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Die

01

Abend- Ausgabe

Jaferate foften die fiebengefpaft. Nonpareillegeffe ober deren Raum 20 Pfiefne Anzeigen das fettgedruckte Wort 30 Pf. Jedes weitere Wort 15 Pf. Truerungszuschlag 30 Bei Familien und Versammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauf folgenden Tag massen spätestens bis 5 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. Expedition: Berlin NW. 6. Schiffbauerdamm 19. Fernsprecher: Ami Norden 9768,

greiheit

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Jahrgang 2

Montag, den 13. Januar 1919

Nummer 23

Die Wahlen in Württemberg .

die

Die Landesversammlung Büllembergs.blung der Gefangenen. Da beißt es unter Bunt: Die zweite Phase der Revolution.

Bei der Wahl zur verfassunggebenden Landesversamm lung haben bon 1 446 580 Wahlberechtigten 1316 068 ihre Stimmen abgegeben. Gültig waren 1 313 326 Stimmzettel, ungültig 2740.

8:

,, Daß Gefangene von den erbitterten nachdrängenden und immer noch bedrohten Soldaten erschossen sind, entspricht leider ben Tatsachen."

Die Nachricht ist also leiber to a hr. Dagegen ist die Behauptung, das Spartafisten angeblich gefangene Matro­Es entfallen auf: Unabhängige Sozialfen erfchoffen bätten, bisher unbewiesen. Wir stehen demokratische Partei 40 622, Bentrum 273 192, natürlich nicht an, au erklären, daß ein foldes Vorgeben Bauernbund 75 756, Weingärtnerbund und fleine Land aufs schärffte zu verurteilen wäre und bestraft werden wirte 35 255, Landwirte Oberschwabens 5743, Deutsche De - müßte. Aber auf der anderen Seite fordern wir strengite mokratische Partei 328 555, Sozialdemokratische Untersuchung und Bestrafung der Schuldigen, die für die be Partei Württembergs 452 450, Deutiche Friedenspartei wiesene Erschießung der Gefangenen die Berantavor­4027 und Württembergische Bürgerpartei 97 726 Stimmen. tung tragen. Somit erhalten Site: Die Unabhängigen 4,

Zentrum 31. Bauernbund 10. Weingärtnerbund und kleine Demonstration der Unabhängigen in Franifurt. Landwirte 4, die Deutsche Demokratische Partei 38, die Sozialdemokraten Württembergs 52 und die Württembergische Bürgerpartei 11.

Die anderen Parteien gehen leer ans. Es stehen somit 94 Bürgerliche 56 Sozialisten gegenüber. Das Resultat aus der Gemeinde Münchingen( Oberamt Leion berg) steht noch aus, änder taber an dem Resultat nichts.

Berhandlungen mit Rußland ?

Frankfurt ( Main ), 13. Januar. Auf dem Gelände der Fest­halle und in den dort gelegenen Restaurants hielt am Sonntag nachmittag die Unabhängige fozialdemokratische Partei Bersamm lungen ab. Ansprachen hielten Dißmann, Frankfurt , Barth, und Eifel, Berlin . Um 4 Uhr formten sich die Massen, etwa 2000 is 25000 Menschen, zu einem Demonstrations­zuge, in dem viele rote Fahnen und Plakate getragen wurden.

Helfer der Gegenrevolution.

Aus Riel wird uns berichtet, daß dort nach dem 9. Januar 3 Rompagnien nach Großbeeren abgegangen find, die aus Ded­offigieren, Napitulanten, Obermaaten und Appplikanten zufammen. gefeht find. Bur Hilfe von Ebert- Scheidemann, zur Herstellung des alten Systems.

Der Profeffurm der Arbeiter.

Gaag, 12. Januar. ( Meldung des Hollandsch Nieuws Bureau.) Die englische Regierung bat am 5. Januar eine Note an die Außenministerien in Rom , Paris , Washington und Tolio gesandt, in der angeregt wird, eine Botschaft der Alliierten an die Regierungen der Sowjets und an die Regierungen von Kolt­fchat in Oms!, Denifin in gelaterinodar und Tichan. lowsty in Archangels! und alle anderen Regierungen, die sich aus den verschiedenen Nationalitäten des früheren Rußlands ge­bildet haben, zu richten. In dieser Note soll angeregt werden, Die in der Nationalen Automobil GefetIfchaft bag alle Regierungen des früheren Rußland ihre gegen in Oberschöneweide beschäftigten 4000 Arbeiter und Angestellten feitigen 8wijtigkeiten aufgeben und nach einer Einigung Defaßten in einer Betriebsversammlung den Beschluß, daß die kom legierte zur gemeinsamen Vertretung des früheren Rußlands promittierten Führer im Interesse der Einigung des Proletariats nach Paris entienden. Der Wortlaut dieser Note wird in der ihre Bosten sofort zu verlassen haben, um ein weiteres lutver Sumanité" veröffentlicht. gießen zu vermeiden.

Lanjing erklärte in einem Interwiew mit einem ameri tanischen Journalisten, daß A merita diese Note nicht zugegan­gen sei. Es sei aber außer Zweifel, daß sie von England an die fordern eine Verständigung der sozialistischen Barteien, um den Die 7000 Arbeiter und Ang stellten der Reichsbruderei anderen Regierungen gerichtet würde. Die französische ne fordern eine Verständigung der sozialistischen Parteien, um den Die noch nicht erfüllten gierung bat fich diesem Vorschlage gegenüber ablehnend verunfeligen Bruderkampf zu beenden. halten, denn sie steht auf dem Standpunkt, daß der Bolschewismus Forderungen des Rätefongresses sollen sofort durchgeführt wer den, insbesondere die Sozialisierung der hierfür reifen Betriebe lediglich die Anarchie bertritt. Weiter verlangen sie die fofortige Entwaffnung aller 8ivilpersonen und die Beseitigung derjenigen Führer, die sich einer Einigung entgegenstellen.

Ein Aufruf gegen die Einigung.

Gefangene wurden erschossen.

Von K. Kautsky .

Die erste Phase der deutschen Revolution ist zu Ende Ihre gveite hat begonnen. Sie sicht anders aus, als die jenigen erwarteten, die sie beraufbefdxvoren. Sie bedeutel nicht, wie 1793 in Frankreich , und 1907 in Stußland, einen energischen Ruck nach links, sondern das Gegenteil. Noch ist das Morden in den Straßen Berlins nicht zu Ende noch immer bergießen Proletarier das Blut anderer Pro­letarier, aber das Endergebnis ist nicht mehr zweifelhaft Es war nicht apeifelhaft schon im Beginn der Bewegung, wenigstens für jeden, der sich einen flaren Blid für reale Machtverhältnisie bewahrt hat: auf der einen Seite stand eine Minderheit des Proletariats, auf der anderen seine Mehrheit im Reich und die gange bürgerliche Welt mut samt dem Rest des militärischen Machtapparats, der noch aus der Striegszeit übrig geblieben.

Dabei waren diejenigen, die sich gegen die Regierung erhoben, untereinander nicht einig. Auf der einen Seite die Spartakisten, die den Kampf zu einer militärischen In­furreftion zu gefalten fuchten, mit dem Bewußtsein, mili tärisch unterlegen zu sein, jedoch in der Erwartung, den Kampf zum Ausgangspunkt der Weltrevolution zu gestalten. Auf der anderen Seite unabhängige Sozialdemokraten Berlins zum Teil, die wohl die kampfloje Aufgebung aller Regierungsämter in Reich und Staat gefordert hatten, aber sich zum fampflofen Aufgeben des Berliner Polizei präsidiums nicht entschließen fonnten. Bivifchen diesen beiden Bielen , dem Behaupten einer rein lokalen Macht­position und Entfesslung der Weltrevolution, gab es immter den Kämpfenden noch die mannigfachsten Nuancen. Und ebenso verschiedenartig gestalteten sich ihre Stampf­methoden, von der friedlichen, waffenlosen Demonstration bis zum verzweifeltsten Gebrauch von Maschinengewehren und Sandgranaten. Dabei waren von Seiten der Unab hängigen Sozialdemokratie an der Bewegung nur die Ber liner Organisationen beteiligt, die die Affäre als eine blos Berliner Angelegenheit auffaßten. Das galt so sehr, ba das Zentralfomitee der Gesamtpartei sich als nicht dire beteiligt betrachten und einige von uns mit der Ver mittlerrolle betrauen konnte, um zu versuchen, der Be megung eine unblutige Beendigung zu geben.

Das ist uns leider nicht gelungen. Zweieinhalb Tag verhandelten wir nicht über die gegensäglichen Forderungen sondern darüber, ob verhandelt werden solle. Die Ber treter der Berliner Wahlvereine der Unabhängigen Sozial demokratie, sowie die revolutionären Obleute waren bereit bedingungslos zu verhandeln, Regierung und Zentralra forderten dagegen vor Beginn der Verbandlimgen die Ans lieferung sämtlicher besetter Redaktionen. Auch das wurde ihnen zugeftanden mit Ausnahme des Vorwärts", dessen Auslieferung man ebenfalls bewilligen wollte, doch sollte fie erst nach Abschluß der Verhandlungen vollzogen werden. An dieser sekundären rage scheiterte der Versuch, Ver. handlungen einzuleiten. Als schließlich die Berliner Organi sation noch weiter ging, und die Freigabe des Vorwärts Die Arbeiterschaft der Maschinenfabrit Ober- au erreichen fich erbot, famen felbft diese Verhandlungen nicht zustande. So fam's zum Blutvergießen.

Die Arbeiter der Firma Heinide in Mariendorf verlangen Der Vorstand der Berliner Bezirksorganisation der Beseitigung der kompromittierten Regierung Abschaffung der Rechtssozialisten erläßt einen Aufruf, der sich gegen die Kommandogetvalt und der Rangabzeichen, sofortige Demobilifies Einigungsbewegung der Arbeiter richtet und für das Fest- rung des gesamten Heeres und Bildung einer sozialistischen balten an den Führern Ebert, Scheidemann, Landsberg und Bollewelyr. Noste ist. Das überrascht uns nicht. Solange die rechts­fozialistischen Führer meinten, die Einigung gegen die

Unabhängigen durchführen und dabei gube Fraktions- und fchöne weide a. G. fordert einstimm'g die Beseitigung der Wahlgeschäfte machen zu Fönnen, war sie für die Einigung. tompromittierten Regierung. Ge fol eine auf revolutionärem Jezt, wo die Bevegung über ihre Stöpfe hinweg au gehen Boden stehende paritätisch aufammengefekte Regierung neu ge­broht, suchen sie die spontane Bewegung der Arbeiterschaft bilbet werden. als fünstliche Mache zu verleumden.

"

Rein militärisch betrachtet, durfte die Regierung el fich gestatten, die Verhandlungen praktisch abzulehnen. Sie war gaviß die stärkere und sicher, des Aufstandes Herr au werden. Wenn dabei in dem Aufruf von kompromittierten Die Arbeiter aus den Betrieben der. E. G. Rabelwert Aber ganz abgesehen von Stücksichten der Menschlichkeit Führern der Linksjozialisten gesprochen wird, so können Oberspree, erhoben einstimmig den Beschluß, ber jetzigen Regie- bat fie politisch damit ihren sicheren Boden verloren. Wohl wir nur erklären: Wir glauben var nicht, daß die Führer rung das Vertrauen zu entziehen. Es soll eine große, geht fie fiegreich aus dem Kampf bervor und gewinnt fo der U. S. P. D. kompromittiert find, aber uns ist die Betalle Barteigruppen umfassende deutsche sosiaan Kraft, aber nur dadurch, daß die bürgerlichen und mili fonenfrage ganz gleichgültig. Was Haase litische Partei gegründet werden felbstlos für sich erklärt hat, gilt natürlich für jeden andern unferer Genossen. Für uns gibt es feine Berfonen. frage irgendeiner Art, wenn es auf die Einigung des Proletariats antonimt.

tärischen Faktoren, mit deren Hilfe fie triumphiert, noch mehr an Straft gewinnen. Als fozialistische, als proletarische Regierung ist sie damit schwächer ge worden, ihre Fähigkeit des Widerstands gegen bürgerliche und militärische Einflüffe, die stets gering war, ist nun noch weiter geschwächt worden. Die bürgerlichen Elemente und die Herren Offiziere fühlen sich wieder, die Gefahr der Gegenrevolution wird nun zu einer realen. Leider ist sie Spartafulle bie außaogen, fie au bekämpfen. Auch bas

Die Arbeiterschaft der Munitionsfabrit Spandan erklärt fich einstimmig für den Massenstreit als Proteft gegen den Bruder In dem Aufruf wird auch unter träftigen Schimpf- mord, der nur dazu geeignet ist, die Stoßkraft der Arbeiterschaft zu morten behauptet, es sei eine Lüge, daß Gefangene lähmen. Der Massenstreit soll jest das Mittel sein, die Arbeiter erichossen wurden. In einem anderen Teil der Aufschaft über die Köpfe der Führer hinweg wieder zu vereinigen. lage des Bono." fehlt der eben beschrochene Aufruf, dafür Sie ruft allen Arbeitern Groß- Berlins zu: Sozialisten aller Barberaufbeschworen worden gerade durch die Politik der enthält er den von uns bereits wiedergegebenen Berisht her telen, vereiniat Euch!