Bund nicht sofort Polizeitruppen entfende, so könne man sich darauf gefaßt machen, daß nicht nur die jetzige Saarregierung gefangen gefeßt und massafriert werde, sondern daß nach der Abstimmung alle mit einem Kreuz aber keinem Hakenkreuz- bezeichneten Häuser angezündet und ihre Bewohner ermordet würden. Darum ginge es. Und Frankreich habe ein Recht, die zögernde Haltung des Völkerbundes zu bekämpfen und den Völkerbund zu marnen, denn nicht Luxemburg und Portugal , sondern Frankreich würde in bezug auf die Saar schwer
wiegende und in ihren Folgen noch nicht zu übersehende
Entscheidungen zu treffen haben.
Der Völkerbund möchte, so heißt es in dem Artikel weiter,
von der Saar ablenken. Und das Aufnahmegesuch Ruß lands mit seinen 160 000 000 Einwohnern in den Völkerbund sei eine willkommene Ablenkung.... Aber die Mitglieder des Völkerbundes müßten sich darüber klar sein, daß es vor dem 13. Januar nicht darum gehe, 160 000 000 enschen zu gewinnen, sondern darum, schleunigst 2000 Menschen nach der Saar zu schicken.
Bischöfe und Abstimmungskommission
Eine folgenschwere Zusciriit an den Völkerbund zur Sicherung der freien Abstimmung an der Saar
Genf, 7. September.
Die Abstimmungsfommission hat eine Note gegen die Bischöfe von Trier und Speyer an den Generalsekretär des Bölferbundes gerichtet. Die Note, die das Datum vom 24. August 1934 trägt, hat folgenden Wortlaut:
Herr Generalsekretär!
Die Abstimmungskommission beehrt sich, Ihnen nachstehendes mitzuteilen und bittet Sie, dem Völkerbundsrat davon Kenntnis zu geben.
Am Sonntag, dem 29. Juli 1984, fand in Saarbrücken die Tagung der katholischen Saar - Jugend" statt, die vom Katholischen Jungmännerverband organisiert war. Aus einem Schreiben des Katholischen Jungmännerverbandes an die Regierungskommission vom 21. Juni 1934 und aus der Antwort der Regierungsfommission vom 18. Jult ( beide Schreiben sind in Abschrift beigefügt) geht hervor,
daß die Genehmigung zur Tragung der katholischen Saarjugend erteilt wurde auf Grund der Beteuerungen der Beranstalter, daß es sich um eine rein tonfeffionelle Kundgebung handele.
Nach einem in der„ Saarbrücker Landeszeitung" vom 30. Juli 1934 erschienenen Bericht( Ausschnitt der Zeitung ist beigefügt) wurde der versammelten Jugend folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten Hindenburg verlesen:
50 000 fatholische Jungmänner und Jungmädchen des Saargebietes, um ihre Oberhirten von Trier und Speyer zur katholischen Treuekundgebung in Saarbrücken verfammelt, entbieten dem Oberhaupte des Deutschen Reiches aus der deutschen Westmark den Gruß unentwegter Treue. Franz Rudolf, Bischof von Trier ,
Ludwig Sebastian , Bischof von Speyer ."
Die Abstimmungskommission ist der Auffassung, daß die Bischöfe von Trier und Speyer - denen doch kaum unbekannt war, daß die Genehmiguna zur Tagung nur unter der Bedingung erteilt wurde, daß es sich um eine rein fonfessionelle Rundgebung handelte mit der Absendung dieses Telegramms die von den Umständen
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gebotene politische Neutralität nicht beobachte haben. Angesichts der gegenwärtigen Verhältnisse und wegen der geistigen Macht, die sie ausüben, muß die Einmischung der Bischöfe nach Auffassung der Abstimmungsfommission als der Freiheit der Abstimmung zuwider= Iaufend angesehen werden.
Von W. Somerset Maughan
Kapitän Bartlett erzählte mir seine Geschichte. Ich glaube nicht, daß es viele Leute gibt, die auf der ,, Donnerstag- Insel" waren. Sie liegt in den Torres Straits und heißt so, weil sie an einem Donnerstag von Kapitän Cook entdeckt wurde. Weil man mir in Sidney sagte, sie wäre das Letzte, was Gott je geschaffen habe, fuhr ich hin. Man sagte mir auch, daß es dort nichts zu sehen gäbe und man mir nur den Hals abschneiden würde. Ich war auf einem japanischen Schlepper von Sidney heraufgefahren und wurde in einem kleinen Boot an Land gesetzt. Es war mitten in der Nacht, und keine Seele war an der Landungsstelle. Einer von den Matrosen, die mich hinübergebracht hatten, sagte mir, daß ich in der Richtung nach links zu einem zweistöckigen Haus kommen würde; das sei das Hotel. Das Boot stieß ab und ich blieb allein. Ich trenne mich ungern von meinem Gepäck; aber noch weniger gern verbringe ich eine Nacht am Hafendamm auf harten Steinen; ich schulterte also meine Tasche und ging los. Es war stockfinster. Ich schien schon viel mehr als die hundert Meter gegangen zu sein, von denen die Rede war, und glaubte, mich verirrt zu haben, als ich endlich nebelhaft ein Gebäude erblickte, das der Größe nach vielleicht das Hotel sein mochte. Nirgendwo ein Licht, aber meine Augen waren nun bereits an die Finsternis gewöhnt und ich fand eine Tür. Ich entzündete ein Streichholz, konnte aber keine Glocke entdecken. Ich klopfte; keine Antwort. Ich klopfte wieder, so laut ich konnte, mit einem Stock; da öffnete sich oben ein Fenster und eine Frauenstimme fragte, was ich wünsche.
,, Ich. bin soeben mit der Shika Marü angekommen," sagte ich. ,, Ich möchte ei. Zimmer."
,, Ich werde hinunterkommen."
Ich wartete noch ein wenig, bis die Tür von einer Frau in einem roten Flanellschlafrock geöffnet wurde. Ihr Haar hing in langen, schwarzen Strähnen über die Schultern herab. In der Hand trug sie eine Petroleumlampe. Sie begrüßte mich warm und hieß mich eintreten; eine kleine, rundliche Frau mit klugen Augen und einer verdächtig roten Nase. Sie führte mich hinauf und zeigte mir ein Zimmer.
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,, Setzen Sie sich schön nieder und bevor Sie drei zählen, wird das Bett gemacht sein," sagte sie. Was wollen Sie nehmen? Ein Schluck Whisky würde Ihnen gut tun, glaube ich. So spät in der Nacht brauchen Sie sich nicht zu waschen, ich werde das Handtuch in der Früh bringen."
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Und während sie das Bett machte, fragte sie, wer ich sei und was ich auf der Donnerstag- Insel wolle. Sie merkte, daß ich kein Seemann bin seit zwanzig Jahren kamen alle Seeleute in dieses Hotel und sie konnte sich nicht vorstellen, was mich hergeführt haben mochte. Ob ich wohl der Mann sei, der hier Sitten und Bräuche erforschen solle? Sie hatte gehört, daß von Sidney einer geschickt werde. Ich fragte, ob derzeit Seeleute da wären. Ja, einer, Kapitän Bartlett; ob ich ihn kenne? Ein seltsamer Vogel und wortwörtlich kein einziges Haar am Kopf; aber Alkohol kann der verschwinden lassen. So, nun war das Bett fertig und ich würde sicher wie ein Stein schlafen und eines, wohlgemerkt! Die Leintücher sind tadellos rein. Sie zündete eine Kerze an und wünschte mir gute Nacht.
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Dies gibt der Vermutung Raum, daß die katholischen Bischöfe durch die von den beteiligten Regierungen eins gegangenen feierlichen Verpflichtungen nicht gebunden sind. In der Erwägung, daß hier eine Lücke besteht, die der ftriften Neutralität der Abstimmungshandlungen abträglich ist, hält es die Abstimmungskommission für ihre Pflicht, den Völkerbundsrat auf die Haltung der Bischöfe von Trier und Speyer aufmerksam zu machen, damit der Rat die ihm ge= eignet erscheinenden Maßnahmen treffen kann. Genehmigen Sie, Herr Generalsekretär , die Versicherung meiner Hochachtung.
Der Präsident der Abstimmungsfommission. gez. A. E. Rodhe.
Diese Note ist von außerordentlicher Bedeutung. Sie beweist, mit welcher Entschiedenheit die Abstimmungskommission die Freiheit der Abstimmung auch gegen die hohen kirchlichen Autoritäten an der Saar zu wahren gedenkt. Das Telegramm an Hindenburg anläßlich des katholischen Jugendtreffens in Saarbrücken mußte als offizielle oberhirtliche Parteinahme zugunsten der Rückgliederung gewertet werden und ist auch so aufgenommen worden.
Jetzt wird die„ Lücke" ausgefüllt. Auch die Kirchenfürsten von Trier und Speyer sind verpflichtet, volle Unparteilichkeit zu wahren. Aber die Note geht, wenn man sie genau liest und richtig versteht, noch darüber hinaus. Sie will, daß
Freudig und freiwillig" 13
Heẞ will den Versammlungszwang abschaffen
In einem Rundschreiben wendet sich Reichs minister Rudolf Heß , der stellvertretende Führer der NSDAP. , gegen die Erzwingung der Teilnahme an Versammlungen durch Kontrollkarten. Er weist darauf hin, daß die NSDAP . eine auf freiwillige Mitarbeit, freiwilligen Gehorsam und verantwortungsvoller Führung aufgebaute weltanschauliche Organisation sei, deren Mitglieder mehr zu opfern, zu arbeiten und zu kämpfen bereit seien als andere Volksgenossen. Von einem National sozialisten müsse er daher erwarten, daß er aus seiner freiwilligen Pflicht gegenüber Führer, Bewegung und Volk ohne irgendeinen Zwang die Folgerungen ziehe und freudig und freiwillig seine Pflichten gegenüber dem Volksganzen erfülle. Von den verantwortlichen politischen Leitern aber müsse er verlangen, daß sie in ihrem Verhalten Vorbild und Führer seien und Veranstaltungen so inhaltreich gestalteten, daß jeder Partei- oder Volksgenosse gern ihrem Ruf zur Teilnahme an einer Veranstaltung folge und aus der Teilnahme neue Kraft für die weitere Arbeit schöpfe. Sei dies nicht möglich, so dürfe um so weniger ein 3wang zum Besuch derartiger Veranstaltungen ausgeübt werden, als dieser sich gegen das Ansehen der Bewegung auswirken müßte und die Teilnehmer dem Nationalsozialismus eher entfremde, als daß er sie für ihn werbe. Er verbiete daher die weitere Verwendung von Kontrollkarten. Wie in dem Informationsorgan der NSBO. feſtgeſtellt wird, gilt diefes Rundschreiben auch für die Deutsche Arbeitsfront in vollem Umfang.
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Berlin , 4. Sept.( Inpreß.) Das Sondergericht Berlin verurteilte einen Arbeiter aus Granfee wegen„ Vorbereitung zum Hochverrat" zu einem Jahr Gefängnis.
Breslau , 5. Sept.( Inpreß.) 28 fommunistische Arbeiter aus Glogau wurden vom Oberlandesgericht Breslau zu Zuchthausstrafen bis zu fünf Jahren, zu insgesamt 51 Jahren Kerker verurteilt.
Berlin , 5. Sept.( Inpreß.) In dem Prozeß gegen die kom munistischen Arbeiter aus Freienwalde wurde der Hauptangeklagte Jessel zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten insgesamt 8 Jahre Zuchthaus.
Berlin , 5. Sept.( Invrek.) Das„ Volksgericht" verhängte über zwei thüringische Arbeiter, die illegale Literatur, unter anderem das Braunbuch, aus der Tschechoslowakei eingeführt hatten, Zuchthausstrafen in Höhe von je vier Jahren.
disziplinarische Maßregeln der Bischöfe aus politischen Weitergeben!
Gründen unterbunden werden.
Seltsamerweise hat sich die gleichgeschaltete früher fatholische Presse des Saargebiets zu der Note der Abstimmungskommission noch nicht geäußert. Begreiflicherweise! Denn es wird ihr von jetzt an unmöglich gemacht, die Meinung der Bischöfe autoritativ gegenüber den Katholiken im Abstimmungskampfe auszubeuten.
Kapitän Bartlett war wirklich ein seltsamer Vogel, aber ohne Bedeutung für meine gegenwärtige Geschichte. Ich machte am nächsten Tage bei Tisch seine Bekanntschaft, im Laufe des Gesprächs erwähnte ich zufällig, daß ich französisch spreche und er bat mich, den ,, Franzosen- Joe" zu besuchen.
,, Es wird ein Fest für den alten Burschen sein, wieder mal seine eigene Sprache zu sprechen. Er ist dreiundneunzig, jawohl."
Seit zwei Jahren lebte Joe im Spital. Nicht weil er krank, sondern weil er alt und hilflos war. Dort besuchte ich ihn.
Er lag im Bett, in einem Flanellpyjama, das ihm viel zu groß war; ein kleines, altes, verrunzeltes Männchen mit großen, lebhaften Augen, einem kurzen weißen Bart und buschigen schwarzen Brauen. Es freute ihn, französisch mit mir zu sprechen. Er sprach es mit dem starken Akzent seiner Heimat- Insel; er war Korse. Er hatte nun so lange unter Engländern gelebt, daß er seine Muttersprache nicht mehr ganz beherrschte. Er gebrauchte englische Worte mit französischen Endungen, sprach schnell, mit großen Gesten und seine Stimme war meistenteils stark und deutlich; dann und wann erstarb sie aber plötzlich, so daß seine Rede wie aus dem Grabe klang. Diese dumpfe, hohle Stimme war mir unheimlich. Er schien mir dann nicht mehr von dieser Welt zu sein.
Sein wirklicher Name war Josef de Paoli. Er war von Adel und ein Gentleman. Joe war aus derselben Familie wie der bekannte General de Paoli; aber er zeigte kein Interesse für seinen berühmten Vorfahren.
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Wir haben so viele Generäle in unserer Familie gehabt," sagte er. ,, Sie wissen natürlich, daß Napoleon Bonaparte ein Verwandter von mir war."
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1851, also vor achtundziebzig Jahren, trat Joe in die französische Armee ein. Unheimlich, mich schauderte. Als Leutnant der Artillerie( ,, wie mein Cousin Buonaparte," sagte er) hatte er in der Krim gegen die Russen und als Hauptmann 1870 gegen die Preußen gekämpft. Auf seinem kahlen Kopf zeigte er mir eine Narbe von einem Ulanensäbel und erzählte mit dramatischen Gesten, wie er dem Ulanen seinen Säbel so heftig hineinrannte, daß er ihn nicht mehr herausziehen konnte. Aber das Kaiserreich fiel und er schloß sich den Kommunisten an.
Sechs Wochen bekämpfte er unter Herrn Thiers die kaiserlichen Truppen. Für mich war Thiers ein Schatten; es war ergreifend und ein bißchen komisch, den Franzosen Joe mit leidenschaftlichem Haß von einem Manne sprechen zu hören, der seit einem halben Jahrhundert tot war. Seine Stimme erhob sich zu einem schrillen Gekreisch, als er die Beleidigungen wiederholte, orientalisch in ihrem Bilderreichtum, die er diesem mittelmäßigen Staatsmann im Senat an den Kopf geschleudert hatte. Franzosen- Joe wurde angeklagt und auf fünf Jahre nach Neu- Caledonien verbannt.
,, Sie hätten mich erschießen sollen," sagte er ,,, aber das wagten sie nicht, schäbige Feiglinge."
Dann kam die lange Reise auf einem Segler zu den Antipoden und sein Zorn entflammte aufs neue, wenn er von der Schmach sprach, wie man ihn, einen politischen Gefangenen, mit Verbrechern zusammenpferchte. Das Schiff legte in Mel bourne an und einer der Offiziere, ein Korse, machte ihm die Flucht möglich. Er schwamm ans Land und meldete sich auf Anraten seines Helfers sofort bei der Polizei. Niemand konnte ihn dort verstehen, aber ein Dolmetsch wurde geholt,
Weitergeben?
Werfen Sie die ,, Deutsche Freiheit" nach dem Lesen nicht fort. Geben Sie das Blatt an Leute weiter, die der Aufklärung und Belehrung bedürfen!
seine durchnäẞten Papiere geprüft, und er wurde mit dem Bescheid entlassen, daß er in Sicherheit sei, solange er kein französisches Schiff beträte.
,, Freiheit," schrie er mir zu ,,, Freiheit!"
Dann kam eine lange Kette von Abenteuern. Er kochte, fegte Straßen, unterrichtete Französisch, arbeitete in den Goldminen, war Vagabund, Hungerleider und kam schließlich nach Neu Guinea . Dort erlebte er das Merkwürdigste. Es trieb ihn tiefer und tiefer ins Land. Es gibt immer noch Kannibalen im Innern und nach hundert verzweifelten Abenteuern und knappem Entkommen machte er sich zum König irgendeiner wilden Sippe.
,, Sieh mich an, mein Freund," sagte er ,,, ich, der ich hier auf einem Spitalbett liege, aus Barmherzigkeit aufgenommen, herrschte als König, soweit mein Auge reichte. Ja, das ist schon was, sagen zu können, ich war ein König."
Aber gelegentlich geriet er in Gegensatz zu den Briten und seine Würde wurde ihm genommen. Er floh und fing wieder von vorne an. Es ist offenbar, daß er ein Mann von Begabung war, denn er brachte es am Ende zu einer eigenen Flotte von Perlenfischern auf der Donnerstag- Insel. Er schien nun, als ältlicher Mann, einen friedlichen Hafen gefunden zu haben und einem glücklichen und achtbaren Alter entgegen zu gehen. Da zerstörte ein Orkan seine Schiffe. Er war ruiniert und erholte sich nicht wieder. Er war zu alt, um frisch zu beginnen und brachte sich seither recht und schlecht fort, bis er endlich, besiegt und geschlagen, den gütigen Schutz des Hospitals annahm.
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Warum aber kehrten Sie nicht nach Frankreich oder Korsika zurück? Schon vor einem Vierteljahrhundert wurde eine Amnestie für die Kommunisten erlassen."
,, Was sind mir Frankreich und Korsika nach fünfzig Jahren? Ein Vetter von mir hat sich meines Besitzes bemächtigt. Wir Korsen vergessen und verzeihen nie. Wäre ich zurückgekehrt, ich hätte ihn töten müssen, und er hatte doch Kinder."
,, Komischer, alter Franzosen- Joe," lächelte die Krankenschwester, die am Bettende stand.
,, Auf jeden Fall aber war es ein herrliches Leben," sagte ich.
,, Nie, niemals. Es war ein schreckliches Leben. Mißgeschick verfolgte mich, wohin ich auch meine Schritte lenkte. Und jetzt, sehen Sie mich doch an, tauge ich zu nichts, nur noch fürs Grab. Ich danke Gott , daß ich keine Kinder habe; damit sie den Fluch nicht erben, der auf mir lastet."
,, Aber Joe, ich dachte, Sie glauben nicht an Gott," sagte die Pflegerin.
,, Stimmt. Ich bin Skeptiker. Ich konnte im Gang der Dinge niemals eine sinnvolle Absicht entdecken. Wenn das Universum von einem Wesen gelenkt wird, dann kann es nur ein verbrecherischer Geistesschwacher sein." Er zuckte die Achseln. ,, Ich bleibe nicht mehr lang auf dieser schmutzigen Welt und dann werde ich mich selbst überzeugen, was an der ganzen Geschichte wahr ist."
Die Schwester meinte, daß es schon Zeit sei, den alten Mann zu verlassen. Ich ergriff seine Hand und nahm Abschied. Ich fragte, ob ich etwas für ihn tun könne. ,, Ich brauche nichts, ich will nur sterben."
Er zwinkerte mir mit seinen glänzenden, schwarzen Augen zu. ,, Aber bis dahin wäre ich Ihnen für ein Paket Zigaretten dankbar."