Hauptfeind Faschismus
Von der Einheitsaktion zur Einheitsfront
In der soeben erschienenen Neuen Weltbühne" ( Nr. 35) veröffentlicht S. Aufhäuser, langjähriger sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter und Angestelltenführer und jetzt noch Mitglied des sozialdemokratischen Parteivorstandes, folgenden Aufsatz. Wir entnehmen ihn als Diskussinsbeitrag.
Redaktion der ,, Deutschen Freiheit".
Die täglichen Auseinandersetzungen der Arbeiterparteien in Wort und Schrift mögen nicht immer ermutigend sein, die Diskussion über die Einheitsfront wieder aufzunehmen. Ihnen steht als unabänderliche geschichtliche Aufgabe der Arbeiterklasse der Sturz des Faschismus gegenüber: Sie kannnur das Werk einer geeinten Arbeiterklaffe fein. Es liegen auch neue Umstände vor, die dazu beitragen, Wunsch, Willen und Begeisterung der Massen zur Einigkeit immer lebendiger zu gestalten. Die französischen Arbeiter hatten nach dem 6. Februar 1934 instinktiv gefühlt, daß die proletarische Einheitsfront ihre schärfste Verteidigungswaffe gegen den drohenden Faschismus sein wird. Die Sozial demokratische Partei und die Kommunistische Partei des Saargebietes haben mit kühner Entschlossenheit eine einheitliche antifaschistische Front gegen die Unterwerfung des Gaargebietes unter Hitler- Deutschland gebildet. Am 31. Juli 1934 haben die italienische sozialistische Partei und
die italienische kommunistische Partei in einem gemeinsamen Aufruf ihre brüderliche Solidarität für die öfter reichische Arbeiterschaft und ihre Kampfbereitschaft gegen den Interventionskrieg bekundet, ebenso wie das Zentralkomitee der Revolutionären Sozialisten Desterreichs sich mit der KPOe. zum gemeinsamen Aufrufe vereinigt hat. mit der KPDe. zum gemeinsamen Aufrufe vereinigt hat. In anderen Ländern, wie z. B. in der Tschechoslowakei , waren freilich die Einigungsvorschläge einzelner kommunistischer Landeszentralen noch zu sehr von der Gewöhnung an frühere Einheitsmanöver umschattet, um erfolgnung an frühere Einheitsmanöver umschattet, um erfolg Einigungsbasis zu einer Verständigung der beiden Internationalen heute noch nicht spruchreif sein.
Für die deutsche Arbeiterbewegung aber geht es um eine Lebensfrage. Sie ist an der Spaltung zer brochen. Der Sieg des Faschismus in Deutschland ist zur Bedrohung der gemeinsamen europäischen Arbeiterbewe gung geworden. Es muß daher, vor allem wieder an der deutschen Arbeiterklaffe liegen, auch initiativ den Weg zur Einheit zu suchen. Er kann weder in der Gründung einer neuen Partei, noch in der einer weiteren Vierten- Internationale gefunden werden, die nur zur Vertiefung der Spaltung führen müßte. Der Weg zu der einen revolutionären sozialistischen Einheitspartei, die Trägerin künftiger Entscheidungskämpfe sein wird, kann nicht der des Ueberlaufens enttäuschter Anhänger von der SPD. zur KPD . und von der KPD. zur SPD . sein. Statt eines refignierten Abflutens gilt es vielmehr, in der eigenen Bartei jene ideologische Umstellung zu erzwingen, aus der die Pfeiler der Brücke zur Einigung gebildet werden. Die Schaffung der Einheitspartei wird auch nicht das Ergebnis mechanischer Fusionsverhandlungen sein können. Der Weg zur Einheitspartei führt über die Gestaltung der Einheitsfront. Die Einheitsfront aber kann sich nur über die Einheitsaktion entwickeln. Am Anfang der Einheit steht die Einheit der Tat.
Die letzten Ereignisse in Deutschland sollten uns in dieser Auffassung bestärken. Alle Illusionen, als könne bas Proletariat nur in Passivität abwarten, um alsbald Nußnießer der inneren Zersegung des Faschismus werden zu dürfen, sind zerstört. Dieser Zersehungsprozeß, dessen Stadium vielfach stark überschäzt wird, kann die Befreiung der deutschen Arbeiterklasse nicht bringen, wenn sie es verabsäumt, rechtzeitig einheitlich und zentral ihre Widerstandskraft zu organisieren.
Der 30. Juni, der 25. Juli und der 2. August haben erwiesen, daß der Faschismus bereit ist, die Herrschaft des Großkapitalismus um jeden Preis zu stabilisieren und sich mit den Mitteln blutiger Gewalt nach innen und nach außen zu behaupten, daß Spekulationen auf die inneren Reibungen zwischen den Stützen des faschistisch kapitalistischen Bündnisses nicht am Blaze waren. Gegen über des des
Proletariat entschlossen sein muß, macht es notwendig, daß der revolutionäre Vortrupp in einer wachsenden Bolks bewegung seine Resonanz und Massenbasis findet. Das Vertrauen der Massen zu ihrer eigenen Kraft ist das Vertrauen in die unüberwindliche Macht ihrer Einheit und Geschlossenheit.
Die Arbeiterbewegung, die zur Einheit gelangen will, muß sich bewußt bleiben, daß die Klaffenkämpfe aller Zeiten von ständigen inneren geistigen Auseinander setzungen über Taktik und Ziel der Bewegung begleitet Maße von der deutschen Bewegung. Nur im geistigen waren. Das gilt nach ihrem Zusammenbruch in erhöhtem
Ringen um eine neue politische Plattform wird sich das schloffenen Einheitsfront formen können. Alle parteitak Willenszentrum für die Gestaltung einer künftigen getischen Erwägungen haben zurückzutreten hinter der einen greßen geschichtlichen Mission der deutschen Arbeiterbewegung, den Sturz des Faschismus herbeizuführen. Wir haben nicht zu fragen, wie lange der Kampf dauern wird, so sehr wir bemüht bleiben müssen, ihn abzukürzen, sondern wir haben die einfache Pflicht, die Einheitsfront zu schmieden, bevor entscheidende Krisen des Faschismus ausbrechen können. Wohl sind die organisatorischen Umfassungsmauern der alten Arbeiterparteien gefallen, doch sind im Dunkel des illegalen Kampfes zahlreiche revoorganisiert, ohne festen Zusammenhang und ohne einheit lutionäre Gruppen emporgewachsen, die isoliert, des liche Orientierung um Ziel und Inhalt einer neuen Befals aller Revolutionäre sind die Gruppen mit ihrer Jdeowegung ringen. Troß eines gleichartigen harten Schick logie teilweise noch an die alten Parteien gebunden. Häufig genug sind auch neue Gegensätze aufgerissen worden. In ihrer literarischen Tätigkeit haben die Splitterparteien ein verhältnismäßig starkes Echo gefunden. Rein organisatorisch aber rankt sich die illegale Bewegung mehr um die beiden früheren großen Arbeiter parteien. Die SPD. und die KPD . sollten bei dem ideologischen Neuaufbau der gesamten Arbeiterbewegung Deutschlands nicht den Ehrgeiz haben, unter allen UmDeutschlands nicht den Ehrgeiz haben, unter allen Um wenigstens möglich gemacht werden, auf einer gemein ständen zwei neue Theorien zu gestalten; es müßte samen Diskussionsbasis die Erfordernisse des antifaschisti schen Kampfes zu erörtern. Das französische Beispiel schlagen", entscheidend ist für die Einigungsmöglichkeit zeigt, daß der einheitliche Wille, den Faschismus zu
überhaupt. In der kommunistischen„ Humanité" vom 6. Juli 1934 heißt es:
" Jm gegenwärtigen Augenblick bildet der Faschismus die Hauptgefahr."
Wenn dieser Saz, der finngemäß auch in anderen Aufrufen der KP. wiederkehrt, für Frankreich niedergeschrieben werden durfte, sollte es für Deutschland selbst verständlich sein, alle Kräfte gegen den Hauptfeind Faschismus zu vereinigen. Mit dieser kommunistischen Erklärung müßte die verhängnisvolle Theorie vom Sozialfaschismus, nach der die Sozialdemokratie mit dem Faschismus auf eine Stufe gestellt werden sollte, aufgegeben sein, und ein wesentliches Hindernis zur Einigung wäre aus dem Wege geräumt. Es braucht keine der Parteien ihre Doktrin preiszugeben, aber jede müßte bereit sein, zu diskutieren, um das gegenseitige Verstehen zu erleichtern. Die Einheitsdiskussion darf nicht zur Waffe in den Händen der einen Partei gegen die andere werden; die Aussprache soll keinen Verzicht auf Kritik von Lehrmeinungen in sich schließen, sondern nur beschimpfende Polemik und verleumderische Angriffe aus: schließen. Es muß der Beweis erbracht werden, daß keiner der Teilnehmer Angst vor der Einigung hat. Wird die Diskussion über das sozialistische Wollen der kommenden einheitlichen revolutionären Bewegung auf solcher Grundlage geführt, so würde sie die ideologische Einheit vorbereiten helfen, damit sich zum gegebenen Zeitpunkt die Mossen der Arbeiter auf einer gleichen Ebene treffen
können.
Es komrit aber nicht nur darauf an, alle Teile der deutschen Arbeiterschaft zur gemeinsamen Diskussion über
den Weg zur Macht zu befähigen. Die Einheit der Aktion wird in erster Linie aus den Betrieben heraus wachsen. Der Betrieb war bestimmt, im Faschismus die Zelle seiner Massenbasis zu sein, der Betrieb hat sich nicht minder als ein Zersegungsherd des Faschismus gezeigt, je mehr der pseudosozialistische Schwindel entlarvt werden konnte. Aus den Betrieben haben die Arbeiter bei den Vertrauensratswahlen ihre erste stumme und gewaltige Demonstration sichtbar gemacht. Im Betrieb stößt sich das Regime stündlich an den Klassengegensätzen, dort sind es Parteigebundenheit, ihre proletarische Verbundenheit um alle Arbeiter und alle Angestellten, die, losgelöst von so stärker fühlen.
legschaften verschiedener politischer Färbungen fallweise An den Arbeitsstätten wissen sich heute schon die Bezu verständigen, soweit es sich um die Verteidigung ihrer Belegschaftsforderungen handelt. Auch bei den ver schiedenen Zentralstellen der Arbeiterparteien sind wohl in der Beurteilung dieser Massenforderungen die uns mittelbarsten Berührungspunkte festzustellen. Da herrscht Uebereinstimmung über die Sklavenverordnung im „ dritten Reich" vom 1. Mai 1933, genannt Gesetz zur Ord nung der nationalen Arbeit . Auf der Basis dieses. Arbeitsgesetzes, das die bewußte Zerstörung jedes Kollek tivismus bezweckt, vollzieht sich die sogenannte Betriebsder Sechunddreißigstundenwoche in den nächsten Monaten ordnung und der Lohnabbau, wie er mit der Einführung brutaler als je durchgeführt werden soll. Man braucht dürfen, daß in der Stellungnahme zu den täglich auf gewiß kein Revolutionsromantiker zu sein, um fagen zu tretenden Arbeitsfragen das Abwarten allein keine aus. reichende Anweisung für die Belegschaften sein kann, und daß trotz des Arbeitsgesetzes tägliche Arbeiterforderungen nicht ausbleiben können. Mag auch die Arbeitsfront in ihren Befugnissen völlig ausgehöhlt sein, die Millionen 3wangsmitglieder sind ihr verblieben. Sie können den Betriebsversammlungen fernbleiben, manches Beispiel hat jedoch die Nützlichkeit der Teilnahme erwiesen. Sollte die Einheitsbewegung der Verwirklichung näher gebracht Arbeiterschaft im faschistischen Alltag reichlichen Stoff zur werden, so würden jedenfalls die Massenforderungen der Probe auf das Exempel bieten.
Aus der Verständigung über Betriebsfragen und sich auch wertvolle Anfäße für die künftigen einheitlich Massenforderungen des täglichen Arbeitslebens würden aufzubauenden freien Gewerkschaften gewinnen lassen. Der Aufbau von Massengewerkschaften wird nicht Aufgabe der politischen Parteien sein, wohl aber kann die politische Bewegung in ihrer Einheitstaktik mit dazu beitragen, wesentliche Voraussetzungen für die spätere Gewerkschaftseinheit zu schaffen. Die Aktionseinheit der politischen Parteien wird sich zunächst bewähren müssen, um den letzten Verdacht, als könnte die Empfehlung von Einheitsgewerkschaften etwas eine Fortsetzung der RGO. werden, zu zerstreuen. Der gewerkschaftliche Wiederaufbau darf in keinem Falle zum Gegenstand politischer Experimente gemacht werden.
Die Aktionseinheit muß sich ferner in den einzelnen Stadien der weiteren Entwicklung bewähren, wenn es sich um die Bewegungsfreiheit der Arbeiterschaft, die Forderungen nach Vereins- und Versammlungsfreiheit und anderen Möglichkeiten handelt, die Massen besser sammeln und organisieren zu können.
Eine aufrichtige Bereitschaft zur Aktionseinheit setzt voraus, daß gemeinsame Bollzugsausschüsse aus beiden Lagern bestehen und eine gemeinsame Zentralstelle geschaffen wird, die eine Alleinherrschaft einer Partei verhindert. Die zurückliegenden Erfahrungen haben gezeigt, daß die Schaffung einer höheren Organisationseinheit immer wieder daran gescheitert war, daß versucht wurde, zunächst die vorhandenen Einheiten zu dezimieren oder zu zerstören. Die deutsche Arbeiterklasse kann von den Parteien verlangen, daß sie auf jeden Parteiopportunis mus Verzicht leisten, wenn es gilt, ihr gegen den Hauptseind, der Faschismus, die schärfste Waffe in die Hand zu geben; Die Einigkeit der Arbeiterklasse.
Der„, Rote Stoßtruppblib2 31
kleineren Uebels, des Nurhoffens auf die wirtſchaftlichen Der
Schwierigkeiten des Regimes versagen. Die Elastizität der Hitler- Diktatur zur Ueberwindung von Schwierigs heiten und ihre Bereitschaft zu Konzessionen aller Art sind unbegrenzt. Fest, hart und unerbittlich aber bleibt er in seiner tödlichen Feindschaft gegen die aufstrebende sozialistische Arbeiterschaft, wie immer die politische Färbung ihrer einzelnen Gruppen sein mag. Alle Hoffnungen, durch die sich öffnenden und weitenden Risse des Regimes in das sich wandelnde Staatsgefüge des Faschismus hineinschlüpfen zu können, werden sich als trügerisch ermeisen. Im Ringen der Arbeiterklasse mit dem Faschis mus kann es nur um die ganze Macht gehen. Sie muß mit dem Sturz des Faschismus erkämpft werden.
Ein höchst gefährliches Unternehmen"
Die„ Germania " in Berlin berichtet über den Stroßtruppprozeß noch folgende Einzelheiten:
ständig steigender Auflage eine marristische Heßschrift unter In Berlin und im Reich war seit Juni vorigen Jahres in der Bezeichnung Der rote Stoßtrupp" verteilt worden. Die Polizei ging den Spuren der Verteiler nach und deckte ein ganzes System von Bezirken- und Unterverteilungsstellen auf. Als die geheimen Fäden, die zu einem " Führerkopf" in Berlin führten, restlos aufgedeckt waren, gericht gab das Strafverfahren gegen die Verteiler an das wurde der ganze illegale Apparat ausgehoben. Das VolksKammergericht ab, das gegen mehrere Dußend Angeklagte Gefängnis- und Zuchthausstrafen bis zu drei Jahren verhängte.
Die Mitglieder des Führerkopfes, der sich selbst als„ Noter Stab" bezeichnete, hatten sich nun am Montag vor dem itige Führer des ganzen Unternehmens war der 30jährige 2. Senat des Volksgerichtshofes zu verantworten. Der geiRudolf Küstermeier, der sich längere Zeit hindurch auch im Ausland journalistisch betätigt hatte. Er hatte Beziehungen aufgenommen zu verschiedenen Mitgliedern der sozialistischen Studentenschaft der Berliner Universität. Diese jungen, der SPD. nabestehenden Akademiker verstand er schnell für seine Hochverräterischen Pläne zu gewinnen. So gelang es ihm, einen illegalen Presseapparat aufzuziehen, der nach den Feststellungen der Polizei nicht weniger als 40 000 Eremplare der Heßschrift„ Der rote Stoßtrupp" im In- und Ausland verteilt haben soll.
Die Erkenntnis vor der Größe dieser Aufgabe wird uns nicht abzuhalten brauchen, Zersezungs- und Zerfallverscheinungen des Hitlerismus mit der nötigen Aktivität unfererseits zu begleiten. Es muß indes ausgesprochen werden, daß die noch herrschende Zersplitterung der sozia liftischen Opposition bisher auch in den einzelnen Etappen der faschistischen Entwicklung jede Einsatzbereitschaft verhindert hat. Der 30. Juni hatte auf einige Stunden, ins besondere in den Großstädten Deutschlands , ein aufge lockertes Straßenbild gezeigt. Zahllose diskutierende Gruppen haben immer die Frage gestellt: Was soll werden? Sie wird eine offene Frage bleiben, bis die Sammlung der Massenopposition sichtbar geworden ist. Es genügt nicht, daß die Massenbasis des Faschismus, wie es am 30. Juni der Fall war, in sich erschüttert wird. Ent- Im Gegensatz zu den Angeklagten, die den Hochverrätescheidend ist, ob in den Wiederholungsfällen inner- tischen Charakter ihrer Tätigkeit abzuleugnen suchten, betonte faschistischer Krisen, die nicht ausbleiben werden, auch der Vertreter der Reichsanwaltschaft in feiner Anklagerede, daß es sich hier um ein höchft gefährliches unter positiv das Kraftzentrum vorhanden sein wird, die entnehmen handele, das der Bildung einer neuen Umsturztäuschten Massen an sich ziehen zu können. Auch der partei nahefomme. Der rote Stroßtrupp" habe als neue langwierigste Stellungskrieg, den zu führen das deutsche marristische Bewegung, die er in Wahrheit sei. beabsichtigt,
alle diejeniaen jungen revolutionistischen Elemente zusammenzufassen, die mit der Führung durch die, alten margi volutionären Wunschträumen hingeben. Es handelt sich dabei stischen Parteien unzufrieden waren und sich immer noch re
vor allem um die Mitglieder der KPD. - Opposition, der Sozialistischen Arbeiterpartei( SAP.) und die Troßki- Anhänger. Diese Kreise waren nach den Plänen des„ Roten Stabes" berufen, in naher Zukunft die proletarische Revolution durchzuführen, die die KPD . diesen Staatsfeinden nach ihrer Meinuna schuldig geblieben war. Die Kampfschriften des Roten Stabes" mit Greuelnachrichten über den Reichstags= brand und sonstige tagespolitischen Ereignisse angefüllt und find daher als besonders verwerfliches politisches Kampf mittel anzusprechen, da sie vor allem das Ansehen der nationalen Regierung und der hinter ihr stehenden Verbände zu untergraben und auch auf diesem Wege den Boden für einen esant dürfte die Feststellung sein, daß sich auch die nach Prag gewaltsamen Umfturz vorzubereiten suchen. Besonders intergeflohene SPD. - Leitung an der Finanzierung der hochvers räterischen Umtriebe der Angeklagten beteiligt hat.
Das Urteil lautete entsprechend dem Antrag des Reichsanwalts gegen den 30jährigen Hauptangeklagten Rudolf Süstermeier wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Berbechens gegen die Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe auf die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1933 auf zehn Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Die beiden weiteren Mitglieder des Roten Stabes", der 28jährige Karl Zinn und der 26jährige Willy String, erhielten ie sieben Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, während der 32jährige Willy Schwarz mit drei Jahren Zuchthaus davonfam. Die Strafen der restlichen drei Angeklagten bewegten sich zwischen 1½ und 3 Jahren Gefängnis.- Siehen Monate der erlittenen Untersuchungshaft werden allen Angeklagten auf ihre Strafen angerechnet.