Falten und Tauben soll man nicht zusammen- und über das geducte Gartenhäuschen des Eier- I hellen Nachthimmel. Lenchen schlucht in ihrem sperren. händlers Müller. Die drei Unglüdlichen fihen Bett, die Eltern trösten.- nebeneinander und schreien vereint gegen den

Dich soll der Kudud holen.

Fette Sennen legen wenig Eier.( Vie! Geschrei und wenig Wolle.)

Wie ein Wolf in die Schafherde einbrechen. Wer die Kazen gut füttert, hat am Hochzeitstag schön Wetter.

Er frächzt wie ein Rabe.

Hunde, die viel bellen, beißen nicht.

Jammer um Isabella!

Hinter der Front.*)

Je mehr Georg und Sawrentjeff sich der Fenerlinie näherten, um so dichter wurde der entfeßliche Zug. Die Klagen und Schreie über­

Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins tönten den Lärm des Motors. Von hinten Maul.

Sier sagen sich die Füchse gute Nacht. Stumm wie ein Fisch sein.

Vor die Hunde gehen; auf den Hund kommen. Wer über den Hund kommt, kommt auch über den Schwanz.

Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz.

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famen neue Wagen mit Generalstabsoffizieren jeden Grades, die fast alle von Freunden beglei tet waren. Und diese beiden Ströme- die ber­wundeten Mannschaften und die in ihrem Ver­gnügen gestörten Führer- kreuzten sich brutal, ein Gemisch von Qual, von Genußsucht und von Sterben.

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Halt! rief Dolin wie ein Besessener. Mit einem Tonfall, der keine Widerrede

Mit den Wölfen muß man heulen. Die schlechtesten Früchte sind es nicht, daran die duldete, sagte er zu Lawrentjeff: Wespen nagen.

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Hierbei ist die Beobachtung zu machen, daß fast nur unsere inländische Tierwelt in diesen alten Aussprüchen eine Rolle spielt. Die ganze Fauna der Tropen ist erst später in den Hori­zont des Volles eingefrochen und hat feinen oder fast keinen Niederschlag in volkstüm­lichen Redensarten gefunden. Wieder ein kleiner Beweis für die ftarle Verwurzelung der Sprache mit Volfswesen und Eigenart, doch jedes andere Volt hat ebenfalls aus eigenem Erleben her­wieder seine besonderen festgelegten Er­fahrungsprägungen, die dort gangbare Münze sind, während sie uns nichts bedeuten.

aus

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Jammer um Iſabella.

Von Vollmar Jro.

Man sucht sie seit zwei Tagen verzweifelt bei Nachbarn und Freunden. Im Garten, auf der Straße. Man inseriert in der Zeitung niemand meldet sich.

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Isabella ist in der Nacht heimlich durch gegangen und verschwunden!-

Lenchen schluchzt, soost sie das leere Bett­chen erblickt. Der Sekundaner Fritz hat in der Schule eine Prämie von zwei Bänden Karl May für zweddienliche Angaben ausgesetzt. Die alte Magd Reji wandert von einem Haus zum anderen und gibt umständlich eine Beschreibung der Durchgängerin, die Eltern träften sich und die Kinder mit der Hoffnung auf eine baldige Rück­fehr- nur Onkel Willi schmunzelt, behauptet, daß alles Weibliche in weichen Aprilnächten den

Verstand verliere, und bedauert, daß dabei oft

die Rasse flöten gehe.

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Indessen liegt Isabella, das entzüdende, weiße Angorafäßchen mit den schönsten, blauen Augen und einem Stammbaum von sechs rein­

rajsigen Ahnen, im Gartenhaus des Eierhänd­lers Müller und neben ihr sitzt ein großer, roter, breitköpfiger Kater, ein Bild brutaler Kraft und Rasselosigkeit.

Schon die zweite Nacht verteidigt er die fleine Braut wütend gegen die frechen Zudring­lichkeiten unglüdlich verliebter Bewerber

Der magere, graue Kater des Schneiders Werner hat eine große Scharmme auf der Nase, der fettsüchtige, verlebte des Löwenwirtes blu­tet am Hals und der Kleine Peter büßt seinen ersten Liebesversuch mit einer zerbissenen Pfoie. Jetzt lagen sie im Chor gegen das Dach hinanf und jabella, die kleine, folette Kazen­dame, miaut leise zurück, macht den rothaarigen Geliebten rasend eifersüchtig und die drei Liebes­tollen verzweifelt, vergißt ihre Rasse, den Milch­napf, das weiche Bettchen, ihren tadellosen Stammbaum und alle Folgen dieser weichen Aprilnacht.

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Der Vollmond scheint weiß in die Gärten

- Genug! Wir fehren um!

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Nehmen wir doch wenigstens einige von diesen Unglücklichen mit uns, schlug Peter bor. Wie du willst, aber schnell.

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ins Auge, die an einer Böschung lehnten. Der Dem Journalisten fielen zwei Verwundete eine, mit aufgerissenem Unterleib, hatte faum mehr die Kraft zu stöhnen. Der andere, der leicht verwundet war, wachte bei seinem Ge­fährten mit einem Blid voller Mitleid.

-Steigt ein, sagte Lawrentjeff.

Der Chauffeur hob den liegenden Soldaten neben sich.

-Um die Herren nicht zu beschmutzen, er­flärte er.

Der andere Verwundete setzte sich in den Wagen; das Auto fuhr nach Pleskau zurück. Georg sagte nichts, denn er fühlte, daß er heu den Mund auftäte. len würde wie ein geprügelter Hund, wenn er

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Alle Welt spricht davon. Die Kaiserin, die deutsch ist, verrät uns. Sie führt ein schlech­tes Leben, fagt man. Sie lebt mit einem Meu­schit, Grischta Raspitin oder Rasputin . Ist das wahr, Barin?

Lawrentjeff fühlte sich versucht, zu lügen, begriff aber, daß es überflüssig gewesen wäre und antwortete nichts.

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Weißt du, was man bei uns im Regi­ment singt? fragte der Soldat mit einem ver­schmitten Lächeln:

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Der Zar ist bei Lidori),

Die Zarin bei Grigori.

Schweige! rief Dolin in einem hysteri­schen Krampf. Ich werde dich erschießen lassen. leise, mit weißen Rippen: Nach einem langen Schweigen fagte er

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Ich werde dir nichts Böses antun. Aber machen. Er allein kann uns retten. du darfst dich über unseren Zaren nicht luftig

Als Lawrentjeff und Dolin voni Lazareit zurüdfehrten, war ihr Zug schon unter Dampf.

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Morgen ist große Sigung in der Duma, fagte Jwan Barneff. Man ruft uns alle eilig zurüd. Die Delegierten fahren mit uns und wir nehmen ein halbes Dußend Offiziere mit, die Urlaub haben und auf diese Weise schneller nach Petrograd kommen.

Die zwei Freunde juchten ihr Abteil auf. Sie waren allein, denn die Journalisten ließen sich von den Delegierten mit Schnaps bewirten. Bawrentjeff rauchte ohne auszusehen. Seine Stimme drang zu Georg wie aus einer Wolke und von sehr ferne:

-

Bei Lawrentjeff hingegen war der For­Niemand von uns liebt Rußland . Für schungstrieb zu lebhaft, um den Ekel und die den Soldaten bedeutet der Name richts. Für seelische Qual nicht zu beherrschen. dich st es die Armee und der Adel. Für mich -Hast du Schmerzen? fragte er den Sol- seine Schriftsteller, seine Kultur, meine Lebens­

daten.

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- Es ist nichts, Barin, antwortete der Es ist schon das dritte Mal. Mein armer Lands­Mann beinahe fröhlich, ich bin daran gewöhnt.

bis zum Hoſpital gekommen.

mann ist zu bedauern. Ohne Sie wäre er nie

-

Ist es weit?

In Dünaburg , sagt man.

Ist die Schlacht heiß gewesen? Ich habe nichts gesehen. Ich wurde ge­

troffen, wie ich aus dem Laufgraben heraus­

fam.

Er redete ohne Schüchternheit, in der jin­genden Art der Kleinrufſsen. Sein Gesicht zeigte die lebhafte und fröhliche Intelligenz des Süd­

länders.

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Es ist immer dasselbe, sagte er. Sie schießen viel mit Kanonen. Wir antworten faum. Dann erfahren sie auch alles. Vorher standen wir bei Rowno . Eines Tages zeigen fie aus dem Laufgraben uns gegenüber eine große Inschrift, auf Russisch . Ich verstehe zu lesen. Ich gude hin und sehe: Ihr werdet mor­gen in die Gegend von Pleskan verlegt werden." und richtig, wir wurden verlegt. Sie erfahren alles. Was soll man da tun?

gewohnheiten. Aber der lebendige Block aus Fleisch und Blut und Liebe, der, so heiß: cs, das Baterland ist, Den kennen wir nicht.

Während einiger Minuten gab es für sie feine anderen Geräusche als das Rütteln des Zuges. Ein undeutliches Stimmengewirr riß sie aus ihrer Starrheit. Sie unterschieden die Stimme von Orlento und eine andere, unbe­fannte. Sie gingen ihnen entgegen.

Im Abteil her Delegierten tanzten die rere Offiziere standen da und ballten die Fäuste. und ein Hauptmann der Linie, klein von Wuchs, braun, die breite Brust mit Orden ve­deckt, hielt Orlenko an der Gurgel. Seine Ka­meraden folgten seinen Bewegungen mit ge­hässiger Freude. Er ſchrie:

leeren Flaschen auf dem zitternden Boden. Meh­

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ziges Wort von Vaterlandsliebe jagst, wenn du es noch wagt, uns Vorlesungen zu halten, so schieße ich dich nieder. Verdiene Geld soviel du ist, mäste dich dick, aber rede nicht. Wir sind beſchiſſen, hörſt du, Kanaille, total beschiſſen, und daran seid ihr alle schuld!

Hörst du, Hund! Wenn du noch ein ein.

Dolin legte die Hand schwer auf Lawrent­Schulter und lachte höhnisch auf: -Nun, Peter, bist du zufrieden? Da hajt du sie ja, die Revolution.

Er schwieg einen Augenblick und sagte dar- leffs auf leiſer:

-

mitteilt.

Es scheint, daß man es ihnen von oben

*) Aus: Joseph Kessel und Helene Is­ wolsky , Die blinden Herrscher, ein Roman um Rasputin. Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart . Preis fartoniert M. 4.80, in Leinen M. 6.50. Woher weißt du das?

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Der Journalist schwieg.

Georg heftete einen schweren Blick auf ihn und sagte leise:

-Du fürchtest dich, wie?

**) Abfürzung für Jliodor( den Mönch). D. Il.

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