-

am

2-

-

ihre Hände waren muur abwehrend entgegen­geftredt. Niemand hätte in diesem Augen blid geglaubt, eine Sterbende vor sich zu hoben.

-

leer, als ihr Körper sich plötzlich in meinen Armen firedte, ein sanfter Seufzer entwich ihren Lippen, fie fiel schwer gegen meine Brust und war- tot.

Lippen zudten und unartikulierte Saute aus­stießen und ein wilder Fieberanfall ihre blaffen Wangen mit dem roten Sauch blühenden, jungen Lebens färbten. Die plöp liche Veränderung war schrecklich Ich hielt das Glas mit dem Schlaftrunk und sehen Sie, Herr Nichter, in diesem schredlichsten aber ihre Augen, die fie starr wie ein Geistesabwesender, tie ein Traum letzten, allerlegien Augenblid, da ihr Haupt auf mich Gerichtet hielt. In diesen Augen fag wandler noch immer in der Hand. Ich bereits nach hinten fant, verloren die Augen eine furchtbare, bittere Auflage, lag der Zu- fühlte ganz genau, was Ellen dachte in die plößlich jenen Ausdruck von Angst, Vorwurf fammenbruch einer ganzen Welt von Glaube, fent Augenblic- daß es Gift sei, das ich und Grauen wurden sie ganz fanft, ja Liebe, Treuc. Mein Zweifel, sie mußte jedes ihr einflößen wollte, um mich ihrer schneller es war der liebe Blick, den ich aus Wort gehört haben, dag Sonja und ich zu entledigen, daß sie mir schon viel zu lange zahllosen Stunden friedlichen Zusammens nebenan gewechselt hatten. Und mit der belebte. Es war fein Gift bei Gott, Herr. feins fannie, geläutert nur noch durch ein sonderen Empfindsamkeit der Sterbender Es war dasselbe, harmlose Beruhigungs- restloses Verzeihen- und der Mund der hatte sie wohl auch den Tonfall, mit dem ich vulyer, das sie zwei-, dreimal am Tage zu Toten lächelte gütig und seltsam. geiag: hatte: Meine Frau liegt im Sterben" sich nahm. Aber ich dachte plötzlich, daß es ein gewisses Gefühl der Erleichterung und gut sein müßte, für uns beide, wenn diese Befreiung herausoehört. Gräßlich... gräß Augen etwas Schlaf fänden. Ich dachte, daß lich, das zu denken. ich diesen Blick nicht länger ertragen fönnte, ohne wahnsinnig zu werden. Da riß ich allen Mut zusammen und näherte mich mit ein paar schwanker den Schritten dem Bett. feßte das Glas an ihre trockenen Lippen. Sie wehrte sich verzweifelt und die Angit gab ihr unglaubliche Sträfte. Aber ich bog ihren Kopf zurüd, öffnete ihre Ripren mit den Fingern und träufelte die Flüssigkeit tropfenweise in ihren Mund. Die Hälfte ging vorbei, an­fänglich aber als der erste Tropfen ihre Bunge berührt hatte, gab fie ihren Wider­stand plötzlich auf. Und laum war das Glas

-

Scham, Angst, Verzweiflung überwäl­figten mich ganz. Ich floh in die äußerite Ede des Zimmers, um diesen starren Augen gu entgehen stand am Fenster und be­mühte mich. in das dämmernde Grqu des finkenden Abends hinauszubliden. Aber die grausamen Augen hielten much feft, zwangen mich, mein Antlik der Sterbenden zuzu­tehren, warfen meinen Kopf herum und immer noch faß die Frau aufrecht im Bett. ohne jede Stüße, den schmalen, o, so leicht gewordenen Störper gerade aufgerichtet, und

Ballgeflüfter...

-

-

Von Erich Kästner. Dabei ist der Mann, wie es heißt, ein Baron... Ich schminke mich nie. Ich nehme nur Puder... Und tritt mich wie blöd, das alberne Luder... Fort mit den Pfoten! Det tenne id schon... Das ist nicht mein Mann. Das ist nur ein Bruder...

Jah bring' Sie, ganz klar, in den Aufsichtsrat... Wie so ein Stelett, nur Haut und Knochen... Die hat sich in Garmisch verschiedenes ge brochen...

Sie halten die Meldung für Landesverrat?... Und fam eine Woche zu früh in die Wochen... Ich fragte Sie, ist das nun Tanzmusik?... Man hat mir gesagt, daß der Dr. Luther... Na prost, Herr Pilfator!... Die Hand von der

Butter!...

Gnädigste haben sowas im Blid... Genau als hörte ich Ihre Frau Mutter... Mensch, nimm dich zusammen! Mein Mann

sieht her...

-

Das Gewiffen.

Während er seinen Mantel anzog, kam sie zu ihm hinaus in den Korridor. Sie hatte einen Brief in der Hand und lächelte rätselhaft, wäh­rend sie ihn in seine Manteltasche schob.

Deffne diesen Brief, wenn du in deinem Bureau angekommen bist, aber nicht vorher!" Er blidte sie sehr erstaunt an und zog Brief aus der Tasche.

den

Was sind das für neue Manieren? Was soll das bedeuten?"

Nurach, nichtstue, was ich dir fage", erwiderte fie bestimmt. Versprichst du mir, daß du den Brief nicht früher öffnen willſi, als bis du an deinem Pult sigt?"

Sie legie die Hände sanft auf seine Schul­tern. In ihren Augen war eine Bitte- ein wenig Angst Schmeichelei ein verwirrtes

Spiel von Gefühlen- aber hinter allem lag

-

Entschlossenheit- oder war es etwas anderes Wille, oder vielleicht ein Versuch, ihren Willen durchzusehen... Er sah alles in einem Augenblid, aber verstand nichts rein gar nichts...

Versprichst du mir, um was ich dich

bitte?"

-

Gerade das aber war das Allerschreck­lichste. Dieses gütige Lächeln, dieser Blid voller Versöhnung und Verzeihung in dems felben Augenblid, wo sie glaubte, daß ich fie töte. Diese Verzeibung, diese Güte, dieses Mitleid sie sind die erbarmungsloseste Strafe für mein Verbrechen, an eine andere Frau gebach: zu baben, während mein Weib im Sterben lag. Herr, lesen Sie Ihre Gefeße bücher es muß doch eine andere mensche lichere Sühne geben. Verurteilen Sie mich nach der cansen Schärfe des Gesetzes nur nehmen Sie diese furchtbare Last. diefe ent­fetztliche Erinnerung von mir. Ich kann ja nicht mehr atmen mit diesem Bild vor meinen Augen..

-

-

"

-

Verteufelt noch mal! Beinahe sah es ja so aus. Für den Fall, daß... ja dann mußte er die Sache auf sich nehmen wie ein Mann. Hal­tung Haltung! Vielleicht war es am rich­tigsten, den Brief überhaupt nicht zu lesen, aber

-

der Teufel mochte wissen, was dann ge­schehen würde! Wenn er sie hätte anläuten können, um ihr zu erklärenja- daß die ganze Sache ja im Grunde nichts auf sich habe. Eine Bekanntschaft aus alten Zeiten nicht mal eine Freundin nur eine ganz gleichgül­tige Jugendbekanntschaft eine zufällige Be­gegnung

-

zu ärgerlich, daß er zu Hause lein Telephon hatte. Sonst hätte er doch sicherlich die ganze Geschichte mit ein paar Worten in Ordnung bringen können. Aber jest? Zweifel­los wußte sie alles. In diesem verdammten Briefe stand natürlich irgendein alberner Quatsch, daß, wenn er nach Hause käme, sie fort sein würde, zu den Eltern gereist usw. Dann wäre der Standal unvermeidlich. Wie

sollte er sich denn nur aus dieser ganzen fatalen

Geschichte herausretten? Dieser verfluchte Brief auch alles zwischen uns ist aus. Ich weiß es. Dieser fühle, dünne Brief, nur ein einziges Blatt Papier ist wahrscheinlich darin. Ihm war, als lönne er durch den Umschlag hindurch lesen: Alles ist vorbei!" Hier standen aber so viele Menschen um ihn herum. Es war unmöglich, den Brief zu öffnen. Das war ja auch ganz gleichgültig, etwas früher oder später spielte wohl keine Rolle.

Berbindlichen Dant, ich möchte nicht rauchen... Ja ich verspreche aber ich verstehe Und falls Sie mal einen Doktor brauchen... lein Wort was steht denn in dem Brief", Zum Tee im Eden.. Das Stüd Malheur!... fragte er ärgerlich und zugleich etwas ängstlich. Ich dachte, hier fönnte man untertauchen... ,, Lies ihn, wenn du auf dem Bureau bist! Auf dem Bureau angelangt, knallte er Versprich es mir!" ſeinen Hut auf den Tisch und warf seinen Man­selbstverständlich, das muß tel über ben Stuhl. Schnell griff er nach dem Brieföffner. Die Gemütsbewegung ließ feine Hände zittern. Schließlich riß er den Umschlag ganz in Stücke. Den Brieföffner konnte er doch bei dieser Gelegenheit nicht richtig handhaben.

Ich suchte doch nur einen Scheidungsgrund... Bavaria Sechsunddreißignallfieben... Gelogen nicht, aber übertrieben...

Er dachte, sie würde vom Essen so rund... Nein, mande fönnen erst hinterher lieben...

und Kellnergemurmel. Und so etwas will nun erwachsen sein!... Nun fich nur das Rindvich dort!... Das Ganze ist ein Fdiotenverein... Der Kellnerberuf ist wirklich zum Spei'n... Sie wünschen, mein Herr?... Sofort!...

-

-

"

Ja- ja ich ia schon, aber Auf Wiedersehen- und vergiß nicht, was du mir versprochen haft!"

Sie füßte ihn flüchtig und schob ihn zur Türe hinaus. Er konnte nichts begreifen. Während er auf der hinteren Plattform der Elektrischen stand, grübelte und grübelte er. Diese Entschlossenheit in ihrem Auftreten ver­wirrte ihn vollends. So hatte er sie noch nie fcheidung, einem Ultimatum, einem Abschied. gesehen. Die ganze Szene glid ja einer Ent

Satte sie vielleicht irgendetwas erfahren?

Dann hielt er einen kleinen boshaften Bettel in den Händen endlicher war biermai zusammengefaltet. Er seufzte tief, faßte einen raschen Entschluß und faltete ihn aus­einander. Mit großen, fantigen Buchstaben sofort dem Schornsteinfeger zu telephonieren..." stand dort zu lesen: Bergiß nun nicht wieder,

V. Groß.