DasSrgebnis von Moskau t-ßte ich die Aufnahmebedingungen Moskauer Internationale las, sagte i Z. Die Aufnahmebedingungen und da» Statut. Bon Sepp Vertex. und das Statut der ----- t"««- ich mir: Das find keine Bedingungen, die man selbständigen und selbstbewuhten iozialgtischen Arbeitern vorlegt. Aber ich sagte mir zugleich: kann keine sozialistische Partei annahmen und die stärkste revolutionäre sozialistische Partei— die ll. S. P. D.— Mer. keinen Umständen. Als ich dann lesen muhte, dah Mitglieder unserer Partei diese Bedingungen annehmbar landen— da stieg mir die Schamröte ins Gesicht. Kann es Möglich fein, dah Mitglieder der Unabhängigen Sozial- oeinokratlschen Partei auf die Forderung Moskau » plötzlich Zu den Kommunisten hinüberwechseln? Hat es denn nie- mals Differenzpunkte programmatischer und taktischer Art zwischen uns und den Kommunisten gegeben? Ich sagte mir: entweder sind diese Leute stets Kommunisten gewesen— was taten sie dann in der U. S. P. D. ? Oder sie waren wirklich unsere Genoffen: wie kommt es, dah sie nun sofort dem Moskauer Diktat folgen und, wie die Hamburger ..Bolkszeitung", sich sofort den ganzen Schimpfsatz der Korn- munisten gegen die Genossen von gestern zu eigen machen? Ich beruhigte mich. Wir können Leute von solchen 2 u alitäten der Kommunistischen Partei Lönnen . Welchen Grund haben die Bedingungen und welchen Zweck verfolgen sie? Auch hier gilt es, die Dinge der schützenden Phrasen zu entkleiden. Nicht der Wille, die Mafien der Arbeiter zum entschloffenen Klassenkampf zu einen, ist der Grund der Bedingungen. Die Moskauer ZnternationaleistnichtdieZnternationale des revolutionären, sozialtstifchen Prole- kariats—» sie i st die Internationale der Kommunistischen Partei. Das Hemmnis in der Entwicklung der Kommunistischen Partei ist in Deutschland die U. S. P. D. Als Ganzes, sie in die Kommunistische Partei uberzuführen, geht nicht. Man muh sie daher spalten. um die durch Abspaltungen ins syndikalistische Lager, zur K. A. P. D. geschwächte Kommunistische Partei zahlenmäßig wieder aufzupumpen. Die Bedingungen richten sich deshalb ausschließlich gegen die U. S.P. D. Sind diese Bedingungen nun geeignet, den Befreiung«- kämpf des internationalen Proletariats zu fördern? Sie haben diesen Zweck nicht. Jedem Einsichtigen muh klar sein, dah sie diesen Zweck nicht haben können, w e i l s i e die revolutionäre sozial! st ische Arbeiter- > ch a f t nicht einigen, sondern noch mehr zer reihen. Es wird nur ein kleiner Teil der westeuropäischen Arbeiter- schaft sein, der mit der Unterwerfung unter diese Bedingungen »ch der Diktatur der Kommunisten unterwirft. Die Tonart allein, diese anmahende, absprechende Tonart, die alles zurückiiöhl. als gegenrevolutionär stigmatisiert, was selb- ständig bleiben, was sich der kommunistischen Diktatur nicht unterwerfen will, wird die Gegensätze in der Arbeiterklasse unheilbar verschärfen. Die Bedingungen der Moskauer Internationale streuen Salz in klaffende Wunden der Arbeiterklasse. .Run kommen einige dreiviertel kommunistische Beschwich- tigungsräte und trösten: so schlimm sind ja die Bedingungen gar nicht gemeint. Moskau werde Einsicht haben. Ja, wenn dem so ist, dah, wie so viele», was von Moskau stammt, auch diese Bedingungen nur revolutionäre Phrasen sind— dann sind sie neben oer ungeheuren Dummheit ein Ber- brechen an der Arbeiterklasse und am Klassenkampf. Sie sind es um so mehr, weil in den westeuropäischen Länder» wirklich z. Zt. die Klassengegen- sätze sich so zugespitzt haben, dah das Bürgertum sich immer mehr gegen die Ärbeiterschaft zusammenschließt. Und in diesem Augenblicke zerreißt die Kommunistische Partei mit ihren Diktaturgelüsten über die Arbeiterbewegung die Ar- deiterklasse noch mehr. Eine wirklich revolutio» nitre, sozialistische Internationale muh es sich zur Aufgabe machen, alle sozialistischen und revolutionären Arbeiter zu sammeln. Das wäre der U.S. P.D. möglich gewesen, ist aber der Kommunistischen Partei gänzlich unmöglich. Die Bedingungen und das Statut der Moskauer Znter- nationale sind also völlig ungeeignet, die Arbeiterklasse auf dem Boden des Klassenkampfes— und wahrlich, es stehen außerhalb der Kommunistischen Partei die sozialistisch revolutionären Massen, die mit Klassenbewuhr sein erfüllt sind— zu einer einheitlichen Phalanx zusammen- zuschließen. Und deshalb diese Bedingungen und Statuten phraseologisch zwar radikal, in Wirklichkeit aber reaktionär und unsozial! st isch. Es erübrigt sich eigentlich danach, auf die einzelnen Punkt« der Bedingungen und Statuten einzugehen. Ich will nur einige herausgreifen. Die Forderung, daß die U.S. P.D. von einer Reihe treuer Kampfgenossen aus einer Zelt, wo manche kommunistische Worthelden weise schwiegen, sich trennen solle, ist so entehrend, daß sie nur von Leuten ge- stellt werden kann, denen iedessozialistis che E m p» f i n d e n a b g e h r. Sie ist auch nur der Ausfluß des giftigsten und dauerhaftesten Hasses— des Liter ate»- Haffes. Ich werte die Genossen Kautsky , Hilferding , venke, Ledebour — um nur einige Namen zu nennen—- als Revolutionäre und Sozialisten höh« als die ganze Kom- munistische Partei und Moskauer Internationale zusammen- genommen. �. Ein Schlag gegen die Genossen, dw unter Motzen ihre Presse und ihre Verlag e geschaffen haben, ist die Bedingung, dah ste e i n e r E x e ru t r» e ll n t e r st e l l t werden sollen, die in Moskau ihren Sitz hat. Den Genossen soll jedes Bestimmungsrecht über die Presse geraubt, und es sollen ihnen Redakteur« auf die Nase gesetzt werten, die von Leuten bestimmt werten, die keine Ahnung von den ortliche» Verhältnissen haben. Uebrigens eine verlockende Aussicht für strebsame junge Leute, die verstehen, nach der Pfeife zu tanzen und auf Kommando einzuschwenken. o. Für die Organisationen werden schwarze Listen der „Opportunisten",„Reformisten ",„Gegenreoolutionare auf- gestellt. Wer nicht darauf kommen will, muh immer den Radikalsten mit dem Munde um eine Zungenlange voraus Bei dem Radikalismus der Kommunisten ist es selbst- verständlich, dah alle Welt erfährt, wie radikal man ,st Es muh deshalb urbi et orbi verkündet werten, daß eine t l I e- gale Organisation geschaffen wird, damit Spitzel und Provokateure möglichst reiche Celegenbeit zur Arbeit haben. Autorität �ür die» P a r t e r z e n t r u m, eiserne Disziplin für die PartetmitgUede r: droben all« Gewalt, unten ergebenster Gehorsam~®abr, lich da» erzieht sewsidenkende und selbsthandelnde Revolu- tionäre! Das alles mutet so ur reaktionär an, al» hör« man«inen oftprenhischen Inn ?«. Zeitweilig neue Registrierung der Mit» lieder— das Denunziantentum. Angeberei wird zur löte gebracht in der kommunistischen Internationale, und zwar zur Hebung des Vertrauens und der Geschlossenheit unter den eigenen Mitgliedern! Ich nehme an, dah sich die kommunistische Internationale in absehbarer Zelt alle Mitglieder wegregistriert haben wird. Dah die Parlamentsfraktionen zu säubern sind, ist natürlich außer Frage. Ich will mal sehen, ob die kommunisti- schen Mitglieder der Unabhängig» Frak- tion unsere Fraktionen von s ich selber säubern und ihr Mandat in die Hände ihrer unabhängigen Wähler zurückgeben. Freilich die„Betonung des Ehrenpunktes" darf nach der„Hamburger Volkszeitung " bei der Diskusston über die Moskauer Inter - nationale nicht in Frage kommen. Damit alle diese Bedingungen, deren reaktionärer Charakter anwidert, angenommen werten, dürfen nicht Genossen nach freier Wahl und aufrechte Männer, die nach bestem Gewissen stimmen, zum P a r, teitage kommen, sondern die Delegierten dazu müssen sich von vornherein diesen Bedingungen unterwerfen, damit sie nachträglich zustimmen dürfen. Das mutet' man Revolutionären und Sozialisten zu? Wahrlich, die Scham mühte zu den Hunden geflohen seln, wenn unsere Partei diesen Bedingungen zustimmen würde! Die Bedingungen Moskaus haben das Wesen der däcten Internationale enthüllt. Sie ist die Internationale für die Zwecke der russischen Kommunisten, der kommunistischen Parteien in den einzelnen Ländern— nicht für die Lösung der gewaltigen Aufgaben des inter « nationalen sozialistischen Proletariats. Durch die grotesken Bedingungen hat die Moskauer Inter - nationale der Ardeiterschaft der Welt und dem proletarischen Befreiungskampf einen Schlag versetzt, wie ihn die Reaktion nicht besser hätte aussinnen können. Aber eine Partei, wie die Kommunistische, die die Arbeiterbewegung ausschliehlich ihren Zwecken dienstbar machen will, die sich ohne eigene, innere Klarheit, ohne wirkliche sozialistische Grundsä�lichkeit zur Diktatur des internationalen Proletariats aufschwingen will, die sich dazu aller reaktionären Mittel bedient, ist nicht die Förderin der Revolution, sondern die Bahn- brecherin der Reaktion. Die Bremer Partei gegen Moskau TU. Brem««, 8. September. Die„Bremer Arbeiterzeitung" berichtet, dah Parteivor« stand, Fraktion und Referenten unserer Partei in Bremen e i n st i m m i g die ZI Bedingungen der Moskauer Inter« nationale abgelehnt haben. Die Lage in Augsburg Für und gegen Generalstreik Augsburg , 2. September. Räch de« endgültige« Feststellungen der Polizeibehörde haben die gestrigen Unruhen im ganzen 4 T o t e gefordert. Sin Resultat über die angeblichen Schüsse aus den Fenstern einiger Häuser liegt noch nicht vor. Die diesbezüglichen Zeugenvernehmungen dauern noch an. Die U. S. P. hat, wie der„Vollswille" mit- teilt, die Betriebsräte aufgesordert, als Protest den General» st r e i k zu prollamieren. Sollten sich die Betriebsräte dieser For- derung widersetze«, so werde die Partei al» solch« ihr« Matznahmen treffen. Bon Seiten de» Bollzugorates derBetriebs» röte und de» Wirtschastsbunde» wurde«in Flugblatt heraus- gegeben, in dem die Arbeiter zur Ruhe und zur Fortsetzung der Arbeit ermahnt werden. Der Block der Ordnungsmitte Die..Teua' meldet: Auf Wunsch de? Führer» d:r Deutsche» michHintenfar ihr Verhalten in de» nächsten Monai« festzulegen. Die Dems»e Bollspartet wünscht vor all-m eine St äruug der Re- gtermiasvarteren im Reich über den». gelähre» Termin der p*«« bische» Landtagswahl berb-izuführ-u. Dt««nd- gültige Elilscheidung steht durchaus bei den Purleien der vreußischen Landesversammlnng. Die Aussprache der Blvcksührer de, Reichelage, trog einen vertraulichen Charakter. Auch die Stellu. g der Re- gierungeparte.eu zur Mehrheitssozialdemokratie ist eingehcuo durchgesprochen worden. o,. b" Wahlbcivegung Unversöhnlichen find versöhnt. Die Arbeiterschaft wud eS zu fühlen belommen. Deutschlands Ernährungslage Trübe Aussicht«» lleber die in den letzten Tagen stattgefundene Kvn'erenz der Ernährungsminister wird noch ein ausführlicher Bericht verbreitet, der Aufschluß gibt über die Ernährungsverhältnisse Deutichlands. Der Ernährungsminister Hermes wies darauf hin. daß dem Abbau der Zwangswirtschaft zwei Gedanken belonders nal>« negen. Es müsse ersten» ein gemeinsames Borgehsn der Länder und des Reiches erfolgen, und zweiten» sei darauf zu verweisen, daß die Aufhebung der Zwangswirtschaft eine größere Berantwortltchkeit der Landwirtschaft er- forderlich mache. Wenn auch der Minister anerkannte, daß die Brotgetrejdeablieferung in den letzten-Tagen eine Besserung er- fahren habe, so konnte er doch nicht in Abrede stellen, daß sich die deutsche Landwirtschast dieser größeren Verantwortlichkeit durchaus nicht bewußt ist. Di« Konferenz diskutierte sodann über die Freigab« der Fleischbewirtschastung. Es soll ständig ein« Reserve an Allslandsfleisch bereitgestellt werden, die ständig so groß gehalten werden soll, daß sie eine Wochenration für längere Zeit sicherstelle. Gegenwärtig sind SS lM Tonnen Fleisch vorrätig. Der Bestand soll dauernd auf 30 000 Tonnen gehalten werden, so daß 16 Millionen Versorgungsberechtigte drei Monate lang mit ISS Gramm wöchentlich versorgt werden können. Der sächsische Minister sprach sich gegen die Aufhebung der Bawirt>ujaftung des Fleisches aus, wogegen die weit überwiegende Zahl der Län- der, einschließlich Braunschweig , für die Aufhebung eintrat. Im Laufe der D e b a t t e gab der Reichsminister die Erklärung ab, daß er die Verantwortung nicht übernahmen könne, die Frei- gäbe des Schlachtviehs ohne Sicherung einer Fleisch- res er v« vorzuschlagen. Die Sicherung müsse geschaffen werden gegen Stockungen in der Anlieferung und gegen übertriebene Preisbildung. Auch die Sicherung der Vrotreseroe, die zur Stelle fein soll, wenn die Fleischvewirtschaftung aufgehoben wird, sei absolut notwendig für die Sicherung der Ernährung. Für diesa Brotreservs komme unmittelbar da» In- und AuSlandsgetretd» in Betracht. Trotzdem wurde in der Besprechung die Forderung erhoben. daß schon setzt befchlosson werde, mit Ende diese» Wirt, schaftsjahres solle die Zwangswirtschaft für Getreide aufhören. Die Mehrheit der Konserenz Krach sich sodann für die Ber« besserung des Brote« cm», dagegen anerkannte sie nicht die Notwendigkeit für die Erhöhung der Brotration. Das Bild, das in dieser Konferenz von der deutschen Et« nährungslage enthüllt worden ist, zeigt deutlich, daß die Land« Wirtschaft die Vorbedingung für die Aufhebung der Zwangswirt- schaft für Fleisch nicht geschaffen hat. Das Brotgetreide wird schlecht abgeliefert, die Freigabe der Fleischbewirtschastung würoe also neben der gewaltigen Preissteigerung auch eine Gefährdung der Versorgung der Bevölkerung mit Brot bringen. Zwangswirtschaft und Preisgestaltung Der Kampf um die Aufhebung der Zwangswirtschaft für Fleisch tritt in ein entscheidendes Stadium. Mit aller Macht versuchen die Landwirte die Entscheidung zu ihren Gunsten zu erzwingen, obwohl weder die Reserve für das Getreide geschaffen ist, noch die bisherigen Erfahrungen in den ein- zelnen Landestsllen die Freigabe als erträglich erscheinen lassen. Ueber all dort, wo die Zwangswirtschaft auf- gehoben ist, sind die Preise sofort gewaltig gestiegen, obwohl gegenwärtig das Angebot an Vieh viel größer ist, als es in einigen Monaten sein wird. Diese Tatsache ist besonders der „Deutschen Tageszeitung" unangenehm, die meint, daß diese Teilerfahrungen nicht verallgemeinert werten dürfen. Aber selbst dieses agrarische Blatt muß zugeben, daß nach der Frei- gäbe nicht nur in der lleoergangszeit. sondern auch dauernd beträchtlich höhere Preise bezahlt werden müssen, als sie gegenwärtig bezahlt werten. Damit ist alles zugegeben, was von den Gegnern der Frei» gäbe des Fleisches behauptet worden ist. Das Finanzministerium und die Beamtenverbände Von zuständiger Stelle wird den„P. P. N." unter Bezugnahme auf die Vorgänge in der Sitzung am 1. September 1gZ0 im Fest- saa! der Preußischen Landesver,ammlung erklärt: > Der Preuhiiche Finanzminister hat sich stets von dem Bestreben leiten lassen, die Erörterung über Fragen der Beamtenbe- s o l d u n g soweit als irgenomöglich mit den Großorgani- f a t i o n e n der Beamten zu führen. Bei der starken Arbeits- belastung kann es nicht erwünscht sein und ist es auch praktisch nicht durchführbar, mit der großen Zahl kleiner und kleinster Bc- amtenoerbände in zettraube, wo Besprechungen einzutreten. Wenn zu der Sitzung am 1. September neben den in Frage kommenden Grohorganisattonen noch andere Beamten verbände ein- geladen worden sind, so ist das darauf zurückzuführen, dah leider lngewißhett darüber besteht, ob gegenwärtig in den Groß- organisationen die Massen aller in Frage kommenden Be- amtengruppen vertreten find. Eine Perstandigunghier- über konnte bisher nicht erzielt»erden. Nachdem die Großorganisation eine Beteiligung an den Verhandlungen im Beisein der außer ihnen geladenen Beamtenverbände abgelehnt hatten, ist auf dtrekte Weisung de» Minister» die Sitzung geschlossen worden, wel nach dem Ausscheiden der Vertretung de» weit über- wiegenden Teiles der Beamten der beabstchngt« Zweck, die Wünsche der gesamten Beamtenschaft festzustellen, nicht mehr er- reicht werten konnte. Wenn diese offiziöse Auslassung«in Einlenken de» Mini- steriums um»«in Abgehen von der unerhörten Haltung anbahnen soll, so haben wir nichts dagegen. Wer zunächst ist es eine Ausrede, und noch dazu eins der dümmsten, die aus offiziösem Munde seit langem erklungen ist. Man weiß nicht und man vermag keine Verständigung hierüber zu erzielen, ob die Massen der Beamten in den Grohoraanisatwnen organisiert seien. Ja. wo sollen sie denn sonst sein, Herr Lüdemann? Kmnt man sich so wenig in der Gcwerkschaft-zbewkgung au», nachdem man ein halbes Ahr Finanzminister ist? Aber•» ist kein übler Witz, daß dies Legien und seinen Freunden mit— ihren Freun- den passieren muh. Die Lage der Zollbeamten Au» den Kreisen der an der deutsch -holländischen Grenze angepellten Zollbeamten wird uns geschrreben: An der Grenze find seit einiger Zeit von der Zollbehörde Hilfsbeamte angestellt«orten. Di« Bedingungen sind so jämmerlicher Art, dag die Angestellten vei den gezahlten Lohnen entweder verhungern oder schiebe« müssen. Der Tage- lohn beträgt 24 M. für Verheiratete und 18 M. für Ledige ohne irgendwelche Teuerungszuschläg«, Familien- oder Kinderzulagen. Der verheiratet« muß 14 M. Kostgeld zahlen, für Frau und Kin- der bleiben dann noch nach Abzug der 10 Prozent Steuer 7,80 M. Davon muß Licht, Brand, Miete, Bekleidung und Lebensmittel bestritten werden. E» ist einfach ein Skandal, solche Löhne im neuen Deutschland zu zahlen und dann noch an Staatsanaestellte. Und diese Angestellten sollen nun gegen Schiebereien und gegen Schleichhändler vorgehen. Erwartet man wirklich bei diesen Lohnen pflichttreue Beamte? Nach einer Verfügung sollen zwar den Beamten und Angestellten 10 Prozent de» Wertender beschlagnahmten Waren zustehen, aber auck» hiervon haben dm hier tätigen Angestellten noch nichts gehört. Die beschlagnahmten Waren werden einfach nach Emmerich transportiert. Nuht mal von 7,80 M. kann reine Familie lebe». Weiter wird uns mit- geteilt, daß die Angestellten dort in keiner Krankenkasse angemel- det sind. Da» ist ein« ganz grobe Nachlässigkeit. Di« Behörde ist unsere» Erachtens verpflichtet, die Leute amumelden. Wie leicht ist es möglich, daß der Beamte oder Angestellte, der in Wind und Wetter seinen Dienst erfüllt, erkrankt. Wer kommt dann für die Kosten auf? Das einzige Entgegenkommen ist. daß beim Krank werten noch für vierzehn Tage Lohn bezablt werden. Dann dar! der Beamte verhungern. Ein Betriebsrat ist auch nichi und Beamten müssen sich geschlossen einer Organisation anschließen. Rur so ist es möglich, daß die Leute zu ihren Rechten kommen. Die»rbeit«bedingung«n sind auch nicht die besten. In, Monat sollen die Hilfsbeamten zwei Tag« frei haben, an einem Sonntag und an einem Werktag. Das wird dadurch wieder illusorisch gemacht, daß diese freien Tage an anderen Dtensttagcn nachgeholt werden müssen. Das sind wunderbar« Arbettsbedrn gungen. Da wundert man sich nicht, wenn mal ein Beamter oder Staatsangestellter auf die schiefe Bahn kommt. Denn sie wollen doch leben! Eine Eristenzsicherheit müssen diese Angeste� ten an erster Stelle haben, sollen sie ehrlich und treu ihren Diens, erfüllen. Wir erwarten, daß die verantwortlichen Stellen hier für Abhilfe sorgen. Besonders, datz-lls Lohnempfänger in dn Krankentassen angemeldet werbe». llevngens macht sich ein Unternehmer strasbar, der ein« solche Anmeldung unterläht. Den Beamten und Angestellten aber, rufen ton zu: Hinein m dm gewerkschaftliche Organisation! Dann wtrt«» schon ander» werten._ Di« Stenervomeechte per Beamte«. R« zuständiger Stelle erfahren die.,P. P. N/. baß der Preußische Minister de« Innern zugleich im Namen deck FluanzministerS anf eine A» f r a g e de Deutsche« StödtetageS erwidert bat. daß alle Steuer- Vorrechte der Beamten durch daS Reichseinkommensteuer- S>leß aus«, stoben worden st. d. HSlz anf dem Wege nach Bnßland. Wie dt-„P P VI" e f gr. u, st d. r Uommun.n Höl z na st einer Meldung des Prager.Pravo Ltdu" seit«inigen Tagen auf einer Reise nach Rußland und bereits außerhalb der Grenze« der Tschicho-flomokisch« Repubftk.
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