mußten, unter der klugen Fürsorge des großen Gärtners, Fortsetzung von Seite 1
dem sich ein wachsender Stab der besten Kräfte aus Ar
beitern und Intellektuellen zugefellte. Da gab es keine England und Oesterreich
Kämpfe zwischen politischer und Gewerkschaftsbewegung. Die Genossenschaften fanden nicht unvernünftigen Widerstand, sondern verständnisvolle För derung. Die unvermeidlichen Gegensäge der Rich tungen wurden nicht zu unfruchtbarer Gehässigkeit zugespißt, sondern im wertvollen Meinungsaustausch und gemeinsamer Arbeit zu fruchtbringender Fülle verarbeitet. Und wie lebenstüchtig erwies sich die Triebkraft eines seit Jahrhunderten in monarchischer und klerikaler Ver dummung niedergehaltenen Arbeitervolkes, das in weitem Ausblick seine Blicke in die Welt richtete, seine leiblichen und geistigen Kräfte stählte. Schon vor dem Krieg war eine weitgespannte Bildungsarbeit großen Stils ins Leben gerufen worden. Unter Führung und Vorbild Adlers wurde ein Zeichen von Verantwortungsbewußtsein und sittlichem Mut den Genossen gegenüber plan voll der Kampf gegen den Alkohol, als Feind der Volksgesundheit und Hemmnis im Befreiungskampfe, geführt. Neben Belgien war Desterreich ein Vorbild für unsere Arbeiterjugendbewegung. Treffliche Treffliche Arbeit leisteten Sport- und Naturfreunde- Bewegung mit zahllosen Schutzhütten und wissenschaftlicher Verarbeitung ihrer Fartenergebnisse. Und die edelste Frucht des proletarischen Jdealismus, die Bewegung der Kinderfreunde, stammt aus Desterreich. Von ihr übernahm die nach ihrem Vorgang im Reich geschaffene den schönen Gruß:" Freundschaft!", der in Desterreich " überall unter den Sozialisten zu hören war. day
Freundschaft! welch ein Schatz von Menschenliebe und Herzlichkeit klingt in diesem volkstümlichen Wort! Welch klarer Gegensatz der Klassenkämpfer gegen eine Welt voll Eigennutz und Lüge, Gehässigkeit und brutaler Gewalt. Es ist ein bezeichnendes Sinnbild, daß im " gemütlichen" Desterreich heute dieser Gruß als staatsgefährlich verdammt ist. Im Kampfe mit dieser Welt, mit
den kläglichen Nachfahren verstaubter reaktionärer
Staatskunst und den von Eigennutz und Haß geschwollenen Nachläufern der Heimwehrdemagogie hat sich die kampferprobte Sozialdemokratie bei allem Heldenmut als nicht stark genug erwiesen. Eid- und Verfassungsbruch, in„ Ordnung" umgelogen, können nun den Kampf der Arbeiter für ihre verfassungsmäßigen Rechte als Aufruhr schmähen. Der grimmig gehaßte Feind der Besitzdemagogen war, die zu Zweidritteln sozialdemokratische Gemeinde Wien , deren vorbildliche Wohnungsbau-, Fürsorge- und Schulpolitik immer den Parteien des Bodenwuchers und der Volksverdummung ein Dorn im
Auge gewesen ist. Es ist wahrhaft sinnbildlich, daß neben den herkömmlichen Greueltaten einer planmäßig fana tifierten Soldateska mehrere der weltberühmten Wohn
höfe, benannt nach den geistigen Vätern des Sozialismus, der Artillerie der„ Ordnungs" bestie zum Opfer gefallen sind. Die Wut der Grundstücksspekulanten gegen die billige Wohnungen schaffende, der dummen Trottel der Heimwehr gegen die geistesstolze Wiener Sozialdemokratie können nun in Rachetaten und verleumderischen Schmähungen der Kämpfer und ihrer tapferen Führer sich austoben.
So konnten die seit vielen Jahren den Bürgerkrieg vorbereitenden Mächte der Reaktion eine Bewegung niederwerfen, die ihre Aufgabe in frieblicher Wirtschaftsund Kulturarbeit gesehen und sich darum nur unzureichend zum Kampfe mit dem Rüstzeug der Barbaren "
vorbereitet hatte. Run waltet der Henker feines Amtes gegen treue Freiheitskämpfer. Die Errungenschaften mühsamer Arbeit von Jahrzehnten werden zerstört. Finsternis und Wucher triumphieren.
Nicht für lange. Desterreichs Schicksal, über das die Arbeiterbewegung nun einstweilen nicht mehr mitzureden hat, geht weiter seinen Gang zum Abgrund. Ob Bestandteil des braunen Despotenreichs oder Mussolini - Kolonie: Desterreichs Unabhängigkeit wie seine Bedeutung für Kultur- und soziale Arbeit sind dahin.
Heute wissen wir, und Wien hat es aufs neue bestätigt, daß das Zeitalter friedlicher sozialistischer Aufbauarbeit zu Ende ist. Der Gedanke der Wirtschaftsdemokratie, des Sozialen Aufstiegs im Rahmen der kapitalistischen Wirtschaft ist gescheitert an dem bösen Willen der herr schenden Mächte, die keine Entwicklung, nur Still stand und Rückschritt," keine aufsteigende, nur eine geknechtete Arbeiterklasse wollen. Heute missen wir, daß die Aufklärungs- und Erziehungsarbeit der sozialistischen Bewegung gegenüber einem Feinde, der nur die Gewalt kennt, der Ergänzung durch die Mittel der Gewalt bedarf, die allein den schwer gerüsteten Feind zu überwinden vermag.
Auch für Oesterreich wird der Tag der Befreiung
kommen.
DNB. London , 20. Febr. Unter Hinweis auf die Verlesung der Dreimächte erklärung über Desterreich durch Simon sagt die„ Times" in einem Leitaufsaß, die Aufrechterhaltung der österreichischen Unabhängigkeit sei tatsächlich ein bestimmtes Ziel der Politik der drei Länder geworden. Es sei zweifellos sehr wichtig für Italien und Frankreich , daß Desterreich unter den Bedingungen weiterlebe, die im Friedensvertrag geschaffen wurden, und daß die kleine Re publik nicht von einem anderen Staate aufgeschluckt oder auch nur ihm gleichgemacht werde. Die„ Times" fährt fort, es sei allerdings die Feststellung am Plaze, daß sich die bri tische Ansicht mit der italienischen und französischen nicht völlig decke. Unter Hinweis auf die Erklärung, die Simon vor einer Woche abgegeben hat, sagt das Blatt, die Dreimächteerklärung sollte im Lichte dieser Erklärung gelesen werden. Sie stelle nicht die Uebernahme einer neuen Verpflichtung dar. Sie schließe keine andere Garantie als diplomatische Unterstüßung in sich und habe nicht zu bedeuten, daß der finanzielle und wirtschaftliche Beitrag, den England bereits geleistet habe, gestärkt oder geschwächt werden solle. Dies sei der Eindruck, so erklärt die„ Times" weiter, den die Erklärung in der britischen Oeffentlichkeit hervorrufe. Diese Feststellung sei wohl angebracht, denn letzten Endes könnte die britische Regierung eine bestimmte Aktion in Mittel europa nicht ohne Billigung der großen Mehrheit der öffentlichen Meinung Englands unternehmen. Es sei hochwichtig, daß andere Länder nicht mehr aus der britischen Erklärung heranslesen als darin ausgedrückt werden solle. Die Erklärung müßte angemessenerweise so ausgelegt werden, daß die Wünsche der Mehrheit des österreichischen Volkes in der von der im Amte befindlichen Regierung ausgedrückten Form stets Beachtung finden werden, und daß das österreichische Volt, solange es sich für ein eigenes unabhängiges Regime entscheidet, die diplomatische, finanzielle, wirtschaftliche und moralische Unterstügung Großbritanniens finden werde. Sturm im Unterhaus
London , 20. Febr. Der Labour - Abgeordnete Wedge wood fragte im Unterhause den Außenminister Simon.
Sir John Simon erklärte, daß der englische Gesandte in Wien der österreichischen Regierung den Wunsch der briti schen Regierung zum Ausdruck gebracht habe, daß nach den Unruhen eine Politik der Milde und Befriedung Anwendung finden möge.
Wedgewood fragte weiter, ob die Uebereinkunft, derzufolge die drei Großmächte Desterreich unter stützen würden, vor dem Blutbad in Wien zustande getommen sei. Unter dem lebhaften Protest der Konservativen wünschte er ferner Auskunft darüber,
ob sich die Ansichten der Regierung in bezug auf die Vers teidigung der Unabhängigkeit Defterreichs nicht auf Grund der Art und Weise, in der die Wiener Regierung gegen die Arbeiterklasse vorgehe, geändert hätten.
" Ich glaube," erwiderte Sir John Simon, als sich der Tumult etwas gelegt hatte,„ daß die allgemeine Frage, ob der Friede Europas durch den Zusammenbruch des öfterreichischen Aufstandes gesichert sei oder nicht, schwerlich durch die Ereignisse der lezten Tage geändert worden ist."
Daraufhin fragte der Arbeiterabgeordnete Major Attlee den Minister, ob die Oesterreich gewährte finanzielle und politische Unterstützung fünftighin von der ge rechten Behandlung der Arbeiterklasse abhängig gemacht werde.
Sir John Simon wiederholte auf diese Frage, daß die britische Regierung Vorstellungen in Wien zugunsten der Milde und der Befriedung erhoben habe.
Als Abg. Wedgewood jetzt von neuem zum Angriff übergehen wollte, verlangte die ganze konservative Mehrheit stürmisch einen Ordnungsruffür Wedgewood, worauf der Präsident der Diskussion ein Ende machte.
Titulescu schwächt ab
DNB. Paris, 20. Febr. Der„ Petit Parifien" schreibt heute zu den Erklärungen, die der rumänische Außenminister Titulescu dem Belgrader Vertreter des Blattes am Montag abgegeben hatte, eine Reihe von Ausführungen Titulescus seien durch die indirekte Wiedergabe des Korrespondenten weitestgehend entstellt worden und stimmten nicht mit der Absicht Titulescus überein. Dies beziehe sich in erster Linie auf die österreichische Frage und die Haltung Italiens .
Der Erinnerung an die glückliche Abwehr des Wien und Desterreich bedrohenden Aufruhrs soll der Neubau der Gertrud- Kirche in Alt- Währing gewidmet sein. Im Früh jahr wird mit dem Neuban begonnen werden. Bundestanzler Dr. Dollfuß hat den Ehrenschutz über den Kirchenbau
übernommen.
Die neuen Fünfschillingstücke werden das Bild der Schutzfrau Oesterreichs tragen, und gerade der Mariazeller Mutter soll in Währing eine Rapelle im rechten Seitenschiff gebaut werden, wo eine getreue Nachahmung des Mariagebaut werden, wo eine getreue Nachahmung des Maria zeller Gnadenaltars den fünftigen Geschlechtern die Dankbarkeit der Wiener für die glückliche Errettung künden soll.
Der Henker arbeitet Wallisch hingerichtet.
Wien , 19. Febr. Das Standgericht hat am Montag awei neue Todesurteile gefällt. Der Schußbündler Krbec wurde zum Tode durch den Strang verurteilt, später aber begnadigt. Dagegen wurde das Todesurteil an dem Kommunistenführer Koloman Wallisch in später Abendstunde vollstreckt.
Führer und Massen
Was eine Engländerin berichtet
Die Sonderforrespondentin des„ Daily Herald", Lady Drummond Hay. veröffentlicht fortlaufend Berichte über die Ereignisse in Wien . Sie hebt insbesondere hervor, daß die Bombardierung der großen Wohnhausbauten„ völlig unerwartet erfolgte, daß keine Warnung kam und daß das Militär und die Polizei auch keine Aufforderung ergehen ließen. das Gebände zu räumen Ich fragte die Beute im Schlingerhof, ob sie ihre sozialistischen Führer verurteilten, daß sie
Der Juhaber eines in Nizza erscheinenden Blattes und der Chefredakteur bes Blattes wurden am Montag vom dortigen Strafgericht wegen Schädigung des Staatskredits zu einem Monat Gefängnis bzw. 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Beide hatten in ihrem Blatt einen Artikel veröffentlicht, in dem beunruhigende, unwahre Informationen über die Sparkasse in Nizza enthalten waren. Dieser Artikel hatte zu einem Massenansturm auf die Spartaffe geführt, die in wenigen Eckhard. Tagen über 15 Millionen Franken auszahlen mußte.
Auch die österreichische Arbeiterbewegung bleibt das Wort des Dichters:„ Einst richt ich rasselnd mich in die Höh, einst kehr ich reisiger wieder!"
Freundschaft
Das Neueste
In dem vom Finanzausschuß der Kammer verabichiedeten Haushaltvoranschlag befindet sich ein Artikel über die Sonderbeftenerung ausländischer Arbeiter in Frankreich . Nach dem Wortlaut dieses Artikels sollen alle ausländischen Arbeiter, die weniger als 10 Jahre in Frankreich anfäffig find, mit einer Sondersteuer von 10 Prozent ihres Ein tommens belegt werden. Für die nordfranzösischen Industries und Grubenbezirke, in denen es an einheimischen Arbeitern mangelt, soll jedoch eine Ausnahme gemacht werden.
Außenminister Barthon empfing am Montagabend den polnischen Botschafter Chlapowiti. Ueber den Gegenstand der Unterredung ist amtlicherseits nichts verlantbart worden,
Die fommunistischenmanite" teilt mit, daß die Ge: neralver ammlung der Arbeiter der Pariser Gasanstalt am Montag beschlossen habe, einen Ausschuß von 10 Arbeitern zu wählen, der sich nach Berlin begeben soll, um dem dem= aächst zur Verhandlung gelangenden Prozeß gegen den Kommunistenführer Thälmann zu folgen. Bor ihrer Abreise nach Berlin sollen die Zehn sich aber zur deutschen Bot: chaft in Paris begeben, um vom deutschen Botschafter die Freilassung der in Deutschland verhafteten Kommunisten zu fordern.
Die franzöfifche Behörde arbeitet seit einigen Wochen in Lyon an der Aufdeckung eines angeblichen großen Spionagefalles, in den zahlreiche sehr angesehene Ausländer ver: widelt sei njollen. Das zweite Büro hat aus Paris eigens einen hohen Beamten nach Lyon entsandt, um den Fall zu prüfen. Bei den verdächtigen Persönlichkeiten soll es sich um Staatsangehörige einer Frankreich befreundeten Macht handeln, die während des Krieges an der Seite Frankreichs gefämpft hat. Ueber das bisherige Ergebnis der Unter: suchung wird strengstes Stillschweigen bewahrt.
Infolge der Lohnstreitigkeiten in der Industrie droht die dänische Arbeitgebervereinlaung zum 27. Februar die Aussperrung eines weiteren Teiles der Arbeiterschaft an. Kommt es zur Aussperruna, so würden davon etwa 100 000 Arbeiter betroffen werden. Schlichtungsvehandlungen sind Gange.
Die Peiche des Königs Albert ist am Montag in feier: lichem Ruge von Schloß Laeken nach dem königlichen Schloß in Brüssel übergeführt worden.
Die französische Regierung hat befchloffen, für die Beise zung des Königs der Belgier eine Ehrentompanies mit Fahnen und Mufit sowie eine Abteilung Marineinfanterie zur Erinnerung an die Zusammenarbeit der französisch - belgischen Abteilungen bei pern und an der Miere zu stellen.
Die französische Kammer hat die Einfegung eines 44 föpfigen Ausichuiles zur Untersuchung der Blutigen Unruhen vom 6. Februar und der folgenden Tage beschlossen.
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all dieses Unglück über sie gebracht hätten. Ohne eine ein: zige Ausnahme erklärten fie, daß sie ihre Führer nicht tadeln fönnten. Diese schreckliche Lage wurde uns Sozialisten aufgezwungen, erklärten fie".
Der„ Daily Herald" feilt ferner mit, daß standgerichtliche Verurteilungen auf Grund der Zeugenaussage eines vierzehnjährigen Knaben erfolgen, der als Spion der Vaterländischen Front tätig war und die Angeklagten mit dem Finger bezeichnet, die angeblich geschossen haben.
Lady Drummond say teilt auch mit, daß es niemanden gestattet ist, mit den Verwundeten zu sprechen. Es fei ihr lediglich möglich gewesen, mit einem vierjährigen naben einige Worte zu reden, der von Soldaten gemeinsam mit seiner Mutter auf der Flucht angeschossen und schwer verlegt wurde. Die Regierung der christlichen Senfer fürch fet offenbar die Narchichten von ihren Schredenstaten, die auf diese Weise ins Ausland gelangen könnten.
Entsetzen über eine
solche Grausamkeit.. Protest aus der Tschechoslowakei
Prag , 19. Febr. Von tschechischer Seite wurden zwei im Ausdruck sehr ähnliche offene Briefe an den österreichischen Bundeskanzler gerichtet, der eine von einer Reihe hervor: ragender tschechischer Dichter und Wissenschaftler, darunter Karel Capet, Vancura und Professor Krejci, der andere vom Vorstand der tschechoslowakischen Sozialdemokratischen Par tet . Darin heißt es u. a., die gesamte tschechoslowakische Bevölkerung sei starr vor Grauen über die Ereignisse, zu denen es unter der politischen Verantwortlichkeit des Bundesfanzlera gekommen sein. Die Hinrichtung schwerverwundeter Gefangener rufe bei dem tschechoslowakischen Volt Entsegen über eine solche Gransamkeit hervor, wie sie in der Geschichte der zivilifierfen Menschheit fein Beispiel habe. Das sei weder Justiz noch Politik, sondern Na che, geübt von Aufrührern, denent feine gewaltsame Usurpation auch nur den Anschein der Legalität geben könne.
Eden in Berli
Keine großen Erwartungen in London
Berlin , 20. Febr. Auf seiner Rundreise durch die euro päischen Hauptstädte ist am Montag um 23.55 Uhr der eng= lische Großsiegelbewahrer Minister Eden in Berlin ein getroffen.
Paris , 20. Febr. Die Pariser Morgenpresse befaßt sich nur zu einem geringen Teil mit dem Besuch des englischen Staatssekretärs im Foreign Office Eden in Berlin . Der „ Excelsior" ist der Ansicht, daß man Eden in Berlin sehr vor= fichtig behandeln und ihm eine herzliche Aufnahme zuteil werden lasse, weil man an die Unterredungen große Hoffnungen fnüpfe. Es sei sogar nicht ausgeschlossen, so betont das Blatt, daß sich die Reichsregierung mit dem neuen Mac= donald- Plan einverstanden erklären werde vorbehaltlich einiger Detailfragen, die sich insbesondere auf die SA. und SS. beziehen dürften.
Der Petit Parifien" will aus gut unterrichteter englischer Quelle erfahren haben, daß man in englischen Regierungsfreisen über den bisherigen Verlauf der Besprechungen Edens enttäuscht sei. Der Bericht, den Eden nach seiner Pariser Unterredung an seine Regierung geschickt habe, jei nicht ermutigend gewesen. Eden habe darauf hingewiesen, daß die französische Regierung angesichts des deutschen Rüstungsstandes und der zweideutigen Erklärungen der Reichsregierung in der Kontrollfrage sowie der nach französischer Auffassung ungenügenden Sicherheitsgarantien in der englischen Denkschrift vom 29. Januar fest auf ihrem bisherigen Standpunkt beharre, wonach eine Herabseßung der französischen Rüstungen nicht möglich sei und sie einer Aufrüstung Deutschlands nicht zustimmen könne. Auch über den Ausgang der Besprechungen in Berlin gebe man sich englischerseits feinen Illusionen hin. Die englische Regierung verfolge vielmehr den 3wed, bei der englischen Oeffentlichfeit den Eindruck zu erwecken, daß sie nichts unversucht ge lassen habe, um die Abrüstungsfrage zu regeln.