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Einzelprets 15 Pfennig. 2. Jahrgang
Die Freiheit erscheint morgens und nad mittags, an Sonn- und feftagen nur morgens Der Bezugspreis beträgt bei freier zufeliung ins Haus für Groß- Berlin 4.- M., bei bintem poflbezug monatl 4.65 m bei Fuftellung unter Streifband für Deutschland 6.50 m., fürs Ausland 7.50 m., per Brief 12.50 m.
Redaktion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 19111, Fernsprecher: Amt Norden 2895 und 2896.
Freitag, den 28. November 1919
fir. 578/ B263 Abend- Ausgabe
Jnferate foften die achtgespalt. Nonpareillezeile oder deren Raum 1,20 Mt., Wortanzeigen das iettgedruckte Wort 50 Pf. iedes weiter: Wort 25 Pf. Teuerungszuschlag 70 Proz. Bei familiens u. Verfammlingsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den daraufs folgenden Tag müssen spätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. Inseraten- Abteilung: Berlin N. 6. Schiffbanerdamm 19 Fernsprecher: Amt Norden 9768
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der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands
Eine gefahrdrohende Situation.
loyd George über die mitteleuropäiſche in reideigenen Gehäuden, teils in Besonders zu dieſem Zwede
Wirtschaftslage.
ermieteten Häusern( außer Betrieb befindlichen und nicht eingerichieten Hotels) erfolgen.
Slayd George erklärte gestern im Unterhause, die Regieung fei fich über den Ernst der wirtschaftlichen Lage in MittelDie Arbeitgeber haben mit allen gegen eine Stimme oba bollkommen flat und habe auch bereits gemein- die allgemeine Aussperrung zum 3. Dezember be
aftlich mit dem Obersten Rat in Paris die notwendigen Schritte schlossen. zur Berbesserung der jetzigen Verhältnisse unternommen. felbit jei jedenfalls zu der Echlußfolgerung gekommen, daß nur die Gröffnung eines großen internationalen Sredits bie Enge wirflich wesentlich erleichtern fönnte. Für den Erfolg dieses
Eie
Madrid, 27. November.
Rüdicit des polnischen Kabinetts.
re Beteiligung an der Kreditgewährung, von größter Wichtigkeit. ihre Demmission überreicht.
Nach hier vorliegenden Meldungen aus polnischer Quelle
Bor einer neuen neuen Katastrophe?
Die außenpolitische Lage ist mit einem Schlage außer ordentlich ernst geworden; wenn es nicht gelingt, im letzten Augenblick den wieder ins Rollen gebrachten Stein des Krieges anzuhalten, so droht in wenigen Tagen eine neue Katastrophe. Fast scheint es Wahnsinn, und doch kann im Augenblic fein Zweifel darüber sein, daß die Nati. fikation des Friedensvertrages plöglich) a u fichtslos geworden ist, ja, daß neue friegerische Verwid lungen bevorstehen.
Beriblages fei die Mitwirkung der Vereinigten Staaten, d. 5. haben sämtliche Minister des Kabinett's Paderewsti Ursache und Ziel der augenblicklich gefahrdrohenden poli
Es jeien in Washington auch schon diesbezügliche Anregungen er folgt. Ein völliger gegenseitiger Warenaustausch würde ver Welle baber die Gelegenheit benuhen, die Angelegenheit auch in mutlich ebenfalls die Lage wesentlich erleichtern. Die Regierung Shefer Richtung zu fördern.
Hilfe für Defferreich.
Angesichts dieser Tatsache gilt es, alle Ruhe und Be Sonnenheit zu bewahren und aufs nüchternste, Beranlassung, tijchen Situation zu prüfen.
Die Veranlassung, die zur Verschärfung der politischen Rage geführt hat, ist die riegsgefangenenfrage. Der ersten Note Clemenceaus ist als Antwort auf die AbBur einstweiligen Silfeleistung für das von Hunger und reise des deutschen Unterhändlers in Baris, Herrn von Sim Kälte jo jdtver bedrohte Cesterreich soll im Monat Dezember son, eine zweite Note Clemenceaus gefolgt, die ergibt, daß von jeder Brotfarte 50 Gramm weniger ausgegeben werden, die Haltung der französischen Regierung in der Kriegsgefanund die dadurch gemachte Griparnis von 2 Millionen Kilogramm genenfrage nicht gerade einwandfrei ist. Zwischen der ersten Dejterreich zur Verfügung gestellt werden. Note Clemenceaus, in der er behauptete, die französische ReDie von Deutschland so rasch und bereitwillig zugesagte gierung habe keinerlei Versprechungen in der Frage der
Das tablen bekannt. Es stehen nur noch zehn Sihe der Kolonien daß die Meldungen über die deutsche Hilfeleistung die Stimme vertrag sich ergebenden Verpflichtungen hinausgehen, und Bisher find sechs hundert Resultate der Kammer- Silfe hat in Wien tiefen Gindrud hervorgerufen. Man erklärt. Kriegsgefangenen gemacht, die über die aus dem Friedensund weitere jeche Eike aus, wegen welcher ein zweiter Wahl der Oeffentlichkeit in Cesterreich um so mehr beeinflussen müssen, seiner veiten besteht ein Widerspruch. Die Note der dut Rabifale, 88 jozialistische Radikale, 27 republi faniiche Sozialisten. Unterfügung durch die Entente sehr herabgestimmt haben. gang flattfinden muß. Gewählt find 133 Lintsrepublikaner, 60 als die Nachrichten aus Paris die Hoffnung auf eine baldige schen Regierung, die äußerst überzeugendes Material als
63 unifigierte Sozialisten, 6 dissidente Sozialisten, 133 Brogreffijten, 69 Vertreter der Action libérale und 31 Konjerbative. Die neue Stammer besteht aus 360 neuen Mitgliedern
*
Ropenhagen, 27, November.
Gegenbeweis gegen dicie französische Note brachte, ist nun in jeder Hinsicht durch die zweite Note Clemenceaus bestätigt worden. Clemenceau jagt jetzt, daß die Alliierten früher Ein Telegramm aus Reykjavik besagt, daß das islandi. versprochen hätten, mit dem Abtransport der Kriegsgefan
and 250 Mitgliedern, die schon der alten Kammer angehört haben. iche Ministerium auf Ersuchen der österreichischen Regierung genen vor der Natifikation zu beginnen, und zwar sollte dies
Bergarbeiteritreit.
ber Boridläge des Kabinetts für die Beilegung des Der Kontrolleur für Brennstoffe teilt mit, daß die Grundlage Robicnstreits eine Erhöhung der Löhne sämtlicher Bergarbeiter um 14 Prozent bilde. Die Regierung werde vorläufig leine Robienpreiserhöhung vornehmen. Der stellvertretende Pra dieje Antwort ter Regierung nicht annehmen.
einen Ausschuß gebildet habe, der die Unterbringung von hun- in der Reihenfolge geschehen: erst die Gefangenen aus dert österreichischen Kindern vorbereiten soll. Auch England, dann aus Amerika , dann die aus Frankeine Geldsammlung ist zu diesem Zwecke bereits im Gange.
Die Schubhaftichande.
Reichsmilitärgericht gegen Ministerpräsident Hirsch.
reich. Diese Abmachung gibt Clemenceau nunmehr zu, nachdem er sie ganz offenbar in der ersten Note geleugnet hatte. Und er gibt als neuen Grund für die Zurückbehal tung der Kriegsgefangenen an, daß die deutsche Regierung nicht alle ihre Verpflichtungen erfüllt habe, die die Voraus fegung zur Innehaltung des Versprechens gewesen sei. Mir sind entgegen der deutschen Regierung der Ansicht, daß soIn der Preußischen Landesversammlung hat Woinisterpräsi- wohl die Angelegenheit der Versenkung der Flotte Dr. Rosenfeld wegen zahlreicher zu Unrecht erlassener Schuß- Baltikum- Abenteurer Clemenceauf wenigstens ein haftbefehle die Erklärung abgegeben, er sei gern bereit, in Fällen, formales Recht gibt, seine Versprechungen zurüdzuin welchen zu Unrecht Schußhaft verhängt jei, augunsten der ziehen. Trotzdem befindet sich in dieser Frage die französische Berhafteten einzugreifen. Regierung moralisch ganz im Unrecht. Es erscheint uns als Auf Grund dieser Erklärung hatte Genoffe Dr. Rosenfeld ein mit der Humanität völlig unvereinbarer Zustand, daß
dent des Bergarbeiterbundes erklärt, daß die Bergarbeiter dent Hirsch vor einiger Zeit auf die Antlage des Genoffen in Scapa Flow als auch das frevelhafte Spiel unserer
Dienstpflicht.
Der Arbeits- Nontent hat ein weittragendes Programm ange nommen, enthaltend die Ver staatlichung der Bahnen, den Ministerpräsidenten u. a. auf die Verhaftung des Kommu man versucht, die Auslieferung der deutschen Kriegsgefange Senats, Anerkennung der irischen Republik, den Arbeitslag bon böllig grundlos am 17. Juni 1919 hier verhaftet worden bestimmten Schiffsbau- und Werftmaterials zu berquicken. Banten und aller fundamentalen Industrien, Abschaffung des nisten Stanislaus Draymalla aufmertjam gemacht, welder nen nunmehr mit der Lieferung des für engalische Interessen body tens acht Stunden, bie Arbeitswoche von höchst ens it, als er gweds Teilnahme an dem Begräbnis Roja Lugem Bon dem Vorwurf, die deutschen Kriegsgefangenen zu 44 Stunden, Mindestlohne und die Verurteilung der burgs nach Berlin gereijt war. Am 26. 5. M. erhielt Genone Schacherzweden zu benußen, wird die französische Regierung
Die belgische Frage.
Rosenfeld von dem Ministerpräsidenten Hirsch die Nachricht, daß dieser keinen Anlaß gefunden habe, sich für eine Entlassung Dramallas zu verwenden. Glücklicherweise tam es auf die Intervention des Herrn Hirsch nicht mehr an. Inzwischen hat näm lich das Reich 3 militärgericht am 24. November 1919 den
Der Ausschuß für die Untersuchung der Verantwortlichkeit Schubhaftbefehl gegen Drzymalla aufgehoben. für den Krieg prüfte geitern die belgische Frage und beschloß, alle Beweisitüde, auf die die Entente ihre Anschuldigungen ftigt,
Also:
sich nach dieser letzten Note nicht reinigen können.
Diese Frage aber ist beute nicht mehr Kern der politiiden Situation, sie ist nur noch äußere Veranlassung. Die Situation liegt anders. So sehr die deutsche Regierung und mehr noch das deutiche Volf in der Kriegsgefangenenfrage moralisch im Recht sind, so bedenklich und verwerfDer reaktionäre, bon Militärrichtern be. lidhist es, diese Frage. in der wir als unterlegene Gegner
Darunter vor allem das französische Gelbbuch, zu sammeln. Der einflußte Schubhaftsenat des Reichs militär- auf die Gnade unierer ehemaligen Feinde angewiesen sind, Kusichuß fam noch zu feinem Beschluß darüber, ob er zunächst die gerichts ist immer noch in der Anwendung bes zu einem politischen Sonflittgrößten Stils Frage des Franftireurtrieges, der Deportationen der Scheinfojialist hirsch.
oder der Verwüstungen behandeln solle. Erit nach der Bes endigung der notwendigen Vorbereitungen wird die Liste der in bielem 3u ammenhang auszuliefernden Perfonen|
aufgestellt werden können.
chubhaftparagraphen weniger rigoros, als zu gestalten! Tas aber ist geschehen. Die deutsche
Sie reißen aus.
Abordnung, die in Paris wegen der endgültigen Ratifikation verhandelte, ist plöblich abgereist und hat auch sämtliche Sach beritändige abberufen, so daß jede Möglichkeit fernerer Verbandlungen vollkommen unterbunden ist. Die Ursache Auf den zuständigen Aemtern liegen feit einigen Tagen ist, wie feineswegs verfannt werden fann, nicht die Frage Paßgesuche nach dem Ausland, besonders nach Bol- der Kriegsgefangenen, sondern die Frage der Aus. land vor von Verionen, die in enger Verbindung mit den lieferung der ricasschuldigen. Echiebungen der Firma Parvus und Genossen
Die Unterbringung der Ausschüsse. Bür die Unterbringung der Mitglieder der interalliierten stehen. leberwachungsausioüiie für Geeres, Marine und
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Fit der Regierung dies bekannt, und wird sie alle diese
Quitfabriangelegenbeien nach Berlin follen 895 Offiziere aller Geinde eingehend prüfen, um ein Entweichen der brüder, das anmaßende Auftreten Selfierichs und Luden Brade fommen sind in Ansicht genommen: die Hotels Kaiser Hauptichuldiaen zu verbindern?
Die deutiche Regierung fürchtet die innerpolitische Eituation. Die Hindenburg- Temonstrationen, der Auimarich der deutschnationalen RadauDie Regierung und die doriis haben ihr gezeigt, wie starf die gegenrevolution re,
bot, Grzcilior, Adlon , Bristol , Continental, Heßler, Hotel am 300, rechtsfozialistischen Größen haben doch zum lleberdruß ver- monarchiitische Bewegung geworden ist. Sie betürchtet das Eben- dotel und Vension Hardenberg. Die Unterbringung sichert, daß fie guten Mutes der gerichtlichen Feststellung der in dem Augenblic, in dem die Auslieferungsfrage a'ut dez Mannidaiten der leberwadungsausschüsse wird teils Angelegenheit entaeaenichen.
wird, in dem die Striegsschuldigen und die Kriegsverbrecher
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