蛋
Feiera
Feierabe
Mr. 1.
( 5)
Unterhaltungsbeilage.
Victoria
Die Gefichte einer Liebe bon Knut Samfun.
Sie trat ihm einen Schritt entgegen, sie breitete die Arme aus und sah ihn strahlend an. Dann hielt sie inne, ieß die Arme finfen und antwortete:
flammen, denn so ewig war sie. Wie war denn die Liebe?
Oh, die Liebe ist wie eine Sommernacht mit Sternen am Himmel und mit Duft auf Nein, es ist mir nichts zugestoßen; ich der Erde. Aber weshalb läßt sie den Jüngs stieg ab und ließ die Stute vorausgehen.ling verborgene Wege geben, und weshalb Johannes, Se sollen mich nicht so ansehen. fäßt sie den Greis in seiner einsamen StamSie standen beim Teich und saben mich an. mer auf den Fußspigen stehen? Ach, die Was wollen Sie? Liebe macht des Menschen Herz zu einem Pilzgarten, einem üppigen und unverschäm ten Garten, in dem geheimnisvolle und freche ilze steben.
Er stammelte:
Was ich will? Ich verstehe nicht. Sie sind da so breit, fagte sie und legte plöbl.ch ihre Hand auf die feine. Sie sind da
fo breit, am Handgelenk. Und dann sind Sie ganz braun von der Sonne, außbraun
Er bewegte sich, er wollte ihre Hand nehmen. Da raffte sie ihr Kleid zusammen und sagte:
Nein, es ist mir also nichts zugestoßen. Ich wollte nur gern zu Fuß beingehen. Gute
Nacht.
3.
1926.
Weshalb geht Victoria hier? Wie fann ihr Weg sie hier vorbeiführen? Er irrte sich nicht, sie war es, und vielleicht war sie es auch gewesen, die gestern abend hier vorbei ging, als er aus seinem Fenster fab.
Sein Herz flopfte start. Er wußte, daß Victoria in der Stadt war, das hatte er ge hört; aber sie verkehrte in Streifen, in die der Sohn des Müllers nicht fam. Auch mit Ditlef batte er feine Berbindung.
Guten Tag, antwortete fie ganz leise.
Er nahm sich zusammen und ging der Dame entgegen. Kannte sie nicht? Ernst und Läßt sie nicht den Mönch in verschlofgedankenvoll ging fie ihren Weg und trug sene Gärten schleichen und in der Nacht den ben Stopf stolz auf ihrem schlanken Hals. Er grüßte. und machte sie nicht die Nonne toll und ver Blid in die Fenster der Schlafenden werfen? dunkelt den Verstand der Prinzessin? Sie ben, und er ging stumm vorbei. Es zuckte Sie machte feine Miene, stehen zu blei fein Haar den Staub der Straße fegt, und Straße kehrte er um, wie es ſeine Gewohnwirft den Kopf des Königs auf den Weg. daß in feinen Beinen. Am Ende der kleinen läßt ihn dabei schamlose Worte vor sich hin- heit war. Ich wende meinen Blick nicht vom Straße kehrte er um, wie es ſeine Gewohnflüstern und lachen und die Zunge heraus Boden und sehe nicht auf, dachte er. Erſt nach Strecken. einigen Schritten sah er auf.
So war die Liebe.
Jobannes reiste wieder zur Stadt. Und Jahre und Tage vergingen, eine lange, be- anders, und sie war wie nichts sonst in der Nein, nem, sie war doch wieder ganz wegte Zeit mit Arbeit und Träumen, Stu ganzen Welf. In einer Frühlingsnacht, als dium und Versen; er hatte gute Fortschritte ein Jüngling zwet Augen, zwei Augen fah, gemacht, es war ihm geglückt, ein Gedicht zu fam sie auf die Erde. Er starrte und fah. Er schreiben über Esther, ein Judenmädchen, das Königin in Berfien wurde", eine Arbeit, üßte einen Mund, da war es, als träfen sich die gedruckt und sogar bezahlt wurde. Ein zwei Lichter in seinem Herzen, eine Sonne, die einem Stern entgegenblitte. Er fiel in anderes Gedicht,„ Der Irrgang der Liebe", seinen Schoß, da hörte und fab er nichts das in den Mund des Mönches Bendt ge mehr auf der ganzen Welt. legt war, machte seinen Namen bekannt.
Ja, was war die Liebe? Ein Wind, der in den Rosen rauscht, nein, em gelbes Irrlicht im Blute. Die Liebe war eine höllen heiße Musit, die selbst die Herzen der Greise tanzen macht. Sie war wie die Marguerite, die sich dem Kommen der Nacht weit öffnet, und sie war wie die Anemone, die sich vor
einem Atemhauch verschließt und bei Berüh
rung stirbt.
So war die Liebe.
Die Liebe ist Gottes erstes Wort, der erste Gedanke, der durch sein Gehirn glitt. Als er fagte: Es werde Licht! ward es Liebe. und alles, war er geschaffen hatte, war sehr gut, und er wollte nichts davon wieder unge schehen machen. Und die Lebe ward der Ursprung der Weit und die Beherrscherin der Welt; aber alle ihre Wege ſind voll von
Blumen und Blut, Blumen und Blut
Ein Septembertag.
Se fonnte einen Mann zugrunde rich. ten, ihn wieder aufrichten und ihn wieder brandmarken; sie konnte heute mich lieben, morgen dich und morgen nacht ihn, so unbe ständig war sie. Aber se konnte auch festhal ten wie ein unzerbrechliches Siegel und bis zur Stunde des Todes gleich unauslöschlich| ſtanden.
Diese abgelegene Straße war fein Spa siermeg, er ging in the wie in seiner Stube, denn er traf hier niemals jemand. Zu bei den Seiten der Gebsteige waren Gärten. in denen Bäume mit rotem und gelbem Baub
Sie war vor einem Fenster stehen geblieben.
Straße? Weshalb stand sie da? Das Fenster Sollte er sich wegschleichen, in die nächste war ärmlich, es war ein kleines Ladenfenster. in dem einige übereinandergelegte Stan gen rote Seife zu sehen waren, Grüße in einem Glas und einige gebrauchte Briefmarlen zum Verkauf.
Bielleicht ging er noch ein paar Schritte weiter und lehrte dann um.
Da fab fie ihn an, und plößlich kommt sie ihm von neuem entgegen. Sie ging rasch, als habe sie sich ein Herz gefaßt, und als sie forach, batte sie Mübe, Atem zu bolen. Sie lächelte nervös.
Guten Tag. Wie nett, daß ich Sie treffe. Mein Gott, wie sein Ser; fämpfte; e
schlug nicht, es bebte Er wollte etwas sagen, es gelang nicht, nur seine Lippen bewegten fich. Jbr Kleid strömte einen Duft aus, ihr gelbes Sleid, oder vielleicht war es ihr Mund. Er hatte in diesem Augenblick keinen Eindrud von ihrem Gesicht, aber er erfannte ihre feinen Schultern wieder und fah ihre lange schmale Sand auf dem Griff des Schir mes. Es war ihre rechte Hand. Die Hand trug einen Ring.