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Freitag, den 10. April 1920
Tummer 127 Abend- Ausgabe
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Zuchthausstrafe für alle an der Borbereitung und Durch, der Strieg beendet ist, feine Dynamitbomben und Brand führung von Aufruhrbewegungen irgendwie beteiligten in und granaten mehr ins Ausland geschmuggelt werden ousländischen Persönlichkeiten, Todesstrafe für bewaffnete Be- fönnen, wird Verwirrung, Unheil und Verderben im Inteiligung an Aufruhr, Entwaffnung aller nicht zu den Regie land angestiftet durch ein ausgeflügeltes Lügensystems, rungstruppen gehörenden Elemente, bewaffneter Schut arbeits durch Provokationen, Mystifikationen und Konspirationen. williger Arbeiter in ftreifenden Betrieben, Sperrung der Das militärische Nachrichtenwesen ist zu einem Best bera ebensmittel für solche Teile der Bevölkerung, die fich geworden. Ihn zu beseitigen, ist das dringendste Gebot gegen die Regierung auflehnen, Unterdrüdung jeglicher gegen die der Stunde. Regierung und ihre Maßnahmen gerichteten Hebe in der Presse, in Broschüren und Flugblättern, sowie in Ansprachen bei Ver. fammlungen in geschloffenem Raum und unter freiem Himmel: das sind die Maßnahmen, die in der jetzigen Stunde der Gefahr gegen. den drohenden Terror der Kommunisten nicht zu umgehen sind.
daß
Die Rüstungen zur Gegenrevolution.
Der 13. März hat den Nachweis gebracht, daß das Reichswehrministerium von Noste nur dem Namen nach geführt wurde. Auf Geist, Haltung und Stärke der Trupben hatte Noske , der Mann, der hinter einer scheinbar großen Geste seine eigene Unfähigkeit und Dummheit verbarg, absolut feinen Einfluß. Er war für die Militärs nur die vorgeschobene Kulisse, hinter der sie um so sicherer ibre Pläne durchführten. Wenn von einer eigentlichen Führung der Reichswehr überhaupt gesprochen werden fann, so lag Sie beim Reichswehrgruppenfommando I. Hier Die Marinebrigabe Ehrhardt, bie jetzt im Munsterlaget liefen nicht nur die Fäden aller militärischen Sonderwünsche zusammen, sondern von hier aus wurden auch die DirekHauptmann Moysischewiß führt dann weiter aus, daß eingetroffen ist, hat in das Reich die Anweisung ergehen lassen, tiven für das Reichswehrministerium gegeben, denen sich durch eine raffiniert schnelle und geschiďte alle Offiziere, die in dem Kapp- Butsch verwickelt waren, fich im Munsterlager versammeln mögen. Die Marinebrigade Ehr. Noske unbedingt unterwarf. Der eigentliche Reichswehr- Berichterstattung der radikalen Preffe entgegen- hardt will für ihren Schuh forgen. Eine große Anzahl Offiziere minister war also bis zum 13. März nicht Noske , sondern aearbeitet werden müsse. Dabei dürfe sich die Berichterstat- ist bereits vort eingetroffen. Der Zuftrom hält unvermindert an. Berichterstat- barbt will für ihren Schuh forgen. Eine große Anzahl Offiziere Büttwit. Dieser Mann hat, gestüßt und vorangetrieben tung nicht nur auf die Abwehr beschränken, sondern sie von den militärischen Befehlshabern im ganzen Reiche, das müffe, unermüdlich angreifen. Und Herr Monzi- 3n Pommern nehmen die Treibereien der Butschisten Reichswehrministerium nicht nur auf legalem Wege unter schewit hat es verstanden, seine Stulis in diesem Sinne ihren Fortgang. Auf den Gütern sind etwa 4000 Baltikumer einem ständigen Drud gehalten, sondern darüber hinaus arbeiten zu lassen. Er fand in der bürgerlichen Bresse eine untergebracht. Sie geben sich jest als schlichte Landarbeiter aus, auch illegal alle Maßnahmen angeordnet, um den Boden willfährige Mege, die alle Nachrichten ungeprüft auf- Tatsache ist aber, daß ihnen Infanteriegewehre, M.-G., für den kommenden Butsch vorzubereiten. Da er und seine nahm, sie der Deffentlichkeit mit schreienden Ueberschriften Geschüze, handgranaten und Munition in unbeschränt. mitverschworenen wußten, daß der stärkste Feind, der fich bekanntgab, und nur die wenigsten Leser wußten dabei, daß ter Bahl zur Verfügung stehen. Die Waffen wurden schon vor einer monarchistischen Erhebung entgegenstellen würde, die sie absichtlich betrogen wurden, daß die Butschnachrichten von dem 13. März nach Pommern gebracht. Sie sind auf den Gütern in der unabhängigen und fommunistischen militärischen Stellen ausgingen, um die Oeffentlichkeit zu teilweise vergraben oder sonst gut versteckt worden. Der Nach. Bartei vereinigte Arbeiterschaft war, sollte deren Macht beunruhigen und die Gefahr von rechts, die immer drohen- richten. und Kurierdienst flapp: ausgezeichnet, da den Ber gebrochen, ihre Ziele verdächtigt, der ganze Organisations- der aufstieg, solange zu verschleiern, bis Herr Lüttwit seine schwörern der ganze von Lüttwig geschaffene Spionageapparat bau zermirbt werden, bevor der große Wurf unternommen Bläne in die Tat umsehen konnte. zur Verfügung steht. Die zivile Polizei verfolgt die Spuren der werden konnte. Hochverräter Lüttwig und Bischoff. Sie wird aber Der Nachrichtendienst verfchlang natürlich ungeheure dauernd irregeführt, da die militärischen Stellen ihre Max. Rüttwit entfaltete zu diesem Zweck eine großzügige Geldmittel. Diese floffen zum Teil durch geschickte nahmen durchkreuzen und den Butschisten direkt in die Hände politische Tätigteit. Er legte einen ausgedehnten Schiebungen aus der Reichskasse; darüber hinaus hat- arbeiten. Die Verfolgung der Hodverräter wird besonders va Nachrichtendienst an, dessen Stab von Offizieren ge- ten aber die Schwerindustrie, das Bankkapital burch erschwert, daß der Polizei wohl ein Steckbrief, aber keine bildet wurde, die während des Krieges auf diesem Gebiete und die Grobagrarier ein starkes Interesse an der Be- genaue Bersonalbeschreibung und keine Photographie zur tätig waren. Ganz Deutschland wurde mit einem eng maschigen Spionagenez überzogen, die unjaubersten Ele- fämpfung der sozialistischen Arbeiterbewegung und an dem Berfügung gestellt worden ist. Auch daraus ist zu ersehen, daß mente, darunter eine ganze Anzahl von Burschen, die mehr- Wiedererstarken der Monarchie. Da für diese Kreise im die Berfolgung der Verbrecher von gewisser Seite aus plan. mals mit der Staatsanwaltschaft in Konflift gerdten waren, politischen Stampf die verwerflichsten Mittel immer die besten mäßig fabotiert wird. wurden in den Dienst des Apparates gestellt. Sedes Frei- find, griffen fie tief in die Taschen und führten der Nady forps, jede selbständige tleine Truppenformation batte richtenabteilung das Geld millionenweise zu. Beim Bankseinen eigenen Nachrichtendienst. Die Aufgabe der Spione haus Bleichröder , Unter den Linden , wurde das bewar es, fich Eingang in die Organisationen der revolutio- rüchtigte onto Ic angelegt. Die Hauptspender waren Wir haben neuerdings berichtet, daß einer der Haupts nären Arbeiterschaft zu verschaffen, um ihre Pläne auszu- Thyssen, Stinnes und Krupp. Für Berlin liefen die Spenfundschaften. Da die Herren meist das nicht erfuhren, was den in den Händen des Geheimen Justizrats Stempner zu führer der reaktionären Putschisten, Kapitänleutnant& ht. den zuständigen Stellen angenehm war, wurden gesammen, jenes Demokraten aus den Streisen des Berliner bardt, vor dem Abtransport seiner Brigade Abschieds fälschte Tatberichte angefertigt und an die obersten Tageblatts", der nebenbei auch die antibolfchemisti- befuche beim Reichswehrgruppenkommando und bei der Stellen weitergegeben. Daneben hatten die Spigel auch die iche Liga finanzierte, die ebenfalls einen ausgedehnten Admiralität machen fonnte. In der demokratischen„ BerAufgabe, die Tätigkeit der Arbeiter führer zu über Nachrichtendienst unterhielt und mit den militärischen Stel- liner Volkszeitung" richtet nun Herr Erich Kabelig Schwer- folgende Anfrage an die Regierung: wachen und ihre Adressen auszufundschaften. Jede öffent- len in engster Gemeinschaft zusammenarbeitete. Der Reichsjustizminister hat mitgeteilt, daß gegen ben liche Versammlung stand unter geheimer Ueberwachung. industrie, Bankkapital und Großagrarier haben im letzten Bei der kommunistischen Partei gelang es sogar vielfach, ahr gegen 40 Millionen Mark für Spionage und Propa- Marinebrigadier Ehrhardt ein Haftbefehl erlassen worden Spitzel in die Organisation zu lancieren, diese erschlichen aandazwecke an die Gegenrevolutionäre abgeführt. Den ist, der jedoch nicht durchgeführt werden tonnte. Das wirlt fich durch überradikale Reden das Vertrauen der Mitglieder, Löwenanteil heimste Lüttwig, Konto Ic, ein. Aus dem Nor- befremdend; denn Ehrhardts Aufenthalt in Döberitz war wurden teilweise Organisationsführer und betätigten fich ruptionsfonds wurden neben anderen auch die Gelder für die doch bekannt. Man fönnte einwenden, daß der Versuch einer in diesen Stellen ausschließlich als Provokateure. Flucht Vogels und Marloh& entnommen; ebenso wurde Berhaftung Ehrhardts in Döberig den Widerstand der bewaffneten das Baltikum abenteuer von hier aus finanziert, Ehrhardt- Leute gefunden hätte und deshalb gefährlich gewesen Im Generalstab Lüttwit wurde das aus dem ganzen materiell und ideell gefördert, weil es den großen Auftakt wäre. Nun hat aber Ehrhardt nach dem Butsch täglich feine Neiche eingegangene Material genau gesichtet und registriert. Die dafür zuständige Stelle führte die Bezeich zum Sturze der Republik in Deutschland geben jollte. Noch im Dienst des Reichswehrministers befindlichen Kameraden in nung Abteilung Ic." In einer mustergültig angeIn einer mustergültig ange- im Oktober 1919 beauftragte Hauptmann Schwabacher Berlin ausgesucht und seinen Leuten gesagt, Herr v. Seedt habe legten Sartothek wurde das Material über jeden ein- einen Offizier, 3% Millionen Mart nach Mitau zum Korps ihm beruhigende Zusicherungen über das Schicksal der Brigade zelnen Arbeiterführer gesammelt, so daß Lüttwig die Mög- Bermondt zu bringen. Lüttwig war es auch, der in Berlin gemacht. Es wird auch berichtet, daß Ehrhardt vor dem Ab lichkeit hatte, bei Ausbruch der gegen revolutionären Er- die Werbungen für das Baltikumabenteuer förderte und transport seiner Brigade Abschiedsbesuche beim Reichs. hebung sofort zuzupacken, um der Arbeiterschaft ihre Führer alle Maßnahmen durchkreuzte, die dem Werbeunfug ein wehrgruppentommando und bei der Admiralität zu nehmen. Dem Spigelmaterial wurden aber auch die Ende machen sollten. Die Kommandantur weiß davon ein in Berlin gemacht hat. Der Reichsjustizminister wird also nicht umhin lönnen, General v. Seedt und alle in den Gründe für die Schubhaftbefehle entnommen, die Lied zu fingen. Berliner leitenden militärischen Stellen tätigen Offiziere eidlich darüber vernehmen zu lassen, ob und warum sie nichts zur Bollstreckung eines Haftbefehls gegen einen Verbrecher getan haben.
Ehrhardt und Seedt.
auf Betreiben des Generalfommandos Lüttwig massenweise Das von Lüttwig angelegte Nachrichtensystem ist nach berhängt wurden. Darüber hinaus wurden Berichte für die dem Sturz der Kapp- Regierung nicht etwa verschwunden, Presse und die Telegraphenbureaus angefertigt. Alle Alarm- fondern die Arbeit wird ungehemmt fortgesetzt. Von den nachrichten, die in Verlauf des letzten Jahres über bevor militärischen Nachrichtenstellen werden die verlogenen MelDa an dem in der Bresse geschilderten Sachverhalt nich stehende Putsche der Unabhängigen und Kommunisten in die dungen über das Ruhrgebiet verbreitet. Sie bertuschen die Welt posaunt wurden, hatten hier ihren Ursprung. Die planmäßigen Vorarbeiten der Kappisten für einen neuen zweifeln ist, hat sich General v. Seedt, zur Beit not Abteilung Ie wurde geführt von dem bekannten Hauptmann Staatsstreich, verwischen die Spuren der Hoch- immer der oberste militärische Befehlshaber in Berlin , der Moyzische mit dem als persönlicher Adjutant Leutnant berräter, überhäufen die Zivilbehörden mit gefölich- Begünstigung eines gerichtlich verfolgten Verbrecher Ring und als Nachrichtenoffizier Hauptmann Dr. jur. ten Nachrichten, wiegen fie in Sicherheit, damit die Ber - schuldig gemacht, an deffen nach dem Kapp Butsch fortgesetten Schwabacher zur Seite standen. Hauptmann Monzi- schwörer ungestört ihre Arbeit vollenden können. Das bochberräterischen Treiben nicht au aweifeln ist. Wir er ichervik hat im April 1919 über die Aufgaben der Propa- militärische Nachrichtenweien stond bis zum 13. März im warten, daß General v. Seedt unverzüglich von seinem ganda und des Nachrichtendienstes eine handschriftlich ge- Dienste der monarchistischen Verschwörer; es ist ihnen Bosten entfernt und wegen der Begünstigung Ehrhardts brudte Broschüre veröffentlicht und darin fein politisches heute noch völlig ergeben. Das Ludendorff system unter Auflose gestellt wird. Glaubensbekenntnis wie folat umidriebens bat in ibm einen würdigen Nachfolger aefunden. Nachdem