Nieder mlf den Katholiken! Gegen die katholischen Beamtenvereine (I.T.F. ) Viele katholische Beamte haben den Kampf det Nationalsozialisten gegen die freien Gewerkschaften be- grüßt. Jetzt erfahren sie am eigenen Leibe, was es bedeutet, unter faschistischem Terror zu leben. Tie NSDAP , führt gegenwärtig eine Sonderaktion zur Zer- schlagung der letzten katholischen Beamtenvereine durch. Ein streng vertrauliches Rundschreiben wurde versandt: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Gauleitung........ Amt für Beamte den... Mai t&V Rundschreiben Nr.... /1934 An alle Leiter des Amtes für Beamte bei den Kreisen. Persönlich! Streng oertraulich! Sofort? Der Reichsleitung ist über eine verstärkte politische Propaganda der katholischen Beamtenoereine berichtet worden, die sich in ihrer Tendenz gegen den National- sozialismus richtet. Ich ersuche um beschleunigte Mitteilung, ob auch im dortigen Kreis Beobachtungen über politische Propa- ganda von katholischen Beamtenvereinen gemacht worden sind und worin diese Propaganda sich äußert. Ebenso er- suche ich festzustellen, wo katholische Beamtenvereine be- stehen und ob es sich um Neugründungen oder um alte Bereinigungen handelt und ob letztere sich der Aufforde- rung zur Gleichschaltung bzw. Auslösung entzogen haben. Die Ermittlungen sind streng vertraulich vorzunehmen. Tort, wo ich den Bruch der strengen Vertraulichkeit feststellen muß, werde ich rücksichtslos ein- greisen und den betr. Kreisamtsleiter seines Amtes entheben. Frist:... Mai 1934. Heil Hitler! M. d. R. Das ist also ein organisierter Spitzeldienst gegen katho- tische Beamte. Man kann sich demnach vorstellen, wie es mit den Be- förderungsmöglichkeiten für katholische Beamte im Reich aussieht. Die Katholiken an der Saar sind gewarnt! Der neue Moses Langmütig" Die regierenden Antisemiten lZTA.» Durch die SchlagzeileWas dürfen Juden sich erlauben?" wird imAngriff" vom 1. Juni ein Artikel Schwarz von BerksMan macht in Clique, Juden- Psychologie 1934" eingeleitet. Der Artikel wendet sich u. a. dagegen, daß von jüdischer Seite jüdische Leistungen im Weltkrieg besonders betont werden, daß jüdische Gäste in gewissen Lokalen,die im Frühjahr 1933 der Schrecken ent- nölkerte", in aufdringlicher Art undin Rudeln" austreten, daß Judenrudelweise" zum Wochenende hinausfahren, baß jüdischen Künstlern, die noch das Recht besitzen, auszutreten, von jüdischen Theaterbesuchern demonstrativ Beifall ge- spendet wird. Ter Verfasser schreibt zum Schluß: Bielleicht ist es einem Ausländer schwer, dies alles so zu sehen und zu empfinden, wie wir. Aber es ist so, daß es für uns unerträglich ist. und daß wir uns mit den Juden in Teutschland auf unsere Weise auseinandersetzen müssen. Wir sind überzeugt, daß sich diese Auseinandersetzung ohne jede Gewalttätigkeit abspielen wird. Denn wir wissen, baß der Jude nur aus Selbstbewußtsein und Standfestigkeit zu stoßen braucht, um wieder bescheidener und stiller zu werden. Seine rechtliche Lage ist geklärt, aber sein Lebensstil ist noch ungeklärt. Er muß endlich mit seinem Verhalten von früher brechen, d. h. er muß die deutsche Oeffentlichkeit den Deutschen überlassen." Der Angriff" erzählt, daßmit einem abgebrühten Zynismus eine ganze Reihe von Emigranten zurückgekehrt" ist. und schließ mit den Worten:Wir werden uns weiter darüber unterhalten." * lZTA I In der WochenschriftFridericus", Berlin , ver- ösfentlicht der Naziführer F. C. Holtz zwei juöenhetzerische Artikel. In dem einen werden jüdische Emigranten mit Namen und Adresse genannt, die angeblich den deutschen Ex- port dadurch schädigen, baß sie Produkte, die früher nur in Deutschland hergestellt werden konnten, jetzt im Auslande nachahmen Der zweite Artikel schließt mit der folgenden schweren Drohung:Setzt das Weltjuöentum unter Dul- dung oder Mithilfe der in Teutschland befindlichen Juden trotzdem seine verlogene und verleumderische Hetze fort, so dürfen sich die Inden nicht wundern, wenn die Geduld des wirklich langmütigen deutschen Volkes eines Tages plötzlich zu Ende ist." Treoe fsf dotfi ein leerer Wahn Warum die Corps gemaßregelt wurden Das Presseamt des Kösencr S. C teilt demLandespresse- dienst" folgendes mit:Durch die deutsche Presse ist mitgeteilt worden, daß die Deutsche Studentenschaft und der Allgemeine Deutsche Wafscnring, Corps, die dem Kösener sC.-Verband angehören, wegen Nichtbefolgung der Anordnung der Deut- scheu Studentenschaft und des allgemeinen Teutichen Watten- ringes in der Ariersrage ausgeschlogen haben, hierzu ist folgendes zu bemerken: Der Allgemeine Deutsche Waffenring fordert die Entfer- nunq nichtarisch versippter Angehöriger a u cht n" eryat der Allherrenichaften aus dem ihm. dem Allgewei neu Deutschen Wasfenring. angeschlossene«- watten,tudeu tischen Verbänden. Von insgesamt 104 reichsdeutsch-nKPe ner Corps haben 42 Corps überhaupt keine"^tariich ver sippten Angehörigen, während 57 Corps den Ben gen des Allgemeinen Deutschen Wdstnnnges sind. Kösencr Corps mit je 1 oder 2 mchtart ch vett'pvten«n gehörigen haben sich geweigert, der Anordnung des Allgeme, nen Deutschen Wafsenringes"Zukommen mit! d e»j ?.'«; f«I« iti« i wn:**" Hat der Führer-Verband ausgeschlossen. In w" s Corps Borussia« Rhenania-Straßbürg-Marburg, tuend, Corps aus dem Kösencr Verfolg dieser Maßnahme wurden Halle, Vandalia-Heidelberg , Rhene.MW «uevia-München und Suevia-Tübingen aus der Deutschen Studentenschaft und aus dem Allgemeinen Deutschen Waffen- ring ausgeschlossen. Die Führung des Kösener SC.-Berbandes handelt bei den von ihr getroffenen Maßnahmen in voller Ueberein- st i m m u n a mit den Anordnungen des Führers der Deut- scben Studentenschaft und des Führers Deutschen Waffenringes P""mann Görings neun Gebote wurden an allen Berliner Litfaß-Säulen plakatiert Kampf nm die neldiswehr Zu den liadilinlrlgen imdritten Heidi" Generalmajor Walter v. Reichenau, Chef des Mini- steramtes im Reichswehrministerium, hat ein Kommando in der Provinz übernommen und scheidet damit aus einer der wichtigsten Stellen aus. die es im Reichswehrministerium, der Reichswehr , vielleicht sogar im heutigen Deutschland gibt. Denn es ist ein politisches Amt, zu dessen Hauptoblie- genheiten die Verbindung der Bendler- mit der Wilhelm- straße, vor allem mit dem Reichspräsidentenpalais gehört. Reichenaus Nachfolger wird Ober st Balde r. politisch ein unbeschriebenes Blatt, jedoch als Vertreter rein mili- tärischer Gedankengänge bekannt, was unter den gcgenwär- tigen Umständen auch ein Programm bedeutet. Denn die Frage der Ueberführung von SA. - und SS.-Leuten in die vergrößerte Reichswehr steht unheilschwanger am politischen Horizont. Reichenau war in sein Amt zugleich mit Hitler im Februar 1933 emporgespült worden. Er sollte die nationalsozialistische Richtung im Reichswehrministerium vertreten, seine Sym- pathien für Hitler waren seit langem bekannt. Er demon- strierte auch entsprechend: schon im Februar 1933 grüßte er, selbst wenn er in Uniform das Reichspräsidentenpalais aussuchte, die Torposten mit erhobenem Arm. Der Chef der Heeresleitung, General von Hammer st ein, der Bor - gesetzte, schien bald ganz in seinem Bann und enttäuschte da- mit die monarchistische Richtung^ die vergeblich ein Gegen- gewicht gegen Reichenau suchte. So wurde Hammerstein um die Jahreswende 1983/84 gestürzt, nicht weil er zu wenig hitlersreundlich war, sondern weil er demdritten Reich" zu sehr nachgab. Um die Nachfolge entbrannte ein heißer Kampf. Hitler präsentierte seinen Reichenau , doch die monarchistische Clique setzte ihren Kandidaten, den G c- neral von Fritsch, durch. Und nun ist auch Reichenau gestürzt. M.-',' In diesem Zusammenhang gewinnen einige andere Nach« richten erhöhte Bedeutung. In Pommern ist die monar- chistische Strömung am stärksten. Sie stützt sich auf den Stahlhelm, dessen Führer in dauerndem Kampf mit Himmlers Staatspolizei liegen. Der pommersche Landes- führer Degelow wurde verhaftet und wieder freigelassen, offizielle Begründung: staatsfeindliche Umtriebe, begangen durch Verhinderung oder mindestens Erschwerung der Ein- sührung der bisherigen Stahlhelmangehörigen der SA .« Res. I in die große nationalsozialistische Kampsfront. Augen- blicklich sind noch der Stahlhelmsührcr Buchholz und der Kreissührer von Rügen , Freiherr von Bothmer, in Haft. Hinter ihnen allen steht der Generalseldmarschall v. Mackensen, pommerscher Junker, Ehrenpräsident deS Stahlhelms und nolens-oolens Göringscher Staatsrat, Wil- Helms II. treuer, händeküssender Haudegen. Mackensens be- scnderer Vertrauensmann aber ist D ü st e r b e r g, einstmals deutschnationaler Reichspräsidentschaftskandidat und Stahl- helmführer, bis die nichtarischen Blutsteile entdeckt wurden. Düsterberg reist von Gut zu Gut, schürt und findet Anklang. Himmler aber traut sich nicht, Düsterberg zu fassen, weil er sich mit Mackensen nicht auf einen Kamps einlassen will. So nimmt die monarchistische Bewegung in Pommern dauernd an Umfang zu. Die Nazis versuchen, diese Strömung anders zu bekämp- sen. Sie sagen eine der letzten offiziellen Reden: wenn überhaupt ein Kaiser, dann ein Kaiser aus dem Volke, und denken an Hitler . Für den Vergleich mit Napoleon fehlen ihnen allerdings die in vielen Schlachten siegreichen Fahnen, mit denen der Korse nach Paris -rück- kehrte. jFür die übrigen Formatunterschiede sind sie blind.s So werden bloß die Hohenzollern schlecht gemacht, wozu nicht viel gehört. des Allgemeinen Abonniert dleDeutsdiefreilieir Beleidigung der SA.: Entlassnngsgrnnd Das Reichsarbeitsgericht hat in einer grundsätzliche»«er. lungnahme über die Auswirkung der Sabotage und Serab Würdigung der nationalen Regierung aus den Arbestsver- trag auch zur Beschimpfung der SA unj«ß Stellung genommen. Das Reichsarbeitsgericht erblickt in her Verunglimpfung der nationalen.Regierung ,°wi« auch u! der Beschimpfung der SA. und ST. durch einen«rbeitneh- wer einen wichtigen Grund zur fri st losen Ent- l a s s u n g im Sinne des 8 62« BGB . Jede absichtliche Herab- setzung des Ansehens der Kampftruppen der nationalen Er- Hebung und jede Aeutzerung einer staatsfeindlichen, nämlich gegen die jetzige nationale Regierung gerichteten sei als ein wichtiger Grund zur fristlosen Arbeitnehmers zu bewerten. Das Gesinnung lassung eines Ent- gelte vor ... 7.(,»»«vii-imu. allem dann, wenn der betreffende Arbeitnehmer in einem im nationalsozialistischen Geiste geleiteten Betriebe stehe.