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Einzelpreis 15 Pfennig 2. Jahrgang Sonntag, den 28. September 1919

Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, an Sonne und fefttagen mur morgens. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin oder bei direkten Poftbezug ohne Bestellgebühr monatl. 3, M, bei Zustellung unter Streitband 5,-. Die freiheit ist in den ersten Nachtrag der Postzeitungslifte für 1919 eingetragen Redaktion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 1911, Fernsprecher: Amt Norden 2895 und 2896,

fr. 470/ A 256 Morgen- Ausgade

Juferate foßen die achtgespalt. Zionpareillezeile oder deren Raum 1,20 M., Morianzeigen das fettgedrudte Wort 50 Pf. jedes weitere Wort 25 Pf. Teuerungszuschlag 20 Pros. Bei familiens a. Dersammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inferate für den daraufe folgenden Tag maffen( pätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben fein. Juferaten- Abteilung: Berlin N. 6, Schiffbauerdamm 19 Fernsprecher: Amt Norden 9769

greibeir

Berliner Organ

Der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

wendig, Frankreich biefen Ländern wieber näher bringen. Die deutschen

Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins ! benzialiſten follten die für den Strieg Beranto- Die Krise der Zwangswirtschaft.

lichen selbst bejtmafen und mit den anderen Sozialisten zum Triumph der Arbeit mithelfen. Die Regierungen hätten ihren Frieden gemacht, die Völker verlangten einen anderen. Renaubel schloß mit einem Aufruf zur Vereinigung aller Proletarier

Der Hafenarbeiterstreit.

Hamburg , 27. September.

Dagegen

Heftiger als je tobt der Kampf gegen die Zwangswirt fchaft. Erzeuger und Händler haben sich verbündet und fordern gemeinsam ihren schnellsten Abbau. Seitdem durch die Freigabe einzelner Waren und die dadurch hervor­gerufenen gewaltigen Preissteigerungen ihr Streben nach Gewinn neuen mächtigen Antrieb erhalten hat, ist ihr ganzes Bestreben darauf gerichtet, durch die Freigabe immer weiterer Waren die Grundlagen der Zwangswirt fchaft vollends zu erschüttern.

Die Nampftruppe des Berliner Proletariats, bie Arbeiter der Berliner Metallindustrie, stehen, 100 000 Mann start, im Kampf um die Sicherung ihrer Eristens. Kapital und Regierung ver fuchen, die ohne der Arbeiter der Berliner Metallindustrie abzubauen. Das im Hauptausschuß der Metallindustrie von ben Unternehmern gegebene Versprechen: unter Erhöhung der bisherigen Lohnfäte neue Berträge zu schaffen, wird nicht innegehalten. Die Löhne sollen nicht nur in Berlin herabgesezt werden, es mehren sich die Anzeichen, daß dies im ganzen Die Lage im Geemannsstreif ist noch ungeflärt. Noch scheint Reich geschehen soll. Welingt dieser saubere Plan, so würde das die Zahl der Arbeitswilligen zu wachsen, worauf das Auslaufen Aber schon die Freigabe einiger Erzeugnisse, so z. B. Rapital durch die Hungerlöhne, die es dem deutschen Arbeiter mehrerer Dampfer im Laufe des Tages schließen läßt. Auch im in der Landwirtschaft, die Freigabe des Safers, hat die zahlt, in der Lage fein, sich mit billigen deutschen Erzeugnissen Fischdampferberleh: erhofft man eine Befferung. Aus 523anten gebracht. Da der Preis des Safers im freien Cup. bisherige Regelung der Lebensmittelversorgung start ins ben Weltmarkt zu erobern. Der deutsche Arbeiter würde zum haben wird das Auslaufen eines Fischdampfers und damit die Wanken gebracht. Da der Preis des Safers im freien Lohnbrüder an seinen ausländischen Klassengenoffen. Das muß Wiedereröffnung des schdampferverkehrs gemeldet Handel auf das Dreifache des früheren Höchstpreises ge­berhindert werden. Der Kampf, den die Arbeiter der Metall. haben, wie die Abendblätter melden, die in der Arbeiterunion ftiegen ist, lag es im Intereffe der Landwirte, den Hafer industrie führen, ist darum nicht nur ein Kampf der Metall- organisierten lintenabitalen Hafenarbeiter beschlossen, sich mit den 3u verkaufen und dafür das Brotgetreide an das Bieh zu berfüttern. Die Folge davon war die Stockung in der Ab­arbeiter, fondern das Signal zum Kampf der deutschen Ar. Seeleuten folibarisch zu erklären und keine von den See lieferung im Brotgetreide, wodurch die Regierung fich ver­beiterschaft gegen das Kapital überhaupt. Das leuten verlaffenen Schiffe zu entlöschen. Der Seemannsbund be- anlaßt jah, die von der Nationalberfammlung bereits ab­ist Grund genug für alle reaktionären Kräfte, die öffentliche schloß daraufhin, den Kampf fortzusehen, bis die aufge- gelehnte Druschprämie troßdem rückwirkend zu gewähren. Meinung zuungunsten der Berliner Metallarbeiter zu vergiften. stellten Forderungen erfüllt sind. Aber diefes Sugeständnis hat die Agrarier nicht be­friedigt. Ihr Ziel ift die völlige Freigabe der Bewirt­ichaftung und die Gleichstellung der Preise der deutschen agrarischen Erzeugnisse mit denen des Auslandes unter Ausnutzung der durch die niedrige Baluta entstandenen Entwertung des deutschen Geldes. Zwar wissen sie, daß die Durchführung dieser Absicht eine ungebeure Bre is steigerung für alle agrarisdjen Erzeugnisse und als Folge davon eine ähnliche Breissteigerung auc für alle übrigen Waren zur Folge haben würde. Trokdem fordern fie diefen Ausiven und verlangen, daß

Broletarier! Klassengenossen!

Samburg, 27. September.

Um ben fchamlosen Berhebungen und Berbrehungen ent. Bom deutschen Seematmsbund wird mitgeteilt: Die Streit Jegentreten zu können, finden am leitung der Seeleute in Hamburg hat folgenden Beschluß Donnerstag, ben 2. Oftober 1919, mittags 11 Uhr gefaßt: In der Annahme, daß es dem Herrn Demobilmachungs­30 Versammlungen der gewerkschaftlich organisierten

Arbeiter Groß- Berlins

Matt. Diese Berfammfangen follen ein weithin fichtbares Zeichen ber Solidarität für die streifenden und ausgesperrten Arbeiter ber Metallindustrie werben, fie follen protestieren gegen die Ber­fegung und Beschmusung der Arbeiter durch die Presse.

Kollegen und Kolleginnen!

Der uns aufgezwungene Kampf muß und wird mit unse­tem Siege enden. Schulter an Schulter mit Euren strei­tenden Brüdern müßt Ihr den Abbau der jchigen Entlohnung| berhindern! Tretet mit uns zusammen ein für die Erkämpfung menschenwürdigen Existens! Haltet Euch bereit zum Kampf! Besucht in Massen die angeseyten Bersammlungen!

tiner

Soch die Solidarität!

Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin .

Das Metall- Kartell der Gewerkschaften Groß- Berlins . Die Fünfzehnerfommission.

fommiffar in Hamburg gelingt, die Regierung zu bewegen, mit uns in Verhandlungen zu treten, befchlicht die Streiffeitung, Sie Gefangenen Transportfchiffe unverzüglich freizugeben Streilleitung berlangt jedoch, daß die von Bord gegangenen Be­fazungen der Schiffe unverzüglich wieder eingestellt werden."

Die

Die Eisenbahnerbewegung in England.

Amsterdam , 27. September.

die Preissteigerung von der Staatskasse, d. b. der An­

gemeinheit übernommen und dadurch dem einzelnen nuz

indirekt fühlbar gemacht werde. Das soll natürlich nur bortäuschen, daß die Preissteigerung nicht von der Masse des Volfes getragen werden müsse.

Nachdem durch den teilweisen Abbau der Zwangswirt­

Nach einer Meldung des Telegraaf" vom 25. September abends wird wegen der englischen Eisenbahnerkrife Lloyd George feine Reise nach Wales , wo er in Carnavon reben schaft neben der Preissteigerung auch die Gefährdung wollte, aufgeben. Algemeen Sandelsblab" meldet aus on der Versorgung der Bevölkerung eingetreten ist, und nach­don vom 26. September ein Abflauen der Krife, weil dem durch das rapide Sinken des Markkurses die Finan­beide Parteien dem Schlimmsten vorzubeugen wünschten. Amt. sierung der Einfuhr von Lebensmitteln sich immer schwie. lich wird gemeldet, daß der Streit, wenn er überhaupt zustande tiger gestaltet, hat auch das Reichswirtschaftsministeriumt die tommt, am 27. September nachts um 12 Uhr beginnen soll. Gefahren des Abbaus der Zwangswirtschaft einzelner Nah­Die Lohnbewegung der englischen Eisenbahner war in Reichswirtschaftsminister Schmidt eingehend dargelegt, rungsmittel eingesehen. In einem Artifel hat neulich der ein fritisches Stadium getreten. Die Organisation daß die Freigabe der Bewirtschaftung neben der Aufhebung der Eisenbahner hatte an die Regierung ein Ultimatum der Nationierung auch die Aufhebung der behördlichen Preis.

Die Zahl der Betriebe, deren Belegschaften sich am gerichtet, das am 25. September ablief. Das Ultimatum ist feftfegung bedeute. Die freie Bewirtschaftung würde des. Streit beteiligen wollen, ist von 115 auf 135 gestiegen; bon der Regierung dahin beantwortet worden, daß sie die halb eine Anlehnung an den Weltmarktpreis mit den hohen Don 65 auf 95 erhöht. Die Bahl der Streitenden ist bahner hatten beschlossen, im Falle einer Ablehnung am Baluta verursacht sind. Das aber würde bei dem gegen.

Don 24 000 auf 27 000 gestiegen, die Zahl der Au 3. Freitag in den Streit zu treten. gesperrten von 66 000 auf 68 000.

Deutscher Metallarbeiterverband. Die Fünfzehnerfommission.

Die neuesten Meldungen laffen eine Verschärfung der Lage erkennen, Amfterdam, 27. September.

Nach einer Neutermelbung aus London vom 26. hat Thomas beim Berlaffen des Hauses des Premierministers erklärt, daß Bremje zu Berlin- Lichtenberg arbeiten, werden gebeten, dies um­Obleute, Bertrauensmänner der Firmen, die für die Knorr - der Eisenbahnerstreit am Freitag Mitternacht beginnen wird. Gine amtliche Erklärung, die in Downingstreet heraus­gehend dem Arbeiterrat der Knorr- Bremse mitzuteilen. gegeben wird, sagt, daß auf der Konferenz eine Einigung nicht erzielt worden ist, und daß der Streit heute abend beginnen wird.

Anerkennung Litauens durch England.

Versailles , 27. September.

wärtigen Stand der Löhne eine ungeheure Verschlechterung ber Lebenshaltung der Arbeiter bedeuten. Die deutsche Volkswirtschaft werbe deshalb in absehbarer Zeit eine tragen müssen, Mischung von freier Wirtschaft und Zwangswirtschaft er­

محمد

Einen ganz anderen Standpunkt aber bertritt der preußische Landwirtschaftsminister Braun. Trotz der nn­günstigen Erfahrungen mit der Freigabe einzelner Nah. rungsmittel tritt er für die teilweise Freigabe der Gerste und die Freigabe der Kartoffeln ein. Die öffentliche Be­Amsterdam, 27. September. wirtschaftung fei überhaupt auf das notwendigste Maß zu Das Preßbureau Nabio meldet aus Horses zum Eisenbeschränken, durch Steigerung der Erzeugung müsse das An bahnerstreit, in England: die britische Regierung sei gebot vermehrt und dadurch ein dauernder Preisdruck aus­entschlossen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den von aeübt werden. Bis das erreicht sei, würden zum Schutze der Die litauische Delegation bei der Friedenskonferenz teilt mit ihr für unbillig gehaltenen Streit zu bekämpfen. Die Ber Berbraucher angemessene Preise festgesetzt und deren June­litauische Geschäfisträger in haltung mit drafonischen Strafen erzwungen werden. einer Erflärung Lord Curzon& die großbritannische Re erfolgen. Alle in britischem Besitz befindlichen Motor- und sonstigen tierung die Unabhängigleit Litauens anerlenne. Fahrzeuge, einschließlich der Omnibus und Autobroschten, können minister ist die kritische Lage deutlich erkennbar, in der sich

das

Renaudel über den Friedensvertrag.

nationale

Paris , 27. September( Habas).

Leben wieder aufrichten und eine internationale

In diesen Auslaffungen greier rechtssozialistischer an Freiwillige zur Aufrechterhaltung des notwendigen gegenwärtig die innere Wirtschaftspolitik Deutschlands bc­öffentlichen Dienstes, bem bereits zahlreiche Personen Folge ge- findet. Obwohl die Zufuhr von Lebensmitteln aus Sem teistet haben. Die Urlaubserteilung an Heeresangehörige ist ein Auslande ungehindert erfolgen fönnte, fo find ihr doc so In der Stammer Britifierbe der Sozialist Renaudel den gestellt worden. Die Lebensmittelrationierung wird unverzüglich durch den schlechten Stand der deutschen Valuta enge Friebensvertrag. Er äußerte fich dahin, daß dem Krieg mit den wieder eingeführt. Man vermutet, daß die abgebrochenen Bera Brenzen geitedt. Die erstrebte Senkung der inländischen Baffen nicht ein Wirtschaftstricg folgen dürfe. Der Friede müje handlungen wieder aufgenommen werden! In London ist es waren hat sich nicht erreichen lassen. Im Gegenteil, die nirgends zu Unruhen gekommen. Ginigteit jchaffen. Es foi unmöglich, daß der Völkerbund auf Eine vom britischen Arbeitsminister veröffentlichte it. Spannung zwischen dem Inlandspreis und den Breisen aui wirtschaftlichem Gebiet eirons erreiden tönne, wenn 300 milteilung besagt, daß die von der Regierung ben Gifenbagnarbeitern dem Welimarkt hat neben beni Anreiz zur Ausfuhr von lionen Teutiche, Cesterreicher und Ruffen ihm nicht angehörten. vorgeschlagenen neuen Richtlinien mindestens das Doppelte der granprodukten, die im Inlande dringend gebraucht wer­Benn ich die internationale Solidarität auf wirtschaftlichem Ge­biele nicht zeige, werde man eine Hungersnot haben.

Der Regierung wirft der Rebner vor, daß sie keine be­Mimunte Birtichaftspolitik babe, hauptsächlich aber wirft er ben Friebensunterhändlern vor, fie hätten den Deutschen die Kolonien Deggenommen u fie einer wirtschaftlichen Ausdehnungsmög

lande

Borfriegslähne betragen.

Die Washingtoner Arbeiterfonferenz.

den, nur dazu geführt, das Streben der Landwirte nadj Gleidstellung der Inlandspreise mit denen des Welt­marktes zu fördern. So zeigt fich, daß es unmöglich ist, in einem ans. gehungerten, auf die Zufuhren von außerhalb angewiesenen Entgegen der Erklärung des französischen Arbeits- Lande die Produktion nach rein fapitalistischen Grundjater

lichkeit beraubt. Deshalb würde Deutschland zur Kolonisation Nuß- ministers Colliard stellt die deutsche Regierung feft, daß eine weiter betreiben zu laffen. Bie während des Krieges, is © getrieben. Der Krieg babe Frankreich von Deusfchland und Einladung zur Teilnahme an der Konferenz bis jetzt ist auch nach seiner Beendigung in der Steinerung des

Breije daß einaine tittel aur Börderung der Erzeuguna