Einzelpreis 15 Pfennig 2. Jahrgang

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Die Freiheit" erscheint morgens und nachmittags, an Sonn- und Fefttagen mur morgens Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 4.- M., bei Direttem Poftbezug monati. 4.65 m., bei Zufitellung unter Streifband für Deutschland 6.50 m., fürs Ausland 7.50 m, per Brief 12.50 m. Redaktion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerbaum 19 IL Bernsprecher: Amt Rorben 2895 und 2896

Mittwoch, den 5. November 1919

Str. 537/ B 245 Abend- Ausgabe

Jaferate foften die achtgefpalt. Zionpareillezeile oder deren Raum 1,20 m., Wortanzeigen bas fettgedruckte Wort 50 Pf., jedes weitere Wort 25 Pf. Teuerungszuschlag 70 Pros. Bei familien- u. Derfammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauf folgenden Tag müffen spätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben fein. Inseraten- Mbteilung: Berlin N. 6, Schiffbauerbamm 19 Fernsprecher: Amt Norden 9768

greiheit

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Der Kampf um das Urbeiterrecht.

Die Verhandlungen mit England hinsichtlich der praktischen Durchführung des im Bringip zugestandenen Abtransportes ber Gefangenen aus Indien bauern immer noch fort. Die Vorbereitungen für den transport der Gefangenen aus Japan hat die Schweizerische Gesandtschaft in Sofio in

3ur Frage der Internationale."

Bon Sepp Derter.

und das die Periode durchmacht, wo die Reaktion of thre Das Attentat der Berliner Metallindustriellen gegen die In einem Lande, das mitten in der Revolution fuel Grundrechte der Arbeiterschaft hat mit Stecht lebhafte Em­Kräfte organisiert und zum Teile schon anwendet, im Ste pörung bei demjenigen Teil der Arbeiterschaft, dem die So­libarität noch als etwas Heiliges gilt, hervorgerufen. Nur Revolution vollends niederzuschlagen, gibt es für eine re­ben rechtssozialistischen Führern ist es wiederum vorbehalten, volubionäre jozialistische Partei, so wichtig die Frage r Internationale auch ist, doch noch Angelegenheiten, die be­ben um ihr Recht kämpfenden Arbeiter in den Rücken die Hand genommen. su fallen. Der Kampf um das Roalitionsrecht wird von Mit dem Abtransport ber noch in Rumänien befindlichen deutend wichtiger sind. Mir erschiene 8. B. notwendig, dus U. B. hnen tot geredet und tot gefchrieben. In einem Aufruf Gefangenen fann in nächster Beit gerechnet wetten, während die 1. 3. 3. D. in den Mittelpunkt all ihrer Disfuffionen und Beratungen die Aufrüttelung, die Samm­des Vorstandes der Bezirksorganisation Groß- Berlin der über den Abtransport aus Sibirien und utteftan gegen lung, die Borbereitung der Maffen stelle, S. P. D., der heute früh im Vorwärts" erschien, wendet wärtig nichts Reues zu berichten ist. um die Fortführung der sozialistischex fich dieser gegen jede Ausdehnung des Kampfes auf die Die neuesten Seitungsnachrichten über den angeblich be evolution in Deutschland , wenn es notwendig lebenswichtigen Betriebe, fowie auf die übrigen Zweige sonnenen Abtransport der deutschen Kriegsgefange ist, au erzwingen. Dadurch würde der Internationale und unferes ohnehin schwer zerrütteten Wirtschaftslebens", und nen in rantrei find unzutreffend. Die Angehörigen der Weltrevolution ein wesentlicherer Dienst geleistet, als der Borfizende diefer Bezirksorganisation, Serr Franz werden bringend gebeten, nur solchen Nachrichten Glauben su durch den jetzt bis zur Erschöpfung des Gefühles und des Krüger, widmet dem Streit in derselben Nummer des schenken, die amtlich veröffentlicht werden. Es ist felbstverständ- Geistes geführten Rampf über die Frage, ob wir nach Gcnf Borwärts" einen dreispaltigen Reitartikel, in dem er sich lich, das die Oeffentlichkeit über jeden Fortschritt auf amtlichem oder Moskau gehen sollen. abmüht, diesen Streit als einen politischen hinzustellen. Wege unverzüglich Kenntnis erhält. uch er warnt die Mitglieder seiner Partei vor einer Be- Die Berkehrafperre wird feinen Ginflu auf teiligung an diefem Streit, der sich nicht zuletzt gegen feine den Geimtransport der Gefangenen haben. Bartei felbft richte.

Heimkehr der Sanitätssoldaten aus Frankreich .

Berlin , 5. November.

Eine jede Partei muß ihre Sandlungen bestimmen laffen von ihren Grundsäßen und den dringendsten Erz fordernissen des politischen Kampfes. Eine revolutionäre Bartei hat in einer revolutionären Epoche alle ihre Hand­lungen und Entschlüsse einzustellen auf die Fortführung und den Sieg der Revolution. Von diesen Ansichten aus erscheint mir in der Gegenwart, in der sich die U. S. . D. befindet, die Frage der Internationale von minderer ftualität zu sein. Sie erscheint mir minder aktuell, weil die sozialistischen Arbeiterparteien aller Länder jezt als erste Pflicht haben, durch revolutionäre sozialistische Taben ein Bekenntnis abzulegen für den Sozialismus. Auf diese arteien der sozialistischen Tat und des laffentampfes wird sich die neue fozia­Iistische Internationale fefter und unzer­rei 8 bareraufbauen als auf Programme und Blatt. formen. Die Zeitpunkte zur Auslösung dieser sozialistischen Taten find in allen tapitalistisch entwidelten Ländern nahe, weil die Massen von Tag zu Tag flarer erkennen, daß ge­rade das Verbrechen des Weltkrieges den Sapitalismus reif gemacht hat zum Zusammenbruch, weil durch den Weltkrieg Die finnifche Stegierung hat Jubenitsch schriftlich mitgebie Rlaffenscheidung noch ausgeprägter wurde, weil die belt, baß Finnland außerstande ist, militärische Massen im und am Weltkrieg deutlicher erkannten und er­Silfe gegen die Bolschewidi au gewähren und bekennen, daß sie die Unterdrüdten und Ausgebeuteten sind; gründet diese Weigerung mit den begrensten finanziellen fowie eine Erkenntnis, die sich in gesteigertem Klassenkampf aus Die Bezirkskonferens der Arbeiter und Betriebsräte des militärischen Gilfsquellen. Weiterhin wird hervorgehoben, baß drückt. In dieser Beit, wo in der internationalen Arbeiter­Bezirks Galle hat sich mit dem Berliner Metallarbeiterstreit be. bie Entente Finnlands Teilnahme weder offiziell unterstützt noch bewegung alles im Fluß ist, wo sich eine gewaltige Um­fast und folgende Entschließung angenommen: ökonomische und militärtechnische Hilfe verspreche. Dagegen fin- gruppierung der Arbeitermassen vollzieht, wo neue Formen Die am Montag in Halle tagende Konferenz der politischen den Verhandlungen über eine freiwillige militärische Hilfe von des laffentampfes gesucht und angewandt werden, ist Beti Bevertrauensleute des Besirts Halle erblickt in bem Bor. finnischer Seite statt. jeder Versuch, eine Internationale auf dem gehen bes Unternehmertums gegen die streifenden Berliner Me. Die Ruffen bereiten einen Mobilmachungsplan für Boden von theoretischen Programmen und tallarbeiter, die Ausschuß- und Betriebsmitglieder nicht wieber in alle befreiten" russischen Gebiete bor . Auch alle waffenfähigen Refolutionen zu begründen, verwirrend ihre alten Rechte einzufegen, einen Angriff auf die Grundrechte Ruffen auf finnischem Gebiet follen swangeweile mobilisiert und verhängnisboll. Denn auf diese Weise wird ber Arbeiterschaft, der fich gegen das gesamte Proletariat bes nie die Internationale der revolutionären proletarischen gangen Reiches richtet. Die Betriebsvertrauensleute des In­Massen begründet, sondern nur die Internationalen ber­eine Parodie auf die Internationale find.

Soviel Worte, soviel unwahrheiten. Alles Drumherum. reden schafft die Tatsache nicht aus der Welt, daß es sich nicht um einen politischen Streit handelt, sondern einzig General Rubant, Vorfigenber ber interaliierten Waffen­und allein darum, daß die Arbeiter nicht gewillt tilstandstommiffion, hat in einer Note an ben Bräbenten ber find, ihre Vertrauensleute maßregeln au deutschen Waffenstillstandskommission mitgeteilt, daß nach einer laffen. Sie wiffen, daß, wenn fie diefes rubia hingehen Entscheidung des französischen Unterstaatssekretärs für Militär­ließen, der Willfür der Unternehmer wieder Tür und Tor juftis alle bisher in Frankreich zurückgehaltenen und unentbehr geöffnet fein wird. Und darum find fie bereit, den idaveren lich gewordenen Sanitätssoldaten in die Heimat entlas Rampf auch noch länger durchsubalten. Natürlich ist die fen werben sollen, soweit eine derartige Maßnahme vereinbar it bürgerliche Bresse hocherfreut über das Berhalten der Rechts- mit dem Gesundheitszustand der deutschen Kriegsgefangenen und Sosialisten. Spricht doch schon das Berliner Tageblatt" ben dem genannten Unterstaatssekretär zur Verfügung gestellten in feiner heutigen Morgenausgabe von einer Wirkungs- Transportmitteln. Die Zahl der entbehrlichen Sanitätssoldaten und Sofigkeit der Generalftreitparole. Dieses Blatt fieht der ber Beitpunkt ihrer Geinssendung werden noch bekanntgegeben. weiteren Entwicklung des Streifs, da die Mehrheits­fraftion der Sozialdemokratie diesem Ausstand durchaus ablehnend gegenüber. tehe, mit Ruhe entgegen. Auch andere bürgerliche Blätter äußern fich in ähnlichem Sinne. Sie vertrauen zu­bersichtlich auf die Sandlangerdienste der Rechtssozialisten.

Sympathiekundgebung aus dem Reiche.

werben.

Finnische Absage an Judeniffch.

Selsingfors, 5 November.

buftriegebietes alle fprechen ben streifenben Metallarbeitern Verkauf deutscher Schiffe an Holland unzulässig. schiedener Gruppen ober Parteirichtungen, die natürlich

Berlins ihre velle Sympathie aus und verpflichten sich, die Hallesche H. N. Paris , B. Movember. Arbeiterschaft aufzuklären über bie arbeiterfeinblichen Der Cterfte allierte Stat hat Holland mitgeteilt, baß ber Slane ber Sharfmacher. Bor allen Dingen werben fie Rat nach wie vor auf seiner Entscheidung beharre, daß der bahin wirken, bak übe all Gelb fammlungen vorgenommen Verlauf deutscher Schiffe an Holland ( eit Rriegsausbruch werben, um den Berliner Genoffen das Durchhalten in ihrem nicht mehr gestattet fet. weren Rampfe zu erleichtern. 2eiter erklärten fich bie Bertrauensleute, baß sie auch bereit feien, wenn es fein muß- attis in ben Rampf ein. augreifen unb benselben su sem ihrigen su maest.

Die Gefangenenendteht.

Berlin , 4. November

Die eigentralftelle für Kriegs- und Bivilgefangene teilt mit: Der stransport ber Kriegsgefangenen aus England jareitet planmäßig fort. Bisher find ca. ca. 225 000 Rriege. gefangene aus englischer Gand heimgelehrt. Es besteht berech tigte Seffnung, daß die noch in England befindlichen ca. 55 000 Gefangenen gegen Ende des Monats Rovember dieses Jahres in die Heimat surüdgefehrt fein werben. Die auf den zoren interniert gewesenen Deutschen fixo feit dem 20. Oftober 1919 mit dem Dampfer Lothar Bob ten auf bem Heimweg begriffen und dürften im Baufe der nächsten Woche in Deutschland eintreffen.

Die deutsche Kriegspropaganda.

Mit dem Mute, der Singabe, dem Eifer, ber fast gi Belotismus fteigt, Eigenschaften, die uns Deutiche immer auszeichnen, wenn es fich um Nebensächliches handelt, wobei man das Hauptsächliche so leicht bergessen fann und vergist, wird gegenwärtig in unserer Partei gerungen um: Sie Genf - hie Moskau . Eine recht gezwungene Gegenüberstellung. Denn Gent würde Moskau und Mosfau Genfnicht ausschließen.

Es wird heute noch einmal Graf Bernstorff ver­hört, und zwar soll er sich über die deutsche Einwir Die zweite Internationale ist tot. Sie tung auf die amerikanische Preise und den ist zugrunde gegangen an ber Schmach der Galtung der amerikanischen Film auslassen. Er fett auseinander, daß größeren Anzahl der sozialistischen Parteien aum und im die deutsche Propaganda hinter der englischen zurüdstand. imperialistischen Weltkrieg. Die zweite Internationale Dernburg babe zunächst eifrig und nicht ohne Erfolg ge- wieder zum Leben eriveden zu wollen, hieße, einen Leichnam arbeitet, fei aber dann drüben mißliebig geworden, weil galvanisieren. Es wäre abstoßend und ekelhaft. Den Ver­man ihm nachsagte, daß er die Deutschamerikaner gegen die such, einen Leichnam zu galvanisieren, wird feine revolutio­übrigen Amerikaner ausspiele. näre sozialistische Bartei in Genf unternehmen. Die Bar­

Man geht dann aufs neue su der Frage über, ob die tei, welche dies versuchte, würde sich durch solchen Verfuch ilfoniche Attion unter englischem Einfluß gestanden habe. fchon außerhalb jeder sozialistischen Internationale ftellen; Der amüsante Serr 8immermann hat nämlich diese denn das Verbrechen wider den Geist des Sonialismus fans Meinung in einem amtlichen Schriftstück geäußert und muß weder gerechtfertigt, noch bergeben werden. Das feftauftel. nun heute wieder veratveifelte Anstrengungen machen, um len: die Erledigung der zweiten Internationale, wäre die Bugleid sich herauszureden. Er will sich auf Meinungen des Mini- Aufgabe der Vertreter der U. S. P. in Genf. fters eine neutralen Staates gestübt haben; es wird ihm aber von Gothein und Sinsheimer böle augelegt*) In Anbetracht der plöslich Berschärften Situation er und er gerät immer tiefer in die Batsche. Herr b. Bet badten wir es als ungveemäßig, im eingelnen, wie wir beabsich mann wird nervös. Um so nervöser, als Genoffe Cohn tigten, auf die Artikel des Gen. Schwen einaugesen. Stad durch Befragen Bernstorffs feftitellt, daß das Generalfon- deffen lassen wir dex uns joeben gugegangenes cit: I des Ge Die Gefangenen aus Regipien fb gegenwärtig gum sulat in New York in seinen Berichten nach Berlin eine don noffen Oerter folgen, der das Problem der Internationale, in größten Teil mit den beiden Dampfern Christian Rebe" und der Botschaft start abweichende Auffaffung vertreten bat, Berbindung mit der gegenwärtigestion, ichacf und flat Cultje mal" vad her Seimat unterwea Sibunasbericht auf ber& Seite. herausgearbeitet bat

Für die Internierten in Spanien ist ein Dampfer ge­Barkert, auf bem fie diese am 8. November 1919 in Bilbao ein Whiffen werben.

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