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fingelpreis 20 Pfennig 3. Jahrgang
Die dreiheit er cheint morgens und nachmittags, an Sonne und geftagen nur morgens Der Bezugspreis beträgt bei treier Zustellung ins Baus für Groß- Berlin 4.50 m., bet direktem Postbezua monatl 5.15 2 bei Zustellung unter Streifband für Deutschland 2. m, türs Unsland 8.- M., per Brief 13 M. Redaktion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 19 IIL Fernsprecher: Ant Rorben 2895 und 2896.
Sonntag, den 11. Januar 1920
fr. 19/ 11 Morgen- Ausgabe
Jnferate foften die achtgespalt. Nonpareillezetle od. deren Raum einscht Ceuerungszuschlag 3.20 mt.. das fettgedruckte Wort 1.15 m., edes weitere Wort 85 Pr. familien und Organisationsanzeigen die achtgespaltene Nonpareillegeile 2.40 m., das fettgedruckte Wort 26 P, jedes weitere Wort 45 Pf. Jnjerate für den darauf olgenden Tag müssen spätestens bis 3 Uhr nachmittags in der Expedition aufgegeben sein. Inseraten- Abtellung: Berlin N. 6, Schiffbanerdamm 18. Fernsprecher: Aunt Norben 2895-96, 9768
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Die Unterzeichnung.
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Ministerpräsident Clemenceau eröffnete die Sihung nub Ind zur Unterzeichnung des ersten Protokolls über die Hinter. legung der Ratifitationsurkunden ein. Zuerst unterzeichneten Ministerialbirettor von Simson, hierauf Freiherr von Lerener, and nach ihnen ber Reihe nach Lloyd George , Glemenceau, Nitti, Matfui, Hemans fowie nach alphabetischer Anordnung die Ber. treter der kleineren alliierten Staaten. Nachdem Glemencean unterzeichnet hatte, begab er sich zu den deutschen Delegierten
und erklärte ihnen wörtlich:
-
" Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß noch heute abend der Befehl zur Heimsendung der deutschen Gefangenen unterschrieben wird."
Friede!
Imüssen auch in dieser Stumde aller Welt zurufen, daß die ist nicht bestimmt. Deutschland übernimmt die' Verpflich restlose Erfüllung der Forderungen der Alliierten nach tung, daß alle Schäden wieder gutgemacht werden, die der menschlichem Ermessen nicht in dem Bereich des Bivilbevölkerung jeder der alliierten und assoziierten Re Möglichen liegt.
fonnten.
Baris, 10. Januar. Gente nachmittag um 4 Uhr zeichneten im Duai d'Orsay im gierungen und ihrem Eigentum während der Zeit, da diese Rabinett des Ministers für auswärtige Angelegenheiten Mini Indem wir das betonen, fezen wir Unabhängige uns Mocht sich mit ihm im Kriegszustand befand, zugefügt sind. terialbirektor von Simson und Freiherr von 2ersner in in keinen Widerspruch zu der Politik, die wir seit dem Ab- Tie Höhe der erwähnten Schäden wird von einer Stom Anwesenheit von Mitgliedern des Obersten Rates bas Protokoll schluß des Waffenstillstandes befolgt haben. Wir haben im miffion festgestellt, deren Beschlüsse spätestens am 1. Mai bom 1. November über die Abwidiung der noch verbleibenden Ber. Dergangenen Frühjahr mit allem Nachdruck die Unterzeich 1921 der deutschen Regierung als der Gesamtbetrag ihrer nung des Friedensvertrages verlangt. Wir haben die Ver- Verpflichtungen mitgeteilt werden. Wir kennen also die flichtungen aus dem Waffenstiftand und über die Entscheidung suche, durch allerlei infelzüge die Zustimmung zur Ratifi- Höhe der Forderungen noch nicht, aber wir wissen, daß sie für die vor Scapa Flow versentien deutschen Kriegsschiffe. zierungsurkunde zu verschleppen, aufs schärfste verurteilt. nach der Stimmung, die bei den heutigen Regierungen der Nach vollzogener Unterzeichnung übergab Ministerpräsident Bon der ersten Stunde ab haben wir uns kein Sehl aus Ententeländer herricht, uneridhwinglich sein wud. Clemenceau als Borsigender der Friebenskonferens die dem Charakter des Vertrages gemacht. Wir wußten, daß fchriftliche Bestätigung Allerdings gründet sich auf diese Paragraphen auch eine die Herabfegung der er unter höheren moralischen Gesichtspunkton verdammens unfever Hoffnungen, denn hier ist das Vorgehen der Gegner Schadenersayforderung für Scapa Flow und über die Art der wert ist, daß er sich mit dem Wilsonichen Brogramm, auf in sich voller Widersprüche. Von Lord Rob. Cecil sinem Erfüllung dieser Verpflichtungen, die vorher getroffen worden dessen Boden wir den Waffenstillstand geschlossen haben, der vernünftigeren Führer der englischen Konservativen, ernicht vereinbaren läßt, daß das deutsche Bolt nicht imstande zählt man, daß er während der Pariser Friedenskonserena Hierauf begaben sich die beiden deutschen bevollmächtigten sein wird, auch den besten Willen vorausgesetzt, den von einem Franzosen erflärt habe: shr wollt Deutschland zerDelegierten fowie die Ministerpräsidenten Clemenceau , Unterdrückungs- und Vernichtungsnillen ciftierten Bedin stören und euch gleichzeitig bereichern. Das wird unmöglich Lloyd George und Rittt und der japanische Botschafter gungen zu entsprechen. Aber wir hielten die Ablehnung fein. Denn Racegefühl und Begehrlichteit bertragen fich in Matsui nach dem Uhrenjaal. Hice waren die bevollmächtigten für berbrecherischen Wahnsinn, Deutschland be- diesem Punkte nicht." Bertreter der Mächte, die vis feht den Friedensvertrag von Ber. fand sich in einer Zwangslage, die ihm keinen Ausweg ge- Das Verständnis für die Richtigkeit dieses Ausspruchs failles ratifiziert hatten, versammelt, außerdem die Minister stattete. An eine irgendwie nennenswerte Milderung des hat heute schon in England sehr stark Fuß gefaßt. Gin hervor. Risk, Tardieu, Leygues sowie Jules Cam b'on, die Vertrages war nicht zu denken. Hartnädige Weigerung ragender Bolkswirt, einer der ursprünglichen Zeilnehmer englischen Minister Lord Curzon , Balfour und der italie. hätte den weiteren Einmarsch der fremden Truppen, hätte an der Friedenskonferenz, der dann ausschied, weil sein Genische Minister für auswärtige Angelegenheiten Scialoja. eine vollständige Lahmlegung unseres Wirtschaftslebens, wissen und seine ökonomischen Ueberzeugungen ihm längeBon Belgien war anwesend der Minister für auswärtige Ange. hätte die völlige Verelendung bedeutet. Wir fonnten in res Mitwirken verboten, hat soeben ein Buch der Anklage legenheiten ymans. das Geschrei nicht einstimmen, das von denen am laubesten gegen die Politik des Obersten Rats der Alliierten veröffentberübt wurde, die die größte Schuld an unserem Unglücklicht, und weite Kreise, nicht nur der Arbeiterschaft, stimmen tragen. Es war unsere Bilicht gegen das Bolt und insbe- feinen Tarlegungen zu. Bir dürfen damit rechnen, daß sich fondere gegen die Arbeiterklasse, darauf zu beftehen, daß drüben die Ueberzeugung, daß um Europas willen der Weg, das Unvermeidliche getan werde, und zwar schnell getan den Lloyd George und Clemenceau beschritten haben, nicht zu werde. Es war eine Pflicht auch gegen die vierhundert- Ende gegangen werden kann, immer mehr ausbreitet. Und tausend Gefangenen, die noch in Frankreich schmachten, und wenn die Einsicht der kapitalistischen Klassen nicht ausreicht, die wir durch die flammenden Resolutionen und die lärmen- jo werden die britischen Arbeiter, die von Wahlden Straßenumzüge unserer Nationalisten nicht befreien erfolg zu Wahlerfolg schreiten, und deren ausschlaggebender Einfluß im nächsten Barlament schon heute feststeht, dafür Der Vertrag ist in vollem Umfange nicht zu erfüllen. forgen, daß dem Wahnwit der gegenwärtigen Regierung ein In dieser allgenieinen Ueberzeugung stimunen wir mit den Ende bereitet wird. Aeußerungen aus dem Lager der Rechten überein, aber Wenn England zur Erkenntnis gelangt, wird Frank. himmelweit trennen wir uns von ihnen in der Beurteilung reich folgen müssen, und schon in diesen Tagen können wir der einzelnen Bunfte, und was sie gerade jeht in den Vor- feststellen, daß es einem Blott von jo zweifellos nationali dergrund schieben, ist für uns das am wenigsten anstößige. stischer und chauvinistischer Gesinnung, wie dem„ Temps ", Für fie erscheint nichts unerhörter als die Forderung, den zu dämmern beginnt. Den Frieden mit Deutschland wieehemaligen Kaiser und die schuldigen Offiziere auszuliefern. derherstellen," so schreibt er,„ bedeutet, daß die Beziehungen Gewiß würden auch wir gewünscht haben, daß die Gegner Deutschlands mit dem Auslande wieder normol funktioauf diesen Anspruch verzichtet hätten. Aus völkerrechtlichen nieren.... Wenn Deutschland nicht genügend Lebens. Erwägungen und aus Gründen der deutschen inneren Boli- mittel und Rohmaterialien fauft, fann es sich nicht ertif. Aber erste Voraussetzung wäre gemejen, daß die nähren und nicht genug produzieren. Wenn es draußen politischer und gemeiner Verbrechen Berdächtigen vor ein nicht genug verkauft, fonn es feine Einfäuse nicht be. Savas meldet: Freitag früh, nachdem die Friedensratifizie deutsches Gericht gestellt worden wären, das die Garantie zahlen. Wenn seine Wechsel werflos werden, verdient es rung am heutigen Tage feltgelegt war, hat der Ministerpräsident für ein gerechtes Urteil ohne Ansehen der Berson geboten nicht genug, um seine Schulden zu bezahlen. Wenn es angeordnet, dak am 15. d. M. die Arbeiten ber Rrieneneiangenen hätte. Das ist nicht geschehen, und nun haben wir feinen nicht bezahlen kann, macht es bankrott und der Friedens im Wiederaufbaugebiet teilweise einzustellen find. Die Kriegs. Grund, die Auslieferungsparagraphen als die eigentlichen vertrag mit ihm." Man fängt also an, den fehlerhaften gefangenentransporte fönnen am 13. mittags Echinachparagraphen" hinzustellen. Die, die Millionen Birkel zu begreifen, in dem sich die Pariser Friedensmacher beginnen. Runächst werden die noch in Lasarettbehandlur 3 rüdsichtslos in den Tod getrieben, und die anderen, die den bewegen. befindlichen Deutschen ab/ tansportiert, alsdann folgen die in den deutschen Namen in den befeßten Gebieten geschändet Alles hängt zunächst davon ab, daß von uns aus diese Abfiimmungsgebieten wohnhaften Gefangenen, denen sich die all- haben, besitzen keinen Anspruch auf unser Mitleid. Um Erkenntnis gefördert wird. Wir sind uns bewußt, daß ein gemeinen Gefangenentransporte anschließen. ihreiwillen durfte der endgültige Friede auch nicht um einen endgültiger und wahrer Friede der Welt nur durch der Zag hinausgeschoben werden. Sieg des Sozialismus in allen Ländern gebracht werden Endlich ist in Paris der Friedensvertrag ratifiziert Was uns schwer auf dem Herzen liegt, ist natürlich fann. Diesen Sieg wünschen wir und wollen wir fördern. worden. Die Welt teori völkerrechtlich zu ihrem normalen der Verlust deutscher Landsleute in den abzu- Sunächst jedoch rehmen wir mit den Dingen, wie sie find, Zustand zurück. Unter die bintige und greuelvolle Ge- tretenden Gebieten. Der Imperialismus der Entente hat und wir haben uns alle Erwägungen nubbar zu machen, die schichte der Kriegsjahre ist ein Strich gezogen. Ein neues das Prinzip des Nechtes der Nationalitäten, für das er an- cine Linderung der uns bedriidenden Last herbeiführen gcblidy fämpfte, über den Haufen geworfen, als der Sieg fönnen. Dazu ist in erster Linie notwendig, daß Deutschaber leider fein unbeschriebenes. ihm die Möglichkeit gab, fich zu demaskieren. Indeffen, wir land eine Politik treibt, die draußen Ver. Auf ihm stehen die 440 Artitel des Versailler Bertrages müffen das Geschick erdulden und können nur hoffen, daß trauen gewinnt. Es muß zeigen, daß es ihm mit und die Bestimmungen der Buiaturkunde. Das zed des eine beffere Sufunft die wieder zusammenführt, die zu- dem Friedenswiffen ernst ist. Sedes Revande geschrei wird Strieges vertauschen wir mit dem Joch eines Friedens, der einander gehören. ben Vormarsch der Vernunft in England und Frankreic die deutsche Nation die gewaltige Rechnung zu bezahlen Das wirklich unerträgliche und Unmögliche sind die hemmen. Jeder Rückfall in den Militarismus und den swingt, die ihre Fürsten. Staatemänner und Generale fon- finanziellen und wirtschaftlichen Basten, Geist der Kaiserlichen Zoit überhaupt, wird denen, die dort trahiert haben. Bir atmen erleichtert auf, daß die ent- Die man uns aufbürdet. Wir verlieren einen großen Teil die Umkehr predigen, ihre Arbeit unfäglich erschweren. Das fehen reiche Rait binter, ums liegt, aber wir haben feinen der Gebiete, die Deutschland bis dahin mit Kohlen ver- Schicksal des deutschen Volkes ruht in seiner eigenen Hand. Brund, Goden zu läuten und Freudenfeuer anzuzünden, forgten, und find außerdem gezwungen, den Alliierten eine Es muß beweisen, daß es aus den legten Jahren gelernt gan unter dem Schidol, das 1914 mutwillig heraufbe- newaltige Menge der in den uns gebliebenen Sevieren bat, sonst ist die Unterschrift vom 10. Januar 1920 die Un moren morden lit. merden noch Generationen au seuien produzierten Stohlen alljährlich abzutreten. Wir verlieren terschrift unter sein Todesurteil, und es fann ihm einen su Unter ih ift ce, alles zu tun, um das Ab- unfere Handelsflotte. Unser Wirtschaftsleben wird in eine Trost gewähren, daß Deutschlands Ratastrophe die Kotatommen zu erfüllen. Aber wir wissen, daß es teine Phraje wangsjade gestedt, und trotzdem sollen wir ungebeure ftrophe Europas nad sich zieht.
Rach Unterzeichnung aller Bevollmächtigten ergriff Minister präsident Clemenceau bas Wart und erklärte, bas nunmehr nach Austausch der Ratifizierungsurkunden und Errichtung des ersten Protokelle über die Niederlegung ber Ratifikationsurkunden der Friebensvertrag in Kraft getreten fei, und das bie fich aus ihm ergebenden Verpflichtungen erfüllt werden müß ten. Hierauf schloß er die Citung. Die Beremonie dauerte acht Minuten. Der Friebe ist um 4 Uhr 15 Minuten nach mittags in Kraft getreten.
Blatt wird aufgeschlagen. Ein neues Blatt
ift, renn wir die Laft für unerträglich erlären, und wir Entschädigungssummen an die Sieger zahlen. Ihr Umfangl