Frankreichs Gegenschlag

Fortsetzung von der 1. Seite.

dessen könne Frankreich England nur mit einem Nein ant­worten, was natürlich spätere Verhandlungen nicht aus­schließen könne. Frankreich wolle die Abrüstung verfolgen, und es könne auf dieses Ziel nicht zusteuern, wenn es tat­sächlich oder rechtlich die Ausrüstung irgendeiner anderen Macht gutheiße. Frankreich könne also nicht, was England wünsche, selbst neue Opfer bringen und gleichzeitig die in Verlegung aller Verträge vorgenommene deutsche Auf­rüstung hinnehmen. Es fönne ebenso wenig die italienische These annehmen.

Journal" schreibt, der Frontwechsel, den die franzö­ sische Regierung gegenüber England vorgenommen habe, leite eine heifle Partie ein. Es sei schwer, Verzögerungen wieder einzuholen. Die Gelegenheit, Deutschland in flag­ranti beim Betrug zu erwischen, habe sich am 14. Oktober 1933 ergeben, als Hitler der Abrüstungskonferenz und dem Bölkerbund den Rücken kehrte. Seitdem seien aber die deut­ schen Vertragsverletzungen nicht nur unbestraft geblieben, sondern man habe auch noch die Verhandlungen fortgesetzt. Die deutsche Antwortnote auf die englische Anfrage wegen der Rüstungsausgaben sei das flagrante Eingeständnis dec Aufrüstung.

Die Haltung Deutschlands ändere die Richtlinien der Ver­handlungen des Hauptausschusses der Abrüstungsfonferenz. Frankreich bringe die Angelegenheit also in Genf vor, statt

mit den Engländern und Italienern über die durch die deutsche Aufrüstung geschaffene Lage zu verhandeln. Nur durch eine eingestandene vollkommene Ohnmacht könne die Vollkonferenz jetzt noch einen gefürchteten Kompromiß aus dem Wege gehen. Wenn Frankreich Herr seiner Rüstungen bleiben wolle, sei das das Mittel dazu zu gelangen. Aber Frankreich müsse sich auch wirklich davon überzeugen, daß das sein Ziel set.

Der Petit Parisien" erklärt, angesichts der auf: lehnenden Haltung Deutschlands nicht nur gegenüber den Bestimmungen der Verträge, sondern auch gegenübe en von Deutschland selbst angenommenen Entschließungen der Abrüstungskonferenz fönne fünftig niemand mehr daran denken, ein Abkommen zur Herabsetzung der Rüstungen aus­zuarbeiten und durch bestimmte Sanktionen seine strikte Durchführung zu garantieren. Es sei daher besser, durch den Hauptausschuß seine Unmöglichkeit festzustellen.

Das Echo de Paris" erklärt, angesichts der flagranten Vertragsverlegung sei eine Legalisierung dieser Verlegung nicht möglich, folglich habe Frankreich zu den Erfüllungs­garantien nichts mehr zu faaen. Die Achtung der internatio­nalen Verpflichtungen sei Jie unerschütterliche Grundlage des Friedens. Wenn Frankreich so die Berhandlungen fiber die Aufrüftung Deutschlands herbeigeführt hätte, würde die Aussprache über die Ausmaße dieser Aufrüstung und die Erfüllungsgarantien zu endlosen zweidentiaen, mühevollen Verhandlungen geführt haben. Ein Wettrükten sei wentzer fchlimm als die Fortsetzung der einseitigen Aufrüft ing Deutschlands .

Jähes Ende" hing Londons hin

Barthou weist auf die Bedrohung Londons hin

London , 18. April. Eine Neutermeldung bestätigt, daß Außenminister Barthou dem britischen Geschäftsträger gegenüber fein Bedauern ausgedrückt habe, daß Frankreich außerstande gewesen sei, in einer weniger kategorischen Art auf die britischen Versöhnungsbemühungen zu antworten, deren Bedeutung und freundschaftlichen Charakter er zu würdigen wisse. Barthou habe hinzugefügt, er hoffe indeffen, daß die Beweggründe der französischen Entscheidung in Großbritannien Verständnis finden werden und daß Groß­ britannien die Gefahren der deutschen Aufrüstung und be sonders die Gefährdung Londons durch die deutschen Flug zeuge richtig einschäzen werde.

In einer Rede in Hammersmith , wo eine Ersatzwahl zum Parlament bevorsteht, sagte Lordfiegelbewahrer Eden, féine Delegation habe energischer und beharrlicher auf einen Er folg der Abrüstungskonferenz hingewiesen als die britische .. Niemand bedauere ihren Fehlschlag mehr als er:

Der liberale News Chronicle" erklärt, Frankreich habe die Abrüstungsbesprechungen zu einem jähen Ende ge= bracht und den deutschen Wehrhaushalt dabei als Vorwand benutzt. Die Extremisten der Rechten hätten die gemäßig teren Mitglieder des Kabinetts mit sich fortgeriffen. Es sei

eine Note nach London geschickt worden, die tatsächlich den ganzen Besprechungen ein Ende bereite.

Der diplomatische Mitarbeiter des Daily Herald" will wissen, daß die französische Note ein förmliches Ver­sprechen britischen Beistandes an Frankreich im Falle der einer Verlegung des Abrüstungsabkommens durch Deutsch­Not und ein Bersprechen militärischen Vorgehens im Falle land fordert, und daß sie die Zusage wirtschaftlicher Sanf­tionen für ungenügend erklärt. Es scheine, daß das äußerste, was Frankreich zugestehen wolle, 1. eine leichte Erhöhung des deutschen Kriegsmaterials sei, die durch die Umwand­lung der Reichswehr in eine Miliztruppe aufgewogen wer­den soll, und 2. eine Begrenzung der französischen Rüstungen auf dem jezigen Niveau. Der Mitarbeiter fügt hinzu, für eine Vereinbarung auf dieser Grundlage dürfte zwischen London und Paris , von Berlin und Paris ganz zu schwei­gen, feine Möglichkeit bestehen. Der französische Plan sei jeßt, die Abrüstung vollständig beiseite zu schieben und ein Bündnis mit Großbritannien zur Aufrechterhaltung und Unterstützung einer überwältigenden militärischen Ueberlegenheit Frankreichs gegenüber seinen Nachbarn zu erlangen.

Großmächte fürchten einen Mann!

Internationale Hetze gegen Trotzki

DNB. Paris, 17. Avril. Der Dienstag vormittaa zufam Berlin macht gruselig

mengetretene Ministerrat hat beschlossen, die Aufenthalts­genehmigung für Leo, Tropfi, die der damalige Innenminister Chautemps bewilligt hatte, rückgängig zu machen, da Troßfi die Neutralitätsverpflichtung, zu der er fich bereiterflärt hatte, nicht erfüllt habe.

Der permanente Revolutionär

Paris , 18. April. Das Journal" behauptet, daß Troßfi in den Februartagen, als sich in Paris die Straßenunruhen ereigneten, feinen geringeren Plan gehabt habe als den, eine Revolution zu entfesseln, die in eine Troßfi- Diftatur über Frankreich hätte ausmünden sollen. Die von Troßfi inspirierte Wochenschrift La Verite" sei in den kritischen Februartagen zu einer täglich erscheinenden Zeitschrift ge­worden. La Verite", die sich als Organ der kommunistischen Liga der französischen Abteilung der internationalistisch­fommunistischen Liga bölschewistisch- leninscher Tendenz be­zeichnete, habe vor allem in Frankreich ansässige italienische Arbeiter für eine Revolution in Frankreich gewinnen. wollen.

Das Journal" berichtet übrigens, daß es Trotzki schwer werden dürfte, das Land zu bestimmen, in das er nach seiner Ausweisung aus Frankreich zu reisen wünsche, denn die meisten Grenzen seien ihm verschlossen. Ein Gewährsmann aus der Umgebung Tropfis habe erklärt, daß die Sowjet­botschaften in den verschiedenen Ländern stets bei den betr. Regierungen, bei denen Trokki um eine Aufenthalts­genehmigung einfommen, vorstellig wurden, um einen ab­lehnenden Bescheid berbeizuführen.

Auf eine Anfrage von Journalisten beim spanischen Innenministerium, ob es den Tatsachen entspreche, daß Leo Troßki seinen Wohnsitz nach Spanien verlegen werde, wurde geantwortet, daß Troßfi feine Aufenthaltsgenehmigung für Spanien nachgesucht habe, daß er aber allerdings die Absicht haben solle, Frankreich in Richtung nach Spanien zu ver= lassen.

Berlin , 17. April.

Ein sehr interessanter Vorgang und ein groteskes Schau­spiel zugleich: Als Deutschland gegen die Kommunisten und Propagandeure des Bolschewismus vorging, entrüstete man sich vor allem in Frankreich . Heute fühlt Frankreich seine

Zimmer des Großrabbiners ein, um sich zu überzeugen, daß er selbst nicht in der Lage sei, das Schreiben auszufer­tigen. Dann drohten sie der Tochter erneut. Sie weigerte sich nochmals. Daraufhin schoß einer der Hitler­partijanen zwei Schüsse auf die Tochter ab, die ihr den Oberarm zerschlugen. Unmittelbar darauf wurde aus Furcht vor weiteren blutigen Ueberfällen der noch schwerfranke, hochbetagte Großrabbiner in Teppiche gewickelt, von Freunden aus dem Haus getragen..... Fräu­lein Fränkel wies besonders darauf hin, daß die Mißhand­lung des Großrabbiners nur einen fleinen Ausschnitt aus der Gesamtheit des Hitlerterrors bildet und gab ihrer Soli­darität mit allen eingeferferten und verfolgten Antifaschisten Ausdruck Ein Vertreter der franzöflichen fatholischen Gruppe schloß sich dieser Solidaritätserklärung im Hinblick auf die in Deutschland unterdrückten Katholiken restlos an. Dann sprach Jean Cassou , der bekannte antifaschistische Schriftsteller, der den zahlreichen Anwesenden, unter denen sich der ehemalige Bildungsminister Borel befand, auss eindringlichste die Gefahr schilderte, in der sich der Führer der KPD., Ernst Thälmann , gegenwärtig befindet. Die Versammlung, die auf den 48. Geburtstag Thälmanns fiel, beschloß einstimmig, im Namen der französischen und deut­fchen Intellektuellen ein Begrüßungstelegramm an Thäl­ mann abzusenden und ihn des Kampfes um seine Befreiung und die Befreiung aller eingekerferten Antifaschisten zu ver­fichern. 2

Sturm

auf eine katholische Zeitung Alle Scheiben krachen- ,, Wir schlagen zu" und die Folgen

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Mannheim , 17. April 1934.

In Mannheim ist es in den Vormittagsstunden des 17. April zu großen Demonstrationen gefommen, die eine ungeheure Aufregung in der Stadt hervorriefen. Unter Führung von SA.- Leuten erschien vor der früheren Zentrumszeitung in Mannheim , dem Neuen Mann­heimer Volksblatt", eine größere Menschenmasse, die sofort ein drohende Haltung einnahm. Laute zurufe er­folgten: Nieder mit den fonfeffionellen Zeitungen!" Schmäh­rufe, die sich teilweise nicht wiedergeben lassen, wurden aus­gestoßen, Erst als sämtliche Fensterscheiben des Verlags­gebäudes eingeworfen waren, schritt die Polizei ein. Ver­haftungen wurden nicht vorgenommen. Aber das Gebäude des Neuen Mannheimer Voltsblattes" wurde polizei­lich geschlossen.

Es handelt sich um eine wohlorganisierte und wohlvorbe­reitete Aktion, hinter der die verantwortlichen Leute der Mannheimer Nazileitung, vor allem aber ihr, offizielles Blatt, das Hakenkreuzbanner", stehen. Am Morgen des 17. April wurde eine ganze Seite der Hetze gegen die katho­lische Presse gewidmet. Immer wieder trete hier der alte Zentrumsgeist zutage, so heißt es darin. Diese Presse müsse verschwinden und deutschen Zeitungen Platz machen. Noch heute wage es das Neue Mann­heimer Volksblatt", das ehemalige Organ der heiligen Zen­ trumspartei , als fatholische Zeitung für sich zu werben. Am Schlusse heißt es in ganz unmißverständlicher Aufforderung: Hier stehen Saboteure am nationalsozialistischen Aufbau. Hier wird der nationale Einheitswille des deutschen Volkes ** mit Füßen getreten. Hier wird getrennt in katholische und nichtfatholische Volksgenoffen und Zeitungen. Wir haben es endlich satt, weiterhin dieses Schindluderspiel mit anzusehen. Wir schlagen zurück. A

Wenige Stunden später wurden dem Neuen Mannheimer Volksblatt" die Scheiben eingeschlagen. Die Zusammenhänge sind also klar.

innere Sicherheit bedroht, weil es plötzlich in seiner Mitte Aus dem Hause herausgeholt!

Troßki entdeckt hat Man schreit nach Schub, nach Aus­weisung des gefährlichen Mannes. Fühlt man endlich die Gefahr am eigenen Leibe?

Troßfi foll nicht einmal nach Korsika zurückkehren dürfen. Man erzählt denn auch, daß er nach Holland überzusiedeln gedenke. Aber die holländische Regierung erklärt, sie fönne ihm feinesfalls ein Asyl zusichern.

Ueber die Tätigkeit Troskis erfährt man aus amerikanischen Meldungen: Nach ihnen hat der Mitarbeiter Troßfis, der Amerikaner Eastmann, der Uebersetzer seiner Werte, erklärt, die vierte Internationale betreibe die Weltrevolution und stelle den linken Flügel der Kommu nisten bar, der in scharfer Opposition au Moskau stehe.

Diese vierte Internationale sei zwar noch nicht ins Leben gerufen, werde aber in den nächsten Jahren unter der Führung Troßfis in allen Ländern organisiert werden. Weiter erfährt man, daß die Trotzki - Anhänger unter dem Titel ommu­nistische Piga für Amerika " heute in Amerika be= reits eine Wochenzeitschrift herausgeben. Man nimmt an, daß die amerikanische Regierung sich alsbald mit dem um stürzlerischen Treiben der Troßzki- Leute befassen wird.

Auch aus Schweden laufen Nachrichten ein, wonach dort die Behörden großen fommunistischen Um­trieben auf die Spur gekommen sind. Im Artilleriedepot trieben auf die Spur gefommen find. Im Artilleriebepot von Göteborg feien große Diebstähle an Muni­tion, Waffen und technischen Geräten aufgedeckt worden. Mehrere Soldaten wurden verhaftet, die Mitglieder der Kommunistischen Partei sind.

sid

Martern des greisen Großrabbiners

Die gleichgeschaltete Schandpresse versuchte die Existenz des Opfers der braunen Banditen abzuleugnen

Jm Saal der Societe pour l'Encouragement de l'Industrie fand ein Empfang für eine Anzahl französischer Intellef­tueller aus Anlaß der Durchreise des ehemaligen Groß­rabbiners aus Berlin Jona Fränkel, statt. Groß­rabbiner Fränkel, dessen Gristenz von der nationalsozia listischen Presse einfach geleugnet wurde, nachdem der von Nazis verübte Mordversuch bekannt geworden war, ver­mochte trotz seines hohen Alters und schwerer Krankheit das Ehrenpräsidium dieser Sitzung einzunehmen. Unter dem Präsidium von Prof. Henry Wallon( Sorbonne) und dem bekannten französischen Schriftsteller Edmond Flog, einem der besten Kenner jüdischer Fragen, gab nach einer zündenden Einleitungsansprache Lecaches, des Präsidenten der Internationalen Liga gegen den Antisemi­tismus, die Tochter des Großrabbiners im Namen ihres Vaters eine erschütternde Darstellung der an ihnen verübten Gewalttätigkeiten. Sie erklärte, daß ihr Vater sich entschlossen habe, vor die Oeffentlichkeit zu treten, um die Welt gegen die ungeheure Barbarei aufzurufen, die in Deutschland geherrscht habe und fortgesetzt noch herrsche.

Sie schilderte, wie Nazis in die Wohnung ihres Batera

eindrangen, wie sie den hochbetagten Seelsorger nieder:

schoffen, daß der Körper im Blut schwamm, wie fie Woh

nung und alle Lichtleitungen demolierten und sich dann mit der Henkerbemerkung: Der hat genug" entfernten. Wochenlang lag der hochbetagte Rabbiner zwischen Tod und Leben. Gemeindemitglieder schafften Bänke und Stühle heran, mit denen die Türen des Hauses, in dem der Schwer­verletzte lag, wie mit Barrikaden versehen wurden, damit ein neuer Einbruch verhindert werde. Trotzdem erschienen nach einigen Wochen erneut sieben Hilfspolizisten" und forderten die Tochter auf,

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eine schriftliche Bestätigung des Inhalts auszufertigen, daß ihr Vater von Juden oder wenn ihr diese Formn: lierung beffer paffe von Kommunisten oder Sozialisten niedergeschossen worden sei ganz gleich von wem, nur nicht von Nationalsozialisten, denn das felen Männer der Ehre.

Die Vorgänge in Mannheim waren noch viel fchlimmer, als unsere obige Meldung besagt. Das Hakenkreuzbanner", also das Blatt, das zu dieser Attacke Anlaß gab, berichtet selber darüber:

" In der heutigen Frühausgabe hat sich das Hakenkreuz­banner" in einer längeren Abhandlung mit voller Berech tigung gegen die unstatthaften Werbemethoden des Neuen Mannheimer Volksblatts" gewandt. Diese Art Werbung stellt eine bewußte Sabotage der Bestimmungen der Reichspresse­fammer sowie des Zeitungsverlegerverbandes dar und t als solche unter allen Umständen zu unterbinden. Dies warr auch der Zweck dieser offenen Stellungnahme, die allerdin 33 unter der Mannheimer Bevölkerung große Erregung und Beunruhigung hervorrief. Dies zeigte sich in spontaner Weise heute vormittag vor dem Gebäude des ,, Neuen Mannheimer Volksblatts", vor dem sich eine große Menschenmenge zu einer demonstrativen Mißfallenstuab gebung einfand und eine überaus bedrohliche Haltung in­nahm. Die Auslagefcheiben wurden zertrümmert und die Zeitungen herausgeriffen. Durch den glücklichen Umsta id, ' daß zufällig eine Abteilung SA., die von einer ärztliche t Untersuchung tam, gerade die Straße paffierte, fonnten v tere Ausicheitungen verhütet werden(!). In enger du sammenarbeit mit der fast gleichzeitig eingetroffenen Polizei wurde die Straße abgeriegelt. Vier Mitglieder des Verlags und der Redaktion wurden aus dem 3eitungsgebäude herausgeholt und z unt Schuße der eigenen Person in die 6- Wache übergeführt, begleitet von geharnischten Schimpfworten. des erregten Publikums. Wie wir noch kurz vor Redaktions­schluß erfahren, hat das Neue Mannheimer Volksblatt" sein Erscheinen für heute eingestellt."

Erwerbsloser tötet seine beiden Kinder und sich

DNB. Dresden, 18. April. Am Dienstag gegen 28 Uhr hat der in einem Hause in der Haydnstraße wohnende 33 Jahre alte Hufmachergehilfe Görner, der feit drei Jahren ermerblos ist und vor einem halben Jahre seine Frau durch den Tod verloren hat, nach einem vorausgegangenen Wortwechsel mit seiner Braut seine acht- bzw. sechsjährigen Söhne Manfred und Harry, die schlafend im Bett lagen, mit einem Beil erfchlagen. Görner tötete sich dann durch einen Schuß in die rechte Schläfe.

Zu der Familie Görner gehörte noch ein zehnjähriges Mädchen aus der ersten Ehe, das ebenfalls im Schlafzimmer war. Dieses Kind ließ Görner unversehrt. Bei der Tat war die Braut Görners anwesend. Sie benachrichtigte sofort die

Als die Tochter sich weigerte, brachen die Nazis in das Polizei.