das Reichsgericht verwirit...

bated Akademischee Nachwuchsino

Eine schlichte Ueberschrift lautet: Bwet Tobesurteile bedbatuad

ftätigt. In der Meldung selbst heißt es: Das Reichsgericht hat die Revision der beiden 18 und 19 Jahre alten Kommunisten Willi Noehow und Otto Woithe verworfen." 18 und 19 Jahre alt! Es gibt schon für die hitlersche Blut­justiz keine Altersgrenze" mehr. Heute wird von den Todes­urteilen für die Jugendlichen in aller Ruhe, wie von einem gleichgültigen Zwischenfall, berichtet. Bald werden wir ficher von den richtigen Kindermördern hören. Ein Schwurgericht in Berlin oder sonstwo verurteilt zum Tode, das höchste Gericht des Reiches bestätigt die Urteile. Die Maschine funt tioniert tadellos. Die Henker haben Durst, und es gibt noch Richter in Berlin und in Leipzig , die dafür sorgen, daß dieser Durst gestillt wird.

Sechsmal Henkerbell beantragt

Samburg, 17. Jan. Im Prozeß wegen der Ermordung des Hamburger Hitlerjungen Otto Blöder vor dem hans featischen Sondergericht beantragte der Staatsanwalt gegen leche Angeklagte die Todesstrafe, gegen die übrigen Ange flagten wurden Strafen von insgesamt 144 Jahren Zuchthaus und sechs Jahren Gefängnis beantragt.

Zuchthausstrafen in Lüneburg Lüneburg

, 17. Jan. Am Mittwoch begann im ersten Püne burger Hochverratsprozeß gegen fünf Rommuniter wegen Borbereitung eines bewaffneten Aufstandes Staatsanwalt­schaftsrat Dr. Bell mit dem Plädoyer. Nach einer eingehen­den Darstellung der hochverräterischen Ziele und der Miah­nahmen der KPD. , die auf gewaltsamen Umsturs un be waffneten Aufstand abzielten, hielt der Staatsanwalt ie Anflage der Vorbereitung zum Hochverrat bei vier An­* geklagten aufrecht.

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Das Urteil lautete gegen den Angeklagten Carius wegen Verbrechens gegen das Sprengstoffgefes in Tateinheit mit Borbereitung zum Hochverrat und Bergehens gegen das Ariegsgerätegeses auf drei Jahre Zuchthaus. Die An­geflagten Pfeiffer und Matthews wurden zu je dret Jahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt wegen Verbrechens gegen das Sprengstoffgeset in Tateinheit mit Vorbereitung zum Hochverrat. Der Angeklagte Baltje erhielt wegen Bor bereitung zum Hochverrat zwei Jahre neun Monate Ge fängnis, und der Angeklagte Taetau wegen Beihilfe fünf Monate Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde an­gerechnet. Das Gelöbnis der Angeklagten, nach Straf­verbüßung den Weg zur deutschen Volksgemeinschaft au suchen, hat das Gericht als mildernd bei der Straffestsetzung angesehen und deshalb nicht auf Ehrverlust erkannt.

Schutzhaft ZA:

Die Denunzianten wachen

Offenbach , 7. Jan. Die Pressestelle der Polizeidirektion teilt mit: Von der Staatspolizeistelle Offenbach wurden die Rom munisten Josef Wernig und Adolf Geßner, beide aus Klein­Aroßenburg, wegen kommunistischer Aeußerungen festgenom­men. Nach glaubwürdigen Zeugenaussagen haben die beiden in der Silvesternacht sich die Frechheit erlaubt, in Gegenwart von SA.- Leuten fommunistische Lieder zu singen und be­hauptet, daß die KPD. noch lebe.::

Außerdem wurde die Frau Ratharina Gräber aus Seligen­ Stadt in Schußhaft genommen, weil sie Außerungen getan hat, die eine Beschimpfung der Reichsregierung darstellen.

Wenn Nazis morden...

... sind die Juden schuld

In

Herr von Leers schreibt in der Außenpolitischen Umschau", bie die Metallarbeiter- Zeitung" abbrudt, wörtlich: Rumänien wurde auf dem Bahnhof in Sinaia der rumänische Ministerpräsident Duca von dem Mitglied des von ihm u Unrecht verbotenen judenfeindlichen Eisernen Garde, Constantinescu, burch Revolverschüsse ermordet. Eine müfte Verfolgung aller Judengegner ist jest in Rumänien eingetreten; über 1200 Angehörige der Eisernen Garde sind verhaftet, darunter thr Führer, der Frontkämpfer Godrcanu, fein greifer Vater wurde bei Ploefti durch Judenbestien ermordet. In Rumänien herrscht nicht ohne eine Einwirkung der Esther von Rumänien", der jüdischen Geliebten des Königs Carol, Madam Lupescu, eine nur, mit den Greuel­taten der Juden im biblischen Buch Esther zu vergleichende Verfolgung der voltsbewußten Rumänen."

Es spukt im Hafen

Bon W. A. Schelde

Diesmal war es leicht gewesen, die Doffer für den offenen Widerstand gegen das verbaßte Hakenkreuz zu ge­winnen. Der deutsche Kapitän war unfreiwilliger Helfer. Er batte eine so plumpe Reklame für Terror- Deutschland inszeniert, daß sich die ganze Stadt, mitsamt der bürgerlichen Preffe, dem Protest der Hafenarbeiter anschloß. Die Antwer­ pener Bürgersleute waren den Deutschen an und für sich nicht grün, aber es war ein ganz seltener Fall, daß sie sich auf die Seite der Arbeiterbevölkerung stellten. Was war geschehen?

Der Kapitän hatte einen Offizier und drei besonders zu­verläffige" Obermatrosen beauftragt, Werbematerial für das dritte Reich" unter die belgischen Hafenarbeiter zu verteilen. Gewiß stedte das Reichslügenministerium dahinter, und die beillofe Seilsidee stammte vielleicht von dem Mahatma Propaghandhi persönlich.

Dier, Kamerad, scharfe Sache!" sagte der eine besonders zuverlässige" Maat und reichte einem Doffer, der ihn schon längere Zeit mißtrauisch beobachtete, eins von den Trak­tätchen.

Paß mich mit dem Dred zufrieden!" schnauste der Arbeiter auf gut deutsch .

Der Matroje grinste verständnisinnig unb fuurrte freund­fehaftlich: Na, nimm mir schon eins ab, damit ich fie log werde!" Er awinterte, mit einem Auge und feite hinzu: Brana ia nicht zu leien. Mensch!"

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nahm den Wisch und blätterte unwillig darin

Herum( odverdomme! Ihr wollt Euch bei uns anbiebern? Dann müßt Ihr früher aufstehen, Jungens! Nichts zu machen! Bet uns habt Ihr feine Chancen, verstanden? Das Fannst Du Deinem Herrn Göbbels von mir außrichten! Der

B.

» Meine ergebensten Empfehlungen an Herrn Papa. Sagen Sie ihm, Aufstieg an Hochschule ist Ihnen gewift! a

Das Hoheitszeichen

Gesetzlich geschützt"

Jm Verordnungsblatt der Reichsleitung der NSDAP . steht: Eine Reihe von Fällen, in denen namentlich jetzt in der Weihnachtszeit das Hoheitszeichen der NSDAP . zur Ausschmückung von Schaufenstern mißbraucht wird, gibt mir

Beranlaffung, folgendes festzustellen: Das Gobeitszeichen ( Adler mit Hakenkreuz im Eichenkranz) der NSDAP . ist gesetzlich geschütt. Seine Verwendung bleibt den Dienststellen

In einem der schönsten Vororte Londons mit aus gezeichneter Verbindung zur City(% Stunde zur Bank) ist eine gut besetzte deutsche JDd. Pension unter besonders günstigen Bedingungen sofort abzu geben. Besitzerin erkrankt. Sehr wenig Kapital er forderlich. Gute Existenz für tüchtige Frau.

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Na, ich doch auch, Mensch!"

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Die Hafenarbeiter streiften. Aus Protest gegen den lächer­lichen Verfuch, fie mit Hitlerbasillen au infizieren. Heimlich spielte wohl auch ihre Sympathie für Dimitroff den fie Dynamitroff nannten mit. Keine Hand war bereit, sich für den faschistischen Kapitän zu rühren. Mochte er sehen, wie er die Ladung Eisenstangen aus dem Rasten herauß­und die 200 Ballen Wolle hineinbekam. Mochte er schimpfen, toben, brohen; selbst Verhandeln und Bitten nügten ihm nichts. Die Forderung der Arbetter stand fest und ließ sich burch kein Versprechen und füße Worte erschüttern. Es gab nur eins: Ginziehen der Hakenkreuzfahne!

Das geht gegen meine Ehre!" schrie der Schiff@ gewaltige. Aber es half ihm nichts. Und da Warten bares Geld foftete, mußte die Ehre dran glauben. Unter dem Gelächter einer großen Zuschauermenge bolte der Flaggenmaat das Hoheits­seichen des dritten Reiches" ein.

Kaum war die Lösch- und Ladearbeit beendet, als auch schon die Hakenkreuzfahne wieder gehißt wurde. Aber es war berette dunkel, und niemand genoß den feierlichen Moment. Am nächsten Morgen hatten sich die Kleinbürger und Arbeitslosen, die den mannigfaltigen Hafenschauspielen bei­zuwohnen pflegten, besonders zahlreich eingefunden. Der deutsche Dampfer blökte bumpfe Abfahrtsignale in die Luft. Der Kapitän hatte sich in Begleitung einiger Herren auf dem Oberbed aufgepflanzt und stierte in tropiger Wut auf das versammelte Publikum, zu dem auch eine große Schar Hafen­arbeiter gehörte.

der Partei vorbehalten. Demgemäß ist fein Privatmann be rechtigt, das Hoheitszeichen für Reflameswede oder zur Aus schmückung von Läden und dergleichen zu verwenden. Alle Parteidienststellen sind angewiesen, für die Durchführung - Man soll nicht sagen, dieses Verbotes Sorge zu tragen." daß der Osaf und der Bize- Osaf keine Sorgen haben.

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Heraus mit den Klamotten! Der freiwillige Zwang

h. b. Die freiwillige Winterhilfe hat in dem Kreisbauern führer Wiersdorff in Sangershausen einen besonders ener­gischen Vertreter. Er erließ eine Bekanntmachung an die Landwirte seines Tätigkeitsgebietes, in der es heißt, daß gegen diejenigen Bauern, die den Versuch unternommen hätten, sich durch Kneifen aus der Opfergemeinschaft bes deutschen Volkes auszuschalten, vorgegangen werden würde. Man tönne nicht das Preußentum im Munde führen, die Tat aber unterlassen. Die Säumigen würden auf diesem Wege noch einmal an ihre moralische deutsche Pflicht erinnert. Wer von den Drückebergern nicht mindestens eine Reichsmark für je tausend Mark Einheitswert zeichne, und zwar in Form von Kartoffeln. der müsse damit rechnen, daß er öffentlich gebrandmarkt würde.

Jetzt setzte sich der Kasten in Bewegung. Der Wind fuhr in die Fahnen..

Eine Unruhe ging durch die Menge. Verhaltenes Richern stieg auf; bier und da brach belles Lachen aus; schließlich erscholl allgemeines fröhliches Gejoble. Der Kapitän hielt es für Hohn, drohte mit der Faust und beutete triumphierend zu der entfalteten Hakenkreuzflagge hinauf. Seht Ihr, fie - Aber was ist das? ist wieder da! Stolz flattert sie

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Wie? Was? Wieso? Festgenagelt stand er da und stierte in die Höhe. Wowo war denn das Hakenkreuz geblieben? Zum Donnerwetter nochmal! Das war ja eine einfache blut eine rote Fahne... ohne weißen Kreis... ohne Kreuz rote Fahne, eine Marristenfahne!! Erstarrt war die brohend erhobene Faust des Rapitäns in der Luft hängen geblieben. Es sah aus, als ob da einer die rote Sozialistenfahne mit Rot Front !" begrüßte.

Der Schuldige war nicht au finden. Der Flaggenmaat waz ein alter, verdienter Seebär, national bis in die Knochen. politisch über jeden Verdacht erhaben. Außerdem bezeugten ein paar befonders zuverläffige" Obermatrosen, daß ant Abend ordnungsgemäß die Hakenkreuzflagge gebißi worden war. Die Geschichte blieb ein Rätsel, ein Sput. Schwamm drüber!

Aber ganz Antwerpen sprach davon. Und die mysteriöse Affäre" wurde mit Windeseile nach Rotterdam , Amster dam, Le Havre , Brest , Bremen , Hamburg , Danzig kolportiert und drang mit der Zeit bis in die entferntesten Häfen. Ueberall löste sie Schmunzeln und Genugtuung aus. Ueber all erkannten die Arbeiter, daß ihre Genoffen am Werk waren und jeden Anlaß ausnußten, um gegen das Haken­freus und für die internationale rote Fahne wirksame Pro­paganda zu machen.

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