sie täglich und stündlich. In Rußland wurde! aus der Ehe eine Freistatt für alle weiblichen und männlichen Polygamisten gemacht, einer reinen Rußinstitution erniedrigt und die bürgerliche Versumpfung abgelöst durch die noch schlimmere bolschewistische Eheforruption. In Rußland hai auch der Rotgardist das Recht, zu heiraten. Er macht von diesem Recht reichlich Gebrauch, auch dann, wenn er vom Dorf kommt und schon verheiratet ist. Das schadet gar nichts, denft der Rotgardist, vergißt einfach seine Bäuerin und lebt lustig und fidel mit seiner neuen Frau in der Stadt. Das macht dem Rotgardisten aber aur so lange Spaß, als er Rotgardist iſt. Kommi der Monat Oftober und die Entlassung aus der roten Armec, dann ſieht der Rotgardist zu, daß er ſich ſchleunigſt von seiner Frau in der Stadt drücken kann. Jetzt wird sie ihn läſtig, und er sucht vor dieser Frau zu fliehen.
Aus den Augen, aus dem Sina
In Rußland : Aus den Augen, dann verschwunden! Welche Frau findet diesen Maun in weiten Rußland? Das wäre in Deutsch land möglich, aber nicht in Rußland !
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3.
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Das Kriegsandenken.
Bon Milos Cirnacty.
Sie befanden sich eines Tages in Stutari.[ sich darauf. Aber verlier ihn nicht, es ist ein Er pendelte auf gut Glück durch die Straßen, Geschenk für meinen Schatz darinnen. begegnete montenegrinischen und albanischen Frauen mit Traglaften auf den Köpfen und ihm ein Stein vom Herzen gefallen wäre, so Er fühlte eine Art Erleichterung. Als ob betrachtete die Werkstätten kleiner Hand- ein Gefühl hatte er, als er den Brief übergab. werkslenic. So gelangte er zum Laden eines Was wird sie wohl sagen, wenn sie ihn_beKicinodienhändlers, der eine Reihe zierlicher fommen wird? Sie wird sich davon über Gegenstände ausgestell: hatte, die aus fülberzeugen, daß er ihrer gedachte, auch wenn er es nem Trahie handverfertigt waren. mit feiner Silbe fundgab.
dachte er bei sich. ,, Ei, was für ein hübsches Armband!" Binnen furzem kam eine Antwort. Er ging in den Laden hincin und kaufte es für Lili.
Er konnte es sich selbst nicht erklären, wieso es ihm plößlich eingefallen war. Schon seit längerer Zeit hatte er ihr nicht einmal eine Zeile mehr geschrieben. Aber dennoch fehrten seine Gedanken wieder zu ihr zurück, zu der legten Fran, die er vor seinem Abgange ins Feld in seinen Armen gehalten hatte.
Deinem Wunsche bin ich mit Vergnügen nachgekommen und habe Lili das Armband
übergeben. Als sie es erblickte, schluchzie ſie. Lange ſchon habe ich niemanden so heftig weinen geſchen. Weshalb, begriff ich erit, als sie mir mitteilte, daß sie verlobt sei. Ste handelte so mit Rüdsicht auf ihre Familie. Das Armband ſendet sie dir zurück, und bittet dich, ihr zu verzeihen."
Er las den Brief, und es war ihm, als ob ihm jemand ein Messer in die Brust stoßen würde. Es war die schwerste Wunde, die er im Kriege erlitten hatte.
Er hatte sie vor dem Kriege auf einen Balle kennengelernt. Sie war ihm angenehm und sympathisch. Dann traf er sie im Parfe Diese Saisonfrauen der Rotgardisten blei wieder und begleitete sie nach Hause. Später ben dann mit den Kindern zurück und können fuchte er sie selbst auf und machte die Beverzweifelte Anstrengungen machen, bis sie tanntschaft ihrer Familie. Er fühlte, daß sie ihre Alimente bekommen. Die sie feiten be- still in sein Leben eingetreten war, um ihm eine andere Richtung zu geben. Sie gab sich Jugend- und Kinderbücher. ihm im ersten aufrichtigen Aufflammen ihrer Gefühle hin, ohne an eine Zukunft zu denken
kommen, weil der Aufenthalt des nun
bekannt ist!
Es gibt aber auch noch eine andere Form der Zeitche des Rotgardisten. Wenn er von der roten Armee abgeht, muß er wieder in sein Heimatdorf zurüd. War er aber einmal in der Stadt, treibt ihn feine Sehnsucht mehr zurück ins Dorf. Er sagt, die dummen Bauern öden ihn an, und er fann es nicht mehr auf dem Land aushalten! Er will dann in der Stadt bleiben. Er darf aber nicht. wenn er nicht nachweisen kann, daß er Verwandte in der betreffenden Stadt hat. Nichts leichter als das, sagt si der Rotgardist, der sich überlegen fühlt gegenüber der Frau, und der die bourgeoise Ehe praktisch belämpft: Kurz vor Abgang aus dem Heeresverband fu er sich ein rau, welche, das ist ihm gleichgültig, wenn sie nur ein Zimmezchen hat und eine Eristenz. Die heiratet er, und nun bekommt er einen Aufentha isschein, so daß er sich in der Stadt aufhalten und arbeiten kann. Nicht lange dauert es, dann geht er auf das Registrieramt und läß: sich von seiner Frau scheiden, denn der Zweck, in der Stadt zu blei ben, ist erfüllt. Die Ehe ist aus. Er kann jetzt eine andere Frau heiraten.
Man sage, was man will, gegen die hentige Form der Ehe, aber so forrupt, wie sie in Rußland iſt, iſt ſie bei uns doch nicht. Wie wenden sich die Bolschewifen und ihre Ableger, die Kommunisten, gegen die bourgeoise Che und bekämpfen sie um ihres prostituieren den Charakters willen. Richtig, viele Ehen sind schlimmer wie eine Prostituierung! Ist es aber nicht noch korrupter, prostituierender, eine Ehe nur deshalb zu schließen, um in der Stadt zu bleiben und eine Wohnung zu erhalten? Ist hier aus der Ehe nicht ebenso ine Zweckeinrichtung geworden, wie in den kapita listischen Ländern die Ehe eine Geschäftsverbindung ist? 6 Einheirat oder Zeiteh: um eines bestimmten Zwedes willen, das ist gleichgültig, in beiden Fällen ist die Ehe zu einer Prostitutionseinrichtung geworden:
Die russische The ist alles andere als ideal und vorbildlich für eine Ehereform.
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„ Pu der Bär.“ Von A. A. Milne. Verdurch die Herausgabe der reizenden DoktorDoolittle- Bücher bekannte Verlag Williams 1. Co. hat mit„ Pu der Bär" wieder ein Kin derbuch herausgegeben, das jedes Kindes Ent zücken hervorrufen wird. Bu ist ein Teddybär, der in der Welt vieles erlebt, was die Kinderleser fröhlich stimmt und neben that treten noch vielerlei andere Tiere handelnd auf. Der Verfaſſer hat, phantasievoll und mit prächtigem Humor, in ,, Pu der Bär " ein Märchenbuch geschaffen, das allen damit beschenkten Kindern im späteren Leben eine schöne politische Jugenderinnerung bleiben wird. Die zahlreichen, dem Text beigefügten Illuſtrationen find reizend.
Auch daheim ſtanden sie ihrer Liebe nicht im lag Williams u. Co., Berlin- Grunewald. Ter Wege, denn ein junger Ingenieur schien die Gewähr für das Glück der Tochter zu bieten. Da fam mit einem Male der Krieg, der fie irennte. Rasch mußte er fort, es blieb kaum Zeit, ihr Lebewohl zu sagen. Es kam zu unver hofft. So wurden sie sich nicht einmal der Tragweite desselben bewußt und hofften auf ein baldiges Wiedersehen. Und indes gingen ganze Monate vorüber. Im Anfange schries ben sie einander oft, später seltener. Er stand täglich dem Tode gegenüber und sein Geist war wie zerschlagen. Er sehnte sich nach ihr, aber allmählich war er nicht mehr imstande, ihr einen herzlichen Brief zu schreiben, auf den sie sicherlich wartete. Und so verstummie er langſam gänzlich. Er freute sich darauf, daß er bald heimkehren und ihr alles erflären würde.
Jugend und Welt." Bd. 2. Herausgegeben von Rudolf Arnheim . Verlag Williams u. Co., Berlin- Grunewald. Dieses JugendJahrbuch bringt in vorzüglicher Ausstattung Aber kein Ende faum heran, sein Weg eine Fülle anregenden, belehrenden und unterführte ihn auf neue Kriegsschaupläße. Er kam haltenden Lesestoffes für die reifere Jugend. auf den Balkan, wo er seine Pflicht mit der Eine Reihe von Mitarbeitern haben Beiträge Genauigkeit einer Maschine erfüllte. Viel er- geliefert, die in ihrer Gesamtheit das Buch starb da in ihm. Das Leben schien ihm gänz- zu einem werwollen Besitz der Jungen und lich gleichgültig zu sein. Nur der Gedanke an Mädels machen wird. sie tauchte wiederholt wie ein Unterse boot aus der Meerestiefe auf und entzündete in ihm den Funken einiger Hoffnung. Vielleicht würde die schwere Wolfe, die auf seiner Serie lastete, dennoch vorüberziehen, und die sane der Freude wieder aufleuchten.
Und so blizzie in ihm die Erinnerung aud an jenem Tage auf, als er das Armband bei dent Händler erblickte.
Schöne neue Bilderbücher des Berlages Jos. Scholz, Mainz . Man muß dem Verlag zugestehen, daß er bei den von ihm herausgege benen Bilderbücher die Devise befolgt:„ Das beste ist für das Kind gerade gut genug.“ Der Verlag bezeichnet selber als These, der bei der Herausgabe seiner Bilderbuchreihe gefolgt ist, diese:„ Der Bilderbuchjiil kann nur in der Richtung einer Verschmelzung der wesentlichen Züge her Kinderzeichnung mit dem persönlichen Stil Wieder ging eine Reihe von Tagen vor- bes berufenen Künstlers liegen." Daß er dieses über. Das Armband lag mit Seidenpapier Programm tren befolgt hat, dafür erbringt umwickelt in ſeinem Rucksäcke. Es lag dor: fedes einzelne der Bücher den Beweis. Technik, bereits halb vergessen. Endlich schrieb er ihr Ausstattung. Bilder und Texte dienen durcheinen Brief, legte das Armband in den Brief- wegs der Aufgabe, das Bilderbuch zu einem umschlag und begab sich zu seinem nächsten wichtigen Wittel der Jugenderziehung zu ma Kameraden, der in einer Nachbarstellung lag. chen. Dr sind:„ Die Bremer Stadtmusikanten" „ Ich hörte, daß du morgen heimfährst!"( 1.75 Marf),„ Bunt Durcheinander"( 1.75 Mk.), „ Ja, fann ich dir mit etwas dienlich sein?" Die Reise der Tiere"( 2. Mark)„ Zirtus“( 1.„ Erweise mir einen Freundschaftsdienst Mart),„ Das Jahr im Leben der Kinder"( 2. und gib diesen Brief ab. Die Adresse befindet| Mark),„ Ringel, Ringel, Reihe"( 2.50 Mark),