Feiera

Feierabe

r. 31.

Unterhaltungsbeilage.

Honigmond.

Diese Geschichte ist dem aufregen Der Apparat ist nur für Zucker be den Buche Pernanische Erzähstimmt," sagte er. Erwachsene fönnen den Iungen" von Ventura Garcia Fluß zu Pferde passieren." Calderon , erschienen bei Gustav Kiepenhauer, Potsdam , entnommen.. Kann man Flüsse bequmer, behutsamer überschreiten als mit dem Huaro meines

Landes?

Aber das ist ein anderes Problem. Auf ängstlich schnaufendem Pferd, von wirbeln den Fluten umgeben, vor sich den schwarzen Chimbador als Wegweiser, der auf Klippen und treibende Bäume aufmerksam macht, einen reißenden Fluß zu durchschwimmen, iſt nicht jedermanns Sache.

Er duldet keine Haft, verlangt, daß man das Ferz auf dem rechten Fleck hat und im richtigen Moment die Augen vor der grol- Daher hatte der Ingenieur dem Besizer lenden Tiefe schließt. Ihr steht auf einer Art der Hazienda, der mit seiner jungen Gattin Gondel, wo gerade Platz ist für zwei eng um abends von der Küste eintraf, um die Flitter­schlungene Menschen, die sich aber mit der wochen auf dem Gute zu verleben, die er einen Hand an den Stangen festhalten müf- prebtesten Pferde bereitgestellt. war der sen, denn der Huaro dreht sich wie eine Weifuß erst langsam im begriffen, doch terjahne im Winde. Dieses merkwürdige auf die Senora de Linares, eine entzüdende Transportmittel gleitet an einem Stahlfabel Dame aus der Hauptstadt, machte der An­entlang, das zwischen zwei Pfosten den Fluß blick der quirlenden, brausenden Wasserfläche überspannt, und wird vermöge einer flug einen folch graufigen Eindrud, daß sie ent­ausgedachten Rollenkombination von einem jetzt den Gedanken von sich wies, sie im Sat­Paar Ochsen an das entgegengesetzte Ufer ge- tel zu passieren. Vergeblich redeten ihr die zogen. Hierbei gibt es einen kritischen Mo- beiden Neger, die besten Chimbadores weit ment, wenn nämlich der Bogen des Seils sich und breit, zu: so tief auf das tosende Wasser herabsenkt, daß der Gischt der an die Klippen brandenden Strömung Gondel und Menschen in weiße Sprühwolfen hüllt. Mit zwanzig Jahren findet man das aufregend ſchön.

Keine Angst, Herrin! Wir binden Euch am Sattel fest. Dann brauchen Euer Gnaden nur die Augen zu schließen, um nicht schwind­lig zu werden."

1927.

Auf d Wendeltreppe des Huaro jah man den Ingenieur herabsteigen. Unten an­gekommen, rief er den einen Chimbador und trug ihm auf, so schnell wie möglich vom Gutshause einen Ersatzteil zu holen. Sofort wendete der Neger sein Pferd und rit: in das braufende Waffer. Mutig fämpfte das willige Tier gegen die immer stärfere Strömung, denn der Fluß stieg jetzt rapide und spülte schon über die untersten Stufen der Turm treppe.

Senora de Linares zitterte allmählich vor Angst und Stälte. Ihr Gatte hüllte sie in feinen Boncho und tröstete sie mit einemt etwas nervösen Lächeln über den kleinen Unfall, dem er, im Vertrauen auf die mo derne Maschinerie seines Huaro, feine Be fam der deutung beimaz. Hoffentlich Schwarze bald zurück, denn schon brach die Nacht herein. Violette Schatten jenkten sich auf den weiten, blitzenden Wasserspiegel, des sen flüssiges Gold langsam zerging. Der Nachtwind machte sich auf und ließ die Gon­del über den jetzt schwarz schimmernden Flu­ten hin- und herpendeln. Der Fluß Heulie, brüllte, tobte mit jeder Minute mehr. Schon fonnten die beiden die ermunternden Zurufe des Ingenieurs und ihrer Diener nicht mehr vernehmen. Enwas fiel in die Gondel: eine Dem Ingenieur der Hazienda, der über zu Tode erschöpfte Taube, die von weit her, vielleicht von den Maisfeldern binter den die Zwanziger weit hinaus war, lag nichts an diesem Vergnügen, troßdem er selbst den Als die Gondel sich von der Höhe des Bergen kommen mußte, denn noch hing an Suaro fonstruiert hatte, einen sehr vervoll- Turmes aus in Bewegung setzte, grüßte von ihrem Schnabel ein Krümchen Korn. Das tommneten Huaro mit eifernen Türmen an unten der frohe Zuruf der Peones. Eilig gliden der Senora, die in Tränen ausbrach, als leise schauernde Körperchen starb in den Hän­Stelle der beiden Pfosten und einem elektri- fie am Stahlkabel entlang, nicht in behabiger den der Senora, die in Tränen ausbrach, als wäre das tote Tierchen ene böse Vorbes schen Motor, um die Gondel über die sechs- Ruhe wie die Huaros armer Gemeinden, die hundert Meter Luftweg zu ziehen, Monate- fich nach dem Schritt der Ochsen richten müs- deutung. lang lag das Flußbett troden, verwandelte fen. Doch in der Mitte des Flusses, zwei Immer heftiger und unerträglicher fich aber in einen reißenden Strom, sobald Meter über dem Wasser, machte sie under- schwankte die Gondel in den Windstößen, und das Hochwasser im Sommer von der Cor- fehens Halt. Der Ingenieur versuchte, sich der Lärm schwell so stark an, daß die Gatten dillera herabführte, die fich wild brillend an durch Zeichen zu verständigen: der Motor den Felsen brachen.

Senora de Linares, sehr blaß, wandte sich zum Ingenieur und befahl ihm, sie zum Suaro zu führen.

mußte wohl ausgesetz haben.

Tagsüber wurde der Huaro uur g leber das Wasser gebeugt. lauichen die Transport von Rohrzucker verwandt. Doch jungen Gatten interessiert auf das Tosen der wenn die Dämmerung fam, vergnügte sich Strömung. Die untergehende Sonne über die mutwillige Jugend der Hazienda auf ihm goß das Firmament mit der leuchtenden wie auf einer Art russischer Schaufel: derselbe Glut, die der Dämmerung in Bern voran­Moment der Beflemmung, wenn die abgeht. Himmel und Wasser sloffen ineinander wärts geglittene Gondel plötzlich wieder em porstieg. Gutmütig gab sich der Ingenieur dazu her, den Kindern zuliebe die Hebel in jeinem Turm funktionieren zu lassen, wei gerte sich aber stets, die Solidarität feines Werfs selbst zu erproben.

bildeten ein zweifachs Abendrot, stetig, unb weglich in der Höhe, tiefer unten gebrochen durch schwimmende Wolfen, die sich von der schaumgefrönten Flut lösten. Der Widerglanz des lohenden Himmels in dem ohnehin schon ro gefärbten Wasser blendete die Augen.

sich nur schreiend verständigen konnten. Schwarz lag die Nacht auf dem Wasser, von dem sich die Schaumironen weiß wie Schnee abhoben. Eng unſadungen blide das Paar angefüllt nach dem Lich : im Turm, von dem die Meitung fommen mußte. Wie lange blieb der Chambador aus!

Blöblich stieß die Senora de Linares einer wilden Schier aus: das eifige Wasser hatte ihre Füße erreicht. Das Schwanken der Gondel hörte auf; beivegungslos lag sie schräg in der Strömung. Der Ring, mit dem sie an dem Haken der Laufrolle aufgehängt war, mußte abrutschen, sobald die Gondel von dem