Feiera
Feierabe
Mr. 9.
( 13)
Enterhaltungsbeilage.
Victoria
Die Gefchichte einer Liebe bon Knut Samfun.
Einige Minuten später ist seine Zer riffenheit von ihm gewichen, seine Ruhe zu= rückgekehrt; der Champagner brennt gedämpft durch seine Adern. Er hört, daß auch der Kammerherr eine Rede hält und daß wieder Bravo und Hurra gerufen und mit den Gläsern angestoßen wird. Einmal ſieht er zu Victorias Play hinüber: sie ist bleich und scheinbar gequält, sie blickt nicht auf. Dagegen nicht Camilla ihm zu und lächelt, und er nidt zurüd.
Johannes sagte:
Man jagt, es gebe gewisse Frauen, die einen Gegenstand für ihr Mitleid suchen. Geht es dem Mann gut, so hassen sie ihn und fühlen sich überflüssig; geht es ihm schlecht und wird er zu Boden gedrückt, so trmphieren sie und sagen: hier bin ich.
Aber warum schlug sie nicht ein, als die Zeiten noch so gut waren? Ich hatte Aussichten wie ein kleiner Gott.
Sie wollte eben warten, bis Sie zu Boden gedrückt wären. Wer weiß das?
Aber ich wurde nicht zu Boden gedrückt. Niemals. Jch behielt einen Stolz und gab ihr einen Korb. Was fagen Sie nun? Johannes schwieg.
Der Hauslehrer neben ihm spricht weiter: Es iſt ſchön, es iſt ſchön, wenn zwei einander bekommen. Dieses Los habe ich nicht gezogen. Ich war ein junger Student mit großen Aussichten, viel Begabung; mein Mater hatte einen alten Namen, ein großes Aber Sie haben vielleicht recht, meinte
Haus, Reichtum, viele, viele Schiffe. Ich der alte Hauslehrer. Bei Gott und allen darf also sogar sagen, ich batte sehr große Engeln, Sie haben recht, mit dem, was Sie Aussichten. Auch sie war jung und aus fagen, brach er plöglich aus, neu belebt, und einem vornehmen Haus. Ich gebe also zu trant wieder. Schließlich nahm sie einen alten ib: hin und öffne ihr mein Herz. Nein, ant- Stapitän: fie pflegt ihn, füttert ihn und ist wortet fie. Nönnen Sie sie begreifen? Nein, Herr im Hause. Einen Kapitän der Artillerie. Johannes fab auf. Victoria jaß mit ihrem Glas ir der Hand da und starrte zu ihm herüber. Sie hielt ihr Glas in die Höhe. Er fühlte sich von einem Stoß durchzuckt, und auch er ergriff sein Glas. Seine Hand zitterte:
fie wolle nicht, sagte sie. Jch tat, was ich fonnte, arbeitete weiter und trug es wie ein Mann. Da famen die Unglüdsjahre meines Vaters, Verluste, Bürgschaftsschulden, furz gesagt, er machte Bank ott. Was tat ich da? Trug es wieder wie ein Mann. Und jetzt Bam tatsächlich sie, das Mädchen, von dem ich sprech, zu mir. Sie tomat, fucht mich in der Stadt auf. Wes wollte sie von mir? werden Sie fragen. Ich war arm geworden, ich hatte eine fleine Lebrerstelle erhalten, alle meine Aussichten waren verschwunden und meine Gedichte in die Schublade geworfen, fam sie und wollte. Wollte!
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Da rief fie laut feinen Nebenmann an und lachte; es war der Name des Hauslehrers, den sie rief.
Gedemütigt stellte Johannes sein Glas nieder und lächelte sogar ratlos vor sich hin. le batten ihn angesehen.
Der alte Hauslehrer war ob dieser jebt freundlichen Aufmerksamkeit seiner Schülerin bis zu Tränen gerührt. Er beeilte sich und trant aus.
Der Hauslehrer sah Johannes an und fragte:
Können Sie begreifen?
Aber nun wollten Sie nicht? Konnte ich? frage ich. Entblößt, entblößt, nadt, eine Lehrerstelle, nur Sonntags Tabat in der Pfeife wo denken Sie bin? Ich konnte ihr das doch nicht antun. Aber ich sage nur, fönnen Sie das begreifen?
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Und was wurde dann aus ihr?'"
Und da gebe ich nun umher, ich alter Mann, fuhr er fort, gehe umber hier auf der Welt, allein und unbekannt. Das wurde mein Los. Niemand weiß, was in mir wohnt; aber niemand hat mich murren hören. Kennen Sie die Turteltaube? Ist es nicht die Turteltaube, diefes tieftraurige Tier, das dat klare, helle Quellwasser erst trübt, che es daraus trinkt?
Fas weiß ich nicht.
Ach Gott, Sie antworten mir nicht auf meine Frage. Sie verheiratete sich mit einem Nein, freilich. Aber es ist schon so. Und Kapitän. Das war im Jahr darauf. Mit so mache ich es auch. Ich bekam die nicht, einem Stapitän der Artillerie. Ihr Wohl! Idie ich im Leben haben wollte; doch ich bin
1926.
trotzdem durchaus nicht so arm an Freuden Aber ich trübe sie mir erst. Beständig trübe ich sie erst. Da kann die Enttäuschung hinter her nicht Uebermacht über mich bekommen. Sehen Sie Victoria. Sie trant mir jetzt zu. Ich bin ihr Lehrer gewesen; jetzt wird sie sich verheiraten, und das freut mich, ich fühle dabei ein rein persönliches Glüd, als wäre sie meine eigene Tochter. Jest werde ich viel leicht der Lehrer ihrer Kinder. Doch, es gibt wirklich trotz allem marcherlei Freuden im Leben. Aber was Sie de über das Mitleid und die Frau und den gebeugten Naden fagten je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr scheint es mir, daß Sie vecht haben. Weiß Gott , Sie haben... Entschuldigen Sie einen Augenblid.
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Er stand auf, ergriff sein Glas und ging zu Victoria. Ec schwankte bereits ein wenig auf den Beinen und ging ſehr vornübergebeugt.
Leutnant sprach, der Gutsbesiber aus der Mehrere Reden wurder: gehalten, der Nachbargemeinde trant auf die Frau im allBeutnant sprach, der Gutsbesiber aus der gemeinen, auf das Wirken der Frau im Hause. löglich stand der Herr mit den Diamant knöpfen auf und nannte Johannes' Namen. Er habe die Erlaubnis dazu erhalten, er möchte dem jungen Dichter einen Gruß von den Jungen überbringen. Es waren lauter freundliche Worte, ein wohlgemeinter Dant der Gleichaltrigen, voll Anerkennung und Bewunderung.
Johannes traube beinah seinen eigenen Sternd: Ohren nicht. Er fragte den Hauslehrer flü
Spricht er von mir?
Der Hauslehrer antwortete:
Ja. Er kam mir zuvor. Ich wollte es selbst tun. Victoria bat mich bereits heute nachmittag barum.
Wer bat Sie darum, fagten Sie? Der Hauslehrer starrte ihn an. Niemand, antwortete er.
Während der Rede richteten sich aller Augen auf Johannes, segar der Schloßherr nickte ihm zu, und die Frau des Kammer herrn nahm ihr Lorgnon vor die Augen, unt ihn anzusehen. Als die Rede zu Ende war, ranken alle.
Sie müssen jetzt erwidern, sagte der