Kerlchen! fagte ich. So reizende Mädels triegen überhaupt alles von mir umsonst, wenn sie lieb und nett zu mir find. Hier ift der Hut, und nun geben Sie mir ein schönes Küzchen!

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Bald danach fam der Verkäufer aus der Wertstatt und brachte mir meinen Hut. Er sagte, es fofte alles in allem 1.45 Mark Ich zahlte und ging

Meine Frau hat vielleicht ganz recht, ich würde es nie zu etwas bringen, weil ich ein so gräßlich ungehobeltes Wesen hätte und so wenig Sinn für das praktische Leben

Sie find wohl übergeschmappt, Sie blödsinniger alter Trottel, schrie das bild hübsche Mädchen, und dann schlug fie mir rechts und lints ein paar hinter die Ohren. I befäße.

Bornehme Leute, 1200 Meter hoch.

Von Erich Kästner .

Sie fizen in den Grandhotels. Ringsum find Eis und Schnee. Ringsum find Berg und Wald und Fels. Sie sitzen in den Grandhotels und trinken immer Tee.

Sie haben ihren Smoking an. Im Walde flirrt der Frost.

Ein fleines Reh hüpft durch den Taun Sie haben ihren Smoking an Und lauern auf die Post.

Sie tanzen Blues im Bianen Saa!, wobei es draußen fähneit.

Ez blitt und donnert manchesmal. Sie tanzen Blues im Blauen Saal und haben keine Zeit.

Sie schwärmen jehr für die Natur und heben den Verkehr

Sie schwärmen sehr für die Natur und fennen die Umgebung nur von Ansichtskarten her.

Sie figen in den Grandhotels und sprechen viel von Sport, Und einmal treten sie, im Pelz, jogar vors Tor des Grandhotels und fahren.wieder fort.

Gattin des Arbetterlords.

Die Gosialistin

Hört man den in Deutschland seltenen Voc namen dieser Frau so denkt man unwillkürlich an die unbekannte Geliebte, Dantes. Aber nicht nur. mit poetischem Recht; auch fachlich ist dieser Vergleich nicht ganz unbegründet. Wie der große italienische Dichter durch die Trägerin dieses Namens in seinem Schaffen angeregi und beflügelt wurde, so ist es bei dem Ehepaar Sibnoy und Beatrice Webb . Seit vier Jahr­zehnten arbeiten die beiden auf dem Gebiete der Sozialkritik und der Sozialgeschichtschrei­bung zusammen. Die bedeutendsten ihrer litera­rischen Werke sind gemeinsam geschaffen wor­den. Vor zavei bis drei Jahrzehnten war es bei nas ganz selbstverständlich, daß man in den Kreisen der aufstrebenden Arbeiterschaft sich das Wissen über die englischen Gewerkvereine aus den beiden fundamentalen Schriften der beiden Autoren holte, zumal da sowohl die Ge­schichte der englischen Gewerkschaftsbewegung wie auch das Buch über die Theorie und die Braris der englischen Gewerkvereine in guter deutscher Uebersetzung in guten deutschen Pars teiverlagen erschienen sind.

Beatrice Webb stammt aus wohlhabendem englischen Hause. Der gefeierte Philosoph Her bert Spencer würdigte sie feiner intimen Freundschaft, bis sie eines Tages, angeefelt vom Freundschaft, bis sie eines Tages, angeefelt vom gesellschaftlichen Nichts, in die Quartiere der Londoner Arnuut ging, dort ihre Studien mach e und plötzlich überraschend mit dem Tagebuch einer Arbeiterin" auf den Plan trat. Damals war Beatrice Potter , wie sie von Haus aus hieß, inapp dreißig Jahre alt. Durch den Verkehr mit Spencer war ihr Blick geschärft worden. Dieser, der zunächst seine Freude an

Beatrice Webb

ging- fie felbft lehate für sich den Ade! be­harrlid) und entschieden ab. Zie wollte, wie bisher, Frau Beatrice Webb bleiben und sie ist es geblieben. Im Laufe der vielen Jahre war ihre Arbeit ihr Adel geworden. In der har monischen Ehe, in dem harmonischen Schaffen mit Sidney hat sie ihr Glück und ihre Befrie­digung gefunden. Die foziale Arbeit war ihr Stolz, die Anerkennung der Fachkreise lag vor; darüber hinaus der Dank der Armen- war das nicht höchstes genug?! Also verzichtete sie auf Tite! und Würde; niemand sollte sie anders fehen, als sie bisher gewesen war: eine einfache, bescheidene Bürgersfrau mit starkent Gefühl für die unterste Klasse.

Wenn man die oben erwähnten. Bücher in die Hand nimmt, so findet man auf dem Titel stets den Doppelnamen Sidney und Beatrice Webb . Deshalb blieb sehr oft die Frage nicht aus wer wohl das meiste zu dem jeweiligen Buche gegeben habe, wer wohl der Ueber­legenere des Autorenpaares im Einzelfalle sein möge. Die Antwort darauf ist nie gegeben wor den. Wir ergänzen uns vorzüglich. Die ftarfen Werke erstanden, weil wir unsere Begabung bereinigten", schrieb Frau Beatrice einmal. Nach Eduard Bernstein , der beide aus jahre­langer eigener Anschauung fennt, und der vor zehn Jahren in einem Buch über sie plauderte, ist das Verhältnis etwa so, daß Sidney Webb zwar mit einem stärkeren Wissen ausgerüstet ist, daß aber Beatrice das Fesselndere, Elegan tere und damit wohl auch Wirkungsvollere in der Darstellung hat. Aber schließlich ist das ja für uns gar nicht von Belang; darüber mögen fich später einmal Biographen streiten; hier galt es nur, ein Bild von der Sozialkritikerin Beatrice Webb , der Gattin des englischen Arbeiterlords, zu geben. Josef Klich c.

Das fleine Dingsda.

Aus einem Roman von Alfons Daudet . Armer Jacques! Herr Eysjette, der ihn ewig

gearbeitet hatte, jah die von jozialen Joeen be­feelte Beatrice den Mann, bei dem sie die för­perliche Gemeinschaft mit der geistigen aufs wirkungsvollste verbinden zu können glaubte. Das jungverheiratete Paar konnte sich, da Bea­trice von Haus aus vermögend war und geni­gend ma.erielle Mittel mit in die The brachte, ganz dem Studium politischer und sozialer Re­formfragen widmen. So erschienen denn neben zahlreichen Aufsägen über das System der Heimarbeit und über das nicht minder bejam­mernswerte vielfache Wohnungselend die großen internationale Geltung befizenden Bücher über Geschichte und Praxis der gewer schaftlichen Verbände Englands aus alter und neuer Zeit. Seit Friedrich Engels Lage der arbeitenden Klaffen in England" war Gleich! artiges nicht mehr erschienen, fogar taum etwas Eines Abends bemerkte man, daß im gan Verwandtes. Es war daher auch balb selbstver- zon Hause kein Tropfen Waffer vorhanden war. ständlich, daß diese literarischen Schöpfungen Wenn ihr wollt, werde ich welches holen", sagte in andere Länder sich als zuverlässiges lexika- Jacques, das gute Kind, und nahm einen großen lisch fritisches Informations- und Belehrungs- Steinkrug in die Hand. Herr Eysseite zudt die werf galten. Achseln und meint, wenn Jacques hingeht, wird der Strug sicher zerbrochen. Hörst du Jacques", spricht Madame Cyffette, hörst bu, zerbrich ihn nicht, gib wohl acht!"

Im englischen öffentlichen Leben hat man Wert und Wissen des Ehepaares Webb schon lange vor dem Kriege geschäst. Sidney Webb ist seit bald vier Jahrzehnten Mitglied des Londoner Grafschaftsrates und seine Frau wurde wiederholt zu parlamentarischen Unter­suchungen herangezogen. Die höchste sachliche Einschätzung aber wurde dem Gaiten erst in unserer Zeit zu: eil, er wurde im Kabinett Mar­donald Kolonialminister und schließlich Ver­treter der Regierung im Oberhaus, als Lord Beer von England. Als Gattin des neuen Lords war Beatrice Webb nun mit einem Schlage hoffähig" geworden. War wieder in den Ge­dem klugen Mädchen gehabt, ihm fogar die Ver- sellschaftskreisen, die sie einst des Mannes und fügung über seinen Nachlaß zugesichert, ja, der Arbeit wegen verlassen hatte. Aber so ent­Beatrice zu seiner Biographin beſtimmt hatte, schieden vor 40 Jahren die verwöhnte Bour­wurde freilich anderen Sinnes, als bald darauf die verwöhnte Tochter des Eisenbahnkönigs" geoistochter aus den großkapitalistischen Krei­die verwöhnte Tochter des Eisenbahnkönigs" jen herausging mit der gleichen Entſchieden­Potter ihre Hand dem Sozialisten Webb reichte. heit weigerte sich jetzt die Gattin des neuen Ein solches Aus- der- Reihe- tanzen erschien Regierungslords, in jene gesellschaftlichen Zir fel als von Barlament und König erhobene Laby zurüdzukehren. Mochie ihr Mann schon Lord werden, wenn es durchaus nicht anders

beispiellos.

In Sidney Webb , einem früheren Ileinen Beamten, der sich mit eisernem Fleiß empor­

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mit Tränen in den Augen fah, konnte ihn schließlich nicht mehr leiden und verabreichte ihm Ohrfeigen. Man hörte den ganzen Tag: Jacques, du bist ein Schaf!- du bist ein

Esel"

,, Odu fannst ihm immerhin sagen, er solle ihn nicht zerbrechen", fährt Serr Cyffette fort, er wird ihn doch zerbrechen."

Jacques erwiderte nichts. Er nimmt den Strug mit zitternder Hand und goht schnell hin­

aus.

Fünf Minuten, zehn Minuten vergingen. Jacques fommt nicht wieder. Madame Effette fängt an, unruhig zu werden.

Wenn ihm nur nichts passiert ist?"- Ach Unsinn! Was soll ihm denn pafſiert fein, fagt Herr Eyssette in brummigem Tone.

Er hat den Krug zerbrochen und wagt sich nicht, hereinzukommen."

Doch während er dies sagt, steht er auf und öffnet die Tür. Dort ſteht Jacques auf der Treppe mit leeren Händen( dyveigend und ver steinert Als er Herrn Eyffette erblidt, erblaßt er und sagt mit schwacher gebrochener Stimme: Sh habe ihn zerbrochen.