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Mr. 222. 14. Jahrgang.

Kommunales.

Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt, ouerfiag, 23. September 1897,

Der Magistrat hat bei der Stadtverordneten - Versammlung die Genehmigung nachgesucht, daß auf Grundlage des von der Terraingesellschaft Neues Hansaviertel" vorgelegten Entwurfes von dieser Gesellschaft eine fünf Meter breite, mit eisernem Oberbau zu versehende Fußgängerbrücke über die Spree im Zuge der Straße Siegesmundhof" errichtet und nach erfolgter Abnahme des bedingungs­mäßig ausgeführten Bauwerks in das Eigenthum und in die dauernde Unterhaltung der Stadtgemeinde Berlin übernommen werde. Die Ver­fammlung hatte zur Vorberathung dieser Frage unter Vorsiz des Stadtv. Bauraths Ryllmann einen Ausschuß eingesetzt, welcher gestern ( Dienstag) nach erfolgter Besichtigung an Ort und Stelle folgenden Antrag einstimmig angenommen hat: Die Versammlung lehnt die Vorlage des Magiftrats ab und ersucht denselben, mit den Adjazenten in Verhandlung darüber zu treten, unter welchen Bedingungen sie bereit sind, eine eiserne Fahrbrücke im Zuge der Straße Siegesmund­hof" auszuführen.

Lokales.

strat ist eine Antwort in der Angelegenheit anscheinend nicht zu er- rufen nach Lübeckerstr. 25, wo in der Küche Preßkohlen in Brand warten. Das Komitee wird sich daher direkt an den Oberbürgermeister gerathen waren, die jedoch ein vorübergebender Feuerwehrmann noch wenden müssen, um darüber klar zu werden. Weist der Magistrat rechtzeitig löschte. Ein Gardinenbrand rief die Wehr Dienstag das Geld zurück, so muß eine andere Verwendung dafür gefunden Abend 8 Uhr nach Thurmstr. 71. Zwei Stunden später braunte werden, und zwar wird neuerdings der Gedanke einer Stiftung zur Ab- Spandauer Brücke 7 die Verschalung eines Schaufensterkastens. wehr der wirthschaftlichen Folgen der Ueberzeugungstreue ventilirt der Mittwoch Vormittag endlich war Ritterstr. 20 brennendes Stroh int artig, daß Kinder, die durch die politische Maßregelung ihrer Väter Keller zu löschen. in Moth gerathen, hier unterstützt werden. Das wäre dann mit dem Namen Märzstiftung zu versehen und würde auch als ein Der Mörder der Hedwig Nitsche aus der Holzmarktstraße Denkmal für die Märzgefallenen dienen können. Uebrigens erwartet soll nach einer hier eingelaufenen Meldung aus Kottbus dortſelbſt man in der Bürgerschaft, daß der Magistrat, nachdem er einmal ermittelt worden sein. Ein in dem dortigen Gefängniß befindlicher seine Pflicht anerkannt hat, derselben auch in geziemender Weise Verbrecher, ein ehemaliger Berliner Zuhälter, der seinerzeit bei der genügen wird." Verfolgung des Mörders betheiligt gewesen, machte dem Anstalts­direktor die Mittheilung, das er in einem feiner Mitgefangenen den Wie man die Anfregungen einer Wahlbewegung ver- Mörder der Mitsche bestimmt wieder erkenne. Die Angelegenheit meidet. Ueber eine Begebenheit, die sich in den Kreisen der Inter - wurde sofort der dortigen Polizeibehörde unterbreitet und haben essenten unserer berühmten Kirche mit der weggemeißelten Kameels- bereits Bernehmungen des Beschuldigten stattgefunden. Dieser be inschrift zugetragen hat, meldet das Berliner Tageblatt": Unter hauptet, daß er zur Zeit des Mordes im Gefängniß gefeffen habe, den Wählern der Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirchen- Gemeinde er- und infolge dessen unschuldig sei. Ob diese Behauptung zutreffend regt ein Beschluß, den die vereinigten Körperschaften dieser ist, ist noch nicht festgestellt. Gemeinde soeben gefaßt haben, außerordentliches Aufsehen. Dieser

Beschluß lautet wie folgt: Da die Gemeindekörperschaften Be- Der Zusammenstoß einer Raugirmaschine mit einigen leeren denken tragen, die junge Gemeinde schon jetzt wieder der Wahl- Güterwagen auf dem Potsdamer Güterbahnhof ereignete sich gestern Achtung, 6. Wahlkreis, Moabit ! Parteigenossen, welche aufregung auszusehen, und da die gegenwärtig amtirenden Meltesten Vormittag; der Unfall lief glücklicherweise ohne Gefährdung von gewillt sind, sich an der am Sonntag stattfindenden Flugblatt- und Gemeindevertreter sich bereit erklären, ihr Amt eventuell auf Menschenleben ab. Auch der Materialschaden ist nicht erheblich. Der verbreitung zu betheiligen, werden ersucht, sich Sonntag früh weitere sechs Jahre fortzuführen, so ist das fönigliche Konsistorium Vorgang, welcher von einem Vorortzuge aus beobachtet worden war, 71/2 Uhr entweder bei J. Pfarr, Butligstr. 10, oder ber R en fer, um Erlaubniß zu bitten, die für den Oktober dieses Jahres an- batte zu Gerüchten von einem erheblichen Eisenbahnunfall Anlaß Beusselstr. 23, einzufinden. stehende Neuwahl zum Gemeindekirchenrath und zur Gemeinde- gegeben. Weitere Meldestellen( morgens 8 Uhr) sind: W. Brinkmann, vertretung auszusetzen und die erste Ausloosung der Aeltesten und Prinzen- Allee 21, A. Bärsch, Sandstr. 3, Paul Anders, Buttmann- Gemeindevertreter erst im Oktober 1900 eintreten zu lassen." straße 16, Gustav Herrmann, Buttbuserstr. 45, Otto Bachgänger, Ließe sich dies probate Mittel nicht auch in der Politik anwenden, Swinemünderstr. 120, und Hoppe, Ackerstr. 145. Pünktliches Erscheinen vorausgesetzt natürlich, daß die Erhaltung gouvernementaler ist nothwendig. Parlamentsmehrheiten in betracht kommt? Wie schön wäre es ge­wesen, wenn z. B. der 1887 er Kartell- Reichstag das Ansehen Deutsch lands noch ferner hätte zu grunde richten können.

Der Vertrauensmann.

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Ein nenes Unglück im Eisenbahnbetriebe. Entfeßlich ver unglückt ist in der Nacht zum Mittwoch der 50 Jahre alte Maschinenführer Hollnagel- Vogler aus der Lehrterstr. 9. Er war feit Dienstag Nachmittag um 4 Uhr im Dienst und sollte den letzten Bug für diesen Tag nach Nauen fahren. Es handelt sich um den Borortzug 226, der um 12 Uhr 7 Minuten vom Lehrter Bahnhof Der Fleischverbranch von Berlin betrug im Betriebsjahr abgelassen wird. Hollnagel hatte vor der Abfahrt gemerkt, daß eine 1896/97 144 388 442 Rilogr., 103/4 Millionen mehr als im Vorjahre. Politische Polizei und Theater. Etwas ganz Staatsgefähr Verschlußbuchse am Kessel undicht war und daran gearbeitet. Dabei Hiernach entfallen( abgesehen von Wild, Geflügel und Fischen) auf liches scheint die Polizei doch in der meist recht harmlosen drama hatte er zu einem ungeprüften Heizer, den er auf der Maschine bei den Kopf der Berliner Bevölkerung, welche durchschnittlich 1707 603 tischen Produktion zu wittern. Wie das Fremdenblatt" erfährt, sich hatte, geäußert, er würde wohl nicht bis zum Ziel kommen Einwohner betrug, 84,4 Kilogr. und zwar, wie die Allg. Fl.- 3tg." follen fortan alle Stücke, nachdem sie von der ordentlichen Zensur und fünfundzwanzig Minuten nach der Abfahrt mußte er die mittheilt, in folgenden Fleischforten: Rindfleisch 29,7 pet.( im Vor­genehmigt, erst noch der politischen Abtheilung übergeben Haltestelle Jungfernhaide durchlaufen. Dort scheint er sich hinaus. jahr 31 pt.), Schweinefleisch 45,6 pt.( im Vorjahr 43 pet.), werden, um dort noch einmal auf ihre politische Unverfäng- gebeugt zu haben, um nach der Buchse zu sehen, ist mit dem Kopf Kalbfleisch 8,4 pct., Hammelfleisch 5,9 pet., Pferdefleisch 1,2 pet., lichkeit geprüft zu werden. Außerdem sollen den General an eine vor dem Bahnhof stehende Kilometertafel geschlagen und Kram" 3,7 pet., eingeführtes Rauchfleisch 5,5 pSt. Auf jeden proben noch zwei Beamte, je einer der politischen und der hinausgefallen. Der Heizer ist nun, anstatt zu halten und den Berliner entstelen etwa 25 Kilogr. Rindfleisch, 38,5 Kilogr. Schweine gewöhnlichen Zensur beiwohnen, um zu konstatiren, ob nicht das Verunglückten zu suchen, einfach weitergefahren. Beamte der Station fleisch( im Vorjahr nur 35 Kilogr.), ca. 7 Kilogr. Kalb- und 5 Kilogr. gesprochene Wort noch verfänglicher flingt, wie das geschriebene. Jungfernhaide fanden Hollnagel später auf den Schienen mit furcht Hammelfleisch. Die erhebliche Steigerung des Fleischverbrauchs von Das Blatt nimmt an, daß diese Verfügung vielleicht auf einen Lapsus baren Verlegungen auf und sorgten dafür, daß er mit dem letzten 80,06 auf 84,4 Kilogr. ist nur scheinbar. Die vorjährige Gewerbe- zurückzuführen ist, der der Zensur bei dem neuen Donnay'schen Stück Bug Nr. 9 um 1½½ Uhr in Berlin eintraf. Die Verwaltung ließ Ausstellung hat viele fremde Besucher über die sonst übliche Zahl" Die Abrechnung" passirte; in diesem Stück soll trotz der Zensur ihn sofort in einem Tragkorb nach dem Augufta- Hospital bringen, der Sommergäfte nach Berlin geführt, und viele tausende i eine ,, Gotteslästerung" ausgesprochen worden sein. Vielleicht geht wo Schädel, Bein- und Armbrüche erkannt wurden. Abnehmen von Berlinern, welche die Sommerfrische aufzusuchen pflegen, es, daß man allen Autoren, die nicht, wie der große Artilleriedichter von zerschmetterten Gliedmaßen konnten den Berunglückten nicht am blieben daheim. Die Berechnung des Fleischkonsums an der Hand Lauff, aktive Offiziere sind, die Aufführung ihrer Stücke von vorn Leben erhalten: er starb gestern Morgen um 8 Uhr. der Berliner Volksstatistit hat ohnehin etwas Mißliches und berein verbietet. Dann hat die liebe Polizeiseele wohl Ruhe. Fran Baumeister Schmidt nannte sich die elegant gelleibete Unzuverlässiges, da auch nicht annähernd zu beurtheilen ist, wie viel Fleisch die Bewohner der Vor- und Villenorte Berlius, sowie die Eine nette Ueberraschung. Aufsehen erregt in hiesigen Gast- Dame, welche der Tarametertutscher K. mit seiner Droschke lange dortigen Schlächtermeister unseren Schlachthäusern und Fleischmärkten wirthskreisen die absonderliche Entdeckung, die der Dekonom eines im Beit zu fahren hatte, sodaß schließlich ein Fahrgeld von 19 M. zu­entnehmen. Die 300 000 Vorortbewohner fönnen, je nach dem Ver- Süden belegenen großen Vergnügungsetablissements gemacht hat, sammenkam. Sie gab an, in der Kolonie Hirschgarten bei Friedrichs­hältniß, in welchem sie bei uns ihren Bedarf decken, jene 84,4 Rilo- dessen Juhaberin eine hiesige Attienbrauerei ist. Die Brauerei hagen wohnhaft zu sein und dort eine Villa zu besitzen. Troß gramm pro Ropf sehr wesentlich herabmindern. Auffallend wird lieferte ihm das Bier in geaichten Gefäßen; das Bierquantum wurde mehrfacher Aufforderungen ist die Bezahlung des Fahrgeldes bis heute Von Fäffer berechnet. für jeden, der die Berliner Verhältnisse nicht kennt, der alljährlich ihm nach dem Inhalte der dritter noch nicht erfolgt. Es ist dieser Fall eine neue Illustration zu steigende und starte Verbrauch an Schweinefleisch sein, der natür- Seite wurde darauf aufmerksam gemacht, daß es den Gefahren, welchen die Droschkentutscher in Ausübung ihres Bes lich seinen Ausgleich im Rückgang der anderen Fleischgattungen sehr zweckmäßig sei, den Rauminhalt der Fässer einmal nachprüfen rufes ausgefeßt sind. Der einzige Schuß, der sich ihnen bietet, ist findet. Die Erklärung liegt zum großen Theil in dem günstigen zu lassen. Der Dekonom fam auch diesem wohlgemeinten Nathe die polizeiliche Feststellung derartiger zahlungsunfähiger Personen, Preisverhältniß des Schweinefleisches zum Preise anderer Fleisch- nach, und nun wurde auf dem Aichungsamte eine bemerkbare damit dieselben schlimmsten Falls auf dem Rechtswege zur Zahlungs gattungen in dem neuen Betriebsjahre sind freilich die Preise Differenz zwischen dem Rauminhalt und der Inhaltsangabe feft- leistung gezwungen oder aber als bewußte Fabrgeldpreller belangt für Schweinefleisch erheblich gestiegen, zum anderen in dem Um- gestellt. Da der Bierabsatz sehr beträchtlich war, so berechnet der werden können. Bu ihrem eigenen Schaden machen die Kutscher von stande, daß das Fett des Schweinefleisches beliebter ist, daß das Dekonom feinen durch Mindermaß erlittenen Schaden auf 25 000 m. diesem Aushilfsmittel viel zu wenig Gebrauch, wie auch der vor Fleisch sich wie die Hausfrau sagt felbft abmacht"; Das gerichtliche Verfahren ist in dieser Sache bereits eingeleitet stehende Fall wieder beweist. zum dritten aber in der fortschreitenden Ausbildung der Wurst worden. macherei.

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er nun

Bei einem Kampf zwischen Kellner und Köchin hat das Die alte Potsdamer Brücke ist jetzt für jeglichen Fuhrwerks Beil eine blutige Rolle gespielt. In der Gastwirthschaft der Markt Ehedem nud jetzt. Im Jahre des Bierboykotts 1894 waren verkehr gesperrt worden, ebenso der Theil der Ostseite der Potsdamer- halle VI regiert in der Küche die Kochmamsell Bertha Ruck, während bekanntlich auch die Saalbefizer dumm genug, durch Verweigerung Straße, welcher zwischen den Häusern 127 und 122 c ju beiden Seiten der Gastwirth Faltenberg zur Bedienung der Gäste den 25 Jahre der Säle für sozialdemokratische und gewerkschaftliche Bersammlungen der Brücke liegt. Hier werden bereits die Vorbereitungsarbeiten für alten Kellner Paul Rubnert, der an der Tegeler Landstr. 84 wohnt, den Brauereifapitalisten Handlangerdienste zu leisten. Die Herren die Anrampung zu dem zweiten Theile der neuen Brücke ausgeführt, angenommen hatte. Als am geftrigen Mittwoch Vormittag gegen haben sich dabei böse in den Finger geschnitten, und daher ist es er- dessen Bau sofort nach Abbruch der alten Brücke in Angriff ge 11 Uhr das Geschäft flott ging, erschien der Kellner in der Küche, flärlich, daß eine patriotische Aufwallung, die sich ein wahr- nommen werden wird. Auf der bereits fertiggestellten neuen Brücke um bei der Köchin eine Taffe Fleischbrühe zu bestellen. Bertha Suck scheinlich außer Schußlinie stehender Wirth leistete, in diesen Tagen ist ferner jetzt auf der Westseite vor dem Bretterzaun, welcher den hatte teine Tassen mehr zur Hand und beauftragte den Kellner, ihr außerordentlich fühl aufgenommen wurde. Ein hiesiges Blatt hier noch unvollendeten Fußiveg vom Fahrdamme trennt, ein pro- eine solche zu bringen. Als Kuhnert sich deffen weigerte, wollte und konnte meldet: visorischer Holzfteg angelegt worden. Südlich von der Brücke ist die Köchin ihm keine Brühe verabfolgen. Hierüber entstand ein Der Verein der Saalbefizer Berlins und Umgegend hielt bei endlich auch mit der Verbreiterung des zwischen dieser und der Wortgefecht, das von seiten des Kellners bald zur That führte, in­Brochnow, Sebastianftr. 39, eine Bersammlung ab, um u. a. Be- Lüßowstraße liegenden Theiles der Potsdamerstraße begonnen worden, dem er seiner mundfertigen Gegnerin einen Fauftschlag in das linke schluß über einen Antrag zu fassen: Anarchistische Ver- und es ist bereits die Versehung der an der Bordschwelle stehenden Auge versetzte. Nun drang auch die Köchin auf den Keltner ein und fammlungen nicht aufzunehmen." Der Antrag ist Laternenpfähle in Angriff genommen. wurde bei der sich entspinnenden Balgerei derart hihig und erregt, von einem Saalbefizer gestellt worden, der zur Zeit ver- In der Angelegenheit des Belle- Alliance- Theaters haben daß fie ein auf einem Block neben ihr liegendes scharfes Beil, das reift ist und deshalb seinen Antrag schriftlich begründet hat. die Eigenthümer des Hauses gegen Herrn Direktor Federmann die zum Berhacken von Fleisch dient, ergriff und dem Angreifer damit In der Begründung ift auf die letzten anarchistischen Gymissionstlage angestrengt, zu der gestern Morgen Termin gewesen einen gut gezielten Hieb über den Schädel verfekte. Kubnert trug Attentate hingewiesen, die ein jeder Vaterlands= ist. Trotzdem finden noch immer täglich Proben statt, und Herr eine 16 Bentimeter lange Wunde davon und mußte, nachdem ihm freund verabscheuen müsse; deshalb müsse es auch Pflicht eines Federmann versichert, daß er das Theater noch in diesem Monat ein Nothverband angelegt war, einem Krankenhause zugeführt werden. jeden Saalbesitzers sein, den Anarchisten ihre Agitation möglichst zu eröffnen werde. Die Köchin war durch den blutigen Vorfall ganz außer sich gerathen.

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zumal der Verein nicht sämmtliche Saalbefizer umfasse.

18 M.

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Aus Eifersucht schoß gestern früh 7 Uhr der Seiler Otto Graffunder in seiner Wohnung, Alte Jakobstr. 17, mit einem Revolver auf seine Ehefrau Ulricke, geb. Rogge, ohne ste jedoch zu verlegen. Er wurde verhaftet.

erschweren. Der Antrag wurde durch Uebergang zur Polizeilich geschlossen worden ist ein Bierlokal in der Lorking- Das geröthete Beil schwingend lief fie in die Markthalle und vera Tagesordnung erledigt, weil der Verein seinen Mitgliedern straße, welches durch Verkauf den Besitzer gewechselt hatte. Der fündete dort die Begebenheit, bis der Wirth dazwischentrat und fie feine Vorschriften in einer Angelegenheit machen könne, welche dem neue Besitzer hatte dem nach außerhalb verzogenen alten an ihren Platz zurückwies. Tattgefühl jedes einzelnen Saalbesitzers überlassen bleiben müsse, Wirthe die Kaufsumme in dem guten Glauben ausbezahlt, Ein Buchhalter ist bei der Führung eines Hundewagens schwer daß er zum Betriebe des Geschäfts vorläufig die Stellvertreter verunglückt. Der 43jährige Manu, namens Hugo Geffert aus der Das klingt anders als ehedem. Die eindringliche Lehre, welche Konzession erhalten würde, welcher die persönliche Konzession Kommandantenstr. 49, ist gegenwärtig ohne Stellung und führte die Berliner Ärbeiterschaft vor drei Jahren den Saalbefizern gab, bald nachfolgen würde. In dieser Erwartung fab fich aber der neue einen mit Hausgeräth beladenen Hundewagen durch die Branden scheint ihre guten Früchte getragen zu haben, so daß selbst dem ganz Wirth getäuscht, das Polizeipräsidium lehnte die Ertheilung der burgstraße. Vor Nr. 140 wurde ihm sein Gefährt von einem Roll mit unrecht arg verschrieenen Anarchistenhäuflein gegenüber das Bertreterkonzession ab und machte die Bude einfach zu, da die wagen ungeworfen, er selbst gerieth unter das Fuhrwerk und erlitt " patriotische" Bewußtsein versagt. Ronzeffion des alten Wirthes durch seinen Verzug nach außerhalb einen Bruch beider Unterschenkel. Man mußte ihn nach einent Der Christliche Zeitschriftenverein", der nach Ansicht des und die dadurch bedingte Abmeldung erloschen war. Der Käufer Krankenhaus bringen. Reichsversicherungsamtes so hervorragendes im praktischen Chriften- des Geschäfts kann nun sehen, wie er seinen Schaden ersetzt erhält. thum " leistet, hält es nicht für Christenpflicht, seinen Arbeitern einen Es mahnt dieser Fall wiederum zur größten Vorsicht bei Kauf­auskömmlichen Lohn zu zahlen. Es werden hier folgende geschäften, besonders von Schanklokalen, die sehr häufig ihren Besitzer Löhne gezahlt: in der Buchbinderei 15 bis 21 Mart; den wechseln. legteren hohen Lohusay, eigentlich der Minimallohn für Die Dachstuhlbrände in Moabit folgen Schlag auf Schlag. Theater. Im Schiller Theater geht heute Gin Tropfen Gift", Berlin , erhalten hier nur verheirathete Arbeiter. Die Preß- Noch sind die Aufräumungsarbeiten des gestrigen Brandes Ecke Schauspiel in 4 Akten von Oskar Blumenthal , zum ersten Male in Szene, vergolder erhalten 16,50 bis 24 M. In der Seßerei sind die Löhne Wald- und Waldenserstraße nicht beendet und schon wieder wurden die Besetzung der Hauptrollen ist folgende: Lothar von Mettenborn: Albert feineswegs beffer, fie schwanken zwischen 16 bis 22 M., Setzer in die Bewohner Moabits gestern früh um 91 Uhr durch einen Dach- Patry, Prinz Karl: Emil Willy Froböse, Erwin von Weidegg: Eduard gewissem Gelde erhalten 18 M.; Hilfsarbeiter erhalten nicht über stuhlbrand in Aufregung versetzt. Diesmal handelte es sich wieder von Winterstein, Hertha: Hedwig Pauly , Liddy: Trude Vobe, Graf Walberg: Mar Pategg, Geheimrath Fabricius: Mar Laurence, Oberst v. Wendlingen An den Rotationsmaschinen, bei einer immerhin etwas um ein großes Eckhaus Beuffel- und Wittstockerstraße. Beim Start Schreiner , Lieutenant Bruno: Otto Bahlau, Baron Brendel: Julius Lebensgefährlichen Arbeit, werden hier Burschen von 15 bis Eintreffen des ersten Löschzuges schlugen die Flammen bereits Eyben, von Drewit: Max Reimann, Präsident Lehnhardt: Ludwig Neuert, 18 Jahren beschäftigt, erhalten dafür 10 bis 12 M. wöchentlich. meterlang aus den Dachfenstern, so daß die Meldung Mittel- Baronin Breitenbach: Elise Walter. Das von der Direktion des Hausbiener, darunter verheirathete, werden mit 12 bis feuer" gegeben wurde. Obgleich binnen kurzer Zeit die Lösch- Buisen- Theaters bei der Zensurbehörde eingereichte dreiaktige Buſt 16 M. entlohnt. züge 13, 14, 15, 16 und 18 an der Brandstelle erschienen, wurde spiel von Jakob Lippmann in Mainz :" Ein verbotenes Schauspiel", ist Wenn auch einzelne Arbeiter und Arbeiterinnen durch Atford- doch, angesichts der großen Gefahr für die Nachbargebäude, Bug 12 gestern zur Aufführung genehmigt worden. Bis zu der anfangs Oktober arbeit einen höheren Verdienst erzielen ,, so wird man doch zugeben noch nachbeordert. Die vollständig verqualmten Treppen erschwerten stattfindenden Erstaufführung werden im Luisen- Theater, einem vielseitig geäußerten Wunsche zufolge, Voltsvorstellungen zu kleinen Kaffenpreisen, und müffen, daß die Bezahlung im allgemeinen eine ganz miserable ift. ungemein ein Vordringen zum Brandherde, so daß zwei mechanische zwar zunächst am Sonnabend, den 25., Preciofa", dann der Meineid­Etwa neun Monate im Jahre wird Ueberzeitarbeit geleistet; ob Leitern zur Verwendung kommen mußten. Ueber eine Stunde hatten bauer", Schiller's" Räuber", Wilhelm Tell " und das Repertoire Stüc das wohl zur besonderen Beförderung des Familienlebens der zwei Dampf- und drei Drucksprißenrohre unausgesetzt Wasser zu geben, Geschwister Fiebig" abwechselnd gegeben. Arbeiter dienen foll? Auch über die Behandlung wird geklagt; so um das Feuer zum Stehen zu bringen. Auch diesmal bewährte sich soll ein Ober- Maschinenmeister mit Ausdrücken wie Laufejungen, die Berbindung der großen Dampfsprize vom Bug 18 mit zwei Druck­Schweinhunde und Fresseschlagen" herumwerfen. sprigen zur Erhöhung des Wasserdruckes vorzüglich. Die Löschungs­Es wäre zu wünschen, daß die Herren ihre Umfturzbekämpfung arbeiten leitete Branddirektor Giersberg. Wiederum haben mehrere Einem modernen Dr. Eisenbart, der die Leute nach feiner auch einmal durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihrer Arbeiter arme Miether den Verlust ihrer nur theilweise versicherten Habe zu Art" furirte, ist in Spandau das Handwerk gelegt worden. Er ließ in die Wege zu leiten fuchten. beklagen. Die zahlreichen Dachstuhlbrände, die von den Bewohnern in den Zeitungen bekannt machen, daß der Naturarzt Schäfer Auguft In der Angelegenheit des Denkmals für die März ausnahmslos auf böswillige Brandstiftung zurückgeführt werden, Baertel" in dem Gasthof zur deutschen Eiche" Sprechstunden halte. gefallenen schreibt die Volks- Zeitung":" Mit dem Denkmal für haben Herrn Branddirektor Giersberg Veranlaffung gegeben, be- Alsbald hatte er großen Zuspruch von Kranken; seine Behandlung Die Märzgefallenen des Berliner Magistrats wird es also ernst. Die fondere Borkehrungen zur Beruhigung jenes Stadttheiles zu treffen. der Patienten bestand darin, daß er ihnen den Buls befühlte, ste Friedhofsverwaltung wird diesen Denkstein beschaffen. Wie er aus Bunächst ift eine bedeutende Verstärkung der Zugwache 15 in der dreimal umkreifte und sie dabei wiederholt anhauchte. Dafür ließ er sehen, ob er seinem Zweck entsprechen wird, darüber erfährt man bis dato Thurmstraße angeordnet, und sind die Lagerstellen für die Ver- sich 1 M. geben; auf Wunsch verabfolgte er auch Medizin, die mehrere bereits nach nichts. Es fragt sich weiter, will der Magistrat die Mitarbeit der Bürger stärkungsmannschaften der Thurmstraße über- Mart foftete. Eines Tages sprach auch die Polizei bei ihm vor und schaft an dem Werke gestatten und die Gelder, welche das Denkmals führt. Gleichzeitig ist eine Dampffprize ständig nach Moabit erkannte in ihm einen alten, trintfesten Herbergsbruder. Die Polizei Tomitee gesammelt hat, mit in Anspruch nehmen? Von dem Magi- verlegt. Seit Dienstag Mittag wurde außerdem die Feuerwehr ge hat ihn vorläufig falt geftelt.

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Aus den Nachbarorten.

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