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Nr. 15.

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( 15)

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Enterhaltungsbeilage.

Die verherte Stadt.

Eine Beitere Gpigbubengefchichte von

,, Mörder!"

Karl Ettlinger .

1925.

Copyryght by Georg Müller Verlag A.-G. München .

polizei gesucht wird??"

Das ist einer von den Eisenbahnräu- Eduard Bohnkraut sah sich mißmutig| ,, Go to hell!" brüllte Eduard. Das ist bern!" stellte plötzlich der Mann fest, der im Lokal um: ein sparsam beleuchtetes Zim- Rechtsanwalt Meier III!" immer alles weiß und der bei keinem Stramer mit vergitterten Fenstern. An den Wän- · Der Stommissar fuhr auf. Rechtsan Benauflauf fehlt. den allerlei Bekanntmachungen und Anwalt Meier III? Der von der Kriminal ,, Giftmischer!!" schläge. ,, Rauchen verboten"," An- und Ab­Bringt ihn doch um!!" meldungen nur an Wochentagen zwischen 2 ,, Endlich haben sie den Rädelsführer und 4 Uhr nachmittags", und ähnliches. In bon der ganzen Bande erwischt. der Mitte des Zimmers, hinter einem Ver­schlag, ein Schreibtisch, bedeckt mit allerlei blaudeckeligen Akten, zwischen denen sich einige abgegriffene Broschüren, Anweisun gen für den Polizeidienst, herumtrieben.

Lange genug hat's gedauert!" meinte fritisch ein Politifer.

Sofort widersprach ihm ein staatserhal­tendes Element. Die Polizei kann auch nicht heren! Gut Ding will Weile haben. Werden Sie doch Polizeipräsident, wenn Sie's beffer berstehen!"

Platsch, hatte Eduard wieder eins auf dem Sut.

,, Surra!" johlt die Menge.

Hinter dem Tisch ein älterer, gutmütig aussehender Mann, der durch seine Brille den vorgeführten Eduard gemächlich betrach tete.

,, Da haben wir ihn, Herr Kommissär!" " Jawohl, da habt ihr mich!" fauchte Bohnkraut. Könnt euch etwas darauf ein bilden, harmlose Bürger einzufangen, ihr Musterpolizei!"

Er ergab sich in sein Schicksal. Willen­los ließ er sich von den Schutzleuten führen. But, ich gehe mit. Meinetwegen, Aber das sage ich euch jetzt schon: gut wird euch ,, Nur keine Aufregung!" besänftigte der der Mißgriff nicht bekommen!" Kommissar. Jmmer eins nach dem andern! Abwarten!" grinste der eine Gesetzes. Grobheiten haben hier gar keinen Zwed und hüter. Nur immer abwarten! Vorerst wer- verschlechtern höchstens Ihre Lage!" den Sie sich mal wegen der Schießerei, Wi­derstands gegen die Staatsgewalt und Be­amtenbeleidigung zu verantworten haben.- Borwärts, nicht so langsam geben! Sonst werden wir dir Beine machen!"

" Ich will mich aber aufregen!" frafehlte Eduard. Ist mein gutes Recht als freier Bürger der Vereinigten Staaten , mich so viel aufzuregen, wie ich Luft habe! Zu jeder Tages- und Nachtzeit! Kann sogar Nerven Tages- und Nachtzeit! Rann sogar Nerven chocks friegen, wenn mir's paẞt! Geht die Bolizei gar nichts an! Was soll das über­haupt heißen: Da haben wir ihn?, Selingt ja beinahe, als ob man mich erwartet bätte!"

Nur immer hevan, meine Herrschaf ten!" schrie im Ausruferton ein Spaßvogel. tur hier allein sieht man die echten, leben­den Raubmörder! Das ist kein Trick! Das muß man gesehen haben, da muß man bineingetreten fein! Und wenn Sie fragen, meine Herrschaften, was fostet das? Das fostet teine fünf Mark, das fostet. Keine drei Mart das fostet keine zwei Mark, das hat die Nase haltend, frug er den Verhafteten: Und ihm überrumpelnd einen Zettel vor man hier alles umsonst, Kinder vom Feld- Kernen Sie diese Handschrift?" ebel abwärts die Hälfte!"

Als der Zug an der Polizeiwache au­gekommen war, beförderte der eine Schutz­mann den Arrestanten mit einem Schubs in das Wachtlofa!, während der andere vor der Türe mit ausgebreiteten Armen die nach­drängenden Neugierigen zurückhielt.

Er machte das ausgezeichnet; man sah, er hatte Uebung darin,

Der Kommiffar lächelte freundlich. Das haben wir auch. Sie waren uns be­reits gemeldet, wenn auch nicht in besonders liebenswürdiger Form."

Eduard trai unter den Leuchter, um Lesser sehen zu können, und las:

Wenn Sie den größten Fanswur sten, den Bredendorf zurzeit Leberbergt, ein paar Löcher in die Luft siehen sehen wollen, dann begeben Sie sich heute abend zwischen acht und neun Uhr in die Quel lenstraße!

Ein Freund der staatlichen Ordnung."

Und nicht gefunden wird! Jawohl! Meier III, der mir mein Haus gestohlen hat, der mir vorhin eine fannibalische Ohrfeige geblitt hat, und dessen Hinterfront ich leider verfehlt habe, als ich ihm nachschoß!"

Demnach wären Sie Herr Bohnkraut? " In Lebensgröße. Hätten ntich die zwei uniformierten Hausknechte nicht festgehalten, so stünde jetzt vermutlich Meier III bor Ihnen, statt meiner! Es ist zum Jungehunde friegen!"

,, Sie haben sich jeder Beamtenbeleidi gung zu enthaken, Herr Bohnkraut! Können Sie sich legitimieren?"

-

,, Ves, Sir! Soviel Sie wollen. Habe immer ein Pfund Legitimationspapiere bei mir."

Er zog fe.ne Brieftasche und reichte dem Kommissär feinen Paß.

Er ist in Ordnung," sagte dieser, nach­dem er ihn geprüft und die eingeklebte Pho­tographie mit dem Original verglichen hatte. " un erzählen Sie mir aber einmal, wes­halb schießen Sie mitten in der Nacht in einer so friedlichen Stadt? Wir sind doch hier nicht in Wildwest!"

Weil ich Fire Luft habe, mich öffentlich backpfeifen zu lassen! Wünsche Ihren keinen Abdruck von dieser Handschrift. Hatte den Burschen bereits telephonisch verständigt, daß ich ihm bei der ersten Begegnung einige Gucklöcher in den Bauch knallen würde."

,, Das geht doch aber nicht, Herr Bohn­

frout!"

,, doch! Sehen ja, daß es gebt!"

Es tut ir leid, aber ich muß natürlich Anzeige erstatten. Beantworten Sie mir vinge Fragen, damit ich ein Brotokoll auf­nehmen fann!"

Es folgte tas übliche polizeiliche Frage­und Antwortspiel, das der Stommissär ge­wissenhaft zu Papier brachte, und das Bohn­fraut gleichmit g unterschrieb.

Sie werden das Weitere schriftlich er­fahren, Herr Bohnkraut. Sie können gehen!"