Nr. 80.
10. Berbandstag der Steinseher.
Dritter Tag.
Dresden , 9. März. Genosse Jäger Leipzig sette seine gestrigen Ausführungen fort. Ganz besonders befämpfte er eine Aeußerung des Vorfizenden Knoll.„ Wir brauchen den Kapitalismus, wir müssen mit ihm Hand in Hand arbeiten."
Genosse Sibura- Berlin, Vorsitzender der Filiale Berlin , ver las ein Schreiben der Berufsgenossen Berlin , Neukölln und Spandau , die dem Zentralverband vorwerfen, daß er die Inter essen der Arbeiterschaft nicht vertrete und diesem ihr äußerites trauen aussprechen. Er wies nach, wie die Leitung mit den Versandsinteressen gespielt hat und beleuchtete die Gewerkschafts
Beilage zur Freiheit"
Donnerstag, 11. März 1920
der reinen Buchbindereien der Beschluß gefaßt, alle Arbeiten kommission und der Vorstand wurden beauftragt, alle erforderaus Buchdrudereien ais Streitarbeit abzu- lichen Maßnahmen einzuleiten. Nach wie vor halten die Töpfer lehnen. In den Streitversammlungen kam der feste Wille an ähver Forderung von 6 Mark Stundenlohn fest. der Streifenden zum Ausdrud, daß unter keinen Umständen die Arbeit eher aufgenommen wird, bis die berechtigten Forderungen der Buchbinder ihre Anerkennung gefunden haben.
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Achtung! Kollegen und Kolleginnen in den Buchdruckereien und Geschäftsbücherfabriken, die bewilligt haben, sowie in Buchbindereien, achtet auf Streitarbeit, da unsere Stollegen in den Buchdruckereien und Geschäftsbücherfabriken im Streit stehen! Achtet daher streng darauf, daß eine Streitarbeit geleistet wird!
Freitag nachmittag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15,
Gaal 4, außerordentliche Generalversammlung. Butritt nur für Delegierte. Delegierte, die ihre Einladungskarte noch nicht erhalten haben, tönnen diese am Saaleingang in Empfang nehmen. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter Deutschlands , Ortsverwaltung Berlin .
Zur Lohnbewegung der Buchdruder.
Schiedsspruch im Versicherungsgewerbe.
Der Zentralverband der Angestellten hat, wie die P. P. N. erfahren, den am 27. Februar in der Reichstarifbewegung der Versicherungsangestellten von einem Schiedsgericht beim Reichsarbeitsministerium gefällten Schiedsspruch angenommen und hat gleichzeitig dessen Verbindlichkeitserklärung beantragt. Der Be schluß hierüber dürfte in furzer Zeit zu erwarten sein.
Die Musiker arbeiten am 1. Mai.
Die Mitgliederversammlung der Orisverwaltung Berlin des
Deutschen Muſiker- Verbandes faßte einstimmig den Beschluß, am 1. Mai die Arbeit nicht ruhen zu lassen, sondern sich der Arbeiterschaft für ihre Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Vertrauensmännerversammlung der Transportarbeiter.
In der am Dienstag stattgefundenen Vertrauensmänner Versammlung der Berliner Transportarbeiter erläuterte Genosse Aufhäuser in einem ausführlichen Referat das Betriebs. rätegejez nebst Wahlordnung.
Nach Erledigung dieses Themas teilte Ortmann mit, daß die Delegiertentwahlen für das neue Geschäftsjahr bis 1. April erledigt sein müßten. In dem Wahlmodus trete eine lenderung dahingehend ein, daß von den einzelnen Branchen nicht auf 50, sondern auf 150 Mitglieder ein Delegierter fomme. Der Amts. antritt der elegierten erfolge nach der am 12. April stattfinden. den Generalversammlung.
politik der lezten Jahre, besonders der Kriegspolitik. Bu diejer Bert jei es Bilicht der Sozialisten, besonders der Gewerkschaftsführer, gewesen, einmal zu beweisen, was sie immer gepredigt hätten. Statt dessen hätten sie riegsanleihe gezeichnet! Ginem Mann, der die Kriegspolitik und die ganze arbeiterfeindliche Politik nach der Revolution waterstützt hat, müsse er das Recht absprechen, als Arbeitervertreter zu fungieren. Wer, wie Knoll, gejagt hatte: Liebknecht müsse an die Wand gestellt werden, fei als Arbeiterführer unmöglich. Die Opposition wolle dafur forgen, daß der Steinjeperverband eine Bewegung der revo- Der Berliner Gauvorstand des Buchdruckerverbandes teilt lutionären Arbeiterschaft darstellt und er bat die anwesenden mit, daß die Prinzipale auf ihrem ablehnenden Sandpunkt Delegierten, nicht in blindemn Fanatismus und Personenfultus gegenüber dem Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses beharren. einem Führer nachzulaufen, sondern selbst zu prüfen und so eine gestern stattgefundene Versammlung der Prinzipale foll bie zu stimmen, wie es die Interessen des Verbandes erfordern. endgültige Stellungnahme auf eine für heute einberufene neue May- Halle( U. Soz.) sprach ebenfalls zu der Gewerkschafts- Bersammlung verlagt haben. Die Gehilfenschaft hat dessen un politit. Durch die rechtssozialistische Politik sei die Arebiterschaft geachtet die Beschlüsse der Vertrauensmänner- Versammlung vom weiterhin zur Stlaberei für den Kapitalismus berurteilt. Aud 5. März durdguführen. Die in dem Schiedsspruch festgesezten das unzulängliche Betriebsrätegeset sei ein Ausflug dieser Ber- Teuerungszulagen find von den Arbeitgebern zu verlangen; bei Buchdruderstreit in Bremen . In Bremen sind die Buch filavungspolitik. Er verlangt von der Gewerkschaft die Rückkehr ihrer Ablehnung ist der Lohn unter Vorbehalt anzunehmen und im übrigen unbedingt Ruhe zu bewahren. drucker am Dienstag in den Streit getreten, weil eine 60pro Schütt: Hamburg polemisterte gegen die Ausführungen Ereignisse oder Maßnahmen der Prinzipale irgendwelcher Art gentige Teuerungszulage von den Unternehmern abgelehnt der oppositionellen Redner. dürfen die Gehilfenschaft nicht von den von der Vertrauens- wurde. Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Pietschke- Frankfurt , Gauleiter( U. S.): Die Zerstörung der männer- Versammlung beschlossenen Richtlinien abbringen. Die politischen Einigkeit sei eine Folge des 4. August gewesen. Sie infolge des Buchbinderstreits angekündigte Verkürzung der Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer am Dienstag bedrohe nun auch die Gewerkschaften. In dem Streit, den Knoll Arbeitszeit ist nicht abzuweisen, aber der Arbeitgeber darauf nahm nach einem Referat des Genossen Stolt über als primitiv und roh bezeichnet, sähen seine Genossen die wirkinzuweisen, daß auf Grund des Absabes 2 im§ 12 der Ver- Betriebsrätegesetz den Bericht des Genoffen 8iese über die famste Form des Klaffentampfes. Man tönne den Kampf nicht ordnung bom 12. Februar 1920 über die Einstellung und Ent Berhandlungen der Schlichtungskommission am vergangenen mit rein geistigen Waffen führen. Dann kritisiert er die Schreib- laffung von Arbeitern für die erste Lohnwoche der bolle.Bohn Sonnabend entgegen. Zu der Teuerungszulage bon 10 Prozent, die ab 15. 2. zu zahlen war, tritt ab 1. 3. eine neue Zulage weise des Borfikenden Knoll, der die Leser des Fachorgan's auch bei verfürster Arbeitszeit zu zahlen ist. Zur Berid erstattung sollen die Obleute oder Vertrauens von 67 Pf. pro Stunde. Der Stundenlohn für Rohrleger gruselig machen will gegen die linkestehenden Kollegen. Die Auf- männer in den im Inseratenteil bekanntgegebenen Lofallen am ab 1. März beträgt demnach 3,30 M.+ 1 M. Teuerungszulage, wieder eine geordnete Stampffront geschaffen werden könne. Greber die weiteren Maßnahmen wird eine in den nächsten Tagen Am Donnerstag oder Freitag wird eine Arbeitgeberversammlung gabe der Gewerkschaft jei es, eine Plattform zu finden, auf der Freitag und Sonnabend, nachmittags von 4-6 Uhr, erscheinen. also 4,30 W., der für Helfer 2,95 M.+ 1 M, also 8,95 M Schließt mit den Worten:" Wir fordern große Industrieverbände, stattfindende neue Vertrauensmänner- Bersammlung entscheiben. endgültig zu der Zulage Stellung nehmen. einschließlich aller Kopf- und Handarbeiter. Die Forderung der Anerkennung des Schiedsspruchs hat der Gau Schröter- Charlottenburg( Soz.) und Marsch- Breslau polemi- borstand noch besonders als Organisationsleitung dem Vorstand fierten ebenfalls gegen die Opposition. der Prinzipals- Organisation unterbreitet.
zur alten revolutionären Grundfabtreue.
Reinhard- Duisburg( Soz.) ist mit der Vorstandspolitik vollfommen einverstanden. Er bespricht die wirtschaftlichen Verhältnisse im Ruhrrevier und schildert das Leben der Bergarbeiter in den rosigsten Farben. Er behauptet schließlich, unter heftigem Widerspruch eines Teiles der Versammlung, die Bergarbeiter arbeiteten in Wirklichkeit nur 3½- 4 Stunden pro Schicht. Die Gewaltpolitik Serings hält er für nur zu gut.
Gewerkschaftliches.
Streit im„ Sachsenwert".
Die faufmännischen und technischen Angestellten des Sachsenwertes, Licht- und Kraft- Aktiengesellschaft, Ingenieur- Bureau, Berlin , und des unterstellten Baubureaus in Syriz befinden sich wegen Nichtbewilligung einer Beschaffungsbeihilfe seit 4. März
im Streif.
Eine
das
Nach längerer Aussprache, in der starker Mißmut über die als zu gering bezeichnete Zulage zulage trat, wurde das Resultat der Verhandlungen gutgeheißen.
In der Branchenversammlung der Gold- und Silberarbeiter berichtete der Branchenleiter, daß zwischen der Juwelier-, Gold. und Silberschmiede- Zwangsinnung und dem Deutschen Metall arbeiterverband eine Vereinbarung getroffen ist, nach der zu den bereits gezahlten 0,60 m. 1 Mt. Teuerungszulage gezahlt wird. Für alle geleisteten Arbeitsstunden muß dieser Buschlag ab 31. Januar 1920 nachgezahlt werden; mo jedoch die 60 Pig. noch nicht gezahlt worden sind, müssen von dem gleichen Beit punkt 1,60 mt. nachgezahlt werden. Wo bereits höhere Leuerungszuschläge gezahlt worden sind, müssen diese weitergezahit werden. Diese Vereinbarung ist für alle Mitglieder der Zwange innung bindend.
Wenn auch zu unserem Vorgehen infolge des Tarif- Bertrages in der Metallindustrie eine formell rechtliche Grundlage fehlt, so haben wir trotzdem, durch äußerste Not gezwungen, den Rampf aufgenommen und find feft entschlossen, benfelben felbft auf die Gefahr hin durchzuführen, sämtlich auf der Strede zu Nach lebhafter Diskussion wurde der Bereinbarung zuges Wir bitten deshalb um Solidarität, den Streit in den Bestimmt. In Anbetracht der enormen Teuerung soll die Bernd triebs- Bersammlungen bekanntzugeben, um Buzug fernzuhalten. handlungskommission jedoch sofort in neue Verhandlungen einarn Der Obmann des Angestellten- Ausschusses.
Der Streit der Buchbinderei- Arbeiter und-Arbeiterinnen bleiben. in Buchdruckereien.
Belette
Der Streit der Töpfer.
In zwei großen Versammlungen nahmen gestern die streiken. ben Buchbindereiarbeiter und-arbeiterinnen in Buchdruckereien den Bericht über die Streiflage entgegen. Es ist festzustellen, daß infolge des letzten Aufrufe der Ortsverwaltung auch die Der Vorfibende Remnit erteilte in einer Berjammlung Betriebe in der Versammlung vertreten waren, die zu der der Töpfer am Dienstag Bericht über die Lohnbewegung und die Berjammlung am Dienstag nichy: erschienen waren. Alle Be- lette Versammlung der Töpfermeister, in der sich eine Mehrheit triebe, die noch nicht durch Unterschrift sich auf den Reichstarif tafür entschied, 5 Mart Stundenlohn ben Töpfern ab 8. März zu festgelegt haben, sind demnach stillgelegt. Die Einheitsfront der bezahlen. Alle daraufhin am Montag die Töpfer in den Streit Unternehmer ist bereits ganz bedenklich abgebrödelt, denn eine traten, gaben eine Anzahl Meister klein bei und bequemten sich ganze Anzahl von Buchdruckereien und Geschäftsbücherfabriken zur Zahlung ab 1. März. Mat Rücksicht auf die kommenden Verhaben den Tarif anerkannt und bezahlen die in diesem feft- handlungen empfahl der Redner, daß bei allen Meistern die Nach gelegten Lohnfäbe. In diesen Betrieben wurde die Arbeit wieder zahlung ab 1. März zu fordern sei. Wo der Forderung nicht entaufgenommen. Da damit zu rechnen ist, daß bestreifte Buch- sprochen werde, folle die Arbeit niedergelegt werden. druckereien ihre Buchbinderarbeiten in reinen Buchbindereien In der eingehenden Aussprache wurde den Ausführungen des herstellen lassen, wurde in einer Vertrauensmännerversammlung Borsigenden im allgemeinen gugestimmt. Die Verhandlungs
9)
Der Sternsteinhof.
Roman von Ludwig Anzengruber .
Und alle Bursche, wie sie sich mun hinzufanden, richteten erst vorab paar Worte an den Muckerl, dann reckten sie die Hälse und sprachen von dem nächsten Tische herüber zu der Dirne, alls fäße die allein unter ihnen.
" Binshofer Dirn', Anschaun'n is wohl erlaubt?" Wenigstens nit verboten," sagte sie.
Rönnt'st uns ein G'fallen enveisen-"
Wüßt kein Grund."
„ Sag' uns, wie d' so sauber sein magst?"
„ Dank für's Kumplament, is mir leid, daß ich's nit b'vuckgeben kann.
Macht nir. Mif d'Säubrigkeit von andere verstehst dicht halt nit. Dös sieht man."
Alle Burschen lachten, und zum Merger der Dirne Muckerl mit.
Da saß sie nun, wie sie es gewollt, unter Leuten und inschte fich weit weg. Hätte fie lieber die dumme Geschichte mit dem Muckerl, wo doch noch nichts dahinter war, geheim gehalten! Was brauchte sie die durch's ganze Ort Bu tragen und von morgen an sein Schatz zu heißen? Dafür haben sie auch die Bursche genommen, als sie vorerst eudert ansprachen, als ob sie gar nicht da wäre, aber statt nur ihre Ansprach zu suchen und dadurch zu zeigen, hier fäßen zwei, die fein Drittes neben sich leiden, hat er sie wie allein fizen lassen und da haben denn die andern getan, als ob er nicht da wäre und die Hände mach ihr ausgerect, wie nach einem Ding, das man nur aufzugreifen braudyt, ettva wie die junge Stat' beim Fell, und er ist daneben gefessen, bat keinem auf die Finger geflopft, er hat sich nicht um fie gelehrt, nein, er hat sie sich um ihn wehren lassen, als wär' er ihrer so ganz sicher und sie müßte fich in allem, lieb oder leid, in ihn schiden. Lachen mag er, statt in den Tisch gut schlagen, als man ihr in's Gesicht bietet, sie vergab' fich was, Wenn sie mit ihm ging'!
treten. Es soll mit der Zwangsinnung ein Tarif abgeschloffent werden, in dem dann höhere Grundlöhne festgesetzt werden sollen. Neuer Lohntarif für Handelshilfsarbeiter der CDirurgieBranche. Nach gegenseitiger Verständigung mit dem Berband der Chirurgie- Mechanik und dem Deutschen Transportarbeiter- Verband( Chemische Branche) find die Löhne ab 1. Januar 1920 folgende: für männliche Jugendliche von 14-16 Jahren 44 M., von 16-18 Jahren 66 M., von 18-20 Jahren 94 M.; weibliche Jugendliche 20 Prozent weniger; für männliche Erwachsenz, Un berheiratete und Verheiratete ohne Kinder, Anfangslohn 130 M.. nach ½ Jahr 140 M., nach einem Jahr 151 M.; Berheiratete mit Kindern: Anfangslohn 134 M., nach ½ Jahr 140 M., nach einem Jahr 155 pro Woche; weibliche Erwachsene 25 Prozent weniger. Die Differenz zwischen den jebigen Tariflöhnen und obigen wer den von den Firmen bis zum 1. Januar nachgezahlt werden.
zwischen den Händen, die sie vor sich auf den Tisch gestemmt gefaßt, emporgezogen und war mit ihm dem Ausgange zu bielf, ihr Taschentuch zerrend und zerknüllend; mit flarer geschritten. Etimme, die aber etwas höher flang als sonst, schnellte sie Oh! Sobo!" schrien die Burschen. Schon forfgeh'n, ihre Gegenreden heraus, und schielte dabei unter den zu wo's erst lustig wird und' s schönste Baar dazu?!" Sammengezogenen Brauen nach einer leeren Tischplatte Obwohl es nun auch dem Muckerl für ausgemacht galt, neben, nur manchmal warf sie Muckerl, der an ihrer Seite daß er just nicht unter Freunden gesessen habe, wofür er buchte,) einen zornigen Blid au, wenn der gutmütige ihnen, ohne Behüt' Gott " zu sagen, den Rücken kehrte, so Buriche in das allgemeine Gelächter einstimmte und dadurch konnte ihn doch der Spott über das schönste Baar, den er, die Heiterkeit auf ihrer beiden Kosten auf das Bedenklichste auf sich gemünzt und vom Neide eingegeben glaubte, nur erhöhte. schmunzeln machen.
Der Klang einer Zither am Nebentische machte sie zu Die Dirne aber fühlte nur eine Spige gegen sich heraus, sammenschrecken. Sie wußte, was nun fommen werde. weil sie mit einem gar so Ungleichen gehe, der obendrein Gegen alle Rede glaubte sie aufkommen zu können und feine weber Maul noch Hand zu brauchen wußte, der fie reden chuldig bleiben zu müssen, aber fingen fonnte sie nicht, dazu und sich von ihr feiten ließ. Mit einem trobenden Blick war ihre Stimme zu schrill und dafür fehlte ihr das Gehör, in all' die spöttischen Gesichter, wandte sie sich unter der bas wußte fie vom Kirchengesange her, auch auf's Wort- Echtvelle ab und schritt Hand in Hand mit dem Burschen reimen versteht sie sich nicht und hat nie auf solche Alfangerei hinweg. Bis sie das Wirtshaus außer Sicht hatten, gingen etwas gegeben; gegen Trugliedeln ist sie wehrlos. Sie so, dann gab ihn das Mädchen frei und trat von ihm Da hob schon einer damit an zurück.
fich
" Beim Herrgottlmachen,
" Bei'n Heiligenſchnißen
"
Thu' ich mich d' gang' Wochen Arump und bucklet sitzen."
Darauf sang ein anderer:
" Ich fenn ein jed's Flaberl, " Jed's Maserl im Holz,- „ Und' s allersäuberste Madert, " Dös wär halt mei Stolz!"
Nun kam der Stämmige an die Reihe: „ Spannst du Dich mit der Schönsten a'jamm, Gib, Herrgottsschniper, act,
„ Am End', da hätt'st damit erst dann „ Ein Herrgotts- Schnitzer g'macht!"**)
beruhigen konnte, hatte Helen' den Muckerl an der Hand Das zündete. Aber ehe noch das stürmische Gelächter *) Duchfen, duchfig fißen zusammengefrümmt.
Aber warum denn, warum denn?" fragte der Bursaje, der den fräftigen Drud ihrer Hand nicht ungerne weiter empfunden hätte.
,, Es war nit deshalb," sagte sie.
Sie sprach es nicht aus, weshalb sie nach seiner Hand hätte fassen können, noch was anderes fie veranlaßte, es zu tun, aber der Bursche verstand sie und schritt vor sich hinblidend, neben ihr her.
Sie sprachen fein Wort und gingen mit raschen Hallenden Schritten durch das Dorf.
Bei seiner Hütte angelangt, bot ihm die Dirne furz: Gute Nacht!" Sie überfah wohl in der Dunkelheit des Burschen dargereichte Hand und war ihm rasch aus den Plugen.
Ihre Türe hörte er knarren, ein paar feifende Worte Die Sterne bellte ein Sund und nun hörte er auch den Bach leise der Alten, dann war alles ringsum stille. brannten hoch am Himmel, die Mondsichel glänzte. Fern igungeln.
Seufzend wandte er sich ab und schritt nach seinem
Diese Gedanken schossen ihr durch den Kopf, während**) Einen Schnizer machen: einen Fehler begehen, es in fie die fortdauernden Stichelreden der Burschen zungenfer- irgend etwas berieben, baber ein Herrgotts- Schnitzer ein Häuschen, tia auritaab. In augenfälliaem Unbebagen faß fie da. Izes Berjehen.
co
Cortiebuna folat.)