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Br. 247. 14. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Freitag, 22. Oktober 1897.

Partei- Machrichten.

Der Tod Grillenberger's hat überall in Deutschland unter den Genossen tiefe Bewegung hervorgerufen. Alle Blätter unserer Partei widmen dem Verstorbenen Nachrufe, in denen die große Sympathie zum Ausdruck kommt, die Grillenberger's traftvolle Art in Norddeutschland nicht minder als im Süden genoß. An der Nord- und Ostsee wie an der Donau , an der Oder wie am Rhein überall beklagt man den Tod des glänzenden Redners, des aus. gezeichneten Renners der Arbeiterverhältnisse. des während seiner langjährigen Thätigkeit in Sturm und Nöthen aller Art immer treu erfundenen Parteigenossen, und selbst die Gegner erkennen an, daß mit Grillenberger eine bedeutende politische Persönlichkeit und ein trefflicher Mensch dahingegangen ist. Die Münchener Allgemeine Zeitung ", eins der fozialistenfeindlichsten Blätter, das sowohl mit der bayerischen Regie: rung wie mit dem Fürsten Bismarck Beziehungen unterhält, schrieb: Das Zentrum dagegen, das im Jahre 1887 noch 80813 Stimmen Auch der entschiedenste politische Gegner wird anerkennen, mit befam, ging zurück bis auf 60 953 Stimmen im Jahre 1893, und die welch' unablässigem Streben und eisernem Fleiße Grillenberger sich Nationalliberalen, die im Jahre 1887 auf ihre Kandidaten feine Bildung erworben hat, wobei er nur durch seine Befähigung 83 410 Stimmen vereinigten, fanten 1890 auf 32 252 Stimmen und unterstützt wurde. Die Kunde seines raschen Hinscheidens wird all im Jahre 1893 brachten sie gar mur 15 795 Stimmen zusammen. gemeine Theilnahme erwecken."

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Das Bayerische Vaterland" sagte: Durchaus Autodidakt, wurde Grillenberger einer der ersten Redner und Parlamentarier Deutsch­ lands , der erste unserer Kammer. Für seine Partei ist sein Tod der schwerste Verlust, der nicht leicht zu ersetzen ist. Griffenberger war ein hochachtbarer Charakter von ungeheuerer Arbeitskraft und eiserner Energie, dabei der beste liebenswürdigste Mensch im persönlichen Umgang. Möge er in Frieden ruhen!"

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Im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben ist die Zahl der bei den Reichstagswahlen für sozialdemokratische Kandi­daten abgegebenen Stimmen nach Angabe der Münchner Poſt" seit 1871 mie folgt gewachsen. Es wurden Stimmen abgegeben im Jahre 1871: 302, 1874: 1609, 1877: 1663, 1878: 1421, 1881: 655, 1884: 1941, 1887: 3605, 1890: 6878, 1893: 10 302.

Berbot eine möglicherweise eintretende Störung der öffentlichen Beschaffung eines solchen statistischen Materials müssen wir aber Ordnung angegeben. So sieht es mit der Bersammlungsfreiheit tommen und dazu bedarf es der Ausschußberathung. aus. Herr v. Saldern- Plattenburg bedauerte aber in einer seiner Stadtv. Bergemann: Ich bitte den Antrag pure abzulehnen; Bersammlungen, daß das Versammlungsrecht nicht noch mehr ein- ein Verbot würde eine Anzahl der ärmsten Familien dieses Ver geschränkt wurde, damit der Mißbrauch mit diesem Recht nicht noch dienstes berauben. Die Noth derselben kann eine unverschuldete, weiter getrieben werden könnte. Wenn heute eine Aenderung des aber auch eine verschuldete sein. Vereins- und Versammlungsrechts vorgenommen wird, hat es so Damit schließt die Diskussion. zu geschehen, daß die Behörden nicht mehr die Macht haben, diefes Im Schlußwort führt Stadtv. Stadthagen bem legten wichtigste Recht für einen großen Theil des Volkes geradezu auf- Redner zu Gemüthe, daß sich aus der letzten Berufszählung die erschreck­zuheben. liche Thatsache ergeben hat, daß es nicht weniger als 214 000 Schulkinder giebt, die im Hauptberuferwerbsthätig sind. Das find nicht immer die Aermsten, noch diejenigen, deren Eltern ihre Noth verschuldet haben, wofür übrigens doch das Kind nichts kann, denn die im Nebenberuf solche Dienstleistungen besorgen, sind besonders gezählt. der Schädigung der Schuljugend durch gewerbliche Beschäftigungen Der Gesammtvorstand des deutschen Lehrervereins hat das Thema Die daraufhin aur Bearbeitung für die Jahre 1896-98 gestellt. stattgehabten Erhebungen haben die allertraurigsten Zahlen ers 7-9 pet. anführt, ist nicht zuverlässig, weil die landwirth­geben. Die Statistik für die Vororte Berlins , welche blos schaftliche Arbeit nicht berücksichtigt ift; wir haben aber Zahlen von 32 pet. wie in Altenburg , ja 40 pt. wie in Schmölln . Aus allen Statistiken ergiebt sich das eine, daß die vor geschrittenen Schüler die sind, welche feine Nebenarbeit haben. Im Ausschusse wird sich darlegen laffen, daß die Stadt Berlin so be­rechtigt wie verpflichtet ist, hier zunächst auf dem Wege der Polizei­verordnung vorzugehen. In Hamburg sind entsprechende Polizei­verordnungen auf grund der§§ 120 c und 120 e der Gewerbe- Ordnung erlassen worden; die gefeßliche Handhabe liegt daher in diesen Gesetzes stellen und in dem Polizeigesetz von 1850. Thatsächlich ist bis jetzt blos die Kinderarbeit in den Fabriken verboten; aber dieselbe Gewerbe­Ordnung läßt dem Bundesrath, der Polizei und der Gemeinde das fonderes Recht dazu, noch auf grund der Schulpflicht, wie das Recht weitergehender Beschränkungen. Die Gemeinde hat ihr be Oberverwaltungsgericht entschieden hat. Gegen den bestehenden Von den neun Anträgen Borgmann und Genossen sind die Mißstand ist gerade die Berliner Arbeiterschaft eingeschritten, letzten drei, die sich nebst zwei bereits in voriger Sigung ver- indem sie für den Vorwärts" eine besondere Parteifpedition eins handelten auf die Schulverhältnisse beziehen, noch nicht zur Berathung gerichtet hat, um eben der Kinderausbeutung auf diesem Gebiete ein gelangt. Ende zu machen. Daß die armen Familien geschädigt werden, braucht Herr Bergemann nicht zu fürchten, es handelt sich hier auch nicht um Kommunismus. Der Verdienst des einzelnen Kindes variirt zwischen 3 und 6 M. pro Monat!

Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 21. Ottober, nachmittags 5 Uhr.

In den Ausschuß zur Vorberathung des Antrages betreffend die Anstellung von Schulärzten sind auch die Stadtvv. Dr. 3 adet und Stadthagen. deputirt; außerdem gehören u. a. die Stadtvv. Michelet , Gerstenberg, Schwalbe, Ruge, Kreitling an. Im Ausschuß brücke wird die Fraktion der sozialdemokratischen Stadtverordneten zur Berathung des Antrags wegen event. Umbaues der Oranien durch Bruns vertreten.

Gemäß dem ersten derselben soll die Versammlung den Magiftrat ersuchen, das Polizeipräsidium um den Erlaß einer Polizei verordnung anzugehen, durch welche gewerbliche Beschäftis gungen von Schulkindern vor Beginn der Schulzeit, insbesondere das Austragen von Milch, Badwaaren und Zeitungen

verboten werden.

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Auch die gegnerische Presse außerhalb Bayerns , insbesondere die preußische, widmet unserem Genossen ehrenvolle Nachrufe. Ueber die letzten Stunden Grillenberger's berichtet die Münchener Post":" Er war am Montag Abend von Nürnberg wieder in München eingetroffen und befand sich Dienstag Vormittag noch völlig wohl. Während seiner ausgezeichneten Rede zur Be­gründung des Wahlrechts- Antrages verspürte er auch nicht das ge­ringste Unwohlfein und auch nachher verfolgte er die Reden aus ringste Unwohlfein und auch nachher verfolgte er die Reden aus dem andersparteilichen Lager zu dem Gegenstand mit unverminderter Aufmerksamkeit. Nach Schluß der Verhandlungen beim Herausgehen aus dem Landtagsgebäude klagte er plößlich den ihn begleitenden Freunden ein Gefühl von Mattigkeit und Angst. Er selbst aber beachtete diese Symptome nicht weiter und begab sich mit seinen Begleitern feften Der Antrag geht an den Schularzt- Ausschuß. Schrittes zu den Pschorrbräuhallen, wo er wie gewöhnlich sein Jm achten der Anträge Borgmann wird an den Magiftrat das Mittagbrot einnehmen wollte. Während des Essens flagte Grillen­Ersuchen gestellt: berger von neuem über ein ihn überkommendes Angftgefühl; mir ist, fagte er, als ob mir ein Stück der Zunge lahm werde. Erst auf beseitigen, welcher für tausende von Volksschulkindern eine große Stadtv. Borgmann: Unser Antrag will einen Zustand in Gemäßheit des§ 120 Absah 3 der Gewerbe- Ordnung den Entwurf eines Orts statuts vorzulegen, durch welches längeres Bureden feiner Freunde entschloß er sich, den in der Eisen- törperliche und geistige Gefahr bedeutet. Daß wir gerade in diesem den männlichen Arbeitern unter 18 Jahren mannstr. 3 wohnenden Arzt Dr. Bauser aufzusuchen. Auf dem Punkte die Polizei zu Hilfe rufen, Wege schwankte er bereits, so daß ihn seine Begleiter balten mußten, wir als Gemeinde keinerlei Grefutive besitzen, sondern der Polizei­liegt daran, daß die Verpflichtung zum Besuch einer Fort­bildungsschule auferlegt wird. und im Flur des Hauses verließen ihn die Kräfte so weit, Stadtv. Bruns: Die Nothwendigkeit des obligatorischen daß ihn die Begleiter in fitzender Stellung auf eine gerade im präsident die Macht in Händen hat; wir müssen ihn also benutzen, wir mögen ihn lieben oder nicht. Eine Reihe von Regierungs- Fortbildungs- Schulunterrichts ist schon vielfach, auch von den Ber Hausflur stehende Holzkiste niederlassen mußten. Der Arzt war nicht zu Hause, unterdessen hatte aber Herr Aster von den Pschorr präsidenten, wie derjenige von Potsdam für Spandau , haben dertretern der Hirsch- Duncker'schen Richtung betont worden. Die Gesell­artige Verordnungen bereits erlassen. Bedauerlich ist es, daß gerade schaft zur Verbreitung von Bolfsbildung ist für diese Forderung Bräuhallen zwei am Ende ihrer Studien stehende Mediziner gebeten, in Berlin noch nirgends ein Anfang gemacht worden ist, um zunächst eingetreten, desgleichen hat sich die überwiegende Mehrheit der Kom sich des Kranken anzunehmen. Die beiden Herren bemühten sich in einmal in der Sache klar zu sehen; jede statistische Aufnahme fehlt mission für das technische Unterrichtswesen in demselben Sinne aus. anerkennenswerther Weise eifrig um unfern Freund; sie ließen Eis Auf grund von Statistiken aus anderen Städten kann man aber gesprochen; in der Minderheit befanden sich freilich unser Herr herbeischaffen und machten Eisumschläge, bis der Arzt kam. Auch die Zahl der Schulkinder beiderlei Geschlechts, die hier in betracht Stadtschulrath Bertram und unser Vorsteher Langerhans. Bon die Einwohner des betreffenden Hauses bezeugten menschenfreundliche kommen, auf 25 000 mindestens schäßen. In Hannover sind es 12, ihnen und ihren Gesinnungsgenossen wird auf die großen Theilnahme durch Herbeischaffen von Kissen und Tüchern. Der Arzt in Charlottenburg etwa 9 pet. aller Schulkinder; es möchten also Fortschritte der freien Fortbildungsschule hingewiesen. Gewiß fonstatirte eine Gehirnblutung und verfügte im Einverständniß 10 pct. für Berlin anzunehmen sein. Ich persönlich halte diese An- ist ein Aufschwung vorhanden, aber er kommt den technischen mit den anwesenden Freunden Grillenberger's dessen Ueberführungnahme noch für viel zu niedrig.( Bwischenruf des Stadtverordneten Fächern zu gute, und diese Entwicklung auf Kosten der in das Krankenhaus. Diese wurde durch den herbeigerufenen Wagen Breuß.) Wenn Herr Preuß das bezweifelt, so muß ich ihn allgemeinen Bildung halten wir nicht für richtig. Der Sanitätskolonne besorgt. Während der ärztlichen Bemühungen barauf verweisen, daß ich unter um ihn im Hausflur des Winterhalter'schen Hauses war Grillen­dem Volke lebe und Fortbildungs- Schulunterricht muß ein weiterer Rahmen gegeben berger noch bei völliger Besinnung, er antwortete auf einige Fragen weiß, wie es lebt, während Sie das nicht wissen können, weil Sie werden, und das ist nur bei obligatorischem Besuch möglich. Die. des Arztes selbst. Bei der Ankunft im Krankenhause war aber der gar nicht so früh aufstehen.( Heiterkeit und Widerspruch.) Frre meisten Kinder von 14 Jahren sind noch nicht durchdrungen von der ich mich, so werden Sie ja auch von der Dringlichkeit unseres An- Nothwendigkeit ihrer Weiterbildung; sie müssen in die Forts Kranke schon beinahe bewußilos. Die Blutung schien zuzunehmen trages überzeugt sein. Die Lehrer erheben immer und immer wieder bildungsschule hineingezogen werden. Umsomehr ist ift hier und troß der aufopfernden Bemühungen der Anstaltsärzte starb ihren Nothschrei über diese schlimmen, die Kinder namentlich im der Zwang nothwendig, weil ja eine Menge von Kindern Grillenberger um 61/2 Uhr abends, ohne noch einmal das Bewußt Winter aufs ärgste benachtheiligenden Zustände. Daß diese tausende schon während der Schulzeit gewerblich beschäftigt wurden, fein zurückerlangt zu haben." und abertausende von Kindern einen starken Prozentsatz zu den und nicht einmal den Anforderungen der Schule gerecht gel In Dessau wurde am Donnerstag zu Ehren Grillenberger's jugendlichen Verbrechern liefern, ist schon neulich von Stadthagen werden konnten. Was gegen den Zwang in dieser Beziehung eine Boltsversammlung abgehalten. Reichstags- Abgeordneter Peus statistisch nachgewiesen.( Zwischenruf:" Vorwärts"!) Der Vorwärts" angeführt wird, ließe sich ebenso gegen den Schulzwang überhaupt wird nicht von Kindern ausgetragen, sondern von Erwachsenen, von geltend machen. Wo die obligatorische Fortbildungsschule eingeführt In Leipzig fandte eine Volksversammlung eine Depesche an Frauen, wenigstens soweit die Parteispeditionen in betracht kommen ist, wie in den süddeutschen Staaten, herrscht nur eine Stimme Grillenberger's Familie ab, worin derselben die tiefste Theilnahme und, das können die großen anderen Zeitungen auch, diese Aus darüber, daß sie sich bewährt hat. Auch in einer Reihe preußischer der Genossen ausgedrückt ist. Das Agitationskomitee für den 12. beutung der kleinen Kinder wäre also sehr leicht zu beseitigen. Der Städte ist sie mit demselben glänzenden Erfolge eingeführt. und 13. sächsischen Reichstags- Wahlkreis und die Redaktion der Regierungspräsident von Bromberg hat die Schaustellungen von Ueber die Koften würde man sich im Ausschuß verſtändigen und 13. fächsischen Reichstags- Wahlkreis und die Redaktion der Leipz. Wolfsztg." spendeten prachtvolle Kränze. Kindern verboten. In Reinickendorf ist das Beschäftigen von föunen, jedenfalls darf eine Stadt wie Berlin nicht Aus dem Kreise der sozialdemokratischen Frauen Kindern unter acht Jahren vor 7 Uhr morgens und mit Regel des Rostenpunktes wegen einen solchen Antrag ablehnen. wird uns geschrieben: aufsetzen verboten. Was dort möglich ist, muß auch in Berlin Die Mehrzahl dieser Versammlung sollte doch auch das Argument Dem Gedenkblatt für den so früh und so schnell uns durch möglich sein. Gehen wir ähnlich vor, so werden wir zur Hebung der Freunde dieser Einrichtung, daß dadurch der Sozialdemokratie den Tod entrissenen Genossen Grillenberger bitten auch wir der Volksschule wesentlich beitragen; das Kind wird nicht mehr in der Boden entzogen wird, sich zu eigen machen. Frauen etwas beifügen zu dürfen. der Schule schlafen und schließlich verkommen, sondern von dem Stadtv. Schwalbe: Wir haben schon 1890 einen solchen Ans Grillenberger stand den Anfängen der proletarischen Frauen- Unterricht diejenigen Früchte davon tragen, die es davon tragen foll. trag gehabt und ihn damals direkt abgelehnt, weil uns das damals bewegung mit großer Steptit gegenüber; ja nicht selten ließ er Stadtv. Preuß: Ich habe mich nur über die besondere beigebrachte Material zur sofortigen Ablehnung ausreichend schien. ſeinen humorvollen Spott an den Agitatorinnen aus, weil er nicht statistische Methode des Antragstellers gewundert. In der Sache Seitdem mögen immerhin manche Verschiebungen eingetreten fein, überzeugt war, daß es den Frauen ernſt ſei mit der Theilnahme an felbst stehe ich ihm sehr nahe. Der Antrag hat, wie alle Anträge, welche wohl in einem Ausschuß noch einmal geprüft werden könnten. der harten und schweren Kampfesarbeit für endliche Befreiung des die von dort herkommen, seine starke Seite in der Kritik, Ich empfehle deshalb Ausschußberathung. Proletariats. Das, was er von den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen seine schwache Seite in dem vorgeschlagenen Abhilfemittel. So Stadtschulrath Bertram weist auf die beständige Zunahme der wußte, hatte ihn zut der. Anschauung gebracht, daß auch wünschenswerth der Zweck, so fragwürdig der angeregte Weg. Wir Frequenz der Fortbildungsschulen hin. Es sei unrichtig, daß das einzelne unter den Proletarierinnen Herrschergelüfte gegenüber unsererseits haben die Polizei nicht geliebt und nicht gehaßt, rein Technische bevorzugt werde; die Zahl der Kurse für Deutsch , den Männern haben, denen sie gern einmal in der Deffentlichkeit jedenfalls wollen wir ihre Befugnisse nicht ins Endlose ausdehnen. Rechnen, Geometrie u. f. m. beweise das Gegentheil. In den Fach Ausdruck geben wollten. Nachdem er aber Gelegenheit gehabt hatte, mehrere der be. Der Begriff der gewerblichen Beschäftigungen ist in dem Antrag schulen stehe selbstverständlich das Technische obenan. Für den fich die Schutz- Zwang zum Besuche der Fortbildungsschulen in Berlin sei auch fannten Genossinnen fennen zu lernen und zu beobachten, daß diese nicht klar umschrieben; ohne weiteres acht auf die Kinder heute feine Nothwendigkeit vorhanden; der in Berlin eingeschlagene bestimmungen für die gewerblichen Arbeiter gleich ihm und den bewährten Genossen vor keiner Schwierigkeit ausdehnen. Ob eine Polizeiverordnung zweckmäßig ist, bleibt eine Weg führe weiter als polizeilicher Zwang. Andere Städte mögen im Rampfe mit den herrschenden Gewalten, sowie den offene Frage; deshalb beantrage ich Ausschußberathung und zwar darin andere Wege gehen, sollen aber auch Berlin bei dem seinigen bürgerlichen Vorurtheilen, zurückschreckten, da gab er rück­haltlos und offen zu, durch denselben Ausschuß, der soeben für die Schulärzte ein- lassen. daß nun einsehe, m er im Irrthum gesetzt ist. Damit schließt die Diskussion. Die Antragsteller verzichten auf gewefen zu sein mit seiner Gegnerschaft gegenüber der Stadtschulrath Bertram: Der Uebelstand, den wir alle be- das Wort. Auch dieser Antrag geht an den für die Schularztfrage Frauenemanzipation; er sei nun bereit, der gewonnenen Ueberzeugung tlagen, ist sehr alten Datums. Schon 1839 ist getlagt worden, daß eingesetzten Ausschuß. auch jederzeit Ausdruck zu geben in Wort und Schrift. Und er hat sechsjährige Kinder in Fabriken arbeiten. Seit 1856 ist die Be Der letzte Antrag endlich fordert die Einfeßung einer gemischten ehrlich Wort gehalten! Im Parlament wie in der Volksversammlung ist er dann stets für volle Gleichberechtigung auch der Frauen ein- fchäftigung von Kindern unter 12 Jahren in Fabrifen untersagt. Deputation zur Berathung Man hat sich damit abgefunden und Fabrikschulen, Abendschulen, 1. darüber, welche Einrichtungen zu treffen sind, um die Be. Sonntagsschulen eingerichtet. Seit dem 1. Juli 1891 dürfen Alle diese Herabfegung der Maximal- Schülerzahl für des populären Boltsvertreters, für uns, da seit Jahren in Bayern Einschränkungen sind durch Gesetz vorgeschrieben worden, nicht durch die einzelnen Klassen der Gemeindeschulen zu ermög Ganz besonders werthvoll war die Gewinnung Griffenberger's, unter 13 Jahren nicht in Fabriken beschäftigt werden, under feitigung der fliegenden Klaffen und eine Polizeiverordnung. Natürlich fuchen die Kinder, die in feine proletarische Frauenversammlung abgehalten werden darf und demnach die dortige proletarische Frauenbewegung gänzlich auf die Fabriken nicht mehr arbeiten dürfen, Arbeit in der Weise, wie Agitation der Männer angewiesen ist.

hielt die Gedächtnißrede.

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getreten.

Er stand hierin in erfreulichem Gegensaße zu vielen anderen.

Offen und ehrlich, wie er uns seinen Irrthum bekannte, hat er treu sein uns gegebenes Wort bis an seinem Ende gehalten. Dankerfüllten Herzens werden auch die Proletarierinnen des Freundes und Genossen stets gedenken."

sie hier bemängelt wird. Ist es möglich, unter den obwaltenden Umständen diese Kinderarbeit ganz zu beseitigen? Un­bestritten existiren eine gute Zahl Familien, die an der Grenze stehen, sich mit den Kindern redlich erhalten zu können, aber nur dann, wenn eine gewiffe Theilnahme an der Arbeit durch die Rinder geleistet wird. Ginge der Vorschlag durch, das Austragen

lichen,

2. fiber Einführung des a ch ttlassigen Gemeindeschul fystems, 3. darüber, ob zu gunsten einer gedeiblicheren Ausbildung der geistig zurüdgebliebenen Schulkinder Hilfs oder Sonderklassen oder andere Einrichtungen au treffen sind. Stadtv. Singer: Ich bitte Gie, diefen Antrag ohne Auss In dem märkischen Wahlkreise West- Prignik, wo am von Milch, Backwaaren, Zeitungen zu verbieten, dann würden andere schußberathung anzunehmen, weil er ein organisatorischer von weits 29. Oftober für den zum Staatssekretär des Reichspoftamts er- Formen von Arbeit auftreten, vielleicht in noch ungünstigerer Weise; tragender Bedeutung ist. Ich zweifle nicht, daß der Magistrat sich nannten Herrn v. Podbielski eine Nachwahl zum Reichstage die Kinder müßten dann vielleicht in der Konfektion arbeiten, in zu dem Verlangen der Versammlung zustimmend verhalten wird. vorzunehmen ist, wobei unserem Kandidaten Heinrich Hinge in ungefünderen Räumen und viel länger. Die Frage ist also sehr Die in dem Antrag angeregten Fragen sind doch gewiß nicht dazu, Tangermünde der konservative Herr v. Saldern Platten schwierig. Praktisch suchen sowohl die Waisenräthe, wie die neuen angethan, Zwiespalt zwischen Magistrat und Versammlung hervors burg gegenübersteht, wird mit mit Hochdruck gearbeitet, um Armenämter dem Nebelstand beizukommen. Polizeiverordnungen zurufen. Aus prinzipiellen Gründen nicht, höchstens aus finanziellen unsere Partei nicht zu Worte kommen zu lassen. Die tann ich nicht empfehlen. läßt sich diesem Antrag entgegentreten. Aber Finanzfragen dürfen Brandenburger Zeitung" berichtete darüber: Während die Stadtv. Schwalbe hält es für nothwendig, die wirkliche nicht ausschlaggebend sein; für den Kopf des Gemeindeschülers giebt übrigen Parteien im Kreise Versammlungen abhalten, tann unser Lage der Dinge von Stadt wegen festzustellen, da jedenfalls auch ja die Stadt nur 59, für den Kopf des höheren Schülers aber, Kandidat in feinem Orte sprechen, weil fein Raum dazu hergegeben in den heutigen Anführungen des Antragstellers Uebertreibungen 129 m. jährlich aus. Daß fliegende Klassen ein Uebelstand sind, wird. Der Kreis Vertrauensmann hat mehrere Versuche unter unterlaufen sein dürften. Allerdings weichen die Prozentzahlen haben oft genug auch die Magistratsvertreter zugegeben. Daß die nommen, Versammlungen unter freiem Himmel abzuhalten. Nachdem aus den einzelnen Orten außerordentlich von einander ab. Wenn Maximalzahl von 60 herabgefeßt werden muß, liegt auf der Hand; mit Mühe geeignete Grundstücke aufgetrieben waren, verbot die man auf dem Standpunkt steht, daß die Eltern die Hilfe ihrer 12, fein Arzt wird es mit seinem Gewissen vereinigen können, eine Polizei die Abhaltung der Versammlungen. In Perleberg hielt es 13 Jahre alten Kinder die jüngeren tommen viel weniger in befolche Magimalzahl ferner zuzulassen. Die Einführung des acht die Polizeiverwaltung nicht einmal der Mühe werth, die Gründe tracht( Widerspruch) zur Bestreitung der Existenz in Anspruch tlaffigen Schulsystems müffen wir leider immer noch fordern, während: für das Berbot anzugeben. In Wilsnack wurde als Grund für das nehmen müssen, dann werden die hohen Zahlen verschwinden. Zur eine ganze Anzahl von deutschen, viel weniger finanzkräftigen

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