Saar - Katholiken gegen das dritte Reich"

Fortsetzung von Seite 1.

Der Einbruch in die sogenannte deutsche Front" ist Tats fache und der beginnende Umschwung vom Festrausch zum Kater auch.

Die Gegner des dritten Reiches", die für Deutschland kämpfen gegen die barbarische Diftatur, werden mit jedem Tage angriffs'uftiger. Die sozialdemokratische Frei heitsfront attiviert sich trotz allem Störungsfeuer immer mehr. Bei den Kommunisten ist erhöhte Tätig= feit festzustellen, und mancher Anjaz zu einer vernünftigen Taftif ist bemerkbar. Beide Arbeiterparteien wissen, daß es hier nicht um einen lofalen oder provinziellen Kampf jebt, sondern um einen Schlag gegen das verhaẞte Sklaven­ystem des dritten Reichs".

Alle wissen, daß eine Niederlage Hitlers an der Saar der Anfang vom Ende seiner Dittatur und eine gewaltige Ermutigung der Millionen Antifaschisten in Deutschland kin würde. Wir geben die Hoffnung nicht auf, daß die roße geschichtliche Bedeutung des Saartampfes die sozia­stischen und kommunistischen Richtungen aller Art zu dem einen Freiheitsziele näher zusammenführen wird. Sorgenvoll blickt die deutsche Front" auf die Katho­lifen, denn das ist die Mehrheit der Abstimmungsberech­tigten an der Saar . Die Empörung des katholischen Volks­teile zwingt auch die gleichgeschaltete fatholische Preise, mehr und mehr über die gewalttätige Unterdrückung des Katholi

Es tommt im Augenblick nicht darauf an, herauszu

Aufmerksamkeit und Unterstützung mit allen Mitteln bet allen Antifaschisten der ganzen Welt.

So berichtet

arbeiten, was der Nicht katholik, was insbesondere auch der die gleichgeschaltete Eresse

radikale Linkspolitiker gegen den einen oder anderen dieser Säge zu sagen hat. Von Bedeutung ist in diesen Kampf­monaten an der Saar , daß fatholische Führer und fatholische Massen in wachsender Zahl ablehnen, für ein deutsches Re­gierungssystem einzutreten, das ihm mißliebige Welt­anschauungen mit Terror niederzuhalten und auszurotten fucht. Der Katholizismus erinnert sich der Toleranz und der Freiheit, die er im Deutschland der Republik von Weimar genoffen hat, und er verspürt feine Lust, seine Glaubens­genossen an der Saar rohen Parteibonzen des dritten Reichs" auszuliefern.

Nur gekaufte Subjekte können behaupten, daß irgendein Sozialist oder Kommunist oder Katholik an der Saar gegen Deutschland oder das Deutschtum fämpfe. Es geht für sie alle nur um ein Deutschland des freien Ringens aller geistigen:: äfte, die im deutschen Volke leben. Wir wollen die Hitlerbonzen stürzen, um Deutschland zu retten. Das ist das Ziel des Saarlampjes. Daher verdient er höchste

Vollkommen entstellt...

Es genügt, zur Kennzeichnung der Bertuschungs­methode der gleichgeschalteten Presse wiederzugeben, was die Saarbrüder Zeitung" zu der Rede Bungartens schreibt: " Nach furzen Begrüßungsworten des Präses des Hom­burger Gesellenvereins, Kaplan Pirro, sprach Pfarrer Bungarten, Saarbrüden, in packender Weise zu der auf­merffam lauschenden Jugend. Er rief seine Hörer auf, sich ungeachtet aller Anfechtungen zu Gott, zu Christus, zur Kirche zu bekennen. Nachdrücklich und wiederholt wies er aber auch darauf hin, daß es bei der Abstimmung nur eine Ent­scheidung geben fann: zurück zum Reich, zu unserem Vater­lande. Er forderte die tätige Mitarbeit aller beim Aufbau des deutschen Reiches"

Das Wesentliche, im Augenblick Entscheidende, wird also unterschlagen!

Kirchenkampi drängt zur Entscheidung

sismus im brüten Reiche" au berichten. Was von dieien Müller ist die Eingliederung der Landeskirchen in die Reichskirche m' ungen

Stipendiaten der Reichskassen bis vor kurzem noch als Greuelmärchen" abgestritten wurde, steht nun, soweit es die fatholische Kirche betrifft, auch in den Spalten der katho­lischert Saarpresse.

Am vergangenen Sonntag haben die Katholiken, denen ihr religiöser Glaube höher steht als das politische Kon­junkturgebilde des dritten Reiches", zum ersten Male ihre religiösen Proteste vor die Oeffentlichkeit getragen. In Homburg war ein faarpfälzischer fatholischer Gesellentag. Das gleichgeschaltete Bürgermeisteramt. das sich, wie alle solchen Behörden an der Saar , längst den nationalsozialisti schen Reichsbonzen und nicht der regierenden Kommission des Bölkerbundes unterstellt fühlt, lehnte mit Heil Hitler!" ab, die fatholischen Volksgenossen durch Fahnenschmuck zu gritjen. Um so wuchtiger marschierte die katholische Jugend auf.

Der antihitlerische Kampfgeist dieser fatholischen Demon­stration äußerte sich deutlich in den Reden der geistlichen Führer. So sagte Pfarrer Bungarten u. a.:

Das gelobte Land tommt einmal für die meisten von Euch, das Land des Friedens und der Gerechtigkeit, wo Bruder neben Bruder in Frieden leben wird. Diese Weber­zeugung habe ich heute von neuem gewonnen. Ich begrüße vor allem die Brüder aus dem Reiche, die trotz aller Schifanen und Beschwerden hierher gekommen sind. Wenn ich höre, wie die katholische Jugend zur schwer umdrohten Fahne steht, so weiß ich, daß die Stunde fommt, wo unser Soffen in Erfüllung gehen wird. Und diese Hoffnung soll Euch, die Ihr aus dem Reiche gekommen seid, ein Troft sein. Ihr werdet Euch freuen, wenn Ihr unsere Jugend mit Uniformen, Fahnen und Abzeichen seht, wenn Ihr Euch erinnert, daß Ihr das auch einmal gedurft habt, Heute dürft Ihr das nicht mehr, da man es Euch als ,, Staatsfeindlichkeit und Berrat" auslegt. Auch hier wohnen deutsche Brüder wie Ihr, die trotz der Drangiale, die sie erwarten, heimwollen zum Vaterland. Wir sind im Saargebiet hente, Gott sei Dant, noch .frei. Katholisches Jungvolt wächst in dieser Freiheit.

Zurück zum Reich! Das wollen wir alle einmal. Aber der heutige Nachmittag sei eine

feierliche Protlamation dafür, daß wir bei dieser Seim: fehr ins Reich ein Reich der frommen Sitte und Gottes: furcht, erwarteten, ein Reich, das nicht rüttelt an den Fundamenten, auf denen jedes Reich aufgebaut ist. Wir verlangen ein Reich, das in Ruhe läßt unseren Herrgott, das in Ruhe läßt Christas, den König unserer fatho lischen Jugend, ein gleich, das in Ruhe wirken und schaffen läßt unsere heilige Mutter, die katholische Kirche !

Riebe zum Vaterland ist es, wenn wir diese Forderungen mit aller Entschiedenheit, in aller Oeffentlichkeit, aber auch mit aller fatholischen Energie erheben.

Wir Katholiken lassen uns viel gefallen, weil wir ge horsam find, aber wir lassen uns nicht mehr alles ges fallen!

Man hat mit der Kirche einen feierlichen Vertrag ges chloffen, das Kontordat, und wir haben erwartet, daß diefer feierliche Vertrag gehalten würde. Wenn man aber daran geht, wesentliche Stücke aus diesem Vertrage her auszubrechen, dann müssen wir sagen: So wars nicht ge= meint, das machen wir nicht mehr mit!" Wir haben als bestes Erbgut der alten Germanen die Treue geerbt und wollen sie halten. Und nun erleben wir soviel Wortbrüche und Trenbrüche. Wir müssen erleben, daß in vftelbischen Versammlungen und Zeitungen ein Mann, wie Kardi: nal Faulhaber, der turmhoch über manchen Größen der heutigen Zeit steht, als Schweinehund" bezeichnet wird. Das lassen wir uns nicht gefallen. Ebensowenig lassen wir uns gefallen, daß man unsere Bischöfe tuioniert, daß man unsere Priester einsperrt und be: Spigelt. Alle diese Anpöbelungen im nenen Reiche erdulden wir nicht mehr länger. Dem ingendlichen Führer der deutschen Jugend geben wir den wohlgemeinten Rat: Baut der katholischen Jugend einen eigenen Dom, dann habt ihr weniger Kommunisten in Eurem Lager! Aber statt dessen bannt man Euch aus dem öffentlichen Leben, die Ihr allein imstande seid, den Sturm von links, der bestimmt tommen wird, abzus halten. Trotz Sturm, Drang und Kampf wächst die tatholische Jugend. Solche Zeichen

bedenten für die katholische Jugend, was für das Got

der Schmelztiegel. Wir ten wiffen, daß wir uns anf Such verlaffen können, daß es Ench Grnft ist um die Parole. Wir Alten schauen mit Stolz auf Euren Bekenner: mut.

So, jegt ist bie mhlachtfront geflärt. Mir fteben im tatholischen Laner als gefchloffene Säule, fämpfen für Gott, für Christus und für unsere heilige Mutter, die Kirche, und wir versprechen, daß wir fämpfen werden bis zum legten Mann.

Berlin , den 17. Juni 1984.

Steht der deutsche Protestantismus nor der Entscheidung? Man muß mit solchen Ankündigungen vorsichtig sein. Seit den Tagen des Aufbruchs der Nation hat die evangelische Kirche viele Stürme erlebt, aber niemals war sie so nieder­gebrochen, daß nicht neue über sie hinwegbrausen fonnten. Nun aber scheint es, als ob die Krisis einen öhepunkt erreicht habe. Die Hoffnung des Reichsbischofs, daß es ge­lingen würde, bis zum 15. Juni sämtliche Landeskirchen der Reichskirche einzugliedern, hat sich nicht verwirklicht. Von den 28 Landsfirchen sind erst acht in die Müller- Front einge­schwenkt, und auch bei diesen ist der Kampf noch nicht zu Ende. Der Reichsbischof hatte den bayerischen Bischof Meiser und den württembergischen Bischof Wurm zu einer Besprechung über die Kirchenverfassung nach Wittenberg eingeladen. Von beiden Bischöfen ist der Vorschlag unter Berufung auf die in Barmen getroffenen Beschlüsse der Freien Synode abgelehnt worden. Weiter hat der Reichsbischof den Pastor von Bodelschwingh als Bischof von Westfalen vorgeschlagen und den Führern der Opposition mehrere andere wichtige Posten angeboten. Auch mit dem Rücktritt des National­sozialisten Dr. Oberheid vom Kirchenministerium war Müller einverstanden. Alle Vorschläge sind von der Opposition zurückgewiesen worden. Ein großer Teil der Geistlich­feit steht also nach wie vor im Protest. Schon wird von Aus­trittsbewegungen, so aus Hamburg , berichtet. Die Landes­bischöfe müssen dauernde Unterschriftensammlungen entgegeit­nehmen, in denen scharfe Forderungen zum Widerstand gegen die Kirchenzentralisation erhoben werden.

Mittelpunkt der oppositionellen Bewegung ist die Be= kenntnissynode von Barmen geworden. Sie hat fenntnis fynode von Barmen geworden. Sie hat einen gewaltigen Eindruck unter dem evangelischen Volke ge­macht und den widerstrebenden Pfarrern eine starte Rücken­deckung gegeben. Die Niederlage der Politik des Reichs­bischofs ist unabwendbar. Schon rufen Scharfmacher nach der Staatsgewalt, daß sie die Widerstrebenden mit allen Gewalt mitteln unterwerfen.

Int Schwerin hat ein ondergericht gegen fie bett medlenburgische protestantische Pfarrer ge­tagt. Drei Pfarrer erhielten wegen Vergehens gegen die Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung" Gefängnisstrafen von sechs bis drei Monaten; die übrigen kamen mit Geldstrafen davon. In dem Prozeß wurde der bekannte Führer des Pfarrernotbundes Dr. Niemöller als Zeuge ver nommen. Seine Aussage ergab, daß die Angeklagten Flug­blätter des Pfarrernotbundes verteilt hatten. Ein Pfarrer aus Potsdam , der es abgelehnt hatte, den Stempel ber Kirchengemeinde an die Zivilbehörde abzuliefern, wurde ver­haftet. Die Geheime Staatspolizei in Münster hat zahlreiche Haussuchungen bei westfälischen Pfarrern vorgenommen, um den Ursprung von oppositionellen Flugblättern festzu stellen....

die verfassungsmäßige notwendige 3 weidrittel­mehrheit nicht erreicht worden war. Daraufhin er­klärten die Vertreter der Deutschen Christen, daß sie an weiteren Verhandlungen des Landeskirchentages uninter­effiert seien. Sie verließen den Verhandlungssaal und die Beschlußunfähigteit führten dadurch

Kirchentages herbei, der darauf unter großer Unruhe ge­schlossen wurde.

..Dreinschlagen"

Sturmruf gegen die katholische Kirche

München , den 17. Juni 1984.

In Bayern spißt sich der Gegensatz gibischen nationalsozia listischen Machthabern und den katholischen Autoritäten immer schärfer zu. Dazu haben die Zwischenfälle angesichts der Fronleichnamsprozession wesentlich beigetragen. Die Nationalsozialisten erblickten in der überaus starten Betet i gung an der Prozession eine Demonstration gegen sie, und gewiß haben sie darin nicht unrecht. Als Antwort darauf ist eine Rede des Gauleiters. Innenministers Adolf Wagner , anzusehen, die auf einer Massenfundgebung in Ingolstadt gehalten wurde: Er sagte u. a. wörtlich: Was mich heute am meisten drückt, ist die Tatsache, daß gerade aus den Reihen der Kirche die größte Stritif am nationalsozialistischen Staat geübt wird. Es tann blühen, daß ich noch einmal dreinschlage, bann aber so, daß es endgültig genügt. Wir denken nicht daran, an dem Gottesgedanken an rütteln. Die junge Generation ist der Garant für die deutsche Zukunft. Wer seine Pflicht am Bolte nicht erfüllen will, hat das Recht verloren, in Deutschland zu leben."

Schon vor Wochen waren vor dem Gebäude des Bay= rischen Anzeigers" in Regensburg Demon ra tionen erfolgt. Kürzlich ist das Blatt auf Grund der Ver­öffentlichung eines vor zehn Jahren geschriebenen Artikels des Kardinals Faulhaber für drei Monate verboten wor­den. Daraufhin fam es zu neuen, stürmischen Rundgebungen vor dem Verlagsgebäude, deren antifatholischen Tendenzen sich heftig entluden. Nach einer Meldung der Bayrischen Ostwacht", des Organs des bayerischen Unterrichtsministers, forderten bie Demonstranten die Verhaftung der ver antwortlichen Leiter des Bayrischen Anzeigers".

Kampf gegen die Katholizismus

In Oldenburg , wo der Stampf gegen Ratholigismus besonders heftig tobt, hat der Innenminister joeben eine Bekanntmachung erlaffen, daß Tageszeitungen als politische Schriften teine religiöse Beilagen bringe it dürfen: Im Landesteil Oldenburg gibt es mehrere Tageszeitungen aus der Zentrumszeit, die dem noch nicht Rechnung getragen haben. Diese Verquidung von Politik, Religion und Geschäft hat zu großen Unzuträglichkeiten ge­führt. Sie fann unter den gegebenen Verhältnissen im In­tereise unseres deutschen Volfes nicht weiter geduldet

Aufgeflogener Landesk'rchentag erben. Religiöse Angelegenheiten müssen in religiösen

Stürmische Auseinandersetzungen

Bom firchenpolitischen Kriegsschauplatz liegen eine Reihe neuer wichtiger Tatsachen vor.

Ein Landeskirchentag für die Landeskirche in Heifen Raffel beschloß zunächst einstimmig die Ver­einigung der Landeskirchen in Hessen- Kassel und Waldeck zur neuen Landeskirche von Kurheffen und Waldeck . Später fam es jedoch zu lebhaften Auseinanderseßunge it. Bei der Wahl des Landesbischofs erklärte eine unter Füh­rung von Pfarrer Dr. Ritter( Marburg ) stehende Gruppe, auts perfonellen Gründen dem Bischofsgesetz nicht au­it im men zu können. Während die einstweilige Kirchen­rosierung an der Kandidatur des Oberfirchenrats Dr. Mersins für das Amt des Landesbischofs fefthielt und zu der von den Deutschen Christen aufgestellten Randidatur von Pfarrer Then&( Rajel) erflärte. bak iie geeignet fei, 11 nruhe in das evangelische Kirchenvolf hin= einzutragen, wieſen die Vertreter der Dentichen Christen" diese Darlegungen entschieden zurück und brichett bei ihrer Kandidatur. Bei der Abstimmung über das Grick wurden 30 Stimmen dafür und 27 dagegen abgegeben, so daß

Tiefgehende Erbitterung"

Unter den weiblichen Volksgenossen

Hamburg , 18. Juni. ( Inpreß): Die nationalsozialistische Frauenführerin Rogge- Börner schreibt, offenbar unter dem Druck weiter unzufriedener Kreise, in der in Hamburg er­scheinenden Deutschen Stämpferin":" Arbeit ist Inhalt, 3wed und Krönung des Menschenlebens, Man glaubt, aus der augenblicklichen Strife herauszukommen, indem man den weiblichen Teil des Volkes von seinem natürlichen Recht auf Arbeit ausschließt. Dieser schidjalejchwangere Fehler

Zeitschriften behandelt werden."

Das erzbischöfliche Ordinariat Breslau hat eine Erklärung zum Schuße der kirchlichen Ehre erlassen, in der es heißt: In den letzten Wochen sind in verschiedenen Städten der Erzdiözese beleidigende Schmähungen und Verdächtigungen über Geistliche und fatholische, Jugendorgani ationen von beachtenswerter Seite in öient­lichen Versammlungen ausgesprochen und in der Presse sowie auf zahllosen Flugblättern verbreitet worden. Weil aber alles das in voller Oeffentlichkeit sich vollzogen hat, ist es notwendig, auch öffentlich dagegen hiermit Einspruch und Verwahrung fundzugeben. Das fatholische Volt wird zut­gleich ermahnt zur Wahrung der Ruhe und Geduld, zur Be­wahrung der firchlichen Einigkeit und zu beharrlichem Ge­bete zum Schutz der katholischen Organisationen.

Zu Gottes Ehre" verboten!

Die in Minden erscheinende Druckschrift 3u Gottes Ehre", Monatsbote für die evangelisch- reformierte Petri­gemeinde in Minden , ist vom Oberpräsidenten der Provinz Westfalen auf die Dauer von einem Monat verboten worden.

wird nicht ohne Fehler für das Volksganze bleiben... Auf den ersten Blick fönnte es logisch scheinen, alle arbeitenden Frauen durch Männer zu erieben, damit die Männer io instand gesezt werden, sich zu verheiraten. Es gibt indessen keinerlei Garantie dafür, daß sich die Männer, die Arbeit bekommen, verheiraten. Das umso mehr, als es sich durch­weg um fümmerliche und unzureichend bezahlte Arbeit handelt, die die Schaffung einer Familie überhaupt nicht nötig macht. Reaktionäre Maßnahmen, die gewaltfam die Frauen vom Recht auf Arbeit ausschließen, bringen keine Lösung, sondern im Gegenteil eine tiefgehende Verbitterung unter den weiblichen Volksgenossen."