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Rebaftion Berlin RB6chiffbauerbammu UL Bernsprecher: Am Norden 2895 and 2896
Sonntag, den 16. März 1919
Nummer 126 Morgen- Ausgabe
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Jafrate often ble ettgefpeft. Zompareillezelle ober deren Raum 25 Pt.lete Anzeigen bas fettgebrudte West 40 Pt. fedes weitere Wort 20 Of. Teuerungszuschlag 50% Bet Familien und Derfammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den daraufs folgenden Tag rijen spätestens bis& Ubt nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. Expedition: Berlin NW. 6. Schiffbauerdamm 19, Sernsprechers Amt Norden 9768.
greiheit
Die Einfegung einer Unterfuchungskommission beantragt.
Die Fraktion der Unabhängigen Sozialdemokraten in der preußischen Landesversammlung hat folgenden Antrag eingebracht:
widersehen, ohne Gnabe nieberschießen, es fäme gar nicht so genau darauf an, wer dabei getroffen würde.
Es hat aber während der ganzen Zeit sich keiner der Gefangenen widersezt. Die beiden Zahlmeister, Herr Litau, der im Oberleutnantsrange stand und mit dem Eifernen Kreuz 1. Klaffe ausgezeichnet war, und Herr Jakubowski, hatten im Bureau Waffen, besaßen aber einen ganz neuen Ausweis ber Kommandantur, der sie, hinreichend legitimierte.
Daß diese beiden Männer, die sich politisch nie be. tätigten und lediglich Bureauarbeiten verrichteten, mit er= fchoffen worden sind, ist ein ebenfo ungeheuerliches Berbrechen, wie die Erschießung der übrigen Marine- Angehörigen. Die Erschießung selbst war das Schrecklichste, was ich je ernen wurden im Hof in eine Ede gestellt. Es wurde minuten. lang auffie gefeuert und das Schreien und Jammern, das zu uns heraufdrang, war entfeglich. Selbst einem Feldwebel ber Regierungstruppen, der die zurückgebliebenen Gefangenen in den Bureauräumen der Kaffenverwaltung bewachte, traten die Tränen aus den Augen. Er sagte, daß er an allen Frontteilen gekämpft und viel Fatherliches erlebt habe, aber zu einer derartigen Senter sarbeit würde er sich nie hergeben. Das sei ja entfetlich, was man da miterleben müsse.
" Die verfassunggebende preußische Landesversammlung wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, sofort eine Un. tersuchungstommission einzusehen, die, bestehend aus einer gleichen Anzahl Mitglieder der Landesversammlung und des Berliner Vollzugsrates, die Aufgabe hat, die Vorgänge zu untersuchen, welche sich auf den Straßen Groß- Berlebt habe. Uns stand das Blut in den Adern still. Die GefangeTins in den letzten Wochen abgespielt haben und damit im Zusammenhang stehen."
Bor der Erschießung haben sich die Regierungssoldaten schwere Mißhandlungen an den Gefangenen zufchulden kommen lassen. Ginen türkischen Staatsangehörigen, der bei der deutschen Marine seit 11 Jahren diente, hielt man infolge seines dunklen Aussehens für einen Bolschewiften. Ihm wurde mit Kol. benstößen derartig auf die linke Schulter geschlagen, daß er den Arm nicht mehr bewegen konnte."
Freiwillige vor!
Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volks bildung Saenisch richtet folgenden Aufruf an die akademische Jugend Breukens:
Noch einmal ruft das Baterland feine maffenfähige junge Mannschaft. Noch einmal heißt es: Freiwillige vor!.. Die gereifte Jugend ergreift freiwillig bie Waffen, weil sie den furchtbaren Ernst unserer Lage er kennt und weiß, was die Pflicht der Selbsterhaltung von ihr fordert. Die deutsche Wehrmacht liegt in Trümmern, die Flut des Bolschewismus broht unseren Grenzwall im Osten zu durchbrechen, die Hydra der Anarchie und des Bürgerkrieges erhebt im Innern ihr Haupt. Rette dein Baterland, deutsche Jugend!
Der ganzen deutschen Jugend aller Stände gilt unser Ruf, auch auf diesem ernsten Wege führend voran zugehen. Schulter an Schulter mit Euren Altersgenossen aus dem Arbeiterstande(?) sollt 3hr jungen Akademicher der Regierung helfen, die Ordnung auf recht zu erhalten. Gewiß habt Ihr es besonders schmer, euch von der langentbehrten Arbeit loszureißen. Aber es muß fein. Zeigt, daß 3hr zu Führern berufen leid. Was in Menschenkraften steht und behördlicher feits geleistet werden kann. Guch dies Opfer zu erleichtern, oll geschehen. Reine Kenntnisse und heine Examina können euch nügen, wenn die Staatsordnung sich auflöjt, in der Jhr euch betätigen wollt. Blickt nicht auf die, die sich in der gemeinsamen Not bei Seite brücken, blicht auf die, die vorangehen. Tretet ein in die Freiwilligen verbände. Schüßt das bedrohte Kulturerbe eurer Bäter, rettet eure eigene Zukunft. Hilf deutsche Jugend!
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stahlbebelmter junger Offizier zu einem Arbeiterrat, als O. M. Was geht uns die Regierung an?" sagt ein dieser ihn anläßlich der Besetzung des Berliner Räteparlamentes in der Chausseestraße auf das Ungesetzliche dieser militärischen Operation" hinwies. Diese sechs Worte, die der Marsjünger in schönem Selbstbewußtsein und im Vertrauen auf seine Feuerwaffe aussprach, offenbart mehr als alles andere das Geheimnis der gegenwärtigen Situation. Noch wird mit verdeckten Karten gespielt. Rauschende Militärmusik zieht durch die Straßen Ber
Diefer Antrag wird am Montag zur Beratung fommen. Allmählich hat die Oeffentlichkeit eingesehen, daß die militärische Gewaltherrschaft über Berlin nicht ein Schuß. sondern eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ist. Wir baben in den letzten Tagen eine ganze Reihe von eidlich erhärteten Angaben veröffentlichen fönnen, die beweisen, daß ohne jeden Anlaß oder auf geringfügige Vergehen hin Menschen erschossen worden sind. Immer neue Meldungen über ähnliche Fälle gehen uns zu. Auch heute bringen wir wiederum derartige Ruschriften. Weitere Fälle werden wir, nach forgfältiger Prüfung und nachdem weitere Zeugen befragt worden sind, in den nächsten Tagen veröffentlichen. Schon jetzt steht aber einwandfrei fest, daß eine Untersuchung all der durch den Belagerungszustand und das Standrecht angeblich Ueber die Matrosenerschießung in der Französischen gerechtfertigten Vorgänge durch eine besondere Unter- Straße, wie sie hier geschildert wird, find uns auch noch fuchungskommission erfolgen muß, wenn sich nicht Regierung und Landesversammlung dem Vorwurf ausieben von anderer Seite die aleichen Angaben gemacht worden. wollen, daß sie den Schreckenstaten wildgewordener Mili- Die Beugen sind der Ansicht, daß es fich bei dieſem ganzen entjeklichen Vorgang um eine Art von Race aft gegen taristen ruhig zusehen. Die von dem preußischen Ministerium des Innern und die Träger der Revolution gehandelt habe. Die amtlichen der Garde- Kavallerie- Schüßendivision erzwungene Verbrei- militärischen Stellen begründeten die Maffentung der unwahren Nachricht über den Lichtenberger Be- erschießung mit der Behauptung, die Matrosen hätten sich lins. Im strammen Gleichschritt marschieren die Hüter der amtenmord hat ja selbst einige bürgerliche Blätter beran- bei der Festnahme widersett und auf Regierungs- Ordnung in die Zukunft. Inzwischen verröcheln auf dem laßt, in dieser Frage gegen die Regierung Stellung zu truppen geschossen. Unsere Gewährsmänner behaup- Hofe des Polizeipräsidiums, in den Korridoren des Kriminehmen und sie gegen die„ amtlichen" Bügennachrichten ten, daß sie und auch die nach Moabit abtransportierten nalgerichts, an irgendeiner Straßenmauer, da, wo man sie mißtrauisch gemacht. Die Berliner Volkszeitung" Gefangenen jederzeit befunden können, daß nicht ge- gerade trifft, die standrechtlich Füfilierten. Das Leichenunterstüßt deshalb unsere Forderung nach der Einsetzung schossen worden ist. Wir fordern deshalb Aufklärung schauhaus erweist sich als zu flein und weist die unbekanneiner Unterstüßungskommission. über diese entsegliche Tat. Der Offizier, der den Befehl ten Toten ab. Bisher hat sich der Vorwärts" hierzu noch nicht ge- zur Erschießung gegeben hat, muß zur Rechenschaft gezogen Ein lähmendes Entsezen erfaßt das proletarische äußert. Ob er genau wie im Falle Biebknecht- Luxemburg werden. Eine unparteiische Kommission muß auch jetzt wieder die Einießung einer besonderen Unter- fich der Opfer, annehmen und volle Aufklärung in diese suchungskommission bekämpfen wird? Wir können seine bunkele Angelegenheit bringen. Stellungnahme ruhig abwarten. Sie wird wiederum zeigen, ob der Vorwärts" es vorzieht der Wahrheit zu dienen oder dienstvilliger Offigiofus der Regierung und der hinter ihr stehenden Garde- Kavallerie Schüßendivision bleiben will.
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Für den Augenblick feiert die schwärzeste Reaktion Triumphe auf der ganzen Linie. Noske weist das Verlangen nach Unterhandlung ab. Diesmal werden wir ganze Arbeit machen! Wir werden alle niederschlagen-!" über angebliche Greuel der Aufständischen stacheln die NeBerlin, 15. März. Die Abkommen über die gierungstruppen zu immer neuen Megeleien auf. Täglich Lebensmittelversorgung Deutschland 8, über dreimal dasselbe Gekläff, morgens, mittags und abends. deren Finanzierung und über die Zurverfügungstellung der Der unsauberen Einblidungskraft des Vorwärts" bleibt gen in Brüssel heute unterzeichnet worden. Nach den man es von den Gesichtern ablesen könne, daß sie Sparta . Vereinbarungen über die Lebensmittellieferungen soll tisten für ihn identisch mit Stäubern und Plünderern Von einem Augenzeugen, der der Erschießung Deutschland , sobald die Schiffe bereit sind, in See zu gehen feien. der Matrosen in der Französischen Straße beigewohnt hat, und sobald die Bezahlung geregelt ist, die ersten Nie gab es für die Konterrevolution eine günstigere wird uns über diesen ungeheuerlichen Vorgang noch folgen- Bebensmittel in Söhe von 270 000 Tonnen Konjunktur. Die Reaktionäre fühlen ihre Stunde schlagen; des mitgeteilt: fofort geliefert erhalten. Deutschland hat es gilt, den schwer erkämpften Sieg zu nüßen. Fanfaren „ Die Angehörigen der Bolksmarinedivifion, die fich am weiter das Recht, monatlich bis zu 70 000 Tonnen flingen! 11. März vormittags in die Kasserverwaltung begaben, hatten ett und 300 000 Tounen Brotgetreide oder mit den Aufständischen nicht das geringste au ihren Gegenwert in anderen menschlichen Nahrungsmitteln tun. Es waren Angehörige- derjenigen Abteilungen, bie bislang zu kaufen und einzuführen, und zwar nicht mir aus Amerika öffentliche Gebäude bewacht hatten und denen nach der Ablösung und den Ländern der Entente, sondern auch aus neu
Der Massenmord in der Franzöfifchen deutschen Handelsflotte, sind nach zweitägigen Berhandlun- es vorbehalten, ſelbſt die Gefallenen noch zu besudeln, denen
Straße.
burch die Reinhardttruppen freier Abzug gewährt worben war, weil man fie für durchaus zuverlässig hielt.
tralen Staaten.
Die Matrosen betraten ahnungslos das Gebäude, vor dem Eingang und auch im Hof waren keine Regierungstruppen au Basel , 15. März. Nach einer Padrider Havasmeldung hat fehen. Erst beim Betreten der Bureauräume traten ihnen be der Ministerrat beschlossen, für alle Angestellten auf Süttenwaffnete Regierungssoldaten entgegen. Diese schrien: Hände hoch! und erfter den Achtstundentag einzuführen. und baraufhin wurden die Mannschaften, bie nicht in geschloffenen Trupps, sondern einzeln ankamen, in besondere Simmer geWahlergebnis in Sahien- Meiningen. perrt. Unter den Regierungstruppen herrschte ein fürter. licher Geist. Sie drohten jeden einzelnen zu erschießen, der Meiningen , 15. März. Der neugewählte Landtag des Frei Ich nicht ganz still verhielt. Jeder hatte fofort den Eindrud, bak staats Sachsen- Meiningen wird bestehen aus 14 Mehrtwas fürchterliches bevorstehe. beitssozialisten, einem Unabhängigen, fünf Bauern. Bor dem Eingang zu den Bureauräumen war ein Maschinen. bündlern, einem Deutsch- Rationalen und drei Deutsch - Demokrat n. Lewehr aufgestellt, und der Offisier, ber die Befehlsgewalt hatte, Bon drei flemen Ortschaften steht das Wahlergebnis noch aus, lagte su ben Truppen, fie follten jeben, der versuche, ki su dach ist dieses ohne Einfluß auf das Gesamtergebnia,
Freiwillige bor ! In allen Blättern tönt es wieder. Es rauscht im reaktionären Bressewald, von der „ Steuzzeitung" herab bis zum„ Vorwärts": Freiwillige bor ! Nur der„ Vorwärts" scheint nicht zu merken, was im Werden ist.
Ordnung muß sein. Die Neaktion rüstet zu einem großen Schlag. Sie will sie schaffen, ihre Ordnung, sie ist drauf und dran, sich zu restaurieren. Sie will die Zügel, die sie schleifen ließ, die ihr entrissen wurden, wieder in die Hand bekommen, straff anziehen unter dem Zepter irgend eines der massenhaft entthronten Monarchen.
Nicht Furchtsamkeit, nicht übertriebene Schwarzfeherei, sondern die klare, nüchterne, objektive Einschätzung der Tatfachen läßt uns unter dem Eindruck des Berliner Blutbades fonstatieren: die Gegenrevolution marschiert! Der wütende Haß des Bürgertums der machtvoll aufftrebenden Arbeiterklasse gegenüber ist keine vorübergehende Erscheinung, ist viel zu tief und gründlich, als daß er sich mit der standrechtlichen Erichießuna einiger bundert We