Feiera

Nr. 21.

Unterhaltungsbeilage.

1933.

Der junge Kaifer und der Koch.

ren.

Bon Jarof av Haše..

Es war einmal ein junger Kaiser. Seins dig zwei Zwecken in einen Stiefel ein. Mein Reformen, denn ich werde ein moderner Herz war erfüllt von Güte und Erinnerun Urgroßvater, ein Held, schöpfte eigenhändig Herrscher und ein Vater der Armen fein." gen an die glorreichen Taten seiner Vorfah- mit dem Eimer Wasser aus dem Brunnen Als die Kaiserin- Wine gegangen war, Er war der Gottweißwievielte seines und ich sollte nicht die Armut ehren, da alle kam der Hofmarschall und umfing die Knie Namens. Seine Ahnen hatten zufammen meine Ahnen Achtung für die schwere Arbeit des jungen Kaisers. mehr als fünftausend Städie niedergebrannt, der Armen zur Schau trugen? Deshalb sage ,, Majestät," sagte er feufzend, blicken Tausende von feindlichen Dörfern verheert, ich, daß mein Wille, der Wille eines absolu- Sie aus dem Fenster." ihre Heere hatten aber tausende Feinde erten Kaisers und Herrschers, unerschütterlich Draußen auf dem Hofe wimmelte es schlagen und waren mit Gefangenen in die ist. Ich will heute zum Mittagsmahl eine schwarz von Ratgebern, Hofdamen und Höf­Festung des Reiches zurüdgefehrt, begleitet Stage haben und basta! Entfernt euch!" lingen. von siegreichen Lobgefängen, unter den Klän- Als der junge Kaiser in seiner Ste­gen jämtlicher Gloden des glorreichen Rei- menate allein blieb, da jubelte sein Herz. ches, denn dieses Land war gottesfürchtig Durch das Fenster der faiserlichen Burg und die Bevölkerung sowie die Soldaten gut Gläubige. Deshalb stärkte Gott sie in ihrem Beginnen und vor den Truppen ihres Herr schers zitterten stets die fahlen und bleichen Feinde, denn das wadere Heer des glorrei chen Herrschers kannte keine Gnade.

blidte er auf die Reichsstadt, die schwarz unter ihm lag. Dort, in dem steinernen Meer der Häuser leben viele arme Lente, die, wie die Lehrer ihm erklärt hatten, Kazen und viele andere Abfälle essen, an denen man die Armut erfennt. Und er, der starke und mächtige Herrscher, neigt sich zu ihnen berab und verringert ihre Not, denn auch er wird eine Raße zu Mittag effen. Das ist der Beginn der Reformen, die durchgeführt wer­den müssen, damit die Kunde von seiner Güte in die ganze Welt dringt.

Der neue junge Kaiser war vierzehn Jahre alt, als er den Thron bestieg. Sein junger Sinn war erfüllt von guten Bor­jäsen; er wollte Reformen durchführen und so geschah es, daß der junge Kaiser, als er eines Tages nach seiner Strönung erwachte, sobald man ihn gewaschen, frisiert und an­gekleidet hatte, den kaiserlichen Koch rufen ließ und ihm in Anwesenheit des Kriegs- ,, Kaiserlicher Sohn," sagte sie weinend, ministers, des Außenministers, des Ackerbait in einen Lehnstuhl sintend, Sie wollen eine und Kultusministers sagte: Lieber Graf Kage zu Mittag haben? Mein faiserlicher und kaiserlicher Koch, meine Lehrer haben Sohn, ist das Ihr unabänderlicher Ent­mir erzählt, daß nicht alle meine Untertanen schlug"

Dann öffnete sich die Tür und die ver­weinte Kaiserin- Witwe trat ein.

,, Allen, die Sie hier vor sich sehen, Ma­jestät," fagte der Hofmarschall, ist schlecht geworden, als der Graf und faiserliche Koch und seine Exzellenz der Landsmannminister den Befehl erteilte, eine schöne Kaze herbei­zuschaffen. Und sie alle verlangen, es möge ihnen die Gnade erwiesen werden, nicht mit ansehen zu müssen, wie Majestät die allers höchst verlangte Stage speisen. Und ich selbst habe an Majestät die demütigste Bitte, Maje ftät möge von Ihrem Wunsche ablaffen..."

Gelähmt durch diese Frechheit, stampfte der junge Kaiser zornig mit dem Fuß und rief: Jch will zum Mittagessen eine Kaze mit Rahmjauce!"

,, Majestät!" Der junge Kaiser fehrte ihm den Rüden.

Der Hofmarschall entfernte sich bestürzt, reichte feine Demission ein und der Kaiser flingelte dem Innenminister.

,, Lieber Minister," sagte er, indem er ihn flug anblidte und im Lehnstuhl wippte, Basteten essen und daß es unter meinen Der junge Kaiser verneigte sich: Jch ich habe oft über die Ungleichheit der Untertanen arme Leute gibt. die Kazen effen. will und werde," sagte er, denn damit Stände nachgedacht, ſeit ich gekrönt wurde. Lieber Graf und kaiserlicher Koch, ich ernenne wende ich mein Herz den Armen zu. Be- Meine Lehrer haben mir gute Grundſäße Sie hiermit zum Landsmannminister für trachten Sie, Kaiserin- Witwe und meine eingeimpft. Es gibt reiche und arme Men­eines meiner Völker, das Sie nach Belieben Mutter, unsere Vorfahren. Meine glorreiche schen. Arme Menschen essen Katzen. Reiche wählen können, aber heute will ich zum Mit- Urgroßmutter nahm eines Tages Nadel und und Mächtige effen keine Kaßen. Arme tagessen eine Raze effen." Zwirn zur Hand und nähte den vorüber- Menschen effen auch Nudeln. Ich will da­

Der kaiserliche Roch umfing die Knie gehenden Bettlern Knöpfe an die Hojen, her eine Staße mit Rahmsauce und Nudeln des jungen Kaisers: Majestät, das ist nicht meine treffliche Großmutter wusch eines zu Mittag haben. Rufen Sie mir den kai­möglich, bedenken Sie, Majestät, daß man Tages eigenhändig das Taschentuch eines serlichen Koch."

Kagen an kaiserlichen Höfen nicht speist." Steinmegmeisters und Sie, meine faiserliche Als der Graf, Hofkoch und Landsmann­Der junge Kaiser lachte und sagte Mutter, füllten eigenhändig ein Glas mit minister in einer Person, fam, sagte ihm der freundlich: Gewiß nicht, ich weiß, daß man Wein und reichten es dem Hofmarschall, zum junge Kaiser: Arme Menschen effen Kaßen, an faiserlichen Höfen feine Katzen ist, aber Beweis, daß sie sich feiner Arbeit schämen. Reiche und Mächtige eſſen keine Katzen. Ich ich weiß, daß arme Leute sie essen. Mein So spricht die glorreiche Geschichte zu unse- führe Reformen durch. Arme Leute eſſen Herz sagt mir, daß ich ein Vater der Armen ren Herzen davon, daß sich die Kaiserinnen Nudeln, machen Sie mir heute zum Mit­jein muß, wie es meine Vorfahren waren. niemals einer Arbeit schämten, und sei jie tageffen eine Kaze mit Rahmsauce und Mein Großvater glorreichen Anaedenkens er auch noch so schwer, sondern zu erkennen Nudeln." griff eigenhändig die Sichel und mähte vor gaben, daß die Armut immer in ihnen Be- Dann ließ er abermals den Minister des allen Bauern Gras für zwei Staninchen. Schüßer findet. Und deshalb werde ich heute Junern rufen und sagte ihm: Ich will, daß Mein glorreicher Vater schlug in der Woh zum Mittagessen eine State effen, das ist mein das auch in die Zeitung kommt. Morgen nung eines armen Schuhmachers eigenhän- faiserlicher Wille. Es ist der Anfang der werden Sie mir alle Zeitungen vorlegen,

malaidota