menbrechen. Als Nationalsozialist könnte man vielleicht sagen, daß die Hansestädte dann eben verschwinden müßten, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt hätten. Das mag wirtschaftlich richtig gedacht sein; aber ich rufe Ihnen zu, daß es politisch falsch ist. Es ist in diesen Hansestädten ein zu wertvolles Menschenmaterial, das nicht verkommen darf."

Diese Erklärung, die im Bericht einer deutschen Zeitung enthalten( nicht etwa der Emigrantenpresse entnommen) ist, muß doch nachdenklich stimmen. Sie gibt den Schlüssel zu dem Bajus in der Rede, die der Außenminister Neurath am 14. April an einer Veranstaltung der Freunde des Ibero­Amerikanischen Instituts in Hamburg gehalten hat, in dem es heißt: In zwei Punkten zeichnet sich die Entwicklung für Deutschland troß der allgemeinen Unsicherheit klar ab. Das cine ist, daß das Schlagwort der Autarkie, das eine Beitlang in manchen Kreisen eine große Rolle gespielt und im Ausland zu manchen Mißdeutungen Anlaß gegeben hat, daß dieses Schlagwort heute in allen maßgebenden Kreisen überwunden ist... Das zweite ist, daß wir in Zukunft die Wareneinfuhr planvoller in die Hand nehmen müssen... Die Währungspolitik und die handelspolitische Abschliekuna vieler Länder hat uns einfach in die Zwangs­lage verseßt, eine planvolle Verlagerung der notwendigen Einfuhr nach denjenigen Ländern vorzunehmen, die bereit find, Deutschland entsprechende Werte abzunehmen.

Stellen wir einmal zunächst fest, daß das Letztgenannte dem Sinne nach vollinhaltlich die Ausführungen bestätigt, die Bundesrat Schultheß am offiziellen Tag der Schweizer Musterme in Basel gemacht und über die man sich in Deutschland merkwürdigerweise aufgehalten hat. Ertennen wir fernerhin, wie sich die Macht der weltwirt schaftlichen Zusammenhänge, die man als eine böswillige Erfindung des Liberalismus" hinzustellen beliebte. nach verhältnismäkia furzer rift einer Regierung als unent: rinnbar erwiesen hat, deren leitende Perfonen einem folchen Eingeständnis so lange als möglich widerstrebt haben dürften,

Man darf annehmen, daß die Erklärung Neuraths nicht ohne Consequenzen für das Verhalten Deutschlands in handels­politischer Hinsicht und als Schuldnerland bleiben wird. Es wäre verfrüht, hieran auch Erwartungen auf weitergehende politische Folgerungen zu knüpfen; aber man möchte wün­schen, daß die Erkenntnis auch im deutschen Volk wieder ein­febre, daß seine dauerhafte wirtschaftliche Erholung nur durch eine verständnisvolle Zusammenarbeit mit der Umwelt ge­sichert werden kann.

Polizeiobersekretär Backes

Freitod eines Führers der saarländischen Poilzei­beamten

dub. Saarbrücken , 27. April. Polizeiobersekretär Backes, einer der beiden Polizeibeamten, gegen die von der Re­gierungsfommission unter Suspendierung vom Amte ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden ist, hat sich heute morgen in seiner Wohnung erschossen.

Das Deutsche Nachrichtenbüro versucht, den Polizeiober­sekretär Backes zu einem nationalen Helden zu stempeln. Es schreibt, daß die Tat in dem Augenblick geschah, als Backes aufgefordert wurde, die Vorstandsgeschäfte der Vereinigung der Polizeibeamten nach ihrer Auflösung dem Beauftragten der Regierungsfommission zu übergeben.

Wir erfahren dazu, daß der Selbstmord des Polizeiober­fefretärs mit seiner Amtsenthebung nicht zusammenhängt. Man vermutet, daß er sich wegen Unregelmäßigkeiten in der Stoffenführung erschossen hat. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Backes war in der Abteilung A des Polizei­präsidiums mit der Kasse beschäftigt.

Wie wir noch furz vor Redaktionsschluß erfahren, hat bereits die erste Prüfung der Rasse eine Unterschlagung von 3000 Franfen ergeben. Die Kasse wurde darauf sofort ver­ficgelt.

Bei der Beerdigung eines früheren Schutzhäftlings in Innsbruck , der im Krankenhaus an den Folgen einer Magen: operation gestorben war, jang die Menge am offenen Grabe das Horft- Wessel- Lied.

Von zuständiger französischer Stelle wird die Meldung als falsch bezeichnet, daß die französische Regierung in der Rüstungsfrage eine neue Note an die englische Regierung gesandt habe.

Entente cordiale Prag - Paris

Einmütigkeit in der Abrüstungsfrage

DNB. Paris, 27. April. Der Empfang, den Außenminister Barthou in Prag erhalten hat, wird von der französischen Presse als bester Beweis für das gute Einvernehmen zwischen beiden Nationen bezeichnet, die in allen Fragen Hand in Hand gingen, so daß der Meinungsaustausch in Prag nicht der Bereinigung, sondern nur der Vertiefung diene. Die po­sitiven Ergebnisse dieser Aussprache werden sich nach dem Ur­teil der Blätter anderwärts zeigen, beispielsweise in Genf . Außenminister Barthou habe Benesch, so berichtet der Petit Parifien", über alle Einzelheiten der leßten Etappe der Ab­rüstungsfrage unterrichtet. Die gemeinsame Taftif, die Frankreich und die Tschechoslowakei beim Wiederzusammen­tritt des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz ein­nehmen würden, werde sich nach der Haltuna gewisser Mächte in der Aussprache richten. Der Sonderberichterstatter des " Matin" behauptet, bereits der erste Taa habe volle Ein­

von Barthou vertretene Auffassung, daß ein Rüstungs­beschränkungsabkommen mit Durchführungsgarantien eine ausreichende Sicherheit biete, zu bekämpfen, und daß diese Auf­fassung schließlich den Sieg davongetragen habe. In der Tat hat der plöbliche Umfall" Aufsehen erregt. Heute erklärt das dem Generalstab nahestehende Echo de Paris ", daß weder innerhalb des kleinen Abrüftungsausschusses, noch innerhalb der Regierung jemals Meinungsverschiedenheiten geherrscht hätten. Das Blatt wartet mit Daten und Einzel­heiten auf, die die Einmütigkeit der französischen Haltung in der Rüstungsfrage gegen die Kampagne von links verteidigen sollen, die nach Ansicht des Blattes geeignet ist, Frankreichs Position bei den internationalen Verhandlungen schwächen.

vernehmen in folgenden Fragen gebracht: Abrüstung, An Zurück nach Genf

schluß und römische Protokolle, Zur Anschlußfrage wil die Berichterstatterin des Deuvre" den Eindruck gewon­nen haben, daß in der Tschechoslowakei die Frage der etwaigen Wiedereinsetzung der Habsburger in Oesterreich nicht die gleiche Reaktion hervorrufe wie einst.

DNB. Paris, 27. ril. Bekanntlich waren anläßlich der Abfassung der letzten fanzösischen Note in der Rüstungsfrage Gerüchte über Meinungsverschiedenheiten innerhalb des fleinen Abrüftungsausschusses und auch innerhalb der Regie­rung aufgetaucht. Man hatte behauptet, daß der aus Militärs bestehende kleine Abrüstungsausschuß die Staatsmänner Tardieu und Herriot veranlaßt habe, die ursprünglich

gu

DNB. London, 27. April. Times" meldet aus Brüssel , es verlaute, daß der belgische Außenminister Symans den italie­nischen Staatssekretär Suvich auseinandergesetzt habe, daß nach belgischer Ansicht eine Vereinbarung unter den haupt­sächlich interessierten Nationen abgeschlossen werden sollte, bevor eine Verlegung der Erörterung nach Genf stattfinde, und daß Garantien für die Rückkehr Deutschlands zum Völkerbund gegeben werden müßten. Belgien halte es nicht für unmöglich, ein Abrüstungsabkommen zu erreichen; aber eine derartige Vereinbarung müsse innerhalb des Völker­bundes abgeschlossen werden.

Neue Todesurteile in Hamburg ?

Anfang April begann vor dem Hanseatischen Sondergericht in Hamburg unter dem Vorsiz des Landgerichtsdirektors Dr. Rüther ein Massenprozeß gegen 50 antifaschistische Arbei­ter und Seeleute. Sie stehen unter Anklage des vollendeten und versuchten Mordes, Landfriedensbruches und anderer Delikte. In den Jahren 1932 und 1933 sollen sie vier Feuerüberfälle und Terrorakte" begangen haben. In Wirklichkeit handelt es sich um die Abwehr von Nazi- Provo­tationen, welche in jener Zeit systematisch verübt wurden, um Hamburgs Arbeiterviertel auf Faschistenart zu erobern". Die Anflage behauptet, daß die Unternehmungen ent­weder von der Bezirksleitung der KPD . Wasserkante oder(!) von der Gauleitung des Roten Frontkämpferbundes be­fehlen" worden sind. Aus dieser Formulierung geht bereits die ganze Tendenz des Prozesses hervor. Die Verhandlung die ganze Tendenz des Prozesses hervor. Die Verhandlung soll die verbrecherische Tätigkeit der Kommunistischen Partei beweisen", um die Pogromstimmung gegen den Führer der deutschen Arbeiterklasse zu schüren.

Deshalb ist die Regierung mit dem Gericht übereinge= tommen, die Prozeßdauer auf vier Wochen auszudehnen, ob­wohl die Regierung seit dem Reichstagsbrandprozeß die Taktik verfolgte, Kommunistenprozesse wirklich kurz abzu­wickeln, mit drakonischen Strafen zu beenden und den An­geklagten keinerlei Gelegenheit zu ausführlichen Aeuße­rungen zu geben. Diesmal wurde das ganze Göbbelssche Propagandatheater aufgeboten, um ein großes Prozeß­Schauspiel zu bieten.

In neun Reihen fißen die angeklagten Antifaschisten im Caal, fast bis an die Zuschauer heran, die aber durch eine dichte Polizeifette von ihnen getrennt sind. Auch zwischen den Angeklagten fizen Polizisten und Gefängnisbeamte, um die Ruhe und Ordnung" aufrecht zu erhalten. Einige An= geklagte tragen die gestreifte Zuchthauskleidung; sie wurden schon in früheren Prozessen zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt und sind hier wieder mit hineingezogen worden. Die Zuhörerschaft wird in der Hauptsache von den Frauen der angeklagten Antifaschisten gestellt. Diese haben den Re­gisseuren dieses abgeschmackten Prozeßtheaters allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem sie wieder­holt ihren Unwillen über die Prozeßführung äußerten, so daß

der Vorsitzende drohte, die Zuhörerbänke räumen zu lassen. Der Prozeß ist auf grauenhafte Weise vorbereitet worden. Nicht nur, daß man kriminelle Elemente zur Zeugenaussage gegen die Angeklagten bereit hält die Aussagen in der Voruntersuchung wurden den gefangenen Antifaschisten durch entsegliche Folterungen erpreßt. Die verschiedenen Ge­ständnisse" widersprechen einander so offensichtlich, daß gar nicht verborgen bleiben kann, wie sehr die Angst vor neuen Folterungen und Mißhandlungen die Geständnisse" diktiert hat.

Diese Beobachtung wird uns von einem Hamburger Ar­beiter bestätigt, der die Vorgänge genau fennt. Wie er der Roten Hilfe Deutschlands" versichert, sind die Geständnisse und Bezichtigungen völlig unwahr und verdecken vollkommen die provokatorische Rolle der Nazis. Bezeichnenderweise fand in derselben Sache am 6. Juni 1932 bereits ein Prozeß gegen die Arbeiter Michaelis und Stockfleth statt, die damals freigesprochen wurden, weil keinerlei Beweise gegen sie vor­lagen. Nunmehr soll Stockfleth im November 1933(!) zu­gegeben haben, er hätte einen SA.- Mann ins Genick ge­stochen. In der jetzigen Verhandlung zwingt ihn das Gericht, zu erklären: Ich kam mir dabei vor, wie ein Vieh", und die faschistischen Zeitungen gehen mit den blutrünstigen Kom­mentaren auf dieses Stichwort ein. Dieselben Zeitungen erklären übrigens mit auffälliger Betonung, daß Stockfleths Erklärung ein Jahr nach seinem Freispruch ein durchaus glaubwürdiges Geständnis" jef.

Der Verlauf der Verhandlung zeigt bereits jetzt, daß neue Todesurteile verbereitet werden. Der Staatsanwalt Jauch und der Vorsitzende Rüther schaffen gemeinsam mit den Nazi­Zeugen eine ungeheuerliche Blutatmosphäre.

10 Todesurteile wurden in Hamburg bereits ausgesprochen, sechs Todesurteile wurden vollstreckt. Der braune Terror will in der Stadt Ernst Thälmanns neue Opfer. Hamburg ist für die Fasayisten der ewig gefährliche Unruhenherd, den sie nicht ersticken können. So greifen sie wieder zur ver­schärften Rachejustiz.

Richten wir die Augen der Welt auf die neuen Schandtaten der Henker. Entlarven wir die Folter- Justiz. Die Todes= urteile müssen verhindert, die Antifaschisten gerettet werden.

Besuch in Dachau

Wo 2000 politische Gefangene inhaftiert sind

..La Liberté" läßt sich durch einen Sonderberichterstatter über einen Besuch in Dachau schreiben:

Der Mann schlug die Hacken zusammen und rief: ,, Achtung!"

Die ganze Werkstatt sprang in tadelloser Haltung auf. Alle nahmen ihre Mützen ab und erwarteten in strammer Haltung, ohne sich zu rühren, die Ankunft des Obersturm­bannführers.

Die Gefangenen folgten dem Obersturmbannführer und mir bei jeder Bewegung mit den Augen, wei bei einem stän­digen Gruß, den ihnen eine eiserne Disziplin befiehlt. Denn es waren Gefangene.

Dachau

In Dachau , einer kleinen bayerischen Stadt, wenige Kilo­meter von München entfernt, befindet sich seit Beginn der nationalsozialistischen Revolution ein Konzentrationslager für politische Gefangene.

Die Erde ist schlammig, das Wetter düster. Ueber diesem ganzen Lande liegt eine Stimmung der Verzweiflung.

Alle paar Minuten taucht die schwarze Uniform eines SS.­Mannes auf, auf dessen Helm einzig ein Totenkopf und Izwei gekreuzte Knochen aus Silber eine düstere Helligkeit werfen.

Eine strenge Wache

An den Eingängen des Konzentrationslagers halten SS . Männer mit schwarzen Stahlhelmen und Mauserpistolen strenge Wache.

Die Einlaßscheine werden von allen Seiten betrachtet. Die Frauen werden abgewiesen, denn keine Frau hat das Recht, das Lager zu betreten. Wenn man endlich die strengen Wachen passiert hat, kommt man auf einen großen Haupt­weg, zu dessen Seiten die einstöckigen Gebäude liegen. Dies sind die Werkstätten, in denen die Gefangenen arbeiten. Die Werkstatt. die wir betraten, war für Schuster be­stimmt. Die Hammer, die im Takt geschlagen wurden, hiel­en bei unserem Eintritt inne.

Ebenso war es in allen anderen Abteilungen.

Sowie der Leiter der Werkstatt Achtung rief, hörten alle mit der Arbeit auf.

Ein wenig später kamen wir in die Werkstatt der Gra­veure und Goldschmiede. Ein jüdischer Kommunist schnitt mit mechanischer Exaktheit Hakenkreuze.

Von überall starrt dieses Hakenkreuz dem Besucher ent­gegen.

Es gibt Hakenkreuze an den Wänden, auf den Gegen­ständen, welche die Gefangenen herstellen, auf den Fahnen, auf den Horst- Wessel - Denkmälern, welche die SS. an allen vier Ecken des Lagers von Kommunisten errichten ließ.

sils thrud Gefangene!

Dachau ! Zweitausend Menschen sind hier gefangen, die keine Hoffnung auf Flucht haben, die Tag und Nacht von dreihundert bewaffneten SS.- Leuten in einem Lager bewacht werden, das von Maschinengewehren umstellt, die in Beton­mauern eingelassen sind und Tag und Nacht durch ausge­rüstete Miliztruppen bedient werden.

Die Patronenstreifen liegen ständig in den Korridoren der Vorratsräume bereit.

Bedenken Sie ferner, daß der Stacheldraht, der das Kon­zentrationslager umgibt, nachts elektrisch geladen ist. Wie leben die Gefangenen in den Lagern?

Etwa so wie Soldaten in einer Kaserne, die alle verurteilt wären, Frondienste zu tun. Es ist ein Leben im Gefängnis und ein Leben im Arbeitsraum; denn jeder wird in dem Handwerk beschäftigt, das er ausübte, als er frei war.

Die Schneider nähen Uniformen für ihre SS.- Wache; die Schuster flicken ihre Schuhe; wieder andere sind Tischler, Schmiede Maler und Erdarbeiter.

Das Lager in Dachau ist wie eine kleine Stadt. Es gibt dort eine Bäckerei, die ganz modern eingerichtet ist und die täglich das Brot für die SS. und für die Gefangenen her­stellt. Beide bekommen übrigens dasselbe schwere schwarze Roggenbrot.

Es gibt auch ein Lazarett, einen Operationssaal, eine Zahnklinik.

Alles das ist in vollkommener Weise organisiert, besser, als in den meisten Kasernen.

Der Dienst der SS.

Für die 300 SS .- Leute, die dort leben, ist übrigens eine Kaserne da. Als ich ankam, übte eine Abteilung in ,, Drillich", eingeteilt in Trupps mit je einem Führer, Paradeschritt.

Andere Gruppen exerzierten in einiger Entfernung mit Gewehren.

Eine weitere Abteilung in schwarzen Stahlhelmen kehrte von einem Marsch zurück; diese großen jungen Menschen Vorschrift ist eine Größe von 1,75 m machten den Ein­druck von Elitetruppen. Diese Freiwilligen sind alle kräftige, gutausgebildete Burschen.

Eine politische Formation, die zur Ueberwachung von Kommunisten bestimmt ist? Vielleicht! Eine militärische Formation? Bestimmt!

Das waren sie!..

Das Refektorium der Gefangenen ist ein großer Raum. Die Wände sind mit Karikaturen bemalt, die von den Ge­fangenen selbst unter Aufsicht der Naziwächter ausgeführt wurden.

Es sind Karikaturen von Sozialdemokraten, Zentrums­führern, Juden und Kommunisten des alten Regimes. Stresemann steht hier neben Torgler und Warburg . Ein kleiner, mit Kohle gekennzeichneter Nazi hält ein Schrift­band, auf dem nur die Worte stehen: Das waren sie! Furchtbare Worte in ihrer nackten Brutalität. An der Rückwand des Eẞraums streckt ein großes Kreuz ohne Gekreuzigten seine erbarmenden Arme aus.

Verboten

Ich weiß nicht, ob alle Gefangenen in Dachau National­sozialisten werden, aber man tut gewiß alles, um das zu erreichen. Und weniger mit Gewalt als durch den ungewöhn­lichen moralischen Druck, den jene Hakenkreuze, welche überall von ihnen gezeichnet, jene Bilder des Führers, die von ihnen gemalt, jene Denkmäler, die von ihnen zum Gedächtnis Horst- Wessels errichtet wurden, ausüben. Ich wollte mit einem Gefangenen sprechen.

Man erklärte mir: Verboten".

Ich wollte photographische Aufnahmen machen. Man erklärte mir: Verboten".

Ich wollte wissen, ob die Gefangenen ihre Angehörigen sehen könnten.

Man erklärte mir: Nein, das ist verboten."

Als ich das Lager in Dachau verließ, empfand ich in der feuchten, klaren Luft ein seltsames Gefühl der Befreiung. Jacques Ploncard.