Oup 2016 ARBEIT UND WIRTSCHAFT
,, Deutsche Freiheit", Nr. 188
Hitlers gleichgeschaltete Wirtschaftspresse
Warum sind so wenig Handelsredakteure emigriert? Als. in den politischen Redaktionen, im Feuilleton, in den Gerichtsrubriken und selbst im Sport die ,, Reinigungsaktion" der deutschen Blätter von marxistischen und jüdischen Elementen längst beendet war, saßen die Handelsredakteure mit ganz wenigen Ausnahmen noch in voller Ruhe auf ihrem Posten. Die Gründe hierfür sind nicht uninteressant und hängen recht eng mit der Frage zusammen, welche Rolle eigentlich die Wirtschaftswissenschaft, die Wirtschaftspresse und vor allem der Handelsjournalismus schon vor Hitler gespielt hat.
Zunächst einmal war es kein Zufall, sondern wohlüberlegtes Interesse des Regimes, daß man bei dem allgemeinen Vernichtungskampf, der gegen die Juden in fast sämtlichen Berufen geführt wurde, gerade die Handelsredaktionen ebenso wie die Banken ausgenommen wurden. Es gab nämlich, so merkwürdig das klingen mag, für die jüdischen Handelsredakteure so gut wie gar keinen Ersatz. In der ersten Zeit der wildesten Nazi- Begeisterung, als man von der Aufhebung der Börse sprach, machte man schüchterne Teilversuche, auch die Handelsredaktionen schnell mit den entsprechenden " gs. umzubesetzen.
Man ließ aber fast sofort davon ab, als es sich herausstellte, daß die hierfür notwendigen Pgs. einfach nicht vorhanden waren.
Im Gleichschaltungsgesetz für die deutsche Presse wurde, als der Grundsatz aufgestellt war, daß Fachredakteure vom Arierprinzip auszunehmen seien, ausdrücklich hinzugefügt, daß Handelsredakteure als Fachredakteure gelten. Im Grunde genommen war das Unsinn, denn neben der eigentlichen Politik gibt es natürlich kein Redaktions- Ressort, das so stark politisch durchsetzt ist, wie der Wirtschaftsteil der Zeitungen. Aber wenigstens hier schienen die Banken und die Industrie mit ihrem Versuch, ein Machtwort zu sprechen, recht bald durchzukommen. Widerstände bei den Handelsredakteuren allerdings gab es und das ist vielleicht noch bezeichnender fast überhaupt nicht.
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Herr Pinner vom ,, Berliner Tageblatt", der jahrelang am Samstag kaum Dienst machte, überall als sehr frommer Jude galt und das zweifellos beste Buch über die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas geschrieben hatte, wurde sogar mit zwei arischen Kollegen, die sich dazu hergaben, nach der Errichtung der wunderschönen Stiftung" Lachmann- Mosses in das dreigliedrige Verwaltungs- Konsortium aufgenommen. In diesem prächtigen Ehrenposten zeichnete er bis zum Jahresende 1933 noch für den gleichgeschalteten Handelsteil des gleichgeschalteten ,, Berliner Tageblattes". Die handelsjournalistische Autorität, die er aus früherer jahrzehntelanger Arbeit im Auslande geno stellte er oline den geringsten Widerstand in den Dienst des deutschen Erwachens. Daß er mit vorgehaltenem Revolver zur Abfassung seiner optimistischen Leitartikel im dritten Reich" von Woche zu Woche gezwungen wurde, kann man kaum annehmen. Eher vielleicht mag bei ihm und in ähnlichen Fällen die Hoffnung auf die Pension mitgesprochen haben. Das Resultat war jedenfalls, daß Leute seiner Art im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beitrugen, dem Regime zu helfen und als dann schließlich 1934 emigriert wurde, konnte man wirklich aus den Artikeln in einem großen Züricher Blatt über die deutsche Konjunkturentwicklung nicht gerade den kritischen Geist herauslesen, über den er früher zweifellos verfügte. Die einmal vorgenommene Gleichschaltung hat hier offenbar noch nachgewirkt.
Fälle dieser Art sind durchaus nicht harmlos, denn gerade den wenigen Leuten, die die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik wirklich kannten, fiel nach der Machtergrei fung Hitlers eine außerordentlich wichtige Aufgabe zu, die sie erfüllen mußten, um den politischen Kampf gegen das Regime zu unterstützen. Gerade diejenigen, die in den führenden Posten der deutschen Handelsredaktionen saßen, haben hier fast ausnahmslos versagt. Im günstigsten Falle nahmen sie ihren Abschied oder ,, wurden gegangen", blieben im Lande und nährten sich redlich von ihren Pensionen, die man ihnen manchmal zum Teil auch auszahlte und von der Mitarbeit an Fachzeitschriften.
Zum größeren Teil blieben sie in den Redaktionen, schrieben gegen ihre eigene bessere Ueberzeugung optimistische Artikel über die Erfolge der Arbeitsbeschaffung, die Reorganisation des deutschen Kapitalmarktes, das moralische Recht der erwachenden Nation, Rüstungsrohstoffe aufzukaufen und statt dessen keine Zinsen zu zahlen usw. Viele hatten das Parteibuch der NSDAP . schon längst 1932 in der Tasche, als sie ihren ,, liberalen" Blättern dienten. Die meisten von ihnen, wie Hans Baumgarten vom ,, Berliner Börsen- Kurier", machten sogar noch nach der Machtergreifung Hitlers verzweifelte Versuche, ihre Berichterstattung an linksgerichteten saarländischen Zeitungen im Handelsteil fortzusetzen. Hier fanden sie allerdings glück. licherweise wenig Gegenliebe, da ihre begeisterten Artikel über die Fortschritte des wirtschaftlichen Aufbaues im ,, dritten Reich" so ungeschickt abgefaßt waren, daß man weniger aus Gesinnung als vielmehr schon aus rein geschäftlichen Gründen, nämlich mit Rücksicht auf den Widerstand der Leser auf die Fortsetzung dieser deutschen Wirtschaftsberichte verzichtete.
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oft
Ein besonderes Kapitel sind die früher in der ganzen Welt wegen ihrer guten Information und wissenschaftlicher Objektivität stark verbreiteten deutschen WirtschaftsZeitschriften.
Im Hamburger ,, Wirtschaftsdienst", der in internationalen Exporteurkreisen mit Recht als eine der bestunterrichteten Zeitschriften galt, die den englischen völlig gleichwertig war, entfernte man zunächst alle weltwirtschaftlich eingestellten und auf diesem Gebiet wirklich leistungsfähigen Redakteure und ersetzte sie durch stramme Autarkisten. Jede Nummer der Zeitschrift ist heute ein einziger Jubelruf über die erreichten Erfolge Hitlers , Schmitts und Schachts. Den Hauptwert der Wochenschrift bildeten früher die sogenannten
Länderberichte, die von zum Teil ausgezeichneten Kennern der betreffenden europäischen und Ueberseestaaten geschrieben waren. Heute werden diese Länderberichte von Leuten verfaßt, die die betreffenden Staaten niemals gesehen haben, ihre wirtschaftliche Struktur nicht kennen und die Berichte mühselig aus den deutschen statistischen Jahrbüchern zusammenstellen. Uebrigens enthalten sie meistens überhaupt nichts über die wirtschaftliche Entwicklung des betreffenden Landes, sondern man begnügt sich, wenn man über Brasilien schreibt, zum Beispiel damit, daß das„ ,, Gedankengut der erwachenden Nation" unter den dortigen deutschen Wirtschaftskreisen immer weiter Fuß fasse. Für die deutschen Exporteure sind solche Länderberichte natürlich sehr helehrend und die Entwicklung des Ausfuhrgeschäftes ist auch dementsprechend.
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Von den Zeitschriften mit internationalem Standard führt der früher weltbekannte Währungstheoretiker Alfred Lansbourgh Argentarius seine ,, Bank " unentwegt fort und in den ,, Briefen eines Bankdirektors an seinen Sohn" wird jegt nachgewiesen, daß nur eine mit 2 Prozent gedeckte Goldwährung allen Ansprüchen gerecht werden kann.
Dabei muß man sich daran erinnern, daß die besten englischen und amerikanischen Wirtschaftsblätter während der deutschen Inflation 1919 bis 1923 immer wieder darauf hinwiesen, daß Lansbourgh der einzige deutsche Währungstheoretiker war, der von Anfang an auf den Irrsinn der Havenstein- Politik mit nüchterner Sachlichkeit hingewiesen habe. Leute, die damals den Mut zur Wahrheit hatten, stellen heute ihre fachlichen Kenntnisse in den Dienst eines Regimes, das ihnen als Gegengabe erlaubt, weiter in Deutsch land zu leben und zu schreiben. Mut scheint also ein recht relativer Begriff zu sein.
Von den anderen Wirtschaftszeitschriften ist der . ,, Deutsche Volkswirt" nach Stolpers Emigration in die USA . eine leichte Beute der NSDAP . geworden. Man versucht krampfhaft durch Gratisexemplare, die man ans Ausland schickt und mit denen man besonders die
emigrierten deutschen Wirtschaftsschriftsteller von der Verbreitung ihrer Greuelmärchen" abhalten will, Propaganda zu machen. Uebrigens haben die Gratis- Exemplare aller dieser Zeitschriften einen Wert, den man nicht ganz verachten soll, denn man braucht sie nur zu zitieren, um dem Auslande immer wieder klar zu zeigen, wie man in Deutschland die Statistik fälscht und wo die eigentlichen Ziele der sogenannten Wirtschaftspolitik des ,, dritten Reiches" liegen.
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Wenn man gerecht sein will, muß man zugeben, daß es unter den wirtschaftlichen Schriftstellern und Handelsjour nalisten auch andere gab, die vom ersten Augenblick an erkannten, daß ihnen jetzt eine wirkliche Aufgabe zufiel. Sie emigrierten schon ehe man es ihnen begreiflich machte, daß es für sie zweckmäßig sei und sie haben besonders in Lon don , Paris und Prag viel dazu beigetragen, daß man den Schwindel der Arbeitsbeschaffung, den Betrug an den Auslandsgläubigern, die Tarnung des Aufrüstungsprogrammes und der forcierten Einfuhr von Kriegsstoffen frühzeitig erkannte. Die ausländischen Blätter, in denen ihre Namen
Von Jan Severin
oder ihre Pseudonyme auftauchen, die man immer wieder durch Spitzel feststellt, werden sofort in Deutschland verhoten, aber im übrigen ist man recht weitherzig.
Sobald sie über internationale Konjunkturfragen Dinge schreiben, die das ,, dritte Reich" nicht betreffen, druckt man sie gern schnell und honorarlos ab.
Zum Bestehlen sind sie nach wie vor gut genug und man will darin offenbar einen gewissen Ersatz dafür finden, daß sich das Konjunkturinstitut und die gleichgeschalteten Handelszeitungen spaltenlang mit ihren Angriffen gegen die deutsche Wirtschaftspolitik, die Unsauberkeit der Finanzgebarung, die Fantastereien der nazistischen Währungstheoretiker" usw. auseinandersetzen müssen.
Sieht man von diesen wenigen Wirtschaftsschriftstellern ab, die den heutigen Machthabern viel zu schaffen machen, weil sie auf ihrem Gebiet mancherlei zur Aufklärung der Welt über das Regime beitragen, so muß man allerdings feststellen, daß es kaum einen Beruf gibt, in dem die Gleich folgte, wie in der Wirtschaftswissenschaft und in der Hanschaltung der Fachleute" so schnell und so prompt erdelsjournalistik.
Leute, die jahraus, jahrein für europäische Verständigung, Freihandel und andere schöne Dinge eingetreten waren und solche, die noch ein halbes Jahr vor Hitlers Machtergreifung Vorträge in der Liga für Menschenrechte hielten, wie Herr Wilhelm Grotkopp, sind heute die schlimmsten Fanatiker des Wirtschaftsfaschismus, der Autarkie und der Blu- Blo- Propaganda.
Liegt es an den Verhältnissen oder liegt es an den Menschen? Einerseits war die Versuchung, bei den nicht sehr zahlreichen Wirtschaftsfachleuten in Deutschland , die sachlich arbeiten konnten und wirklich etwas von ihrem Beruf verstanden, deswegen sehr groß, weil man ihnen hinsichtlich ihrer Rasse, ihrer früheren wissenschaftlichen Anschauungen usw. manche Konzessionen machte, die man anderen nicht gewährte, weil man es dort einfach nicht nötig hatte. Diesen Versuchungen ist ein sehr großer Teil der Wirtschaftsjournalisten und auch der rein wissenschaftlichen National- Oekonomen zum Opfer gefallen. Der andere Teil aber war von vornherein seit Jahr und Tag und trots seiner Tätigkeit bei links- und selbst sehr linksgerichteten Blättern und Zeitschriften bereits derartig mit den Interessen des Finanzkapitals verfilzt, daß sie eigent lich nur auf den Tag warteten, wo es für sie gute Posten und Gehälter gab, um sachliche Ueberzeugungen zu verkaufen, die ihnen in Wirklichkeit schon längst nichts mehr wert
waren.
Der hitlerdeutschen Wirtschaftspolitik und denjenigen, die dieses Regime und die fast restlos gleichgeschalteten deuts schen Wirtschaftsjournalisten aushielten, wird die Unters stützung von dieser Seite nur wenig nützen. Man sollte aber diese Vorgänge für eine spätere Zeit gut im Gedächtnis bes halten. Man sollte an die Gleichschaltung der Wirtschaftswissenschaft und des Handelsjournalismus denken, wenn die altbekannten Gesichter eines Tages wieder auftauchen und so, als ob gar nichts geschehen wär, sich als ,, Fachleute" mit der Begründung anbieten, daß sie doch eigentlich mit Politik nichts zu tun hätten. Davon, daß dieser Zeitpunkt kommen wird, kann man nämlich schon heute fest überzeugt sein
Kinderwagen gut- Kraftwagen
Kraftwagen schlecht
h. b. In dem ersten Jahre nach Hitlers Machtergreifung täuschte der Autobedarf der neuen Bonzen eine gewisse Konjunktur in der Kraftfahrzeugindustrie vor. Die beteiligten Firmen und ihre Zeitungen konnten sich nicht genug tun, um die Genialität des„ Führers" zu loben, auf dessen einfaches Geheiß hin die Wirtschaft ,, angekurbelt" wurde.
Nun aber sind die schönen Zeiten vorüber. Die neuen Herren haben gelernt, größere Quanten Alkohol zu vertragen, so daß nicht gleich nach jedem Gelage ein neuer Wagen gekauft werden muß, weil der alte nicht mehr reparaturfähig war. Kurz: der Bedarf ist gedeckt. Die Läger sind überfüllt. Trotz der großen steuerlichen Erleichterungen geht der Absatz von Tag zu Tag zurück. Die große Pleite in der Automobilindustrie rückt näher und näher.
In den letzten Tagen hat die Brennabor AG. einen Rechenschaftsbericht vorgelegt, der einen Riesenverlust enthält. Nach den Mitteilungen des Vorstandes ist es zwar gelungen, einen großen Teil der Fahrrad- und Kinderwagenabteilungen wiederzugewinnen und den Umsatz dieser Abteilungen zu steigern. Aber die erzielten Preise liegen so niedrig, daß sie nicht einmal die Selbstkosten decken. Katastrophal liegen dagegen die Verhältnisse in der Automobilabteilung. Trot ständiger Verbesserung der Wage ist es nicht gelungen, einen Beschäftigungsgrad zu erreichen, der der Produktions
Rückwärts, rückwärts...
h. b. Das Wirtschaftsblatt der Braunschweigischen Landeszeitung" meldet in Nr. 198:
,, Der Kursrückgang der Konti- Gummi- Aktien um rund 20 Prozent in den letzten Monaten ist, wie der DHD. von unterrichteter Seite erfährt, mit dem Geschäftsgang des Unternehmens kaum in Zusammenhang zu bringen. Die Abrufe auf Kraftfahrzeugreifen erreichen gegenwärtig ein Ausmaß, das schon gewisse Lieferschwierigkeiten mit sich bringt. Aber auch diese dürften die Entwicklung des Geschäftes nicht wesentlich beeinflussen, da man sich vor allem um die Beschaffung der Baumwollgewebe, d. h. also nicht des wichtigsten Rohmaterials, bemühen müsse. Außerdem seien geeignete Maßnahmen für die Sicherung der Kautschuk- und Baumwollbeschaffung vorgesehen.
In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß die Preiskartellierung für die Großbetriebe mit ihren verhältnismäßig niedrigen Gestehungskosten einen besonderen Vorteil bedeute."
Denen, die Gott und den Führer lieben, müssen eben alle Dinge zum Besten dienen!
kapazität auch nur einigermaßen entspricht. Es ist zu erheb lichen Verlusten gekommen. Der Reinverlust beziffert sich in der Berichtszeit( 1. Januar bis 30. September 1933) auf 744 006 RM. Dazu gesellt sich aus den Vorjahren ein Verlustvortrag von 324 723 RM., so daß der Gesamtverlust 1 068 729 RM. beträgt.
Im laufenden Geschäftsjahr haben fich die Verluste ununterbrochen fortgesetzt und drohen zu einer ernsten Gefahr für den Bestand der Gesellschaft zu werden.
Da die Mittel für eine bei Weiterführung der Automobil fabrik notwendige Reorganisation nicht aufzubringen waren. sah sich die Verwaltung gezwungen, das Autowerk Ende Dezember stillzulegen.
Um die Verwertung der durch die Stillegung freigeworde nen Erzeugungsstätten ist man ständig bemüht.
Die diesjährige Saison im Kinderwagengeschäft war redii befriedigend.
Dieser traurige Bericht könnte uns melancholisch stimmen Hatten wir doch bisher immer gehört, daß es gerade der Autobranche in Deutschland besonders gut erginge. Wir rater übrigens den Brennaborwerken, ihre Produktionseinrich tungen nicht zu verschleudern. Wenn erst der Heeresbedari genügend gestiegen ist, werden bekanntlich für Schrott sehr hohe Preise gezahlt.
Keine Devisen for Ausianasreisende
Der Zentralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes e. V. teilt mit: Aus dem Auslande wird Klage darüber geführt, daß die Reisenden nach Ländern, mit denen keine besonderen Reiseverkehrsabkommen bestehen, nicht abwarten, bis ihnen die gewünschte fremde Währung zugeteilt ist. Bekanntlich entstehen durch die unterschiedliche Zuteilung für Reiseverkehr nach den Nichtabkommensländern Verzögerungen in der Beschaffung der Devise Folge ist, daß die Reisenden im Auslande vergeblich auf die Nachsendung der beantragten Reiseschecks, Akkreditive usw. warten, ihre Hotelrechnungen nicht bezahlen usw. Es ist vorgekommen, daß Reisende sich an die deutschen diplomatischen Vertretungen wenden mußten, um überhaupt nach Deutsch land
zurückreisen zu können.
Die
Derartige Vorkommnisse sind unerwünscht. Die Kreditinstitute werden gebeten, die Kunden, welche Devisen zu Reisezwecken beantragen, darauf hinzuweisen, daß sie mit der Zuteilung der Devisen nicht sicher rechnen können und daß sie sich großen Unannehmlichkeiten aussetzen, wenn sie eine Reise antreten, bevor die angeforderten Beträge end gültig zugeteilt worden sind,
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