse. Auch die Rückkehr der vielen Tausende von Flüchtlingen nichtdeutscher Staatsangehörigkeit( die Juden hat er hier eingeschlossen. D. R. ), ihre Zahl beläuft sich nach Mitteilungen des Lausanner Flüchtlingshilfswerks auf 16 000 von insgesamt 60 000 Flüchtlingen ist dem neuen Deutschland nicht erwünscht. Falls diese meist aus dem Osten" eingewanderten Personen wieder in Deutschland auf­tauchen sollten, find sie in polizeiliche Haft zu nehmen und bis zur endgültigen Ausweisung in ein Konzentrationslager zu bringen. Die marristischen Bersetzer und Verbrecher", die fich früher in führenden Stellungen befunden haben, müssen gewärtig sein, daß auf jede ihrer Niederträchtigkeiten hin alle möglichen Repreffalien persönlicher und vermögensrechtlicher Art ergriffen werden, Dagegen soll den grundlos ver­

ängstigten Boltsgenossen, die auf Gund gewiffenloser Pro­paganda ins Ausland geflohen sind, die Heimfehr nicht ver­wehrt werden, wenn sie vertrauensvoll" zurückkehren und beweisen können", daß sie schon vor ihrer Rückkehr bemüht gewesen sind, gegen die Greuel- und Heypropaganda im Ausland Front( d. h. sie müssen sich als Spiel des Göring - Geheimdienstes betätigen) au machen. Der national­sozialistische Staat hat so vollkommen über den Gegner ge­siegt, daß er dem kleinen und geängstigten Volksgenossen" ohne Gefahr vergeben fann, sofern dieser aufrichtig und ernit gewillt ist, sich der neuen Volfsgemeinschaft rid halt­Io 8" einzugliedern.s

Alle deutschen Länder sind vom preußischen Ministerpräsi denten gebeten worden, sich diesem Verfahren zum Zwecke eines einheitlichen Vorgebens anzuschließen.

Der Inspekteur der Geheimen Staatspolizei, Ministerial­rat Diels, teilte einem in Paris lebenden Emigranten auf Anfrage mit, daß die Behandlung der nach Deutschland zu­rückkehrenden Emigranten in erster Linie danach bemessen werde, welche Haltung die Heimfebrer gegenüber ihrem Vaterlande im Ausland eingenommen hätten. Wer schon jetzt durch sein Verhalten im Auslande zu erkennen gebe, daß er sich als Deutscher für die Wiedergutmachung des seinem Vaterlande zugefügten Unrechts einfeße"( so sucht auch der Spigel), fönne auf vollen persönlichen Schutz und ungehin­derte Berufsausübung rechnen.

Dieser Erlaß ist schon reichlich schamlos. Immerhin per­schweigt er noch, daß die Repressalien", insbesondere der Vermögensraub, auch gegen politisch unbelastete Frauen und Kinder und Enkel verübt werden.